1 2 Bezugspreiſe: In Mannheim und Umgebung burch Träger frei Haus monatlich RM..—, in unſeren Geſchäftsſtellen abgeholt RM..50, durch die Poſt ohne Zuſtellgebühr RM..— Einzelverkaufspreis 10 Pfg.— Abholſtellen: Waldhofſtraße s, Schwetzinger⸗ ſtraße 19/20, Meerfeldſtraße 18, Ne Friedrichſtraße 4, Fe Hauptſtraße bs, W OQppauerſtraße 8.— Erſcheinungsweiſe wöchentlich 12 mal. Mannheimer General-Anzeiger Verlag, Redaktion und Hauptgeſchäftsſtelle: R 1,—6.— Feruſprecher: Sammel⸗Nummer 249 51 Poſtſcheck⸗Konto Nummer 17590 Karlsruhe.— Telegramm⸗Adreſſe: Nemazeit Mannheim Anzeigenpreiſe: Im Anzeigenteil RM.—.40 die 32mm breite Colonel⸗ zeile; im Reklameteil RM..— die 79 mm breite Zeile.— Für im Voraus zu bezahlende Familten⸗ und Gelegenheits⸗Anzeigen be⸗ ſondere Sätze.— Rabatt nach Tarif.— Für das Erſcheinen von Anzeigen in beſtimmten Ausgaben, an beſonderen Plätzen und für telephoniſche Aufträge keine Gewähr.— Gerichtsſtand Mannheim. e Montag: Sport der N. M. F./ Dienstag wechſelnd: Aus der Welt der Technik Kraftfahrzeug und Verkehr Neues vom Film/ Mittwoch wechselnd: Die fruchtbare Scholle Steuer, Geſeß und Recht onnerstag wechſelnd: Mannheimer Frauenzeitung Für unsere Jugend/ Freitag: Winterſport und Erholung. Mannheimer Vereinszeitung/ Samstag: Aus Zeit und Leben. Mannheimer Mufſikzeltung Abend⸗ Ausgabe Kein Weihnan Dienstag, 17. Dezember 1929 ts⸗FJeſt in der Cowiel⸗Anion 140. Jahrgang— Nr. 586 Planmäßige Anti-Weihnachtskampagne Am erſten Weihnachtstag wird gearbeitet Regierungskriſis auch in England Tannenbäume verboten [Meldung der Telegraphenagentur der Sowletunion) Moskau, 17. Dezember. In Moskau, Leningrad und vielen anbern Städten hat eine Anttweihnachtskampagne eingeſetzt. In Be⸗ trieben und Klubs werden zahlreiche antireligiöſe Vorträge gehalten. Die Belegſchaften derſentgen Be⸗ triebe, die die ununterbrochene fünftägige Arbeits⸗ woche noch nicht eingeführt haben, beſchloſſen, a m 25. Dezember ihrer Arbeit nachzugehen und ihren geſamten Tageslohn an den In du⸗ ſtrialiſierungsfonds abzuführen. Dem Wunſche der Arbeiterſchaft entſprechend, hat der Zen⸗ tralrat der Sowjetgewerkſchaften den Beſchluß ge⸗ faßt. daß am 25. Dezember gearbeitet werden ſolle. Der Atheiſten verband entwickelt eine rege Tätigkeit; auf ſeine Bitte veranſtalten Theater, Klubs und Kinos in den Weihnachtstagen antireligibſe Aufführungen. Das Präſt⸗ bium der Moskauer Sowjets hat das Stellen und die Zufuhr von Tannenbäumen verboten und die Ladenbeſttzer aufgefordert, von dem Verkauf von Baumſchmuck abzuſehen. Die Reichshilfe für die Wolgadeutſchen [(Drahtbericht unſeres Berliner Büros) Berlin, 17. Dez. Der Haushaltgausſchuß des Reichs ⸗ tages beſchäftigte ſich heute zunächſt mit der Fi⸗ nanzierungsfrage zur Durchführung der Maßnah⸗ men zugunſten der aus Rußland abwan⸗ dernden beutſchſtämmigen Bauern. Von der Regierung wurde hierzu ausgeführt, daß das Reichskabinett am 18. November beſchloſſen habe, zum Zwecke der Ueberführung der beutſchſtämmigen Roloniſten aus Rußland außerplanmäßige Mittel in Höhe von 6 Millionen Reichsmark berertzu⸗ ſtellen. Die Mittel werden im einzelnen benötigt für die vorläufige Unterbringung ber aus Rußland abwanbernden deutſchſtämmigen Bauern im In⸗ land, ihrer demnächſtigen Weiterbeförderung nach außerdeutſchen Ländern, ſowie zur Deckung der Ver⸗ waltungskoſten des Reichskommiſſars für die Durch ⸗ führung der hier in Betracht kommenden Hilfsmaß⸗ nahmen. Die Summe von 6 Millionen Reichsmark wirb in ben Nachtragshaushalt des Reichs miniſte⸗ riums des Innern für 1929 eingeſtellt werden. Bis zu deſſen Verabſchiedung werden die jeweils erfor⸗ derlichen Beträge von Fall zu Fall außerplanmäßig zur Verfügung zu ſtellen ſein. Meichsinnenminiſter Severing wandte ſich zunächſt gegen die kommuniſtiſche Interpellation, die die Behauptung aufgeſtellt habe, daß die deutſche Bourgeoiſie aus klaſſenpolitiſchen Gründen ſich der ruſ⸗ ſiſchen Auswanderer angenommen habe und daß die ruſſiſchen Auswanderer fyſtematiſch von deutſchen Agenten zur Auswanderung veranlaßt worden ſeien. Der Miniſter erklärte, die Reichs⸗ regterung würde es begrüßt haben, wenn ſich die Auswanderung der deutſchſtämmigen Bauern