8 Bezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung durch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt ohne Zuſtellgebühr RM..—. Einzelverkaufspreis 10 Pfg.— Abholſtellen: Waldhofſtraße 8, Schwetzinger⸗ ſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 13, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße 6g, — Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. W Oppauerſtraße 8. Beilagen: Montag: Sport der N. M. Z./ Dienstag wechselnd: Aus der Welt der Technik Kraftfahrzeug und Verkehr eue Mannheimer Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Fernſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Abreſſe: Nemazeit Maunheim Neues vom Film/ Mittwoch wechſelnd: Die fruchtbare Scholle Auzeigeunpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32mm breite Colonel⸗ zeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile.— Für im Voraus zu bezahlende Familien⸗ und Gelegenheits⸗ Anzeigen be⸗ ſondere Sätze.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. Steuer, Geſetz und Recht Donnerstag wechselnd: Mannheimer Frauenzeltung Für unsere Jugend/ Freitag: Winterſport und Erholung Mannheimer Vereinszeitung/ Samstag: Aus Zeit und Leben Mannheimer Muſikzeitung Abend ⸗Ausgabe Samstag, 14. Dezember 1920 Reichstags⸗Vertrauensvotum für die Mit 222 gegen 156 Stimmen bei 22 Stimmenthaltungen (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Um 3 Uhr wurde die Sitzung des Reichstages wieder eröffnet. Berlin, 14. Dezember. Präſident Löbe ſchlug vor, daß bei Annahme des allgemeinen Vertrauensvotums die Miß⸗ trauensvoten nicht mehr zur Abſtimmung gelangen ſollen. Ueber die Frage, wie und in welcher Reihenfolge abzuſtimmen ſei, entſpaun ſich eine längere Ge⸗ ſchäftsordnungsdebatte. Dann wurde über die Vertrauensformel der Regierungsparteien abgeſtimmt. hatte folgendes Ergebnis: Sie Abgegeben wurden 400 Stimmen, der Stimme haben ſichenthalten 22, mit Nein ſtimmten 156, mit Ja 222. Die Vertrauensformel iſt alſo angenommen. Sämtliche Mißtrauens voten ſind damit erledigt. Das Haus vertagte ſich auf Montag, um die erſte Leſung der Zollvorlage vorzunehmen. Die vorausgegangenen Verhandlungen (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 14. Dez. Im Reichstag herrſchte heute ſchon in aller Herr⸗ gottsfrühe ein lebhaftes Treiben. Die Fraktionen der Regierungsparteien traten zum Teil bereits um 9 Uhr zuſammen, um die in der Nacht herausgetüf⸗ telte Konkordienformel zu prüfen. Sie ſtellte ſich bei näherem Zuſehen als ein Produkt dar, dem die Verlegenheit aus jedem Wort herausſchaut. Um auf dieſe verklauſulierte Erklärung zu kommen, hat man ſich alſo tage⸗ und nächtelang den Kopf ver⸗ gebens zerbrochen. Man muß feſtſtellen, daß auch der wohlmeinenbſte Interpret irgend eine feſte Bindung der Parteien an das Finanzprogramm aus ihr nicht wird herausleſen können. In höchſt vagen Wendungen, unter Vorbehalten, die den ſozialdemo⸗ kratiſchen Wünſchen entſprechen, wird auf die Durchführung des vom Kabinett entworfenen all⸗ gemeinen Finanzprgramms„vertraut“. Das iſt benn doch ein bißchen wenig. Die Ein⸗ löſung dieſes unſicheren Wechſels auf die Zukunft kann, wo ſchlechter Wille waltet, noch auf erhebliche Schwierigkeiten ſtoßen. Die Sozialdemokraten ha⸗ ben denn auch nicht viel Zeit gebraucht, um dieſer Formel ihre Zuſtimmung zu erteilen. Schwerer wurde, wie ſich begreifen läßt, der volkspa rtei⸗ lichen Fraktionen die Entſcheidung. Ihre Sitzung währte noch an, als das Plenum ſich bereits mitten in der Beſprechung der Regierungs⸗ erklärung befand. Wie unbefriedigend die Er⸗ klärung in der Fraktion empfunden wurde, geht daraus her, daß die Vertrauensformel nur mit 27 gegen 17 Stimmen zur Annahme gelangte. Von dieſen 17 werden, wie es heißt, bei der Abſtimmung 10 mit Nein ſtimmen, 5 ſich der Stimme enthalten und 2 den Saal verlaſſen. Von ben übrigen Regierungsparteten ſteht zur Stunde nur noch die Entſcheidung der Bayeriſchen Volkspartei aus, während Zentrum und Demokraten gleichfalls die Erklärung gutheißen werden. Nach der ganzen Haltung der Bayeriſchen Volkspartei iſt das gleiche von ihr nicht zu erwarten. Die Regierung wird daher nur mit einer ſehr knappen Mehrheit für das Vertrauensvotum rechnen können. Sie wird wohl ihr Leben retten, aber auf ziemlich dürftige Weiſe. Von einem„klaren Vertrauens⸗ votum“, wie Müller⸗Franken es verlangt hat, kann keine Rede mehr ſein. 1 Der Plenardebatte wurde kein ſonder⸗ liches Intereſſe mehr entgegengebracht. Der neue Fraktionsvorſitzende der Deutſchnationalen Volks⸗ partei, der Abg. Oberfohren, ſetzte die Kam⸗ pagne gegen die Regierung, die Dr. Quaatz geſtern begonnen hatte, in etwas konzilianterer Form als dieſer fort. Er meinte, daß heute praktiſch der Zu⸗ ſammenbruch des Kabinetts Müller da ſei und lehnte für die Deutſchnationalen die Ver⸗ antwortung für jede Neubelaſtung der deutſchen Wirtſchaft ab. ä Nach ihm nahm der Reichsfinanzminiſter Hilferding das Wort. Aber auch das wurde zu keiner Sen⸗ ſatton. Herr Hilferding verbreitete ſich über das Kaſſendefizit und verlangte zu deſſen Beſeitigung in erſter Linie die Beitragserhöhung der Arbeits⸗ loſenverſicherung. Im übrigen ſuchte er ſeine Finanzpolitik zu rechtfertigen, indem er den Partei⸗ experten, die ihm den vorigen Etat zuſammengeſtri⸗ chen hatten, den Vorwurf machte, ſie hätten ſozu⸗ ſagen das Defizit erſt heraufbeſchworen, da von ihnen die Ausgaben zu niedrig und die Ein⸗ nahmen zu hoch angeſetzt worden wären. Sein kur⸗ zer Kommentar gipfelte in der Feſtſtellung, das Finanzprogramm ſei wirtſchaftlich und ſozial tragbar. Schließlich ſprach auch noch Herr Drewitz von der Wirtſchaftspartei. Inzwiſchen aber hat ſich ein neues Kriſenlüftchen aufgemacht. Die Mitteilung der Deutſchen Volks⸗ partei, daß 17 ihrer Fraktionsmitglieder teils gegen das Vertrauensvotum ſtimmen, teils ſich der Stimme enthalten würden, hat bei den übrigen Regierungs⸗ parteien viel böſes Blut gemacht. Die Bayeriſche Volkspartei insbeſondere, die einen beſtimmten Beſchluß nicht faßbe, ſtellt ſich jetzt auf den Stand⸗ punkt: Wenn die Deutſche Volkspartei faſt zur Hälfte der Regierung die Gefolgſchaft verſagt, dann kann man uns, die wir das furchtbare Opfer der Bierſteuer auf uns nehmen, nicht zumuten, das Kabinett zu unterſtützen. Alſo neue düſtere Wolken am Koalitionshimmel. Es heißt, daß man beabſichtigt, die Abſtimmung auf 5 Uhr nachmittags zu vertagen, weil man in der Zwiſchenzeit den Verſuch machen will, die Volks⸗ partei zu einem ſtärkeren Eintreten für die Regie⸗ rung zu veranlaſſen. Man einigte ſich ſchließlich dahin, die Abſtimmung auf 3 Uhr nachmittags anzuberaumen. Mittlerweile ſind neue interfrak⸗ tionelle Beſprechungen eingeleitet worden. Man hofft die Deutſche Volkspartei durch die Zuſiche⸗ rung zu gewinnen, daß unter den Initiativgeſetzen, die bereits in der nächſten Woche dem Reichstag zu⸗ geleitet werden ſollen, ſich auch die Vorlage über die Herabſetzung der Einkommen⸗ und Vermögens⸗ ſteuer befinden würde. 8 Kurz nach 1 Uhr erreichte die Sitzung des Reichs⸗ tages ihr Ende, nachdem noch der Kommuniſt Tor g⸗ ler geſprochen und der Deutſchnationale Qua a tz und der Sozialdemokrat Gerlach perſönliche Be⸗ merkungen getauſcht hatten. * Das Haus vertagte ſich auf 3 Uhr, um den Par⸗ teien Spielraum für die Fortſetzung ihrer Kompro⸗ mißverhandlungen zu bieten. Dr. Scholz Parteiführer der D. B. P. (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) E Berlin, 14. Dez. In der heutigen Sitzung des Zentralvorſtandes der Deutſchen Volspartet wurde Dr. Scholz mit 153 Stimmen zum Parteivorſitzenden gewählt. An die Wahl des Parteivorſitzenden ſchloſſen ſich die üblichen Zu⸗ und Nachwahlen. Aus ihnen verdient angemerkt zu werden, daß man den Reichskanzler a. D. Luther durch Zuwahl dem Zentralvorſtand beigeſellte. Es iſt, wie wir hören, nicht ausgeſchloſ⸗ ſen, daß Dr. Hans Luther bereits heute nachmittag an den Verhandlungen des Zentralvorſtandes teil⸗ nimmt. Die Sitzung des Zentralvorſtandes wurde nämlich mit Rückſicht auf die parlamentariſche Lage, die am Vormittag den Mitgliedern der Reichstags⸗ fraktion die Teilnahme an der Ausſprache im Zen⸗ tralvorſtand unmöglich machte, auf 4 Uhr ver⸗ tagt. Dr. Curtius über Oſtpolitik (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 14. Dezember. Im Arbeitsausſchuß des Oſtausſchuſſes der Deut⸗ ſchen Volkspartei gab Reichsaußenminiſter Dr. Cu r⸗ tius einen Ueberblick über die Probleme der Oſt⸗ polittk. Er legte insbeſondere dar, daß die Ver⸗ handlungen mit Polen in beiner Weiſe ein Oſt⸗ locarno betreffen. Der Liquidationsvertrag und der Handelsvertrag mit Polen ſind zwei voneinander unabhängige Dinge. Der Miniſter trat dann der Behauptung entgegen, es käme ihm lediglich darauf an, mit Polen in gute Beziehungen zu geraten, gleichgültig wie groß die finanziellen Opfer Deutſch⸗ lands ſeien. Die deutſche Regierung iſt ſelbſtver⸗ ſtändlich beſtrebt, bei allen Verhandlungen die deut⸗ ſchen Intereſſen nach jeder Richtung hin zu wahren und die Gegenſeitigkeit der beiderſettigen Leiſtungen zu ſichern. Die in der Oeffentlichkeit vielfach ge⸗ nannten Zahlen über die Höhe der Liquidationen in Polen ſind falſch. Die ſeit Jahren bei dem in⸗ terntionalen Schiedsgericht ſchwebenden Prozeſſe er⸗ geben deutſche Forderungen von 583 Millionen Mark. Polen ſeinerſeits ſtelle an Deutſchland die Forde⸗ rung von 800 Millionen. Sicherlich iſt dieſe Summe weit übertrieben. Die wichtigſten Punkte des Abkommens ſind der Verzicht Polens auf wei⸗ tere Liquibationen beutſchen Beſitzes und der Ver⸗ zicht auf das Wiederkaufsrecht an den in Polen noch lebenden 12 000 deutſchen Siedlern. Der Vorſitzende des Oſtausſchuſſes, der Abg. Dr. Steffens, dankte dem Mintiſter für die offenen unh klaren Darlegungen. i Amerikaniſche Kritik der deutſchen Finanznot Newyork, 14. Dez.(United Preß) Die„Newyorker Times“ erklären in einem be⸗ merkenswert optimiſtiſchen Artikel über die deutſchen Reichsfinanzen:„Warum bie Reichstagsmitglieder platt wurden, als ihnen Reichskanzler Müller die unerfreuliche Mitteilung von der ſchlechten Kaſſen⸗ lage machte, iſt ein Rätſel.“ Das Blatt betont, daß gar kein Grund zum Plattwerden vorhanden war, da die Mitglieder des Reichsparlaments ſich doch über die Finanzen in dem Bericht des Reparationsagen⸗ ten hätten orientieren können. Die Zeitung führt wörtlich aus:„Die deutſchen öffentlichen Finanzen befinden ſich keineswegs in einer kritiſchen, ja nicht einmal in einer ernſten Lage, dite außerordentliche Maßnahmen und Opfer nötig machen würden.“ Dann erklären„Newyork Times“, daß das De⸗ fött ungefähr 1600 Millionen betrage, welche Summe ſich nach der Erklärung des Reichskanzlers Müller während brei Jahren angeſammelt habe. Dieſer Be⸗ trag ſei nicht überwältigend, aber er müſſe durch Fleiß und Sparſamkeit liquidiert werben. Zum Schluß weiſt die Zeitung darauf hin, daß trotz der Sparvorſchläge für 1929/30 die Armee und Marine noch immer zuviel Geld ausgege⸗ ben hätten, in einem Lande, das beinahe keine Kriegsmarine und nur 100 000 Mann ſtehendes Heer hätte. Zaimis Staatspräſident — Athen, 14. Dez. Zafmis wurde zum Präſi⸗ denten der Republik gewählt. 140. Jahrgang— Nr. 582 Regierung Rückblick und Vorſchau Die Regierungs⸗ und Parlamentskriſis Hindenburg als Retter— Sofortprogramm und Reichsfinanzreſorm— Wo bleibt die Steuer⸗ ſenkung— Hoffnung auf den Sieg der Vernunft Der nachfolgende Aufſatz wurde in den heutigen Mittagsſtunden verfaßt, während die entſcheidende Abſtimmung im Reichstag erſt in der vierten Nach⸗ mittagsſtunde erfolgte.(D. Schriftl.) Man ſoll den Tag nicht vor dem Abend loben! Das iſt eine Mahnung, deren Beherzigung ſich im all⸗ gemeinen durchaus empfiehlt. Wir wagen es trotz⸗ dem, ſo optimiſtiſch zu ſein, auf einen glimpflichen Ausgang der ſchimpflichen Kabinetts⸗ und Parla⸗ mentskriſis zu hoffen, die dieſe ganze Woche über im Brennpunkt unſerer politiſchen und wirtſchaftlichen Erörterung geſtanden hat und noch ſteht. Bis geſtern abend freilich ſah es noch ganz ſo aus, als ob man aus der ſtickigen Atmoſphäre des Mißtrauens aller gegen alle, der allgemeinen Rat⸗ und Hilfloſigkeit und der dadurch völlig verfahrenen Situation, aus der ſich niemand mehr ſo recht auszukennen wußte, keinen anderen Ausweg mehr finden könnte, als den Rücktritt der Reichsregierung. Eine gründliche Umgeſtaltung und Beſſerung der Lage wäre allerdings auch dadurch nicht zu erwarten ge⸗ weſen. Denn, wie die Verhältniſſe liegen, hätte es ſich doch nur um eine Rekonſtruktion des alten Kabi⸗ netts nach Ausſchiffung des Finanzminiſters und vielleicht auch noch nach einer anderen Beſetzung des Kanzlerpoſtens handeln können. Der Kurs wäre der alte geblieben, weil es ja leider bei uns an einer regierungswilligen— und fähigen Oppoſition fehlt. In normalen parlamen⸗ tariſchen Staaten würde in einer ſolchen Kriſis, wie wir ſie jetzt die ganze Woche ſchaubernd mit angeſehen haben, das Parlament der Regierung wegen völligen Verſagens mit überwältigender Mehrheit das Miß⸗ trauen ausſprechen und noch am gleichen Tage würde das Staatsoberhaupt den Führer ber Oppoſtition mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragen. Bei unſeren völlig verworrenen Partetverhältutſſen kann ein ſolcher Ausweg aus bekannten Gründen nicht in Frage kommen. Ein Rücktritt der Regierung wärs nur Vergeudung koſtbarer Zeit geweſen. Trotzdem wäre es wahrſcheinlich dazu gekommen, weil es noch geſtern nachmittag und abends unmöglich erſchien, eine Mehrheit des Reichstags für das von der Regie⸗ rung gewünſchte Vertrauenswotum zuſtande zu bringen. So troſtlos lagen bie Dinge, als Reichspräſtdent Hindenburg den hart bedrängten Kabinettsmit⸗ gliedern zu Hilfe kam. Ohne daß er bewußt darauf hingearbeitet hätte, wurde Hindenburg wieder einmal der Retter aus ſchwerer Kriſis. Das Staatsbiner, das er für geſtern abend angeſetzt und zu dem er die Kabinettsmitglieder und bie Parteiführer geladen hatte, ergab eine ſehr be⸗ grüßenswerte Auswirkung. Durch das unmittelbare Beiſammenſein mit der wie die Verkörperung einer ſteten Mahnung zur beutſchen Selbſtbeſinnung und Einigkeit wirkenden Perſönlichkei t öteſes in Krieg und Frieden bewährten treuen Ekketharts des deut⸗ ſchen Volkes und durch die ganze friedvolle Atmoſphäre im Palais des Reichspräſidenten wurden die durch ein Uebermaß von Parteipolitik vergifteten Gemüter der Eingeladenen innerhalb kurzer Zeit geläutert und geſtärkt. So erhielten die für die Ueberwindung ber ſchweren Kriſts maßgebenden Perſönlichkeiten genügend Kraft und Verſtändigungs⸗ a bdedeufet das 0 Unseres neuen, IIlus ſirlerlen Romans Das Natel Naamooi der in dieser Ausgabe beginn. Die heutige Abendausgabe umfaßt 32 Seiten Nr. 582 2. Seite. Neue Mannheimer Zeitung(Abend ⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 willen, um ſich bei der im Anſchluß an das Staats⸗ diner für die Mitter nachtsſtunde feſtgeſetzten Beſprechung der Partetführer auf eine Formel für das von der Regierung verlangte Vertrauensvotum zu einigen. Wenn nun die Parteiführer nicht von ihren Par⸗ tejen im Stich gelaſſen werden, dann iſt die Kabi⸗ nettskriſis, die uns die ganze Woche ſo großen Verdruß bereitet hat, für diesmal überwunden. Das parlamentariſche Trauerſpiel ſelbſt geht jedoch leider weiter. Denn zufrieden mit dem Sofort⸗ rogramm des Reichskabinetts und den für die Geſtaltung der Reichsfinanzreform gegebenen bezw. nicht gegebenen Verſprechungen der Regierung iſt keine einzige der hinter der Regierung ſtehenden Parteien. Ganz zu ſchweigen von den Oppoſitions⸗ parteien aus Prinzip. Die Kaſſennot des Reiches iſt jedoch derartig kataſtrophal, daß die Regierungsparteien ſich wohl oder übel auch ohne Garantien für eine wirkliche Finanzreform zur Be⸗ willigung des Sofortprogramms bequemen müſſen. Denn nur dann, wenn neue Einnahmen geſchaffen werden, erhält das Reich den erheblichen Kredit, der nötig iſt, damit es die Beamtengehäl⸗ ter auszahlen und dem ſonſtigen Anſturm des Jahresultimos begegnen kann. In dem ſogenann⸗ ten Sofortprogramm der Regierung, an deſſen Be⸗ willigung durch das Parlament ihr offenbar mehr und dringlicher gelegen iſt als an einer gründlichen Finanzreform, werden deshalb zunächſt ein⸗ mal für 360 Millionen Mark neuer Einnah⸗ men geſchaffen. 220 Mill. Mark ſollen durch die Erköhung der Ta baſteuer und 120 Mill. Mark durch die einhalbprozentige Erhöhung der Beiträge zur Arbeitsloſenverſicherung hereinge⸗ bracht werden. Durch Bevorſchuſſung dieſer Bei⸗ träge kann dann das Kaſſendefizit für den Augen⸗ blick ausgeglichen werden. Wie es heißt, iſt dieſer Ueberbrückungskredit jetzt geſichert. Die amerika⸗ niſche Bankfirma Dillon, Read und Mendels⸗ john hat ſich dazu bereit erklärt. Es ſind dies die gleichen Geldgeber wie bei dem 50 Millionen⸗Dollar⸗ kredit, den das Reich im Sommer dieſes Jahres aufnehmen mußte. Wie man hofft, wird es möglich ſein, dieſe beiden Kredite in eine feſte und lang⸗ friſtige Anleihe umzuwandeln. Ueber die augenblickliche Atempauſe und die Ueberwindung der bei uns zur Weihnachtszeit ſchon traditionell gewordenen Regierungskriſts wird ſich freilich kein Menſch mehr hinwegtäuſchen können, daß die Hauptſache, die ſeit Jahr und Tag von der geſamten Wirtſchaft ſo dringlich geforderte Reichsfinanzreform, noch völlig unerledigt vor uns liegt und daß es deshalb noch zu ſehr ſchwe⸗ ren Parteikämpfen kommen wird. Aus der vor zwei Tagen vom Kanzler verleſenen Regierungserklä⸗ rung, in der es heißt, daß für das Programm der Reichsfinanzreform heute nur erſt die Grund⸗ s üÜge vorliegen und noch nicht„die entſprechenden Entwürfe“, geht leider klar hervor, daß Finanz⸗ miniſter Hilferding ſich noch immer nicht über ein hieb⸗ und ſtichhaltiges Finanzprogramm klar iſt. Von der Steuerſenkung, die ein unlösbarer Beſtandteil der Reichsfinanzreform ſein muß, und die insgeſamt eine Laſtenermäßigung von faſt zwei Milliarden bringen ſollte, iſt kaum noch die Rede. Nach der geſtrigen Bemerkung des ſozialdemokrati⸗ ſchen Parteiführers Breitſcheid ſieht es ſogar ſaſt ſo aus, als ob die Sozialdemokratie die Wirt⸗ ſchaft um die zugeſagte und ſo lebensnotwendige Herabſetzung der Steuerlaſten prellen wollte. Eine ſo unehrliche und kurzſichtige Parteipolitik müßte ſich bitter rächen und würde die ſchwerſten Folgen gerade für die Parteimitglieder der Sozialdemokra⸗ tie haben. Denn wenn unſere Wirtſchaft, die zweifel⸗ los im größter finanzieller Bedrängnis iſt und, wie wir täglich ſehen, fortwährend weiter abbröckelt, in immer größerem Ausmaße zum Stillſtand kommt, daun hätte die Arbeiterſchaft doch mit den allergröß⸗ ten Schaden davon. Schließlich wäre auch niemand mehr da, der die Hunderte von Millionen, die uns die Ar beitsloſenverſicherung koſtet, auf⸗ bringen könnte oder uns noch borgen würde. Doch wir wollen an dieſen politiſch und meteoro⸗ logiſch ſo trüben Tagen nicht trüber in die Zukunft 2232522—TTTT————.............ñ. (Telegraphiſche Meldung) Berlin, 14. Dez. Vor dem Amtsgericht Berlin Mitte ſtanden heute die erſten drei Beleidigungsprozeſſe gegen die„Rote Fahne“ anläßlich der Sklarekaffäre zur Verhand⸗ lung an. Angeklagt war in allen drei Fällen der verantwortliche Redakteur der„Roten Fahne“, der Köpenicker Bezirksverordnete Fir le. Kläger waren die Stadtverordnete Flat a u, erſter Vorſitzender der ſoztaldemokratiſchen Stadtverordnetenfraktion, Bu b⸗ litz, zweiter Vorſitzender u. Kril le, Schriftführer der Fraktion. Die„Rote Fahne“ hatte am 8. Oktober einen Ar⸗ tikel veröffentlicht, der überſchrieben war:„Die Korruptionsliſte der Freunde Skla⸗ reks“. Es handelte ſich um die bekannte Kleider⸗ liſt e, die damals veröffentlicht worden war, und die „Rote Fahne“ hatte die Namen der drei Kläger ein⸗ gefügt und entſprechende Bemerkungen dazu ge⸗ macht. Die drei Kläger erklärten, daß ſie nie bei den Sklareks gekauft und nie mit denſelben in Bezie⸗ hungen geſtanden hätten. Der Angeklagte gab auch zu, daß ihm ein Irrtum unterlaufen ſei, und daß die Vorwürfe unbegründet geweſen ſeien. Das Urteil lautete auf 500 Mk. Geldſtrafe oder zehn Tage Gefängnis für jede Beleidigung, alſo auf ins⸗ geſamt 1500 Mk. Geldſtrafe oder 30 Tage Gefängnis. blicken als es unbedingt nötig iſt und inmitten einer Kette von Kriſen immer noch optimiſtiſch genug ſein, um an den ſchließlichen Sieg der Vernunft in unſerer auf Gedeih und Verderb verbundenen deutſchen Schickſalsgemeinſchaft zu glauben. H. A. Meißner. Vor der Januar-Malstagung [Telegraphiſche Meldung) * Genf, 14. Dez. Die 58. Tagung des Völkerbundsrates, die am 13. Januar beginnt, und deren Tagung jetzt vom Generalſekretariat des Völkerbundes veröffentlicht wird, ſieht als wichtigſte Frage, die der Entſcheidung des Rates unterliegt, den Beſchluß über die Ein⸗ berufung einer Regierungskonferenz zum Abſchluß des europäiſchen Zollwaffenſtillſtandes vor. Das Wirtſchaftskomitee des Völkerbundes, das ein Vorprojekt für eine internationale Konvention in dieſer Frage ausgearbeitet hat, ſchlägt die Ein⸗ berufung der Regierungskonferenz bis zum 15. Je⸗ bruar vor. Bis zum 31. Dezember müſſen die Regierungen bekannt geben, ob ſie an dieſer Kon⸗ ferenz teilnehmen werden. Am Rat iſt es dann, nach Maßgabe der Zahl und der wirtſchaftlichen Be⸗ deutung der Teilnehmerſtagten die Konferenz nach Genf einzuberufen. f N Der Rat wird auch diesmal wieder die unga⸗ riſche Optantenfrage und eine Reihe neuer oberſchleſiſcher Minderheitenbeſchwer⸗ den behandeln. Neben den gewöhnlichen Verwal⸗ tungsfragen hat der Rat verſchledene Kommiſſionen zu ernennen, darunter 11 Juriſten für die An⸗ gleichung des Völkerbundes an den Kelloggpakt. Wahrſcheinlich wird er auch eine zweite Juriſten⸗ kommiſſion einſetzen für das Studium der Frage, in welcher Weiſe aus dem Internationalen Gerichts⸗ hof im Haag eine Beratungsinſtanz für die Schieds⸗ gerichte zwiſchen den verſchiedenen Staaten gebildet werden kann. Die Ratstagung wird von dem Vertreter Polens präſtdiert werden. Die polniſche Kabinettskriſe — Warſchau, 14. Dez. Die polniſche Kabinetts⸗ kriſe dauert noch an; ihr Ende iſt nicht abzuſehen. Der Block der polniſchen Parteien des Zentrums und der Linken veröffentlichte geſtern ein Kommu⸗ niqué, aus dem hervorgeht, daß dieſe Parteien be⸗ reit ſind, eine Regierung zu bilden und ihr die Mehrheit im Sejm zu ſichern. Es wird der Anſicht Ausdruck gegeben, daß eine ſolche Regierung eine ausreichende Mehrheit finden würde. Vlutgruppenforſchung und Kultur Von Dr. med. Heinrich Stadelmann Rätſelvoll ſind uns die Schickſalsläufe im Men⸗ ſchenleben. Warum wird bei einer Epidemie, wie Typhus oder Diphtherie, der eine Menſch von der Anſteckung betroffen und bleibt ein anderer im glei⸗ chen Hauſe mit jenem davon verſchont? Was hat es für einen Grund, daß ein Menſch leichter einer geiſtigen Umnachtung zum Opfer fällt als ein ande⸗ rer? Woher kommt es, daß die Menſchen ſich nach Nationen trennen und jeweils verſchiedene Kultu⸗ ren haben? Von den vielen Antworten darauf hat noch keine keſtlos befriedigt; denn alle dieſe Schickſalsfragen ſind nur Ausläufer des einen großen Welträtſels, vor dem wir uns in Beſcheidenheit beugen müſſen. Seit kurzem hat die Biologte ſich dieſer ſchickſal⸗ haften Vorkommniſſe im Menſchenleben angenommen und die Löſung von anderer Seite her verſucht. Die Blutgruppenforſchung, ſo jung ſie noch iſt, geht mit Erfolg Schritt für Schritt vor und beginnt Licht in ein Dunkel zu werfen. Sie befaßt ſich methodiſch mit der Ergründung von Veranlagung und Vererbung des Menſchen. Sie geht der Raſſen⸗ und Völkerfrage nach und konnte ſchon feſtſtellen, daß die Menſchen im nordweſtlichen Europa einen anderen Typus von Blutzuſammenſetzung aufweiſen als die im Südoſten Aſtiens. Man hält ſie im Hinblick auf den Nachweis der ſogenannten Faktoren 4 und B in den roten Blutkörperchen auseinander als A⸗Pol oder B⸗Pol. So gewinnt die alte Lehre von den Tempera⸗ menten, den Gemütsbewegungen und Leidenſchaften der Menſchen, die man ehedem mit der Blutmiſchung in Zuſammenhang brachte, im Lichte der Blutgrup⸗ peuforſchung eine neue Bedeutung. Ausdrücke, wo⸗ nach das Blut ſich gegen eine aufgedrungene For⸗ derung ſträubt oder ſich freimütig in einem erſten ügenblick zu einer Sache bekennt, ſowie die oft ge⸗ rauchte Redewendung von unauslöſchlichen Eigen⸗ chaften, die einem im Blute liegen, erfahren heute wiſſenſchaftliche Begründung. Die Seelenlehre gelangt zu einer Erweiterung durch dieſe junge biologiſche Wiſſenſchaft der Blut⸗ gruppenforſchung; Völkerpſychologie und Kultur⸗ geſchichte werden von ihr neu befruchtet. Sprechen ſich doch durch die Kultur die Tempera⸗ mente der Völker aus; deren Charakter und Neigun⸗ gen; Wünſche und Sehnſüchte offenbaren ſich in der Kultur eines Volkes; Leidenſchaften, Begehren und Gemütsbewegungen nehmen durch die Kulturwerke gleichnishafte Formen an. In der Sprache der Blut⸗ gruppenforſchung heißt das: Leiden und Freuden hängen mit der Blutart zuſammen; Menſchen und Völker bilden ihre Seelen⸗ und Geiſteswelt nach Maßgabe ihres Bluttypus aus und richten ihre Le⸗ bensführung darnach ein. Die durchaus andere Einſtellung der nordweſt⸗ lichen Völker Europas im Vergleich zu der der In⸗ der, beider verſchiedene Lebens⸗⸗ und Weltauffaſſun⸗ gen, ihre Kultur würden ſich, biologiſch betrachtet, auf die jeweils andere Blutzuſammenſetzung zurück⸗ führen laſſen. Somit werden die Menſchen und Völker ſchickſal⸗ haft von ihrem Blute aus zu gewiſſen Kulturformen im voraus beſtimmt. Aber auch das Land, das ein Volk ernährt, der Himmel, der ſich über ihm breitet, die Luft, die es be⸗ rührt, ſind Faktoren, die bei den Kulturwerken eines Volkes mitbeſtimmend ſind. Klima und kosmiſche Ereigniſſe wirken ſich im Kulturgeſchehen der Völker aus. Wenn man aber alle dieſe Einflüſſe der Umgebung als wirkſam für das kulturelle Geiſtesleben an⸗ ſpricht, darf man dabei nicht vergeſſen, daß ſie auch den Ausbau des körperlichen Organismus beſtimmen helfen und foglich auch für die Blutzuſammenſetzung ausſchlaggebend werden. So drängt ſich dem Kulturbiologen der Gedanke auf, daß in der Heimſtätte der Menſchen im Südoſten Aſiens die Menſchen gleichen Blutes waren und daß die nach dem nordweſtlichen Europa Abgewanderten unter den neuen Verhältniſſen eine andere Blutzu⸗ deren Kulturen führte. P ccc Acc f(c Sklarek-Beleidigungsprozeſſe Verurteilung wegen Beleidigung des Berliner Polizeipräſidenten Berlin, 14. Dez. Wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeipräſi⸗ denten Zörgiebel ſowie Aufforderung zum Landfriedensbruch hatte ſich am Freitag der verant⸗ wortliche Redakteur der„Roten Fahne“, Stei⸗ nicke, vor dem Schöffengericht Berlin Mitte zu ver⸗ antworten. Der Anklage lagen zwei Artikel im Dezember 1928 zugrunde, in denen dem Polizeiprä⸗ ſidenten vorgeworfen wurde, daß er ein„Provo⸗ kateur“ und ein„Begünſtiger des faſzi⸗ ſtiſchen Arbeitermordes⸗“ ſei. Das Gericht verurteilte Redakteur Steinicke zu einem Monat Gefängnis und 800 4 Geld⸗ ſtrafe. * Vorher war der Angeklagte vor dem gleichen Ge⸗ richt wegen Beleidigung von zwei Mitgliedern des Deutſchen Metallarbeiterverbandes, die in dem Blatt unter Veröffentlichung ihrer Bilder als„Streik⸗ brecher“ bezeichnet worden waren, zu 600 Mark Geldſtrafe verurteilt worden. London vom Hochwaſſer bedroht [Drahtung unſ. Londoner Vertreters) 8 London, 14. Dez. An der 20 Meilen langen Front der Londoner Uferböſchungen herrſchte geſtern fieberhafte Tätig⸗ keit. Eine Armee von Arbeitern war damit beſchäf⸗ tigt, neue Barrikaden aufzurichten, um die Dämme gegen den Anſturm der Flutmenge zu ſchützen. Die Kriſe iſt in der Nacht von Sonntag auf Montag zu erwarten, wenn eine ſtarke Springflut den ungeheuren Waſſermaſſen vom Ober⸗ lauf der Themſe entgegenkommen wird und in dem Londoner Abſchnitt des Fluſſes ſich zu ſtauen be⸗ ginnt. Neben den beſonderen Abteilungen der Po⸗ lizei und der Feuerwehr wurde auch eine Truppe von 4500 Pfadfindern alarmiert, die un⸗ aufhörlich die Themſeufer abpatrouillieren, um jedes Anzeichen eines Dammbruches ſofort zu melden. Der Waſſerſtand der Themſe hat jetzt das Kata⸗ ſtrophenniveau vom Januar 1928 bereits überſchrit⸗ ten. Im Oberlauf des Fluſſes haben zwar die Ueberſchwemmungen etwas abgenommen und einige der iſolierten Dörfer waren geſtern bereits wieder frei. Andererſeits iſt gerade der Londoner Teil des Fluſſes ſtäker als je angeſchwollen. So ſind bereits im Oſten von London mehrere Straßen überſchwemmt worden, doch befinden ſich dort keine Wohnhäuſer und es ſind keine Menſchenleben zu beklagen. Kleinere Ueberſchwemmungen dieſer Art finden unaufhörlich ſtatt. Bisher gelang es je⸗ doch in jedem Falle, die Böſchungen im letzten Augenblick durch Barrikaden zu verſtärken, ſo daß ausgedehnte Brüche vermieden wurden. Japaniſcher Schritt in Moskau (Telegraphiſche Meldung) London, 14. Dez.(Reuter.) Wie aus Tokio gemeldet wird, hat die japani⸗ ſche Regierung in Moskau ihre Un zufrie den⸗ heit mit dem Umſtand bekanntgeben laſſen, daß ihr nur dürftige Nachrichten über das Schickſal der japaniſchen Staatsangehörigen im beſetzten Teil der Mandſchurei zugegangen ſind, gleichzeitig hat die japaniſche Regierung nachdrücklich um ergänzende Einzelheiten in dieſer Angelegenheit erſucht und die Aufmerkſamkeit der Sowjetregierung auf die kürz⸗ lich erfolgte Erklärung des Sowjetbotſchafter in To⸗ kio gelenkt, in der geſagt wurde, es befände ſich kein ruſſiſcher Truppenkörper auf chineſiſchem Boden. Die japaniſche Regierung bemerkt dazu, dieſe Erklärung ſtehe anſcheinend im Widerſpruch zu den Tatſachen, da die Ruſſen die oſtchineſiſche Eiſenbahn beſetzt hielten. Letzte Meloͤungen Die mitteldeutſchen Sprengſtoffauſchläge — Mülheim(Ruhr), 14. Dez. Der verhaftete Kaufmann Robert Weyand aus Mülheim⸗Spel⸗ dorf iſt wieder aus der Haft entlaſſen worden.— Der Uhrmacher Rehling bleibt in Haft und wird nach Berlin überführt, da ſich die Verdachtsmomente gegen ihn verſtärkt haben. Folgenſchwere Schüſſe (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) D Berlin, 14. Dezember. Zu einem ſchweren Zuſammenſtoß zwiſchen Mit⸗ gliedern rechts⸗ und linksradikaler Gruppen iſt es heute nacht in Wilmersdorf gekommen. Es wurden dabei Schüſſe abgegeben, durch die ein 19jähriger Nationalſoztaliſt getötet, während ein anderer verletzt wurde. Zwei Leute, die in dem dringenden Verdacht ſtehen, die folgenſchweren Schüſſe ab⸗ gegeben zu haben, wurden feſtgenommen. Das Urteil im Reichsbahnbeſtechungsprozeß — Berlin, 14. Dez. In dem Reichsbahn⸗Beſte⸗ chungsprozeß, der ſeit mehreren Wochen die Sonder⸗ abteilung des Schöffengerichts Berlin⸗Mitte beſchäf⸗ tigt hatte, wurde heute mittag das Urteil verkündet. Der Direktor bei der Reichsbahn, Wilhelm Neu⸗ mann, wurde wegen paſſiver Beſtechung aus 8331 leinfache Beſtechung) zu 2500 Mark Geldſtraſe oder hilfsweiſe 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Wert der empfangenen Zuwendungen in Höhe von 5000 Mark wurde dem Staat für verfallen erklärt. Der Angeklagte Ingenieur Dr. Kämpfer wurde von der Anklage der aktiven Beſtechung freige⸗ ſprochen. Der Storch im Straßenbahnwagen * Berlin, 14. Dez. Ein nicht alltäglicher Vorfall hat ſich heute vormittag in einem Straßenbahn⸗ wagen zugetragen. Während der Fahrt durch die Schönhauser Allee wurde plötzlich eine Inſaſſin, eine 24jährige funge Frau, von einem Mädchen entbunden. Der ungewöhnliche Vorgang rief natürlich unter den übrigen Fahrgäſten lebhafle Be⸗ wegung hervor. Kind und Mutter wurden von einem Schupobeamten mittels Droſchke in das Virchow⸗Krankenhaus gebracht. Verhaftung einer deutſchen Wanderlehrerin in Polen * Warſchau, 14. Dez. Wie„Kurjer Poznanſki“ meldet, wurde in Neuendorf am Berge im Kreiſe Wreſchen die aus Bromberg ſtammende deutſche Wanderlehrerin Hedwig Fraß unter dem Vorwand, geheimen Schulunterricht erteilt zu haben, verhaftet. Es wird behauptet, Hedwig Fraß ſei von der Schul⸗ abteilung der Deutſchen Vereinigung im Sejm und Senat ausgeſandt worden, um ſchulpflichtigen Kin⸗ dern die deutſche Sprache zu lehren. Getreideſpeicher verbrannt — Minneapolis, 14. Dez. Durch eine Exploſion mit nachfolgendem Brand wurde hier ein Getreide⸗ ſpeicher, der 8000 Tonnen Weizen enthielt, ver⸗ nichtet. Der Schaden wird auf eine halbe Million chätzt. Dollar gef 20 Deulſthe Volkspartei Bezirksvereinsverſammlung Neckarau findet am Montag, 16. Dezember, abends 8½ Uhr, im Nebenzimmer der Wirtſchaft„Niſchwitz“, Fiſcher⸗ ſtraße 19, ſtatt. Redner: Stadtrat Pfarrer Valh⸗ Rheinau über:„Aktuelle politiſche Tagesfragen“. Donnerstag, 19. Dezember, abends 875 Uhr, im Nebenzimmer des„Sängerheim“, Riedfeldſtraße 25, Bezirksvereinsverſammlung Neckarſtabt. Gemeinſam mit dem Jungdeutſchen Orden ver⸗ anſtaltet die Reichsgemeinſchaft funger Volkspartei⸗ ler am Montag, 16. Dezember, abends 85⸗ Uhr, im großen Saale des Wartburg⸗Hoſpiz, F 4, 8/9 einen öffentlichen ſtaatsbürgerlichen Vortrag. b Der Vorſtanb. ſammenſetzung erhielten, die ihrerſeits wieder zu au⸗ In Gegenſeitigkeit mit ſeiner nahen und ſeiner fernen Weltumgebung baut ſich das Schickſal der ein⸗ zelnen Menſchen und der Völker aus. Die Beziehun⸗ gen des Menſchen zum All liefern Fäden zum Ge⸗ webe des Menſchenlebens, wie es im Alltag und in der Kultur zum Ausdruck kommt. Vermag auch die Blutgruppenforſchung nicht letzte Geheimniſſe zu entſchleiern, ſo iſt ſie doch berufen, in der Folge auch den Geiſteswiſſenſchaften, der Ge⸗ ſchichte und namentlich der Kulturgeſchichte neues Leben einzuflößen. Was ſchenke ich? Da ſteh ich nun, ich armer Tor, Und komm mir höchſt belämmert vor. Das Weihnachtsfeſt iſt vor der Tür, (Ich kann, bei Gott, gar nichts dafür!) Jedoch es iſt nun mal ſo Brauch, Man ſchenkt ſich was,— und ich tu's auch. Das heißt,— ich möchte gern was ſchenken, Braucht' man dabei nicht nachzudenken! Doch, kauf ich meiner Frau ein Kleid, So iſt es ganz beſtimmt zu weit, Und kaufe ich mit dieler Müh' Die von dem Sohn erhofften Ski, So bin ich ſicher, daß es gießt, Und nie von Schnee die Rede iſt. Um Tante Lina will ich werben, 98 Vielleicht rentiert ſich's mal beim Erben, Ich kaufe drum beim Antiquar Für ſie nen echten Samowar. Sie ſchickt ihn mit Proteſt zurück, Sie danke für ein olles Stück, Das ich wohl irgendwo erſteigert, Nun hab ich's,— Annahme verweigerk. Dem Patenkind der kleinen Grete, Erſtand ich eine Stabstrompete, Doch voll Verachtung und voll Hohn Sagt ſie:„heut bläſt man Saxophon!“ Ach, liebes Chriſtkind, ſage mir, Wie machen ſie es denn mit dir? Gehſt du denn mit der Mode immer, Trotz Tannenbaum und Kerzenſchimmer? Kurzum, ich habe Weib und Kind, Die mir ſehr lieb und teuer ſind, Ich habe Onkels, habe Tanten, Nen Kreis von reizenden Bekannten, Ich habe alles auf der Welt, Ein gutes Herz,— nur wenig Geld! Was ſchenk ich nur,— ich ſchenk ſo gern, Den lieben Damen und den Herrn, Gern Euerm Rat ich folgen will, Helft aus der Not dem armen T 511. Schulden ſind keine Haſen Balzac war Zeit ſeines Lebens ein armer Schlucker und von Gläubigern bedrängt. Alles, was er tat, um auch finanziell auf einen grünen Zweig zu kommen, ſchlug ihm fehl. Seine Druckerei ging pleite, Erzvorkommen auf Sardinen, an denen er Rechte erworben hatte, erwieſen ſich als Schwindel, und ſogar ſein Buch„Die Kunſt, ſeine Schulden zu bezahlen, ohne einen Pfennig Geld herzugeben“, brachte ihn nicht weiter. Bulzae litt unmenſchlich unter ſeinen Schulden; er machte ſich Sorgen und grämte ſich. Sein Freund Gozlan konnte das nicht begreifen:„Ich verſtehe nicht, warum Du Dir auch noch dieſe Sorgen machſt. Es iſt doch genug, wenn Deine Gläubiger ſich ſorgen!“ * Mutter und Kind.— Ein Tagebuch der Mütter für das Jahr 1930. Im? Verlage iſt auch der diesmal wieder bild⸗ und textmaßig gleichermaßen muſtergültig ausgeſtattete Jahreskalender von Adele Schrei⸗ ber erſchlenen. Ein Abreißkalender, der zugleich als Tagebuch der. Mutter Raum für Tagebuchaufzeichnungen enthält, deſſen Blätter alſo für ſpätere Jahre für die Mutter und ſpäter vielleicht für die erwachſenen Kinder einen Schatz von Erinnerungen darſtellen können. Jedes Blatt bringt Weſentliches über körperliche und geiſtige Er⸗ Peranm, Pflege des Kleinkindes, Geſundheitspflege der eranwachſenden, häusliche und Schulerziehung, Mutter⸗ und Kinderrecht und Erfahrungen anerkannter Erzieher. Sorgfältige Wiedergaben wertvoller Aufnahmen, Gemälde und Bildwerke, die Mutter und Kind, Leben und Spiel des Kindes zum Gegenſtand haben, machen den Kalender zu einer Quelle täglicher Freude..* f * . . Samstag, den 14. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗ Ausgabe) 3. Seite. Nr. 582 Unser neuer Roman mil dessen HAbdruet wir in dieser Ausgabe be- ginnen, bielel unseren besem etwas Neues durch seine Mlusſialionen. Sie sollen das Spannende der Handlung nod beleben. Die eigenariige Umgebung, in die der Noman fuhri, seine scarf herausgeurbeifeſen CHarakfere werden unsere eser bis zur lethlen Fort- sehung beschafligen. Eine Mitlelmeerteise, ein Besuch der dguplischen Honig sgraber, dis under von huksor als Hinter- grund fur die mysſeriose Hauplgestalt Numos/ werden sicherlich dankbar begrüßte Stunden der Ab- len ung und Hbregung in der Seit der langen Abende schaffen. Städtiſche Nachrichten Sonnenwiederkehr Nach einem alten Wort kommt die Sonne am Luciatage, dem 13. Dezember, von einer Reiſe zurück. Am Barbaratag, der auf den 4. Dezember fiel, wurde ſie fortgerufen. Sie ließ ſich vertreten. Damit das die Leute nicht erfahren, mußte die andere Sonne einen Schleier vor dem Geſicht tragen, wohl auch einen Flor, denn unſere liebe gute Sonne wollte ſich ſchön machen für Weihnachten, ſich putzen und ver⸗ füngen, damit ſie das Feſt der Lichter überhöhen kann mit ihrem goldenen Schein. * Es iſt kein Märchen, was ich da erzähle. Die Bauern wiſſen es ſo zu ſagen, und man konnte es auch in dieſem Jahr wieder beobachten. Dieſe neun Tage waren eine ſonnenloſe Zeit. Gedrückte Stim⸗ mung, Farbloſigkeit in Feld und Flur, ſchreiten wie in einer Wolke, die mit uns geht. Die Sonne braucht auch einmal eine Woche für ſich, dieſe ſchöne Frau, von der wir uns alle beſchenken laſſen müſſen. Und dann iſt ſie umſo freundlicher, gütiger und wärmer in ihrem Weſen. Das iſt mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. * Ich weiß es nicht, aber ich denke mir, daß ſie ins Meer hinuntertaucht und dort lange bleibt, denn auf dem Boden des Meeres iſt Dämmerung. Da ruhen die kriſtallenen Gebirge mit den Nixen, die die ver⸗ ſunkenen Schätze bewachen. Es ſind herrliche Schlöſſer mit wilden Gärten voll wilder Waſſer⸗ tiere, deren Augenlicht getrübt iſt. Zu ihnen geht die Sonne. Sie leuchtet durch die Tiefen des Meeres. Und wenn Schiffe darüberfahren, dann ahnen ſie nicht, daß unter ihnen ſich das Sonnengold miſcht mit dem Gold, das das Meer an ſich riß. * Kehrt die Sonne nach ihrer kleinen Feier in der lichtloſen Tiefe zurück, dann iſt ſie blank und blin⸗ krig, rein und neu. Ein paar Tage verſchleiert ſie ihr Geſicht, damit man nicht ſo bald den Wechſel und ihre Abweſenheit merkt, aber zur Winterſonnen⸗ wende zeigt ſie ihr ſchönſtes, reinſtes Lächeln, und dann werden die Menſchen ſo froh, daß ſie nieder⸗ knien möchten, um den Sonnenſegen ganz zu faſſen. — Ewig lächelnde Wiederkehr, Gnade der ſich er⸗ meuernden Jugend, immer wieder Friede und Freude auf Erden! E. G. * * Kbrperverletzungen. Nach vorausgegangenem Wortwechſel ſchlug geſtern nachmittag in einem Hauſe der Hanfſtraße in Sandhofen ein 38 Jahre alter Kraftwagenführer einem 16 Jahre alten Maſchinenſchloſſer mit einem Hammer auf den Kopf, wodurch dieſer einige ſtark blutende begeben mußte.— Geſtern abend ſchlug ein 22 Jahre alter Taglöhner auf der Sonnenſtraße in Sand⸗ hofen im Verlaufe eines Streites einem 22 Jahre alten Taglöhner mit einem harten Gegenſtand auf den Kopf. Vier lange Rißwunden waren die Folge. Volksbad Flugplatz Der Bürgerausſchuß bewilligt 513 000 Mk. zur Erbauung des Volksbades in der Neckarſtadt und 60 000 Mk. zur Erweiterung des Betriebs⸗ und Verwaltungsgebäudes des Flugplatzes Auf zwei Vorlagen, die in der geſtrigen Bürger⸗ ausſchußſitzung zu einer Diskuſſion Veranlaſſung gaben, iſt noch zurückzukommen. Die Fraktionen der Deutſchen Volkspartei und des Zentrums ſtimm⸗ ten geſchloſſen gegen die Bewilligung von 513000 für das dringend notwendige Volksbad in der Neckarſtadt, mit dem zugleich Räumlichkeiten für eine Mütterberatungsſtelle und eine Zweigſtelle des Fürſorgeamts geſchaffen werden ſollen. Sty. Dr. Moekel begründete den Abänderungs⸗ antrag der Zentrumsfraktion, von der Schaffung von Räumlichkeiten für die Zweigſtelle des Fürſorge⸗ amts Abſtand zu nehmen, mit der Motivierung, daß man die finanzielle Tragweite des Projekts nicht überſehen könne. Ebenſo ſeien die Auswirkungen einer Dezentraliſation der ſtädtiſchen Fürſorge in ſozialer und finanzieller Beziehung nicht abzuſehen. Die ſoztaldemokratiſche Stv. Frau Heiſer legte den Hauptnachdruck auf die dringende Notwendigkeit eines modernen Volksbades in einem ſo ſtark be⸗ völkerten Stadtteil wie der Neckarſtadt. Mit der⸗ artigen Einrichtungen würde auch der Fürſorgeetat entlaſtet, weil reichliche Badegelegenheit vorbeu⸗ gend wirke. Im Gegenſatz zum Vorredner hält die Rednerin die Schaffung einer Zweigſtelle für die ſtädtiſche Fürſorge für einen außerordentlich glück⸗ lichen Gedanken. Wenn man bedenke, daß allein 7200 Familien laufend unterſtützt würden, dann könne man ſich von dem Umtrieb im alten Kranken⸗ haus einen ungefähren Begriff machen. Sty. Dr. Martin, der Sprecher der Deutſchen Volkspartei, hegt bezüglich der Zweigſtelle des Fürſorgeamts die gleichen Befürchtungen wie der Stv. Dr. Moekel. Er rechnet die Ausgeſtaltung des Volksbades zu einem Bürohaus nicht zu den Maßnahmen, die in dieſer Zeit ſchwerer wirtſchaftlicher Depreſſion un⸗ bedingt notwendig ſind. Auf das Volksbad allein entfielen von der Bauſumme nur 100—120 000 l. Ein gleicher Betrag würde für das ebenſo dringend erforderliche Bad in der Schwetzingerſtadt aus⸗ reichen. Auf dieſe Weiſe wäre, wie er ausdrücklich betone, die Gelegenheit zu produktiver Arbeit, die zu ſchaffen ſeiner Fraktion angeſichts der herrſchen⸗ den Arbeitsloſigkeit beſonders am Herzen liegen müſſe, mindeſtens ebenſo groß, wie ſie der ſtadträt⸗ liche Antrag in der vorliegenden Form biete. Der kommuniſtiſche Stv. Böhler vertrat, indem er ſich grundſätzlich für die Vorlage ausſprach, unter ſchar⸗ fen Ausfällen gegen das Zentrum, die ihm einen Ordnungsruf durch den Oberbürgermeiſter ein⸗ Der Großſchiffahrtsweg Mannheim⸗Heidelberg Wie wir ſchon im geſtrigen Mittagsblatt melden konnten, wird die neugeſchaffene Groß⸗ ſchiffahrtsſtraße auf dem kanaliſierten Neckar zwiſchen Mannheim und Heidel⸗ berg am morgigen Sonntag durch einen Schlepp⸗ zung des Rhenania ⸗ Rheinſchiffahrts⸗ Konzerns eröffnet. Das am Rhein und Main erprobte Schraubenbugſierboot„Eliſa⸗ beth“ der Rhenania Schiffahrts⸗ und Speditions⸗ Geſellſchaft Mannheim, der Zentrale des Rhenania⸗ Rheinſchiffahrts⸗Konzerns, tritt an dieſem Tage ſeine erſte Neckar⸗Bergfahrt an. In ſeinem Anhang befindet ſich der Kahn„Neptun“, 1353 To. groß, der zu der Serie der Neptun⸗Kähne gehört, die der Rhenania⸗Konzern im Jahre 1925 als Spe⸗ zialſchiffe für den Verkehr auf den neugeſchaffenen Großſchiffahrts⸗Kanalſtraßen hat erbauen laſſen. Der Kahn hat eine Ladung Weizen, die für die Wunden davontrug und ſich in ärztliche Behandlung Herrenmühle vorm. C. Genz A.., das bekannte Mühlenunternehmen in Heidelberg, beſtimmt iſt. Durch den Ausbau des Neckarkanals hat dieſe nun⸗ mehr, wie die übrigen ſüddeutſchen Mühlen, direkte Verbindung mit den Rheinſeehäfen. Eigene Um⸗ ſchlagseinrichtungen fördern das zur Lagerung be⸗ ſtimmte Getreide in die vorgeſehenen Silos. trugen, den Standpunkt, daß die Zweigſtelle des Fürſorgeamts in der Neckarſtadt lediglich zur Be⸗ ſpitzelung der Fürſorgeempfänger geſchaffen werden ſolle. Stv. Dr. Wolfhard unterſtrich die Bewilli⸗ gungsfreudigkeit der Demokraten mit der Bemer⸗ kung, daß er die widerſpruchsloſe Annahme der Vor⸗ lage erwartet habe. Im Gegenſatz zu Dr. Martin ſtellte er feſt, daß das Volksbad 220 000/ koſte. Bei⸗ geordneter Ziz ler ſetzte ſich begreiflicherweiſe ſehr energiſch für die Vorlage ein. Um in R 5 genügend Platz zu ſchaffen, hätte man 350—400 000/ aufwen⸗ den müſſen. Aus rein wirtſchaftlichen Erwägungen hat man ſich zu der Kombination in der Neckarſtadt entſchloſſen. Bütrgermeiſter Böttger ſekundierte kräftig dem Vorredner. Die Geſchäfte des Wohlfahrtsamtes hätten ſich in einer ungeahnten Weiſe erweitert. Am letzten Mitwoch ſeien in einer Unterſtützungsabteilung mit vier Beamten 175 Per⸗ ſonen vorſtellig geworden. 1000 Menſchen ſtrömten an einem Tage über die Treppen und Korridore des Fürſorgeamts. Die Beamten ſeien an manchem Tag an der Grenze angelangt, an der die Nerven zu verſagen beginnen. Es handle ſich bei der Vorlage lediglich um eine räumliche Dezentraliſation. Eine Aenderung des Syſtems ſei nicht beabſichtigt. Der Redner wandte ſich gegen den Zentrumsantrag und ſchloß mit der Bitte um Annahme des ſtadt⸗ rätlichen Antrages. Nach einer Gegenbemerkung des Stv. Dr. Moekel wurde der ſtadträtliche Antrag gegen die Stimmen des Zentrums und der Volks⸗ partei angenommen. Erweiterung des Betriebs⸗ und Verwaltungs⸗ Gebäudes auf dem Flugplatz Gegen dieſe Vorlage, die 60 000% anforderte, fuhren die Kommuniſten ihr ganz ſchweres Abwehr⸗ geſchütz auf. Stv. Herzog ſtellte unter allgemeiner Heiterkeit feſt, daß die Flugplätze nichts anderes als das Aufmarſchgebiet gegen Sowjet⸗Rußland ſeien. Die Sty. Robert Haas Dem.) und Lenel(D. Vp.) ſetzten ſich warm für die Vorlage ein. Es beſtehe die Gefahr, daß wir im Flugverkehr, der der Verkehr der Zukunft ſei, zu kurz kommen, wenn man nicht an den Ausbau des Flugplatzes denke. Die Ver⸗ hältniſſe im Mannheimer Eiſenbahnverkehr ſollten davor zurückſchrecken, Verſäumniſſe zuzulaſſen, die nicht mehr gutzumachen ſeien. Die Vorlage wurde hierauf gegen die Stimmen der Kommuniſten an⸗ genommen. Sch. Der Schleppzug ſetzt ſich am Vormittag gegen 9 Uhr in Bewegung und wird gegen 2 Uhr nach⸗ mittags in Heidelberg erwartet. Wir wünſchen die⸗ ſem erſten neuen Verkehrszuge eine glückliche Fahrt und hoffen, daß mit der nunmehr erfolgten Eröff⸗ nung der neuen Waſſerſtraße für große Fahrzeuge die wechſelſeitigen Beziehungen zwiſchen den beiden Nachbarſtädten Mannheim und Heidelberg zum Vor⸗ teil der anſäſſigen Handels⸗ und Induſtrieunter⸗ nehmen weiterhin gefördert werden. * * Beinbruch bei einer Rettungsmaßnahme. Ge⸗ ſtern abend wollte vor S 1 ein Mann eine ſchwer⸗ hörige Dame vor den Rädern eines ſehr ſchnell fah⸗ renden Autos retten. Dabei wurde der Retter von einem Radfahrer ſo ungeſchickt angefahren, daß er ſtürzte und ſich einen rechten Oberſchenkel⸗ bruch zuzog. Die Dame, die mit dem Schrecken davongekommen war, nahm ſich des Verletzten an. * 85. Geburtstag. Am morgigen Sonntag be⸗ geht Frau Charlotte Bitz geb. Wagner ihren 85. Geburtstag. Die Greiſin iſt noch äußerſt rüſtig und das älteſte Mitglied des neuen Alters⸗ heims auf dem Lindenhof. * Sturmſchäden im Waldpark. In der Nacht auf Freitag wurden durch den Sturm im Waldpark etwa 12 Bäume umgelegt. Anſilte und Leichtſinn Es muß, trotzdem der Zirkus Sarraſani noch nicht ganz aufgebaut iſt, ſchon vor einer Unſitte gewarnt werden, die beſonders in den Abendstunden Platz ge⸗ griffen hat. Junge Burſchen und ſogar ſchulpflichtige Kinder überklettern die rings um den Meßplatz füh⸗ renden Abſperrzäune. Können ihre Neugierde nicht bezüähmen und machen ihre Exkurſionen über den Platz. Das Perſonal kann ſeine Augen auch nicht überall haben und da die Jugend es verſteht, ſich dort einzuſchmuggeln, wo gerade keine Aufſicht iſt, ſo ge lingt meiſtenteils ihr Streifzug. Beſonders muß die Gefahr bei den Aufbauarbeiten betont werden. Ge⸗ ſchieht wirklich ein Unglück, dann wird den Arbeitern die Schuld gegeben. Ferner muß davor gewarnt werden, in die Nähe der Stallungen und beſonders der im Freien ſtehenden Bärenkäfige zu gehen. So wurde geſtern abend ein Mann beobachtet, der durch eine Lücke ſchlüpfte und mit ſeinem etwa 1 jährigen Kind() ganz nahe an den Eisbärenkäfig ging. Das Abſperrſeil in etwa ein Meter Abſtand vom Käfig hat er gar nicht beachtet, ſondern ging direkt vor die Git⸗ terſtäbe. Welch ein Unglück hätte hier geſchehen kön⸗ nen. Solange wird man doch wirklich noch warten können, bis der Zirkus zur Beſichtigung freigegeben wird. Man möge bedenken, daß das Betreten des Platzes ſtreng verboten iſt. V * * Das Thereſien⸗ Krankenhaus iſt am kommenden Montag und Dienstag von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags für die allgemeine Beſich⸗ tigung freigegeben. * Wiederaufnahme der Neckarſchiffahrt. Nachdem die Neckarſchiffahrt faſt fünf Monate lang wegen Kleinwaſſers eingeſtellt war, wurde ſie am Donners⸗ tag wieder aufgenommen. Die reichlichen Regenfälle 5 der letzten Tage haben bewirkt, daß der Fluß noch weiter anſteigt. * Zwei Schuldirektoren verunglückt. An der Ein⸗ biegung der Planken in die Straße zwiſchen C3 und 4 wurden geſtern abend ein 56 Jahre alter Rektor einer hieſigen Fortbildungsſchule und ein 60 Jahre alter Gewerbeſchuldirektor, die die Straße Ds und 4 überqueren wollten, von einem Mietkraft⸗ wagen angefahren. Der Rektor wurde an der rech⸗ ten Hand verletzt und klagte über ſtarke Schmerzen im rechten Unterſchenkel, während der Gewerbeſchul⸗ direktor eine Prellung der linken Schulter und einen leichten Nervenchock davontrug. * 25 Jahre ſtädtiſcher Beamter. Am kommen⸗ Montag ſind es 25 Jahre, daß Herr Fr. Aug. Diehl, Seckenheimer Anlage, als Stadtſekretär in Dienſten der Stadtgemeinde tätig iſt. Herr Diehl, früher 13 Jahre beim ſtädt. Schlachtviehhof tätig, gehört jetzt zum Perſonal der Städt. Waſſer⸗, Gas⸗ und Elek⸗ trizitätswerke. Perſonalveränderungen in Baden Verſetzt wurde Verwaltungsaſſiſtent Karl Schröder beim Bezirksamt Lörrach zum Miniſte⸗ rium des Innern, die Juſtizoberſekretäre Wilhelm Lackner beim Landgericht Karlsruhe zum Amts⸗ gericht Wolfach und Karl Braunſtein bei der Direktion des Landesgefängniſſes Freiburg zur Di⸗ rektion des Erziehungsheims Schloß Flehingen. Schluß des redaktionellen Teils wer gesunde Verdauung hal, fühlf sich wohl Die Verdauungsübel, die den Nährwert der Speisen beeinträchtigen, können empfindliche Leiden und Störungen im Organismus mit sich bringen. Um gut zu verdauen, nehmen Sie einen halben Teelöffel voll Biserirte Magnesia in etwas Wasser und zwar nach der Mahlzeit oder sobald sich Schmerzen fühlbar machen. Die Mehrzahl der Magenstörungen, wie Sodbrennen, Gefühl des Vollseins, saures Aufstoßen, Druck im Magen, schlechte Verdauung, haben ihren Ursprung in einem Ueberschuß an Magensäure. Biserirte Magnesia neutralisiert durch re Zu- sammensetzung diesen Ueberschuß, verhindert Magenbeschwerden und verschafft gute Verdauung,. von der das Wohlbefinden abhängt. In allen Apo- theken in Pulver- oder Tablettenform erhältlich. Schneewillchen 1929/ 30 Märchen am rollenden Band von Puck Weihnachten naht! Großmutter im Bubikopf, beſeelt von dem Wunſche, den Anforderungen der ſogenannten neuen Zeit gerecht zu werden, erzählt den Märchen vom Schneewittchen und den Zwergen 5 Es war einmal eine Königin, die durch die ewigen Aufwertungsprozeſſe und die Verhandlungen über die Abfindungsfrage ſehr verärgert war. Dazu lehle bei ihr noch eine Stiefnichte, die nicht nur ſehr ſchön, ſteben Kleinen das ſondern auch in ihrem ganzen Gehaben einfach un⸗ möglich war. Sie weigerte ſich z.., ihr, langes Haar, das in ſeiner Farbe an das vom Geldmarkt verſchwundene Gold erinnerte, ſchneiden zu laſſen. Sie ſpielte weder Tennis noch Bridge. Ihre Wangen hatten ein unmodernes, herausforderndes Rot, das ſie nicht überpudern wollte. In Anlehnung an Kindermärchen der Vorkriegs⸗ zeit hatte man ihr den Spottnamen Schneewittchen gegeben! Nun hatte die Königin auf einer Kunſtauktion einen Zauberſpiegel mit Sprechapparat gekauft, der aus der Zeit Ludwigs des Vierzehnten ſtammen ſollte und als Vorläufer des Tonfilmes gelten konnte. Dieſer Zauberſpiegel kündete der Königin einem Morgens, als ſie ihre rhytmiſche Gymnaſtik beendet hatte, daß ihre Annahme, die Schönſte im Land zu ſein, durchaus irrig war. Er ſang: O, my Darling, wie bin ich froh! My heart iſt ganz aus Rand und Band, denn Miß Schneewittchen iſt, oh, oh,— die Schönſte hier im ganzen Land! Darob ergrimmte die Königin ſehr und beſchloß in ihrem ſchwarzen Herzen, Schneewittchen unſchäd⸗ lich zu machen. Sie hatte einen verläßlichen Chauf⸗ feur namens Karl Waldmüller. Sie gab ihm, nach⸗ dem ſte ihn ins Vertrauen gezogen hatte, den Be⸗ als Flapperkopf fehl, Schneewittchen bet einer Ausfahrt inmitten eines tiefen Waldes einfach auszuſetzen. Und eines Nachmittags gab die Königin Schneewittchen den Auftrag, mit Waldmüller in die Stadt zu fahren, um Einkäufe zu beſorgen. Nichtsahnend ſetzte ſie ſich in den von Waldmüller geſteuerten Wagen. Anſtatt den Weg zur Stadt zu wählen, raſte Waldmüller mit vierter Geſchwindigkeit in das flache Land hinein. Schneewittchen wurde ſtutzig. Sie konnte indeſſen wegen der Schnelligkeit nicht ſprechen und mußte ſich in den Kurven, die Waldmüller mit min⸗ deſtens 60 Kilometer Geſchwindigkeit nahm, feſt⸗ halten, um nicht aus dem Wagen herausgeſchleudert zu werden. Es war ſchon dunkel! Ein Wald tat ſich auf. Der letzte Verkehrsſchutz⸗ mann hatte ſchon vor einer guten Stunde warnend mit den Armen gerudert. Unheimlich dunkel war es. Weiter und weiter ging es. Die Nacht brach herein. Plötzlich hielt der Wagen mit einem derartigen Ruck, daß Schneewittchen mit dem Kopf faſt durch die Windſchutzſcheibe geflogen wäre. In ihrer Angſt benutzte ſie die Gelegenheit, um aus dem Wagen zu ſpringen. Im gleichen Augenblick aber raſte der un⸗ getreue Waldmüller aber auch ſchon wieder davon, und mit ſtarrem Schrecken ſah Schoeewittchen das Schlußlicht des Wagens kleiner und kleiner werden, bis es zuletzt wie ein Irrlicht in der tiefen Dunkel⸗ heit entſchwunden war. g Schneewittchen, die nicht wußte, um was es ſich handelte, machte ſich jetzt auf den Weg, um das nächſte Dorf zu erreichen. Sie verſpürte einen empfindlichen Hunger, denn die geizige Königin führte, um ihre ſchlanke Figur nicht zu verlieren, einen fettarmen Tiſch, den ſie in der Woche noch um drei fleiſchloſe Tage mehr entfettete. Schneewittchen ſah plötzlich inmitten des Waldes ein Licht. Mit einem Freudenſchrei ſprang ſie darauf au. Sie ſah eine kleine Tür, die in einen niebern Raum führte. In dem Raum ſtand ein mit ſieben Tellern gedeckter Tiſch. Auf den Tellern lag je ein Stück Toaſt, ſowie eine winzige Kalbshaxe. Sieben Becher mit Wein ſtanden daneben. An der Wand ſah ſie fieben kleine Bettchen, ſo daß ſich Schneewitt⸗ chen wie in einem verzauberten Wunderland vor⸗ kam. Kein Menſch war zu ſehen. Schneewittchen dachte, daß vielleicht jugendliche Pfadfinder ſich hier ein heimliches Wochenendhäuschen gebaut hätten! Der Hunger übermannte ſie, und im Nu waren die ſtieben Kalbshäxlein verſchwunden. Die ſieben Be⸗ cherlein wurden geleert, und Schneewittchen fühlte nach all den Aufregungen eine verſtändliche Müdig⸗ keit, ſo daß ſie ſich auf den Boden legte, nachdem ſie die ſieben Puppenkiſſen aus den Bettchen genom⸗ men hatte, um ihren müden Kopf darauf zu betten. Sie ſchlief bald ein; wurde indeſſen roh durch den Lautſprecher geweckt, der gerade die Preſſemel⸗ dungen weitergab. Zu ihrem Erſtaunen vernahm ſie jetzt, daß ſie infolge eines Autounfalls in einen reißenden Fluß geſchleudert und ertrunken oder fort⸗ getrieben ſei. Jetzt fiel es ihr wie Schuppen von den Augen und ſie erkannte die Ränke der Stieftante. Weinend ſchlief ſie ein. 5 Als die ſieben Zwerge,— um niemand anders handelt es ſich,— zurückkamen, waren ſie erſtaunt, in ihrem Eßzimmer eine unbekannte Dame ſchlafend zu finden. Der Betriebsrat der Zwerge trat zuſammen und beſchloß, die Dame ſchlafen zu laſſen und ſie vielleicht ſpäter zu veranlaſſen, ihnen den Haushalt zu führen, zumal ſie als Junggeſellen doch über manches zu klagen hatten. Es gab ja nicht viel Arbeit bei ihnen. Dampfheizung, warmes Waſſer und Staubſauger waren vorhanden. Das Geſchirr wurde elektriſch geſpült. Aber es fehlte doch die ſorgende, weibliche Hand. Als Schneewittchen erwacht war, machte ihr der Betriebsratsvorſttzende einen entſprechenden Vor⸗ ſchlag, der auch angenommen wurde, zumal man ihr ein gutes Monatsgehalt und Ausſicht auf eine ſionsberechtigte Lebensſtellung bot. Die Königin indeſſen war glücklich, daß Wald⸗ müller ihren Auftrag ausgeführt hatte. Sie ſchenkte ihm eine Schachtel Zigaretten und einen von ihrem verſtorbenen Herrn Gemahl eigenhändig getragenen Schlips. Sie war jedoch erboſt, daß der Zauber⸗ ſpiegel am nächſten Morgen den Schlagerrefrain wiederholte, woraus ſie ſchloß, daß Schneewittchen noch am Leben ſei. Sie ließ ſich daher von Wald⸗ müller den Weg erklären und ſuchte, als weiblicher Wandervogel verkleidet, ihre Stiefnichte auf. Obwohl die Zwerge hatten, in ihrer Abweſenheit keinen Menſchen herein zu laſſen und ihr geraten hatten, ſelbſt mit dem Ge⸗ richtsvollzieher nur durch die verſchloſſene Tür zu verhandeln, konnte Schneewittchen es ſich nicht ver⸗ ſagen, zu öffnen, als es am nächſten Morgen klopfte. Ein weiblicher Wandervogel bat um ein Glas Waſſer und die beiden Damen kamen in ein Ge⸗ ſpräch. Im Laufe der Unterhaltung bot die Fremde Schneewittchen ein paar Pralinen und Kognakbohnen an, die ſie nichtsahnend annahm. Sie ſank aber wie tot um, und mit einem Hohn⸗ lachen entfernte ſich der herzloſe Wandervogel. Jetzt wußte die Königin, daß ihre Nichte tot war, denn ſie hatte die Pralinen mit Methylalkohol und Salzſäure gefüllt! a Die Zwerge kamen nach Haus und fanden Schnee⸗ wittchen entſeelt auf dem Boden liegen. Sie erhoben ein großes Geſchrei und telephonierten an die Ret⸗ tungswache, die auch ſofort mit einer Magenpumpe zur Stelle war und Schneewittchen auf dieſe Weiſe wieder ins Leben zurückrief. Schneewittchen reichte durch den Rechtsanwalt Dr. Meſſerſcharf Klage gegen die Königin ein, die in dritter Inſtanz nach ſieben Jahren zu ihren Gunſten deu Schneewittchen gewarnt entſchieden wurde. Sie erhielt eine lebenslängliche Rente zugeſprochen. Die Königin aber erhielt wegen verſuchten Mor⸗ des eine längere Freiheitsſtrafe. Schneewittchen heiratete einen bekannten Großinduſtriellen und wenn ſie noch nicht geſtorben iſt, ſo lebt ſte heute noc, 4. Seite. Nr. 582 Neue Mannheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 Innenbeleuchtung der Gebäude Ein gelungenes Experiment in Aachen Die Anſtrahlung von Gebäuden bei feſtlichen Anläſſen iſt während der letzten Jahre in Deutſch⸗ land zur großen Mode geworden, ſo daß ſchon wieder neue Methoden geſucht werden. Der Aachener Dom⸗ baumeiſter Profeſſor Buchkremer hat gelegentlich der Befreiungsfeier den erfolgreichen Verſuch unter⸗ nommen, das alte Münſter Karls des Großen ein⸗ mal nicht anzuſtrahlen, ſondern von innen zu er⸗ hellen, indem er hinter den Fenſtern ſehr licht⸗ ſtarke Lampen anbrachte. Das Münſter bot mit ſeinen hellſtrahlenden Fenſtern im Gegenſatz zu dem dunklen Mauerwerk ringsum einen überaus im⸗ poſanten Anblick. Der Eindruck war vielleicht noch ſtärker als bei der früher angewandten Anſtrahlung mit Flutlicht. Namentlich die Glasgemälde der rieſigen Fenſter des gotiſchen Chors wirkten über⸗ wältigend ſchön. RDV. 5 * Warnung vor einem Erbſchaftsbetrüger. In den letzten Wochen iſt in Nürnberg ſowie in verſchiede⸗ nen Städten Norddeutſchlands ein Betrüger aufge⸗ treten, der ſich als Gerichtsbeamter des zuſtändigen Amtgerichts ausgibt und erklärt, die Familie habe eine unerwartete Erbſchaft in Ausſicht, die Beträge, die bei einer Bank hinterlegt ſeien, würden aus⸗ bezahlt, ſobald die von ihm vorgelegte Gerichtskoſten⸗ rechnung über 700/ beglichen ſei. Auf dieſe Weiſe hat ſich der Betrüger anſehnliche Beträge erſchwin⸗ delt. Der Schwindler wird folgendermaßen beſchrie⸗ ben: 30 bis 40 Jahre, ca. 1,75 Meter groß, kräftige Geſtalt, volles rundes Geſicht, geſundes Ausſehen, dunkles Haar, kleiner geſtutzter Schnurrbart, ſchwarze Augen, auffallend weiße Zähne, dunkler Mantel, braune Schnürſchuhe. Das bad. Landespolizeiamt warnt vor dem Betrüger und bittet, bei Auftauchen die Polizei oder Gendarmerie zu verſtändigen. Partei⸗Nachrichten Aus der Deutſchen Volkspartei Der Bezirksverein Feudenheim der D. V. P. hielt am Mittwoch im„Schwanen“ eine gutbefſuchte Mit⸗ gliederverſammlung ab. Der rührige Vorſitzende, Stadtverordnete Merck, begrüßte die zahlreich Erſchie⸗ nenen und erteilte das Wort dem Redner des Abends, Stadtrat Rektor L. Haas, der über aktuelle kom⸗ munalpolitiſche Fragen ſprach. Der Redner ſchil⸗ derte eingangs ſeiner nahezu zweiſtündigen Ausführungen in einem Rückblick die Folgen des verlorenen Krieges, die ſich für die Stadt Mannheim ſehr nachteilig auswirkten. Dazu das unbegreifliche Verhalten der Reichsbahn und die ungünſtige Lage Mannheims an der Dreiländerecke. Ein⸗ gehend wurden die kommunalen Wirtſchaftsbetriebe geſchil⸗ dert, ebenſo die kulturellen Aufgaben, wobei in der Frage des Nationaltheaters die Haltung der D. V. P. einmütig gebilligt wurde. Einen breiten Raum in den Aus⸗ führungen des Redners nahmen auch die ſozialen Einrich⸗ tungen und die Boden⸗ und Wohnungspolitik der Stadt ein. Reicher Beifall wurde dem Redner für ſeine intereſſanten Ausführungen zuteil. An den Vortrag ſchloß ſich eine rege Dis kuſſion an, die mancherlei Wünſche und Anliegen brachte. Erſt ſpät nach Mitternacht ging man auseinander. Voranſtaltunge Austellung der evangeliſchen Nähſchule der Friedenskirche Die Kirche unſerer Tage redet und predigt nicht nur. Das weiß jeder, der mit ihrer Arbeit und ihrem mannig⸗ fachen Tun in irgend einer Beziehung ſteht. Sie geht in den Alltag und arbeitet für den Alltag. Davon zeugt auch die Ausſtellung, die die evangel. Nähſchu le der Friedenskirche von heute bis Montag veranſtaltet. Es handelt ſich um Arbeiten, die im Laufe des letzten Jahres von den Schülerinnen angefertigt wurden. Wer die Ausſtellung beſucht, wird ſich freuen über den guten Geſchmack, den die einzelnen Gegenſtände verraten und er wird das Geſchick bewundern, mit dem hier mit einfachen Mitteln Erſtaunliches geleiſtet wurde. Und das vom Stopfen und Flicken an bis zur feinſten Stoffmalerei! Man kann der Leiterin Frl. Eß, zu der ganzen Veranſtaltung nur beglückwünſchen. Den Schülerinnen aber gebührt nicht minder Anerkennung, daß ſie ſo pünktlich und gründ⸗ lich gearbeitet haben. Zum Beſuch der Ausſtellung iſt jedermann eingeladen. Sie kann morgen, Sonntag von 116, und am Montag von n Uhr im Konfirmandenſaal, Augartenſtr. 62, beſucht werden. Dr. B. Vortragsabend der Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler und des Inngdeutſchen Ordens Erfreulicherweiſe vollzieht ſich in unſerer deutſchen Jugend ein immer ſtärker werdender Aufmarſch, der in unſerer heutigen Zeit aus Verantwortungsbewußtſein den Kampf gegen den jedes Gemeinſamkeitsbewußtſein, zer⸗ ſtörenden politiſchen Radikaltsmus aufnimmt. So hat ſich vor allen Dingen in der„Reichsgemeinſchaft funger Volks⸗ partetler“ ſolch eine ſelbſtändige, feſtgeſchloſſene Kampf⸗ formation gebildet. Ihr ſcharf umriſſenes Ziel iſt ſeit den großen Reichstagungen in Berlin und Eiſenach die nationale und ſoziale Volksgemeinſchaft. Dieſem großen Biele ſtrebt auch der Jungdeutſche Orden zu. Mehr be⸗ grüßenswerter iſt es, daß beide Mannheimer Gruppen am kommenden Montag im großen Saale des Wartburg⸗ hoſpizes einen gemeinſamen ſtaats bürgerlichen Vortragsabend veranſtalten. Probedirigieren im Pfalzbaukaffee Gin Dutzend Gaſtdirigenten und Dirigentinnen auf ein⸗ mal! Dieſe luſtige Veranſtaltung hatte eine große Hörer⸗ ſchaft ius Pfalzbaukafſee Ludwigshafen geſtern abend ge⸗ lockt. Die witzigſten Kandidaten wurden in geheimem „Volksbegehren“ vom Cafetier G. Ottmann mit Preiſen ausgezeichnet; an erſter Stelle die Herren Zentgraf und Pfiſter⸗ Frankenthal. Die tüchtige Hauskapelle Boſſe, deren Muſiker ſich auf ſe drei Inſtrumenten hören ließen, zeigte ſich allen Anforderungen gewachſen. Der Abend wird am Freitag wiederholt. * 1 Nationaltheater Mannheim. Abonnement A! Im Spielplan unſerer heutigen Samstag ⸗Mittagsausgabe wurde die Vorſtellung„Fideliv“ unter Miete D 16 aufge⸗ führt. Es muß richtig heißen: A Nr. 15. * Militärkongert im Roſengarten. Obermuſikmeiſter Wilhelm Löber, der mit dem Muſikkorps des 1. heſſiſchen Grenadierbatafllons aus Gleßen am morgigen Sonntag im Nibelungenſaal des Roſengartens ein einmaliges Militärkonzert zur Durchführung bringt, eröffnet ſein Programm mit zwei berühmten Armeemärſchen, dem Marſch des Norkſchen Korps von Beethoven und dem „Sedan marſch“. In bunter Reihe folgen dann große Konzertnummern, Opern⸗ und Operettenfantaſien. Der zweite Programmteil iſt mit Verwendung von Herolds⸗ trompeten und Keſſelvauken teilweiſe hiſtoriſch gehalten. Hier dürften die älteſte Aufzeichnung des„Prinz Eugen“ aus dem 15. Jahrhundert beſonderes Intereſſe erwecken. Ein militäriſches Tongemälde beſchließt die Veranſtaltung, bel Bewirtſchaftung und kleinen Preiſen ſtaktfindet. politiſchen Einſtellung der Einzelnen ſehr verſchie⸗ Mannheimer Erinnerungen Von Dr. John Guftav Weiß, Eberbach (Sch lu ß) Mannheim hatte ſchon ſeit einer ganzen Reihe von Jahren Gas, aber deſſen Benutzung für Privat⸗ haushaltungen hatte ſich noch recht wenig durchgeſetzt. Da herrſchte immer noch die Rüböllampe. Bis wann? Vergeblich beſinne ich mich auf den genauen Zeitpunkt, obwohl ich ihn eigentlich wiſſen ſollte, da ich unſre letzte ſchöne grünlackierte Oellampe ſelbſt zerſchlug, als ich mit einem Stecken im Zimmer her⸗ umfuchtelte. Dann kam ein Spenglergeſelle und brachte die erſte Petroleumlampe ins Haus und hielt meiner Mutter eine große Vorleſung über ihre Behandlung und über ihre Gefährlichkeit. Aber ſchon am erſten Abend zerkrachte der erſte Zylinder und mancher weitere folgte ihm und in andern Haus⸗ halten gings ebenſo. Trotzdem eroberte ſich das Petroleum im Sturme die Stadt und in einem Faſtnachtsgedicht ſtand zu leſen: Freude, ſchöner Götterfunken, Tochter aus Elyſium! Vorher hat das Gas geſtunken, Jetzt ſtinkt das Petroleum! Trotzdem vermochte das Petroleum das Gas nicht zu verdrängen, wo es einmal eingerichtet war, denn alle Verbeſſerungen, die die Petroleumlampe erfuhr, konnten den Vorzug der Bequemlichkeit nicht auf⸗ wiegen, den die Gasbeleuchtung bot. Am Pfingſtſams 1868 ſaßen wir in der Woh⸗ nung meiner Großeltern im„Ludwigsbad“ beim Abendeſſen. Meine Großmutter hatte eben beim Ein⸗ gießen eines Gla Rotwein etwas verſchüttet, als drüben jenſeits des Hafenbeckens ein großes Geſchret ertönte.„Sie lachen Dich aus“, ſpottete mein Groß⸗ vater, ich aber eilte ans Fenſter, um nach der wahren Urſache des Lärmes zu ſehen und rief:„Es brennt!“ Hinter den Hafengebäuden erhob ſich eine Feuer⸗ ſäule von ſo gewaltiger Höhe, wie ich nie wieder eine zu ſehen bekommen habe. Das war der Brand der nicht ſehr lange vorher errichteten Lageräuſer. Mein Großvater und ich eilten hinüber um das gewaltige Schauſpiel näher zu ſehen. Da war man eben beſchäftigt, einen Wall aufzuwerfen, um eine Flut von brennenden flüſſigen Stoffen, die aus dem Tor des Anweſens ſich herausergießen wollte, einzu⸗ dämmen. Unter den eingelagert geweſenen Stoffen war viel Baumwolle und viel Kolophonium und wohl auch etwas Petroleum und niemand wußte, was ſonſt noch Viele von den Umſtehenden fürchteten es könne eine Exploſion erfolgen, aber doch dachte niemand daran, ſich von dem großartigen Schau⸗ ſpiel zurückzuziehen. Kleine Exploſionen, vielleicht von berſtenden Kolophoniumfäſſern, gab es ja auch und ſie trieben allemal die Flammenſäule noch höher hinauf und verſtreuten brennende Baumwollfetzen weit in der Umgebung. Es erſcheint mir heute noch als ein Wunder, daß es gelang, den Brand auf ſei⸗ nen Herd zu beſchränken, ſo daß es in der Umgebung außer ein paar von der Hitze abgeſtandenen Bäu⸗ men keinen Schaden gab. Als man über der Erde des Feuers Herr geworden war, fing es in den Kel⸗ lern erſt recht an und man konnnte nur die Zu⸗ gänge verſchütten und es weiterglimmen laſſen. So entwickelte ſich viele Monate lang aus dem Brand⸗ platz ein ſtinkender Rauch, der je nach der Wind⸗ richtung für die Nachbarſchaft recht unangenehm wurde. Erſt um die Weihnachtszeit wurde der Platz ausgegraben und der Stank beſeitigt. Von demſelben Fenſter, von dem ich den Lager⸗ hausbrand zuerſt wahrgenommen hatte, ſah ich zwei Jahre ſpäter die deutſchen Truppen nach Frankreich ziehen, Küraſſiere in ſchimmerndem Panzer, rote und blaue Huſaren, Dragoner und Ulanen, dazwiſchen Artillerie mit ihren Geſchützen und ſchier endlos ſcheinende Kolonnen Infanterie. Wie auf einer Theaterbühne kam ein Regiment um das andere hinter den Hafengebäuden hervor, um dann hinter dem„Europäiſchen Hofe“ wieder zu verſchwinden. Und allemal nach einigen Minuten kündeten dann donnernde Hurrarufe das Betreten der vor zwei Jahren eröffneten Rheinbrücke. Natürlich konnte und wollte ich nicht immer nur da auf Ausſchau liegen; ich wollte, wie meine Kame⸗ raden, näher bei der Sache ſein. Die Schule war uns Nebenſache geworden und wir liefen manchmal ungeſtraft haufenweiſe davon, wenn etwas Beſon⸗ deres los war. Viel lagen wir am Bahnhofe, hel⸗ fend, wenn man uns brauchen konnte, aber ich fürchte, daß wir oft eher hinderlich als nützlich wa⸗ ren. Beſſer am Platz war ich jedenfalls, wenn ich in Kleinigkeiten meinem Vater half, der Schrift⸗ führer des Vereins⸗Reſervelazarett⸗Comités war. Dieſem Comité gehörten noch an die Herren F. Seipio, F. Algardi, C. Hendrich, Dr. Stephani, Stadtpfarrer Schellenberg, C. Jörger, R. L. Mayer, V. Lenel, Max Baſſermann(Schwetzingen) und noch einige Auswärtige, unter ihnen der nachmals be⸗ rühmte Prof. Billroth von Wien. Wie ſich die Höhepunkte der erſten Kriegsmonate in Mannheim auswirkten, weiß ich aus eigener Er⸗ innerung nicht zu ſagen, da ich in dieſer Zeit meine Großmutter nach England begleitete. Vielleicht darf ich aber, wenn es auch eigentlich nicht hierher ge⸗ hört, einflechten, wie die Nachricht von der Kapitulation Napoleons bei Sedan in London einſchlug. Wir ſaßen frühmorgens in der Untergrundbahn, als an einer Station mit allen Anzeichen ſtarker Er⸗ regung ein paar Leute zugingen, darunter ein heftig geſtikulierender dicker Herr mit einem flatternden Zeitungsblatt, aus dem er die große Neuigkeit ver⸗ kündete. Der Effekt hätte in einem der unmittel⸗ bar beteiligten Länder kaum ſtärker ſein können. Das war, wie wenn eine Bombe in der Nähe ein⸗ geſchlagen hätte, ein Durcheinanderſchreien, Rufen und Fragen— die meiſten Inſaſſen des Wagens hatten ja wohl keine Ahnung gehabt, wie die Situa⸗ tion zugeſpitzt war und ſtanden vor völlig Unerwar⸗ tetem. Der Beſitzer des Zeitungsblattes hatte alle Mühe, ſich ſeiner Haut zu wehren. Als wir die Bahn verließen, ſtanden auf den Straßen überall Gruppen, die lebhaft über das Ereignis ſich aus⸗ tauſchten. Die Anſichten, die ich in den nächſten Tagen zu hören bekam, waren unabhängig von der eigentlich 8 e 1 1 8 den. Die Einen ſchätzten das Ergebnis ein als den verdienten Erfolg eines glänzend ausgebildeten und glänzend geführten Heeres. Andere aber ſahen nur das Geſpenſt einer Ausdehnung des erfolgreichen preußiſchen Syſtems auf alle Nationen und damit nicht nur der unerwünſchten Einführung der all⸗ gemeinen Dienſtpflicht in England, ſondern auch der Gefahr neuer Kriege. Hie und da äußerte ſich Mit⸗ leid für die Franzoſen, aber als man erfuhr, wie ſie ſich gebärdeten, als ob ihnen bei Sedan eitel Heil widerfahren wäre mit der Befreiung von der napo⸗ leoniſchen Herrſchaft, wie ſie auf den Straßen ein⸗ ander in die Arme fielen und einander beglück⸗ wünſchten, da hatte man nur Spott für ſie. Als ich nach Mannheim zurückkehrte, war der langwierige zweite Akt des Krieges im Gange. Mein Vater war ſchon einmal mit Liebesgaben an der Front geweſen und leitete bald darauf wieder einen Transport, diesmal zuſammen mit Max Baſſermann von Schwetzingen. Sie kamen ge⸗ rade recht zur Uebergabe von Metz und waren die erſten deutſchen Ziviliſten, die Einlaß in die Fe⸗ ſtung fanden. Nach ihrer Heimkehr gab's natürlich viel zu erzählen, was aber inzwiſchen ähnlich viel⸗ fach von anderen erzählt worden iſt und von mir nicht wiederholt werden ſoll. Der große blaue Man⸗ tel aber, den mein Vater draußen getragen hatte, war derart mit Lehm überzogen, daß er mit dem Schrubber bearbeitet werden mußte. Ein ſchwarzer Tag für Mannheim war es, als die Nachricht von der Schlacht bei Nuits eintraf. Ich war vor der Schule in einen Laden gegangen, um mir noch etwas zu kaufen, und da wurde eben in großer Beſtürzung die eingetroffene Botſchaft verhandelt. Auch einzelne Namen von Toten und Verwundeten wurden ſchon genannt. Nach und nach kamen dann weitere Berichte, aber ſie mehrten nur die Liſte der Opfer. Es war der här⸗ teſte Schlag, der Mannheims Bevölkerung im ganzen Verlaufe des Krieges traf. Nicht in beſter Erinnerung habe ich den Tag der Kaiſer⸗ proklamation. Man verkündete uns das Er⸗ eignis in der Schule und ließ uns laufen. Wir wuß⸗ ten bei dem unfreundlichen Wetter nichts Beſſeres zu tun, als in den Straßen herumzubummeln und den Stadtarbeitern zuzuſehen, wie ſie in den Straßenrinnen das Eis aufhackten. Eine Anzahl von Herren pflegte beim Eintreffen wichtiger Nachrichten in der Bahnreſtauration zuſammenzukommen und ſich über ſie auszutauſchen. Einer von ihnen aber hatte gerade einen heftigen Gichtanfall, als die Nach⸗ richt von der Uebergabe von Belfort ein⸗ traf. Seine Gicht vergeſſend, eilte er gleichwohl zum Bahnhofe, aber heim trugen ihn die Beine nicht mehr und die Sanitätsleute mußten ihn heimſchaffen. Endlich kam der Präliminarfriede der mit einem großen Fackelzuge gefeiert wurde. Wir waren an dieſem Tage gerade in eine andere Wohnung gezogen, in der noch keine Brennmaterialien angeliefert waren, und über den Umzugsarbeiten war auch nicht für das Abendeſſen geſorgt worden. So ſagte meine Mutter, als mein Vater und ich zum Fackelzug gingen, wir ſöllten auf dem Heimwege etwäs vom Schweinemetzger mit⸗ bringen. Als aber der Fackelzug zu Ende war, waren die Läden geſchloſſen und wir kamen mit leeren Händen. Es war nichts im Hauſe, als ein paar Brötchen und ein Topf Milch, und ſo wurde mit einer in Stücke geſchlagenen Packkiſte Feuer gemacht und ein elendes Milchſüppchen gekocht, mit dem wir, am Ofen ſitzend, unſere häusliche Friedensfeier be⸗ gingen. Aus den Zeiten des Milliardenſegens iſt mir nichts Erzählenswertes in Erinnerung geblieben, ebenſowenig aus den Tagen des darauf gefolgten Kraches, der ſich in Mannheim ſo übel auswirkte, daß man von einer gewiſſen Straße ſagte, ſie ſolle zum Andenken mit„Krachmandelbäumen“ bepflanzt werden. Die Kriſis wurde überwunden und es ging wieder vorwärts, wenn auch mit Ausnahmen. Man⸗ ches verſchob ſich. So wirkte ſich jetzt erſt recht aus, was Folge der ſchon vor dem Kriege hergeſtellten Bahnverbindung mit Ludwigshafen war. Früher waren viele wohlhabende Rheinreiſende, beſon⸗ ders Ausländer, auf dem Rhein bis Mannheim ge⸗ kommen, um von da mit der Bahn weiter nach dem Schwarzwald oder der Schweiz zu reiſen. war der„Europäiſche Hof“, in der Nähe der Damp⸗ ferlandeſtellen, ein bequemes Abſteigequartier ge⸗ weſen. Das hatte allmählig ein Ende genommen, ſo daß das Hotel eingehen mußte. Es wurde der Sitz der„Seehandlung“, eines großzügig gedachten Unternehmens, das mit guten Hoffnungen ins Leben trat, aber infolge eines unerwarteten und nachhaltigen Sturzes der Baumwollpreiſe einen kläglichen Ausgang nahm, ſo daß die Männer, die als wohlhabende Leute in die Sache hereingegangen waren, wieder klein von vorn anfangen mußten. Ueber das politiſche Leben in den 1870er Jahren habe ich in meinem erſten Artikel ſchon geſprochen; ich will daher nur ganz kurz noch einmal darauf zu⸗ rückkommen. Zu Anfang des Jahres 1878 unterbrach ich meine 1875 begonnenen Univerſitätsſtudien, um die Redaktion der„Rhein⸗ und Neckarzeitung“ zu übernehmen. Es war eine politiſch und namentlich wirtſchaftspolitiſch erregte Zeit. Bismarck hatte ſeine Hinwendung zum Schutzzollſyſtem noch nicht voll⸗ zogen, aber aufgerollt war die Frage der Zollpolitik. Innerhalb der nationalliberalen Partei waren die Meinungen ſchon geteilt. Während Lamey und andere führende Männer mit der Mehrzahl der Par⸗ teiangehörigen wenigſtens grundſätzlich noch am Frei⸗ handel feſthielten, gab es ſchon eine merkliche ſchutz⸗ zöllneriſche Unterſtrömung. Mein Vorgänger Neſt⸗ ler ſelbſt war Schutzzöllner geweſen und zugleich ein eifriger Befürworter eines Tabakmonopols. So war die Lage der Partei recht ſchwierig, als es zur Reichstagswahl kam und man mußte auf Stimmverluſte gefaßt ſein. Manche meinten, man werde mehr Glück haben, wenn ſtatt des ſeitherigen Abgeordneten Seipio Lamey als Kandidat aufgeſtellt würde; Andere ſprachen dagegen und Lamey ſelbſt wollte nichts davon wiſſen. Er hatte recht. Er hätte ja gewiß in der Stadt ſelbſt mehr Stimmen herausgeholt, aber er hätte noch mehr auf dem Lande verloren. Das Anſehen, das Scipio auf dem Lande genoß, war ja ſchon bei ſeiner erſt⸗ maligen Aufſtellung maßgebend geweſen und es hatte 1 Für ſie ſich als ein wertvoller Faktor erwieſen. Diesmal half es nicht zum Erfolg, aber wie die Verhältniſſe lagen, hätte auch kein anderer Kandidat das Mandat für die nationalliberale Partei feſtzuhalten vermocht. Wie auch abgeſehen von der Wirtſchaftspolitik jene Zeit eine vielbewegte war, iſt ja bekannt. Ich brauche nur hinzuweiſen auf die Attentate und auf den ſtch anſchließenden Kampf um das Sozialiſtengeſetz, auch auf den ruſſiſch⸗türkiſchen Krieg, von dem man ja nicht wußte, ob er nicht ſchließlich noch Konflikte zwiſchen den Großmächten zur Folge haben könnte. Was den letzteren betrifft, ſo hatte mein Vorgänger ſtark für Rußland Partei ergriffen. Ich vermochte ihm darin nicht zu folgen; ich neigte mehr zur ent⸗ Im nächſten Jahre hatte ich gegengeſetzten Seite. als Redakteur der Thorner„Oſtdeutſchen Zeitung“ bei der Kaiſerzuſammenkunft in Alexandrowo Ge⸗ legenheit, die Männer von Angeſicht zu Angeſicht zu ſehen, die auf ruſſiſcher Seite die Hauptakteure des Kriegsdramas geweſen waren, den kleinen Kotze⸗ bau e, einen von den Skobeleffs und Andere. Es war eine unglaubliche Geſellſchaft; es war als ob man Stromer von der Landſtraße in glänzende Uniformen geſteckt hätte. Aber was ich von Alexandrowo er⸗ zählen könnte, gehört ja nicht zu meinen Mannheimer Erinnerungen. Darum Schluß! Anfallhaftung der Straßenbahn Mit der ſprunghaften Zunahme des allgemeinen Verkehrs mehren ſich erklärlicherweiſe auch die Ver⸗ kehrsunfälle. Für jeden Benutzer der Straßenbahn iſt daher die Frage nach der Straßenbahnhaftung von beſonderem Intereſſe. Das Reichshaftpflicht⸗ geſetz vom 7. Juni 1871(Reichsgeſetzblatt S. 207) bildet die geſetzliche Grundlage für bahnhaftpflicht. Hiernach iſt die Straßenbahn in den gegebenen Fällen geſetzlich verpflichtet, Schadenerſatz zu lei⸗ ſten, wenn„bei dem Betriebe“ der Straßen⸗ bahn ein Menſch getötet oder körperlich verletzt wird. Ein Verſchulden braucht der Bahn alſo nicht nach⸗ gewieſen zu werden. Die Straßenbahn haftet aber nicht, wenn ſie beweiſen kann, daß der Un⸗ fall durch höhere Gewalt oder durch Selbſtverſchulden des Verletzten entſtanden iſt. Die Straßenbahn muß im Falle der Haftung in folgendem Umfange Schadenerſatz leiſten: a) Sie hat die Arztkoſten, Heilungskoſten uſw. zu erſetzen; b) die Koſten der Beerdigung gehen zu ihren Laſten; c) ſie muß den Schaden erſetzen, den der Verletzte dadurch erlitten hat, daß ſeine Erwerbsfähigkeit vermindert oder ganz; aufgehoben wurde; d) im Falle des Todes muß ſte den Perſonen, denen gegenüber der Getötete unterhaltspflichtig war, für die mutmaßliche Dauer des Lebens des Getöteten Unterhalt gewäh⸗ ren(Rente, eventuell Kapitalabfindung!) Für die Haftung der Straßenbahn iſt es geſetzliche Vorausſetzung daß ſich der betreffende Unfall„bei dem Betriebe“ ereignet hat. Hierzu gehören nicht nur ſolche Unfälle, die ihren Grund in den dem Bahnbetrieb eigentümlichen Gefahren haben. Im allgemeinen gehören dazu alle Fälle, ſoweit ſie ſich bei der Fortbewegung der Straßenbahn, ferner auch innerhalb des Bereichs dieſer Bahn, alſo auf Bahn⸗ höfen und an Halteſtellen ereignen. Ein Betriebs⸗ unfall liegt beiſpielsweiſe unter Umſtänden vor, wenn jemand beim Beſteigen der Straßenbahn fällt und ſich laus Anlaß des zu früh gegebenen Abfahrts⸗ ſignales!) dabei verletzt, dagegen nicht, wenn er der Straßenbahn nachläuft und hierbei verunglückt. Hinſichtlich des Selbſtverſchuldens, für das die Straßenbahn dem Verletzten keinen Schaden⸗ erſatz zu leiſten braucht, ſei einiges erwähnt: Eine ſelbſt herbeigeführte Ge⸗ fahr ſtellt z. B. das leichtſinnige Stellen auf den Plattformen dicht am Ausgang, ohne ſich feſtzuhal⸗ ten, dar. Im Falle des Abſturzes eines ſolchen Fahrgaſtes liegt ein die Haftpflicht der Straßenbahn ausſchließendes Selbſtverſchulden vor. Anders iſt⸗ zwar die Rechtslage, wenn der Unfall beiſpielsweiſe in einer Kurve paſſiert oder infolge eines ſtarken Ruckes bei unſachgemäßem ſcharfen Bremſen eintritt. Dieſes ſtellt natürlich eine Erhöhung der Betriebs⸗ gefahr dar, für die die Straßenbahn auch einſtehen muß. Fällt dem Fahrgaſt an dem Unfall eine Mit⸗ ſchuld zur Laſt, ſo hat er einen verhältnismäßigen Anteil des Schadens zu tragen. Ein Selbſtverſchulden des Fahrgaſte s liegt vor, wenn er während der Fahrt auf⸗ oder abſteigt. Springt aber der Fahrgaſt in der berechtigten Erwartung des Haltens ab, obwohl die Straßenbahn an der betreffenden Halteſtelle gleich weiterfährt, ſo liegt einerſeits eine von der Bahn zu vertretende Steigerung der Betriebsgefahr vor, andererſeits auch ein Verſchulden des Fahrgaſtes für ſeinen Unfall, ſo daß unter Umſtänden eine ver⸗ hältnismäßige Teilung des Schadens in Frage kommt. Auch bei„höherer Gewalt“ iſt die Straßenbahn frei von jeglicher Haftung. Hierzu gehören alle unabwendbaren Ereigniſſe, die von außen kommen. Sie haben ihren Urſprung alſo anderwärts und ſind mit dem Betriebe der Bahn ſonſt nicht verknüpft. Hierzu gehören aber nicht Straßen bahn⸗Zuſammenſtöß e. Dieſe gehören zu den Betriebsunfällen, für die die Straßenbahn nach dem Reichshaftpflichtgeſetz natür⸗ ich aufkommen muß. Die Verjährung der Anſprüche auf Schadenerſatz tritt in zwei Jahren ein. Trotz aller Bemühungen wird es ſich natürlich nie erreichen laſſen, Unfälle völlig auszuſchalten. Viel iſt, beſonders in größeren Städten, auf dem Gebiete der Verkehrsregelung erreicht worden. Die Unfall⸗ ſtatiſtik Deutſchlands zeigt aber eine Kurve, die viel⸗ fach weit über der anderer Länder liegt. C. M. Schluß des redaktionellen Teils Schenken Sie neue Kraft zu Weihnachten! Kranken, Geneſenden, Ueberarbei⸗ teten erweiſen Ste eine große Wohltat, wenn Sie ihnen eine Doſe Ovomaltine ſchenken, die ſie in jeder Apotheke und Drogerie erhalten. Ovomaltine iſt eine wohlſchmeckende, konzentrierte Kraftnahrung, die den großen Vorzug hat, daß ſich die gute Wir⸗ 705 überraſchend ſchnell, ſchon in einigen Tagen, zeigt. Ovomaltine iſt in der ärztlichen Praxis bewährt. Die Doſe mit 250 gr Inhalt koſtet 2,70 RM, 500 gr. F.