hätte vermeiden laſſen und wenn dieſe Leute in Rußland ihr Auskommen gefunden hätten. Die Alternative, vor der die Reichsregierung ſtand, ſet aber lediglich die geweſen, ob die deutſche Reichsregterung den deutſchſtämmigen Bauern Hilfe bringen ſoll, oder ob ohne dieſe Hilfe die Auswanderer elend umkom⸗ menſollten. Bekanntlich habe die ruſſiſche Regie⸗ rung die Genehmigung zur Auswanderung davon abhängig gemacht, daß Deutſchland eine Einreiſe⸗ genehmigung für die Auswanderer gebe. Davon, daß die preußiſche Staatsregierung Bedingungen wegen der Einwanderung geſtellt habe, ſei dem Miniſter nichts bekannt. Richtig ſei lediglich, daß die preußiſche Stgatsregierung einige Bedenken ſanitärer und tech⸗ niſcher Natur geäußert habe. (Drahtung unſ. Londoner Vertreters) 8 London, 17. Dez. Englands innerpolttiſche Situation iſt intereſſan⸗ ter als jemals ſeit den letzten Parlamentswahlen. Die Regierung, die im Parlament in der Minder⸗ heit iſt, hat geſtern die Vorlage über die Er⸗ höhung der Arbeitsloſenunterſtützung gegen den Widerſtand beider Oppoſitionsparteien durchgebracht. Heute ſchon unternimmt ſie es, den Wahlſpruch divicke et impera zum zweiten Male zu verwirklichen. Die Konſervativen haben ebenſo wie die Liberalen die Zurückweiſung der Bergbauvor⸗ lage beantragt, die heute zur zweiten Leſung ge⸗ langt. Werden dieſe beiden Parteien zuſammen abſtimen, wäre das Geſetz erledigt und möglicher⸗ weiſe die Regierung geſtürzt. Zum erſten Male be⸗ findet ſich alſo Lloyd George in der Stellung, die er bei den letzten Wahlen anſtrebte. In ſeine Hand iſt das Schickſal der Regierung gegeben. Tatſächlich beſteht aber heute viel weniger die Wahrſcheinlich⸗ keit einer Zuſammenarbeit zwiſchen Liberalen und Konſervativen als ſchon zur Zeit der Wahlen im vergangenen Mai. Die Konſervativen haben ſich in den letzten Monaten immer deutlicher in der Rich⸗ tung des Protektionismus entwickelt, während die liberalen Abgeordneten die Stimmung der Wähler⸗ ſchaft ſo beurteilen, daß ſie zum Nachgeben gegenüber der Labour ⸗ Regierung drän⸗ gen. Deshalb iſt es vielleicht völlig unwahrſchein⸗ lich, daß die beiden Oppoſitionsparteien zuſammen gegen die Regierung ſtimmen können. Geſchieht dies aber doch, ſo bleiben der Regierung mehrere Wege offen. Es gilt vor allem als durchaus möglich, daß Macdonald eine Zurückweiſung des Bergbau⸗ geſetzes zum Anlaß ſeines Regierungsrück⸗ tritts nehmen würde, daß er aber beim König nicht die Auflöſung des Parlaments beantragen, ſondern den beiden Oppoſitionsparteien die Bildung einer neuen Regierung im gegenwärtigen Augen⸗ blick überlaſſen würde. Es iſt klar, daß eine Koalition zwiſchen Liberalen und Konſervativen momentan völlig außer Frage ſteht. Es käme alſo nur eine Zwiſchenregie⸗ rung der Konſervativen in Frage, die von dieſer Partei ſelbſt wohl kaum gewünſcht wird. Alle dieſe Erörterungen, die in der Preſſe angeſtellt werden, ſind wohl mehr Anzeichen der allgemeinen Kriſenſtimmung, als direkte Vorausſagen deſſen, was heute und morgen im Unterhaus ge⸗ ſchehen wird. Immerhin iſt die Lage mit Spannun⸗ gen geladen und kann ſich in unerwarteten Rich⸗ tungen entwickeln. Londons größter Finanzkrach (Drahtung unſ. Londoner Vertreters) i 8 London, 17. Dez. Der Zuſammenbruch des Londoner Finanziers Hatry und ſeiner unzähligen Geſellſchaften hat ge⸗ ſtern noch einmal zu einer Senſatton geführt. Als die Unterſuchung gegen Hatry vor mehreren Mona⸗ ten begann, ſchätzte man die Verluſte der City auf etwa 10 Millionen Mark und es galt als wahrſcheinlich, daß nur wenige große Firmen ſich in das Defizit zu teilen haben würden. Inzwiſchen iſt von Woche zu Woche eine immer größere Zahl von ungeſetzlichen Manipulationen der Hatry⸗ Gruppe ans Licht gekommen. Immerhin hat wohl niemand außerhalb eines kleinen Kreiſes von Ein⸗ geweihten erwartet, was geſtern bei Abſchluß der Vorunterſuchung bekanntgegeben wurde, daß nämlich die ungebeckten Verpflichtungen der Hatry⸗ Gruppe die ungeheure Summe von 275 Millio⸗ nen Mark erreichen. Damit iſt der Fall Hatry zu dem größten Finanz⸗ krach in der ganzen Geſchichte der Londoner City und möglicherweiſe in der Finanzweltge⸗ ſchichte geworden. Die Auswirkungen des Zu⸗ ſammenbruches werden allerdings gemildert durch die Tatſache, daß die Verluſte faſt ſämtlich auf Schul⸗ tern gefallen ſind, die ſie ohne Gefahr tragen können. Die Leidtragenden ſind vornehmlich Banken und Finanzhäuſer. Hatry ſelbſt nimmt für ſich in Anſpruch, daß er einen großen Teil ſeiner geſetzwidrigen Handlungen zu dem Zweck vorgenommen habe, die Verluſte von den kleinen Akttonären abzuwenden und auf die großen Kreditinſtitute zu übertragen. Hatry hielt geſtern eine dramatiſche Verteidigungs⸗ rede, in ber er das Hauptgewicht auf den Umſtand legte, daß weder er ſelbſt noch ſeine Partner irgend einen perſönlichen Gewinn aus den Transaktionen gezogen hätten. Er ließ tatſächlich bet den Zuhö⸗ rern den Eindruck zurück, daß nur ſeine ſpekulative Phantaſie mit ſeinem Gewiſſen durchgegangen iſt. Ob ihm aber für den Staatsanwalt und der Jury dies nützlich ſein wird, der er jetzt gegenübertreten muß, bleibt abzuwarten. Reichskommiſſar Stücklen gab dann ein Bild von ſeiner bisherigen Tätigkeit. Auch er könne verſichern, daß von Preußen keine bindende Erklärung vorgelegen habe, die ein Verbot der Anſiedlung dieſer Leute ausſprach. Aber man ſek doch nach reiflicher Ueberlegung zu dem Schluß ge⸗ kommen, daß es im allſeitigen Intereſſe läge, wenn den Wünſchen der Auswanderer auf Weiter lei⸗ tung in die überſeeiſchen Gebiete ent⸗ sprochen würde. Er hoffe, in vier Wochen mit dem erſten Transport beginnen zu können. Die Nachrichten, daß anſteckende Krankheiten in den Lagern ausgebrochen ſeien, entbehren jeder Grund⸗ lage. Der Reichskommiſſar hat den Eindruck, daß durch die ſyſtematiſche Verbreitung derartiger Nach⸗ richten in der Preſſe lediglich politiſche Manöver ver⸗ folgt werden. Von kommuniſtiſcher Seite wurde dann behaup⸗ tet, daß deutſche Agenten in Rußland unter den deutſchſtämmigen Bauern eine großzügige Aus⸗ wanderungs bewegung propagierten. Zum Beweis deſſen wurde ein Brief des deutſchen Bot⸗ ſchafters von Dirckſen zitiert. Demgegenüber verlas Reichsinnenminiſter Se⸗ vering den betreffenden Paſſus des Briefes. Die⸗ ſer beweiſt im Gegenteil, daß von deutſcher amtlicher Seite alles geſchehen ſei, um gerade von einer Auswanderung abzuraten. Hierauf wurde die Angelegenheit auf Mittwoch vertagt. Der Ausſchuß ſtimmte ſodann dem Geſetz zur Er⸗ teilung einer Kreditermächtigung zu. Da⸗ nach ſoll der Finanzminiſter ermächtigt ſein, einen Betrag bis zu 465 Millionen Mark im Wege des Kredits zu beſchaffen. Mit dem Inkrafttreten des Nachtragetats, der mit dem Noungplan zuſam⸗ men vorgelegt werden ſoll, tritt dieſe Regelung wie⸗ der außer Kraft. Der Betrag von 465 Millionen entſpricht der Erleichterung, die nach Annahme des Poungplans nachträglich für den Haushalt 1929 ein⸗ tritt, und die nach den Vorſchlägen der Regierung ohnehin zur Deckung dieſes Fehlbetrages dienen ſoll. Der Ausſchuß bewilligt dann noch die vorausſicht⸗ lichen Koſten des zweiten Volksent⸗ ſcheids und einen Betrag bis zur Höhe von 150 000„ auf die Ausbaurate für das deutſche Hygienemuſeum in Dresden. Die franzöſiſchen Ozeanflieger in Braſilien gelandet (Telegraphiſche Meldung) O Rio de Janeiro, 17. Dez. Die franzöſiſchen Flieger Challe und Larre⸗ Borges ſind nach Ueberquerung des Ozeans in Maracuja im Staate Rio grande del Norte gelandet. Einer der Flieger iſt ſchwer verletzt. ſchaffen. Im Schlepptau der Sozialdemokratie Der deutſche Menſch hat einen eingeborenen Hang zur Bewunderung. Er muß alleweil lieben, verehren, anbeten. Im Notfall(und dann recht aus⸗ giebig) bewundert er auch ſich ſelber. Aber von Haus aus iſt er gerade in dieſen Stücken altruiſtiſch. Und greift gern zu fremdem Preiſe kräftig in die Saiten. Vor ein paar Tagen noch hat man das Miniſterium Müller—Hilferding ſo ſchlecht gemacht, daß kein Hund ein Stück Brot von ihm nehmen mochte. Auf einmal ertönen Lobgeſänge auf die zwölf Männer im feurigen Ofen, die in zwei ſchweren Nächten die Entſchlußkraft aufgebracht hätten, einen Willen zu haben und ſolchen Willen den wie ein aufgeſcheuchtes Volk Hühner aus⸗ einanderlaufenden Fraktionen aufzwangen. Kein Wort darüber zu verlieren, daß, da das Waſſer ihnen bis an den Mund reichte, einzelne Miniſter, nicht