— RM. V 37 Verlangen Sie unverbindliche Koſtprobe und Druckſachen von: Dr. A. Wander G. m. b.., Ofthofen⸗Rheinheſſen die Straßen⸗ * ah a * 333 9 rr eee S Werren eee Samstag, den 14. Dezember 1929 Neue Maunheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 582 „Das Rheingold“ Vortrag von Prof. Dr. Häberle⸗Heibelberg Einen intereſſanten Vortrag über„Das Gold unter beſonderer Berückſichtigung des Rhein⸗ goldes“ hielt am Freitag abend in der hieſigen„Ge⸗ ſellſchaft für Erd⸗ und Völkerkunde“ der Heidelberger Geologe Prof. Dr. Häberle in der Aula der Handels⸗Hochſchule. Neu iſt wiederum in den Vordergrund des Intereſſes die Gewinnung von ſynthetiſchem(künſt⸗ lichem) Gold getreten. Bisher haben dieſe Verſuche noch keinerlei greifbare, wiſſenſchaftlicher Nachprüfung ſtandhal⸗ tende Ergebniſſe gezeitigt. Völlig ausgeſchloſſen iſt jedoch eine Gewinnung von Gold auf dieſem Wege nicht. Gold wird durch ſeine außerordentliche Dehnfähigkeit gekennzeichnet. Aus einem Gramm Gold kann zweitauſend Meter(!) Draht gezogen werden. Es kaun bis zu einem tauſendſtel Millimeter ausgewalzt werden. Gewonnen wird Gold auf zwei unterſcheidbare Weiſen: Berggold und Waſchgold Das Berggold wird in vulkaniſchem Geſtein, Quarzgängen, in Konglomeraten(nur in Afrika) gefunden. Im Mittel⸗ alter wurde auch in Deutſchland in verſchiedenen Bergwer⸗ ken Gold gewonnen. Neu wiederaufgenommene Nachgra⸗ bungen in den zum Teil noch gut erhaltenen Bergwerken waren jedoch ohne Erfolg. Auch das Meerwaſſer, aus dem früher ſich das Goldwaſchen gelohnt hat, iſt heute faſt „chemiſch rein“ von Gold, jedenfalls lohnt ſich die Gold⸗ wäſcherei nicht mehr. Aus den Bergwerken wird das Gold fabrikmäßig er⸗ arbeitet in Pochwerken, Mühlen, auf chemiſchem Wege (Amalgan) und neuerdings durch das Cyanit⸗Blauſäure⸗ Verfahren. Die Gewinnung des Flußgoldes kennt nur den primitiven Weg des Durchſiebens des Flußſandes. Der Schlamm ſchwimmt fort, Kieſelſtückchen, unter denen ſich ſchwarze Goldͤſtückchen in kleinſten Dimenſionen befinden, bleiben übrig. Die Goldgewinnung iſt zurzeit auf der ganzen Erde mit ungefähr 500 000 Kilogramm zu beziffern mit einem Ge⸗ ſamtwert von 1 Milliarden Mark. Sie iſt gegenüber der Vorkriegszeit zurückgegangen. In jenen Jahren betrug ſie im Durchſchnitt 700 000 Kilogramm. Das Goldwaſchen aus dem Rheinwaſſer iſt immer nurentabler geworden 1882 waren noch 400 Goldwäſcher am badiſchen Ufer mit der Goldſuche beſchäftigt. Ste fanden in einem Zeitraum von 80 Jahren etwa drei Zentner reines Gold, das in der Karls⸗ kuher Münze abgeliefert wurde. 1856 wurde der letzte dheingolddukaten mit der Anſicht von Speyer geprägt; doch ſteht es ſchon für dieſe Zeit nicht mehr feſt, ob das zur Prä⸗ gung verwendete Gold wirklich aus dem Rhein ſtammte. Völlig unterbunden wurde dann die Goldgewinnung am Rhein durch die Regulierung des Flußlaufes. Der letzte Goldwäſcher ſtarb in den neunziger Jahren des vort⸗ gen Jahrhunderts in Speyer; ſeine Geräte ſind im dortigen hiſtoriſchen Muſeum ausgeſtellt. Zahlreiche Lichtbilder zeigten die verſchiedenen Arten der Golödgewinnung in den einzelnen Ländern. h. Aus der Evang. Landeskirche. Durch die Evan⸗ geliſche Kirchenregierung wurde die Wahl des Diaſporapfarrers Fritz Voges in Pfullendorf zum Pfarrer in Eggenſtein beſtätigt. Ernannt wurde Religionslehrer Vikar Hof in Karlsruhe zum Pfar⸗ rer in Friedrichstal. Entlaſſen wurde ſeinem An⸗ ſuchen entſprechend aus dem Dienſtverhältnis als Pfarrer zwecks Uebertritts in den Staatsdienſt als Strafanſtaltspfarrer in Bruchſal Pfarrer Max Mayer in Schiltach. Aufgenommen wurde unter die Pfarrkandidaten der Landeskirche Katechet Lie. Dr. Georg Sutter in Ludwigshafen. Der Evan⸗ geliſche Oberkirchenrat beſtätigte die auf ſechs Jahre erfolgte Wahl des Pfarrers Kirchenrat D. Wilhelm Schulz in Karlsruhe zum Dekan des Kirchen⸗ bezirks Karlsruhe⸗Stadt. Ferner beauftragte er den Pfarrer i. R. Karl Eiermann in Heidelberg⸗ Rohrbach mit der Verſehung des Pfarrdienſtes in Durlach⸗Aue.— Verſetzt wurden Pfarrer Hans Einwächter in Karlsruhe(Stadtmiſſion) als Pfarrverwalter nach Wolfach, Pfarrverwalter Theo⸗ phil Hettinger in Oberbaldingen zur Verſehung des Pfarrdienſtes nach Vogelsbach, die Pfarrkandi⸗ daten Hermann Stöhrer zur Verſehung des Pfarrdienſtes in Doſſenbach nach Schopfheim, Otto Braun in Pforzheim zur Verſehung des Vikariats nach Niefern, Miſſionar Heinrich Billmann in Schriesheim zur Verſehung des Pfarrdienſtes nach Treſchklingen. Zur Wiederbeſetzung durch Gemeinde⸗ wahl iſt die Pfarrei Schiltach im Kirchenbezirk Horn⸗ berg ausgeſchrieben. Treibjagden in Vaden Es würde zu weit führen, im Rahmen eines kurzen Aufſatzes über die volkswirtſchaftliche Bedeutung der Jagd zu ſprechen, von der große Induſtriezweige leben, die Tauſende von Arbeitern beſchäftigen. Erinnert ſei hier nur an die Waffen⸗Induſtrie in Suhl und Oberndorf, an die Munitionsfabriken, an die Jagd⸗ utenſilten⸗ und Lederwarenfabriken. Von allge⸗ meinem Intereſſe aber iſt die Bedeutung, die der Jagd hinſichtlich der Volksernährung zuerkannt wer⸗ den muß. Hier ſteht der Haſe als meiſt vorkom⸗ mende Wildart infolge ſeiner enormen Vermehrung neben dem Rehwild im Vordergrund. Zur Erhär⸗ tung unſerer Behauptung ſei angeführt, daß in der nächſten Umgebung Mannheims auf einzelnen Jag⸗ den, trotz des faſt allgemeinen Rückganges des Be⸗ ſatzes, bei den Treibjagden 4 bis 500 Haſen fallen und daß in einzelnen Revieren der benachbarten Pfalz in Vorkriegsjahren an einem Tage an⸗ nähernd 3000 Haſen geſchoſſen wurden. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Gemeinden wiſſen, was der⸗ artige Jagden wert ſind. Und ſo fließen für Jagd⸗ pachten alljährlich ungeheure Summen in die Ge⸗ meindekaſſen; alſo auch hier eine Auswirkung volks⸗ wirtſchaftlicher Tendenz. Bei derartigen Strecken wird es zur Selbſtver⸗ ſtändlichkeit, daß man den Haſen möglichſt erſt dann ſchießt, wenn er den höchſten Wert repräſentiert. Das iſt von Mitte November an, wenn der Haſe gut bei Wildpret und ſein Winterhaar hat, der Fall. Und ſo erklären ſich dann die Treibjagden, die auf ihn veranſtaltet werden. Kommen in der Hauptſache hierzu als Gäſte immer die alten und bewährten Freunde, die mit der Waffe ſeit langen Jahren Erfahrung beſitzen und auch„die Haupt⸗ regeln für das Verhalten der Schützen auf Treib⸗ jagden“ intus haben und beherzigen, ſo wird doch in manchen Fällen irgendeiner geſellſchaftlichen Ver⸗ pflichtung eine Konzeſſion gemacht und ſchließlich auch einmal jemanb eingeladen, der ſich der Gefähr⸗ lichkeit einer Schußwaffe nicht ſo bewußt iſt, wie es in ſeinem eigenen und im Intereſſe der anderen Jagdteilnehmer erwünſcht wäre. Durch das Be⸗ treiben des Bad. Bundes Deutſcher Jäger, der die eventuellen Gefahren, die hieraus entſtehen, erkannt hat, wurde vor Jahren ſchon erreicht, daß jeder Jäger, der in Baden jagt, gegen Haftpflicht verſichert ſein muß, bevor ihm ein Jagdpaß ausgeſtellt wird. Um Un⸗ fällen nach Möglichkeit vorzubeugen, wird nicht allein in den Jagdzeitſchriften immer wieder zu be⸗ ſonderer Vorſicht gemahnt, ſondern der Jagdpaß ſelbſt enthält die Hauptregeln für das Verhalten auf Treibjagden, in der naheliegenden Erkenntnis, daß gerade bei dieſen Veranſtaltungen, bei denen an manchen Tagen 1000 und mehr Schüſſe fallen, die Gefahr ſich naturgemäß erhöht. Sind die Schützen nun zur angeſetzten Stunde verſammelt, hält der Jagdherr eine kurze Be⸗ grüßungsanſprache, verlieſt nochmals die„Kriegs⸗ artikel“ und die Treibjagd nimmt ihren Anfang. Man unterſcheidet hier zunächſt zwiſchen Vorſteh⸗ treiben und Keſſeltreiben. Bei erſterem werden die Schützen zu ihren Ständen geführt, genau wie bei der oben geſchilderten Wald⸗ drückjagd. Der Trieb wird an den beiden Flanken und an der Front von den Schützen abgeſtellt und die Treiberwehr nimmt ihre Aufſtellung an der vier⸗ ten Seite, von wo aus der Trieb beginnt. Ein Horn⸗ ſignal— die Treiber rücken in einer Linie und in gleichen Seitenabſtänden vor. Hierbei geht es nun nicht ohne Lärm ab, da der Haſe— falls kein Schnee liegt— ſich ſonſt in ſeiner Saſſe drücken würde und liegen bliebe. Werden die Haſen ſetzt rege, ſo reiten ſie meiſt nach vorn; einer nimmt den anderen mit und im Handumdrehen hoppelt's und wibbelt's von allen Seiten. Da flattert auf einmal ein Mantel im Winde. Der vorderſte der Mümmel⸗ männer hat was geäugt, macht einen Kegel, ſichert. Bauff. Gegen hartes Schrot ſchützt auch der ſchönſte Winterbalg nichts. Der erſte Lampa liegt auf der Strecke. Nach dem Knall haben die anderen Haſen erkannt, daß es an dieſer Seite nicht ganz geheuer iſt, ſie machen kehrt; doch von dort kommt der Lärm der Treiber. Davon halten ſie auch keine großen Stücke. Alſo was die Läufe hergeben: durch die Flanken! Jetzt wird es langſam lebhaft. An allen Enden und Ecken knallt's. Schon ſind die Treiber nur noch knapp 100 Meter vor der Front. Da zeigt es ſich dann, wie der Haſe es meiſterhaft verſteht, ſich zu drücken. Im letzten Augenblick, erſt wenn die Möglichkeit des Entkommens ihm ausgeſchloſſen er⸗ ſcheint, werden noch Einzelne hoch und verſuchen durchzukommen. Doch auch ſie erreicht das Blei. Jetzt hört man das Hornſignal zweimal hinterein⸗ ander. Dieſer Trieb iſt zu Ende. Die Schützen ent⸗ laden ihre Gewehre und finden ſich wieder am An⸗ fang des nächſten Triebes zuſammen. Soweit die Treiber die gefallenen Haſen nicht ſchon aufgenom⸗ men haben, ſorgt jeder Jäger für das von ihm er⸗ legte Wild, daß es zur Strecke kommt. Der nächſte Trieb wird als Keſſeltrieb gemacht. Schützen und Treiber ſtehen an der Stelle, von der aus angegangen wird, zuſammen. Der Umfang des Triebes richtet ſich nach dem Gelände, teils auch nach der Anzahl der vorhandenen Jäger, die in Ab⸗ ſtänden von etwa 60 Schritt, abwechſelnd mit jeweils einem Treiber, abgelaſſen werden, und zwar in be⸗ ſtimmter Reihenfolge, immer einer nach rechts und einer nach links. Da ein Keſſeltrieb ſtets mehr oder weniger— es hängt dies von den örtlichen Verhält⸗ niſſen ab— die Form eines Kreiſes bekommt, der bis zu 2000 Meter Durchmeſſer haben kann, ſo gilt der Keſſel in dem Augenblick als geſchloſſen, in dem der Schütze, der von links als erſter den Trieb an⸗ ging, ſich mit dem Schützen von rechts vereint. Auf das nun einſetzende Hornſignal machen Jäger und Treiber nach der Mitte zu Front und rücken gemein⸗ ſam in dieſer Richtung vor. Soweit die Haſen durch den Lärm der Treiber in Schußweite herausgehen, werden ſie geſchoſſen. Stehen ſie aber auf weitere Entfernung auf, ſo bleiben ſie ſo lange im Keſſel, bis ein anderer Schütze auf ſie zum Schuß kommt. Iſt der Keſſel inzwiſchen klein geworden, ſodaß ein Hineinſchießen gefährlich würde, ertönt ein doppeltes Hornſignal, worauf die Schützen ſtehen bleiben, die Treiber aber bis zum Zentrum des Keſſels vorrücken und hier die Haſen hochmachen, die bis dahin liegen geblieben ſind. Von dieſem Augenblick an dürfen die Haſen nur noch geſchoſſen werden, wenn ſie durch die Schützenlinie durch und außerhalb des Keſſels find. Nachbargebiete Liebestragödie * Darmſtadt, 14. Dez. Ein Student aus Darm⸗ ſtadt und ein ebenfalls von hier ſtammendes Mä d⸗ chen hatten ſich vorletzte Nacht in Aſchaffenburg in einem Hotel eingemietet und als Ehepaar ins Frem⸗ denbuch eingetragen. Als die beiden bis geſtern mittag nichts von ſich hören ließen, ſah man in ihrem Zimmer nach und fand ſie in ihrem Blute liegend auf. Sie hatten ſich mit Glasſcher⸗ ben die Pulsadern geöffnet, um ſo aus dem Leben zu ſcheiden. Nach Anlegung von Not⸗ verbänden wurden ſie ins Krankenhaus geſchafft. Lebensgefahr beſteht nicht mehr. Todesſturz beim Fenſterreinigen * Frankfurt, 14. Dez. In einem Hauſe der Alten Mainzergaſſe ſtürzte heute nachmittag beim Fenſter⸗ reinigen ein etwa 50 Jahre alter Mann aus dem Feuſter. Er trug ſo ſchwere innere Ver⸗ letzungen und Knochenbrüche davon, daß er kurz nach ſeiner Einlieferung in das Heiliggeiſthoſpital verſtarb. Die letzte deutſche Schiffsmühle Mainz, 18. Dez. Das auf dem Altrhein dei Ginsheim liegende Mühlenſchiff iſt durch den heſſiſchen Staat und die Stadt Mainz wegen ſeines kulturhiſtoriſchen Wertes angekauft worden. Die⸗ ſes Schiff iſt die einzige noch erhalbene Schiffs. mühle in Deutſchland. Sie war noch bis vor eini⸗ ger Zeit in Tätigkeit, wurde dann aber abmonttert. Jetzt ſoll ſie dazu benutzt werden, ein Muſeum, das ſich mit der Flußmühlen⸗Wirtſchaft beſchäftigt, auf⸗ zunehmen. * „ St. Ingbert, 12. Dez. In den letzten Wochen haben ſich die nächtlichen Einbrüche in hieſiger Gegend in erſchreckender Weiſe gemehrt. Beſonders ſtark heimgeſucht iſt der Bergarbeiterort Quierſchied, wo faſt jede Nacht in ein anderes Haus ein ⸗ gebrochen wird. Einer Witwe hat man das ganze Bettzeug geſtohlen, in einem anderen Haus ent⸗ wendeten die verwegenen Einbrecher zwei geſchlach⸗ tete Schweine aus der Bütte. Ein Metzger, ein Kolondalwarengeſchäft und viele andere wurden heimgeſucht. Niemals gelang es, eine Spur von den Dieben oder dieſe gar ſelbſt zu entdecken. Die Be⸗ völkerung griff daher jetzt zur Selbſthilfe und bildete eine Bürgerwehr, die nachts durch Patrouillen den Ort bewachen läßt, um den Langfingern endlich das Handwerk zu legen. Auch in anderen Orten der Nachbarſchaft und in St. Ingbert ſelbſt vergeht kaum eine Nacht, ohne daß ein Einbruch erfolgt. Tageobaleucles Sonntag, den 15. Dezember ee„Schneewittchen“, 15 Uhr.—„Adrienne“, 20 Uhr. Neues Theater:„Weekend im Paradies“, 10.30 Uhr. Roſengarten⸗Nibelungenſaal: Großes Militärkonzert der Reichswehrkapelle aus Gießen unter Leitung von Ober⸗ muſikmeiſter W. Löber, 20 Uhr. Klavierabend Lubſe Schatt⸗Eberts, in der Harmonbe D 6. 20.15 Uhr. Weihnachts ⸗ Kirchenkonzert: Evang Männerverein Kirchenchor in der Melanchtonkirche, 19.30 Uhr. Inlius Weismann⸗Feier, zwei Kongerte in der Harmonſe D 2 6, vorm. 11 Uhr, abends 20 Uhr. Lichtſpiele: Alhambra:„Die Wiege Europas“, vormittags 11.30 Uhr.—„Der Ruf des Nordens“.— Schauburg:„Revolution der Jugend“.— Capitol: „Das Weib des Gardiſten“.— Scala:„Unter Aus⸗ ſchluß der Oeffentlichkeit“.— Gloria:„Celly de Rheydt“.— Palaſt⸗Theater:„Frau oder We⸗ Itebte“.— Üfa⸗ Theater:„Schickſalswürfel““ Univerſum:„Spen Hedin durch Aſiens Wüſten“, vormittags 11.30 Uhr.—„Indizien⸗Beweis“. Sehens würdigkeiten: Kunſthalle:(außer Montags) tägl. 10—13 Uhr, 140 Uhr Sonn⸗ u. Feiertags durchgeh v. 11—16 Uhr.— Schloßmu⸗ ſeum: Geöffnet tägl. v. 10—13 und 14— 16 Uhr. Sonntags v. 11—16 Uhr durchgehend. Sonderausſtellung Deuiſche Minneſtuger(Bilder der Maneſſeſchen Handſchrift).— ochlßbücherei:—1 Uhr und nachm. von 15—17 Uhr.— Muſenm für Natur⸗ und Völkerkunde im Zenghaus: Sonntag vorm. von 11—13 Uhr u. nachm von 15—17 Uhr: Dienstag 15—17 Uhr; Mittwoch 15—17 Uhr; Freitag 17 bis 19 Uhr.— Planetarium: 16 Uhr, 16.90 Uhr Vorfüßh⸗ rungen; 17 Uhr Vorführung mit Vortrag:„Der Stern⸗ himmel im Dezember“. umb — 3 ern Hen du e 1 geugnuasse. Zu Haben d Apoffreken, Drogerteg und SSt el a0 fg. ese Spe. Chefredakteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A Meißner— Ffgeuilleton: Dr. S. Kanſer Kommunalpolink und Lokales: Richard Schönfelder— Sport und Vermiſchtes: Willy Müller— Handelstell: Kurt Ehmer— Gericht und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mit⸗ tetlungen: Jakob Faude, ſämtlich in Mannhelm— Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerel Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. d.., Mannheim. N 1,—8 6. Seite. Nr. 582 Neue Mannheimer Zeitung(Abend ⸗ Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1029 Aus ber Pfalz Vermißt— Verhaftet— Verletzt Ludwigshafen, 14. Dez. Seit dem 11. Dezbr. wird der Poſtaſſiſtent Wenz, wohnhaft in . vermißt. Man vemutet, daß ſich er alt geworden wäre, ein Leid angetan hat.— Eine Geldwechſel⸗Schwindlerän iſt geſtern von der Polizei in flagranti ertappt und feſtgenommen wonden. Es handelt ſich um eine 27 Jahre alte ge⸗ ſchiedene Frau ohne feſten Wohnſitz. Sie verſuchte in einem Geſchäft im nördlichen Stadtteil beim Wechſelnlaſſen von 20/ ſowohl das Wechſelgeld als auch den Zwanzig⸗Markſchein an ſich zu nehmen. Dabei wurde ſie ertappt.— Vergangene Nacht ge⸗ rieten vor einer Wirtſchaft in der Rheingönheimer⸗ Straße ein Schreiner und ein Gipſer aus Mundenheim in Streit. Da ſie ſich nach heftigem Disput nicht eintaen konnten, griff der Gipſer nach einem Lattenſtück und unterſtützte damit nachdrücklich ſelns Beweisführung. Daraufhin kangte der Schrei⸗ ner nach ſeinem Taſchenmeſſer. Dieſe Beweis⸗ matertalien wurden von beiden Seiten ſo ausgiebig angewandt, daß die Gegner ins Kranken haus geſchafft und ſofort vppertert werden mußten. Aufſteigende Tendenz der Indexziffer in Ludwigshafen * Ludwigshafen, 14. Dez. Im Gegenſatz zur Reichs⸗Index⸗ und Großhandels⸗Inderziffer hat die Ludwigshafener Indexziffer auch im Monat Novem⸗ ber aufſteigende Tendenz. Sie betrug 157,0 Prozent gegen 156,3 Proz. im Oktober, was eine Steigerung um 0,4 v. H. Dieſe Erhöhung iſt nur auf das Konto der Gruppe Ernährung zu buchen, in der Fiſche, Kartoffeln, Gemüſe und Eier im Preiſe anzogen. Dieſe Gruppe ſtieg um 09 v. H. Die übrigen Gruppen blieben unverändert. Neueinrichtung der Arbeitsgerichtsbehörden Lubwigshafen, 14. Dez. Von der Induſtrie⸗ und Handelskammer Ludwigshafen wird uns mitgeteilt: Eine Verordnung der Staatsminiſterien der Juſtiz und für Landwirtſchaft vom 29. Nov. 1929 hat eine Verminderung und Neueintei⸗ Jung der bayeriſchen Arbeitsgerichts behör⸗ den gebracht. Die Induſtrie⸗ und Handelskammer hat ſich ſ. Zt. für eine Zuſammenlegung der pfälzt⸗ ſchen Landes⸗Arbeitsgerichte von drei auf zwei und der. Arbeitsgerichte von 19 auf 12 ausgeſprochen. Die Neuregelung ſieht mit Wirkung vom 1. Januar 1930 nur noch zwei Landesarbeitsgerichte und 12 Arbeitsgerichte für die Pfalz vor. Als Landesarbeitsgerichte bleiben Franken ⸗ thal und Zweibrücken beſtehen. Arbeitsgerichte ſind nach wie vor nur noch: Frankenthal, Kaiſers⸗ lautern, Kirchheimbolanden, Kuſel, Landau, Land⸗ ſtuhl, Ludwigshafen, Neuſtadt a. d.., Pirma⸗ ſens, Rockenhauſen, Speyer und Zweibrücken. Folgende Arbeitsgerichte ſind anderen Arbeitsge⸗ richten zugeteilt: Annweiler, Bergzabern, Edenkoben, Germersheim und Kandel zu Landau, Dürkheim zu Nenſtadt, Dahn und Waldfiſchbach zu Pirmaſens, Grünſtadt zu Frankenthal, Lauterecken zu Kuſel, Obermoſchel und Winnweiler zu Rockenhauſen, Waldmohr zu Zweibrücken und Wolfſtein zu Kaifers⸗ lautern. Sturmſchäden * Frankenthal, 13. Dez. Auf der Oggersheimer Landſtraße entwurzelte der Sturm zwei Pappel⸗ bäume, die ſich über die Straße legten und da⸗ bei auf eine Länge von etwa 750 Metern die Fern⸗ ſprechleitung beſchädigten. Von den zehn Ludwigs⸗ hafener Leitungen wurden ſechs außer Betrieb ge⸗ ſetzt. Mehrere Maſten, die umgeworfen wurden, müſſen neu geſtellt werden. Bezirksbauernkammer Germersheim * Kandel, 12. Dez. Geſtern nachmittag fand in Kandel unter dem Vorſitz von Michael Schönling eine Vollſitzung der Bezirksbauernkammer Ger⸗ mersheim ſtatt. Bei einem Ueberblick über das Ge⸗ ſchäftsjahr, wobei feſtgeſtellt wurde, daß die Pro⸗ duktionskoſten in keinem Verhältnis zur Produktion ſtehen, wurden die Fragen zur Sti⸗ cherung der Rentabilität des Tabakbaues erörtert. Ferner wurde die Wirtſchaftlichkeit der Gemeindewaldungen beſprochen. Es wurde allgemein dafür eingetreten, daß die Ortſchaften, wo Landhunger beſteht und die Bodenverhältniſſe der Gemeindewaldungen eine landwirtſchaftliche Nutzung zulaſſen, mit ſolchen Flächen bedacht wer⸗ den. Ein diesbezüglicher Antrag wird der Kreis⸗ bauernkammer zugehen. In den Kretiſen der Tabakbauern wird das Vorgehen der Finanz⸗ ämter— Herabſetzung der Tabakwertungskoſten— als ſehr drückend empfunden und einheitliches Vorgehen aller Bürgermeiſterämter und Tabakbau⸗ vereine gefordert. Die Frage der landwirtſchaftlichen Berufsſchule behandelte Oekonomierat Helck. Ueber die Förderungsmaßnahmen für die Schweine⸗ zucht im Bezirk Germersheim ſprach Landwirt⸗ ſchaftsrat Hain. der Ver mißte, der am 23. Dezember d. J. 52 Jahre Das Seit langer Zeit hat kein Prozeß in der Oeffent⸗ lichkeit ſo großes Intereſſe erregt, wie die V e lung gegen den Grafen Chriſtian Stolberg. Das Urteil, wenn es auch viele nicht befriedigen mag, brachte keine Ueberraſchung. Das myſtertöſe Dun⸗ kel, das um die Affäre auf Schloß Jannowitz ruht, iſt nicht völlig geklärt worden. Gleich intereſſant, wenigſtens in menſchlicher Be⸗ ziehung, wie der Angeklagte ſelbſt, waren ſeine An⸗ gehörigen, die, die vor Gericht erſchienen waren und die, von denen nur geſprochen wurde. Es haben eigenartige Verhältniſſe im Hauſe des erſchoſſenen Grafen Stolberg geherrſcht, Verhältniſſe, die aus der ſtarken Dekadenz der Familie, zugleich aber auch aus dem Kampf um die Erhaltung ihrer geſellſchaft⸗ lichen Stellung hervorgingen. Graf Stolberg ſelbſt war zum Teil durch eigene Schuld, zum Teil durch die unglücklichen wirtſchaftlichen Verhältniſſe aufs ſchr werſte verſchuldet. Ein Fremder, der die Be⸗ ſitzung des Erſchoſſenen geſehen hat, konnte wohl meinen, daß ihr Inhaber ein reicher Mann ſei. Den Eingeweihten ſelbſt war klar, daß der Graf Stolberg mit allen Mitteln darum kämpfen mußte, das Beſitztum zu halten, um vielleicht einmal in einer ſpäteren Zeit die hohen Schulden zurückzahlen zu können. Im Winter konnte man nicht im Schloß wohnen, weil die Mittel für die Heizung fehlten. In gewiſſem Sinne iſt das Schickſal des Grafen Stolberg ein typiſches Beiſpiel für die Tragödie Tauſender und Hunderttauſender einſt wohlhaben⸗ der Familien, die, obwohl ſie nicht mehr die Mittel dazu haben, den Schein wahren möchten, als ginge es ihnen noch genau ſo wie in früheren Zei⸗ ten, und die ſich der Hoffnung hingeben, es werde ihnen einſt doch wieder beſſer gehen. Von dem Familienleben der Stolbergs kann man nur ſagen, es war völlig morſch. Stolberg unterhielt zahlreiche Beziehungen zu jungen Mädchen, ſeine Frau hatte ein Verhältnis mit ihrem Schwager. Aber was vielleicht das Schlimmſte war, auch die Kinder blieben nicht verſchont, ſie wußten nicht allein um die Beziehungen ihrer Eltern, ſondern waren in unerfreuliche ſexuelle Ausſchweifungen verwickelt. Vielfach hat man den Vorwurf erhoben, daß eine unnötige Grauſamkeit darin beſtanden habe, daß die intimen Verhältniſſe der Familie Stolberg erörtert wurden. Entweder, ſo argumentiert man, hätte die Anklage wegen Mordes erhoben werden ſollen, dann wäre Platz für die vielfach geſtellten Fragen geweſen. Da aber nur Anklage wegen fahrläſſiger Tötung erhoben worden ſei, hätte man ſich allein auf die Klärung dieſer Frage einſtellen ſollen. Und doch wird man die Notwendigkeit der Zeugenbefra⸗ gung auch auf die familiären Verhältniſſe voll be⸗ jahen müſſen. Denn hier lag zweifellos das Haupt⸗ gewicht des ganzen Prozeſſes. Auf die Frage des Vorſitzenden, warum ſie ſo ſchnell die Privat⸗ briefe verbrannt habe, erklärte die Gräfin Erika, die Mutter des Angeklagten, dieſe Dinge wären ihr zu heilig geweſen, als daß ihr Privat⸗ 5 vor 55 eee 1 würde. befriedigendes Urteil? ungeklärte Myſterium des Mordes auf Schloß Jannowitz Heilig! Ein großes Wort, eine im Zuſammenhang ſeltſame Beurteilung, wenn man bedenkt, daß die Gräfin⸗Mutter nichts dabei fand, daß ihr Schwager in Beziehungen zu ihren Söhnen trat, ja daß ſte dieſe vielleicht noch begünſtigte. Die Erhebung der Anklage wegen Mordes gegen den Grafen Chriſtian Stolberg hing im weſentlichen davon ab, daß man ein Motiv für die Ermordung fand. Vermögensvorteile waren zweifellos nicht zu erwarten. Es können alſo höchſtens perſönliche Motive vorgelegen haben. Aber dieſe Frage iſt un⸗ geklärt geblieben. Es muß feſtgeſtellt werden, daß im Verlauf des Prozeſſes ſich der Verdacht gegen die Mutter des Angeklagten verdichtete, daß ſie vielleicht ihren Sohn angeſtiftet hat oder vielleicht ſogar ſelbſt ihren Gatten ermordet hat. Aber der Verdacht war nicht ſo ſtark, daß Anklage gegen die Gräfin Erika Stolberg erhoben werden konnte. Sollte ſie tatſächlich an der Ermordung ihres Gemahls beteiligt geweſen ſein durch Anſtif⸗ tung oder vielleicht ſogar als Täterin, wird man die Wahrheit nur dann erfahren, falls ſie oder der Sohn ein Geſtändnis ablegen. Und das iſt ſicher: der An⸗ geklagte ſuchte ſelbſt, nachdem er ſich zu einem Ge⸗ ſtändnis der fahrläſſigen Tötung durchgerungen hatte, die Schuld ganz auf ſich zu nehmen und da⸗ mit zugleich ſeine Mutter zu entlaſten. Man hat nicht den Eindruck gehabt, daß die Mutter mit der Tat in Verbindung ſtehen müßte und deswegen wurde auch die Verhandlung gegen den Grafen Chriſttan zu Ende geführt. Aber bezeichnend für die familtären Verhältniſſe iſt, daß ein ſolcher Ver⸗ dacht überhaupt auftauchen konnte. Der Verurteilte ſelbſt war keine irgendwie inter⸗ eſſierende Perſönlichkeit. Er, der 27jährige, machte durchaus noch den Eindruck eines unreifen Menſchen von minderer Intelligenz. Daß er ſich mit einer gewiſſen Schlauheit nach der Tat zu verteidigen wußte und den Verdacht auf andere abzulenken ſich bemühte, iſt weiter nicht erſtaunlich; denn im Grunde genommen war die erfundene Geſchichte von den Einbrechern für einen Menſchen ganz nahe⸗ liegend, deſſen Beſtreben zunächſt darin beſtand, von ſich jeden Verdacht abzulenken. Im Grunde genom⸗ men hat ihm niemand die Geſchichten, die er erzählt hat, geglaubt. Wenn man trotzdem nicht zu einer ſofortigen Feſtnahme ſchritt, ſo iſt dies wohl haupt⸗ ſächlich aus dem Anſehen zu erklären, das die Fa⸗ milie des Grafen Stolberg genoß und das zunächſt ein beſſerer Schutz war als der erfundene Ueberfall. Im Intereſſe der völligen Aufklärung des Dunkels in der Mordaffäre auf Schloß Jannowitz wäre es zweifellos beſſer geweſen, wenn man ſofort nach Bekanntwerden der Tat energiſch durchgegriffen hätte. War wirklich Beweismaterial vorhanden, ſo wurde den eventuell Schuldigen die Möglichkeit ge⸗ boten, es zu vernichten bezw. ſich über ihr weiteres Verhalten zu verſtändigen. Es iſt durchaus möglich, daß das nicht das Letzte iſt, was man über den Mord auf Schloß e zu hören bekommt. 5 Dr.* F. K. 05 1 Mannheimer Serie len Wieder ein ungetreuer Poſtaushelfer Vom großen Schöffengericht Mannheim wurde der 26jährige verheiratete Poſtaushelfer Wilhelm W. von Neckarau wegen Amtsunterſchlagung, Ur⸗ kundenfälſchung und Diebſtahls zu einer Gefäng⸗ nisſtrafe von neun Monaten verurteilt. W. hatte in 24 Fällen Zeitungsgelder mit Zu⸗ ſtellungsgebühr unterſchlagen. Da die betreffenden Beſteller nun keine Zeitung erhalten hätten, ſo nahm er einfach den anderen Beamten die Zeitun⸗ gen weg, um die Beſteller in ſeinem Bezirk zu be⸗ dienen. Um ſeine Unredlichkeit zu verdecken, ſchrieb er an die betreffenden Verlage um Zuſendung durch Kreuzband an die Beſteller. Auf dieſe Art und Weiſe hatte er ſich etwa 50 Mark erſchwindelt. Verurteilter Betrüger Im Gefängnis lernte der 33jährige Schneider Joſef D. aus Grumholz den Schneider Georg M. von Plankſtadt kennen, der wegen einer ſchweren Körperverletzung zum erſten Male hinter Schloß und Riegel gebracht wurde. D. machte dem Mitge⸗ fangenen glauben, er ſei lediglich durch ein Verhält⸗ nis mit einer Frau in das Gefängnis gekommen. M. traute ſeinen Verſicherungen, daß er ein ehrlicher Menſch ſei und nahm ihn als Geſellen, als er ſich in Plankſtadt etablierte. Das Geſchäft ging ſchlecht und D. ließ ſich nach und nach 500 Mark von dem Schnei⸗ der geben, die er ihm mit Gewinn gegen ſeine Hypotheken wieder zurückzugeben verſprach. Aus einem angeſichts der ſchlechten Lage in der Maß⸗ ſchneiderei eröffneten Konfektionsgeſchäft entwendete der Betrüger Anzüge und Stoffe im Werte von mehreren tauſend Mark. Für all dieſe Betrügereien wurde er vom Großen Schöffengericht Mannheim zu 1 Jahr 10 Monaten Gefängnis verurteilt, Wegen Zuhälterei verurteilt Das Große Schöffengericht verurteilte geſtern den 20 Jahre alten Kurt Ackermann wegen Zu⸗ hälterei zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis. Der Angeklagte lernte im Jahre 1925 ein Mädchen kennen und ließ ſich, als er arbeitslos wurde, von ihm ernähren. Es fiel ihm ſchließlich überhaupt nicht mehr ein, an Arbeit zu denken. Wenn das Mädchen nichts heimbrachte von der Straße, erhielt es Prügel. Dem Verhältnis entſtammen zwei Kinder. Schließlich wurde Acker⸗ mann des Mädchens überdrüſſig und motivierte dies damit, er könne ſie nicht heiraten, da ſie keinen einwandfreien Lebenswandel führe(). Als er dem Mädchen ſchließlich erklärte, er zahle keinen Pfennig Geld für die Kinder, nahm die Frau ſich das ſo zu Herzen, daß ſie ſich und das eine Kind mit Gas vergiftete. Der Angeklagte hat ganze Tabellen geführt mit Namen der Mädchen, mit denen er während dieſer Zeit Liebſchaften hatte. Bezeichnend für die Gemeinheit des Verurteilten iſt, daß ein Richter ſagte, ſolche Dinge wie hier ſeien ihm in ſeiner 30jährigen Praxis noch nicht vorgekommen. * Bellheim, 13. Dez. Die 45 Jahre alte Ehefrau des Maurermeiſters Hin derberger erlitt auf der Rückfahrt von Rülzheim im Zuge einen Schwin⸗ del anfall, konnte ſich aaber noch auf eine Bank im Warteſaal ſchleppen, wo ſie zuſammenbrach. Bei Eintreffen des Arztes war ſie an einem Herzſchlag geſtorben. 5 Verurteilung eines ungetreuen Bankkaſſierers. Das Plenum des Kantonsgerichts St. Gallen ver⸗ urteilte den ehemaligen Prokuriſten und Bank⸗ kaſſierer Karl Rohner von der Filiale Mels der St. Galliſchen Kantonalbank wegen fortgeſetzter Unterſchlagung, Betkuges, betrügeriſchen und leicht⸗ ſinnigen Konkurſes zu einer Arbeitshaus⸗ ſtrafe von zwei Jahren und drei Monaten abzüg⸗ lich drei Monate Unterſuchungshaft und zu drei Jahren Einſtellung im Aktienbürgerrecht. Der An⸗ geklagte hatte ſeit dem Jahre 1927 mit gewagten Börſenſpekulatibnen einen Minimalverluſt von 160 000 bis 180 000 Franken erlitten und das von den Eltern erworbene Vermögen von 15 000 Franken, die Gewinne aus Transaktionen von 20—30 000 Franken, die bei ſeinem Inſtitut begange⸗ nen Veruntreuungen in Höhe von rund 52 000 Fr. und die von verſchiedenen privaten Geldgebern er⸗ haltenen Beträge in der Höhe von 70 000 Franken für Nu 8 0. Aus Rundfunk- Programmen Sonntag, 15. Dezember .00 Uhr: Frankfurt, Hamburg: Hafenkonzert. .00 Uhr; Fronkfurt, Zangenberg: Evang. Mor⸗ genfeier, cöntgs wüten bauen: Morgenfeler. 10.00 Uhr: München: Kathol. Morgenfeter. 11.00 Uhr: Frankf furt: Vortrag Pſychologte und Pädagogik. 11.15 Uhr: Stuttgart: Evang. Morgenfeier. 11.30 Uhr: Frankfurt: Elternſtunde, Königs wu⸗ ſterhauſen:„Hänſel und Gretel“, von Humperdin 12.00 Uhr: Frankfurt: Chorgeſang, Stuttgart Mtlitärkonzert 13.30 Uhr: Fronkfurt: Jugendſtunde. 14.00 Uhr: München: Schachfunk, Stutegaest Märchenſtunde. .00 Uhr: Frankfurt, Stuttgart: Konzert. 17.00 Uhr: Frankfurt, Stuttgart: Von Heſbel⸗ berg Konzert des Ba chvereins. 18.20 Uhr: Stuttgart: Von Mannheim: Theater 1nd Kritik, Zwiegeſpräch. 19.00 uhr: Brünn, Prag, Preßburg: gonzett, Konzert, Turin! Konzert. Wlen: Kammermuſik. 19.20 Uhr: Stuttgart: 20.00 Uhr: Frankfurt: Zitherkonzert, Hamburg; Heiteres Konzert, Langenberg: Der fibele Bauer, München„Die i Prag: Konzert, Wilen: 2 Walzertraum“, Zürich: Buntes Konz. 20.30 Uhr: Breslau: Das ſpricht Bände, Querſchnftt durch Nelſon Nene, Frankfurt, Stuttgart: Marienlieder, Kottowitz: Romantiſche Muſik, Ma l⸗ and: Oper:„Die Königstochter“, Toulouſe: Tanzmuſik. 21.00 Uhr: Fran kſurt, Stuttgart: Befreiungs⸗ feier von Bad Ems, Preßburg: Tanzmuſik, Ro m: Opernabend. 21.45 Uhr: Frankfurt, Stuttgart!! Quartette; Stockholm: Populäres Konzert. N 22.00 Uhr: Daventry: Militärmuſtk, London: Konzert. 22.45 Uhr: Frankfurt, Stuttgart: Luſtige Loutep⸗ lieder, Hamburg: Tanzmuſtk. Frankfurt und Stuttgart übertragen um 21.00 Uhr dle Be⸗ freiungsfeier aus Bad Ems. Mannheim über Stuttgart: Heidelberg über: Um 18.20 Uhr ſprechen in Dr. G. Storz und Dr. O. Goetz,„Theater und Kritik“. Welker Kachrichten der Badischen Landeswelterwarte Karlsruhe DSB Wind S Luft⸗ See 1 81 Wetter 12 Acht Stüt g Wertheim 151.„„ 0 bedeckt Königsſtuhl 565 778.9 12 4 3. leicht Nebel Karlsruhe 120 778.6 7 6 W. ſchwach bidekt Bad. ⸗Bad 218 778,6 81 8 6 S leicht halbbedeckz Villingen 780 6460 2 6—1 SW 7 bedeckt Feldba. Hof 1275 1 1 8 SW- ſſchwach 75 Badenweil.— 774,8 80 8 2 SW leicht 5 St. Blaſten 780— 0 5 2fſtil 55 Bad. Dür h.—— 1 6 2 N 5 90 Wetterausſichten für Sonntag, 15. Dezember: Zeitweiſe aufheiternd, vorwiegend trocken und tags⸗ über mild, bei ſchwachen ſüdlichen Winden. Nachts ſtellenweiſe leichter Froſt, tiefe Lagen Morgennebel. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Dezember Rhein Pegel 10 11. 5 13 14 Neckar wegen 11. 7 1814 Fafel 9058.18.7 0,041 5 Schuſterinſe!.50085.80.08100 Manngeim.16.352 892.85 Fehl 12202 0 212.3345 Jagſtfeld.50(.40 0,89 104 Maxau.808.698.9140.18 Mannheim.162,28 2 38.692,78 Taub.29.88 J,50 1 66186 Köl, 1 83018576 422 84 TSbleften Togal⸗Tabletten ſind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischlas, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerzen, Erkältungs krankheiten. Laut notarieller Beſtätigung anerkennen über 500 Kerzte, darunter viele bedeutende Proſeſſoren, die gufe Wirkung des Togal. Ein Verſuch überzeugt! Fragen Sie Ihren 5 In allen Apotheken. Preis Rm.40. Mannheimer Apothekervereinigung 5 5,40 Chin. 1218 Lith. 74, Acid acet. sal ad 100 Amy. Ein NMeihmaditsgeschienſt fur Ihren Sohin, fir das er Ihnen zeitlebens danlten wird Sichern Sie lhrem Sohn zu seinem 18. oder 21. 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Schon rein äußerlich kommen dieſe Erfolge in einer Zu⸗ nahme des Mitgliederbeſtandes zum Ausdruck, der ſich gegen das Vorjahr um etwa 5000 erhöht hat und nun 121 000 beträgt. Dieſe Steigerung im Das. der bekannt⸗ lich ſchon ſeit langem der größte Kraftſport⸗Verband der Welt iſt, iſt nicht zuletzt auf die Erfolge zurückzuführen, die die Mitglieder des Das. bei den Olympiſchen Spielen in Amſterdam errangen. Die Reihe der internationalen Erfolge in der vergangenen Salſon wurde mit den Europameiſter⸗ ſchaften im Ringen, die in der Dortmunder Weſtfalenhalle durchgeführt wurden, begonnen. Gehring⸗Ludwigshafen und Sperling⸗Dortmund holten ſich im Schwer⸗ bezw. Leichtgewicht die vielbegehrten Titel. Rupp⸗Mannheim be⸗ legte im Halbſchwergewicht einen ehrenvollen zweiten Platz Bei den Europameiſterſchaften im Gewichtheben in Wien ſetzte der Olympiaſieger Straßberger⸗München ſeinen internationalen Siegeszug durch einen klaren Sieg im Schwergewicht(mit 12,5 Kg. Vorſprung) fort. Außer ihm wurde noch Vogt⸗Ochtendung im Halbſchwergewicht Europa⸗ meiſter. Sehr gute Plätze belegten Rheinfrank⸗Mann⸗ heim im Mittelgewicht, Jordan⸗Cannſtatt im Leichtgewicht, Schäfer⸗Stuttgort im Federgewicht, Helbig⸗Plauen im Leichtgewicht. Hofmann⸗Magdeburg im Mittelgewicht, Bier⸗ wirth⸗Eſſen im Halbſchwergewicht. Durch dieſe große An⸗ zahl von Siegen konnte die deutſche Mannſchaft den „Großen Preis der Nationen“, der für die beſte Geſamt⸗ leiſtung ausgeſetzt war, nach Hauſe bringen. Der einzige Länderkampf, den der DAS. in dieſem Jahr zur Durchführung brachte, der Länderkampf gegen Dänemork in Ludwigshafen, brachte Deutſchland mit:1 Siegen einen unerwartet hohen Sieg, der aufs neue die Klaſſe der deutſchen Ringer unter Beweis ſtellte. Ein weiterer Länderkampf ſollte Anfang Dezember gegen Frank⸗ reich in Nürnberg durchgeführt werden, doch haben ſich die Verhandlungen mit dem franzöſiſchen Verband verzögert, es beſteht jedoch die Hoffnung, daß der Kampf noch in den nächſten Wochen abgewickelt werden kann. Im Mittelpunkt ber nationalen Verauſtaltungen 850 die glanzvoll verlaufenen Meiſterſchaftstage von zillingen, wo die deutſchen Einzelmeiſter im Ringen und Gewichtheben ermittelt wurden. Die deutſchen Mann⸗ ſchaftsmeiſter im Ringen, Gewichtheben und Boxen wurden in einer großen Anzahl von ſpannend verlaufenen Vor⸗, Zwiſchen⸗ und Schlußkämpfen, die jeweils an den Orten der qualifizierten Mannſchaften ſtattfanden, feſtgeſtellt. Die Verkäufe Gelegenheitskauf! Neue Schreibmaſchine [Erika], Anſchaffungs⸗ preis 270 /, für nur 160 Mk. gegen Kaſſe ab⸗ zugeb. Zuſchr. u. B R Nr. 52 an die Geſchſt. B5491 1 Photo⸗Klappkamera 9 X 12, Doppel⸗Ana⸗ ſtigmat, Compurver⸗ ſchluß, drei Kaſſetten, billig zu verk. Adreſſe in der Geſchſt. 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Athletenelub Pirmaſens; im Boxen: Verein Königsſeer Boxfreunde, Königsſee i. Thüringen. Das Programm des kommenden Jahres ſteht bereits in großen Zügen feſt. Die Einzelmeiſter⸗ ſchaften kommen im Rahmen der Deutſchen Kompfſpiele in Breslau zum Austrag. Für alle Uebungen, die in Breslau nicht zur Entſcheidung kommen, wurde Mayen bei Koblenz als Austragungsort beſtimmt. Außerdem Regensburg für die Raſenkraftſportmeiſterſchaften und Dieburg(Heſſen) für den Verbandsjugendtag, Stutt⸗ gart für die Boxmeiſterſchoften und Berlin für die Jiu⸗Jiu⸗Titelkämpfe. * Hockey⸗Klubwettkampf Am Sonntag findet ein Klubkampf zwiſchen der Man n⸗ heimer Tur n⸗Geſellſchaft und dem Turn ver⸗ e in 18 46 ſtatt. Ganz beſonderes Intereſſe erweckt natür⸗ lich das Spiel der beiden 1. Mannſchaften, nachdem die zwei letzten Treffen in der vergangenen Saiſon unent⸗ ſchieden endeten. Auf jeden Fall iſt ein äußerſt ſpannendes Spiel zu erwarten, das eine endgültige Klärung über die Spielſtärke der Mannheimer Hockey⸗Vereine ſchaffen wird. Der Klubdampf wird mit 5 Mannſchaſten ausgetragen. Die unteren Mannſchaften ſpielen vor dem Spiel der Erſten. Porath auch von der Newyorker Boxkommiſſion disqualifiziert Newyork, 14. Dez.(United Preß.). Die Disgqualifi⸗ zierung des norwegiſchen Schwergewichtsmeiſters Otto von Porath wegen Tieſſchlages, den er vor einigen Tagen dem engliſchen Schwergewichtsmeiſter Phil Scott beibrachte, geſtern von der Newyorker Boxkommiſſion bekannt ge⸗ ben worden. Gleichzeitig wurde dem Unternehmer Mae Ardle, der einen Hampf zwiſchen Porah und Paolino be⸗ abſichtigte, die gubnis hierzu verweigert. 1 2827777777787285 Jord Sehr ſchöne guterhalt. Abendkleider r. 42—44. bill. zu verk. nzuf. v. 178% Uhr. , ſagt die Geſchäftsſt. 28780 1 Herten⸗Ulſtes 4 Herren⸗Ueberzleher (Talllenrock), 1 Damen⸗ mantel, braun mit Nutriakragen, 1 Lüfter J. Gas u. 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Unbrauchbar oder gar verderbliche für Er⸗ ziehung der Jugend. Auch zur Durchbildung von K umd Chararter der Aelteren iſt das Boxen noch wi ſchätzt. Abgelehnt von den meiſten Turnern, S n und Gymnaſten blieb das Boxen auf kleine Boxern beſch zeugende Beg t. Für Auftlärung hierin und f erung für das Boxen „Gymnaſtik Joxball“. Selbſt Fachleut Boxer ſind erſtaunt über die Fülle der Möglichteiten, die ſich in bunter und reicher am Boxball bbeten. Wie Hans Surén die Schulung auf Selbſt vert rte dieſer Selbſtbeherrſchung, aue Ent⸗ ſchlußfähigkeit und auf die Bildung des rakters er⸗ kannt, und wie zündend er dies geſchildert hat, das kann nur ein Ergebnis perſönlicher, langer Erfahrungen ſein. Wer wußte bisher, daß das Ballboxen eines der durch⸗ ſchlagendſten Mittel zur Schulung der Innendräfte iſt? Aeßerſt feſſelnd ſind die Schilderungen ſeiner eigenen Er⸗ lebniffe, ſetner beiſpielgebenden Leiſtungen und die A wie er ſie in allen Lebenslagen durchgeſetzt hat. wert iſt ein Beiſpiel ſeiner Trainingserfolge bei wachſenen Schüler. Nicht ein Abſchnitt iſt lan 0 lehrend geſchrieben— alles iſt in kürzeſte, ſpannende 5 gebracht— be ernd leſen ſich viele Stellen. Der Na des Verfaſſers bekannt durch ſeine weitve Bücher ſetner„Sursn⸗K rßchule“ bürgt auch i 5 1 a 1 Nörpe ingsart und dieſem Bu ſt ine d artige, jn vollſtändig neue At B ll. Auch d 3 Buch hat B n ver 5 in veichen Llar ſind in 2 heit geeignet, gleicher Kr zuſpornen. Schli faſſer ſeine Erfahrungen am Ball mi L ſchlägen über verſchtedene Ausgleiche und Erg f 5 1 über Lockerung und Kraftzun und Erholung— über geſunde Lebe perpflege. Jahrzehntelang war dem boxen ein Lieblingssport, dies Buch ihm eine Herzens⸗ . und ein Vermächtnis an die gleich ihm ſtrehende Ju⸗ 8 Buch Gutes wirken und len Förderung von Körper und Begeiſterung an ßend und Freunde. So wird da dazu beitragen zu einer kraftvr und Charakter ſowie zur Freude Kraft und Selbſtbeherrſchung. kehrsunfall— Beſchlagnahme gefälſchter Weine Karlsruhe, 14. Dez. Am geſtrigen Freitag vor⸗ g fuhr ein verheirateter 36 Jahre alter Arbeite aus Wöſſingen mit ſeinem Perſonenkraftwagen beim Einbiegen in die Wilhelmſtraße aus Unvorſichtigkeit auf die Inſel vor der Anſchlagſäule am Weſtende des Werderplatzes auf. Dabei warf er die 63 Jahre alte Witwe L. M. und die 62 Jahre alte Ehefrau E. R. zu Boden. Die Witwe erlitt erhebliche Verletzun⸗ gen, während die R. leichter verletzt wurde. Beide mußten ſich in ärztliche Behandlung begeben. Zwei weitere Frauen, die ebenfalls in Mitleidenſchaft ge⸗ zogen wurden, ſind unbekannt. Der Kraftwagen mußte abgeſchleppt werden und wurde polizeilich ſichergeſtellt. Der Führer wird ſich wegen fahrläſſiger Körperverletzung zu verantworten haben.— Wie die Badiſche Preſſe von maßgebender Stelle erfährt, murden vom Badiſchen Weinkontrolleur in den letzten Wochen in Karlsruhe und Umgebung größere Mengen gefälſchter Weine ver⸗ ſiegelt und beſchlagnahmt. Auf Rückfrage wird die Tatſache beſtätigt, jedoch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß es ſich nicht um badiſche, ſondern um eingeführte Weine handelt. Das gerichtliche Verfahren gegen die Weinpanſcher iſt eingeleitet. Dem Weinkontrolleur iſt es gelungen, den Panſchern auf die Spur zu kommen, bevor es ihnen möglich war, die Weine in den Konſum zu bringen. Es handelt ſich um mehrere hundert Hektoliter gefälſchte Weine. Baden⸗Badens Fremdenziffern im November * Baden⸗Baden, 12. Dez. Die Fremdenziffern Baden⸗Badens weiſen einen zufriedenſtellenden Be E= mitta ſuch nach. Allerdings hat die Geſamtbeſuchsziffer dieſes Jahres die vorjährige nicht erreicht. Doch übertrifft der diesjährige Novemberbeſuch den vor⸗ jährigen mit 2678(2293). Beſonders auffallend iſt die ſtarke Zunahme des Ausländerver⸗ kehrs. Den Hauptanteil ſtellen die U..., es folgen daun Großbritannien, die Schweiz, Nieder⸗ lande und Frankreich. Der Ausländerbeſuch beträgt bis jetzt 25,6 v. H. des Geſamtjahrbeſuchs(1928: 22 2 1 Goſchaftiſche Diilteſfungen Schlechter Schlaf, Appetitl * Trinkt Fachinger. Schwäche. Das Geſundheitswaſſer„Staatl. friſcht das Blut auf, kräftigt den Organismus und ver⸗ längert dadurch das Leben. S 169 Weihn.-Geschenke! J goldene Rerrenuhr Ohrringe, Anhänger, 2 Nadeln, alles neu, pri⸗ vat. billig zu verkaufen. 9196 Telephon 217 34. 722 Stantuhe wegen Umzug billta zu verkaufen. 59263 S 6. 8, part. Paar gebr. Skier 1,80 Mtr., billig ab⸗ zugeben.* 9262 777 Hatzenbühler, O 6, 1. Moderner, guterhalt. 