alle, leider auch nicht einmal alle bürgerlichen, Mut und Mannhaftigkeit gezeigt und die zaudernden An⸗ wälte der Fraktionen mit fortgeriſſen haben. Daß auch bei dieſem betrüblichen Anlaß der Kanzler Müller wieder ſeine vorbildliche Loyalität und eine Art paſſiven Herboismus bewieſen hat. Und ſicher iſt ein Körnchen Wahrheit in der Argumentation, daß, wenn die Verhandlungen im Haag, wie man ur⸗ ſprünglich gehofft hatte, bis zum Anfang Dezember beendet worden wären und man dann bis zu des Monats Mitte den Poungplan hätte ratifizieren können, das Unheil uns erſpart geblieben wäre. All die peinvollen Ultimoängſte im Reich und die nerven⸗ erſchütternden Zuſammenbrüche in der Privatwirt⸗ ſchaft. Aber Regieren heißt Führen und Führen Vorausſehen. Und ſchon im Bezirk der privaten Unternehmungen würde man einen Leiter für ungeeignet halten, der alles Glück und Gedeihen auf eine Karte ſetzte. Man nennt das ja wohl auch Vabanqueſpielen. In Wirklichkeit— es iſt ſchmerzlich, das aus⸗ ſprechen zu müſſen— hat das Kabinett Müller überhaupt nicht regiert. Ein paar vor⸗ treffliche Männer haben mit Klugheit und Umſicht die Geſchäfte ihrer Reſſorts weitergetrieben und im einzelnen für die ihrem Pflichtenkreis unterworfe⸗ nen Schichten manches Anſehnliche und Nützliche ge⸗ Aber eine eigentliche Kabinettsregte⸗ rung, eine Politik auf lange Sicht und nach einem einheitlichen Plan hat es in den letzten anderthalb Jahren nicht gegeben. Wer inner⸗ halb dieſes Miniſteriums wirken wollte, mußte das mehr oder weniger auf eigene Fauſt tun. Da⸗ für aber gab es nur den einen Weg: in den großen und allgemeinen Fragen im weſentlichen ſich für desintereſſiert zu erklären. Das war der Kauf⸗ preis dafür, daß man ihm in den Angelegenheiten ſeines Reſſorts dann freie Hand ließ. Bisweilen ſogar ihn vielleicht ſchamhaft unterſtützte. Dieſe gro⸗ ßen und allgemeinen Fragen aber, ſozuſagen der Kurs des Kabinetts, wurden von den ſozinl⸗ demokratiſchen Miniſtern geregelt. Sie waren zahlenmäßig nur eine Minderheit. Ste überragten an Wiſſen, Können, politiſchem Ethos kaum ihre bürgerlichen Kollegen. Aber ſie ſtellten den Kanzler, den Finanz und den Innenminiſter, alſo drei der wichtigſten Funkttonäre. Und waren, noch bevor ſie in die Kabinettsſitzung gingen, eine ge⸗ ſchloſſene Einheit. Wußten zudem den auch in das Reich hineinregterenden preußiſchen Miniſterpräſi⸗ denten ſtändig an ihrer Seite. Indes die auf vier Gruppen verteilten bürgerlichen Miniſter ſich im⸗ mer erſt zu finden hatten und ſich gelegentlich wohl auch überhaupt nicht fanden. Wer ſich dieſe Zuſam⸗ menhänge einmal klarzumachen verſucht, begreift ohne weiteres die, aufs Ganze geſehen, ungeheure Erfolgloſigkeit des Kabinetts, ſeine ſcheinbare Mit⸗ digkeit und das fortwährende Geſchehen⸗ und Ge⸗ währenlaſſen. Die zwölf Männer ſind, abgefehen von den beiden Nächten im Reichskanzlerpalais, niemals zu einem einheitlichen Körper zuſammen⸗ gewachſen. Sie konnten alle miteinander nicht wie ſte wollten. Die bürgerlichen Miniſter nicht, weil die ſoztaldemokratiſchen ſie hinderten. Die ſozial⸗ demokratiſchen nicht, weil ſie fortgeſetzt das Damoklesſchwert ihrer ungebärdigen Fraktions⸗ 2. Seite. Nr. 586 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) Dienstag, den 17. Dezember 1929 mehrheit über ſich hängen ſahen. Nur wo ſie mit ſtarrem Sinn die Unvernunft zum Siege führten, Herr Severing in ſeiner rückſichtsloſen Perſonal⸗ politik, Herr Wiſſell bei ſeiner Wirtſchaft und Fi⸗ nanzen zerſtörenden ſogenannten Sozialpolitik, hat⸗ ten ſie die Fraktion hundertprozentig hinter ſich Wir werden das dieſer Tage wieder bei (Drahtbericht unſeres Berliner Büros) dem Kampf um die Zolltarifnovelle erleben. Worum handelt es ſich dabei? Am 15. Februar läuft der Schwedenvertrag ab, der auf Grund der Meiſt⸗ begünſtigungsklauſel unſere Zölle auf der ganzen Linie band. Von dieſem Termin an gelten alſo die autonomen Zölle. Zentrum, Deutſche Volkspartei, Demokraten wünſchen die autonomen Getreidezölle zu erhöhen, wollen aber zugleich die Möglichkeit offen halten, die Zölle wieder herabzuſetzen, falls 0 wieder ſtärkerer Andrang eines Tages aus ihnen zu hohe Getreidepreiſe er⸗ wüchſen. Da