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Dezember wurde der Vorſchlag für Errichtung eines Milchhofes in Pforzheim angenommen. Er ſoll am Lagerplatz des Städtiſchen Tiefbauamtes an der Erbprinzenſtraße beim Bahnhof erbaut werden. Die Stadtverwaltung Pforzheim, die den Vorſitz hat, die Milchzentrale e..m. b. H. Pforzheim, die Schwarz⸗ waldmilchverkaufsgenoſſenſchaft e. Gem. b. H. Wiloͤberg und Milcherzeugergenoſſenſchaft des Bezirks Pforz⸗ heim e...b. H. Pforzheim werden die zu gründende „Milchverſorgung Pforzheim Gem. b..“ bilden. So hat Pforzheim ſeinen lange gehegten Plan verwirk⸗ licht und die Bevölkerung wird der Stadtverwaltung Pforzheim dankbar ſein, von nun an nur noch gerei⸗ nigte und entkeimte Milch zu erhalten. Die Bodenverſchuldung in der Pfalz Auf Grund der Nachweiſungen der Grundbuch⸗ ämter wurden im Jahre 1928 in der Pfalz insgeſamt 129,2 Mill. 4 Hypothekenſchulden neu eingetragen. Mit dieſer Summe weiſt die Pfalz nach Ober⸗ bayern die höchſte Bodenverſchuldung in Bayern auf. Von der Geſamtbelaſtung entfällt der weitaus größte Teil, nämlich 81,3 Millionen, auf ſtädtiſche oder gewerblich benutzte Grundſtücke. Auf land⸗ oder forſtwirtſchaftlich benutzte Grundſtücke wurden 42 Millionen eingetragen, der Reſt von 5,9 Millionen auf Grundſtücke, die teils ſtädtiſches Eigentum ſind, teils wirtſchaftlich benutzt wurden. Gegenüber dem Jahre 1927 iſt die Bodenſch uld in der Pfalz um rund 7 Millionen /, d. i. um 5,7 v. H geſtiegen. Die Hypothekenlöſchungen haben auch 1928 wieder etwas zugenommen und zwar von 25,1 Mill. auf 29,5 Mill.. Die Eintragung von Aufwertungs⸗ beträgen, die im Jahre 1926 ihre Höchſtziffer erreichte, hat ihre rückläufige Bewegung 1928 ſtark fortgeſetzt. Es wurden 486 016, Aufwertungsbeträge neu ein⸗ getragen, gegenüber 5,5 Millionen im Vorjahre. Ge⸗ löſcht wurden 1,5 Millionen Aufwertungsbeträge gegenüber 16 Millionen im Jahre 1927. Eigenartige Wahl⸗Mehr⸗Stimmzettel als Wahlberechtigte * Ludwighafen, 13. Dez. Der„N. Pf..⸗Ztg.“ wird aus Leiſtadt(Pfalz) berichtet, daß die Zählung der dort bei der Gemeinderatswahl abgegebenen Stimmen ein eigenartiges Ergebnis zeitigte. 598 Wahlberechtigte zählte der Ort. Am Montag morgen waren in der Urne aber drei Stimmzettel mehr. Dieſe drei Stimmen waren für die Beſetzung eines Gemeinderatspoſtens von ausſchlaggebender Bedeu⸗ tung. Die Wahlakten ſind dem Bezirksamt zur Prü⸗ fung zugegangen. Wer wird Oberbürgermeiſter von Wiesbaden? * Wiesbaden, 13. Dez. Der Aelteſtenausſchuß der Stabdtverordnetenverſammlung hat heute abend mit großer Mehrheit beſchloſſen, die zu beſetzende Stelle des Oberbürgermeiſters aus zuſchreiben. * Heddesheim, 11. Dez. Aus der jüngſten Ge⸗ meinderatsſitzung iſt zu berichten; Von einer Verfügung des Bad. Bezirksamts Weinheim über die Finanzwirtſchaft der Gemein de wurde Kenntnis genommen. Dem Bezirksamt ſoll berichtet werden, daß z. Zt. eine Beitreibung der Rückſtände im Hinblick auf die ſchlechte finanzielle Notlage der Landwirtſchaft ausſichtslos iſt.— Die Verſteigerung zweiter Ziegenböcke und eines Ebers wurde geneh⸗ migt.— Der Futterhafer ſoll von den Submittenten Schaaff und Genoſſen zum Preis von RM. 18 je Doppelzentner angekauft werden.— Ein Farren ſoll verſteigert werden und ein Zuchteber im Alter von 6 Monaten durch ein Gemeinderatsmitglied angekauft werden.— Die Herſtellung eines Zementſockels für die zu errichtende Wohnbaracke wurde dem Submit⸗ tenten Johann Müller zu ſeinem Angebot über⸗ tragen. Bei der Baracke ſoll ein Brunnen erſtellt werden.— Von der Verfügung des Bezirksamts Weinheim über Verkehrsgefahren— Unter⸗ weiſung der Schuljugend— wurde Kenntnis ge⸗ nommen und beſchloſſen, daß für die Schuljugend ein Lichtbildervortrag abgehalten werden ſoll.— Die Einrichtung einer zweiten Brennſtelle und Ver⸗ legung der alten Lichtleitung in Rohr in einem Schulraum des alten Schulhauſes wurde der Firma Schmitt u. Co. zum Angebot übertragen.— Die Er⸗ ſtellung einer Maſchinenhalle auf den Schäffert⸗ wieſen für die Landbau⸗Maſchinen wurde dem Zim⸗ mermeiſter Gaßner zum Angebot übertragen.— Die Winter bekämpfung der Schnaken ſoll durch Erwerbslose(Ausgeſteuerte) durchgeführt werden.— Dem Geſuch der Frau L. Münchgeſang aus Mannheim⸗Feudenheim um Erlaubnus zur Aus⸗ übung der Zahnpraxis in Heddesheim wurde ent⸗ ſprochen, jedoch der Wohnungszuzug abgelehnt.— An der öſtlichen Seite der Bahnhofſtraße im Orts⸗ teil Muckenſturm ſollen Obſtbäume angepflanzt werden. Neue ki Von allen Gebieten der bildenden Kunſt dürfte die Kirchenbaukunſt ſowie die maleriſche und pla⸗ ſtiſche Ausſtattung des Kirchengebäudes heute das⸗ jenige ſein, auf dem trotz äußerlich ziemlich ſtarker Betätigung die wenigſten ſchöpferiſchen Begabungen tätig ſind und zu dem wir auch wohl gegenwärtig das geringſte innere Recht haben. Die Gründe für dieſe Erſcheinung nachzuweiſen, würde eine weit⸗ läufige und tiefgreifende Unterſuchung fordern. Das Verhältnis des Proteſtantismus zu den bildenden Künſten war im Gegenſatz zur Muſik niemals ein eigentlich ſchöpferiſches und konnte es nach der Natur dieſes Bekenntniſſes auch kaum ſein. Was den Katholizismus angeht, dem wir in früheren Jahrhunderten faſt alle großartigen Lei⸗ ſtungen ſakraler Kunſt verdanken, ſo mag es immer⸗ hin als ein Symptom gewertet werden, daß auch die katholiſche Kirchenkunſt, was Architektur und figürliche Darſtellung angeht, ſeit über 100 Jahren, alſo etwa ſeit den Tagen der Nazarener, keine wahrhaft neuſchöpferiſche Lei⸗ ſtungen aufzuweiſen hat, ſondern meiſt nur matte und ſchwächliche Nachahmungen vergangener Groß⸗ kunſt oder beſtenfalls reformeriſche Verſuche dar⸗ bietet, die, wie jene von Beuron, theoretiſch inter⸗ eſſant ſein mochten, aber praktiſch neutral und blut⸗ los geblieben ſind. 5 In der Zeit vor und auch noch kurz nach dem Kriege dachten wir alle über die Möglichkeiten einer wahrhaft modernen, chriſtlich⸗religiöſen Kunſt weit optimiſtiſcher, als dies heute der Fall iſt. Auch der Verfaſſer dieſes Artikels glaubte in ſeinem 1919 er⸗ ſchienenen Buch„Kunſt und Religion“(Kurt Wolff Verlag) zum mindeſten„präreligiöſe“ Auſätze und Möglichkeiten in der Kunſt und Kunſtgeſinnung des ſog. Expreſſionismus entdecken zu können. Tatſächlich ſind ja auch vom Expreſſionismus her, wenn man den Begriff weit genug faßt, Anregungen ſtärkſter Art auf die kirchliche Kunſt beider Kon⸗ feſſtionen ausgegangen. Freilich wurde der Widerſtand der kirch⸗ lichen Autoritäten und der Kirchenbeſucher ſelbſt um ſo kräftiger, je„expreſſiver“ und perſön⸗ licher der künſtleriſche Ausdruck wurde. Die ſtärk⸗ ſten Begabungen— man denke etwa an die religiöſen Bilder Emil Noldes— konnten naturgemäß nicht in die Kirche eindringen, weil ſie das nun ein⸗ mal eingebürgerte Herkommen des ſakralen Stils liber Gebühr zu verletzen ſchienen. Meiſt nur Be⸗ gabungen mittleren Ranges, die ſich trotz ihrer un⸗ zweifelhaften Zeitverbundenheit den Konventionen des kirchlich Zuläſſigen anzupaſſen wußten, haben ſich hie und da die Kirche erobert. Nicht immer iſt der Mut, mit dem die kirchlichen Behörden den mo⸗ dernen Künſtler und damit den modernen Menſchen für die Kirche heranzuziehen verſucht haben, voll belohnt worden— man denke nur an die nicht eben glückliche Ausmalung des Bamberger Doms durch einen bekannten Münchner Künſtler!— und wir verſtehen die Vorſicht, mit der man ſich neuerdings, etwa in der Frage der Ausmalung des Mainzer Doms, auf eine bloße farbige Tönung ohne Orna⸗ ment und Figur beſchränkt hat. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten äußerer und innerer Art, denen heute das Wagnis mo⸗ derner kirchlicher Kunſt begegnet, iſt das Be⸗ gehren der Maler und Plaſtiker nach kirchlichen Auf⸗ trägen immer wieder groß: nicht nur aus wirtſchaft⸗ lichen Gründen, ſondern weil hier und faſt nur hier das Bedürfnis nach der großen Fläche, die Mög⸗ lichkeit monumentaler Geſtaltung— Prüfſtein aller großen Kunſt— befriedigt wird. Auffallenderweiſe ſind gerade im letzten Jahrzehnt, trotz aller finan⸗ ziellen Schwierigkeiten und trotz der Kriſis konfeſ⸗ ſionellen Chriſtentums, recht viele kirchliche Neubauten errichtet worden, insbeſondere auch von katholiſcher Seite. Man muß ſich jedesmal freuen, wenn der Auftrag der Ausſtattung nicht den Routiniers althergebrachter„kirchlicher Kunſt“ zu⸗ fiel, ſondern den Vertretern neuen Kunſtwollens— mochte man auch gerade, aus verſtändlichen Grün⸗ den, an den allerſtärkſten Begabungen vorübergehen. In den letzten Jahren ſind auch in Baden und in der Pfalz eine Reihe von großen Aufträgen kirchlicher Malerei vergeben worden und zwar an Künſtler von wirklichem Rang, an Künſtler von ent⸗ ſcheidender Modernität der Geſinnung. Zum Teil handelte es ſich um Ausmalungen älterer, ſchon vor⸗ handener Kirchen, zum Teil um Neubauten, die naturgemäß nach entſprechender Innenausgeſtaltung durch die Künſte der Malerei, der Plaſtik, der Metall⸗ ſchmiedekunſt, der Graphik verlangten. An dieſer Stelle ſoll kein vollſtändiger Ueberblick und auch keine ſehr eingehende Wertung des Geleiſteten verſucht werden; ſie würden eine ſehr ausführliche Unter⸗ ſuchung verlangen. Es ſoll nur auf den erfreulichen lechliche Malerei in Baden F. Hartlaub, Direktor der Mannheimer Kunſthalle Wagemut hingewieſen werden, mit dem man Maler wie Albert Haueiſen, Auguſt Babberger und Willi Oeſer zu Arbeiten größten Umfanges herangezogen hat und auf das im Ganzen und Gro⸗ ßen doch recht überraſchende Gelingen, von dem ein Großteil dieſer Arbeiten gekrönt worden iſt. Ich mache perſönlich keinen Hehl daraus, daß mir die ſtärkſte und überzeugendſte Leiſtung vorzuliegen ſcheint in jenem Bilderzyklus, mit dem Prof. Albert Haueiſen die Peter und Pauls⸗ kirche in Karlsruhe ausgeſchmückt hat: eine Flucht mächtiger Wand⸗ malereien in den beiden Seitenſchiffen, ein monumen⸗ tales Altarbild und ein großer Gottvater in der Chorniſche. Leider iſt die rein dekorative Bemalung des Geſamtinnenraumes dieſer im übrigen recht un⸗ bedeutenden Kirche nicht ſo überzeugend ausgefallen wie die figürliche Ausſtattung durch die eigentliche Wandmalerei; ſie betont das kleinliche Weſen dieſer matten Profile aus einer epigonenhaften Zeit, an⸗ ſtatt durch eine diskrete zuſammenfaſſende Tönung von all den ſchlechten Details abzulenken(mag auch, wie wir hören, ſchon Vielerlei unterdrückt und weg⸗ geſchlagen worden ſein). An dem zentralen Punkte der Kirche, dort, wo über dem Chor der große monu⸗ mentale Gottvater das Ganze beherrſchen ſoll, hat ſich— um auch dieſen Einwand vorweg zu nehmen der„genius loei“ von Karlsruhe nicht eben in der günſtigſten Weiſe behauptet: dieſer Gottvater iſt zu ſehr der gute, freundliche, etwas großväterliche Greis, wie ihn uns Altmeiſter Hans Thoma in ſeiner harm⸗ loſen Kalenderweiſe nahe gebracht hat. Sehen wir aber von dieſen Schwächen ab, ſo iſt die eigentliche Hauptfolge der Paſſionsbilder in den beiden Seitenſchiffen trotz und vielleicht auch wegen der oft nur ſkizzenhaften Ausführung als ein ſchlecht⸗ hin gelungener, ja großartiger Wurf anzuſprechen. Es iſt höchſt bemerkenswert, wie ſich Haueiſen, der ja nicht eigentlich von der Wandmalerei herkommt und dem das religiöſe Gebiet wohl urſprünglich ziemlich fern lag, in dieſen ſo unendlich oft abgehan⸗ delten Stoff lebendig eingefühlt hat, ohne dabei das nun einmal erforderliche ſakrale Herkommen zu verletzen. Haueiſen hatte ſich ſeine Sporen als Wandmaler ſchon verdient in der Menſa der Tech⸗ niſchen Hochſchule. Während die große Flucht der Kirchenmalereien in Arbeit war— fünf Jahre lang hat der Maler da⸗ ran geſchaffen— entſtand wie zur Erholung noch die Folge der einzelnen Wandfelder in der Rheiniſchen Creditbank zu Karlsruhe. An anderer Stelle ſoll die Folge der Haueiſen'ſchen Kirchenbilder, unterſtützt von den Abbildungen, noch eingehender unterſucht werden: hier ſei nur betont, daß es dem Künſtler gelungen iſt, erſtens die Bil⸗ der in ihrem figürlichen Maßſtab und ihrer Kompo⸗ ſition dem räumlichen Geſamtcharakter der Kirche anzupaſſen, zweitens die geſamte Bilderfolge farbig in einer zurückhaltenden Koloriſtik glücklich aufein⸗ ander abzuſtimmen und endlich in der Durchbildung der einzelnen Paſſionsgeſchehniſſe zu einer drama⸗ tiſchen Wucht und Kühnheit der Erfindung vorzu⸗ ſtoßen, wie ſtie wohl ſeit Delaeroix! großärtigen Wandmalereien in Paris mit ſolchem Glück nur ſelten gelungen iſt. Hier iſt nichts von einem dünnen ſtiliſterenden Nazarenertum, nichts von der fröm⸗ melnden blutloſen Art hergebrachter„kirchlicher Kunſt“, ſondern hier weht ein kräftiger, ja ſtürmi⸗ ſcher Atem, hier entfaltet ſich ein Temperament, das unbeſchwert von allzu viel Theorien und mit den Mitteln recht eigentlicher,„großer Malerei“ zum Ziele gelangt iſt.— Sehr im Gegenſatz zu der vom Impreſſionismus, mehr noch von Delacrbix und Rubens herlommenden Art des Haueiſenſchen Barock, iſt die Weiſe, mit der Prof. Auguſt Babberger ſeine Kirchen geſchmückt hat; von ſtrengen Geſetzen erſcheint ſie diktiert und von bewußten Erkenntniſſen geleitet, denen ja auch Babberger als Lehrer und Theoretiker Ausdruck zu geben gewohnt iſt. In Bab⸗ bergers künſtleriſchem Ehrgeiz, der immer zu größten Formaten und zu monumentalſten Erfindungen greift, liegt inſofern etwas Tragicches, als Babber⸗ gers Kunſt nicht eigentlich dem aktuellen Wollen un⸗ ſerer Gegenwart entſpricht, mithin in ihrer gewiſſen Zeitferne auch nicht gerade von den lebendigſten Kräf⸗ ten dieſer Gegenwart getragen wird. Manche werden in Babberger den verſpäteten Prae⸗Raffaeliten ſehen wollen, manche die Notwendigkeit dieſer Kunſt ſchon darum nicht zugeben, weil es ihr in einer Zeit ganz anderer architektoniſcher Aufgaben ja auch an Raum, an eigentlicher Anwendungsmöglichkeit gebricht. Babbergers immer durch den Filter zahlreicher Theorien gegangene Kompoſitionen haben darum nicht ſelten etwas Blutlos⸗ Feierliches, für das nicht jedermann heute Sinn hat. Perſönlich muß ich be⸗ kennen, daß mir bisweilen in dem Lyrismus des Karlsruher Malers ein Ton von tranſzendenter Reinheit, von antiker Herbheit und Unſchuld ent⸗ gegenklingt, ein Ton, den ich unverlierbar bewahre. Mir ſcheint es darum auch ſehr verſtändlich und ſehr bezeichnend, daß ein Mann wie der Hölderlinfor⸗ ſcher Wilhelm Michel in Darmſtadt gerade aus ſei⸗ ner inneren Verbundenheit mit der archaiſchen Kri⸗ ſtallwelt Hölderlins Worte höchſten Lobes für Bab⸗ bergers Kunſt gefunden hat. Babberger hat in Ba⸗ den und in der Pfalz zwei Kirchen ausgemalt, die Matthäuskirche in Karlsruhe und die Stadtkirche in Neuſtabdt a. H. In beiden Fällen kann man über die innere Zu⸗ ſammengehörigkeit und Einheit von Bild und Raum verſchiedener Meinung ſein und mancher wird im Chor von Neuſtadt und Karlsruhe die Babberger⸗ ſchen Geſtalten nur wie einen zufällig hingehängten Teppich, nicht als einen organiſchen Beſtandteil des Raumganzen empfinden. Trotzdem ſind Babberger mindeſtens in Einzelheiten auch hier Erfindungen von einem wunderbar ſtrengen, wahrhaft engelhaften Klang gelungen. Vielleicht iſt Babberger wirklich der letzte Präraffaelit, vielleicht übertrifft er ſie aber auch alle durch die naive und unkünſtliche Wahrheit ſeines Wollens, das in glücklichen Stunden zweifel⸗ los über das blos Dekorativ⸗Kunſtgewerbliche weit hinausragt.— Ueber Auguſt Babberger und ſeine Kunſt, die m. E. oft unterſchätzt wird, iſt das letzte Wort noch keineswegs geſprochen. Ebenſo wenig über die Kunſt eines viel jüngeren Malers wie Willi Oeſer⸗Mannheim, dem die Gemeinde der Peterskirche in der Schwetzingerſtadt erfreulicherweiſe eine ſchätzbare, monumentale Gelegenheit dargeboten hat. Oeſers Begabung, die ausgeſprochen mit dem chriſtlich⸗katho⸗ liſchen Gegenſtand verbunden ſcheint, ſteht in ſeinen Grundabſichten der Art Auguſt Babbergers immer⸗ hin näher als etwa dem barocken Impreſſionismus eines Haueiſen. Aber er iſt weit naiver, volkstüm⸗ licher als Babberger und auch konfeſſionell und religiös ſtärker gebunden, als es der arclaiſche, hym⸗ niſche Lyrismus des Karlsruher Meiſters zuläßt. Willi Oeſers auf Leinwand gemalte Bilder ließen immer wieder den Wunſch wach werden, daß es dieſem jungen Maler bald vergönnt ſein möchte, im beſten Sinne„angewandte“ kirchliche Kunſt zu ſchaffen, ſei es als Wandmaler oder mit Entwürfen für Glasfenſter und Moſaiken. Dieſer Wunſch iſt jetzt durch den verſtändnisvollen Auftrag der kirch⸗ lichen Behörde erfüllt worden, und der Neubau der Peterskirche in der Schwetzingerſtadt bot dem Künſt⸗ ler naturgemäß größere Freiheit als die Anpaſſung an einen vorhandenen Bau, wie ſie Prof. Haueiſen erlaubt war. Reſtlos gelungen ſcheint mir die Löſung der Auf⸗ gabe bei Oeſer trotzdem noch nicht. Die Geſamt⸗ tönung die Kirche in einem kalten Hellblau ſteht nicht ſehr glücklich mit den großen Einzelfiguren des Künſtlers im Triumphbogen des Chors zuſammen. Die Figuren wirken auf dieſem Grunde etwas hart und wie ausgeſchnitten, in der Zeichnung befriedigt u. a. der untere Abſchluß der Figuren nicht, iſt doch den Geſtalten durch das Fehlen einer Andeutung der Füße das ſtatiſche und ſtruktive Moment ge⸗ nommen. g 5 Alle dieſe Einwände laſſen aber die beſonderen Vorzüge der Oeſerſchen Erfindung nicht überſehen: ſeinen Sinn für eine ſtarke und einfache Silhouette, ſeine höchſt perſönliche und oft ergreifende Bildung der Köpfe und der Gebärden, überhaupt ſeine ſtrenge und dabei faſt derbe Art, die ihn vielleicht als Kirchenmaler zu unmittelbareren Wirkungen wird kommen laſſen, als ſie der arkadiſchen Verklärtheit Babbergers oder dem ſinnlichen Schwung Haueiſens möglich ſind. Es iſt zu hoffen, daß dem Künſtler in nächſter Zeit noch öfter derartige monumentale Gelegenheiten geboten werden, bei denen er gewiß bald zu völligem Gelingen heranreifen wird. § Ein teures Telephongeſpräch. Ein Obſtgroß⸗ händler in Bad Dürkheim hatte von einem Nachbar⸗ ort aus zwei Telephongeſpräche geführt. Er bezahlte nur eines davon und beſtritt dem Wirt, deſſen Apparat er benutzte, das zweite Geſpräch. Wegen Betrugs verurteilte ihn nun das Amtsgericht Lan⸗ dau zu 12, Geldſtrafe und 4 Tagen Gefängnis. Schluß des redaktionellen Teils 3 Platten Musi Apparate HBrögtes Spesialſiaus . Egon W N 2. 12 N 2. 12 N Aena e und HReserbe 45 Millionen NReichsmarht Filiale Mannheim, B 4, 2 AuUsfüUrw urigen Aller DenkrnSBI ger Seschelte ri chlSfrie, Herdel urid Gewerbe. Peschdere Pflege der Pezleruurger Zur PrivafKuradscieff. Armer Vor Spergelderni geger Perksperbuchi urid Ausgabe von Sperbriefer.. zesellschaft Depositen kassen: Mannheim Heidelbergerstraße, P 7, 15 Mannheim- Neckarstadt, Meßplatz 5 Ecke Schimpersttege Mannheim, Q 2, 5 Mannheim, Seckenheimerstraße 72 Mannheim, Friedrichsbrũ cke, K 1, 9 Mannheim. Lindenhof, Meerfeldstraße 27 Mannheim- Neckarau, Marktplatz 2 1 0 ö 1 1 e 2 e i K N d el JJC. ² ͤͥͤ JAV — Samstag, den 14. Dezember 1929 5 Für die Dame: Straßenschuhe in ellen ledetretten, besonders f 0 2 H E R S C H RA N KE ZUSAMMENSETZ BAR f NOTENSCHRRANKCHEN NACH ENTWURF voN H E R R E N 2 i M M E N PROF. CARL. SAT TLER DIREKT. OER STAATS- SCHULE FUR AN- GEWANODOTE KUNST MONCHEN. Amd MS Möskl-FABRIK s. GurMaNN VERKAUF SSTELLE MANNHEIM, D 1, 4, AM PARADEFPLATZEZ„ SCHUHF von TNAUB das erfreuende festgeschen WEIHNACHTS- GESCHENKE VoN HoHEM PRAKTISCHEM U. SLEISENDEM WERT echt Reptll- Abendschuhe, Uberschuhe, Strumpf- Semaschen, Strümpfe Lackschuhe, Hausschuhe, 1 Gameschen, Socken Für die Jugend: petto: Schune Für den Herrn: Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 9. Seite. Nr. 582 Der Wunsch und das Entzücken jeder Dame: 1 m Weihnechtsverkeuf besonders vofteſſhefte 5 Angebote. 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Verſetzt wurden die Amtsgerichtsräte Her⸗ mann Schieck in Emmendingen nach Freiburg und Eugen Schütt in St. Blaſien nach Emmendingen, Staatsanwalt Paul Werner in Offenburg nach Pforzheim, Juſtizrat Rudolf Ta vernier in Ger⸗ lachsheim nach Tauberbiſchofsheim, Oberaufſeher Emil Roth beim Bezirksgefängnis Waldkirch zum Bezirksgefängnis Emmendingen. Planmäßig angeſtellt als II. Beam⸗ ter der Forſt verwaltung wurde Forſtaſſeſ⸗ ſor Hans Thoma von Staufen mit der Amts⸗ bezeichnung Forſtrat. Uebertritt in den Ruheſtand kraft Geſetzes: Juſtizrat Ernſt Serger in Tauber⸗ biſchofsheim auf 1. Februar 1930. Weihnachtsſammlungen der Vereine Schopfheim, 17. Dez. Die Handelskammer Schopfheim ſchreibt: Mit der Weihnachtszeit kommen die üblichen zahlloſen Vereinsveranſtaltungen, deren Hauptzweck zunächſt die Füllung der Vereins⸗ kaſſe iſt. Um möglichſt großen Erfolg zu haben, ſind faſt alle Vereinsleitungen bemüht, ihre zur Verſteigerung oder zur Verloſung kommenden Ga⸗ ben geſchenkweiſe zu erhalten. Sie wenden ſich deshalb gewöhnlich mit der Bitte um eine ange⸗ meſſene Stiftung an die Einzelhandelsgeſchäfte des Ortes. Die Vereinsleitungen wiſſen zumeiſt nicht, zu welchen Ausgaben der Einzelhandel durch dieſe Vereinsbettelei gezwungen wird, da die verſchtedenſten Organiſationen, Leitungen von Wohltätigkeitsveranſtaltungen uſw. an ihn her⸗ antreten und er aus Furcht, ſeinem Geſchäft einen dauernden Schaden zuzufügen, ſich nicht getraut, die Bittgeſuche abzuweiſen. In Zeiten blühenden Ge⸗ ſchäftsganges mit ausreichender geſchäftlicher Rendite hatten die Vereinsſammlungen kaum etwas Bedenk⸗ liches. Anders aber heute, wo jedes Einzelhandels⸗ geſchäft ſchwer zu kämpfen hat und wo ihm deshalb die Vereinsſammlungen empfindlichen Schaden bringen. Es wäre deshalb zu wünſchen, daß alle Vorſtände von Vereinen uſw. Anweiſungen er⸗ gehen laſſen, auf die Schwere der Zeit in dieſem Winter Rückſicht und davon Abſtand zu nehmen, dem Einzelhandel ſehr namhafte Aufwendungen zu⸗ zumuten. Schlägereien beim Schluchſeewerkban. * Schluchſee, 13. Dez. So bedeutungsvoll der Bau des Schluchſeewerkes für die oberbadiſche Wirtſchaft iſt, ſo unangenehm ſind aber auch gewiſſe Neben⸗ erſcheinungen, die in das einſt ruhige und friedliche Gebiet des Hochſchwarzwaldes mit der großen Ar⸗ beiterſchar eingezogen ſind. Der Alkoholgenuß unter den Arbeitern iſt ſehr erheblich, beſonders an Samstagen und Sonntagen werden gewaltige Men⸗ gen verbraucht. So iſt es kein Wunder, daß zwiſchen den Arbeitern aber auch mit den Inhabern der Kan⸗ tinen dauernd Streitigkeiten herrſchen und daß es dabei oft zu Schlägereien mit mehr oder weniger gefährlichen Körper verletzungen kommt. Da faſt 2000 Menſchen beim Schluchſeewerk⸗ bau direkt oder indirekt beteiligt ſind, ſo hat ſich hier eine Anſammlung gebildet, denen gegenüber die ſtaatlichen Organe nicht gewachſen ſind. Bis fetzt ſtehen für das ganze Baugebiet nur ſechs Gendarmen zur Verfügung. Abgeſehen davon, unternimmt zeit⸗ weiſe die Freiburger Polizei eine Kontroll⸗ ſtreiſe durch das Schluchſeegebiet. Zu welch üblen Exzeſſen die Händeleien faſt regelmäßig führen, zel⸗ gen die Vorkommniſſe am letzten Sonntag, wo in einer Kantine zunächſt der Kantinen wirt hinaus⸗ geworfen wurde. Dann ſchlugen die Leute alles kurz und klein und demolierten den Ofen, den ſie eben⸗ falls ins Freie beförderten. Es bedarf nicht der be⸗ ſonderen Betonung, daß ſelbſtverſtändlich ein großer Teil der Arbeiterſchaft außerordentlich gut diszipli⸗ niert iſt. Die Mehrzahl der jugendlichen Arbeiter jedoch führt ſich außerordentlich abträglich auf. Helft den induſtriellen Bauunternehmern Eingabe an die Reichsregierung Die Gruppe Baden⸗ Pfalz im Reichs⸗ verbandinduſtrieller Bauunternehmer e. V. hat ſich einem Schritt des Reichsverbandes an⸗ geſchloſſen, der ſich mit einer Eingabe an die Reichs⸗ regierung wendet. In der Eingabe heißt es u..: „Die Unergiebigkeit der in⸗ und ausländiſchen Kapitalmärkte, die fortſchreitende Wirtſchaftsdepreſ⸗ ſion, die ſchärfere Einſchränkung öffentlicher Arbeiten bei allen Verwaltungen, der zunehmende Wegfall von Notſtandsarbeiten haben ſich im Gegenſatz zu dem durch öffentliche Mittel aufrecht erhaltenen Wohnungsbau im Tiefbau und Eiſenbetonban ganz beſonders nachteilig ausgewirkt. Die ſeit Auguſt anſteigende Arbeitsloſigkeit und die Stockung in den Auftragseingängen ſind entſprechende Symptome. Im Deutſchen Bergwerksbund betrug im Oktober die Arbeitsloſigkeit der Maurer 14,3 v.., von den Tiefbauarbeitern waren bereits 27,3 v. H. beſchäftigungslos. Die ohnehin troſtloſe Lage auf dem Gebiete des Diefbaues und Eiſenbetonbaues erfuhr eine kata⸗ ſtrophale Verſchärfung durch den Beſchluß des Vor⸗ ſtandes des Deutſchen Städtetages(und des Reichs⸗ ſtädtebundes), die Bautätigkeit auf das geringſte Maß zu beſchränken und ſogar die in Angriff ge⸗ nommenen Bauten nach Möglichkeit einzuſtellen und für eine ſpätere Zeit aufzuſchieben. Wiederum iſt in den größeren Städten vorwiegend die Einſtellung bezw. Zurückſtellung der Tiefbauarbeiten, Straßen⸗ bauten, Untergrundbahnbauten und der öffentlichen Hochbauten zu beobachten, und auch andere Verwal⸗ tungen entſchloſſen ſich zu entſprechenden Schritten. Aus allgemeinen wirtſchaftlichen Grunden muß man dieſen plötzlichen radikalen Wechſel in der Inveſti⸗ ttonspolitik der öffentlichen Hand in der Zeit einer wirtſchaftlichen Depreſſion bedauern, da ſie für die Geſamtwirtſchaft als eine gefährliche Verſchlim⸗ merung und Beſchleunigung des Abſtiegs wirken muß. Die Verbände des Tiefbau⸗ und Eiſenbeton⸗ gewerbes ſahen ſich daher gezwungen, bei der Reichs⸗ regierung und den Länderregierungen mit der Bitte vorſtelbig zu werden, durch Erteilung von öffentlichen Aufträgen unverzüglich der Notlage ihres für die geſamte Volkswirtſchaft ſo wichligen Schlüſſelgewerbes zu ſtenern. Allgemein wird anerkannt, daß der öffentlichen Hand, ſoweit ſie als Auftraggeber der Wirtſchaft auftritt, die Aufgabe zufällt, durch entſprechende Verteilung ihres Auftragsbeſtandes regulierend auf die Schwan⸗ kungen des Wirtſchaftsablaufs einzugreifen. Im Ausland hat man, wie das Ankurbelungsprogramm des Präſidenten Hoover beweiſt, aus dieſer Erkennt⸗ nis durch Erteilung umfangreicher öffentlicher Bau⸗ aufträge bereits die praktiſchen Folgerungen gezogen. Die außerordentliche Depreſſion erfordert dringend, daß auch bei uns die durch die Rückſtellung öffent⸗ licher Arbeiten in den vergangenen Jahren und Monaten in reichlichem Maße vorhandenen ver⸗ gebungsreifen Projekte nunmehr beſchleunigt zur Ausführung gelangen, ſoweit nur irgendwelche finan⸗ zielle Möglichkeit hierzu gegeben iſt. Die öffentliche Hand iſt am meiſten daran inter⸗ eſſtert, daß einem weiteren Anſchwellen der Arbeits⸗ loſigkeit vorgebeugt wird. Im Hinblick auf die Tat⸗ ſache, daß die Arbeitsloſenziffer in dieſem Jahre mit über 1100 000 bereits um 300 000 größer iſt als zur gleichen Zeit des Vorjahres, erſcheint es nicht un⸗ wichtig, darauf hinzuweiſen, daß öffentliche Arbeiten im Tiefban wohl am meiſten geeignet ſind, dem Ziele der Entlaſtung des Arbeitsmarktes näher zu führen, da es ſich um eine vorwiegend arbeitsintenſtve Tätig⸗ keit handelt, bei der alſo die Möglichkeit beſteht, eine verhältnismäßig große Zahl von Arbeitskräften unterzubringen. Dieſe Arbeitskräfte können faſt aus⸗ ſchließlich ungelernt ſein. Schließlich fällt die Eigen⸗ ſchaft der Arbeiten als öffentliche Arbeiten ins Ge⸗ wicht.“ CCC ͤ v ͤ // ðV ͤ ͤ y ⁰ð⁰yd ⁰ꝙy y Sinkende Schweinepreiſe * Karlsruhe, 13. Dez. Der Tierzuchtausſchuß der Badiſchen Landwirtſchaftskammer hat ſich dieſer Tage mit der Lage auf dem Schweinemarkt beſchäftigt. Es wurde auf die Preiseinbrüche auf den letzten Märkten hingewieſen, die einen plötz⸗ lichen Preisrückgang um nahezu 10 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht gebracht haben. Ein wich⸗ tiger Grund hierzu wurde in dem großen Futter⸗ mittelangebot(Roggen, Gerſte, Hafer und im Weſten auch Kartoffeln) gefunden, das jedesmal ein Sin⸗ ken der Schweinepreiſe zur Folge hat. Daneben iſt es die ungefähr alle 1 Jahre einſetzende Preis ⸗ umkehr auf dem Schweinemarkt, die jetzt zu dem Nachlaß der Preiſe führt. Man war ſich klar dar⸗ über, daß man in den kommenden Monaten mit weiter ſin kenden Preiſen rechnen müſſe und daß zu befürchten ſei, die Preiſe ſehr bald unter die Geſtehungskoſten ſinken zu ſehen. Der Ausſchuß warnt eindringlich vor weiterer Ausdeh⸗ nung der Schweinezucht und ⸗maſt und empfiehlt alsbaldige Einſchränkung dieſer Betriebs⸗ zweige. Das Konſtanzer Handwerk zum Berufsausbilbungs⸗ geſetz * Konſtanz, 13. Dez. Der Gewerbeverein Kon⸗ ſtanz e. V. hat in einer ſtark beſuchten Handwerker⸗ verſammlung zu dem Entwurf eines Berufs⸗ ausbildungsgeſetzes eingehend Stellung genommen und dieſe in einer Entſchließung niedergelegt, in der es u. a. heißt, daß das Ziel einer handwerksmäßigen Berufsausbildung möglichſt voll⸗ kommen nur dann zu erreichen ſei, wenn folgendes gefordert werde: Das Lehrverhältnis muß im Berufsausbil- dungsgeſetz eindeutig zum Unterſchied vom Beſchäftigungsverhältnis Jugendlicher als ſolches gekennzeichnet ſein. und Ausbildungsverhältnis anerkannt ſein, unter Ablehnung der Unterſtellung, daß ein gewerbliches Lehrverhältnis auch als Arbeitsverhältnis anzuſpre⸗ chen ſei.§ 24 des Entwurfes des Berufsausbildugs⸗ geſetzes(Möglichkeit einer tarifvertraglichen Rege⸗ lung des handwerkerlichen Lehrvertrages) wird ab⸗ gelehnt, ſchlteßung tarifvertraglicher Regelung des handwer⸗ kerlichen Lehrvertrages oder deſſen einzelner Teile verlangt. Der paritätiſche Ausſchuß der Hand⸗ werks kammern ſoll als wirkliches Organ be⸗ rufsſtändiſcher Selbſtverwaltung aufgezogen werden, deſſen Mitglieder ausſchließlich aus den Kreiſen der berufstätigen Meiſter und der berufs⸗ tätigen Geſellen nach dem demokratiſchen Wahlver⸗ fahren gewählt werden. Sollten dieſe Mindeſtfor⸗ derungen des Handwerks nicht berückſichtigt werden, ſieht ſich das Handwerk gezwungen, das ganze Be⸗ rufsausbildungsgeſetz abzulehnen. * * Bruchſal, 13. Dez. Im Induſtriegelände an der Büchenauerſtraße hat die Erſte Bruchſaler Herdfabrik G. m. b. H. mit einem ſtädtiſchen Zuſchuß von rund 100 000 I ein neues Werk erſtellt. Die Herſtellung der Koch⸗ und Gasöfen läuft „am Band“ vom Emaillierofen bis zur Verladung in den Eiſenbahnwaggon. Es wurden bis jetzt 100 Arbeiter beſchäftigt, die täglich 75—80 fertige Oefen herſtellen, die alle ſofort verſchickt werden. Bei der heutigen Beſichtigung durch die Behörden und die Vertreter der induſtriellen und gewerblichen Or⸗ ganiſationen beglückwünſchte Oberbürgermeiſter Dr. Meiſter die Firma.— In deu alten Betrieb zog das Columbuswerk Heidelsheim, Fabrik für elek⸗ triſche Heizapparate mit zirka 100 Arbeitern ein. Das handwerkerliche Lehrver⸗ hältnis muß von Geſetzeswegen als Erziehungs⸗ dafür die ausdrückliche geſetzliche Aus⸗ Sturmſchäden im Schwarzwald —0— Triberg, 14. Dez. Die Unwetter, die in den letzten Tagen und mit außerordentlicher Heftigkeit am Donnerstag abend über das ſüdweſtdeutſche Grenzgebiet am Oberhein und über den Schwarzwald zogen und bei heftigen Gewitterentladungen vielfach Stürme von Wirbelcharakter mit ſich brachten, haben allerlei Schäden angerichtet. Ab⸗ geſehen von dem durch Blitzſchlag verurſachten großen Fabrikbrand in Zell a. H. wurden durch Baumſturtz auf die Gleiſe der Schwarzwaldbahn oberhalb Tri⸗ berg Verkehrsſtörungen verurſacht. Viel verbreitet waren auch die an Fernſprech⸗ und Telegraphen⸗ leitungen verurſachten Schäden und Störungen, die ſich nicht nur auf das Gebirge erſtreckten, ſondern auch in der oberrheiniſchen Tiefebene ſich weit ausdehnten. Am Freitag trat Beruhigung der Atmoſphäre ein und Aufhellung, nachdem noch nachts bei Abkühlung bis auf etwa 900 Meter herunter leichter Neuſchnee gefallen war. Die Aufhellung hat aber wiederum deutlich erkennbaren föhnigen Charakter, ſodaß ſie keinen Beſtand haben wird. Zur Lage des Tabakbaues Karlsruhe, 13. Dez. Der Vorſtand der Badt⸗ ſchen Landwirtſchaftskammer hat ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung mit der Lage des inländiſchen Tabakbaues beſchäftigt, die durch die Bekannt⸗ gabe der Steuerpläne des Reichsfinanzminiſteriums entſtanden iſt. Dieſe Pläne gingen in der Schädi⸗ gung der Intereſſen des deutſchen Tabakbaues viel weiter, als es die jetzige Regierungsvorlage tue, Die Erklärung des Reichsfinanzminiſters, die die⸗ ſer Tage in der Preſſe veröffentlicht wurde, habe, wie die Verkaufsverhandlungen in der Pfalz be⸗ wieſen, keineswegs dieſe Schäden wieder gutmachen können.— Die badiſche Landwirtſchaft, ſo heißt es in der Korreſpondenz der Landwirtſchaftskammer, müſſe nach wie vor das Reichsfinanzminiſterium da⸗ führ verantwortlich machen, daß der im Gange befind⸗ liche Verkauf der diesjährigen Ernte jäh unterbrochen wurde und dieſe Ernte nun ver⸗ ſchleudert werde. Es ſei Aufgabe der Reichs⸗ regierung, Wege zu finden, um dieſe Schäden wieder gutzumachen. * s. Lauda, 13. Dez. Lauda, die einzige Schnellzug⸗ ſtation auf der Strecke Oſterburken Würzburg, iſt der Eiſenbahnknotenpunkt des badiſchen Franken⸗ landes und insbeſondere der Umſteigebahnhof für das 10 Km. entfernte Bad Mergentheim Etwa 70 Züge paſſieren täglich den Bahnhof, darunter über 40 Perſonen⸗ und D⸗Züge. Trotz einem monat⸗ lichen Perſonenverkehr von über 85 000 iſt Lauda als Stationsamt erſter Klaſſe ohne Unterfüh⸗ rung und ohne Ueber dachung der Bahnſteige, Das Ueberſchreiten der Gleiſe iſt für das reiſende Publikum ſehr oft mit Lebensgefahr verbunden, die durch den ſtarken Zug⸗ und Rangierverkehr bedingt iſt. Die Bahnbeamten müſſen hier ſtets auf der Hut ſein, um ein Unglück zu verhüten. Die Ueber⸗ dachung fehlt mit Ausnahme an Bahnſteig 1 an den beiden andern. Die Paſſagiere, die zum Umſteigen gezwungen ſind, ſind im Sommer der prallen Hitze und jetzt den Regenſchauern ausgeſetzt. Schon jahrelang kämpft man hier in Lauda für eine Un⸗ Edele und Ueberdachung, aber ohne jeden rfolg. Schluß des redaktionellen Teils 10 1850 Prozent Prels- nachlass Wir verkaufen aus! Wir zlehen um! Stella-Haus 3. 12 Das dankbarste Festgeschenk Literatur C188 kostenlos Elia i' Schuhhaus Wanger, Mannheim, ff. 7, Markt Macht Reichtum glücklich? Meine eigenen Erfahrungen unter den Millionären Von Conſtance Talmadge (der berühmten Filmſchauſpielerin) Der offenſichtliche Nachteil einer reichen Geburt iſt der, daß es im Leben des Kindes vermögender Eltern kaum freudige Erregungen, kaum etwas Beſonderes gibt. Die halbe Freude am Daſein be⸗ ſteht aber darin, daß der Menſch nach Dingen ſtrebt, die ihm gerade nicht mehr erreichbar ſind. Wenn jemandem von der Wiege auf jeder Wunſch erfüllt worden iſt, was ſoll dann den Jungen oder das Mädchen dazu anſpornen, aus dem bequemen Gehege der alten Umgebung auszubrechen, den ehr⸗ würdigen, gewohnheitsmäßigen Lebensgang der Familie umzuwerfon und den Pfad zu betreten, der zu Abenteuer und Glück führt? Denn reich zu ſein, bedeutet längſt nicht das Glück. Dieſes liegt vielmehr in der Freude am Vollbrachten, im Willen, etwas zu leiſten, etwas zu werden. Doch der bloße Beſitz von Reichtümern beſtimmt den Menſchen dazu, ſich in die Dinge zu fügen, wie ſie eben ſind, den„Status quo“ beizu⸗ behalten. Heute, da ich ſelbſt Reichtum erworben habe, weiß ich von den Vermögenden eine Menge Dinge, die mir früher unbekannt waren. So bleibt dem Reichen die Genugtuung verſagt, wirklich verſchwenderiſch zu ſein, etwas zu kaufen, das er ſich eigentlich nicht leiſten dürfte, für einen Herzenswunſch zu ſparen oder vom Tag zu träumen, da ſein Schiff in den Hafen des Glücks einlaufen wird. Außerdem wird von Kindern reicher Leute faſt ausnahmslos erwartet, daß ſie dorthin heiraten, wo wieder Geld ſitzt, und nicht, wohin ihr Herz ſie treibt. Sie werden wie Koſtbarkeiten in einer Verſteige⸗ rungshalle zur Schau geſtellt, ihre Namen und Vorzüge ſchreit mam aus, und zuletzt ſchlägt man ſie dem Höchſtbietenden zu. Dieſes kaltherzige Gebaren auf dem Heirats⸗ markt bedingt ni t ausnahmslos unglückliche Ehen, aber es hat nichts mit dem Prozeß natürlicher Wahl zu tun, und jedes Mädchen möchte doch ſeinen Gat⸗ ten ſelbſt ausſuchen, mag dieſer nun reich oder arm ſein. Wir drei Schweſtern, Norma, Natalie und ich ſelbſt, wuchſen in verhältnismäßiger Armut auf. Deshalb haben wir auch dem Vermögen, das wtr durch den Film erwarben, jedes Quentchen Freude abzugewinnen verſtanden. Ich begann meine Lauf⸗ bahn im alten Vitagraph Filmatelier im frühen Alter von vierzehn Jahren, doch ich mußte auf den wirklichen Erfolg warten, bis mir D. W. Griffith im Film„Intoleranz“ die Rolle des Bergbauern⸗ mädchens zuwies. Meine Probezeit lehrte mich eine Menge Dinge, nicht nur, was Geld, ſondern auch, was die menſch⸗ liche Natur anbelangt. In den Jahren, da es einem Menſchen nicht beſonders gut geht, lernt er zwiſchen Wahrem und Falſchem unterſcheiden und eignet ſich ſo ein Werturteil an, das ihm ſpäter gute Dienſte leiſtet. In dieſem Zuſammenhange hatte ich ein ergötz⸗ liches Erlebnis, als ich mich kürzlich in Nizza auf⸗ hielt, um zu filmen. Eines Tages ſaß ich auf der Promenade des Anglais im Sonnenſchein. Da ſetzte ſich eine Dame neben mich. Ich erinnere mich, daß ich damals zufällig eine wundervolle Perlen⸗ ſchnur trug. „Lieben Sie das Kino?“ fragte ſie mich.„Sicher“, antwortete ich,„ſogar ſehr.“—„Das iſt ſchön“, meinte ſie.„Ich ſehe, daß Sie wirklich ſchön ſind, und ich bin in der Lage, Ihnen zu zeigen, wie Sie eine große Künſtlerin werden können. Ich habe manche führende Schauſpielerin gelehrt, wie ſie es anzufangen hatte.“— Wirklich?“ rief ich ein wenig ungläubig aus.„O, ſicher“, meinte die Fremde ſelbſtbewußt.„Mancher unter den heutigen amerikanſſchen Stars iſt meine Schülerin geweſen. So zum Beiſpiel Conſtanee und Norma Talmadge.“ 5. 1 85 5 81 „O, wie intereſſant!“ wunderte ich mich und konnte das Lachen kaum verbeißen. Meine neue Bekannte aber fuhr fort:„Für fünftauſend Franken kann ich Ihnen zehn Unterrichtsſtunden er⸗ teilen, und mit meinem Diplom verſehen haben Ste die Gewißheit, einen Vertrag zu bekommen. Alles was ich benötige, ſind dreitauſend Franken im voraus.“ Mit verſtellter Vorſicht fragte ich nun: „Wie erging es denn den Schweſtern Talmadge, nachdem ſie bei Ihnen gelernt hatten?“—„“, ſagte die Fremde mit bewegter Stimme,„ich kann mich ohne Uebertreibung rühmen, dieſe Mädchen zu den Künſtlerinnen gemacht zu haben, die ſie heute ſind.“ Als unſere Unterhaltung ſoweit gediehen war, wurde ſie plötzlich durch das Dazwiſchentreten eines jungen Franzoſen unterbrochen.„Fräulein Tal⸗ madge“, rief er ein wenig erregt,„können Sie in einer halben Stunde bei der Aufnahme ſein? Einige der letzten Szenen ſollen nochmals gedreht werden.“ Niemand kann jemals erſtaunter geweſen ſein als meine neue Bekannte in dieſem Augenblick, da ſie erfuhr, wer der erhoffte Zögling war. Es iſt eine irrtümliche Auffaſſung, wenn geglaubt wird, Reichtum enthebe den Menſchen aller Ver⸗ pflichtung und Verantwortung. Je berühmter ein weiblicher Star in Hollywood iſt, um ſo mehr Ein⸗ ſchränkungen muß ſich die Künſtlerin auferlegen. Sie hat früh aufzuſtehen, denn die Morgenſtunden helfen ihr die Schönheit bewahren, der ſie in erſter Linie ihren Erfolg verdankt. Ich habe ſchon erlebt, daß die berühmteſten Filmſchauſpielerinnen des ſtrengen Reglements herzlich müde waren, das ihnen auferlegt wurde, das ſie aber befolgen mußten, wollten ſie nicht ihren Vertrag verlieren. Manche unter ihnen ſind tat⸗ ſächlich nicht ſo ungebunden wie das kleine Laden⸗ mädchen, deſſen blonder Schopf Nacht für Nacht in den großen Kabarettes zu ſehen iſt, wo es bis zum Schluſſe tanzt. nn anderer Nachteil des Reich⸗ und Berühmt⸗ ſeins iſt der, daß der Betreffende kein Privatleben mehr führen darf, wie er es wohl möchte. Vom Tun und Laſſen des Filmſtars wird durch den Rundfunk von einem Ende der Welt bis zum anderen berichtet, und dieſe Tatſache veranlaßt uns vielleicht dazu, uns ſo zu benehmen, wie es das Publikum von uns er⸗ wartet. Ich will nun nicht beſtreiten, daß mir die öffent⸗ liche Aufmerkſamkeit ſchmeichelt, aber doch kenne ich Stunden, da ich mich nach Zurückgezogenheit ſehne. Die Umwelt dramatiſiert die Perſon einer Film⸗ ſchauſpielerin, wacht darüber, was ſtie anzieht, wie ſie geht, wie ſie ſpricht, beobachtet jede ihrer Bewe⸗ gungen, ſelbſt dann, wenn ſie allein iſt. Tatſächlich hört der Filmſtar langſam auf, ein geſundes, natür⸗ lich menſchliches Weſen zu ſein. Er wird dafür zum Spielzeug der Mode und des Publikums, das eigene Ich zur Puppe eigener Schöpfung, die Individuali⸗ tät verkrüppelt und zerfetzt, um dem Publikum im Kino Vergnügen zu bereiten. Trotzdem nehmen ſich die Filmſtars ſelten die Zeit, um darüber nachzudenken, wann der ganz natürliche Höhepunkt für die geſchäftsmäßige Aus⸗ nutzung ihrer Perſönlichkeit erreicht wird. Ich ſelbſt tue das am allerwenigſten. Ich könnte niemand be⸗ trügen, indem ich eine Lebensweisheit vortäuſche, die ich gar nicht beſitze. Ich ſchäme mich nicht zu bekennen, daß ich die Lichterfülle, das Kaffeehaus, die Muſik, den Rhyth⸗ mus des Tanzes liebe. Ich könnte Tag und Nacht durchtanzen, vom virginiſchen Ländler bis zum Charleſton. Warum auch nicht? Es muß doch in die⸗ ſer feierlichen alten Welt auch Schmetterlinge geben. Ich denke, auch ſie erfüllen ihren Daſeinszweck, und ſicher haben ſie ihr Vergnügen dabei. Ich liebe Ge⸗ ſellſchaften aller Art und werde ihrer nie müde. Aber— und dies iſt ein recht großes Aber— ich würde ſie ebenſo ſehr lieben, wäre ich weder reich, noch hätte ich einen Namen. Denn letzten Endes ſind es nicht der Sekt und der Kaviar, die Geſellſchaften zum Vergnügen machen, ſondern die fröh chen Menſchen. i 8 * 8 en 4 —— rr S 8. 241 M Sg 1 lag, den 14. 5 1929 Neue 8 3 3 1 11. Seite. Nr. 582 1050 N 5 0 1 Besichtigen Sie meine 1„ 4 WEIHNRAcrs- aussTEILune 9 e 15 A ee e ee eee 1 1 eee e gener L dee e de F Kae, Nee ke ee i 1. 8 0 5 Habs anne a dagen ee e ee Hocker zum Weihnachtspreis von RMH. 890.— übertrifft alfe Erwartungen Diese 48e haben nur Gültigkeit bis e f 25 0 f ä schlafzimmer„Ideal“ in kanadischer Birke bestehend aus: 2 Bettstellen, 2 Nachttische mit Glasplatten, 1 Schrank dreitürig. 1 Frisiertoilette, 2 Stühle und ug uon ca. 300. 