der Reichsernährungsminiſter der Demokratiſchen Partei angehört, darf man vielleicht ſchließen, daß er der nämlichen Meinung iſt. Aber federführend iſt der Reichsfinanzminiſter und in der Regierungsvorlage erkennt man denn auch alsbald die ſozialdemokratiſche Feder. Statt einer Herab⸗ ſetzung der Zölle von Fall zu Fall das von der So zialdemokratie proklamierte Gleitzollſyſtem. Will ſagen: die automatiſche Herabſetzung zu einem theo⸗ retiſch erklügelten Zeitpunkt. Im Reichsrat hat Dr. Braun die Zuſtimmung der preußiſchen Provinzial⸗ vertreter um den Preis einer Erhöhung des FJut⸗ tergerſtezolls erkauft. Im Reichstag dürfte dieſe etwas primitive Methode doch wohl verſagen. Man erinnert ſich hier deutlicher vielleicht als in dem Kreis der preußiſchen Provinztalvertreter, daß wir in den Fragen der Futtermittelzölle ja gar nicht mehr frei ſind. Und daß es durchaus nicht ſicher iſt, ob eine Erhöhung des Gerſtezolls den Roggenpreis wirklich zu ſteigern vermöchte. Werden die Land⸗ wirte nicht vielmehr fortfahren, Mais zu verfüttern, der dank den gegen Jugoſlawien eingegangenen Bindungen nach wie vor billig ins Land ſtrömt? Für eine Vorlage nach den Wünſchen der bür⸗ gerlichen Koalitionsparteten wäre im Reichstag mühelos eine Mehrheit zu gewinnen. Auch die Deutſchnationalen um Schiele und Weſtarp würden, wie man annimmt, ihr zuſtimmen. Dann könnte gollpolitiſch ein Zuſtand der Ruhe eintreten. Bis auf Obſt, Gemüſe, Wein, Eier und Geflügel, wo, wie die Dinge liegen, nur durch Standardiſterung (Erzeugung von Qualitätswaren und Organiſatton des Abfſatzes geholfen werden kann, wären die Wün⸗ ſche unſerer heimiſchen Urerzeugung im weſentlichen erfüllt. Doch die Sozialdemokratie will nicht. Hängt ihr Herz wirklich an dieſem Gleitzollſyſtem? Oder hofft ſtie mit den Wirbeln, in die ſte den ach wie kriſenmüden Reichstag von neuem wirft, einem Getreidemonopol den Weg bahnen? .. Das Vo ksbegehren vor dem Staatsgerichtshof (Telegraphiſche Meldung) Leipzig, 17. Dez. Vor dem Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich begann heute ünter dem Vorſitz des Reichsgerichts⸗ präſtdenten Dr. Bumke die Verhandlung in der Streitſache der Fraktion Volkspartei des Preußiſchen Landtages gegen das Land Preußen über die Frage, ob die Eintragung in die Eiſten für das Volksbegehren und die Teilnahme am Volksentſcheid„Freiheitsgeſetz“ für die preußi⸗ ſchen Beamten mit ihren Dienſtpflichten vereinbar iſt und ob demgemäß die Stellung⸗ nahme der preußiſchen Regierung in dieſer Frage verfaſſungswidrig iſt oder nicht. Mach Darſtellung des Streitfalles durch den Be⸗ richterſtatter wies der Vorſitzende, Reichsgerichts⸗ präſtdent Dr. Bumke darauf hin, daß der zweite Teil des Antrages der Landtagsfraktion zu Be⸗ denken Anlaß gebe inſofern, als zwiſchen einem Ver⸗ faſſungsſtreit und einer Verfaſſungverletzung eine unterſchiedliche Behandlung Platz zu greifen habe. Für eine Verfaſſungsverletzung ſei ein Staatsgerichtshof in ganz anderer Form vorgeſehen. Auch die preußiſche Verfaſſung ſehe einen beſonderen Staatsgerichtshof für Verfaſſungswerletzungen vor. Der Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich in ſeiner jetzigen Form ſei nur bei Verfaſſungsſtreitig⸗ keiten zuständig. der Deutſchnationalen 7 J Berlin, 17. Dez. Im preußiſchen Sklarekausſchuß herrſchte heute Von den drei Stadt⸗ bankdirektoren e als erſter der Zeuge Schmitt vernommen. E ſt ſeine Bekundungen über die Entwicklung der Sklarekkredite aus einem Mauuſkript ſo haſtig und undeutlich ab, daß er kaum verſtändlich iſt und der Vorſttzende ihn wiederholt erſuchen muß, langſamer und deutlicher zu ſprechen. Nach ſeiner Behauptung ſind die Auskünfte über die Sklareks„wie üblich“ eingeholt worden. Aus dem geſellſchaftlichen Umgang mit den Sklareks will er ein beſonderes Vertrauen zur Firma gewonnen haben, weil er im Hauſe der Sklareks prominente tu Vertreter der Stadtverwaltung antraf. Seine per⸗ Wu ſönlichen Beztehungen z en Brüdern behandelt Herr Schmitt ſehr vorſichtig. Sie ſeien keineswegs „ferndͤſchaftlich“ geweſen, aber 10—172 Mal hat er doch bei ihnen zur Jagd geweilt und auch ſonſt im Verkehr mit ihnen geſtanden. Mit großer Emphaſe erklärt Schmitt, er habe„bare Zuwendungen“ nicht erhalten und ſeine amtlichen Obl Auf eine weitere Anregung des Vorſitzenden er⸗ gänzte Rechtsanwalt Dr. Seelmann⸗Egbert ſeinen Antrag dahin: „Die Teilnahme der preußiſchen Beamten am Volksbegehren und Volksentſcheid durch Eintragung in die Liſten und Stimmabgabe iſt ohne Ein, ſchränkung im übrigen innerhalb der Grenzen des Diſziplinarrechts zuläſſig.