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Dezember 1028 ET KRuctler NMerwheirr-FHDe meu Scher Tisch 32 50160 8 2 StAclische r Zu 1 schenkt 53 pSfTRGsse ſſlurrdelsicher Sparbücher Sie sind zweckmãbig und erziehen zum Sparen ———— Ant. Veröffentiehnagen der Staut Mannheim Mahnung ſtädtiſcher Forderungen. Aus dem Monat November 1929 ſind zur Zah⸗ lung fällig geworden: Mieteinigungsamts⸗, Woh⸗ nungsamts⸗, Tiefbauamts⸗, Feuerverſicherungs⸗, Desinfektionsgebühren, Wirtſchaftsſporteln, Bau⸗, Grundbuchamts⸗ u. Ortsgerichtsgebühren. Wir erſuchen um Zahlung bis ſpäteſtens 23. Dezember 1929. Die Vergnügungsſteuer bis einſchließlich 14. Dezbr. 1929 iſt ſofort zu zahlen. Wer dieſe Friſten verſäumt, hat 10 v. H. jährlich Verzugs⸗ zinſen zu entrichten und die mit hohen Koſten eine gebrauchte Opel⸗ Limousine 4/16, zu verkaufen. Richard Zimmermann, Neilingen Hauptſtr. 494. 6113 verbundene Zwangsvollſtreckung zu erwarten. Eine beſondere Mahnung jedes einzelnen Säu⸗ migen erfolgt nicht. Zahlung iſt auf den be⸗ reits behändigten Forderungszettel zu leiſten. kaſſenſtunden: bei der Stadtkaſſe Samstags von .—12 lühr, an den übrigen Werktagen von 8 bis 4313 Uhr und von 415—16 Uhr, bei den Ge⸗ meindeſekretarlaten der Vororte nach den in den Rathäuſern ausgehängten Anſchlägen. 43 Stadtkaſſe. Die auf Dienstag, den 17. Dezember 1929 nachmittags 3 Uhr einberufene ordentliche Generalversammlung der Rheinischen Handelsbank Mannheim Wird hiermit rüekgängig gemacht. Eine neue Generalversammlung wird binnen Kürze ein- berufen. Mannheim, den 14. Dezember 1929. Nheinische Handelsbeank Der Vorstand: Rödig. Weihnachtsbescherung gilt es zu ermöglichen, den 66 Knaben. unſeres Walſenhauſes. Wir bitten um Hilfe u. Unter⸗ ſtützung. Wir veranſtalten keine Hauslollekten, keine Straßenſammlungen. 14 708 Kathol. Knaberwaisenhaus„St. Anton“ Mannheim, A 4. 4, Telephon 275 98, Poſtſcheckkonto Karlsruhe 6573. ..7 85* Wen 925 2 Die ersten Merken n GOLD FULL FEDENHAL TEN Parker Maledor- Soennecken Der neue Pelikan MK. 15. * ORIGINAL EVERSHARP Desfer Füllblelsfff 8434 Neuheiten für den Schreibfisch Aus eule denlal geha Modemo Fugpftege per gen rer Schmerzlose Behandlu g. Sprechst.:.12 u. s bhr. Telephon 228 27, K 7, 12. V308 45S. Opel Limouſiwe, einwandfrei, 1 1300.— verkfl. An⸗ fragen unter D 0 125 an die Geſchſt. 9299 Aulo-Veriein an Selbſtfahrer ab 15.— pro Tag, auch für Lie⸗ 900 ferzwecke. 0 Tel. 330 95. 0 7. 19. Anto⸗ 990256 Wellplech-Barage zu verk. Carle, Gon⸗ tarbſtr. 18. Tel. 240 9. 2 Deutsche Bank und Disconto-Geseltschaft, Befin.J Aufforderung zum Umtausch der Kommandlitanteile der Disconto- Gesellschaft, Berlin, der Aktlen der Rheinischen Creditbank, Mannheim, der Aktien der Süddeutschen Disconto Gesellschaft.-., Mannheim sowie der auf dle bisherige Firma Deutsche Bank lautenden Aktien in Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Aktien. In den außerordentlichen Generalverſammlungen der Direction der Diseconto⸗Geſellſchaft, Berlin, der Rheiniſchen Creditbank, Mannheim, und der Süddeutſchen Disconto⸗Geſellſchaft.⸗G., Mannheim, vom 29. bzw. 28. Oktober 1929 iſt deren Fuſion mit unſerer Bank mit Wirkung vom 1. Januar 1929 an beſchloſſen worden. Zur Durchführung der Fuſion hat die Generalverſammlung unſerer Bank vom 29. Oktober 1920 die Ausgabe von./ 135 000 000 neuen, ab 1. Januar 1929 gewinnberech⸗ ligten Aktien und gleichzeitig die Führung der Firma„Deutſche Bank und Disconto⸗Geſellſchaft“ beſchloſſen. Wir fordern nunmehr in Gemäßheit der 88 305, 306, 320, 880 in Ver⸗ bindung mit den 88 290 und 219 Abſatz 2 HGB. die Kommanditiſten der Disconto⸗Geſellſchaft ſowie die Aktionäre der Rheiniſchen Creditbank und Süddeutſchen Disconto⸗Geſellſchaft.⸗G. zum erſten Male auf, ihre An⸗ teile bzw. Aktien zum Umtauſch in Deutſche Bank und Disconto⸗Geſell⸗ ſchaft Aktien nach Maßgabe der folgenden Bedingungen einzureichen: Die Einreichung der Anteile bzw. Altien hat ba zum 15. Mrz 19,0 einschl eßlich zu erfolgen bei der Deutschen Bank und Disconto- Gesellschaft in Berlin oder elner ihrer Zweigniederlassungen an den zuſtändigen Schaltern während der üblichen Geſchäftsſtunden. Es werden ausgereicht: I. gegen Disconto⸗ Kommanditanteile im Geſamtbetrage von ., 1000 eine Actie der Deutſchen Bank und Disconto⸗Geſell⸗ ſchaft über R. 1000, II. gegen Aktien der Rheiniſchen Creditbank im Geſamtbetrage von .“ 4000 drei Aktien der Deutſchen Bank und Disconto⸗Geſell⸗ ſchaft zu je., 1000,. II. gegen Aktien der Süddeutſchen Disconto⸗Geſellſchaft.⸗G. im Gefamtbetrage von./ 6000 fünf Deutſche Bank und Disconto⸗ Geſellſchaft Aktien zu je., 1000. Ergibt ſich bei der Einreichung der Aktien ein Betrag an Deutſche Bank und Disconto⸗Geſellſchaft Aktien, der durch 1000 nicht teilbar iſt, ſo wird für je.“ 1000 Nennwert eine Deutſche Bank und Disconto⸗ Geſellſchaft Aktie zu R. 1000 und für je R. 100 Nennwert eine Deutſche Bank und Disconto⸗Geſellſchaft Aktie zu.“ 100 ausgereicht. Verbleibt bei Einreichungen von Rheiniſche Creditbank und Süddeutſche Disconto⸗ Geſellſchaft Aktien ein in Deutſche Bank und Disconto⸗Geſellſchaft Aktien zu R. 100 nicht darſtellbarer Betrag, ſo können die zur Erlangung eines darſtellbaren Betrages fehlenden Spitzenbeträge in Deutſche Bank und Disconto⸗Geſellſchaft Artien durch Vermittlung der Umtauſchſtellen an⸗ gekauft bzw. die überſchießenden Spitzenbeträge verkauft werden. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß in der gußerordentlichen Gene⸗ ralverſammlung unſerer Bank vom 29. Oktober 1929 der Beſchluß gefaßt worden iſt, gegen die auf„Deutſche Bank“ lautenden Aktienurkunden neue, auf die jetzige Firma lautendee Aktlen in Abſchnitten zu R. 1000 bzw. R./ 100 auszugeben. Wir fordern demgemäß die Inhaber auf, ihre Aktienurkunden zwecks Umtauſch zureichen. Im Intereſſe der Aktionäre wird der Umtauſch auch bei einer ge⸗ miſchten. Einreichung von Aktien der ſuſtonierten Banken und der auf „Dertſche Bank“ lautenden Aktienurkunden vorgenommen. Der Umtauſch iſt für die Aktionäre börſenumſatzſteuerfrei. Den zum Umtauſch einzureichenden Kommanditanteilen bzw. Aktien sin die Bogen mit Gewinnanteilſcheinen für 1929 u. ff. beizufügen und ferner ein arithmetiſch geordnetes Nummernverzeichnis, für das beſon⸗ Quittung erteilt. gegen Rückgabe der über die eingereichten Aktien ausgeſtellten Empfangs⸗ der die Beſcheinfgungen ausgeſtellt worden ſind. Die Beſcheinigungen find nicht übertragbar. Die Stellen ſind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimatton des Vorzeigers der Empfangsbeſcheinigung zu prüfen. Die Auszahlung der Dividende für 1929 wird nur auf den Gewinn⸗ anteilſchein Nr. 1 der neuen Afktienurkunden erfolgen. ſchaft und ihren Zweigniederlaſſungen proviſionsfret. Diejenigen Kommanditanteile der Disconto⸗Geſellſchaft ſowie die⸗ jenigen Aktien der Rheiniſchen Creditbank und der Süddeutſchen Dis⸗ conto⸗Geſellſchaft.⸗G., die nicht bis zum 15. März 1930 eingereicht worden ſind, werden für kraftlos erklärt. Das gleiche gilt für ein⸗ conto⸗Geſellſchaft.⸗G., die eine zum Erſatz durch Aktien der Deutſchen Bank und Disconto⸗Geſellſchaft zu R 1000 bzw..“ 100 erforderliche für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung geſtellt worden ſind. Die mäßheit der geſetzlichen Beſtimmungen verkauft. uns zur Verfügung der Beteiligten gehalten. Berlin, im Dezember 1929. Schlitter Solmssen Das Geschenk, das wirklich Dankbarkeit einbringt Moderne Fufßpflege Des Er Rlopff er büstet 2 “. willkommenes Geschenk bringt nicht nut Freude— es ist auch ein dauerndes Andenken. Ehemänner schenken ihren Frauen jetzt immer häufiger einen Hoover— den elektrischen Reinigungsappatat, der in einem Arbeitsgang klopft, bürstet und saugt. Die Freude über einen Hoover wird nur über- troffen durch den ständigen Genuß seinet zu- verlässigen Dienste— seiner schnellen Arbeit. Wenn Sie Ihre Wohnung regelmäßig mit dem Hoover reinigen, so ist das ungemütliche Großreinemachen im Herbst und Frühling überflüssig. Wir werden Ihnen gern den Hoover in Ihrer Wohnung kostenlos und für Sie unverbindlich vorſühten. Wenn— Sie das Geschenk geheimhalten wollen, kann die Vor- führung auch in unserem Ausstellungsraum stattfinden. Erleichterte Zahlungsbedingungen. Brown, Boveri O Cie.,, Ladengeschäft: Mannheim, O 4, 8,0— Tel..A. 34741 HOOVER (eingetr. Schutmarbt) er reinigt 3 4 dere, bei den Einreichungsſtellen erhältliche Formulare zu verwenden ſind. Ueber die eingereichten Aktien wird von den Einreichungsſtellen Die Aushändigung der neuen Aktienurkunden nebſt Gewinnanteil⸗ 8 ſchein Nr. 1(gültig für 1929) bis Nr. 10 und Ernenerungsſchein erfolgt beſcheinigungen vom 1. Februar 1930 an bei derjenſoen Stelle, von Der Umtauſch erfolgt bei der Deutſchen Bank und Disconto⸗Geſell⸗ gereichte Aktien der Rheiniſchen Credithank oder der Süddeutſchen Dis⸗ Jahr nicht erreichen, und nicht bis zum 15. März 1930 zur Verwertung an Stelle der für kraftlos erklärten Kommanditanteile und Aktien treten⸗ den Aktien der Deutſchen Bank und Disconto⸗Geſellſchaft werden in Ge⸗ Der Erlös wird von Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft N 1 Dezember 1929 Pelzmänfel, Füchse, Skunks u. Bubikragen ir Aller Feller ter.. DHDelkzhaus Baum i RI, IA a Tel. 33240 12 3 bis zum vorgenannten Termin ein⸗ von Silber- Waren Vertriebs- G. m. b. H. 11 os See. 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Auch das ſchweizer Fabrikationsunternehmen bei Baſel erfuhr im Sommer dieſes Jahres eine bedeutende Erweiterung, mamentlich zur Stützung der Verſorgung des Schweizer Marktes, der ſich für die Geſellſchaft zufrieden⸗ ſtellend entwickelte. Wie hoch die Fabrik von Dr. Thom p⸗ fon bapitaliſiert ſind, iſt nicht bekannt. Eine Schätzung lautet guf mehrre Millionen. Die geplante Zuſammen⸗ arbeit, für die auch der Umſtand, daß beide Unternehmun⸗ gen ihren Hauptſitz in Düſſeldorf haben, ſehr ſpricht, be⸗ zweckt in erſter Linie Ausſchaltung der gegenſeitigen Kon⸗ kurrenz, die man ſich namentlich in Waſchmitteln machte, und Austauſch der Fabrikationserfahrungen. Ob dieſe Pläne zuſbtandekommen, läßt ſi chim gegenwärtigen Zeit⸗ punkt noch nicht ſagen. Der Henkel⸗Konzern würde jeden⸗ falls eine neue Stärkung ſeiner Stellung erfahren, da die beiden Thompſonſabriekn in Düſfeldorf und Wittenberg Aumſatzlich die dritte Stelle nach Henbel und Sunlicht, aller⸗ dings in etwas größerem Abſbande, einnehmen. * 22 Kommt ein dentſcher Seifentruſt? Nach den Zuſam⸗ menſchlüſſen in der weſtdeutſchen Seifeninduſtrie gehen die Verbände jetzt dazu über, auch die Außenſeiter für den Zuſammenſchlußgedanken zu gewinnen. Vor allem werben ſie in Mitteldeutſchland um Mitglieder. Dort wo ein frei⸗ williger Anſchluß nicht erfolgt, geht der Rheiniſch⸗Weſt⸗ fäliſche Verband gegen die betreffenden Unternehmungen mit Kampfesmaßnahmen vor, indem er für Schmier⸗ und Kernſeifen einen Verkaufspreis von 60, für den Dop⸗ pelzentner feſtgelegt hat. Dieſe Verkaufsbedingungen machen es den außerhalb der Konvention ſtehenden Firmen nohezu unmöglich, mit dem Verbande zu konkurrieren. Es bleibt ihnen alſo kaum etwas anderes übrig, als mit Verluſt zu arbeiten oder ſich dem neuen Verband anzu⸗ ſchließen. e Bertagung der Sitzung der Beratungsſtelle.— Ber⸗ liner Dollar⸗Auleihe. Die urſprünglich für heute vor⸗ geſehene. der Verhandlungen der Beratungs⸗ ſdelle über die erliner 15 Mill.⸗Do''lar⸗An⸗ leihe iſt dertagt worden. Sie dürfte nunmehr am näch⸗ ſten Montag ſtattfinden. Die endgültige Stellungnahme der Reichsbank ſchein nicht ohne Zuſammenhang mit den schwebenden finanzpolitiſchen Fragen erfolgen zu ſollen. In der Tat würde, wenn eine Konſolldierung der Reichs⸗ kaſſenverhältuiſſe und eine klare Feſtlegung der Finanz⸗ reform geſichert ſind, die geſamte Situation des Geld⸗ und Kawpibalmarktes auch für die Gemeinden ſich beſſern. Da⸗ weben freilich blieben die grundſätzlichen Bedenden, die man gegen öie Berliner Anleihe haben kann, beſtehen. e Favag— Inkaſſobank, Amſterdam.— Der Klagean⸗ ſpruch von der Favag auerkannt. Wie wir erfahren hat im jetzigen Termin vor dem Landgericht Frankfurt die nd üſtriekreödit Gmbß. als Wechſelakzept und die 82585 als Bürge die Forderung der Inkaſſobank anerkannt. Verkündigungstermin iſt auf den 20. Dez. einberufen. Die Inkaſſobank hat bekanntlich Anfang No⸗ vember eine Wechſelforderung von ungefähr 250 000 4 ge⸗ gen die Induſtriekredit Gmb. bzw. die Fapag geltend ge⸗ macht, um damit außerhalb der Stillhaltezuſtcherungen an⸗ derer Gläubiger Zwangsmaßnahmen geden Schm: vor und Bürgen einzuleiten. Da das Urteil gegen Favag infolge des erlaſfenen Zahlungsverbots zunächſt nicht vollſtreckbar iſt— wohl aber gegen die Induſtriekredit—, ſind neue Verhandlungen eingeleitet worden, um die Abwicklung diefer Forderungen anderweitig zu regeln. Dementſpre⸗ chend wird das Urteil auch gegenüber der Induſtriekredit vorläufig nicht vollſtreckt werden. Ernſte Geführdung des franzöjſchen Arbeitsmarkts Paris, 11. Dezember Der in der Zeit der Arbeitsloſigkeit in den europäi⸗ ſchen Induſtrieländern faſt legendäre Zuſtand des Arbeiter- mangels in Frankreich, nimmt ein bedrohliches Ausſehen an. Schon längſt hatten Volkswirte und Induſtrielle die überhebliche Auffaſſung der mit dem Schlagworte„Pro⸗ ſperität“ vor dem Miniſterium Tardien bereits verſchwen⸗ deriſch umgehenden Tageszeitungen bekämpft, in dieſem Arbeitermangel eine Bürgſchaft für die glänzende wirt⸗ ſchaftliche Entwicklung des Landes zu erblicken. Sie hatten fortwährend betont, daß dieſer Zuſtand keine Stärke, ſon⸗ dern eine Schwäche darſtelle, die immer bedenklichere Aus⸗ wirkungen haben müſſen. Aber ihre Warnungen verrauſch⸗ ten in dem politiſchen Proſperitätsjubel. Dieſer wird nun bald verſtummen müſſen, Denn man ſteht in Frankreich vor einer ſchweren Bedrohung des Ar⸗ beitsmarktes, deren Folgen ſich noch nicht überblicken laſ⸗ ſen. Ein neuer Faktor der Weltkriegsfolgen tritt jetzt in Wirkſamkeit. Bisher waren es ausſchließlich die furcht⸗ baren Verluſte an Toten und Verſtümmelten, die die ge⸗ waltigen Fehlbeträge von Arbeitern in der ſtark ange⸗ wachſenen franzöſiſchen Induſtrie und in der Landwirt⸗ ſchaft verurſacht hatten. Nun macht ſich außerdem der un⸗ geheure Geburtenrückgang von 1915—1916 auf dem Arbeits⸗ markt fühlbar. Der erſte Jahrgang der im Weltkrieg Ge⸗ borenen rückt nunmehr in Fabriken, Gruben und auf die Felder ein. Da die an und für ſich ſchwachen Geburten⸗ ziffern in Frankreich von 750 000 jährlich auf 430 000 in dem Zeitraum 19151919 geſunken waren, ergibt ſich für jedes dieſer Jahre ein Fehlbetrag von ungefähr 300 000 jugendlichen Arbeitskräften. Dieſer Fehlbetrag muß ſich im Laufe der Jahre auf die gelernten Arbeiter aus⸗ dehnen, ſodaß mindeſtens für ein Jahrzehnt der Mangel an einheimiſchen Arbeitskräften in Frankreich eine ge⸗ waltige Verſchärfung erleiden muß. Die Frage drängt ſich ſchon jetzt beängſtigend auf, wie man dieſem bedrohlichen Uebel abhelfen kann. Denn das bisherige Aushilfsmittel, die Maſſenauwerbung auslän⸗ diſcher Arbeiter, deren Gefahren für das franzöſiſche Volkstum an und für ſich ſchon abſchreckend wirken, be⸗ ginnt zu verſagen. Viele Länder, aus denen bisher dieſes „Material“ geſchöpft wurde, haben ſelbſt unter dem Ge⸗ burtenausfall zu leiden, ſo Polen, die Tſchechoflowaket, Ungarn, Belgien, teilweiſe ſogar Italien. Aus dieſem An⸗ laß, zu dem aber noch zahlreiche andere im erſtarkten Nationalbewußtſein und Intereſſe verankerte Gründe hin⸗ zutreten, haben die betreffenden Regierungen bereits wirkſame Maßregeln gegen die Entnahme von Arbeits⸗ kräften aus ihren Gebieten getroffen. Daher iſt ſchon ſett 1928 eine merkliche Verlangſamung des Zuzugs auslän⸗ diſcher Arbeitskräfte in Frankreich zu verzeichnen. Uebri⸗ gens hat man die Anpaſſungs⸗ und Aufſaugungsfähigkeit Frankreichs hinſichtlich dieſer fremden Elemente wohl ſtark überſchätzt. Nach den ſtatiſtiſchen Erhebungen ſind im Vor⸗ jahre im Ganzen nur 20 000 fremde Arbeiter zugewandert. Die Verbleibenden bilden überdies vielfach geſchloſſene Kolonien, wie die italteniſchen Landwirte in Südweſt⸗ frankreich und bleiben beunruhigende Fremdkörper in der franzöſiſchen Natton. Diefe Entwicklung wird natürlich auch zu polemiſchen Zwecken ausgebeutet, beſonders von den Gegnern der in Angriff genommenen Sozialpolitik der Regierung. Sie weiſen darauf hin, daß durch die vorgeſehene Einführung von bezahlten Arbeiterferien jährlich noch 200 000 Arbeits⸗ kräfte verloren gehen. Kurz— dem überſchäumenden Op⸗ timismus, der von dem Miniſterpräſidenten Tardieu ent⸗ facht worden iſt, werden ſtarke Dämpfer aufgeſetzt. Ge⸗ rade die Kreiſe, auf die ſich die Regierung ſtützt, vermeh⸗ ren ihre heftigen Warnungen und ſchwelgen geradezu in Unglücksprophezeiungen. FFFFFFFUUbCbCCbCbCCCCCCCCCCCCCCbCCbCGGTGTGTGTGTGTGTbGTGb bbb po! ˙. * Deutſchlauds Anteil an der Motorradwelterzengung auf über 6 geſtiegen. Die Weltproduktion an Motor⸗ rädern iſt von 1926 von 310 050 auf 508 200 im Jahre 1928 geſtiegen. Deutſchlands Anteil betrug im Jahre 1926 40 000, 1927 84 000 und 1928 162 000. Mit der letzten Ziffer hat ſich Deutſchland an die Spitze aller Motorräder her⸗ ſbellenden Länder geſtellt. Der engliſche Anteil hat ſich ſeit 1926 nur von 120 000 auf 145 000 erhöht. Deutſchlands An⸗ teil an der Welterzeugung iſt demnach von 16 v. H. im Jahre 1926 auf 32 v. H. im Jahre 1928 geſtiegen. Im lau⸗ fenden Jahr dürfte dieſer Abſtand noch weſentlich größer geworden ſein, da die Zahl der in Deutſchland hergeſtellten Räder auf 186 000 Stück und damit auf über 7 der dies⸗ jährigen Welterzeugung geſtiegen iſt. Der endgültige Vor⸗ rang Deutſchlands erſcheint nunmehr geſichert. In der Organiſation des Motorradexports bleibt Deutſchland gegenwärtig noch hinter Großbribannien zurück. Die Auf⸗ nahmefähigbeit des deutſchen Inlandsmarkbes wächſt nicht mehr in dem Maß der vergangenen Jahre und die Aus⸗ weitung der Abſatzmöglichkeiten mit Hilſe des Erportes wird in ein oder zwei Jahren für den expanſiven Kvaft⸗ radbau eine akute Frage ſein. „ Keine Kapitalerhöhung der Bürgerliches Brauhaus AG. vorm. Gebr. Werth. Duisburg. In der o. HB. wurde der Abſchluß für 1928⸗0 nach den Vorſchlägen des Vor⸗ ſtandes einſtimmig genehmigt und nach Abſchreibungen von 67 288/ die Ausſchüttung einer Dividende von wie⸗ derum 8 v. H. beſchloſſen. Der Antrag betreffend Er⸗ höhung des Aktienkapitals wurde von der Ta⸗ gesordnung abgeſetzt, da der Geſellſchaft die zur Ver⸗ ſtärkung der Betriebsmittel erforderlichen Beträge inzwi⸗ ſchen anderweitig zur Verfügung geſtellt wurden. „ Kaſſeler Brotfabrik und Mühlenwerke Wilhelm Möller AG. in Kaſſel⸗Bettenhauſen— Kapitalſchnitt:1. Der AR. beſchloß einer ab. GV. vom 23. Jan. die Zuſommenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 3 zu 1 vorzuſchla⸗ gen. Das jetzige Kapital von 360 000 wird auf 120 000 4 herabgeſetzt und wieder auf 360 000% erhöht. Der Buch⸗ gewinn von 240 000/ dient zur Abdeckung der Unter⸗ bilanz, und um das Unternehmen, das jetzt befriedigend beſchäftigt iſt, ouf eine ſolide Grundlage zu ſtellen. Ein Gewinn wird für das am 31. Dezember 1929 zu Ende gehende Geſchäftsjahr nicht ausgewieſen. Im Vorjahr ſchloß die Geſellſchaft mit einem Verluſt von 55 400% ab. Konkurs einer ſchleſiſchen Zuckerfabrik. Ueber das Vermögen der Zuckerſabrük Scherzer u. Co. in Neuhof bei Liegnitz iſt der Konkurs verhängt worden. Es handelt ſich hier um eine der größten ſchleſiſchen Zucker⸗ ſabriben. Die Inſolvenz erregt in Schleſien großes Auſ⸗ fehen. Die Unterbilanz beträgt etwa 1 Mill. I. Erheb⸗ lich geſchädigt ſein ſollen u. a. die Liegnitzer Kretsſparkaſſe ſowie viele Landwirte. Hauptgläubigerin iſt die Nationale Suikermaatſchaappy in Amſterdam mit etwa 500 000 A. Der Inhaber der Firma hat Selbſtmord begangen. Die ungariſche Zuckerproduktion. Nach den bisher bebannt gewordenen Ergebniſſen der dieszährigen Zucker⸗ kampagne dürfte die ungariſche Zuckerproduktion rund 20 000 Waggons(gegenüber 18 000 Waggons im Vorfahre) betragen. Da der inländäſche Zuckerverbrauch etwa 12 000 Waggons abſorbiert, bleiben für den Export 8000 Waggons Übrig. Wirtſchaftsfragen der Ziegelinduſtrie Keine umwälzenden Organiſationsänderungen Die Wintertagung des Reichsverbandes der Deutſchen Ton- unb Ziegelinduſtrie findet in dieſen Tagen in Berlin ſtatt. Aus biefem Anlaß bringt die„,auwe 117 aus der Feder des Verbandsgeſchäftsführers Architekt Hof⸗ herr eine Betrachtung über die wirtſchaftlichen Aufgaben der Ziegelinduſtrie. Denn gerade in den letzten Jahren haben die Wirtſchaftsfragen der Bauſtoffinduſtrie beſon⸗ deres Intereſſe in der Oeffentlichkeit gefunden. Der Wett⸗ bewerbskampf unter den Bauſtoffen iſt jetzt ſo ſtark gewor⸗ den, daß nur die Induſtrie, die alle Mittel zur Hebung des wirtſchaftlichen Erfolges ſich zu eigen macht, beſtehen kann. Die Ziegelinduſtrie iſt daher beſtrebt, ihre Betriebe auf ben höchſten Wirkungsgrad der Wirtſchaftlichkeit zu bringen. Weiter ſtehen Verſuche der Abſatzregelung und Anpaſſung der zu großen Leiſtungsfähigkeit, vor allem aber auch die Berückſichtigung erfüllbarer Forderungen der Bau wirtſchaft nach wirtſchaftlicherer Geſtaltung der bis⸗ herigen Bauverfahren im Vordergrund der Aufgaben. Be⸗ fonders verdient die Baueinheit in vernünftiger Größe als Einhand⸗ oder Zweihandſtein, vielleicht auch in Plattenform ſeitens der Ziegelinduſtrie die erforderliche Beachtung. Denn die Wirtſchaftlichkeit einer Konſtruktion hängt nicht nur von dem Bauſtein ab, fſondern auch von der Eignung der fertigen Wand. Die Ziegelinduſtrie hat alſo zu prüfen, welche techniſchen Aufgaben zu löſen ſind, um wirt⸗ ſchaftliche Forderungen zu erfüllen. Aufgaben wirtſchaftlich techniſcher Natur liegen zweifellos auch auf dem Gebiet der Normung einzelner Erzeugniſſe. Wichtiger ſind aber Preispolitik und Entfaltung einer zugkräf⸗ tigen Werbetätigkeit für eine Abſatzſteigerung der verſchiedenen Ziegeleterzeugniſſe. In ber Preſſe wurde gerade in letzter Zeit ſehr viel über Syndikatsbildung, Schaffung einer Dachgeſellſchaft uſw. in der deutſchen Ziegelinduſtrie geſchrieben und da⸗ durch der Eindruck erweckt, als ſeien hier umſtürzende Or⸗ ganiſationsänderungen vollzogen. Dem iſt leider nicht ſo, kann nicht ſo ſein nach der ganzen Struktur der dent⸗ ſchen Ziegelinduſtrie. Ste hat aber erkannt, daß Kartelle not⸗ wendige und volkswirtſchaftlich anerkannte Organiſattons⸗ mittel ſind. Mit ihrer großen Zahl von Saiſonbetrieben, gemiſchten Mittelbetrieben und Großbetrieben iſt ſie in die⸗ ſer Frage aber auf keinen einheitlichen Nenner zu brin⸗ gen. Verkaufsvereinigungen können bei einer Induſtris, die durch ſtarke Konjunkturſchwankungen vielfach zum Spielball der Verbraucherkreiſe wird, nicht nur zugunſten ihrer Mitglieder, ſondern ebenſo wertvoll für die Abnehmer wirken. Das kann nur geſchehen, wenn eine ſtraffe Pro⸗ duktionsregelung und Marktbeobachtung bie Anpaſſung der Erzeugung an den Markt retbungslos ermöglicht. Als eine ſehr weſentliche notwendige, aber auch dankbare Aufgabe hat ſich im Rahmen der Entfaltung einer Werbetätigkeit für Ziegeleierzeugniſſe die baufachliche Beratung der Verbraucherkreiſe und der Mitgliedsverbände über Vorteile der eigenen Erzeugniſſe und Schwächen der Kon⸗ kurrenten erwieſen. Die Ausführungen des Architekten Hofherr laſſen den Willen der deutſchen Ztegelinduſtrie zur Mitarbeit an wirtſchaftlichen Aufgaben und die Notwendig⸗ keit ihrer Bearbeitung durch den Reichsverband der Dent⸗ ſchen Ton⸗ und Ziegelinduſtrie klar erkennen. :: Die Rückwirkung der internationalen e auf das Diamantengeſchäft. Die ſchweren Verkuſte, die der letzten Zeit an den internatſonalen Börſen'zu ver⸗ zeichnen waren, haben auch deutliche Spuren im Geſchäft mit Diamanten hinterloſſen. Die Schleifereien in Amſter⸗ dam arbeiten zur Zeit wit ſtark verminderter Belegſchaft; gelegt. Trotz der ſtark zurückgegangenen Nachfrage hält ſich gelegt. Trotz der ſtark zurückgegngenen Nachfrage hält ſich jedoch der Preis der Diamanten bisher noch auf unver⸗ Technik verwirklicht. got Herz und Nieren pröfen finden Sie alle Errungenschaften neuzeiflicher Automobil. 2 Fast alle Baustoffe und- teile stammen aus eigener Höften vnd Werkstatt Erzeugung. Das bedeutet, daß nicht nur dos Zusammenbauen der Einzelteile, sondern bereits die Her- stellung der Bauteile als solche planmäßig und gewissen. haft öber wacht wird. Desholb: HENSCHEL- WAGEN in ollen feilen Qualität von der Höfte bis zur Montage. MENTTYHELA SDHN AE KASSEI. LAST WAGEN- OMNIBUSSE Generalvertretong: Geber& Mader Mannheim, M 4, 4, Tel. Sammel.-Nr. 222 53 itttze; 1 h 0 0660 0 10 1 U —— PFertreter: änderter Höhe. Kopf hoch Der neue Kerzenhalter stellt die Baumkerzen selbsttätig, senkrecht und verhindert das Abtropfen der Kerzen Zu kaufen 9280 N 2,4 helm Farbenbaus Mackler Mittelstraße 3 bel Kadel Sic bei 20 em Durchmesser vollbespielt wie 25 cm Nr. 5037 Erzengel Gabriel..... 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Wenn uns die Hoffnung auf Klarheit und Reinheit, die ſchlleßlich den Stimmungsgehalt der Adventszeit ausmacht, diesmal nicht ſo entſchieden, nicht ſo tief und gläubig erfüllt, dann trägt hieran die bittere Er⸗ kenntnis der Unzulänglichkeit der deutſchen Partei⸗ ungen und der Kuhhandel im Reichstag in der letz⸗ ten Woche die Schuld. Die Hoffnungen, daß es nun doch einmal zu einer entſchiedenen Wendung durch eine entſchiedene Tat kommen wird, ſind alſo ſehr ſtark herabgeſtimmt; ganz ver⸗ lieren dürfen wir ſie aber nicht. Die Sehnſucht nach der Wiederherſtellung wirtſchaftlicher Klarheit und Reinheit, der Glaube, daß wir unſere Wirtſchaft und unſere Finanzen in Ordnung bringen können, wenn wir nur wollen, muß uns unbeirrt von den partei⸗ politiſchen Winkelzügen weiter erfüllen, wenn wir uns nicht ſelbſt aufgeben wollen. Der letzte Mahnruf der Wirtſchaft, als den die außerordentliche Mitglie⸗ derverſammlung des Reichsverbands der deutſchen Induſtrie zu gelten hat, ſelbſt dieſer Mahnruf war noch von dem Glauben an eine Wendung durch⸗ drungen. Dr. Silverberg gab ihm beredten Ausdruck und Geheimrat Duisberg pflichtete ihm bet, als er ſich gegen jeden Zweckpeſſimismus und jede Kata⸗ ſtrophenpolitik wandte. Beide Führer ſtimmen mit dieſer Lebens⸗ bejahung mit der Auffaſſung der geſamten deutſchen Wirtſchaft überein und es bedarf nicht erſt der Warnung des preußiſchen Finanzminiſters vor all⸗ gemeiner Mut⸗ und Kopfloſigkeit. Die Führer und Träger der deutſchen Wirtſchaft behalten den Kopf oben. Ste verlangen nur, daß ihnen der Weg zum endlichen Aufbau und zum Erfolg nicht durch Maßnahmen der eigenen Regierung und durch übertriebene Anſprüche der Verwaltung verlegt wird. Trotz der allgemeinen Depreſſton hat die deutſche Wirtſchaft im Kern eine bemerkenswerte Widerſtandskraft in den letz⸗ ten Monaten bewieſen und hat darüber hinaus auch da und dort günſtige Kennzeichen aufzuwei⸗ ſen. Das beweiſt, daß die beutſche Wirtſchaft auch heute noch durchaus leiſtungsfähig iſt— wenn die nötigen Voraus⸗ ſetzungen gegeben ſind. Für die Geſamtheit der Wirtſchaft treffen dieſe Vor⸗ ausſetzungen aber nicht zu und es fragt ſich, ob die heute noch vorhandene Leiſtungsfähigkeit und Wider⸗ ſtandsfähigkeit noch lange genug anhalten wird, um das Spiel der Parteien zu überdauern, wenigſtens ſolange bis auch dieſe unter noch här⸗ terem Drucke die Grundlinie unſerer wirtſchaftlichen Lage erkannt haben und gewillt ſind, mit allem Ernſt alle Konſequenzen daraus zu ziehen. Für den unbefangenen Betrachter iſt es erſchüt⸗ ternd, zu ſehen, wie um die notwendige Finanz⸗ reſorm gehandelt wird. Beſonders ſchmerzlich aber iſt es für ihn, daß nach dem Eingeſtändnis des Kabinettführers auch die Hilferdingſche Re⸗ form zuletzt nicht aus der Erkenntnis der Lage der allgemeinen Wirtſchaft ſondern nur unter dem Druck der leeren Kaſſen des Reichs in aller Eile dem Reichstag unterbreitet wurde. An⸗ geſichts dieſer Verhältniſſe iſt man beinahe geneigt, all die Arbeit und den ernſten Willen zum Helfen und Beſſern, die in den Reformvorſchlägen von Wirtſchaft und Einzelperſönlichkeiten begründet lie⸗ gen, als nutzlos fortan zu bezeichnen, wenn wir nicht doch der Ueberzeugung wären, daß der Idealismus und der gute Kern dieſer Vorſchläge trotz allem weiterwirken werden. Das Finanzelend des Deutſchen Reiches iſt im Jahre 1929 ſchlimmer geworden und ſteht letzt im Anblick des 9 3 In letzter Stunde vor den erſchütternden Folgen einer monatelangen und durch keine Kritik zu überwindenden Planloſig⸗ keit. Aber gerade dieſe Zuſpitzung ſollte doch die hierfür Verantwortlichen von der Notwendigkeit einer gründlichen und umfaſſenden Reform über⸗ zeugen. Wir wiſſen zur Stunde nicht, wie ſich der Reichs⸗ tag in dieſer Lebensfrage der Nation entſchieden haben wird. Wir hoffen und wünſchen aber, daß er ſich ſeiner ſchweren Verantwortung voll bewußt ſein wird und die Finanz⸗ und Steuerreform in einer Weiſe in Angriff nimmt, die nicht nur die Stgats⸗, ſondern die geſamte Wirtſchaft in weiteſtem Sinne auf die Baſis ſtellt, von der allein aus die Geſundung und der Wiederaufbau möglich iſt. Die Grundzüge für die Reform liegen für jeden Einſichtigen klar zutage. Die Unterſchiede zwiſchen den einzelnen Reformprojekten beſtehen aber in der Intenſität des Reformwillens und nicht zum wenigſten in den Folgerungen, die man aus den Reformvorſchlägen zu ziehen gedenkt. Das Ziel liegt klar und darf nicht kleinerer Sonderintereſſen halber aus dem Ange verloren werden. Nicht eine Erhöhung, ſondern eine Er⸗ mäßigung der Geſamtlaſten iſt zu erreichen. Entjchüdigungsfrage bei den olſäſſiſchen Kaligewerkjthafte Kommerzienrat Röchling über die Schwierigkeit der Verhandlungen/ Frankreich hat die ge⸗ für 208 Millionen Franken übernommen Beabſichtigte Gründung einer franzöſiſchen Aktiengeſellſchaft mit 10 Milliarden Franken Aktienkapital Ein beſonderes Ab⸗ kommen mit Frankreich aufgrund des Youngplanes Liquidationsüberſchüſſe ſamten Werke 22 Die Gewerkſchaft Reichs land hielt heute, ſeit 1918, ihre erſte Gewerkenverfamin lung in Mannheim ab. Wie der Vorſitzende des Grubenvorſtandes, Kommer⸗ zienrat Röchling ⸗ Saarbrücken, mitteilte, haben die Gewerken durch den Krieg, die Beſchlagnahme und Liqui⸗ dation bezw. Sequeſtrierung der Gruben ihr ganzes Ver⸗ mögen verloren; im Friedensvertrag wurde dem Reich die bekannte Verpflichtung zur Entſchädigung ſeiner Reichs⸗ angehörigen auferlegt. Die Grundentſchädigung für die Gewerkſchaft Reichsland wurde mit 33.200 000 Gold⸗ mark anerkannt und ihr daraufhin 166 000 // in bar, 4 216 250/ in 6 v. H. Schuldbucheintragungen und 675 100 Mark in 6 v. H. bis 1943 unverzinslichen Wiederaufbau⸗ zuſchlägen zuerkannt. Die Verhandlungen geſtalteten ſich außerordenatlich kompliziert und ſchwierig, weil die Ge⸗ werkſchaften ihren Sitz in Elſaß hatten. Das erreichte Er⸗ gebnis ſei als nicht ungünſtig anzuſehen, wenn man auch berückſichtigen müſſe, daß die Gewerkſchaft Reichsland eine außerordentlich günſtige Entwicklung auch nach dem Kriege genommen hat, bedingt durch die beſonders guten Ein⸗ richtungen der Gewerkſchaft, die nach dem Waffenſtillſtand Foch, Clemenceau u. a. als Paradeſtück der eroberten Gruben vorgeführt wurde. Dr,. Bruno Weil⸗Berlin gab eine überſichtliche Darſtellung der Beſchlagnahme und Entſchädigungsver⸗ handlungen. Der franzöſiſche Staat hat die oberelſäſſiſchen Kaliwerke für 208 Millionen Franken ſelbſt übernommen. Die Beſchlagnahme wurde nur als proviſoriſche Maß⸗ nahme erklärt, womit ſich der§ 297b im Verſailler Vertrag befaßt; zur Uebernahme hat ſich die franzöſiſche Regierung angeſichts des großen nationalen Intereſſes, das ſie an den Gruben hat, durch beſonderes Geſetz von 1921 ermäch⸗ tigen laſſen. Wie gering die Gegenleiſtung von 208 Millto⸗ nen iſt ergibt die Tatſache, daß nach glaubwürdigen Nach⸗ richten ein amerikaniſches Konſortium, Frankreich für die Gruben 10 Milliarden Franken geboten hat. Nach den neueſten Berichten iſt die Gründung einer franzöſiſchen Aktiengeſellſchaft mit einem Kapital von 10 Mil⸗ arden Franken beabſichtigt, wovon der Staat 75 v. H. des Kapitals erhalten ſoll. Der Reſt wird für die 645 privaten 5 für die 1002 Kuxe im Beſitz der drei Elſaß⸗ Abend- Ausgabe Nr. 582 Denn nur durch einen fühlbaren Laſtenabbau kann die Geſundung der öffentlichen und privaten Wirt⸗ ſchaft erreicht, die innere Kapitalbildung geſtärkt, alſo durch Erreichung weiterer Produktions⸗ ſteige rung zur Schaffung neuer Arbeit ge⸗ langt werden. Nur durch Ermöglichung und Er⸗ höhung der Produktivität der Wirtſchaft ſind die Leiſtungen zu vollbringen, die die nächſten Jahre und Jahrzehnte von uns fordern. Aber um das zu erreichen, muß der Staat und alles, was ſich um ihn rankt, als unparteilicher Füh⸗ rer und Förderer vorangehen. Mit dem Zen⸗ tralverband des deutſchen Bank⸗ und Bankiergewer⸗ bes ſei darum nochmals in letzter Stunde gefordert, daß zu dem dringend notwendigen Laſtenabbau die öffentliche Haushaltung in der Zukunft„die mit den Notwendigkeiten der Wirtſchaft in Einklang ge⸗ brachten Einnahmen zum alleinigen Gradmeſſer der zuläſſigen Ausgaben machen werde.“ Die Fundamente der deutſchen Wirtſchaft ſind noch ſolide und das Selbſtvertrauen unſerer Wirtſachftsführer bietet eine Gewähr dafür, daß der Weg nach oben gehen kann, wenn der Staat ſich in dieſer Schickſalsſtunde wirk⸗ lich als einſichtsvoller Führer erweiſt. Kurt Ehmer. Die Herauszahlung der Lothringiſchen Departements, ſowie für gewiſſe bevorzugte Kriegsteilnehmerverbände und Aehnliche beſtimt, Dieſer von Miniſter Forgeot ausgearbeitete Geſetzentwurf iſt von der neuen Regierung Tardieu bisher nicht wieder vorgelegt worden, ſodaß das Schickſal ungewiß bleibt. Die Schwierigkeiten mit den deutſchen Entſchädigungs⸗ Behörden beſtanden zunächſt in der Feſtſetzung des Frie⸗ densgrundwertes, der nach den Vorſchriften der Schätzungs⸗ verordnung als Mitte zwiſchen Ertrags⸗ und Sachwert feſt⸗ geſtellt werden muß. Hier wurde eine Einigung auf 220 Millionen für die geſamten Gruben erzielt. Entſchädi⸗ gungsberechtigt ſind nur die Gewerkſchaften als ſolche; die franzöſiſchen Gewerken haben kein Anrecht an der Entſchä⸗ digung. Infolgedeſſen gibt es bei der Gewerkſchaft Reichs⸗ land ſtatt der urſprünglichen 1000 nur mehr 648 gültige Kuxe. Die Wiederaufbauzuſchläge wurden bewilligt gegen die von der Gewerkſchaft eingegangene Verpflichtung eines effektiven Wiederaufbaues. Ueber die Frage, ob noch weitere Zahlungen vom Reich oder von Frankreich zu erwarten ſeien, teilte Dr. Weil folgende bisher un⸗ bekannten Details mit: Die auf Grund des Noungplanes eingeſetzte Unterkom⸗ miſſion in Paris hat mit Frankreich den Entwurf eines bheſonderen Abkommens getätigt, das leider bis⸗ her nicht bekanntgeworden iſt. Die Frage der Heraus⸗ zahlung der Liquidationsüberſchüſſe zu der Frankreich, im Gegenſatz zu England, auf Grund eines beſonderen deutſch⸗franzöſiſchen Vertrages vom Ol⸗ tober 1926 verpflichtet iſt, iſt, da eine Verſtändigung über die Höhe dieſer Zahlungen nicht zu erzielen war, aus dem jetzt entworfenen Abkommen herausgelaſſen worden. Die Verhandlungen hierüber werden aber wohl in naher Zeit wieder aufgenommen werden. Auf den von Frankreich herauszuzahlenden Liquidationsüberſchuß machen die in Elſaß⸗Lothringen Geſchädigten und beſonders diejenigen, deren Vermögenswerte beſonders billig verkauft worden ſind, einen privilegierten Anſpruch geltend. Es beſteht alſo eine, wenn auch entfernte, Möglichkeit, daß bei der Verteilung des Liquidationsüberſchuſſes an die Berechtig⸗ ten noch irgendwelche Summen zur Hebung gelangen. Auf deutſcher Seite betrachten die Geſchädigten⸗Verbände die Lurſche Induſtriewerke 6. Ludwigshafen Die heutige ao..⸗V. hatte über die vorgeſehens 8 7 quidation der Geſellſchaft definitiv Beſchluß zu faſſen. Vertreten war ein AK. von 756 200 4 mit 7 562 Stimmen. Der Vorſitzende, Großkaufmann Netter, gab im Namen der Verwaltung folgende Erklärung ab: Nachdem die Ge⸗ ſellſchaft die Neufabrikation von Waſſermeſſern am 30. Juni ds. Is. eingeſtellt hat, waren die Fabrikationsanlagen in Ludwigshafen für die reſtlichen Fabrikations⸗ betriebe zu umfangreich, ſodaß eine rationelle Betriebsführung erſchwert war. Man hatte deshalb die Ab⸗ ſicht, den Fabrikationsbetrieb der Konzernfirma A. G. Spannerſche Waſſermeſſer fabrik G. m. b. H. Frankfurt a. M. nach Ludwigshafen zu verlegen, um die Anlagen beſſer ausnützen zu können. Dieſe Abſicht hat aber die Geſellſchaft mit Rückſicht auf den Mangel jeden Entgegenkommens der Stadt Ludwigs hafen fallen laſſen müſſen, obwohl die Umſtellungsarbei⸗ ten in Ludwigshafen zwiſchenzeitlich bereits beendet waren. Die Geſellſchaft hat ſich nunmehr entſchloſſen, die Ludwigs⸗ hafener Fabrikationsbetriebe mit den Betrieben der A. C. Spannerſchen Waſſermeſſerfabrik Frankfurt a. M. z u vereinigen, da in Frankfurt a. M. entſprechende Be⸗ triebsräume freigemacht werden konnten. Die genannte Geſellſchaft hat das Reparatur⸗ und Erſatzteilgeſchäft für Waſſermeſſer mit Wirkung ab 1. Januar 1980 übernommen. Die im letzten Jahresbericht erwähnte Sylux Werbe⸗ mittel G. m. b. H. hat inzwiſchen ihren eigenen Fabri⸗ kationsbetrieb aufgenommen und bleibt vorläufig in Lud⸗ wigshafen, bis weitere Betriebsräume in Frankfurt a. M. frei werden. Infolge dieſer Umſtellung und der Veräuße⸗ rung eines Teils von Auslandsbeteiligungen der Geſell⸗ ſchaft iſt die Inveſtierung des der Geſellſchaft zur Ver⸗ fügung ſtehenden Kapitals nicht mehr gerechtfertigt, infolge⸗ deſſen unterbreitet der Vorſtand der heutigen.⸗V. den An⸗ trag auf Liquidation der Geſellſchaft. Der Antrag der Verwaltun« wurde ohne W angenommen. ... ̃ ̃ ͤ...... ̃ ̃————— Liquidationen mit dem Krtiegsſchäden⸗Schlußgeſetz noch nicht als beendet. Sie haben angeſichts des nenen Finanz ⸗ programms der Regierung die ſofortige völlige Streichung der Kapitalertragsſtener verlangt, ferner wird das Reichsentſchädigungs⸗ amt vorausſichtlich den urſprünglich ausgeworfenen Be⸗ trag von 1,3 Milltarden& nicht völlig aufbrauchen, ſodaß auch hier ein Reſt zur Verfügung bleibt. Die Gewerkſchaft wird ſich ſowohl nach der deutſchen wie nach der franzöſi⸗ ſchen Seite bemühen, zu der erhaltenen Entſchädigung noch weitere Beträge zuſätzlich herauszuholen. Von den 1918 noch in Umlauf befindlichen 2,2 Mill. 4 nelaguvas udg uga ner aecpngecne ue i nsuanvongc valoriſiert worden. Dieſe werden zur Einlöſung nicht mehr vorgelegt werden, ſodaß die Verpflichtung deer Gewerkſchaft zur Aufwertung auf einen kleinen Betrag beſchränkt bleibt. Der Grubenvorſtand wird einen beſtimmten Aufwertungs⸗ vorſchlag machen. Oberlandesgerichtsrat Dr. Lindemann teilte noch mit, daß man den Schwierigkeiten einer Sitzverlegung, die u. U. die Liquidation der Gewerkſchaft bedingen konnte, da⸗ durch begegnet ſei, daß man mit Zuſtimmung der preußi⸗ ſchen Regierung den Mantel einer preußiſchen Gewerkſchaft erworben hat. Die Kuxe von Reichsland werden auf dieſe preußiſche Gewerkſchaft übertragen, die dann ſelbſt den Na⸗ men Reichsland annehmen wird. Die mit dieſer Trans⸗ aktion verbundene Geſellſchaftsſteuer iſt der Gewerkſchaft erlaſſen worden. Aus dem Vorſtand der Gewerkſchaft iſt Kommerzienrat Röchling⸗Saarbrücken, auf ſeinen Wunſch heute ausgeſchie⸗ den. Der geſamte Vorſtand wurde neugewählt und beſteht nunmehr aus den Herren: Bankier Schwarz(Schwarz Gold⸗ ſchmidt)⸗Berlin; Richard Dammann(Gebr. Damann)⸗Han⸗ nover; Rechtsanwalt Dr. Brund Weil⸗Berlin; Dr. Karl Schlieker⸗Dülmen; Fabrikbeſitzer Ernſt Dilthey⸗Rheydt; Bürgermeiſter Dr. Wevers⸗Worms. L iSerſpruch O Deutlchland kauft Gold in Amerika.(Eig. Dr.) In⸗ folge des ſchwachen Dollarkurſes gegenüber der Reichsmark wird von der Internationalen Akzeptbank ein Betrag von 1,28 Millionen Dollar Gold nach Hamburg für Rechnung des Bankhauſes Warburg u. Co. verſchickt. * Finanzanzeigen der vorliegenden Nummer. Wir ver⸗ weiſen auf die Umtauſchaufforderung der Dedi⸗ Bank und die Vertagungsmitteilung der GVB. der Rhein, Handels bank. 13. 14. 13. 14. ö Aktien und Auslandsanleihen in Prozenten 14. 14 3 5 Bremer Wolle. 138,0 189,0] Hirſchberg Leder 85.— 83.— Schubert& Salzer 204,0 209,2 eln Alkal. 1830 1900 Kurszettel der Neuen ddennheimer Zeitung CC 13. 14. 18. 14. 18. 14. 13. 14. Buderus Eiſenw. 60,50 60,75 Hohenlohe-Werke—.— 82.— Schultheis. 270,0 274,5 mie e 052 3 Mannheimer Effektenbörse Otavi⸗Minen. 58,.— 53.— Konſerven Braun 87.— 67.— hf. Berneis 38,.— 40,.— 4% Türk. Ad. Anl. 5,50.50 85 Phil. Holzmann 9 80 1 5 8 2 0 ontw. 75 85 Phönix Bergbau 99.50 100, 2K Co. Lock. 50.— 52.50— Unduſt. Wolff—— 52.— 4%„ Bagd.⸗Eißſſ 725 710 Charlott. Waſſer 91.80 92,85 Horch& Cie. Segall Strumpf—, 5 1 7 5 eta 950 91 13. 14. 19. 14 Phönie Bergbau ggg, RCC 5 Südd⸗ Zutker 161,0 16178 4% 725 Chem. Ge 55,85 53.— Siemens Kpalske 280,1 281,0 Witte Gußſt.——— % Pad Stn 23.— 38.— Prec. Hund. 1180 115,0] Nheinſtaht... 1043. gechwerke. 1030 1028 40%„ unf. Anl.—— 1150 Chem. 5—— 2 Ilſe Bergbau. 5 3 Sinner.. 1 105 Wolf,.*——— 0 Se n.— Feen g ee. 8 2d Sach ede. 29e zog Lud wish. Wald. de 0 6280 Leitet, Beßbeim 52.——,— 6% gage l 1780 10 Chen. Bron ez 28— 2. Geb Junghans 468 500 Sion Hanns. S8 1650. een 101 8% hafen Stadt 80.— 105. 5 2850 2900 Tellus Bergbau 110, 110.5 400 ⸗Fr.-Los 12.50. 2 9 8 8 88.75 Gebr. Junghan 16 40 Sto berer g 1 7 ſtoff Wai 1778 170 190 „Gold 100.0 100,0 Deutſche Lino 88 e.— Concor pinn Der olberger Zin 83 1 7 Am. Gold 450 85. e 28—.— de e r- 5050 Mantra 1129 1739 8 9% 0 Str. 14 2480 2450 Conti Caouſch. 420 1485 gaser 0 20 5% gar 1680 0 e 1188 112 1— 69.— Gebr. F 5 5 eta rankf. 112,. 0 1 aliwk. ers 5. Zucker 0 6 gebende. 28 l 1000 J. G. alben: 1775 1580 ö Mes Sede.. 70 den gert due. 480 1100 4% kd cen 22 2275 Dauner Motoren 9850 90.75 Larſtadt. 1301 10 Neu-Outnea. 4295 el. Industrle-Alctien Mag, Mühls. 1200 121,0] Ber- Ultramgrin 138,9 185,0 41, z. Kronenr 3 18,75 Deſſauer Gas. 151,8 181,7 Klöcnerwerke 50.80 9180 Teleph. Berliner 40.— 49,28 Dart Minen 8280 87, diſche Bank 160.0 160,9 10% Grkr. M. W. 111.9 1205 Fenninger ae Er e Moenus StA: 25 28, Per. Zell. Hel. 100. 47% Anat. Sell 150 1805 Dich. Atlan, 4. 88. 