“(Die Verhandlung geht weiter.) Pariſer Hetze gegen Deutſchland (Telegraphiſche Meldung) Paris, 17. Dez. Der„Temps“, deſſen Beziehungen zur franzö⸗ ſiſchen Rüſtungsinduſtrie bekannt ſind, bezeichnet es heute als hinlänglich bewieſen, daß die Reichs ⸗ wehr eine Cadrearmee darſtelle und im Mobi⸗ liſterungsfall 400 000 durch die Sportvereini⸗ gungen ausgebildete Mann in Deutſchland bereit⸗ ſtehen würden. Die Entwaffnung Deutſchlands ſei niemals vollſtändig durchgeführt worden. Die Reichs⸗ wehr ſtelle eine autonome Organiſation im Staat dar, über die ſelbſt die Regierung keine Kontrolle habe. Von einer moraliſchen Abrüſtung ſei in Deutſchland bis heute ebenſowenig zu bemerken, wie von der materiellen. Deshalb müßten, ſchließt der „Temps“, diejenigen Staaten, für die Deutſch⸗ land eine ſtändige Gefahr darſtelle, alle not⸗ wendigen Vorſichts maßnahmen ergreifen, damit die Verſöhnungs⸗ und Verſtändigungspolitik nicht zu einer Gefährdung des Friedens führen werde. 4 2 Tarbien vor der Kammer (Telegraphiſche Meldung.) V Paris, 17. Dez. In der Kammer kamen geſtern bei der Bera⸗ tung des Budgets des Innenminiſteriums radikale und ſozialiſtiſche Interpellationen zur Sprache, die Tardieus Rede im Senat als einen Appell an den Senat gegen die Kammer bezeichnete. Tardieu erklärte in ſeiner Rechtfertigung, der wegen dieſer Rede angeſtrengte Tendenzprozeß ſei gegenſtandslos. Er habe in ſeiner dreijährigen Mi⸗ niſtertätigkeit ſtets eine liberale Politik, eine Poli⸗ tik der Einigung der Republikaner, betrieben und während der Regierungskriſe dem radikalen Sena⸗ tor Clémentel ſeine Mitarbeit nicht vorenthal⸗ ten. Als er dann ſein jetziges Kabinett gebildet habe, habe das Parlament erklärt, es wolle die Handlun⸗ gen der neuen Regierung abwarten. Jetzt warte er mit Reformen auf und auf einmal behaupteten die Linksparteien, dieſe Reformen ausgedacht zu haben. Die Interpellanten zogen nach dieſen Aeußerun⸗ gen des Miniſterpräſtdenten ihre Anträge zurück. . ͤ——— Untersuchung des Sklar FEC ⁵²“*W nn 10 hätten unter dem Verkehr mit den Sklareks nicht ge⸗ litten. Dann aber ſtellt ſich doch heraus, daß er ſich ein wertvolles filbernes Kaffeeſervice hat ſchenken laſſen. Heute freilich ſieht er die Sache anders an und ſtellt es ſo dar, als habe er nur um die Brüder nicht vor den Kopf zu ſtoßen, die ſe „protzige Taktloſigkeit“ über ſich ergehen laſſen. Er verfehlt auch nicht, darauf hinzuweiſen, daß er ſelbſt einem der Sklarekſöhne ein koſtbares Buch dediziert habe—„im Werte von 20 Mark“, er⸗ gänzt ein ſpöttiſcher Zuruf. Im Kreuzverhör kommt der Stadtbankdirektor ſehr bald ins Gedränge. Er weiß auf die Vorhaltung, warum er es unter⸗ laſſen habe, die falſchen Unterlagen nachzuprüfen, nur noch mit verlegenen Ausreden zu antworten, um ſich ſchlie hinter den Kreditausſch kriechen. Als er behauptet, der Kred über die Unterlagen der Sklarakkredite voll unterrichtet geweſen, widerſprechen ihm die anweſen⸗ den Mitglieder des Kreditausſchuſſes auf das enk⸗ f Verſagt hätten die Rewpiſionsorgane der k und der Stadt ſelbſt. — — SSC ·˙·-w]] mit Eine Rede des Papſte (Telegraphiſche Meldung) Rom, 16. Der Papſt hielt heute früh ein Konſiſtorium ab. In einer Rede, in der er auch auf die Lateran⸗ verträge zu ſprechen kam, fagte er u..: Nachdem die weltliche Macht des Papſtes öffentlich anerkannt wurde und nachdem unſere Würde und die Eure gewahrt worden war, haben wir uns in den anderen Dingen äußerſt nach⸗ giebig gezeigt. Wir hoffen, daß dieſe Nachgiebigkeit im Laufe der Jahre nicht zum Schaden der Seelen ausſchlagen werde. Wir gründen diefe Hoffnung nicht nur auf den Schutz der Jungfrau von Lourdes und guf die Liebe des Heiligſten Herzens Jeſu, an deſſen Feſttagen die Lateranverträge unterzeichnet und ſpäter ratifiziert wurden, ſondern wir