92,5 C. F. Knorr 9— 156,0 Thörl per. Bele 8888 5 6̈ʒnd! lll!!!. 0 1400 öffer indg 5 10 otor Oberurſel. S 8. 11 95. Gußſta.= Kölſch Wa— 38.— Trans⸗ Radio. 5 1 Kette 18 5 1005 109,5 Karlsr. äh. Haid 32.— 32.— Schwartz Storch. 1510 151.0 Volth. Seil. u. K. 68,50 64.— 5% Leh. Nat. Rail.—. Deutſche Kabelw. 50.— 32.— Gebr. Körting 8 84.— 53,25 Union Werkzeuge——.50 1 1.15 148 Slob. Disconto 122.0 122,0 C.§. Knorr. 185,0 185,0] Wer ger. 175,5 Pf. Rähm. Kayſ.—— 19,75 Transport-Aktlen Iiſche Steinzeug 1300 485.9] Kötitzer Kunſtled. 1182 52— uſſenbant.. 1 Konſerven Braun 70,— 170.— Mannh. Gummi 34,50 34.50 Pfälz. Mühlenw. 125,0 125,0 A. Portl. Zem. Held. 116,5 116,0 Rh. Elektr. AG. 141,0 140,0 Rheinmühlenw.—— Südd. Zucker 161.0 162,0 Verein dtſch. Oelf. 70.— 70.— Wayß e Freytag 81.— 81— 2 Zellſtoff Waldhof 1780 1800 Chade Durlacher Hof 147.0 148.0 Eichbaum..— e 95 1——— 5 1 4 eee 5 ert Storch. 152.0 152.0 Werger Worms 182.0 182.0 Dad. Aſſekuranz 150,0 150,0 Continent. Verſ. 47.— 47. Mannh. Verſich. 81.— 81.— Darmſt. u. Nat. 230,2 23.20 Festverzinsliche Werte] Peutſche⸗ Btsconto 140,0 145.2 ne.80 7,70 Dresdner Bank. 145.0 145,0 D. Weib. Gold) 84.50—— Reichsbank. 297,0 8% Grkr. 90 28 15,50 15,15 Rhein. Creditöf. 109,0 109,0 3% Preuß. Kali——. 5% Preuß. Rogg. 9, 25 50% Sübd⸗Feſtwb. 205—.— ahr Gebr. Südb. Boben⸗C. 188,0 188.0 rankf. All. Berſ. 51. Mannh. Verſ.⸗G. 84.— 8 Transport- 1 6% Pfälzer 28.9 98,— 93.— , Ne 0p. N. 8 98.— 83.— 95% 83.— 15 1011 84.50 83.50 „„ 413 82— 82.— % Rhein. Lig. 79,80 79.50 1 1 Straßb. 42—— Nordd. Llovd. 84,48 95.— Adler Kleiſer E. G. St.⸗A. Aſchaff. Buntp. 135.0 135,0 Bd. Maſch. Durl. Brem.⸗Beſig. Oel 62.— 60,50 Brown Boveri Cement Heidelbg. 116,0 117.0 Nafſtad t: 43.0 Chamotte Annw. 100,0 100,0 i 4 Frankfurter Börse Eh. Broahues 95 67 Daimler Benz. D. Goldeu. S. Anſt. 1400 140.7 8 ichs anl...— D Effekten Bank 112.5 112,5 Dt. Atlant.⸗T. 10 e 1. D. Hop. u. Wechſ.—.— 118.8 Waloſme, 50,05 50,.— D. Ueberſee⸗Bank 99.50 90,50 Dt. Linoleum Dt. Verlag Dreßd. Schnellpr.—.— 94,80 Ettling. Spinn. 215,0 215,0 Rhein. Hyp.⸗Bk. 189,0 189,0 15 e Schleich. 103,0 103.5 „G. Farben. 1 5 85 95 9 Gritzner! url 2 1 115,0 Grün& Bilfinger 1670 1880 Fernen e Guan 160 Hald& Neu Hanfwerk. Füſſen 69.50 70.— Hilpert Armatur, 102,0 102.0 Wayß& Freytag—.— 79.45 W. Woiß 95.— Rein. 1 99 75 98.— Roeder, Gebr. D. 108,0 108.0 Zellſtoff Machs. 188,5 188.0 Rütgerswerke 88.— 68.— 130,„ Memel. 13.0 8 Waldhof 180.5 180,5 Schnellpr. Frkthl. 51.— 81.— 5 5 Lackf.. 95,50 92,50 Ufa(Freiverk.).. 90.— 90.— Schuckert, Nbg. 17757 180,0 Raſtatter Wagg. 18.— 18.— Terminnotierungen Genluſß) Allg. Dt. Credit 118,0 116,5 Harpen. Bergbau 1320 138,5 Bankf Brauind. 135,5 Ph Holzmann 82.50 8 Barmer Vankvee. 116.0 117.0 05 Bergbau. 220,0 220.0 Bayr Hyp. u. W. 188.5 140,0 Kali Aſchersleben 188,0 183.0 Berl. Handelsgeſ. 173,5 174.0 Kali Salzdetfurth 316,0 315,0 Commerzbank 0 Kalt Weſteregeln 190,0 190,0 Darmſt. u. Nat. 232,0 289,0 Deutſche Disconto 15 147.0 Dresdner Bank A⸗G. ſür Verkehr 1000 110,0 117,0 117,0 84— 99. R. Karſtadt.. 132,0 1 Klöcknerwerke. 91,50—,— Lahmeyer& Ko. 161.0—.— 235,0 233,7 . w. 23. Frankf. Bank 1000 100 0 Düfſel. Rat. Dürr 49.— 49.— a 06,5 85.25 Mannesmann 40 d , Sehn 14., 2050 Felfel öpp. r 1220 4230 Dolech.& Wb. 6989 80— pues 880 9880 Mel aneh. 1235 119 0 94,.— 95,65 ange 8% Ludwigsh. 26—.——.— Nürnberg. Verein 140.0 140.0 Eiſen Katſersl..—.50 8 8 133,5 1270 Miag diüpleubau. 10% Mhm. Gb. 5. pfl Cred.⸗Anſt. 30,— 80,— Emag Frankf. 70.— 70.— Allg. Elektr. ⸗Weſ. 1850 1572 Moniecatini 52.75 52,75 „20 88,50 85,50 Pfälz. Hyp.⸗Bk.. 120,5 128,5 Enzinger Union 78.50 78.50 emberg... 1580 184.0 Oberbedarf 5 „ 27 65,50—.— Eßlinger Maſch. 30— 30— Bergmann E 200,5 Sꝗavi Minen 83,25 58.25 Buderus Eiſen 60.50 61. Cement Heldelbg.— 005 1170 Compan. Hiſp. Contin. Gummi 1430 143.0 Phönix Bergbau 100,5 101.7 Rh. Braunkohlen 239,0 239,0 Rh. Elek.(Rheag) 1410 141.0 Rh. Stahlwerke 104.5 1 Südd. Pisconto 110 122.0 85%„ Vonds 26 105.0 100.2 Daimler enz. 3750 37.— Riebeck Montan 102,5 102.5 95% Grkr. M. abg. 70,.— 68.— Wiener Bankver. 12,50 159 Fe Jetter 68,80 00 Deutſche Erdl. 9150 92,— Rütgerswerke 69.— 69.50 eee den, e, ee Wirt Noten. 1850 dsc Fei nens—— 0 Diheldu. Silber 340, 310 Schuckert 178.0 180.7 Frankfurter 0 5 2 t. 1 7 2 2270 83.0— 1* e ab Kom. Gb. 60,50 60.80 Alta 5 212.0 212.0 3525 Pok.& Wit. 40,25 40.— 8 1 15477 1515 8 EHalske 280,0 281,0 Zucker 161,2 1 Svensta Tändſt. 323,5 328.0 Ver. Glanzſtoff Gelſenk Bergwk. 1575 1 85 Ver. Sta 19115 1020 103,5 Gesfiürel 53.0 Jeſteff 1 136.0 185,7 Goldſchmidt... 63,50 68,50 Zellſtoff Wal hof 179,0 181,0 Berliner Börse Elektr. Jiefernng 1570 159.0 G. Farben 177.5 N 4 4% Pl ich. 75— 78,75 Oeſter.⸗U. St.„ e irſch Kupf. u. M.—.— 116,0 570 1„ u. Tiefb 78.50 75,50 5% Roggenwert. 9,18 9,25 2 ee 5 Montan- Aktien. nl. 61 61.75 81, Festverzinsliche werte] 5% Moggenrentb 8,24.24 9 0 10 Pr. Z. B. Lig 75.50 15,75 1 8 1259—00 Holzverkohl.⸗Id. 7ü.——.— Geldanlelge. e i, Landſch. anke Aleilen Jie Bes. St. A. 2170 ers Jug erg 22 89— 990 80 70 29.10 2928.8, Merttener. 1850 1850 . unghans s— 80.— ohne Avlöſgeecht 725 785 4, Behr Schatz 38.— 88 che Bal 9 2585 Kali Aſchersleben 1810 182.5 90 8 2 4%„ Goldrente—— 24,40 Kali Salzdetfurth 314,0 317.0 8. 8%„ Nronn ankver, 118.5 1160 10 n 1660 188.0 Kaärſtadt 50.0 Bad. Kohlen—.— 18.— 4010„eonv. Rente 2,.— 2 8 99.50 len Sch er. 1280 15 80 89% Gebe. 0 78 1480 1480 4% 1„ Sild⸗..80 Ice Wen Röhr..25 90 0 Knork,. 1850 188,5 e anl. N.78 0 25 5 8 N. 2 Br Deutſche Wollw. 10,75 10,25 Krauß& Cie., Lok.—, Varziner Papier 328 109.5 Schantungbahn 47,25 47.— Deutſch. El— Deutſche Petrol. 48,28 46,50 ſenhdl. 64,75 85,50 Kronprinz Wiel. 86. 8525 Veithwerke.75 9,15 . 1180 1380 Deuiſche Ainol.—⁰ 2250 Kyffbänſer Hütte.— 36, f. B. Fel Gummi. e Henburg.. W 88 Sußd. Eſenbahn 1182 1122 De Schußgeb. 9. Ferzachen Far 8880% Deſt. St. Eiſend. ee 14 85 50 85.50 Lahmeyer& Co. 8170 169 5 V. Otſch. Nickelw. 155,0 159,0 Adler Kali 3 Baltimore Ohio..—.— Feat Sade 2 055 52 Be aſch. 1222 49 0 5 77 9 999 5 95— 5 5 N 8 11— 1— 1 7 2 2 resd. Schnellpr. 94,—Linde's Eisma 2 ar ort 22 8 75 Fanava Abliefer. 46.—.— Dürener Metall 140,0 142.0 Carl Lindſteöm 606,0 608,0 chuhf. B.& ochfrequenz 186,0 159,0 Ir Heinrichbahn.— 8] Dürkoppwerke 22,— 22. e ee 7855 4,50 Düſſeld. Eiſenhdl..—.— L. Loewe& Co. 149.0 183,0 Fenn de 4422 1425 Dynamit Truſt 83.25 88.25 C. Lorenz 133,0 130.0 Nordd. Lloyd.. 96,5 94,85 Lukau. Steſſen 8,25 5,25 Elektr. W 158,0 158,0 Verein Elbeſchiff. 16.25 16.15 Elktr. Licht u. K. 1520 152.0 Lin el Schuhfabr. 46,25 46,50 Lüdenſcheid Met. 85.— 85. 41.——.—. Bes Stahlwerke. 101,5 103.2 Leides. B. Stahl. v. d. Zyp. 181,0 161.0 Ver. Miran 13770 136.7 Vogel Tele 9915 90 55 86,50 Vogtländ. 70,85 71.— Volgt& Gaeffner 222.0 222.0 Ronnenberg Sichel& Co.. Sloman Salpeter 77,50 80, Südſee Phosphat——— . Magirus.⸗G.. 21.— 21.— Ufa⸗Film. 90. 80. Bank- Aktien 2 15 Agelh 5 5 1 1000 1092 Wanderer Werke 44,.— 44,— Brown Boveri e Dank f. el. Werte 127,0 129.2 Enzinger Werke. 77½25 77,50 Mansfelder Al 5 2 Bank f. Brauere. 1360 188.0 Eſchw. Hergwerk 208.2 208.2 Markt. u. Kühl). 1230 122] Terminnotierungen(Schluß) Barmer Bankver 116.0 118,0 EſſenerSteinkohl. 125,2 126,5 Maſch⸗Buckau⸗ A. 110, 5 111.0 Berl. Handelsges. 170.0 173.7 Com. u. Privtbk. 22 151,0 Faber Bleiſtift Maximil.⸗Hütte 161.0 180.2 Mech. Web. Lind. 105.0 105.5 Allg. Di. Credit 117.0 Th. Goldſchmidt 64.25 84,15 Bank f. Brauind 137,5 Fase Bergbau 132,2 138,0 117.0 8 Bankver. 116,0 1175 ſch Elf. u. St. 108,0 106.0 a 1 N 31.5— ittau 54,.— 53,75 Barmer Bankver. 5 9 be u. St.. 5 Aach r. 283 4900 48,50 ee. 1770 1750 Merkur Wollw.. 143.8 143,0 Bayr. Hyp. u. W 189,5 140,0 Ph. Holzmann 31.— 8125 Deutſcherdisconto 146,0 149,5 aden ce 151.5 151.0 Mez Söhne 80 71. Bayr. Vereinsbk. 140,0 140,0 Hotelbetriebsgeſ. 1425 125 Dtſch.Ueverſee Bt. 100,0 100,0 Felten& Guill. 1145 118,8] Miag⸗Mühlen 118,0 119,0 Berl. Handelsges. 175.2 174.5 Jlſe Bergbau 218,0—.— Dresdner Bank. 145,0 145,5 Fhies K Höpfling.——— Mix& Geneſt. 139,0 Comm u. Priv. 182,7 182.0 3 Aſchersleben 182.5 183.0 Meininger ypbk. 112,0 112,0 N. Friſter. 137,0 1370 Motoren Deutz 68.— 80.— Darmſt. u Nat. 283.0 232.5 R. Karſtadt. 1817 182.8 Oeſterr. Treditbk.—-——— 5 Mühlheim Berg. 96,50 96,50 Deutſche Disconto 146,7 147,0 Klcckner Werke. 91,25 91.25 Reichsbank 288,0 288.0 4 8855 3—ͤ—. B.. 146,2 148,2 Köln-Neueſſen B. 106,2 109,0 Rhein. Exrebitdk. 109,0 109,5 ehe& Co-. 51.25 50,25 Nat. Automobile——, A. für 5 1092 109,0 Mannesmann 91,.— 81. Süddeutſch. Disc. 121,0 121,0 Geiling& Co.—.— 27.50 Niederlauſ. Kohle 1870 1370 Allg. Lokalb—— Mansfelder 108,0 109,2 Frankf. Augem. 51.— 51.— Gelſenk. Berge. 122,2 123,5 Nordd. Wollkäm. 90.— 91.— N Bz. 925 55 Mitkelbiſch eih 112.8 1257 CCCCCC%%%%%%CCGTTTCVVTCV TTT 5 1 9 Oberſchl. E. Bed. 65,78 68,75 Hambg.⸗ Südam. 161.7 163,0 Nordd. Wolle 91.50 91.50 industrie Aktien Seren. en 12 1002 Ober L. Koksw. 94.25 93,85 Hanſa Dampf 1425 Oberbedarf.. 67850 66,78 Accumulatoxen. 112,5 111.0 Orenſt. 4 Koppel 68.50 67,— Nordd Loyd..7 94.50 Oberſchl. Kokard. 88,50 84.50 Adlerwerke.....——.— Geſ. f. elektr. Unt. 149,5 152,2 Oſtwerke 208,0 210,0 Ak 132.0 8& Koppel 67,78 67,75 Alexanderwerk..—,— Goedhardt Gebr. 189,0 171.5 Allg. Elektr.⸗Geſ. 156,7 Oſtwerke 211,0 210,0 Alfeld Deligſen 28,28 29.25 Allg. Elektr.⸗G.. 159,0 156,5 Alſen Portl.⸗Z.. 159,2 160,2 Ammendorf Pap. 132,5 134,0 Anhalt. Kohlenw.—— 76.— Goldſchmidt. Th. 68, 15 62, 35 Guano-Werke.. 42,.— 42,25 Hermann Pöge Greppiner Werke 89.— 89.— Gebr. Großmann 5 Phönix Bergbau 99.— 101.0 . Wagg. 84.— 64,.— Gritzuner Maſch. 46.88 46.—. 150,0 150,0 ein. Braunk. 256.0 235,0 Bayr. Motorenw. 81,25 J. B. Bemberg. 152.0 Bergmanncflektr— Buderus Eiſenw.—. Charlottb. Waſſer 92.80 Phönix Bergbau 769 5 101,0 Polyphonwerke 262,3 Rh. Braunk. u. Bt. 288, 5 287.5 Rh. Elektrizität. Rh. Stahlwerke 1040 103,5 6— 22,75 Aſchaffbg. Zellſt. 135.5 134,2 Grün& Bilfinger 1675 1670 Rhein. Chamotte 63,.— 63,.— Comp. Hiſpano. 345,5 5 Elektr. 187,0 184,0 Augsb. N. Maſch. 77.— 78,50 Gruſchwitz Textil 35,50 52.— Aen. Elektrizit. 139.0 140.0„Riebeck⸗Mont.———.— Ahein. Möbelſtoff—.— 100.0 Dalmler⸗Benz. 37.— Rütgerswerke 8„ 69.— 69,15 Balke Maſchinen 119,0 118,0 Hackethall. 88— 89,.— Rhein.⸗W. Kalk. 100,0 100,1 Deſſauer Gas 1522 Salzdetfurth Kali 8 314. Baſt Nürnberg 206,7 208,5 Halleſche rasch. 88,— 80.— Rheinſtahl... 1040 104.5] Deutſche Erdöl 91.25 Schleſ. Portl-Z. 1570 158.5 Bayer. Celluloid———.— Hammers. Spinn. 124.5 124,5 Riebeck Montan 103.0 103.5 Dt. Lino leumwk. 229.0 Schubert& Salzer 206.5 207.5 Dayr⸗Spiegelglas 635— 88, Hann. M. Egeſt. 38,75 88,85 „P. Bemberg 153, 154.5 obg.⸗Wien Gum. 65, 15 68.80 ſergmann Elekt. 200.0 199,5 Harkort StPr.. e. e Berlin Gubener 282.0 232,7 Harpener Bergb. 181.0 1840 Berl. Karts. Ind. 71. 13.— Hedwigshütte. 2,— 92.50 Berliner Maſchb. 59.50 ellmanm Imm. 78, 50 2 Sächſ. Gußſta 50 60,75 Braunk. u. Brikett 147.0 8 Salzdetfurth 5 1 Hilpert Maſch. 103,0 103.0 Sarotti Br. Bean Delf. 60,45 60. Hindrich s uff. 72.— 74.50 n 50 158 Fiesch Mupfer. 17 117 Suse Scaler. Roſitzer Zucker 32.— 32,50 Rückforth. Ferd. 57.— 62.— Rütgerswerke et. 84.— 90.— Schleſ. Elekt Gas 8 2 8 Dyna mit A. Nobel 82,50 Elektrizitüts⸗Lief 180 El. Licht u. Kr ft 1 e 1288 127.5 G. Farben 177, 177.1 4 Jabmüßle 5 Der. Stah werke 1024 103,2 Fe len c Gul 1140 114.0 Weſteregel Alkali 190.0 188.0 Gelſent Bergwk. 12802 128,3 8 0 8 Waldhof 178.0 7150 93,50 94.50 Getfürel 150.5 zavia Minen„ 58, Schuckert& Eo, 178,2 178,2 Schulth⸗Patzenh. 278,5 272.0 Slemens K Halske 279,2 Svenska 82 5 Leonhard Tietz 12500 155,2 81.28 152.0 204.0 92.— ont. Cautſchouc. 145.5 37555 153.2 92.25 250.5 1500 0 183,2 88.50 89.— 3285 912.5 126.5 3 * Samstag, den 14. Dezember 1929 Neue Mannheimer 1 n ee eee e Die VBör enevol Unruhiger Wochenverlauf.— Finanzreſorm und Die deutſchen Börſen kommen aus der Unruhe nicht mehr heraus. Waren es vorher die Zuſammenbrüche der internationalen Börſen und die Schwierigketten im deut⸗ ſchen Bankgewerbe, die erhebliche Unruhen hervorriefen, ſo iſt es jetzt die tnnerpolitiſche Zuſpitzung, die dte Unternehmungsluſt hemmt. Auch die Geldſorgen des Reiches zum Ultimo und die Haltung der Reichsbank in der Frage der öffentlichen Finanzen mahnten allſettig zur Zu r u c haltung. Wenn auch noch aus der Abwicklung von Juſolvenzen einiges Aktien⸗Material an den Markt kam, ſo hielten ſich die Verkäufe doch in verhältnismäßig engen Grenzen. Das Interventions y nötkat der Großbanken ſah daher keine Notwendigkeit, ſtärker ein⸗ zugreifen. Wenngleich nun das Publikum vorerſt den Hinweiſen der Großbanken auf die recht anſehnliche Verzinſung zahlreicher deutſcher Werte keine Gefolgſchaft leiſtet, ſo blieb der Grundton der Börſe doch zu verſichtlich Die Börſe iſt eben„ausverkauft“ und es läßt ſich die Beobachtung machen, daß ſelbſt ungünſtige Momente nur noch geringen Eindruck machen: die Börſe kommt jetzt über verſtimmende Moment mit erſtaunlicher Elaſtizität hinweg. Im übrigen war das Steuner⸗ und Finan z⸗ programm der Regierung für die Börſe genan wie für die Wirtſchaft eine Enttäuſchung. Man ſieht die in Ausſicht genommene Ermäßigung der Börſenumſatz⸗ ſteuer um ein Drittel allgemein als unzureichend an, zu⸗ Zeitung(Abend⸗ Ausgabe 15. Seite. Nr. 582 7 znr* Medio verſteifung.— Grundton zuverſichtlich. mal der Rück der Umf dieſer S Sehr s ng der Börſenumſatzſteuer auf ein Viertel erſten Quartals beweiſt, wie die Höhe r ungünſtig auf die Umſatztätigkeit einwirkt. Kritik übte die Börſe auch an der geplanten Diffe rung der Kapitalertragsſteuerbefreiung nach der Ri ng, daß dieſe Steuer nur für neue Anleihen, ab 1. Januar 1930 in Fortfall kommen ſoll. Man rechnet damit, daß daraufhin die älteren Papiere, beſonders die Pfandbriefe neue Anleihen umgetauſcht werden gegen dürften, ſodaß dieſe„Reform“ in Wirklichkeit dem ſchwer⸗ ge 5 einheimiſchen Anleihemarkt neue Unruhe igen mu Man erhe kung eine von der Londoner Diskontſen⸗ rbilligung der kurzfriſtigen Auslands⸗ tit auch der Prolongations⸗Geldſätze. iber der ſonſt herrſchenden Geſchäftsloſigkeit hoben elne Papiere durch lebhaftere Umſätze ganz be⸗ ab. Dazu gehörten vor allem die Antetle der Reichsbank, die anſcheinend für amerikaniſche Rech⸗ nung in beträchtlichem Umfange zurückgekauft wurden, nachdem ſich 2 ika während der Börſenkriſis von die⸗ ſem Beſitzſtand getrennt hatte. Man rechnet mit der Wahr⸗ ſcheinlichkeit, daß gelegentlich der Reichsfinanzreform auch die Frage einer anſtändigen Abfindung der Anteilbeſitzer für die Abänderung des Gewinnverteilungsſchlüſſels der Reichsbank zugunſten des Reiches eine Regelung erfahren werde. Auftragsmangel Zuverſichtlicher Wochenſchluß/ Deckungskäufe der Spekulation Publikumsbeteiligung ſehr klein Schluß Maunheim freundlich Am Wochenſchluß war die Börſe freundlich ge verlautete, daß eine Löſung der innerpolitiſchen keiten in Ausſicht ſtehe. Das Geſchäft war wiede nimal. Höher notierten Farben mit 178, ferner Süsd⸗ deutſche Zucker, Weſteregeln und Waldhof, dagegen Lino⸗ leum ſchwächer. Am Bankenmarkt waren Rhein. Hyp.⸗Bk. 1 v. H. niedriger. Von Transportwerten wurden Gutfahr 9 v. H. höher geſucht. Brauerel⸗ und Verſicherungswerte kaum verändert. Feſtverzinsl. Werte blieben geſchäftslos. Frankfurt zuverſichtlicher Die heutige Wochenſchlußbörſe eröffnete in freund⸗ [tcher Tendenz, nachdem bereits vorbörslich Anzeichen einer zuverſichtlicheren Stimmung vorhanden waren. In Erwartung einer Einigung der Parteien hinſichtlich der Finanzreform nahm bie Spekulation einige Deckungskäufe vor, ſo daß gegenüber der geſtrigen Abendbörſe Erholun⸗ gen bis zu 20 v. H. eintraten. Das Geſchäft war jedoch ſehr klein, da auf der anderen Seite die uneinheitliche geſtrige Newyorker Börſe etwas verſtimmte. Nur in Spezialwerten war das Geſchäft zeitweiſe etwas lebhafter. Etwas reger gefragt waren Deutſche Lino⸗ leum, die gegen den ſchwachen Abendbörſenkurs um 6 v. H. anziehen konnten. Auch Reichsbank lagen auf einige kleine Käufe von Auslandsſeite weiter gefragt und bis 5 v. H. höher. An den übrigen Märkten war die Umſatz⸗ tätigkeit ſehr minimal, doch konnten auch hier überwiegend Beſſerungen eintreten. Auch im Verlauf war das Ge⸗ ſchäft ſehr gering. Nur für Speztalwerte wie Siemens, J. G. Farben und Schuckert erhielt ſich das Intereſſe bei gut behaupteten Kurſen. Am Geldmarkt war Tages⸗ geld leichter, als es der Satz von 6,5 v. H. erkennen läßt. Berlin nach anfänglicher Befeſtigung ſchwächer ſachdem die Kurſe geſtern abend heruntergeſprochen waren, konnte ſich heute vorbörslich eine feſtere Sti m⸗ mung ankündigen. Die erſten Kurſe zeigten daun auch auf faſt allen Märkten Gewinne von—2 v. H. Aller⸗ dings war das Geſchäft trotz der erwähnten günſtigen 0 Geſchäft wegen fehlender infolge Geſchäftsloſigkeit matter Momente äußerſt gering, von einer Publikumsbeteiligung konnte kaum die Rede ſein und die kleinen Umſätze ſtellten Deckungskäufe der Spekulation dar. Schwä⸗ cher tendi nada, diemit Minuszeichen an der Mak⸗ ert und ſpäter mit 42 nach 44% v. H. feſt⸗ geſetzt wurden; ferner Deutſche Atlanten mit minus 294 und Aku mit minus 2½ v. H. Anleihen geſchäfts⸗ los, Ausländer ſtill und wenig verändert. Am Gel d⸗ markte hielt die Medioverſtetfung an, man nannte Tagesgeld 6½—8½, Monatsgeld—1022, Warenwechſel 796 v. H. und darüber. Berliner Devisen Olskontsätze: Reichsbank 7. Lombard 8, privat 7 v. R. Amtlich in R 14. Dezember Parität] ist, G. B. M 975 9. 5 445 10 58 888 4,5 g 6,5 7 7 6 525 .5 5,8 8,5 5 .5 10 5,8 175 1 7 10 5 1 ig d. g 8 875 20— Türkei„ 1 türk. Pd.980.984.980 1,9 2 130 10.5 London 1 Pfd. 20,355 20,395 20.358 20 20 5 Nem Hork 1 Pollar 41718 41755 4,1705 4,1785 4,1780 48 Rio de anefrotMillr.].489.471 0,466 0,468.503— Uruguay 1 Gold Peſ.].988 1.974 1 3,958 J.964 J.321— ain: — feine Resi Taſelmargerine nimmt. In allen Geschäften zu haben. VN. Nürnbebg 20 Nen lead gels de, Lesrhe usb. Testgebäck u. Festbraten kenn mer nt Butter machen, aber ebenso ſein schmecken sle, wenn man statt dessen die Sſe ist 30 gut le beste Huiter, vlel besser als billige und sle ist noch viel billiger, denn das v. Pſundstuck kostet nur 30 Pig. 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Die ſchwächeren Auslandsmeldungen löſten infolgedeſſen im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft Realiſationen aus, ſo daß Weizen—3 Mark, Rog⸗ gen—2 Mark niedriger einſetzte. Obwohl das Inlands⸗ angebot von Brotgetreide weiter ziemlich gering war, lau⸗ teten auch für prompte Verladung die Gebote in gleichem Ausmaße niedriger wie im Lieferungsgeſchäſt. Die Um⸗ ſatztätigkeit hielt ſich weiter in engen Grenzen. Heute wurde auf Lieferung angedienter Schwedenweizen für kon⸗ traktlich erklärt, da die Mühlen jedoch dieſe Qualität nicht immer gern kaufen, drückte dieſes Material auch auf den Markt. Weizen⸗ und Roggenmehle wurden an entgegenkommenden Preiſen angeboten. Das Geſchaft ſtagniert faſt völlig. Hafer lag bei etwas behaupteten Preiſen ſehr ruhig. Angebot und Nachfrage waren gleicher⸗ maßen gering. Gerſte ſtill. Amtlich notiert wurden: Weizen, märk. ab 238—234 matt; Dez. 240; März 258,50— 258; Roggen, märk, ab Station: 164166 ruhig; Station: Mai 269; Dez. 177; März 196,50—197; Mai 208 Br.; Gerſte, ab Station: 187203; Futtergerſte 167—177 ſtill; Hafer, märk. ab Station: 144—153 ruhig; Dez.—; März 167,50; Mai 178; Mais, rumäniſcher 168 ruhig; Weizenmehl 28,50— 34,50 ſtill; Roggenmehl 23— 26,50 matter; Weizenkleie 11—11,50 ruhig; Roggenklete 9,75—10,50 ruhig; Viktoriagerbſen 29—38; kleine Speiſeerbſen 24— 28; Futtererbſen 21—22; Peluſchken 20—21; Ackerbohnen 18,50—20; Wicken 28-26; Lupinen, blaue 13,75—414,75; Lupinen, gelbe 16,50—17,50; Seradella, neue 26—32; Rapskuchen 18,40 18,90; Lein⸗ kuchen 23,80—24; Trockenſchnitzel 7,90—8,20; Soyaextrac⸗ tionsſchrot 17,50—18; Kartoffelflocken 14—14,70; Speiſe⸗ kartoffeln und Rauhfuttermittel unverändert. Allgemeine Tendenz: ſchwächer. Nürnberger Hopfenmarkt Nüruberg, 18. Dez.(Eigenbericht.) Die ruhige Tendenz, die ſchon ſeit Wochen den Markt rſcht, hat bis heube unvermindert angehalten. In der (swoche ſind die Umſätze weiter zurückgegangen und eichten nur annähernd 200 Ballen. Meiſt war der Markt⸗ verkehr haum nennenswert und der letzte Berichtsbag blieb überhaupt geſchäftslos. Die Zuſuhren waren noch verhältnismäßig gut, ſie erreichten ungefähr 400 Ballen, wovon die Hälfbe auf die Landzufuhr entfällt. Die Nach⸗ frage erſtreckte ſich vor allem auf gutmittlere Hallertauer, lche auch die Preiſe trotz der ruhigen Geſchäftslage ndert geblieben ſind. Ebenſo ſind aber auch prima t aller Sorten weiter behauptet, während geringere ten vernachläſſigt bleiben und im Preiſe ſtart ge⸗ ſcheinen. Auch in Tranſithopſen wurden nur en zu gedrückten Preiſen verlauft. Nach amt⸗ 100—110, mittel 80—95, gering 55—60; prima 85—105, mittel 50— 5, gering 3545, per Zentner. Schlußſtimmung unverändert ruhig. Am Sagazer Markte ruhigere Stimmung jedoch anhal⸗ tende Nachfrage. Gefragt ſind meiſtens mittlere Qualftäten. Notierungen von 450700 Kronen.— Der Markt im Elſaß hat ruhiges Geſchäft. Tendenz für Ausſtich⸗Qualitäten ſeſt, für üirige Hopfen zugunſten der Käufer. Notierungen von 50.20 Frs.— Belgiſcher Markt ebenfalls ruhig, nomi⸗ nelle Notierungen von 165375 Frs. * Bremer Baumwolle von 14. Dez. Gig. Dr.) Amerik. Univ. Stand. Middl.(Schluß) 18,98. — Die Anfechtungsklage gegen Favag O Fraukfurt, 14. Dez.(Eig. Dr.) Die ſchweizeriſche Oppoſitionsgruppe, die inzwiſchen mit einer Reihe von anderen Opoſitionsgruppen Fühlung nahm und der eine ſtarke deutſche Oppoſttton an⸗ gehört, hat nach Informationen des DH DD. eine neue Ein⸗ gabe an das Neichsaufſichtsamt in Berlin gemacht, in welcher nochmals die unverzügliche Stellung eines amtlichen Vermögensverwalters für die Frankfurter Allgemeine Verſicherungs⸗AG. gefordert wird, weil die Gefahr beſtehe, daß die jetzige Verwaltung die Regreßmaßnahme gegen den Auffichtsrat verſchleppe, damit zwiſchenſeitlich die Anſprüche aus in den Jahren 1024 und 1925 begangenen Fahrläſſigkeiten verjähren. Außerdem beſtehe die Gefahr, daß die Anfechtungsfriſten für die kurz vor und nach der Zahlungseinſtellung der Favag begangenen anfechtbaren Handlungen ablaufen. Der vom Gericht verlangte neue Schriftſatz(die Ent⸗ ſcheidung des Gerichts iſt bereits für den 21. Dezember angeſetzt) weiſt darauf hin, daß von der der Beklagten naheſtehenden neuen kapitalkräftigen Oppoſitionsgruppe durch Ankauf der Aktien zum Ueberbörſenkurs auszu⸗ kaufen verſucht wird und teilweiſe ausgekauft wird. Damit beſtehe die Gefahr, daß die von freien Aktionären auf Grund eines Beſitzes von 10 v. H. der.⸗K. möglichen geſetzlichen Schritte unterbunden würden. Der Schritlſatz wendet ſich in ausführlicher Begründung gegen das Be⸗ ſtimmung der Depots⸗ und Konzernaktien der Frankfurter Allgemeinen, da diesbezügliche vorherige Vereinbarungen von Verwaltungsſeite unzuläſſiger Weiſe getroffen worden ſeien. Schließlich wird eine Rechtfertigung von Dr. Schwen⸗ dener, als einer der Schweizer Vertreter dieſer Oppoſt⸗ tionsgruppe erbracht und vor allem betont, daß Son⸗ derintereyen der Oppoſitionsgruppe in keiner Weiſe beab⸗ ſichtigt ſind. Im ſtbrigen habe man einen allgemeinen Aufruf erlaſſen, ſich der Gruppe anzuſchließen, was bereits in größerem Umfang durch deutſche Aktionäre erfolgt ſei. O Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer.⸗G., Frankfurt. (Eig. Dr.) Die Aktien des Unternehmens genießen ſeit einiger Zeit infolge der Sanierung keine amtliche Notiz mehr an den Börſen Berlin und Frankfurt. Sie werden aber im Freiverkehr umgeſetzt, obwohl kein offizteller An⸗ trag und Genehmigung bei der nach gewiſſen Normen ar⸗ beitenden Kommiſſion für Freiverkehrwerte vorliegt. Wenn dem Handel ſtillſchweigend nicht widerſprochen wird, ſo iſt es wohl ausnahmsweiſe, wie wir erfahren, darauf zurück⸗ zuführen, daß bald wieder die offizielle Notiz der Aktien an den Börſen beantragt werden ſoll. Es iſt anzunehmen, daß die Jahresbilanz 1928/29(81. Ok⸗ tober) für die Antragſtellung abgewartet werden wird. Dieſe Bilanz iſt früherer Ankündigung entſprechend in ihrem finanziellen Ergebnis als günſtig zu erwarten. Ob eine Dividende bereits unmittelbar nach der Sanſerung verteilt wird, oder ob der Reingewinn zur weiteren Stär⸗ kung der Betriebsmittel einbehalten wird, ſteht noch offen. Liverpooler Baumwollkurſe vom 14. Dez.(Gig. Dr.) Amertie. Univerſal. Stand. Middl. Anfang: Jan. 915 bis 917; März 924—25; Mai 995—86; Juli 930—40; Okt. 980; Dez. 913; Tendenz ruhig.— Schluß: Jan. 914; März 924; April 925; Mai 933; Juni 933; Juli 938; Aug. 986 Sept 997; Ost. 933; Nov. 933; Dez. 910; Tagesimport —: Tageslocoverkäufe 3000; Exportverkäuſe 100; Egypt. Upper F. G. fair loco 1053; Tendenz ruhig. * Liverpooler Getreidekurſe vom 14. Dez.(Eig. Dr.) Anfang: Weizen(100(.), Tendenz flau, Dez.— (8 11,875]; März—5,5(9,25); Mat—(98,975); Juli —(97,75); Schluß: ruhig, Dez. 811,125; März 95,125; Mat 9— 7,25; Juli 96,875. * Magdeburger Zuckerterminbörſe vom 14. Dez. Eig. Dr.) Jan. 9,75 B 9,70 G; Febr. 9,90 B 9,85 G; März 10,05 10.— G; April 10,25 B 10,15 G; Mai 10,45 B 10,40 G: Aug. 10,85 B 10,80 G; Okt. 10,85 B 10,80 G; Dez. 9,75 B 9,70 G; Tendenz ſtetig.— Gemahl. Mehles prompt per 10 Tage—; Dez. 23,625, rwhig. * Berliner Metallbörſe vom 14. Dez.(Eig. Dr.) Glek⸗ trolytkupfer 170( für 100 Kg.); MRaffinadekupſer, loco 14446; Standard kupfer, loco 185— 37,5; Standard⸗Blet per Dezember 41,5— 42,75; Banba⸗, Straits⸗, Auſtralzinn in Verkäuferswahl 191; Silber in Barren ca. 1000 fein per Kilogramm 66,75—68,5 /; Gold Freiverkehr per 10 Gramm 2828,20; Platin Freiverkehr per 1 Gramm—10. AJecer zeit Musik % 00 Hodſo oer Schefpſ fte mi, dem einſchl. Packg., frachtfr., Sortierg., Mk. 28.—: 2. Sortierg. Mk. 24.—. Wirtſch.⸗Obſt in Körben nach Qualität. Gutverwalt. Rin eck, Poſt Rittersbach. Amt Mosbach(Baden). V4 3 5 10RENZ-RADIO VERTRIEBS&. N. B. H. Karlsruhe, Kaiser-Allee 25 In allen Fachgeschäften erhältlich. eee e e 3 0 * 18. Seite. Nr. 582 Neue Man r Zeitung(Abend⸗Ausgabe Samstag, den 14. Dezember 1929 Geschenke Minuten Auf- merksamkelt bringen auch In schwerster Zelt durch neben- stehendes Angebot für viele Jahre Freude Also nur Minuten Auf- merksamkeit . Lunusapparate in echt Eiche, Orig. Gritzner Musik Apparate zur Unterhaltung und Tanz für dle 2 . langen Winterabende! ntenappartg: er 56er fe e ee en 7 Preislagen von.95 bis 8. un. brachte die rartet chauptatten Betenaschung: Be 28 em. — 25 m— Platte mit ersten Künstlern. Vie Fabrik beliefert mich direkt.schal · tet die verteuernden Grossisten aus Se von„bleiben. zu deren Anschaffung früher oder später doch jedermann geht. Barzahlung oder bequemster Zahlungserleichterung. n“ Wert Zu Kkonkurrenzloser Fahrräder das notwendige Geschenk zur Erhaltung der Gesundheit Zubehör in Weinachtspackung. Von ſedem Rad- fahrer beliebt ist eine komplette elekttische had. 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Wir wiſſen zwar, daß eine Pflanze ein lebender Organimus iſt, aber nach den gebräuchlichen Vorſtel⸗ ungen, die wir von einem Lebeweſen haben, von Tier und Menſch, iſt eine Pflanze doch himmelweit verſchiedben von dieſen. Wir pflücken von einer Pflanze die Blüten ab, ſchneiden vom Strauch die Aeſte oder fällen gar den Baum. All das läßt ſich die lebende Pflanze ohne die leiſeſte Bewegung der Abwehr gefallen. Dennoch kann der aufmerkſame Beobachter, beſonders wenn er über ein wenig Ge⸗ duld verfügt, recht eindrucksvolle Bewegungen bei vielen Pflanzen feſtſtellen. Wenn das richtig iſt, warum ſehen wir ſie denn nicht? Der Grund hierfür liegt in der geringen Ge⸗ ſchwindigkeit, mit der ſolche Bewegungen mit we⸗ nigen Ausnahmen ausgeführt werden. Erſt wenn wir uns die Mühe machen und ſtundenlang eine Pflanze ununterbrochen beobachten, laſſen ſich mit Sicherheit ihre Bewegungen feſtſtellen. Sie ſind überaus manigfacher Art. Greifen wir aus der großen Fülle nur ein paar charakteriſtiſche und be⸗ ſonbers auffällige Beiſpiele heraus. Jeder kennt den Wieſenklee, den Sauerklee, der auf ſchattigem Waldboden gedeiht, das leicht welkende Springkraut mit ſeinen merkwürdigen Früchten, vor allem aber unſere Feuerbohne. Aber wer hat ſchon einmal be⸗ obachtet, wie alle dieſe Pflanzen ihre Blätter be⸗ wegen? Verweilen wir zunächſt bei der Feu er⸗ bohne Ihre Keimpflanze beſitzt im Frühjahr zu⸗ nächſt nur zwei einfache Blätter, deren Flächen am Tage wagerecht ausgebreitet ſind, und zwar immer ſo, daß das Licht ſenkrecht auf ſie auftrifft. Am Abend aber ſenken ſich die beiden Blattflächen ab⸗ wärts, bis ſie etwa zwiſchen zwei und drei Uhr nachts faſt ſenkrecht abwärts hängen. Von da ab heben ſie ſich wieder langſam und gegen Mittag ſind ſte wieder wagerecht ausgebreitet. Im Laufe des Tages bleiben die Blätter nun aber nicht ruhig, ſondern führen kleinere und größere Schwankungen aus. Ganz entſprechend verhalten ſich auch die ge⸗ drehten Blätter der älteren Pflanzen, die ſich be⸗ kanntlich an Fäden und Stangen emporwinden. Man kann alſo eine ſogenannte Tagſtellung und eine Die Schlaſpewegungen der Blätter 05 del den Kelmpflanzen der Feuerbohne auf das Deut⸗ ichſte in Eiſcheinung. Man vergleiche den Unterſchied zwiſchen Tagſtellung(oben) und Nachtſtellung(unten). Nachtſtellung der Bohnenblätter unterſcheiden. Dieſe dem regelmäßigen Rhythmus von Tag und Nacht parallel gehenden Bewegungen nennt man Schlaf⸗ bewegungen der Blätter Ja, ſchläft denn die Bohnenpflanze wirklich des Nachts? wird mancher mit vollem Recht fragen. Nun, mit dem, was wir Menſchen unter Schlaf ver⸗ ſtehen, haben dieſe Veränderungen in der Stellung der Blätter auch nicht das geringſte zu tun. Aber wegen des eigentümlichen Ausſehens der Pflanzen, die während der Nacht ihre Blätter nach unten hän⸗ gen laſſen und ſie am frühen Morgen wieder ſtraff ausbreiten, hat man die Bewegungen als Schlafbe⸗ wegungen bezeichnet. Aber nicht nur die Feuer⸗ bohne auch unſer Wieſenklee ſchläft des Nachts. Die einzelnen Fiederblättchen legen ſich am Abend nach abwärts zuſammen. Man möchte faſt ſagen, ſo eine Kleewieſe ſieht am Abend müde aus. Auch der Sau⸗ erklee faltet ſeine Ftederblättchen am Abend zuſam⸗ men. Aber dieſe zartgrüne Pflanze iſt für uns noch von beſonderem Intereſſe deshalb, weil wir ſie faſt zu jeder Tageszeit leicht„einſchläfern“ und auch wieder„wecken“ können. Wenn wir nämlich eine Sauerkleepflanze verdunkeln, ſo nehmen ihre Blät⸗ ter nach Verlauf von etwa ein bis zwei Stunden die Schlafſtellung ein. Beleuchten wir die Pflanzen dann wieder, ſo„wachen“ ſie nach eintger Zeit auf, 77 3 Veläubte Pflanzen Votaniſche Gehei geſchloſſen. Viele dieſer Blüten, die mehrere Tage lang blühen zeigen uns ähnliche Bewegungen wie die ſchon vorhin genannten Pflanzen. Am hellen Licht öffnen ſie ſich; wenn es dämmert, ſchließen ſie ſich wieder oder bleiben überhaupt geſchloſſen an trüben Tagen. Wie hier das Licht der äußere Anlaß zum Oeffnen und Schließen vieler Blüten iſt, ſo ruft bet manchen anderen Erwärmung das Auf⸗ gehen hervor und Abkühlung das Schließen. Das iſt beſonders bei unſeren Frühlingsblüten zu ſehen, bei Tulpen, Krokus und vielen anderen. Wenn die Sonne an einem Frühlingsmorgen die Krokus⸗ knoſpen wärmend beſcheint, ſo breiten ſie ihre Blü⸗ tenbläter aus, aber ſchon, wenn eine Wolke die Sonne nur kurz verhüllt, gehen ſie wieder zuſam⸗ men, um beim nächſten Sonnenſtrahl dies Spiel zu wiederholen. Ein leiſes Zittern und Beben läßt dieſe Blüten ſtändig erſchauern! Haben wir aber Tulpen und Krokus im warme Zimmer in Blu⸗ mentöpfen gezogen, ſo öffnen ſie ihre Blüten um ſo weiter, je wärmer es wird, ganz gleich, ob draußen die Sonne ſcheint oder ob es dunkel iſt. Alle bisher geſchilderten Bewegungen vollziehen ſich langſam Machen wir von ihnen kinematogra⸗ phiſche Aufnahmen, ſogenannte Zeitrafferaufnahmen, ſo können wir ſie dann auf der Leinwand auch ſchnell ablaufen ſehen. Es gibt aber auch einige 75 8 5 Der Sauerklee iſt leicht zu„wecken“. ihre Fiederblättchen heben ſich wieder. Leider laſſen ſich nicht alle ſchlaffähigen Pflanzen ſo leicht oder überhaupt in dieſer Weiſe beeinfluſſen. ** Welche Bedeutung die Schlafbewegungen für die Pflanzen haben, vermögen wir heute leider noch nicht mit Sicherheit zu ſagen. Wir kennen jetzt zwar die Mechanik der Bewegungen, die am Pflanzen⸗ körper zum Heben und Senken der Blattflächen führt. Eine ganze Reihe von Pflanzen hat an den Blattſtielen und am Grunde der Blattflächen beſon⸗ dere Gelenken, mit denen die Bewegungen ausge⸗ führt werden. Das ſind zwar keine einfachen Schar⸗ niere, aber doch ganz anders gebaute Organe als unſere Gelenke. Sehen wir uns wieber einmal unſere Bohne an. Am Grunde der Fiederblätter und des Blattſtieles finden wir je eine knotenför⸗ mige Anſchwellung. Das ſind die Gelenke. Wir wiſſen ferner, daß z. B. das Beleuchten und bei manchen auch das Verdunkeln von Einfluß auf die Bewegungen ſind, daß ſchließlich die Schwerkraft da⸗ bei eine Rolle ſpielt Wer einmal an einem ſonnigen Sommermorgen früh durch die Wieſen ſtreift und danach am nächſten trüben Regenmorgen, der ſieht die Blüten vom Lö⸗ wenzahn, vom Habichtskraut, vom Maasliebchen und anderen Korbblütern in der Sonne ſtrahlend geöffnet, bei trübem Wetter aber und gegen Abend Dieſe intereſſante Pflanze eignet ſich beſonders für ſolche Experimente, da ſie jederzeit veranlaßt werden kann, ihre Schlafſtellung einzunehmen und wieder aufzugeben. Pflanzen, die ſehr ſchnelle Bewegungen auszuführen vermögen. Leider wachſen ſie faſt ausnahmslos in den heißen Tropengebieten und nur bei uns in gut geheizten Gewächshäuſern. Allen voran die ſoge⸗ nannte Sinnpflanze, Mimosa pudica, die echte Mimoſe. Berührt man nur eine kleine Blattfieder dieſer Pflanze oder ſengt man ſie vorſichtig in der Flamme eines Streichholzes an, ohne ſie zu berüh⸗ ren, ſo klappen nach und nach alle Fiedern des Blattes nach oben zuſammen und plötzlich ſenkt ſich das ganze Blatt abwärts. Darauf beginnt das nächſte Blatt in derſelben Weiſe und dann die fol⸗ genden. Nach einiger Zeit richten ſich die Blätter dann von ſelbſt wieder auf und die Pflanze bekommt damit ihr urſprüngliches Ausſehen wieder. Nun kann ſie von neuem auf eine Berührung antworten. Stößt man aber heftig an die Pflanze oder reißt man ihr ein Blatt ab, ſo ſenkt ſie augenblick alle Blätter abwärts und ſieht plötzlich ganz kahl aus. Dieſer Vorgang erſcheint bei einer Pflanze im Blumentopf natürlich ganz verblüffend. In ihrer Heimat aber, in den Tropen, z. B. in Indien, auf Java und auf den anderen großen Inſeln der Süd⸗ ſee, wächſt die Mimoſe als häufiges Unkraut in dich⸗ ten Beſtänden, ſo wie bei uns etwa das Hirten⸗ täſchelkraut. Kommt nun weidendes Vieh oder äſendes Wild mit einigen dieſer Pflanzen in Be⸗ rührung, ſo ſenken nicht nur eine oder ein paar ihre Blätter, ſondern ſämtliche Pflanzen des ganzen Be: ſtandes. Die erſten, die auf die direkte Berührung hin die Bätter ſenkten, ſtreiften dabei die Nachbar⸗ pflanzen und ſo breitete ſich die Bewegung blitz⸗ ſchnell im ganzen Umkreis aus. Der eben noch ſchön grüne und ſo verlockende Futterplatz zeigt plötzlich nur noch kahle Stengel. Zweifellos wird den ſchmauſenden Vierbeinern an dieſer Stelle der Appe⸗ tit vergehen, z. T. aus Schreck über die plötzliche Verwandlung des Futterplatzes. Deshalb hat man dieſe ſchnellen Bewegungen auch Schreckbewegungen genannt; ſie laſſen vor einer weiteren Berührung mit der Pflanze zurückſchrecken. Außer der Mimoſa können noch einige andere tropiſche Pflanzen ähn⸗ lich raſche Bewegungen ausführen. Bei den aller⸗ meiſten wiſſen wir heute leider immer noch nicht ge⸗ nau, welchen Sinn ſie eigentlich haben. So auch bei der Mimoſa. Man hat zwar ſchon alle möglichen Vermutungen darüber geäußert, ohne aber eine tref⸗ fende Antwort auf die Frage gefunden zu haben. Sind das ſchon recht merkwürdige Eigenſchaften der ſogenannten reizbaren Pflanzen, ſo wollen wir die Mimoſa noch etwas näher betrachten; nur nicht mehr in ihrer natürlichen Umgebung. Wir beſchaf⸗ fen uns eine Topfpflanze, die man bei uns im Ge⸗ wächshaus ganz leicht aus Samen ziehen kann. Mit dieſer Mimoſa gehen wir ins Laboratorium, um Der betäubende Einfluß des Hikohols im del gewiſſen waſſerpflanzen einwandfrei nachwelsbar, ſe 7 B. bei der heimiſchen Aldrovandta. noch ein wenig weiter in ihre Geheimniſſe einzu⸗ dringen. Wir wiſſen ja, daß man den Menſchen und auch Tiere durch gewiſſe chemiſche Mittel betäu⸗ ben, narkotiſieren kann. Sie verlieren dann vor⸗ übergehend die Fähigkeit, ſich zu bewegen. Als man nun die Mimoſa eingehend ſtudierte, hat man ſich natürlich auch gefragt, kann man dieſe Pflanze nicht gerade ſo wie andere Lebeweſen narkotiſieren? Tat⸗ ſächlich find die Verſuche geglückt. Wenn man näm⸗ lich eine Pflanze unter eine große Glasglocke ſtellt und dazu in einer kleinen Schale eine zum Luft⸗ raum genau abgemeſſene Menge flüſſigen Aether oder auch Chloroform gibt, ſo kann man nach eini⸗ ger Zeit feſtſtellen, daß die Pflanze unbeweglich ge⸗ worden iſt. Die Blätter ſind in dieſem Zuſtand, in welchem ſie ſich vorher befanden, ſtarr geworden. Läßt man die Narkoſe nicht zu lange dauern, und bringt man die Pflanze dann wieder an die friſche Luft, ſo bekommt ſie ihre alte Bewegungsfähigkeit wieder. Eine ſolche vorſichtige Narkoſe ſchadet ihr gar nicht. Das gleiche Experiment läßt ſich auch mit den anderen reizbaren Pflanzen ausführen. Je weiter wir auf ſolchen Wegen in der Beobach⸗ tung und Unterſuchung der Pflanzen vordringen, um ſo mehr werden ſie für uns zum Lebeweſen. Es ſteckt mehr Leben in ihnen, als ihre auf den erſten Blick ſo ſtarren, unbeweglichen Körper ahnen laſſen. Dr. A. Th. Czaja. ist unter den heutigen und den kommenden Wirtschafts- verhältnissen das sicherste— man kann sogar sagen, das einzige— Mittel, um geschäftlich vorwärts zu kommen. Es ist ein verhängnisvoller Denkfehler, sich mit einem geschäftlichen Klugheit, die Ueberlegenheit der betreffenden Zeitung zum eigenen Vorteil auszunutzen. In solchem Falle sind Ausgaben für Reklame keine Unkosten, sondern Kapital-Anlagen, die sich höher verzinsen als auf einem gewissen Umsatz zufrieden zu geben. denn die steigenden allgemeinen Lasten vermindern allmählich den Gewinn auf ein Minimum, das die Existenz gefährdet. Durch regelmäßige, planvolle Werbung wird der Be- stand des Geschäfts gesichert; sle beschleunigt den Umsatz des Warenlagers, verteilt die allgemeinen, gleichbleibenden Geschäàftsunkosten auf einen vergrößerten Umsatz, sie er- höht also den Nutzen. Gewinnbringende Werbung Will mit Ueberlegung durchgeführt werden Die Grundlage jeder geschäftlichen Empfehlung ist die Zeitungs-Anzeige. 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IIIselotte Vogel eee e 1 e schrill und verzerrt, die Klangfarbe des Klaviers, der Vierter Joseph Wipfler EFF ˙ Grosses Tongemälde Geige ging nahezu verloren, kurz, es gab viele„Stief⸗ Das Sandmännchen Georg Köhler kinder“ unter den Tönen. Die Sonne Elisabeth Stieler. 8 Watte ann 5 5 Erstes i Erich Musil Prachtvolle Oda öhlichs Lindströms Aufnahmetechnik gibt jeden Ton gleich 1 9 wildes Tier Gauche 5 Herrenzimmer- 9. ie ens Schar vollkommen wieder. Die feinsten Schwingungen der Jans Fasso 5 ATZ 1 8 8 Erstes* Trude Hoch Fa tri beef en, re Maris Omoroniez) Obertöne, die dem Grundton erst Glanz und Fülle Zweites f cutes Tler ielene Leydenius zu verk. 79306 Matera die Hr wart, geben, werden auf der Platte festgehalten. Rein und ttes Lilian Berley Anzuſehen Sonntag 0. 11059 Dajos Bela Unverzerrt, 80 wie Ste ihn im Konzertsaal hören, Ex- orm. od. Werktags 1 ON Sonntak, den 15. Dezbr. 1929 zwiſch. 123 Uhr bei Künstler-Orchester Klingt der Ton der ODEON- Platte. 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Dezember 1920 Neue Maunheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe] Seite. Nr. 582 Brüllen wie ein heranbrauſender Zyklon raſte das große, weiße Automobil durch die nächtliche Ein⸗ ſamkeit. Wie ein Trichter erſtreckte ſich vor ihm die ſchnurgerade franzöſiſche Landſtraße, von hohen Pappeln eingeſäumt, die ſich unter peitſchendem Regen bogen und ſchüttelten. Das jagende Häm⸗ mern der Maſchine übertönte das Toſen des Sturms. Schwarz war die Nacht. Treibende Wol⸗ ken verdeckten Mond und Sterne und der tief herab⸗ hängende Himmel ſchien auf den Wipfeln der vorbei⸗ fliegenden Bäume zu laſten. Am Steuer hüpfte und zitterte im Rhythmus der Bewegung eine hockende Geſtalt, die Hände leicht auf dem tanzenden Rad, die bebrillten Augen auf den gelben Lichtkegel voran⸗ gerichtet. Neben dem Lenker und im Wageninnern faßen noch drei vermummte Geſtalten, aber ſie ſpra⸗ chen nicht und rührten ſich nicht. So waren die vier ſtundenlang durch den Sturm gefahren, ſchweigend und unperſönlich, wie die verlaſſene lebloſe Gegend, bie ſtie umgab. Aber nun minderte ſich die Geſchwindigkeit, und das große weiße Auto ſtolperte faſt zaghaft über die Löcher des Fahrdamms. „Wir biegen hier ein“, ſagte der Fahrer auf Eng⸗ liſch, aber mit italieniſchem Akzent.„Haben Sie die Güte, Signor Seaton, die Schutzſcheibe ein wenig abzuwiſchen! Unter den Bäumen iſt's ſo finſter wie am Höllentor!“ f Aus dem Hintergrund hörte man eine tiefe Stimme:„Schon da, Monſteur Lucca?“ „Jawohl“, Mr. Aronſtein!“ „Gott ſei Dank! Ich und Nachbar Ismail ſind beinahe erfroren.“ „Es iſt eine Nacht zum Umkommen“, bemerkte der Mann neben dem Lenker, nach rückwärts ge⸗ wendet.„Ich hoffe ſehnlichſt, daß Simopulos Whisky im Hauſe hat.“ „Amen!“ antwortete inbrünſtig die Stimme aus dem Hintergrund, und wieder verfiel die Geſellſchaft in tiefes Schweigen. Der Wagen klomm eine ſchmale Allee hinan, deren triefende Zweige beinahe ein Dach bildeten. Zur Rechten zeigte ſich zwiſchen Gra⸗ nitſäulen ein offenes Tor. Auf den Säulen ſtand der Name:„Villa Scarabse“. Ein Kiesweg ſchlän⸗ gelte ſich über eine Böſchung mit verſtreuten Pal⸗ men und Pinien. Unerwartet leuchtete aus der höl⸗ liſchen Dunkelheit ein glimmendes Pünktchen, und plötzlich ſah man im Lichte der Scheinwerfer ein weißes Haus mit grünen Fenſterläden. Jäh, faſt ſchmerzlich verſtummte das Pochen des Motors, als das Auto hielt. Eine Tür öffnete ſich und eine Fülle von Helligkeit ſtrömte über den kot⸗ beſpritzten Wagen. In der geöffneten Tür ſtand ein Herr im Smoking. „Da ſind Sie endlich!“ war ſein Gruß.„Er war⸗ tet ſchon ſeit neun Uhr auf Sie!“ Er bewillkomm⸗ nete jeden einzelnen der vier Reiſenden, die mit ſteifen Gliedern dem Auto entſtiegen.„Alle Wet⸗ ter!“ rief Aronſtein, ein dicker, großer Mann mit kleinen Augen und einer fleiſchigen Naſe,„das war eine tolle Fahrt! Hoffentlich haben Sie einen guten Tropfen gegen die Näſſe, Bruder Simopulos!“ „Aber keinen von Ihren verfluchten Schnäpfen!“ warf Seaton ein. Sein ſchwerer Mantel war auf⸗ gegangen und enthüllte die Eleganz ſeiner Erſchei⸗ nung. Ein Monokel blitzte ihm im Auge.. „Aber nein!“ antwortete der Mann im Tor.„Ich habe drinnen eine Kiſte Vorkriegswhisky, der es verdient, getrunken zu werden. Nur herein, meine Herren, Sie werden bald warm werden! Laſſen Ste den Wagen, wo er iſt, Lucca, es geſchieht ihm nichts! Er tat ſehr zuvorkommend, ſehr befliſſen und lächelte mit dem Dienſteifer eines Menſchen, der ſeiner ſelbſt nicht ganz ſicher iſt. Trotzdem er, bis auf einen kleinen Schnurrbart, glatt raſtert war, Der Roman eines geheimnisvollen Regypters von V. Williams trat ſein Bartwuchs ſo ſtark hervor, daß die untere Partie ſeines gelblichen Geſichts wie in einen vio⸗ letten Schatten getaucht ſchien. Geſchäftig ſchritt er in das Haus voran. Die vier Männer ließen ihre Ueberröcke in der von Mimoſen⸗ duft erfüllten Vorhalle und betraten ein großes Zim⸗ mer, wo bereits der Tiſch zum Abendbrot gedeckt war. Man gruppierte ſich um den offenen Kamin, in dem die Olivenholzſcheite leiſe kniſterten. „Ich habe den Diener zu Bett geſchickt“, erklärte der Hausherr,„und hoffe, daß niemand auf Förm⸗ lichkeiten hält. Hier iſt Straßburger Paſtete, Hum⸗ mermayonnaiſe, kaltes Huhn und Schinken. Sie finden Whisky am Büfett und auch einen Rotſpon, den ich Ihnen ſehr empfehlen kann. Mein lieber Seaton, Sie waren ſchon einmal hier— darf ich Sie bitten, mich zu vertreten, während ich raſch hinauf⸗ eile, um unſeren Freund von Ihrer Ankunft zu verſtändigen!“ g Als Simopulos zurückkehrte, fand er ſeine Gäſte ſchmauſend bei Tiſch. Er pflanzte vor ſich das Feuer, und eine Wolke blauen Rauches ſtieg aus der langen Bernſteinſpitze, die er in der ſorgfältig gepflegten Hand hielt. Seine ſchmalen ſchwarzen Augen wan⸗ derten ruhelos von einem zum andern. Mit einem befriedigten Grunzen ſchob Aronſtein den Teller von ſich und nahm eine Zigarette aus der Silberkaſſette neben ihm.„Na, Simopulos, ſagte er, „es gibt wahrſcheinlich keinen zweiten Macher im Geſchäft, der mich veranlaßt hätte, die umſtändliche Reiſe von Newyork nach Cannes auf mich zu neh⸗ men, um einen Kerl zu treffen, von dem ich bis jetzt noch nie etwas gehört habe. Hoffentlich ſteckt eine große Sache dahinter, he?“ Er blickte im Kreiſe umher. „Ich glaube, Simopulos weiß zu gut, wo ſein Vorteil liegt“, meinte Seaton,„und wird mich nicht wegen einer Lappalie von London hierherlotſen.“ Er ſprach mit merkwürdig klangloſer Stimme und die Undurchdringlichkeit ſeiner Züge, noch durch das Monokel betont, gab allem, was er ſagte, einen un⸗ definierbaren Beigeſchmack. 5 „Und mich von Turin, per bacco!“ bekräftigte Lucca. „Seien Sie verſichert, meine Herren,.“— Simo⸗ pulos hob beſchwichtigend die Hand—„Sie werden keinen Grund haben, Ihr Hierſein zu bedauern. Ich bin unglücklich, Sie ſo weither bemühen zu müſſen, aber leider blieb mir keine Wahl. Mein Freund Ramoſi hat eine Abneigung gegen lang vorher fort⸗ geſetzte Zuſammenkünfte. Ich mußte ſeine zufällige Anweſenheit an der Riviera benutzen, um die Ge⸗ legenheit dieſer privaten Begegnung in meiner Villa herbeizuführen. Ich mußte Ste alle nach Lyon bitten, um dort meine weiteren Nachrichten abzuwarten, weil es ungewiß war, wohin ſich kein Freund be⸗ geben würde, aber ich will offen mit Ihnen reden — auch aus dem Grunde, weil ich möglichſt diskret vorgehen wollte. Denn von dem Geſchäft, das wir zu beſprechen haben, ſoll niemand ſonſt etwas er⸗ fahren. Monſieur Ramoſi weilt oben in meinem Ar⸗ beitszimmer und es wird mir ein Vergnügen ſein, Ste ihm vorzuſtellen!“ Er hatte eine weiche ölige Stimme und nahm nach Orientalenart eifrig die Hände zu Hilfe, um ſeinen Worten beſonderen Nachdruck zu verleihen. „Warten Sie einen Augenblick,“ warf Aronſtein ein.„Wenn ich mich auf ein Geſchäft einlaſſe, weiß ich gern woran ich bin. Ich ſchätze Sie, lieber Simo⸗ pulos, als einen der beſten Kenner von ägyptiſchen Altertümern, aber ich kenne nicht Ihren Freund, und meinen Herren Kollegen hier iſt er ebenſo un⸗ bekannt. Wer alſo iſt dieſer Ramoſi überhaupt?“ Der gelbe Schimmer in Somopulos' Geſicht ver⸗ dunkelte ſich. Seine raſtloſen Augen irrten nervös umher.„Die Frage hat nichts mit unſerer Angele⸗ ſtimmend mit dem Kopf wie ein Angelegenheit betrachtet. genheit zu tun! Das einzig Wichtige für Sie iſt, ob das Angebot meines Freundes Sie intereſſtert oder nicht.“ Seaton widerſprach mit ſeiner tonloſen Stimme: „Trotzdem wäre es am Platze, daß wir Baſtimmteres über die Perſönlichkeit Ihres Freundes erführen. Daß er Ihr Freund iſt, ſpricht für ſeinen Charakter, aber es iſt kein unbedingter Beweis für ſeine ge⸗ ſchäftliche Zuverläſſigkeit. Was mich betrifft, ſo kann ich es mir nicht leiſten, meine Londoner Firma mit einem Pack levantiniſcher Gauner ins Gerede zu bringen. Solche Affären haben wir immer Ihnen überlaſſen, mein Beſter.“ Simopulos ſchien das Beleidigende dieſer Worte abſichtlich überhören zu wollen.„Meine Herren,“ ſagte er von ſeinem Platz am Feuer,„ſpekulatiſch iſt die Seele Ihres Geſchäfts. Wenn Sie Ramoſis Vor⸗ ſchläge ruhig angehört haben, bleibt Ihnen jede Ent⸗ ſcheidung unbenommen. Ich ſelber aber bin mir kei⸗ nen Augenblick im Zweifel, wie dieſe Ihre Entſchei⸗ dung ausfallen wird.“ Aronſteins mächtiger Körper türmte ſich neben den Tiſch.„Ich will's riskieren, ſchauen wir uns den Kerl mal an!“: Auch die anderen erhoben ſich. 5 „Noch ein Wort, bevor wir gehen!“ bemerkte der Hausherr.„Mein Freund iſt daran gewöhnt, zu ſeinen eigenen Bedingungen zu verhandeln. Jeder Verſuch, dieſe Bedingungen zu drücken, würde ebenſo vergeblich ſein wie der, ſeine Identität feſtzu⸗ ſtellen. Das letztere wäre überdies Zeitverſchwendung und“— Furcht ſprach aus ſeinen ſchmalen Augen— „auch gefährlich!“ a Peinliches Schweigen. Seaton unterbrach die Stille:„Dann iſt alſo Ramoſi nicht ſein wirklicher Name?“ „Nennen wir es ein Geſchäftspſeudonym“, er⸗ widerte der Grieche, und den anderen voranſchreitend führte er ſie aus dem Zimmer. 5 * Violett war der vorherrſchende Ton des Raumes, in den Simopulos die Gäſte geleitete. Schwere violette Vorhänge dämpften den Lärm der Nacht. Das wilde Peitſchen des Regens und die dumpf rollende Meeres⸗ brandung. Violette Blumen füllten die Vaſen und auch das Licht war violett, denn die elektriſche Leſe⸗ lampe, die auf einem kleinen Seitentiſch ſtand und die einzige Beleuchtung bildete, war mit einem violetten Seidenſchirm verhängt. Das Zimmer war derart verdunkelt, daß die Bücherregale an der Wand in die Unendlichkeit zu ragen ſchienen. An einem dieſer Regale, neben der Lampe, ſtand ein Mann und las. Der dichte violette Teppich dämpfte die Schritte ſeiner Gäſte und er be⸗ merkte ihre Anweſenheit erſt, als ſich die Tür hinter ihnen hörbar ſchloß. Auch als er ſich ihnen zuwandte, war das Licht ſo gedämpft, daß ſie, geblendet von der Helle des Stiegenhauſes, kaum mehr als ſeine Sil⸗ houette unterſcheiden konnten. Nur ſeine rechte Hand war deutlich zu ſehen; ſie ruhte geballt, unmittelbar unter dem Lampenlicht auf dem Tiſchchen— eine feine kleine Hand mit hellem Flaum. Im übrigen hatte man den unbeſtimmten Eindruck von bräun⸗ lichem Haar, das ziemlich unordentlich aus der Stirn geſtrichen war, von einer Hornbrille, deren Gläſer ſo undurchſichtig ſchienen, daß ſie die Augen verzerrten, von einem kleinen, dunklen Schnurrbart und einer hohen kräftigen Figur in einem ausgezeichnet ge⸗ ſchnittenen Tuchanzug. Simopulos ſtellte die Herren mit einer gewiſſen zaghaften Ehrerbietung vor, die nicht ohne Eindruck blieb.„Mr. Bender Aronſtein— Mr. Mortimer Seaton— Signor Aldo Lucca!— Mr. Ismail.“ „Bitte, nehmen Sie Platz, meine Herren!“ ſagte Ramoſi mit einer metalliſchen Stimme, der das Be⸗ fehlen Gewohnheit ſchien. Er ſelbſt ſetzte ſich an den Schreibtiſch, das Geſicht im Schatten.„Sie handeln mit ägyptiſchen Altertümern. Ich auch. Ihre Tätig⸗ keit auf unſerem beſchränkten Markt iſt mir un⸗ bequem. Das iſt der Grund, warum ich Herrn Simo⸗ pulos bat, dieſe Konferenz zu vermitteln.“ „Gott verdamm mich!“ Mit einer raſchen Bewe⸗ gung ließ Seaton ſein Monokel aus dem Auge fallen, fing es geſchickt auf und begann es emſig mit einem grauen Seidentuch zu polieren. „Sie wiſſen,“ fuhr Ramoſi unbewegt fort,„wie un⸗ geheuer ſchwierig es neuerdings iſt, die Schätze der ägyptiſchen Vergangenheit aufzutreiben, die Ihre Kunden nur zu gerne kaufen wüpden, wenn das An⸗ gebot der Nachfrage entſpräche. Zweifellos ſind in den letzten Jahren die Lieferungsmöglichkeiten bedeu⸗ tend eingeſchränkt. Habe ich recht?“ „Und ob Sie recht haben!“„ wackelte bei⸗ är. „Das Regierungsdepartement für Antiquitäten hat, da ſein Wirkungskreis und ſeine Macht gleicher⸗ maßen wuchſen, auch ſeine Wachſamkeit vergrößert. Sein Ziel iſt, die unerlaubten Kanäle zu ſperren, auf die Sie zur Ergänzung Ihres Warenlagers aus⸗ ſchließlich angewieſen ſind. Selbſt jene Altertümer, die früher ausländiſche Forſcher auf Grund ihrer Lizenz den Händlern verkaufen durften, werden im⸗ mer ſeltener, da die ägyptiſche Regierung die Aus⸗ grabungen mehr und mehr als eine reine nationale Der daraus entſtandene Mangel bewirkt eine Preiserhöhung der echten Exemplare und ſchafft gleichzeitig einen Anreiz, n Ir Reh beg ig Mdfer, Manenes Altertſtmer zu fälſchen. So liegen die Dinge fetzt zu einer Zeit, in der bie neuen ſenſationellen Aus⸗ grabungen das öffentliche Intereſſe für Aegypto⸗ logie ſtark belebten. Stimmen Sie mit mir überein, Mr. Seaton?“ „Gewiß! Aber was wollen Sie dagegen tun?“ „Das werde ich Ihnen gleich ſagen. Ich kaun die Zeit zurückſtellen. Ich kann Sie zurückverſetzen in die Tage Muſtafa Agas, jenes unermüdlichen Händlers, der als britiſcher Konſularagent in Luk⸗ ſor vor vielen Jahren die Galerien der europäiſchen Sammler mit den ausgewählteſten Koſtbarkeiten füllte——“ Seaton ſteckte das Seidentuch in den Aermel, richtete das Monokel im Auge und muſterte über⸗ legen den Sprecher.„Unſinn! Es gibt heute in Aegypten kein unkontrolliertes Ausgraben mehr. Ein Eingeborener mag wohl hie und da bei der Buddelet einen Skarabäus beiſeite bringen, aber das iſt auch alles.“ 5 a a „Ich behaupte nicht, daß ich imſtande bin, das gol⸗ dene Zeitalter wieder aufleben zu laſſen, als ganz Aegypten ein Dorado für den intelligenten Schatz⸗ ſucher war. Aber ſolange überhaupt noch aus⸗ gegraben wird, bin ich bereit, Sie mit den beſten Stücken zu verſorgen. Wenn Sie— meine Herren — genügend Käufer zur Hand haben— ich kann jedenfalls die Ware liefern.“ f „Die Käufer ſind da!“ Aronſtein bohrte den ſpitzen Blitz ſeiner kleinen Augen in Ramoſis un⸗ durchdringliches Geſicht. a „Aber von Ihrem Anteil an dem Geſchäft bin ich nicht ſo überzeugt!“ 5 ö 5 Der andere hob die ſchlanke Hand.„Herr Aron⸗ ſtein, im Mat vorigen Jahres bezahlten Sie 1500 Dollar für eine Schnur Amethyſte, die Ihnen von einem Mann namens Holt angeboten wurde. Er erzählte Ihnen, daß die Schnur bei den Ausgrabun⸗ gen der ſchottiſchen Expedition in Deir⸗el⸗Medina geſtohlen wurde. Daß war nicht ganz richtig. Die Kette kam aus Der⸗el⸗Bahri!“ N „Sie ſcheiner genau informiert zu ſein“, knurrte finſter der Amerikaner. 5. „Das muß ich wohl! Ich ſelber nämlich hatte an Benjamin Holt dieſes Schmuckſtück verkauft. Er bekam es für 20 ägyptiſche Pfund— das wären alſo etwa 100 Dollar.“ „Verteufelt komiſch!“ kicherte Seaton. „Mr. Seaton“, erklärte Ramoſi liebenswürdig, „ſcheint jetzt auf meine Koſten etwas ſchadenfroh zu ſein. Ich muß geſtehen, ich habe von ſeinem Urteil ebenfalls keine hohe Meinung. Er zahlte an den Händler Madabegh in Lukſor 200 Pfund für einen Skarabäus der Königin Hatſchepſut— zweihundert Pfund— nachdem Madabegh ihn von mir für fünf⸗ unddoͤreißig bekommen hat!“ „Ich glaube Ihnen kein Wort!“ verſetzte Seaton ſcharf. Die anderen aber lachten, am lauteſten Aronſtein. 5: „Meine Herren“, verſicherte Ramoſt freundlich, „Sie ruinieren den Markt. Meine Organiſation in den Ausgrabungsgegenden iſt vollkommen. Ich wünſche nicht, daß mir andere Leute hineinpfuſchen und die Preiſe bei den Eingeborenen verderben. Ich will nicht nur den wiſſenſchaftlichen Kenner belte⸗ fern. Der Laie iſt mir ebenſo wichtig. Was will er? Beſchädigte Töpfe, zerfetzten Papyrus? Nein, er ſucht Juwelen, goldene Figuren, ſchöne Glas⸗ urnen und Alabaſterkrüge. Das alles kann ich Ihnen verſchaffen unter Ausſchaltung des Zwiſchen⸗ handels. Ich habe zwar ſchon meine Agenten für die Warenverteilung, aber ich bin bereit, Sie in meinen Wirkungskreis aufzunehmen!“ Von Aronſteins breitem Geſicht war das Lächeln geſchwunden. Scharf betrachtete er den Redner und ſein großer Mund ſchloß ſich wie eine Falle um ſeinen Zigarrenſtummel. Dann beugte er ſich vor. „Haben Sie was zu zeigen als Beweis?“ 1 Mit gelangweiltem Ausdruck wandte an Simopulos. „Zeigen Sie Ihnen die letzte Sendung!“ 0 Hinter Ramoſtis Seſſel war eine Tür.„Wenn Sie mit mir kommen wollen forderte der Grieche auf. Die vier Händler folgten ihm in den Gang. Ramoſi blieb unbeweglich am Schreibtiſch ſitzen. Dann hörte man das Murmeln erregter Stimmen und die Herren kamen, lebhaft durcheinander ſprechend, wieder zurück. (Fortſetzung folgt) ſich Ramoſt Genn „Der Varbar“ von Niko. aus Schwarzkopf Ein Grünewald⸗Roman Ein armer Töpferbub, deſſen Vater vom Schloß⸗ herrn ſchwere Bedrückungen erdulden muß, formt wunderliche Heiligenbilder aus Ton, die ihn bald bekannt machen. In Amorbach in ſeiner Oden⸗ wälder Heimat— verſchiedene Romane von Schwarz⸗ kopf ſpielen im Odenwald— gefällt es ihm nicht mehr, er wandert nach Mainz, um Maler zu werden. Es gelingt ihm bald als Hofmaler beim Kurfürſten unterzutommen. Das bunte, freie und aus⸗ ſchweifende Leben in Mainz lockt ihn und hält ihn gefangen. Er bekommt den Auftrag, einen Altar zu malen. Mit Feuereifer geht er an die Arbeit und ſchafft ein Wunderwerk. Die Geſtalten hat er aus dem niederen, damals hart bedrückten Volk ent⸗ nommen. Dem neuen, jungen Kurfürſten gefallen die Geſtalten und die grellen, aufrühreriſchen Farben nicht. Der Altar, das Meiſterwerk des Malers Mathis, kommt nach einem Antoniterkloſter im Glfaß. Dieſe Behandlung hat dem Maler alle Ruhe geraubt. Von jeher mit den kleinen Bauern verwachfen, deren ſchreckliches Los er von ſeiner eigenen arm⸗ ſeligen Kindheit her kennt, treibt er immer mehr auf ihre Seite. Er kommt bald in den Verdacht, mit dem Bundſchuh Verbindung zu haben. Eine Begeg⸗ nung mit dem Reformator Luther gibt ihm den Reſt, Später gerät er dann ganz auf die Seite der aufrühreriſchen Bauern. Sein Freund Caſpar, der deutſche Herold, kann ihn bei einer Gefangennahme gerade noch vor der Hinrichtung retten. Wie er ge⸗ endet hat, weiß man nicht. Schwarzkopf verſteht es meisterhaft, die damalige Beit des Bundſchuhs, der Reformation, der Bilder⸗ ſtürmerei vorzuzeichnen. Scharf werden ſeine Per⸗ ſonen herausgearbeitet. Eine ganz große Leiſtung iſt die Schilderung des Hofmalers Mathis, der an ſich und der Zeit verzweifelt. Wunderlich zieht die Perſon dieſes unglücklichen Menſchen durch das ganze Buch. Immer und immer wieder verſucht er ſich mit ſeiner Zeit, die er manchmal klar und deut⸗ lich erkennt, auseinanderzuſetzen. Von den Bauern kam er, bei ihnen endete er auch wieder. Wenn das Leben der damaligen Zeit vielleicht auch etwas zu breit geſchildert iſt, ſo gewinnt der Roman durch die kurzen ſchlagwortartig eingeſtreuten Epiſoden wich⸗ tiger Begebenheiten ſtark an Intereſſe. Luthers Wirken taucht nur kurz auf und doch iſt der Einfluß auf den Hofmaler Mathis überwäl⸗ tigend. Kurz und plaſtiſch die Szene, als Luther in Worms beim Betreten des Reichstags mit dem Landgrafen von Heſſen zuſammentrifft. Das aus⸗ ſchwelfende Leben der Geiſtlichkeit, an dem der Hof⸗ maler beſonderen Anſtoß nahm, zieht kaleidoſkop⸗ artig vorüber. Laut lärmt man für den Ablaß, die Geiſtlichkeit braucht Geld. Der Bauer wird bis auf den letzten Heller ausgepreßt. Als Barbar wollte Schwarzkopf vielleicht nicht eine Perſon, ſondern die damalige Zeit in ihrer Geſamtheit bezeichnen. Ein eigenartiges Buch, das verſucht, die Zeit der Refor⸗ mation und das Schickſal des berühmten Malers zu ſchildern.(Verlag Georg Müller, München). —— „Fliegerſchule 4 ein Kriegsbuch Von Dr. Niels Hanſen Ich ſah in der Buchhandlung Menſchen Euringers„Fliegerſchule 4“(Hanſeatiſche Verlagsanſtalt, Hamburg 36) zur Hand nehmen, darin blättern und dann enttäuſcht es zur Seite legen: das ſei ja gar kein Kriegsbuch, das wollten ſie nicht. Wer hat nun recht? Jene Herren oder der Ver⸗ leger, der das Buch als„Kriegsbuch der Fliegerei“ bezeichnet. Zunächſt muß feſtgeſtellt werden: dieſer Roman, der die Fliegerei nicht als Staffage und Hinter⸗ grund, ſondern als Weſen und Mittelpunkt ſchildert — einzig in dieſer ſeiner Art bis heute— ſpielt tatſächlich nicht an der Front. Kein Boelke, kein Udet ſchildert ſeine Abſchüſſe, kein Luftkampf reißt uns in den heißen Atem ſeiner Spannung. Nur viſionär taucht einmal das Fliegerringen im Weſten auf, ſeltſam durchleuchtet von dem Schimmer der Erinnerung. Alſo kein Kriegsbuch? Richard Euringer war ſelbſt Kampfflieger. Erſt im Weſten, ſpäter, als die Kriegsſchauplätze immer phantaſtiſchere Kreiſe um die Mittelmächte zogen, in Paläſting. Ende 1916 kam er nach Berlin, um die Verſuche mit Rieſenkampfflugzeugen mitzu⸗ machen, die damals im Anſchluß an den neuen Hin⸗ denburgplan unternommen wurden. Dann wurde er zur Leitung der 4. bayriſchen Fliegerſchule auf dem Lechfeld abkommandiert. Euringer iſt nicht nur Flieger, ſondern auch ein Dichter von hohem Rang, was ſeine Dramen, etliche Romane und eine Reihe von(vergriffenen) Novellenbänden bewieſen. Fliegergeiſt, wie er dieſes Buch beſeelt, iſt aber Sportgeiſt in ſeinem vornehmſten Sinne. Wenn die Führer des Rieſenflugzeuges R 4 unter letztem Aufwand aller Kräfte ihren Apparat auf 300 Meter bringen und ihn nun, wo das Ziel erreicht iſt, noch höher und noch höher, auf 305, 310 Meter preſſen, ſo erlebt jeder mit Herzklopfen, was Sport heißt und was er vom Menſchen verlangt. Vor allem verlangt er Einſatz der äußerſten Energien und ſelbſtloſeſte Unterordnung unter die Gemeinſchaft.„Buch der Mannſchaft“ nennt der Verfaſſer ſein Werk. Nicht das tönende Heldenlied des einzelnen, ſondern das ſtille der Mannſchaft, die ſchlicht und namenlos ihre Pflicht tut bis zur eige⸗ nen Vernichtung, iſt darin niedergeſchrieben. Und dieſes Lied der Hingabe und des Einſatzes— iſt es nicht das Lied vom kämpfenden Soldaten über⸗ haupt? Iſt es nicht im letzten einerlei, ob einer im Trommelſeuer des Schützengrabens, an den glühen⸗ den Rohren der Geſchütze oder am ſurrenden Motor in der ſteten Gefahr des Abſturzes ſeine Pflicht tat? Sich ſelbſt zum Opfer brachten ſie alle— und Opfer, ſo meint Euringer, iſt das, was der Krieg von uns verlangte. i So iſt Euringers„Fliegerſchule 4“ dennoch ein Kriegsbuch und enthält über den Krieg mehr Wahr⸗ heiten, als die meiſten Frontbücher, die ſchon des⸗ halb verſagen müſſen, weil ſie an dieſe Glut des Schilderus und Denkens nicht entfernt heranreichen. Herm. Eris Buſſes Schwarzwalddichtung Die Tannenpoeſie des Schwarzwaldes, ſeine lieb⸗ lichen Matten, ſeine ſtillen Täler und rauſchenden Wipfel haben gar oft einen Poeten gefunden, der die Melodie der Heimat zum Lied werden ließ. Es gibt auch eine Reihe guter Schwarzwalderzähler, die ihre Bauerngeſchichten ſchwarzwälderiſch färbten und durch ihre Proſa den Tannenduft als Poeſie wehen ließen. Wenn man aber dieſe Schwarzwaldgeſtalten in einen tiroler Bauernrock ſteckt, dann unterſcheiden ſie ſich kaum von ihrer Umgebung. Das Typiſche hat der Schwarzwalddichtung bisher gefehlt, und dieſes ſchöne, deutſche Gebirge mit ſeiner eigenartt⸗ gen Welt, ſeinem beſonderen Menſchenſchlag und ſei⸗ nen bedeutſamen Schickſalen hat, ſo ſeltſam es klingt, bis in unſere Tage auf ſeinen eigentlichen Dichter warten müſſen. In Hermann Eris Buſſe iſt er erſtanden. Vor kurzem hat er den zweiten Band einer Schwarzwald ⸗Romantrilogie vorgelegt. In dieſer ſoll den großen nordiſchen, volkshaft typi⸗ ſchen und einmalig gültigen Darſtellungen von Land und Leuten die eigentliche dichteriſche Ge⸗ ſtaltung des Lebens der Schwarzwald⸗ bauern inihrer Landſchaft zur Seite treten. Das bedeutet, daß hier keine Dichtung geſchaffen wird, die nur ſchildert; hier werden vielmehr Schick⸗ ſale gefügt, und Schickſale heißt dabei das Notwen⸗ dige der Landſchaft in ihrer Verbindung mit den Menſchen zu erfaſſen und zur Geſtaltung zu bringen. Damit wächſt ein ſolches Werk über jede Art von Heimatpoeſie weit hinaus in die Sphäre des all⸗ gemein Gültigen. Deshalb wird der Leſer hier keine Erinnerungen an Schwarzwaldausfluge vorfinden, ſondern Schickſalsmächte, wie ſie aus der Scholle her⸗ vorbrechen und zur Stimme Gottes werden. Der Schwarzwälder iſt ein ſelbſtändi⸗ ger Menſch in der Dramatik ſeiner Land⸗ ſchaft. Von dieſem Grundgedanken geht Buſſe aus in der Geſchichte einer Hofbauernſippe, die er dar⸗ ſtellt, um deren weſentliche Daſeinsformen die Ge⸗ ſchicke der Schwarzwälder Bauern im Zeitraume der letzten hundert Jahre ſsiegeln. Er ſchreibt alſo keinen Dorfroman, wie ir ſie reichlich, über⸗ reichlich beſitzen. Deshalb wied man keinen böſen und keinen guten Bauern darin finden, wie ſie oft gezeigt werden, mit dem Beſtreben, die Menſchen zu beſſern und zu bekehren. Nicht ein einzelner mehr oder weniger fragwürdiger Charakter, ſondern der Typus des Schwarzwälders ſoll geformt, ja geradezu aus Holz herausgehauen werden, wie denn das Holz Lebens⸗ und Schickſalselement des Schwarzwälders geblieben iſt. Dieſe merkwürdigen, zuweilen hochbegabten, von ihrer Umwelt ganz eigen im Lebensrhythmus, im Charakter, im Schickſal geformten Menſchen, zäh, ſeß⸗ haft und heimatliebend, aber auch nach der Ferne ſich verzehrend, treten uns in den Geſtalten von Buſſes Dichtung entgegen. Und wie die Tannenwälder des Schwarzwaldes einem gewaltigen gotiſchen Dome gleichen, wie die wunderſamen Meiſter der gotiſchen Formkunſt an unſerem Oberrhein gewachſen und ge⸗ worden ſind, ſo erſcheint der Schwarzwälder ein⸗ getaucht in die gotiſche Geheimſinnigkeit, zugleich in die Abgeſchiedenheit des gotiſchen Men⸗ ſchen, mit all ſeinen Wirrungen des Abwegigen, in ſeiner dämoniſchen Verſtrickung mit dunklen Schick⸗ ſalsmächten, welche Grundart er auch beibehielt, als er da und dort im Lauf der Geſchichte proteſtantiſch wurde, ohne eigentlich puritaniſch werden zu können durch ſeine ſtändig zu farbigen Bildern und Geſchich⸗ ten treibende Phantaſie. Im kargſten Alltag kann er ſich fürſtlichen Stolz bewahren, als wohlhabender Grundherr von bibli⸗ ſcher Schlichtheit ſein. Daneben iſt er klug, liſtig, auch hinterhältig, wenn es ſein Eigentum zu wahren gilt, er kann zum Erfinder, zum Volkskünſtler, zum Denker, aber auch zum Geſchäftsmann mit dem Blick in die Welt, mit dem Zug in die Weite werden, wage⸗ mutig und leidenſchaftlich zugleich. Aber trotz dieſer vielfältigen Eigenſchaftenbleibt er feſt umriſſen. Er iſt geſchloſſen und ſicher im Bewußtſein ſeines Auf⸗ und Niederganges und ſehr oft, vielleicht aus der eigenen Miſchung von Gut und Böſe, Träger tragi⸗ ſcher Einzelſchickſale. Der Schwarzwälder, der mit Uhren, Glas und Erzeugniſſen ſeines Bodens handelte iſt in der gan⸗ zen Welt bekant, wie die Namen der großen Maler, die dem Schwadzwaldvolk entſtammen. Schon in der früheſten Geſchichte ſieht man ihn als Heimat⸗ flüchtigen, als Auswanderer in der ganzen Welt. Unruhig ſein Blut, ſein Weſen beſeſſen von irgend einer Idee. In dieſem Sinne hat ſich Buſſe mit dem Schwarzwälder beſchäftigt; es ſind ſeine Grundge⸗ danken, die wir hier wiedergeben. Ueber ein Jahr⸗ zehnt reicht die Arbeit an ſeiner Romantrilogie zurück, eigenſtes Erleben hat ſte geformt. Aber Buſſe hat nicht nur die Landſchaft, er hat auch die Kultur⸗ und Wirtſchaftsgeſchichte des Schwarzwalds, ſeine Volks⸗ und Menſchenkunde durchaus ſtudiert, doch nicht um ſeinen Geſtalten eine theoretiſche Grund⸗ lage zu geben, ſondern um die dichteriſche Phantaſie immer wieder auf das Typiſche zu lenken, bis durch dieſe Zuſammenſchau das Geſamtſchickſal zur ge⸗ formten Wahrheit wurde. Wohl lebt und lebte er in nächſter Nähe dieſer Menſchen, aber er ſtellt ſie dar in jenem dichteriſchen Abſtand, der das Ganze der Welt einbezieht in das Geſchick des Einzelnen. Dieſe Weite des dichteriſchen Blicks verläßt ſeine Darſtellung nie, wenn man ihr auch noch ſo ſehr anmerkt, daß der Dichter mit den alten Bauern zu⸗ ſammenſaß und plauderte, beim Heuet half, ſich winters am mächtigen Ofen in den Stuben wärmte, beim Erntetanz und auf der Kirchweih ſich unters Jungvolk miſchte,— und einen Schwarzwälder Kirſch ebenſo gut zu würdigen weiß, wie er in Schat⸗ ten und Sonne die Schwarzwaldtäler kennt. In alten, vergilbten Tagebüchern der Weltwanderer, die mit ihren Uhren über den Kontinent, aber auch bis nach der neuen Welt, nach Indien und ſogar Auſtralien kamen u. der daheimgebliebenen Uhrmacher deren dem Ablauf der Zeit gewidmetes Gewerbe ſie ja geradezu zum Nachdenken antreibt, hat er ſinnend geblättert, die Schriften der Sektierer, der Ketzer und der ſonderbaren Heiligen geprüft; alte, feine, ſchrägliegende Schriften, die die geſchickte Hand des Baſtlers verraten, gar nicht bäueriſch ungefüg, ob⸗ ſchon das Bauernwerk mühſam iſt in dieſen Bergen. Der erſte Band des Werkes heißt„Das ſchla⸗ fende Feuer“. Buſſe führt hier den Leſer um ein Jahrhundert zurück in die Welt des Knechts Chri⸗ ſtoffel Götz, der eine Gutsbäuerin heiratet und ſelbſt zum Bauern, ſogar zum Vogt wird, wenn ihm auch der Vogtrock nicht recht paſſen will. Aber er wird zum Gründer eines Geſchlechts, das am eigenen Leib ein Jahrhundertſchickſal des Schwarzwaldes mit⸗ erleben muß. Seine Geſtalt iſt gleichſam ein Zu⸗ ſammenfaſſen aller vorangegangener Generationen aus Urzeiten der Siedlung herkommend, haftend am Glauben wie am Aberglauben, zum Herrn geworden durch eigener Hände Werk, aber doch Knecht geblieben im Großen. Der zweite Roman„Markus und Sixta“ (ebenfalls im Horen⸗ Verlag, Berlin⸗ Grunewald wie alle Romane von Buſſe in ge⸗ diegenſter Ausſtattung erſchienen) zeigt ein mitt⸗ leres Geſchlecht am Lebensweg des Bauernpaares Markus und Sixta. Die Flinte iſt des Bauern Markus Begleiterin, ſelbſt bei ſeinem Brautzug; die alte Jägerzeit lebt in ihm fort. So iſt er auch ver⸗ wachſen mit dem Walde und ſeinem Getier. Sein Weib, die ehemalige Magd Sixta, Mutter einer gro⸗ ßen Kinderſchar, eine religiöſe und erdgebundene Erſcheinung, geleitet ihn in ſchlichter Größe. Sie iſt die Bewahrerin in einer Zeit, in der ſchon die kom⸗ menden Geſchlechter von der Scholle und vom Hei⸗ mathof ſich löſen wollen. Hier wird jeder verwandte Saiten klingen hören. Die Darſtellung iſt von einer grandioſen Einfachheit. Die Sprache beſitzt den leiſen Anklang der Mundart, aber was die Men⸗ ſchen ſagen, iſt unendlich viel mehr als nur Mund⸗ artliches, weil die Stimme des Schickſals aus ihnen ſpricht. Das letzte Werk ſoll zu Oſtern des kommenden Jahres erſcheinen und den Titel„Der letzte Bauer“ tragen. Darin wird Buſſe die Forderun⸗ gen der Gegenwart behandeln. Kraftwerke entſtehen an den Schwarzwaldſeen, die Höfe verſchwinden, der Bahnbau macht ſeine Sonderrechte geltend, aller⸗ hand Eingriffe in die Natur und das Weltbild des Siedlers verändern die Landſchaft. Der letzte Sproß des Bauernhofes, den Buſſe darſtellt, wird Ingenieur werden. Die Keime zu all dem ſind aber gegeben in den beiden vorangehenden Teilen der Trilogie, die des⸗ halb mit vollem Recht als die Schwarzwalddichtung gelten kann. Ein Kenner und Meiſter hat ſie ge⸗ formt. I K. . õvVVdVwdwdwddwdGdddGdGdṍbã PPwwwßꝙæꝙ⁵ꝙ)ꝗꝙf Pͤ ̃.. Was erhoffen wir von der deutſchen Literatur des neuen Jahrzehnts? Die Beantwortung einer Rundfrage Albrecht Schaeffer: Der Literatur des kommenden Jahrzehntes möchte ich wünſchen, daß all ihre Kraft ſich in die Tiefe, zu den Wurzeln der Unbewußtheit zurückzöge, um dort wie im tiefſten Winter zu ruhen und ſich zu ſammeln. Denn über alle Felder des Geiſtes ergießt ſich nun unregelbar eine Flut, die noch lange Zeit hin nicht aufhören wird zu ſtrömen und zu wirbeln, und die den Beſchauer das Leben ſelbſt nicht erkennen läßt— vor ſeinen Erſcheinungen. Doch müſſen wir glauben, daß ſie alle notwendig ſind, und dürfen hoffen, daß ſie einmal klar werden. In ihrer Klä⸗ rung werden dann auch die Augen einer gewandelten Menſchheit ſich klären. Die Phantaſie wird dann wieder offen ſchauen, und die dichtende Kraft wird in Geſtalten und Rhythmen das offenbar machen, was für Sophokles und Shakeſpeare, für Goethe und Tolſtoi das ihre heiligen Kräfte ewig befeuernde Wunder war: die herrliche Furchtbarkeit, die furcht⸗ bare Herrlichkeit der Welt. Nach lange raſender Ueberwachheit komme erſt Schlaf und Vergeſſen, dann komme Traum und Er⸗ innern, dann das reife Erwachen zur Tat, zur blitzend neuen Geſtalt. Wilhelm von Scholz: Für das deutſche Schrifttum des kommenden Jahrzehnts erhoffe ich, daß die Zeitlage dem Dichter wieder erlauben möge, ohne wirtſchaftliche Sorgen und Nöte ſeinen inneren Weg zu gehen. Dann: daß der Dichter von dieſer Erlaubnis reichlich Gebrauch mache! N Des Zwanges, auf die Wünſche der Vielen zu achten, war in dieſen Jahren übergenug, als daß wir noch Abſonderlichkeiten oder Verſtiegenheiten be⸗ fürchten müßten, wenn der Dichter wieder aufatmen dürfte und niemandem mehr nachzufragen brauchte. Sie wünſchten zu wiſſen, was ich hoffe, nicht: was ich als wahrſcheinlich erwarte. Frank Thieß: Eine Gegenfrage: warum„des neuen Jahr⸗ zehnts?“— Iſt eine ſolche Trennung berechtigt?— Literariſche Perioden gliedern ſich unter das Auf und Ab großer politiſcher, kultureller, völkergeſchichtlicher Ereigniſſe. Dekadiſch kann hier alſo nur gedacht wer⸗ den, wenn man Zeit als räumliche Ausdehnung er⸗ lebt. Selbſt dann dürfte es ratſam ſein, auf dieſem Gebiete nichts zu erwarten, aber alles zu erhoffen. Walter von Molo: Abkehr von der Senſation, innerliche Kraft, die durch gründliche Bildung Form gewinnt. Ernſt Jünger: Das erſte Jahrzehnt nach dem Kriege repräſen⸗ tiert ſich in ſeiner führenden Schicht faſt durchweg durch Kräfte, die ſchon vor dem Kriege eine maßgeb⸗ liche Rolle ſpielten. Dies iſt nicht nur in der Politik, ſondern wie auf jedem anderen Gebiete des öffent⸗ lichen Lebens auch in der Literatur der Fall. Erſt im letzten Jahre trat auch die junge Gene⸗ ration mit Entſchiedenheit auf den Plan. Es iſt ſehr bezeichnend, daß dies im Zuſammenhange mit der menſchlichen und künſtleriſchen Geſtaltung des 2 7 Kriegserlebniſſes geſchah, das bisher in Deutſchland infolge einer Art von ſchweigenden Konvention als nicht vorhanden geweſen betrachtet wurde. Dies eine Jahr hat nun bereits eine mächtige Fülle von Dokumenten hervorgebracht; die Zeit weird entſchei⸗ den, was von ihnen bleiben wird. 5 Die Aufgabe des nächſten Jahrzehnts erblicke ich, auch auf literariſchem Gebiet, in der Geſtaltuag der Subſtanz der Nachkriegs⸗, alſo unſerer eigenen Zeit. Es iſt vorauszuſehen, daß ſich hier die weltanſchau⸗ lichen Kämpfe, die ſich bereits bei der Behandlung des Kriegserlebniſſes andeuteten, noch verſchärfen werden. Dies iſt zu begrüßen, weil eine Entſchei⸗ dung notwendig iſt darüber, welche Sprache für unſere, ſehr eigenartige Generation die maßgebende werden ſoll. Dazu wiederum iſt es notwendig, daß dieſe Generation ihre Sprache auch wirklich zu ſprechen beginnt und ſich rückſichtslos von jeder Kon⸗ vention befreit. An Stoff, der gemeiſtart werden will, ſteht uns größerer Vorrat zu Gebote, als je einer Generation zuvor. Ich erwarte, daß die entſcheidende Schlacht vor allem auf dem Gebiete des autobiographiſchen Romans geſchlagen werden wird,— einem Gebiet, das dem Deutſchen von jeher in ganz beſonderer Weiſe angemeſſen war. Es iſt die Frage, i unter dieſer großen Armee noch unbekannter Sol⸗ daten Temperamente und Charaktere von einem Ausmaß befinden, das die zahlreichen Gegenſätze die jetzt noch trennen, zmar nicht auflöſen, doch im Brennpunkte der höheren Einheit eines gemein⸗ ſamen Schickſals aufzufangen vermag. Das, was mir an Anfängern ſichtbar iſt, gibt mir den Out, dieſe Frage im poſttiven Sinne zu beantworten. Der Niederſchlag von Metallen, die lange flüſſig, lange im Feuer waren, zeichnet ſich durch beſondere Härte aus. Nubolf Herzog: Von der deutſchen Literatur des neuen Jahrzehnts möchte ich erhoffen, daß ſie, wie ihr Name es beſagt, in erſter Linie eine deutſche würde, bewußt erfüllt von der hohen Aufgabe, im Reiche der Geiſter mitzu⸗ wirken an der Wiederaufrichtung des Deutſchtums und der Ehrfurcht vor ſeinen ſtarken, ureigenen Quellen. Dazu gehört nichts als der Mut, Einer“ zu ſein, nämlich— ein Deutſcher. *Das ſäk ſche Obernbuch. Verlag A. Bergmann, Leip⸗ zig. Albert Kunze, der ehemalige Buffo der Leipziger Oper, wioͤmet ſeine Opern, kritit“ dem beſten Sänger, den er je gehört, ſeinem Kanarienvogel. Damit iſt ſchon an⸗ edeutet, in welcher Richtung ſich die Betrachtungen dieſes Theaterenthuſiaſten bewegen, wenn er mit„Barſiſall“ be⸗ ginnt und„Triſthahn und Iſolde“ endigt.„Als ich das Woganuſchgribvo an mein Schbammoiſche vorvas, ham aue ge⸗ ſccagd:„Menſch, das mußte druggn laſſe! 1 raus!“ Wenn man das Büchlein auf ſich wirken läßt, merit man, daß auch Stammriſche gute Ratſchlage geben können.„Du awr,mein Biechlein, dummle dich! Sei alln den ein Fiehrer un Wäfbereidr, diede gleich uns Sie ham fier die Scheenheidn un Erhamheidn der herr⸗ lichn muſſigaliſchen Obern, die ſcheniale Meiſter uns ſchenkten!“ Es bedarf nicht dieſer Aufforderung im Vor⸗ wort., Das„Bcnhein“ macht ſeinen en bei dee ach Zerſtreuung Heißhungrigen, die urſprünglichen Humor ſchätzen. * Alfred Weiſe:„Vom Wildpfad zur Motorſtraße“. Vollsverband der Bücherſreunde, Wegweiſer⸗Verlag G. m. b.., Berlin⸗Charlottenburg. Dieſe Streifzüge durch die Geſchichte des Vervehrs“ geben in anſchaulichſter und inter⸗ eſſanteſter Weiſe eine plaſtiſche Vorſtellung von den ver⸗ ſchiedewartigſten Mitteln, durch die der Menſch verſucht hat, Zeit und Raum zu überbrücken. Dieſes Problem, ſo alt wie die Menſchheit ſelbſt, hat bei allen Völkern und zu allen Zeiten eine nicht minder beherrſchende Rolle ge⸗ spielt als heube in ſeiner alles überragenden Form. An Hand quellenmäßiger Belege tritt der Leſer im vorlbegen⸗ den Werke eine Wanderung durch die Weltgeſchichte, von der Urzeit bis heute, an. Dieſe Wanderung, ſeſſelnd und: farbenreich geſchildert, immer packend durch neue bechniſche und kulturelle Errungenſchaften, Länder und Sitten, Men⸗ ſchen und Jahrhunderbe überbrückend, Zeit und Raum ver⸗ kürzend, ergibt als Ganzes eine Weltgeſchichte des Ver⸗ kehrs und damit zugleich eine Art Revue geſchichtlicher Bil⸗ der der wirtſchaftlichen, politiſchen, kulturellen und tech⸗ niſchen Entwicklungsſtadtien der Menſchheit vom Urpfad bis zur Ozeanüberquerung durch den Zeppelin. i „Wie's die Engländer machen.“ Politik, Geſellſchaft und Literatur im demokratiſierken England. Bon Nu⸗ dolf Kircher(London). Frankfurter Soeietäts⸗ Druckerei G. m. b.., Abteilung Buchverlag, rankfurt am Main. Wie die Engländer Politik machen, wie ſie aus überlieferten Inſtitutionen moderne Wirklichkeit, aus einer Horde von Menſchen eine Nation, aus widerſtreitenden Intereſſen eine Einhelt, wie ſie aus afrikoaniſchen Negern ziviliſierte Parlamentarier, aus Feinden des Empire Freunde, aus einem Imperium ein Commonwealth, aus einem rablaten Soziallſten einen loyalen Mitarbeiter und aus einem kopitaliſtiſchen Ausbeuter einen modernen Un⸗ ternehmer, aus einem Oxforder Studenten einen Staats⸗ mann und aus Parteikram eine nationale Funktion machen, wie ſie ihren Nachwuchs erziehen, wie ſie Bücher ſchreiben, wie ſie ihr eigenes Leben und Denken in ihren Romanen zu einem literariſchen Spiegelbild des Volkes werden laſſen— wie ſie dies und vieles ondere machen und wie ſie es nicht machen oder wie ſie es vernünftiger⸗ weiſe machen ſollten, von alldem iſt in dieſem eigenartigen und einzigartigen Buch die Rede. * Säk'ſche Balladen, Band II. Verlag A. Bergmann, Leipzig. Lene Voigt, unſere geſchätzte Mitarbeiterin für den unterhaltenden Teil, hat in dieſem von Walter Roſch bpriginell illuſtrierten Bändchen eine Anzahl ihrer köſtlichen Gedichte in ſächſiſcher Mundart zuſammengetra⸗ gen. Wenn man dieſe ſorgenbefreiende Koſt in einer ſtillen Viertelſtunde auf ſich wirken läßt, dann merkt man ſo recht eindringlich, das ſtarke Talent, das der Dtalektdichterin eigen iſt. Für jeden Vortragskünſtler iſt das Büchlein eine Fundgrube, weil es ſo überaus natürlich wirkt. Die beſte Arznei in unſerer ſorgenſchweren Zeit. Der Jugendgarten. Union Deutſche 1 5 e ſchaft. Im Inhalt und Ausſtattung eine wertvolle Feſt⸗ abe für die weibliche Jugend. Der 287 Seiten ſtarke Oktavband enthällt in ſpannender Abwechſlung Er⸗ zählungen ernſten und heiteren Inhalts, Gedichte, Unter⸗ weiſungen aus Natur, Haus und Geſchichte, Beſchäfti⸗ gungen, Sport und Spiele. Nicht weniger als 214 ein⸗ und mehrfarbige Abbildungen beleben das geſchriebene Wort, das uns ſo angenehm berührt, weil es ſich an die Kreiſe wendet, die von hypermoderner Jugenderziehun nichts wiſſen wollen. Unterm Weihnachtsbaum gebühr dieſem gediegenen Buch ein Ehrenplatz. * E. G. Kolbenheyer: W ee einem Nachwort von Fran och. Bibliothek Nr. 7000. Der Novelle. Mit elams Untiverſal⸗ lickſchuſter Wenzel Tiegel iſt von Ureltern her mit Sehnſucht nach Höherem bebaſbet, die ihm eingeboren iſt als metaphyſiſcher Trieb. In ſeiner Leidenſchaft fürs Denken und ip feinem Haß gegen das übertreibende und fälſchende Pathos der menſchlichen Sprache verliert er allen Lebensboden unter den Füßen, ja ſchließlich das Mittel aller Verbindung mit anderen, die Beherrſchung des Wortes. Wie er nicht am Weibe vor⸗ bettommt und, ohne überwönden zu können, es doch haßt und begehrt zugleich, ſo iſt auch ſein Mißtrauen gegen das Wort bezeichnend für ſeine heimliche Sehnſucht nach der Macht dieſes Wortes. Trotz ſeiner Wunderlichtkett iſt dieſer⸗ Schuſter aber doch nicht Parr genug, daß man ſein Schick⸗ el nicht auch tragiſch und feinen unglückſeligen Tod nicht als erlöſend und befretend empfände, 5 allen Wirrungen und Verhetzungen zum Trotz rauch Das Ding muß 7 r. 3 — 1 e Samstag, den 14. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗ Ausgabe) Seite. Nr. 582 Ruheſtörung durch Turnvereine Zwei Wirtſchaften auf einem Platz Es iſt ſehr bedauerlich, daß der Einſender L. D. in Nr. 534 Ihres Blattes ſeine Beſchwerden nur ganz allgemein und andeutungsweiſe vorgebracht und auf die Erwiderung des Turnvereins Badenia in Nr. 546 anſcheinend die Sprache verloren hat. Obwohl die Be⸗ ſchwerden nur zu berechtigt ſind, kam es doch in der letzten Zeit faſt jede Nacht vor, daß die Anwohner ein⸗ oder mehreremale durch das Lärmen betrunkener oder angetrunkener Perſonen aus dem Schlafe ge⸗ riſſen wurden, womit bekanntlich die ſo nötige Nacht⸗ ruhe in der Regel dahin iſt. Sich hiergegen zu wehren, iſt gutes Recht. Daß dieſe Ruheſtörungen in urſächlichem Zuſammenhang mit der neuen Wirtſchaft des Turnvereins ſtehen, geht daraus hervor, daß, — abgeſehen von einzelnen früheren Feſten des Vereins, bei denen ungebührlich bei offenen Fenſtern bis in den frühen Morgen hinein geſungen und muſi⸗ ziert wurde— vor Errichtung dieſer Wirtſchaft in dem bewußten Viertel Ruheſtörungen nicht vor⸗ kamen. Die Hauptſtörungen beginnen in der Regel, wenn nach Eintritt der Polizeiſtunde die Betrunkenen oder Angetrunkenen die Wirtſchaft verlaſſen müſſen und ſtatt ruhig nach Hauſe zu gehen, auf den angren⸗ zenden Straßen herumkrakeelen, lärmen oder ſich, wie es ſchon vorgekommen iſt, mitten in der Nacht auf der Straße im Singen üben. Es iſt bekannt, daß es der Wunſch des Turnvereins⸗Vorſtandes iſt, daß derartige Ruheſtörungen nicht vorkommen, doch„mit des Alkohlos Mächten, iſt kein ewiger Bund zu echten.“ Manchmal wiederholen ſich dieſe Ruheſtörungen zu noch früheren Morgenſtunden zum zweiten oder dritten Mal. Dann drängt ſich der Eindruck auf, als oh Polizeiſtunden⸗Verlängerung bis 3 oder 4 Uhr oder gar für die ganze Nacht beſtünde. Nur gegen dieſe Ruheſtörungen richten ſich die Beſchwerden der Anwohner. Gegen das Turnen iſt, wie ſchon der Einſender L. D. geſagt hat, nicht das geringſte ein⸗ zuwenden, da es ſelbſtverſtändlich nicht ſtörend iſt. Solange keine Wirtſchaft in der Turnhalle war, hörte der Betrieb auch in den frühen Abendſtunden auf. Als ganz ungewöhnlich muß die Tatſache bezeichnet werden, daß die Bedürfnisfrage für eine neue Wirt⸗ ſchaft in der Turnhalle bejaht werden konnte, obwohl ſich ſozuſugen auf demſelben Grundſtück wenige Meter davon ſchon eine Wirtſchaft befindet. In der kürzlich in den Zeitungen veröffentlichten Vorlage des Stadtrats an den Bürgerausſchuß über Her⸗ ſtellung eines Markt⸗ und Kirchweihplatzes in Feu⸗ denheim iſt folgendes ausgeführt:„Als Markt⸗ und Kirchweihplatz war urſprünglich ein freier Platz im Gewann Unterfeld im neuen Weſtteil des Vorortes vorgeſehen. Dieſer Platz eignet ſich weder zur Ab⸗ haltung des Wochenmarktes noch der Kirchweihe, weil er inmitten eines ruhigen Wohnviertels liegt und derartige Veranſtaltungen aber in ein ſolches nicht hineingehören.