ver⸗ trauen auch auf den rechtlichen Sinn und das reli⸗ giöſe Gefühl unſerer italieniſchen Söhne. Wir bauen ferner auf die freundſchaftlichen Beziehungen, die das italieniſche Königspaar und die italieniſchen Prinzen des Hauſes Savoyen durch ihren freund⸗ lichen Beſuch öffentlich wiederhergeſtellt haben. * Gegen Mittag empfing der Papft das diploma⸗ 32 Des tiſche Korps zur Entgegennahme der Glückwünſche zu ſeinem goldenen Prieſterfubiläum. Die Audienz fand im päpſtlichen Thronſaal ſtatt. Der Botſchafter Braſiliens beim Heiligen Stuhl hielt eine Rede, auf die der Papſt antwortete. Er wies darauf hin, daß er ſeine Stellung ſtets benutzen werde, um den Frieden im Reiche Chriſti unter allen Nationen zu fördern. Nachdem der Papſt ſeine Rede beendet hatte, defilierte das diplomatiſche Korps an ihm vor⸗ bei. Dem Miſſionschef wurde eine Gedenkmedaille überreicht. Rauſchgifthandel einer Tänzerin (Drahtbericht unſ. Pariſer Vertreters) y Parig 17. Dez. Während ſich die ſchwetzeriſche und belgiſche Po⸗ lizei mit der Aufdeckung einer Rauſchgiftſchmuggel⸗ affäre beſchäftigt, iſt hier ein Aufſehen erregender Fall vorgekommen, der breite Geſellſchaftskreiſe kompromittiert. Auf Grund einer Denunziation iſt geſtern die Frau des populären Pariſer Operetten⸗ komponiſten Maurice Nvan, eine aus Südennerika ſtammende Tänzerin, verhaftet worden. In ihrer Wohnung fand die Polizei ein richtiges Lager von Rauſchgiften und einen Geheimkode, der für die Erledigung von Anfragen und Aufträgen beſtimmt war. Außerdem fielen der Poltzei Rauſch⸗ giftrezepte einiger Aerzte in die Hände. Die Gattin des Operettenkomponiſten gab zu, daß ſie für einen ausgedehnten und vornehmen Kreis in Cannes und an der Riviera zu ſorgen hatte. N eee Aufgaben der Finanz, und Wirtſchaftspolitik (Telegraphiſche Meldung) Hamburg, 17. Dez. Vor Vertretern der Hamburger Wirt⸗ ſchaft, der Behörden und ſonſtigen Intereſſterten ſprach am Montag abend der bekannte Wirtſchafts⸗ ſachverſtändige Dr. Auguſt Weber⸗Berlin über „Aufgaben der Wirtſchaft⸗ und Finanzpolitik“. Der Redner krtiſierte einleitend das dem Reichstag vor⸗ gelegte Finanzprogramm, das er als unzurei⸗ chend bezeichnete. Von einer Finanzreform, wie ſie die Männer der Wirtſchaft fordern, ſei man weit entfernt. Ohne Schachts Vorſtoß wäre wohl über⸗ haupt keine derartige Aktion im Reichstag unter⸗ nommen worden. Ein Finanzgebahren könne man auf die Dauer nicht als Finanzpolitik bezeichnen. Es ſei ausſichtslos, eine wirkſame Innen⸗ und eine praktiſche Außenpolitik zu betreiben, wenn es nicht gelinge, durch energiſche Anſtrengungen die deutſche Wirtſchaft wieder in Ordnung zu bringen. Gerade mit Rückſicht auf die Außenpolitik müſſe man von der Regierung eine durchgreifende Finanzreform verlangen. Der Redner unterzog dann die finanzielle Ge⸗ ſtaltung in den Kommunen einer eingehenden Be⸗ trachtung und warnte vor einem Herumexperimen⸗ tieren auf wirtſchaftlichem Gebiet. Er warnte weiter vor einer Ueberſpannung der Sozialpolitik, die viel⸗ fach zu raſch vorangeſchritten ſei. Die Forderung des Tages ſei eine Droſſelung der Ausgaben. Nötig ſei vor allem die Inangriffnahme der Reichs reform. Allgemein müſſe man zu einer durchgreifenden Finanzreform in den einzelnen Staaten übergehen und die noch immer beſtehende Bürokratie möglichſt eindämmen. Ein übertriebener Zollſchutz für landwirt⸗ schaftliche Produkte ſei nicht zu befürworten, da die zu erwartende Preisſteigerung eine neue Lohnerhö⸗ hung zur Folge haben würde. Die Landwirtſchaft müſſe weit mehr als bisher von der Selbſthilfe Ge⸗ brauch machen. Dr. Weber ſchloß, es ſei Deutſchland ohne eine Reichsfinanzreform nicht möglich, den Moung⸗ Plan zu erfüllen. Deshalb müſſe man verlan⸗ gen, daß die Regierung ein wirkliches Finanzpro⸗ gramm habe. Das jetzige Notprogramm genüge nicht. „Ketiathan beſchädigt Telegraphiſche Meldung.) London, 17. Dez Der amerikaniſche 56 000⸗Tonnen⸗Dampfer„Le⸗ viathan“, der frühere deutſche Dampfer„Vater⸗ land“, der geſtern von Southampton nach Newyork in See gehen ſollte, mußte im Hafen zurückbleiben, da ſich herausſtellte, daß der Rumpf des Rieſenſchiffez einen etwa 6 Meter langen Riß oberhalb der Waſſerlinie aufwies. Man hofft, daß der Dampfer heute wird abfahren können; doch werden die beiden vor der alljährlichen Ueberholung des Schiffes noch geplanten Fahrten nach Europa wahrſcheinlich ab⸗ geſagt werden. 