“ Die Bewohner des Landhaus⸗ Viertels in Feudenheim ſind der Stadtverwaltung für dieſe einſichtsvolle Handlungsweiſe außer⸗ ordentlich dankbar. Wenn man aber bedenkt, daß der Markt⸗ und Meßbetrieb die Anwohner ſchließlich doch nur während der Tageszeit hätte ſtören können, ſo muß man angeſichts der Störungen, wie ſie der Wirtſchaftsbetrieb des Turnvereins mitbringt, um ſo mehr zu der Anſicht kommen, daß derartige Nacht⸗ betriebe erſt recht in ein ruhiges Wohnviertel nicht hineingehören. Es kann bei der Stellungnahme der Stadtverwaltung zur Meß⸗ und Marktplatzfrage auch nicht angenommen werden, daß die Stadt die Be⸗ dürfnisfrage für die errichtete neue Wirtſchaft bejaht hat, zumal in der Tat Jugendpflege und Wirtſchafts⸗ betrieb cchlecht zuſammenpaſſen, wenn auch die Wirt⸗ ſchaft und die Turnhalle durch beſondere Türen von⸗ einander getrennt ſind. Der Einſender L. D. hat ſich ſicher auch nicht vorgeſtellt, daß die Turner am Reck, Barren oder an der Kletterſtange Alkohol genießen. Mag auch die Wirtſchafts⸗Konzeſſion nur auf Limo⸗ nade lauten, ſo wiſſen die Anwohner doch ganz gut zu unterſcheiden, wenn ſie nachts aus dem Schlafe ge⸗ riſſen werden, daß die ſtörenden Glemente nicht durch Limonade beeinflußt ſind. 0 Wenn aber jemand, wie der Turnverein ſich zum Ziel geſetzt hat, eine große Bauſchuld durch Alkohol⸗ vertrieb zu tilgen, ſo wird er es ſchwer einſehen, daß die Anwohner vollſtändig im Recht ſind, wenn ſie ſich energiſch und mit allen Mitteln dagegen wehren, daß dabei ihre Nachtruhe dauernd in Mitleidenſchaft gezogen wird. Sie ſind, wie ſchon oben geſagt, der Anſicht, daß noch viel weniger als der Tages⸗ betrieb eines Meß⸗ und Marktplatzes der Nacht⸗ betrieb eines Wirtſchafts⸗ und Vergnügungs⸗Lokals mit all ſeinen unangenehmen, ſtörenden Begleit⸗ erſcheinungen in ein ruhiges Wohnviertel gehört. 3 Vorfahrtsrecht Das Vorfahrtsrecht könnte leicht auf folgende Art geregelt werden: An jeder Straßenecke einer Verkehrsſtraße, auf der das Vorfahrtsrecht beſteht, wird ein auf bei Nacht ſichtbarer, nach der Fahrt⸗ richtung zeigender Pfeil angebracht. Wo dieſe Markierung fehlt, hat das von rechts kommende Fahrzeug das Vorfahrtsrecht. Auf dieſe Weiſe kann man das Vorfahrtsrecht auch nur nach einer Richtung geſtatten, indem man nur an der betreffenden Stra⸗ ßenſeite Pfeile anbringt, oder man kann das Vor⸗ fahrtsrecht ſtreckenweiſe oder bei Kreuzungen zweier Hauptverkehrsſtraßen durch Weglaſſen der Pfeile unterbrechen.. Iſt ein Keglerheim notwendig? Die vor einigen Tagen veröffentlichte Anregung, in Mannheim eine Zentrale für den Kegelſport in Geſtalt eines Keglerheims evtl. unter Zuſchuß von ſtädt. Mitteln zu errichten, veranlaßte uns, die Bedürfnisfrage zu prüfen. Durch Umfrage ſtellten wir feſt, daß z. Zt. in Mannheim einſchl. Vor⸗ orten etwa 50 vorſchriftsmäßige Ver⸗ bandskegelbahnen vorhanden ſind. Außerdem ſind ebenſoviel ältere nicht ganz den modernen Anſprüchen gewachſene Bahnen vorhanden. Die vorhandenen Kampfbahnen werden bei weitem nicht voll ausgenützt, was erklärlich iſt, da z. Zt. nur 23 Kegelklubs vorhanden ſind. Die Inhaber klagen durchweg, daß ſie hinſichtlich der Inanſpruchnahme in ihren Erwartungen ſehr getäuſcht wurden. Durch die nach und nach aufgetretene Konkurrenz ſind die Mietpreiſe für die Kegelbahnen gedrückt worden, ſo daß von einem Nutzen nicht mehr geſprochen werden kann. Die Neubauten ſind zum großen Teil heute ein Ballaſt für die Inhaber. Ein im vergangenen Jahre in der Neckarſtadt errichtetes modernes Unter⸗ nehmen iſt deshalb in Zahlungsſchwierigkeiten gera⸗ ten. Als Grund wird der ſchlechte Zuſpruch der angeblich ſchönſten Mannheimer Bahn angegeben. Es ſcheint außerdem, daß der Aufſchwung des Kegel⸗ ſports z. Zt. ſtagniert, ſo daß die Enttäuſchungen der Kegelbahnbeſitzer erklärlich ſind. Die gleichen Er⸗ fahrungen ſind auch anderwärts gemacht worden. Wir dürfen vielleicht auf Karlsruhe verweiſen, wo ein Keglerheim errichtet wurde. In kurzer Zeit war das Heim zahlungsunfähig. Dieſes Fiasko dürfte genügen, ein ähnliches Projekt für Mannheim nicht ins Auge zu faſſen. Ein ſtädt. Zuſchuß kann u. E. nicht in Frage kommen, da, wie wir nachgewieſen haben, ein Bedürfnis nicht vorhanden iſt und die ſtädtiſchen Mittel für andere weit notwendigere Zwecke gebraucht werden. Gaſtwirte⸗ Vereinigung Mannheim Wie ſich Damen“ oft benehmen! Man ſollte glauben, daß jede Dame in der auf⸗ geklärten Zeit es wiſſen müßte, wie man ſich in einem öffentlichen Lokal benimmt. Gerade die Damenwelt ſollte wiſſen, wie man ſich unter anderen Menſchen beträgt. Da ſitzt man in einem öffentlichen Lokal, unterhält ſich, iſt in der beſten Stimmung. Mit einemmal wird die Türe aufgeriſſen, herrenloſe Da⸗ men kommen herein, mit Pelzen bis über die Ohren und ganz modernen Schlapphüten. Das Servier⸗ fräulein bemüht ſich, den Damen bei der Ablage der Garderobe behilflich zu ſein; endlich finden die Da⸗ men geeigneten Platz. Urplötzlich fällt der einen ein, nach ihrer Toilette zu ſehen und die anderen machen es mechaniſch nach. Man zieht Spiegel und Kamm und fängt an, ſich herzurichten. Ob die Damen ſich darüber wohl keine Gedanken machen, daß es Menſchen gibt, denen ein ſolches Benehmen zum Ekel wird? Sind denn die öffentlichen Lokale dazu da, daß man ſich Locken rollt uſw.? Iſt das gebildet? Ich glaube, für ſolche Damen wäre es gut, wenn ſie ſich einmal das Buch gelegentlich ſchenken laſſen würden:„Wie be⸗ nehme ich mich!“ Wie ſchön und erhebend iſt es doch, wenn man nach des Tages Laſt und Müh ſich des Abends in einem gemütlichen Lokal unterhalten darf und um ſich herum Menſchen weiß, die wiſſen, wie man ſich unter anderen benimmt. Dies vermißt man leider heute oft auch in den allerbeſten Lokalen. Tun das die Damen vielleicht, um damit den Herren impo⸗ nieren zu können? Man verſündigt ſich an der ord⸗ nungsliebenden Geſellſchaft, wenn man, weil man Damen nicht beleidigen will, Kompromiſſe ſchließt mit ſolchen Ungezogenheiten. In ſolchen Fällen, wo ſich Damen ſolche Rechte herausnehmen, iſt es am Platze, daß man ſie mit dem nötigen Blick, der ſie ohne Worte in die richtigen Schranken zurückweiſt, anſieht. Bei den Schwerfälligen iſt es ja angebracht, etwas maſſiv zu werden. Wem etwas daran liegt, mitzuhelfen, ſolche Mißbräuche auszurotten, der möge von ſeinem Platz aus von diesbezüglichen Einſprüt⸗ chen Gebrauch machen. 8. Aufhetzung der Jugend Wie frech und unverſchämt unſere heutige Ju⸗ gend, dafür einige Beiſpiele. Als ich gleich nach 12 Uhr meine Arbeitsſtelle verließ, um mich nach dem Herſchelbad zu begeben, ſah ich, wie ein beſſerer Herr einen Schuljungen von acht Jahren verfolgte. Andere hielten den Jungen an. Es ſtellte ſich heraus, daß der freche Junge beim Vorbeiſpringen dem Herrn eine ganz gehörige Portion auf ſeinen Ueberzieher ſpuckte. Von hier führte mich der Weg nach L 3. Vor der Dragonerkaſerne gabs einen Auflauf(1 Uhr). Ich erkundigte mich nach dem Vorgefallenen und hörte, daß ein größerer Schul⸗ junge einem Jungen von etwa 10 Jahren mit dem Meſſer durch die Hand geſtochen hatte. Wie mag es erſt um dieſe Zeit in ganz Mann⸗ heim zugehen. Es iſt ja kein Wunder. Die Alten werden immer unverſöhnlicher und gehäſſiger auf⸗ einander, die Kinder werden aufgehetzt von den Eltern, ſich ja nichts gefallen zu laſſen. Donnerstag früh 8 Uhr wurde durch einen Arbeitsloſen im Hofe des R 2⸗Schule die ſog.„Schulzeitung der Arheiterkinder“ ausgeteilt mit der Ueber⸗ ſchrift„Der Kämpfer“. Darin wird losgezogen und losgelogen über die brutale Handlungsweiſe und Prügelei durch die Lehrer. Es heißt in dieſer Schrift, die Kinder ſollten nur in den„Jung⸗ Spartakus⸗Bund“ eintreten, dort würden ſie auf⸗ geklärt!! In dieſem Wiſch, ſowie in der„Arbeiter⸗ zeitung“ vom Donnerstag wurden die Schulverhält⸗ niſſe in Sowfet Rußland über den Schellenkönig gelobt. Die Kommuniſten ſollen doch nach Rußland zu ihren Freunden gehen, aber ja nicht mehr zurück⸗ kehren, wenn es bei den Sowjets ſo ſchön iſt. R. Mehr polizeilichen Schutz für die Ilvesheimerſtraße in Feudenheim Der ſehr intereſſante Artikel in der„N. M..“ (Samstag⸗Abendausgabe vom 30. 11.) über:„Aktuelle Mannheimer Verkehrsfragen“ gibt mir Veranlaſſung zu folgenden Ausführungen: Es entſpricht zweifellos den Tatſachen, wenn, wie behauptet wird, ſich in der Flvesheimerſtraße in Feudenheim(um eine Siedlung handelt es ſich hier nicht) eine Polizeiſtreife überhaupt nichtſehen läßt. Meines Wiſſens habe ich einen Schutzmann in den faſt zwei Jahren, die ich dort wohne, erſt zweimal in der Ilvesheimerſtraße, d. h. während des Patrouillenganges in ſeinem Bege⸗ hungsbezirk, zu ſehen bekommen, während, das ſet zugegeben, auf anderen Dienſtgängen, bei Erhebun⸗ gen, Einvernahmen uſw. man einen Schutzmann vielleicht in—3 Wochen mal begegnen kann. Aber: das möchte ich betonen, nur bei Tage. Einmal erſt habe ich einen Schutzmann bei eintretender Dunkel⸗ heit bis an das Waſſerwerk gehen ſehen. Es war zu Beginn des Herbſtes. Der Beamte ließ alle Rad⸗ fahrer, die ohne Beleuchtung ankamen, abſteigen. Die Ilvesheimerſtraße gehört doch zweifellos auch zu einem Begehungsbezirk. Wäre es denn da nicht mög⸗ lich, daß dieſe Straße, wenn nicht gerade alle zwe Stunden, ſo doch aber wenigſtens einmal bei Tage und ein⸗ bis zweimal des Nachts begangen werden könnte? Wir Anwohner der Ilvesheimerſtraße haben doch auch ein Recht, unter genügendem polizei⸗ lichen Schutz zu ſtehen. Denn ſonſt könnte es nicht vorkommen, daß Nachts heimkehrende„Fümmel“— einen anderen Ausdruck habe ich nicht— Latten und Schilder von den Zäunen reißen, oder ein richtiges Bombardement auf die Schilder der zwei Verkaufs⸗ läden eröffnen, in die Höfe einſteigen und dadurch nicht nur Ruheſtörung, ſondern auch noch Sachbeſchä⸗ digung verüben, ganz abgeſehen von den drei in letz⸗ ter Zeit vorgekommenen Ueberfällen und gemeinen Beläſtigungen wehrloſer Frauen. Hiermit komme ich zum nächſten Thema, tber das ich im Laufe des Sommers an gleicher Stelle ſchriek und das ungehört im Winde verhallte. Nicht, daß es zu ſpät wird, bis Abhilfe geſchaffen wird, oder, daß es nicht auch noch heißen muß: Ich klage an„ wie in dem Artikel von Siegfried Doerſchlag betr. das Auto⸗ unglück in Neu⸗Weinheim, bei dem bekanntlich drei Koblenzer Zahnärzte ums Leben kamen. Es iſt das Thema:„Kraftfahrzeugverkehr auf der Ilvesheimerſtraße in Feudenheim.“ Ich verſage mir, heute nochmals näher auf die unhalt⸗ baren Zuſtände im Autoverkehr auf dieſer Straße einzugehen, die eine große Gefahr für Alt und Jung bedeuten, erhebe aber nochmals warnend meine Stimme. Herr Polizeidirektor, Sie mögen ſich dazu ſtellen, wie Sie wollen. Das eine bleibt beſtehen: Eine Streife der Verkehrspolizei hätte man auf alle Fälle— ſie fährt ja mit Auto— dorthin beordern können, um ſich die Autoraſerei mal anzuſehen und ſtoppen zu laſſen. Es wäre intereſſant, feſtzuſtellen, mit wieviel Ktlometer hier gefahren wird. Die Kraft⸗ fahrer, ob von Feudenheim oder Ilvesheim kom⸗ mend, glauben eben ſich im Freien zu befinden und fahren drauf los, als ob die Straße nur für ſie da wäre. Dem widerſpreche ich. Die Straße iſt jetzt be⸗ baut. Die Kinder und Erwachſenen müſſen darauf gehen, da ein Gehweg nicht vorhanden iſt. Damit wird man höflich verlangen dürfen, daß Kraftfahrer Menſchen nicht unnötig in Gefahr bringen. Wenn hier ein⸗ oder zweimal geſtoppt würde, wäre es mit einem Schlage anders. Die Bewohner der Ilves⸗ heimerſtraße hätten mehr Ruhe und brauchten nicht um Leib und Leben zu fürchten. e Schluß des redaktionellen Teils Häßlich gefärbter Zahnbelag.„Ein Kummer waren ſtets meine gelben Zähne. Nachdem ich alle Hilfsmittel ange⸗ wandt hatte, verſuchte ich es mit Clorodont und die Wir⸗ bung war erſtaunlich. Heute erfreue ich mich geſunder weißer Zähne.“ Gez. E. Jacobi, Landsberg a. d. Warthe. * l N II.& orte gelraſtvoſſe/eguyfiſelte æigarette 5. owano. Mempfiis aude angeuefume liſctiung Vir 5 2 Ni er: Roſenkavalier beſonders benõmmicfi 1 i,(ebꝛedive a gebn ken wirsiges h Die Zigarre s Harun wald⸗türgiſehter Tp olme Emgrun Corortas viner-Aigavette 5 iſrfuumg/ beſonders getialt woll aromatiſth vorientaſiſcſie des Kovaliers N ö g —— Skizze von G. W. Beyer Hänschen war vier und ein halbes Jahr alt, und an den Fingern konnte er gerade bis fünf zählen. Die Mutter be⸗ hauptete zwar, es ſeien zehn, denn er habe ja zwei Hände. Aber da mußte ſie ſich wohl irren. Wenn er mit dem rechten Zeigefinger beim linken Daumen anfing, ſo waren es doch nur fünf. Begann er das Rechenkunſtſtück umgekehrt, ſo kam er auch nicht weiter. Wie ſoll aber ein kleiner Mann etwas zählen, wenn er nicht eine Hand zu Hilfe nimmt! Deshalb konnte ſich Hänschen auch keine rechte Vorſtellung machen, als die Mutter eines Tages ſagte:„Bub, ſei artig, wenn ich jetzt die Hemden zu Frau Schulze bringe. In zehn Tagen kommt der Weihnachtsmann.“—„Zehn Tage? Mutter, wie oft muß ich da noch ſchlafen?“—„Zehnmal, Hänschen. Sieh Dir die Bilderbücher an und ſei brav.“ Hänschen war allein. Er hatte den beſten Vorſatz, artig zu ſein, und vertiefte ſich in den„Struwwelpeter“. Doch immer wieder mußte er an den Weihnachtsmann denken. Zehn⸗ mal ſchlafen, hatte die Mutter geſagt. Wie oft war das? Ein⸗ mal, zweimal, dreimal, viermal, fünfmal. Immer noch nicht genug, Nochmal, nochmal und nochmal! Ach, das nahm ja kein Ende. Es dauerte ſicher ſo lange, daß der Weihnachtsmann das Kommen ganz vergeſſen mußte. Hänschen grübelte. Plötzlich fiel ihm noch etwas ein. Die Mutter hatte beim Weihnachtsmann beſtellt, was ihr be⸗ ſcheidener Junge ſich wünſchte, nur die Eiſenbahn nicht.„Die kann er Dir nicht bringen. Sieh mal, er muß ſo vielen Jungen etwas ſchenken, und für die Eiſenbahn iſt kein Geld mehr da. Nächſtes Jahr vielleicht.“ Aber die Eiſenbahn wäre doch gerade das Schönſte geweſen. Sollte ſich der Weihnachtsmann nicht ein wenig gut zureden laſſen?„Ach, lieber Weihnachtsmann, überlege es Dir doch noch einmal mit der Eiſenbahn! Viel⸗ leicht haſt Du noch etwas in der Sparkaſſe.“ Sparkaſſe? An die hatte Hänschen gar nicht gedacht. Erſt geſtern ließ die Mutter einen Groſchen in das Porzellan⸗ ſchweinchen fallen:„Dafür kaufen wir Dir etwas zum Ge⸗ burtstag.“ Warum ſollte Hänschen ſo lange warten? Er konnte doch dem Weihnachtsmann das Geld bringen:„Kaufe mir eine Eiſenbahn davon!“ Schon ſtand Hänschen auf dem Stuhle und holte die Sparbüchſe. Die Groſchen klapperten. Noch einmal ordentlich ſchütteln, weil es ſich ſo ſchön anhörte. Bums! Da lag die Beſcherung auf dem Boden. Hänschen nahm die Sache ſehr kaltblütig. Nun brauchte er nicht erſt lange mit der Schere nach dem Geld zu fiſchen, wie es die Mutter ſchon einmal getan hatte. Sein Entſchluß ſtand feſt: Mantel an, Mütze auf! Zum Weihnachtsmann! Auf der Straße mußte er ſich aber doch beſinnen. Wo wohnte denn der Weihnachtsmann? Ach, der war ſicher nicht S Weinnaehtsgeschenke in groger Auswahl ff. Brlefpaplere Schreibzeuge Goldfülſhaſter Inn fegt ur auoabon Must Apparate 2u 25. 35. 45. 60. Belſebte u praktische Geschenke von dle bendem Wert sind: kaufen Sie nur beim Fachmann! Wir führen erstklass. Empfangs- geräte, Erzeugnisse führender Firmen Nadi Gästebücher Gesangbücher Nagniflkat —— Beachten Sie bitte meine Schaufenster! l Bildnisse von Kindern Femilien Brauſpadren im höchsſer Vollendung das idealste Geschenk von bleibendem Weri VERK STAT TE für künstlerische Phoſographie M 1, 4 zufnahmen weren stets mit gröberer Auswahl gellekert 4 finden Sie im Möbelhaus Diefrich Eigene Polster- Zahlungser- werkstätte E 3, 1 leichterung Filiale in Schwetzingen Sonntag-6 Uhr geöffnet Standapparate zu 95. 120.— 150. Platten 2u 50 g .50 5. Tonarme, Alhums, Schall- dosen, Laufwerke, Nadeln, Reparaturen Bequeme Ratenzahlung. Katalog gratis. 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Der Schaffner an der Sperre achtete nicht auf den klei⸗ nen Mann. Er dachte ſicher, er gehöre zu dem dicken Herrn, hinter dem ſich Hänschen halb verſteckte. Im Wagen hatte auch kein Menſch Zeit, ſich um den Ausreißer zu kümmern. Dem war es recht, denn ſchließlich hätte noch einer auf den Einfall kommen können, zu ſagen, er ſei ungezogen geweſen und müſſe ſchleunigſt nach Hauſe. Jetzt, da nun doch ſchon das Un⸗ glück mit der Sparbüchſe geſchehen war! Schließlich wurde Hänschen die Zeit in der Untergrund⸗ hahn ein wenig lang, und als er eine Mutter mit ihrem klei⸗ nen Mädchen ausſteigen ſah, lief er hinter beiden her:„Die wollen ſicher auch zum Weihnachtsmann.“ Leider mußte er ſich überzeugen, daß er ſich geirrt hatte. Der Friſeurladen, in dem ſeine unbewußten Führerinnen verſchwanden, konnte ihn nicht locken. Doch halt! Was war das dort drüben? Ein großer ge⸗ malter Weihnachtsmann. Endlich! Raſch über die Straße. „Hup, hup“, brüllte es plötzlich neben Hänschen. Im näch⸗ ſten Augenblick ſaß ihm eine Fauſt am Kragen, und er ſtand wieder auf dem Bordſtein. Ein wenig entrüſtet über dieſe ſummariſche Behandlung.„Verflixter Bengel“, beugte ſich ein Mann über ihn,„willſt Du Dich überfahren laſſen?“—„Nein! Zum Weihnachmann dort drüben wollte ich.“—„So, wo iſt Deine Mutter?“ Da fielen dem Ausreißer ſeine Sünden ein. Wenn er jetzt ſagte, daß er fortgelaufen, durfte er den Weih⸗ nachtsmann nicht beſuchen. Er ſchwieg und kniff verſtockt die Lippen ein. — 2 8 U . 8 Doch nun kam das Schlimmſte.„Was iſt mit dem Jungen?“ hörte er eine andere Stimme. Als Hänschen aufſah, ſtand ein Schutzmann vor beiden.„Anſcheinend von zu Hauſe fort⸗ gelaufen“, meinte der Mann, deſſen Fauſt noch immer an Hänschens Mantelkragen ſaß.„Am beſten, Sie nehmen ihn mit zur Wache. Die Eltern werden ſich ſchon melden.“ Es war ein heulendes Häufchen Elend, das fünf Minuten ſpäter vor dem Polizeileutnant ſtand, den Kopf ſchüttelte und allem guten Zureden unzugänglich blieb.„Wie heißt Du? Wo wohnſt Du? Woher haſt Du das Geld? Junge, rede doch endlich!“ Hänschen ſchluchzte und ſchwieg. Wenn er den Schutz⸗ leuten ſagte, daß er die Sparbüchſe zerſchlagen hatte, ſperr⸗ ten ſie ihn ſicher ein.„Was wollteſt Du denn auf der Straße?“ Darauf ließ ſich ſchon eher antworten:„Den Weihnachts⸗ mann beſuchen. Er ſollte mir eine Eiſenbahn bringen.“ „So, ſo“, meinte der Leutnant gedehnt, und plötzlich fiel ihm etwas ein.„Junge, laß doch das Heulen ſein! Die Sache mit dem Weihnachtsmann können wir ja durch das Telephon erledigen. Ich rufe ihn an, und Du ſagſt ihm, was Du haben möchteſt.“ Hänschen, als modernem jungen Mann, leuchtete der Vorſchlag ein. Eine Minute ſpäter hielt er den Hörer ans Ohr. Tatſächlich! Da brummte ſchon eine tiefe Stimme: „Hier iſt der Weihnachtsmann. Was möchteſt Du denn?“— „Ach, bitte, bring' mir doch eine Eiſenbahn. Weißt Du, ich habe ſchon etwas Geld. Das will ich Dir geben, damit Du mir eine kaufen kannſt.“—„Na, behalte nur Dein Geld. Es wird aus ſo reichen. Aber nun mußt Du mir ſagen, wo Du wohnſt und wie Du heißt, damit ich weiß, wohin ich die Eiſenbahn bringen ſoll.“ Hänschen fand den Wunſch recht ver⸗ nünftig:„Hänschen Lindner, Erlenſtraße neun.“ Die Mutter hatte ihm den Spruch gut eingeprägt.„Schön,“ brummte auch ſchon der Weihnachtsmann am anderen Ende.„Jetzt weiß ich genug. Auf Wiederſehen.“ Der ſchlaue kleine Mann wunderte ſich, warum der Leutnant ſo lachte:„Ein lieber Weihnachtsmann, was?“ Noch erſtaunter aber war der Ausreißer, als ſeine Mutter eine halbe Stunde ſpäter in den Raum trat:„Hänschen, Schlingel. Was habe ich Angſt um Dich ausgeſtanden!“— „Na“, dachte er,„ich aber auch.“ Dann mußte er die große Neuigkeit mitteilen:„Mutter, ich habe mit dem Weihnachts⸗ mann telephoniert. Er bringt mir die Eiſenbahn.“—„So, glaubſt Du wirklich, daß er zu einem ſo ungezogenen Jungen kommt?“—„Er hat es mir doch verſprochen!“—„Wirklich? Nun bitte den Herrn Leutnant erſt einmal um Entſchuldi⸗ gung, daß er ſich mit Dir abgeben mußte.“ Hänschen wußte zwar nicht recht, warum gerade er Abbitte leiſten ſollte, aber ſchließlich tat er ſeiner Mutter den Gefallen. Kaum waren beide zur Tür hinaus, da trat ein Schutz⸗ mann aus dem Nebenraum:„Eine ſchöne Beſcherung, Herr Leutnant. Was wird der Bengel ſagen, wenn die Eiſenbahn nicht kommt, die ich ihn am Nebenapparat verſprechen mußte?“—„Tja“, meinte der Leutnant tiefſinnig,„da wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als den Weihnachtsmann noch einmal zu ſpielen. Hier, ich zeichne dret Mark. Wir dürfen doch den Weihnachtsmann nicht in Mißkredit bringen, und die Mutter iſt eine arme Frau.“ So kam der Weihnachtsmann wirklich mit der Eiſenbahn zu Hänschen. Strahlend ſah der Ausreißer zur Mutter hin⸗ über.„Na, ſiehſt Du!“ ſagten dabei Auge und Hand. Dann lauſchte er bedächtig der brummenden Stimme, die er ſchon am Fernſprecher gehört hatte:„Ich will nicht hoffen, daß Du noch einmal auf die Wache gebracht wirſt!“—„Ne“, beruhigte ihn Hänschen.„Ich weiß jetzt, wie es gemacht wird, und der Kaufmann an der Ecke hat auch ein Telephon.“ Pier Weih 70 Achts Geschen ke veau Qualitäts-Perser-TIe ehe., Brileken CEC Acco E U Ss e hrreduzlerten Preis en SPEZIALGESCHAFT JOSEF LASHAH 0.1 HANHHEIH Bes lohililgen Sle meln e Aussflellung Tel. 2713 42 Aul Wunsch Zahlungserlelchlerung pc Wenn Sle Freude machen wollen, schenken Sle einen Photo— Kino— Projektion Photohaus Carl Herz Grögtes Spezlalgeschäft am Platze Unterricht kostenlos. 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Mit Mühe erhielt Rüdiger ein Zimmer zum Ueber⸗ nachten. Aeußerſt einfach war es und eng, auf dem Nachttiſch brannte eine Kerze. Sie duftete nach Wachs und Honig, oder — es war merkwürdig— es roch nach Tannengrün, das kleine Wachslicht. Seltſam kniſterte es, hin und her züngelte pP] dem engen Raum groteske Schatten warfen. Aus den dunklen Zimmerecken wuchſen Bilder, fremd und das Flämmchen, vom Luftzug bewegt, ſo daß die Möbel in A— n r 5 N N— e doch vertraut, und das Wachslicht kniſterte von Weihnacht und Kinderglück. Von lauter Dingen, die ihm, dem Mann der Tat, fremd geworden waren. Auch in Amerika beging man das Chriſtfeſt, putzte koſtbare Bäume auf, aber es war kein deutſches Feſt, Weihnacht, echte Weihnacht gab es nur in Deutſchland. „Warum bliebſt Du der Heimat fern, länger als zwanzig Jahre, Johann Rüdiger?“ kniſterte das kleine Licht.„Dach⸗ teſt Du der Mutter nicht, die Dich geboren, Dich in Mühen und Sorgen ernährt, einſt, als Du ein Kind warſt?“ Der Mann, der ſich in den Kiſſen wälzte, lachte verächt⸗ lich: Man lebt ſich auseinander in der langen Zeit. Ich habe der alten Frau Geld geſchickt, jedes Viertelfahr. Und Briefe Mehr konnte ich nicht tun! Drohend ziſchte die Kerze:„Mehr, viel mehr mußteſt Du tun! Was weißt Du von ihrem Tun und Leben jenſeits des Meeres?“ Schwere Träume ſuchten Rüdiger in dieſer Nacht heim. Mit wild ſchlagendem Herzen erwachte er, als der Kellner klopfte. Um ſieben Uhr bereits kam der Expreß.— „Jetzt im Winter nach drüben? Sei nicht komiſch, Jonny!“ lachte Frau Ellen.„Zum Feſt mußt Du hier ſein, wir haben ein halbes Dutzend Einladungen und ſelbſt etwa dreißig Gäſte geladen. Wir begehen den Chriſttag echt eng⸗ liſch wie alljährlich mit Miſtelzweig und Plumpudding.“ Johann Rüdiger vermißte ein Papier, das er auf ſeiner Reiſe im Innern des Landes noch beſaß und dringend be⸗ nötigte. Haſtig befahl er ſeine Koffer und Handtaſchen In den Koffern fand ſich nichts, doch in einer Reiſetaſche fiel N* 2 N. 8 2 e 2 e. 75 7 0 ihm mit dem vermißten Schriftſtück ein kleines Licht in die Hand. Eine unſcheinbare Kerze, die nach Wachs und Honig roch. Nach Weihnacht mit Tannengrün und Kuchendüften, die durch ein kleines winkliges Haus zogen. Das Schriftſtück flatterte zu Boden— ſinnend hielt John Rüdiger das kleine Licht. Ich nehme es mit nach drüben— dachte er— und ſtecke es an den Tannenbaum in Mutters Stube. Sie wird doch braune Kuchen gebacken haben oder vielleicht Chriſtſtollen? Dann ſchneit es draußen, und wir ſitzen behaglich auf dem ſchmalen Sofa unter den alten ver⸗ blaßten Photographien, Hand in Hand. An der Reling der„Bremen“ ſtand John Rüdiger und ſah vorwärts übers Meer, wo in nebelhaften Fernen die Heimat lag. Und wo in altertümlicher Stadt ein Häuschen ſtand mit windſchiefer Tür. Drinnen im engen Raum lebte eine Frau mit weißem Haar, gebeugt von der Laſt der Jahre, aber treu und herzwarm, wie Mütter ſind. Zehn Tage ſpäter ſaßen ſie Hand in Hand auf dem ſchma⸗ len Sofa unter verblaßten Photographien und feierten Weihnacht— Mutter und Sohn. Sie lauſchten, was das kleine Wachslicht kniſterte, das auf der Spitze der Harztanne befeſtigt war.. Weihnacht, deutſche Weihnacht— trautes wunderſames Märchen aus Kinderland! Dich hat der haſtende, alles zerſetzende Geiſt, der von der Menſchheit Be⸗ ſitz ergreifen will, noch nicht anzurühren gewagt. Und er wird es niemals wagen, wenn wir dich hegen wie ein koſt⸗ bares Gut, wenn wir dich von Jahr zu Jahr neu und ſtark erleben und im Innerſten fühlen, was du uns zu ſagen haſt — heilige deutſche Weihnacht! Speisezimmer Kleinmöbel 5 Herrenzimmer kompl. Betten Küchen Polstermöbel 77 Einzelmöbel Matratzen Pullover und Sportstrümpfe, Wollwesten, warme Unterkleider, Strümpfe für Damen und Kinder. Taschentücher, Hosenträger, Her- rensocken, Handschuhe Auswahl groß, billigste Preise bel H. Kahn G3, 9 erprobt und bewährt. Jesſohtigung ohne Kaufzwang erbeten! H. Schwalbach Söhne M 7, 12a, am Tattersall Hats habkemmen mit der Badischen Beamtenbank. Fotal-Ae u wegen Geschöftseufgabe Hausuhren- Uhren Gold- und Silberwaren Bestecke zu bedeutend herabgesetzten preisen D. 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Nr. 582 Glüutkwunſch⸗Telegramme Zum bevorſtehenden Weihnachts⸗ und Neujahrs⸗ ſeſt ſind wieder Weihnachts⸗ und Neujahrs⸗Glück⸗ wunſchtelegramme zu weſentlich ermäßigter Gebühr in den Tagen vom 15. Dezember bis einſchließlich 5. Januar zugelaſſen. Bei rechtzeitigem Eingang werden die Telegramme am 1. Weihnachtstage bzw. am Neujahrstage und an den Vorabenden zugeſtellt. Im Inlandsverkehr werden die Tele⸗ gramme für die Empfänger ſämtlich auf Schmuck⸗ blatt ausgefertigt. Die Wahl des Schmuckblatts unter den vorhandenen 8 Schmuckblättern beſtimmt der Abſender durch den vor die Anſchrift zu ſetzenden Vermerk„Gex.“ nebſt Schmuckblattnummer, z. B. „Gex.“. Unter Nr. 7 ſteht ein dem Zweck beſonders angepaßtes neues Kunſtblatt„Weihnachtstanwe und Silveſterglocke“ in Zweifarbenkupferdruck zur Ver⸗ fügung. Die Inlandsglückwunſchtelegramme können eine beliebige Textfaſſung erhalten, nur muß der Text als Glückwunſch oder Gruß un⸗ zweifelhaft erkennbar ſein. Man kann aber auch einen feſten Text benutzen. 25 derartige, bei den Delegramm⸗Annahmeſtellen einzufehende Texte ſind zur Auswahl vorhanden. Jeder feſte Text zählt nur als ein Gebührenwort. Der Abſender hat im Urſchriftstelegramm in dem ſonſt für den Text be⸗ nutzten Raum lediglich die der gewünſchten Faſſung entſprechende Nummer in Buchſtaben anzugeben, z. B.— dreißigneun— in die Ausfertigung für den Empfänger wird der Text mit vollem Wortlaut auf⸗ genommen, z. B. in dem gewählten Falle der Text Nr. 39:„Wir wünſchen ein recht frohes Feſt und grüßen herzlichſt“. Die Gebühren betragen ein⸗ ſcchließlich Schmuckblattausfertigung 1,50% im Orts⸗ und 1,75 4 im Fernverkehr für ein Telegramm bis zu 10 Wörtern; jedes weitere Wort koſtet 5 Pfg. Im Auslandsverkehr ſind Glückwunſch⸗ kelegramme zu ermäßigter Gebühr nur nach be⸗ ſtimmten Ländern zugelaſſen. Nach einigen ödeſer Länder müſſen feſte Texte benutzt werden. Schmuck⸗ blattausfertigung haben nur wenige Länder zuge⸗ laſſen. Die Gebühren für die Telegramme ſind bis zu einem Drittel der vollen Sätze und teilweiſe noch mehr ermäßigt. Ueber alles Nähere geben die Telegraphenanſtalten Auskunft. Photoaufnahme mit Hinderniſſen Photographieren nennen viele Leute ihre Lieb⸗ Ungsbeſchäftigung. Doch wenn man es zu belebter Verkehrszeit und berufsmäßig tun muß, kann ss eine bittere Pille ſein. Ein Liedchen davon weiß auch der Straßen⸗ photograph zu ſingen, deſſen Ehrgeiz darauf gerichtet war, das Haupt⸗ geſchäft von Schreiber mit beſonderer Berückſichti⸗ gung der leuchtenden Lichtſchrift auf die Platte zu bringen. Intereſſiert ſahen die Paſſanten ſeinem ſonderbaren Vorhaben zu. Mitten auf der Breite⸗ ſtraße ſchien ihm der günſtigſte Standort zu ſein. Selbiger Standort war aber zugleich identiſch mit „Verhängnis“. Denn der ſtarke Abendverkehr ſetzte all ſeinen Anſtrengungen ein ablehnendes Veto„Ich vepbiete“ entgegen. 5 Kaum war der Apparat aufgeſtellt, mußte den bebauernswerte„Knipſer“ wieder ſchleunigſt wegſchleichen, ſofern er nicht ſein Leben gefährden wollte. So pendelte er denn dahin zwiſchen Straßenmitte und Trottoir, wobei er ſchätzungsweiſe einige Kilo⸗ meter ablief. Da erſchien der„deus ex machina“ in Geſtalt eines Radfahrers. Er„entpuppte“ ſich als ein Kommis der Firma Schreiber. Zufällig hatte er das ſchwierige Beginnen und die Hoffnungsloſigkeit des Falles miterlebt. Er wußte einen vernünftigen Ausweg: Nächſter Tage ſoll zu ſpäter Nachtſtunde, wenn der verwickelte Verkehr von Straßenbahnen, Autos und Wagen abgeflaut iſt, das Werk einen zu⸗ friedenſtellenden Abſchluß finden.„Ende gut, alles gut!“ Mit dieſer tröſtenden Gewißheit gingen ſie auseinander, wie ſie verſammelt waren: Photograph und Publikum. G. F. Acht Tage vor Weihnachten Von Hanns Glückſtein Acht Tag vor Weihnachte hott deheem die Geheimniskrämerei ihr en Höhepunkt erreichbl Sämtliche verfügbare Schränk, Schublade unn verſchließbare Käſchte ſinn nit for jedes mehr zu⸗ gänglich, unn wann zum Beiſchpiel de Babbe ſein Sunntagsnoochmittagsausgehwadeklopper hole will, dann muß er erſcht frooge, wer de Schlüſſel zum Kleederſchrank hott! Braucht die Mamme ſchnell e Sacktuch, dann hott gewiß die Binche, Minche, Bettche odder Kätche ab⸗ 'ſchloſſe, weil in de Schublad e Paar gſchickte Pantoffel for die Mamme drin ſin odder'n Uewwer⸗ zug for de echt imtierte rindsledderne Babbedeckel⸗ koffer mit de Inſchrift„Glücklichi Rees“! Will de Babbe an ſein Schreibtiſch, dann muß'r warte, bis de Herr Sohn heemkummt, weil der die een Seit als Chriſchtkinnelsuffbe⸗ wahrungsort verwend' unn wann r e Schnäpfel trinke will, dann kann rs nit mehr ſo heemlich unn verſchtohle, weil die Mamme s Gutſel drin eing'ſchloſſe hott, daß's nit bis Weihnachte all is! So lang e Fuffzigpennigſchtück noch im Geld⸗ beutel kleppert, gebt's keen Ruh, unn mit alle mög⸗ liche Fineſſe lockt'r aus de Familieang' hörige Wünſch, Anträg unn Anſchläg raus, damit mir noch for e paar Penning e Freed mache kann! Die Kinner hawwe immer ſauwere Finger, weil ſe de ganze Tag die Deegſchüſſle mit de Finger austunke unn nvochher abſchlecke, unn wann's an 8 Eſſe geht, dann ſchtehe ſe do unn ziehe lange Schippe, weil ſe keen Hunger hawwe! Die Mamme werd beim Einkaaf um zehn odder zwanzig Penning vun de krutzige Iggel'ſchummelt, weil ſe uff de Chriſchtkinnelsmeß ſo arg viel ſchöne Saache ſehe, wo ihr Kinnerherz dranhenkt!l Is e Warehaus aach noch ſo ſchön unn pompös: ſo'n Bretterſchtand uff de Weihnachtsmeß hott doch ſein eigene Reiz, weil beim Anblick vun ſo're Bud im Unnerbewußtſein immer de frohe Gedanke is: „In acht Tag is Weihnachte!“ Sunntags mittags nooch im Kaffee nemmt de Babbe ſeine Trawante unn trollt mit'ne in die Schtadt! Tauſend Wünſch werre laut: heeße Kaſchtanie, Hutzelbrot, Lebkuche mit me papierene farwige Bels⸗ nickel druff, Wunnerkerze for Feuerwerkels zu ſchpiele odder e blecherni Schachtel mit Pfeffermünz⸗ plätzcher aus me Automat! Wann de Babbe die Schpendierhoſſe anhott, dann ſchtrahle die'ſichtcher wie Aeppelcher unn luſchtig unn fidel werd durch die Schtadt getrollt! Hunnert mol heeßt's dann:„Gell, Babbe, deß kaafſcht'!“„Babbe, guck emol, deß muß'r 8 Chriſchtkinnel bringe!“„Mamme, ſag s emol m Babbe, daß ich deß aach noch gern hätt!“ De Babbe ſecht zu allem„Ja“, dann deß koſcht nix; freet ſich üwwer's Getruwel uff de Gaſſ, raacht vergnügt ſein Siebzehn⸗Pennings⸗Sigarr unn zieht nooch im Vorweihnachtsfunntagsnvochmittagsſchpa⸗ ziergang mit de ganz Kipp in e Wertſchäftel! Wann die'ſellſchaft dann heemgeht, brenne in de Auslage tauſende vun Lichter unn die Aache vun de Kinner glänze mit de Glühberne um die Wett! Deheem werre'ſchwind e paar Briketts in de Offe'ſchmiſſe, im Nu is die Schtub warm, daß die bloog'frorene Näſelcher ufftaue, e paar Aeppel werre gebroote, Nüſſ geknackt, die Mamme loßt ſich erweeche unn holt e Tellerle voll Schpringer, Zimtwaffle, Buttergebackenes unn Anisbrot unn die Kleene loſſe ſich vum Chriſchtkinnel verzähle! 'm Babbe is inzwiſche eing'falle, daß noch'n Schtumpe Wein in de Küch ſchtehe muß, de Aeltſcht holt heemlich eeni vum Babbe ſein bauchbindumſchlun⸗ gene Feiertagsausgehſigarre, die Tochter knottelt in ihrer Schtubb an me Sofakiſſe for ihr'n„Schorſch“ unn de nvielgeplobgt Mamme falle die Aache zu! So acht Tag vor Weihnachte glaawe die Menſche⸗ kinner doch an alles mögliche: Korz vor im Einſchloofe zwitſchre die Kinner: „Ich glaab als, heut Nacht kummt's Chriſchtkinnel an mein Bett unn legt'r e goldenes Hoor uff 8 Kiſſe: De Babbe brummelt vor ſich hin: „Ich glaab, nooch de Weihnachte gibt's jeden Dag Grumbeere unn Sauermilch,“ unn die Mamme guckt ſorgevoll in de Wäſchzuwwer, wo friſch eingeweechti Wäſch drin is: „Ich glaab, mein Wäſch werd ſo ſchtockeſchteef 'frore, daß ſe vor Weihnachte nit mehr trucke werd...“ Awwer in alle Trääm lacht blooß een Bild, ob aus Kinnerglaawe oder als Jugenderin⸗ nerung: s Chriſchtkinnel unn de Belzenickel im Schlitte mit'füllte Säck unn me lichterg'ſchmückte Weihnachtsbäämche! Unn vorne dran e munteres Gäulche, wo mit ſilwerne Glöckcher luſchtig klingelt. Und wann der Traam morgens am dreiviertel uff ſtwwene eem e Weihnachtsmärche vorzaubert unn s ſchellt ſo hell unn freundlich, dann is 8 ſicherlich.. de Weckbu. 11 Weihnachts und Neujahrs⸗Verkehr 221 Sonderzüge vom 13. Dezember bis 8. Januar Die diesjährige Lage der Weihnachtsfeiertage ſo⸗ wie des Neujahrs⸗ und des Dreikönigstages zu den Normalſonntagen iſt für die Ausführung von Reiſen zu Verwandten, zum Winterſport oder zu ſonſtigen Zwecken ſo günſtig, daß mit einem erhöhten Ver⸗ kehr auf der Bahn gerechnet werden kann. Die Reichsbahn ſcheint mit dieſer Sachlage auch weit⸗ gehendſt zu rechnen, denn ſie rüſtet für die Bewälti⸗ gung dieſer Verkehrswelle in außerordentlichem Maße. Sieht ſie doch nicht weniger als 221 Son⸗ derzüge in Geſtalt von ſelbſtändigen Sonderzü⸗ gen, Vor⸗ und Nachzügen als Ergänzungen zum Normalverkehr vor, die ſich auf die Zeit vom 13. De⸗ zember bis 8. Januar verteilen, alſo frühzeitig ein⸗ geſetzt werden und weitausholend ausgedehnt ſind. Zu dieſen Zügen tritt dann noch in erheblichem Maße die Verſtärkung der Kurszüge, die bei Bedarf bis an die Grenze ausgelaſtet werden. Der Großanteil dieſer vorſorglichen Zugsleiſtun⸗ gen entfällt naturgemäß auf die direkt in den Weih⸗ nachts⸗ und Neujahrsverkehr zu rechnenden Tage in Feſtesnähe oder an den Feſttagen ſelber. Die Tage vorher, dazwiſchen und nachher ſind Auftakt, Binde⸗ glied und Abklang. Die höchſten Leiſtungen ſind vorgeſehen an folgenden Tagen: am 21. Dezem⸗ ber mit 29 Sonderzügen, am 22. Dezember mit 27; am 23. Dezember mit 21; am 24. Dezember mit 40; am 26. Dezember mit 25 Sonderzügen, wobei der letzte Tag ſchon wieder weſentlich dem Rückſtrom dient. Neben dieſer Spitzengruppe mit über 20 Sonderzügen täglich tritt eine Mittelgruppe in Erſcheinung, die 5 Sonderzüge täglich und mehr ha⸗ ben, ſo der 18. Dezember mit fünf, der 19. Dezem⸗ ber mit fünf, der 20. Dezember mit acht, der 27. Dez. mit neun, der 1. Januar mit ſieben Sonderzügen. Die übrigen in Frage kommenden Tage erſcheinen mit einer Zahl unter fünf, ſo der 13.; 14. und 15. Dezember mit je drei, der 16. und 16/17. Dezember (Nachts) mit je einem, der 17. Dezember mit vier der 17/18. Dezember(nachts) mit einem, ebenſo, der 18/19. Dezember und der 19/20. Dezember mit je einem, der 20.21. Dezember mit zwei, der 21.½2. Dezember mit vier; der 22.½3. Dezember mit drei, der 24.25. Dezember und der 25. Dezember mit je einem, der 26.27. Dezember mit zwet, der 28. Dez. mit drei, der 29. Dezember mit zwei, ebenſo der 31. Dezember, der 1½2. Januar mit einem, der 2. Januar mit drei, der., 7, und 8. Januar mit je einem Sonderzug. Man ſieht hieraus, daß im Bereich der Direktion Karlsruhe alle Vorkehrungen für ein reibungsloſes Achwickeln des erhöhten Verkehrs getroffen ſind. Ein Teil der Züge greift natürlich über den Bereich Karlsruhe hinaus und geht hinüber nach Stutt⸗ München, nach Frankfurt Berlin, nach Mainz Köln, nach dem Saargebiet uſw. Das ſind haupt⸗ ſächlich die Schnellzüge und die beſchleunigten Per⸗ ſonenzüge. Auf die Schnellzuge entfallen von der Geſamt⸗ zahl der Sonderzüge allein 84, alſo eine beachtliche Zahl. Für die flotte Abwick⸗ lung des Verkehrs iſt noch geſondert beſtimmt, daß Vorzüge beim Auftreten von Verſpätungen von Anſchlußzügen nicht wegen Ginhaltung diefer An⸗ ſchlüſſe zurückgehalten werden dürfen. Es iſt da⸗ mit das planmäßige Verkehren der Vorzüge und das Erreichen der von ihnen vermittelten Anſchlüſſe gewährleiſtet. Iſt ein Vorzug beſetzt, ſo werden die Reiſenden auf die Hauptzüge verwieſen, damit nicht hierdurch Verſpätungen der Vorzüge eintreten. Die Ergänzungszüge werden zur Kenntlichmachung be⸗ ſonders als Vorzug(Bz) oder Nachzug(Nz) mit Zugsnummer beſchildert, ſo daß jeder Fahrgaſt ſich vergewiſſern kann, in welchem Zug er ſich befindet. Für den Bedarfsfall ſind die Betriebsamtsbahnhöfe ermächtigt, bei nicht genügender Nachfrage vorge⸗ ſehene Ergänzungszüge ausfallen zu laſſen, aber umgekehrt bei etwaigem Bedarf weitere einzulegen, jedoch ſollen ſolche Maßnahmen nur im äußerſten Dringlichkeitsfall ausgeführt werden.— 0. Der alte Fünfziger Immer wieder hat man die Mitteilung geleſen, daß die alten gelben 50⸗Pfennigſtücke ab 1. Dezem⸗ ber im öffentlichen Verkehr keine Gültigkeit mehr beſitzen. Man hat gebührend davon Kenntnis ge⸗ nommen. Hat zu ſich ſelbſt geſagt, daß es außer allem Zweifel ſteht, daß ein ſolches Stück nicht mehr angenommen werden darf. Aber manchmal iſt man doch nicht unfehlbar, man zählt flüchtig das Geld nach, das man irgendwo herausbekommt, und ſteckt alles zuſammen ein. Später weiß man dann nicht, wo man das außer Kurs geſetzte Geldſtück bekom⸗ men hat. Da taucht plötzlich aus der Tiefe des Geldbeutels wieder ſo ein verfehmtes 50⸗Pfennigſtück auf. Schnell überlegt man, wo man es geerbt haben könnte. Auf der Poſt? Nein, das iſt doch ein ſtaat⸗ liches Unternehmen. Dieſe geben ungültige Stücke nicht mehr aus. Sonſt war man nirgends. Alſo ſtammt dieſes unerwünſchte Gut doch von der Poſt. Alſo zurück zur Poſt. Der Beamte wird ſchon noch wiſſen, daß er.. oder vielmehr er wird es nicht wiſſen. Er wird überhaupt von nichts wiſſen. Doch es geſchehen Zeichen noch und Wunder. Der Beamte kann ſich auch noch erinnern. Und im Banne dieſer Erinnerung, mit einem Lächeln auf dem Geſicht, nimmt er den gelben Fünfziger zurück. Ueberreicht ſeinen ſilbernen Nachfolger. Der Beamte tut noch ein Uebriges. Er ſpricht einige Worte: „Do kriggt ihn halt en aunerer. Ich habb ihn aach gekriggt.“ Man iſt froh, daß die Sache erledigt iſt. Aber wie wäre es, wenn ein Unternehmen wie die Poſt ſolche Geldͤſtücke nicht mehr ausgeben, ſondern, wenn ſchon aus Verſehen eingenommen, endgültig dem Ver⸗ kehr entziehen würde? Freude bereitet dieſes Geld⸗ ſtück niemanden mehr. Es verurſacht Aerger und unliebſame Verwicklungen. Denn nicht jeder kann ſich erinnern wie dieſer Beamte. 5 . Wer ist 4 22 47 5 32 2 122 2 2 — Die Vakuurndose gezeichnet— ohne Kopf—, welche Kaffee Hag als Weirmachtsgabe Garbringt.— Wer mag das sein 7- Damit die Lösung nicht allzu schwer fällt, wollen wir einen engen Kreis ziehen: Es Handelt sich um eine in der ganzen Weit bekannte und beliebte deutsche Fllmschauspielerin. jm der Reihenfoige des Eingangs erhalten die Einsencſer der ersten hundert richtigen Lösungen: 1 Kaffee Hag-Service aus feinstem Tettauer Porzellan nach Künstler-Entwurf geschaffen, für zwel Personen. Die Eirisender der zweiten hundert richtigen Lösungen erhalten: IKaffeellag-Wappenmarken- Album mit farbigen Marken Schluß für die Einsendungen: 31. Dezbr. 1929 Diese hervorragende Samrrlung deutscher Städtewappen von derm bekannten Heraldiker Professor Otto Flupp. Munchen, ist ein einzigartiges Kulturdekument von bleibendem Wert. Särmtliche Einsender Weiterer richtiger Lösungen erhalten: eine Sammelreihe farbiger Kaffee Nag-Wappenmarken Die Preise werden spätestens bis zum 31. Januar 18830 vertellt. Ein Weihnachts-Rätsel Die neue Kaffee Hag- vakuurmdose ist auf derm Wege ber Armeriks zu unis gekornimen., Vier Jahre lang wurde diese ſuftleer gemechte Packung drüben ausprobiert. Es hat sich erwiesen, daß der Kaffee in der Vakuurmdose völlig ur verändert bleibt; selbst nach vielen Monaten schreckt der Kaffee Hag genau so, als ob er heute erst ge- röstet Wäre. wurde in Deutschland erfunden. Als Weihnachts-Oberraschung für Alle Kaffee Hag- Freunde korrrit die Vakuum- Geschenk- Packung jetæt zu uris zuruck. 5 7 1e— 2 D 8 M 65 Das neue Kaffee Hag-Weihnachtsplakat, das in allen feinen Geschäften aushängt, birgt ein Rätsel in sich. Meister Heilemann hat eine Frau 1 Lesen list auf einen welsen Zettel von Bostkartengröse in ral format zu schreiben, und zwar 80, class der Mame der Fumschauspie⸗ terlie i ce obere rechte, de genaue Adresse des Einsenclers in die uns tere line Keke kommt. Kinsendum- gen mit mehreren(sungen und Welteren Zusätzen sind ungültig. Der frank lerte Umschtat iat ian dee Seren llahem Ecke mit dem Kenn- wort, vakuum“ au versehen und z mncdressleren an die Kaffee- Hencels-Aktlengesellschan Brermem-Helzhaten (pelz- Mäntel Füchse. Skunkse. Besdtze außerordtl. preiswert. Maßanfertigungen Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Samstag, den 14. Dezember 1929 U. Reparaturen prompt. Pelzhaus 2* 5 Schülritz gettwische M 3 4(Laden) N ſonbogen, get S 2. aus eigener„ bisenbs ug„ 5 25.05 5 A 8 5 un 2 Dreizack Ec..40 20.7 . ee decken. 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