1 Der„Leviathan“ war während feiner beiden letz⸗ ten Fahrten in ſchwere Stürme geraten, wo⸗ durch der Schaden vermutlich entſtanden iſt. Letzte Meldungen Schwerer Autounfall in Belgien — Brüſſel, 17. Dez. Geſtern abend ſtürzte bei Tirlemont ein Autobus, der mit Arbeitern beſetzt war, eine etwa 4 Meter hohe Böſchung hinab. Zweit Inſaſſen wurden getötet, vier ſchwer und etwa 15 leicht verletzt. Dampfer an der Küſte von Neu⸗Seeland geſtrandet — Wellinton, 17. Dez. Der Dampfer Manuka“ iſt im Nebel auf die Klippen von Long Point, an der füdöſtlichen Küſte von Neu⸗Seeland geſtrandet und hat völligen Schiffbruch erlitten. Die 200 Paſſagiece und die Beſatzung konnten gerettet werden. Der Dampfer hatte u. a. moderne engliſche Gemälde im Werte von 25 000 Pfund Sterling an Bord. Ben Lindſey, der Valer des Jugenöogerichts Ben Lindſey, durch ſein Verſtändnis für de Nöte der Jugend einer der populärſten Richter Amerikas, iſt wegen angeblicher Ver⸗ letzung ſeiner Berufspflichten ſeines Amtes für verluſtig erklärt worden. Richter 5 ſoll ein Vermlttler⸗ Honorar von 150 000„4 an⸗ enommen haben, während er noch Richter am Jugendgerichtshef war. Lindſeys Freunde er⸗ klären die Amtsenthebung für einen politiſchen Racheakt, der auf Betreiben des Geheimbundes Ku⸗Klux⸗Klan erfolgt ſei. Hunderte Reiſende aus allen Ländern der Erde kamen jährlich nach Colorado, um Ben Lindſey zu ſehen und zu hören,„Little Ben“, den Jugendrichter von Denver. Er iſt nicht viel größer als ein vier⸗ gehnjähriger Junge, und wenn er einem der Knaben oder Mädchen, die als Angeklagte vor ihm erſcheinen, ſtehend die Hände auf die Schultern legt, dann ſind ihre Geſichter in gleicher Höhe. Und damit beginnt wohl ſchon das Vertrauen, das er zu den jungen Strolchen hat und das ſie zu ihm haben oder be⸗ kommen. Das iſt nämlich das Geheimnis Bens: er greift an das Ehrgefühl der Kinder, er vertraut ihnen, weil er ſie kennt, durch und durch. Und das mwpiederum, weil er nicht lügt, weil er der Wahrheit klar ins Geſicht ſteht. Er weiß, was wirklich wahr it: daß junge Menſchen eben junge Menſchen ſind, daß ſie heißes Blut und nicht etwa kaltes Waſſer in den Adern haben, und daß die Liebe nicht das ſyrupfüße Gelabber iſt, das wöchentlich durch die Mil⸗ lionen Sonntagsbeilagen der amerlkaniſchen Blätter ſchwabbert, ſondern eine wilde, herrliche, göttliche Kraft. Und well er weiß, daß das wahr iſt, und weil er danach handelt, haſſen ihn die Mucker und ver⸗ asttern ihn die Jungen. „Boyl Du wirſt mich nicht blamieren!“ Sy iſt Ben. Vor ihm ſteht ein Junge, ſagen wir ed. Ned hat etwas ausgefreſſen, er iſt ein unver⸗ r imtückiſch. Bei hat ihn ausgefragt u Strolch, ſagen ſeine Leute, 3 volle Handlung. entſchieden, daß er in die Kinderrepublik ſoll, die Ben ſtatt eines Gefängniſſes für ſeine Schützlinge errichtet hat. Eine Kinderrepublik mit Selbſtverwaltung, eigenem Lagergeld, mit Vorſchriften, die ſich die „Verbrecher“, Bens Jugens und Mädels, ſelbſt geben. Ned ſoll alſo da hinaus. Man kann hin⸗ fahren, man kann auch laufen. Und Ben ſagt: „Du, Ned, ſie ſagen, du wärſt beſonders tückiſch. Sieh dir mal die zweit Herren da an. Der eine iſt der Sherif, der andere ein Reporter. Ich werde dir jetzt das Fahrgeld geben, damit du hinausfahren kannſt, du weißt, wohin. Die beiden da lauern darauf, daß du mit den paar Groſchen durchgehen wirſt, damit ſie dann in ihren Zeitungen wieder einmal ſchreiben können, daß meine Art, mit euch umzugehen, nichts tauge. Boy! Blamiere mich nicht!“ Ned, das Fahrgeld ſchon in der kleinen, ſchmie⸗ rigen Fauſt, ſteht ſich die beiden wütend an. Dann knallt er die Münzen auf den Tiſch:„Hier, Ben, ich renne. Damit der Bulle und der da ſehen, was eine Sache iſt.“ Und iſt ſchon zur Tür hinaus. Die zwei grinſen. Ben verhandelt andere Fälle. Das Telephon läutet. Die Lagerleitung meldet, daß ſpeben hochrot und erhitzt ſich bel ihr ein Junge ge⸗ meldet hat: Nod. Und erſt die Liebe. In einem ſeiner kühnen Bücher erzählt Ben, wie er einmal unter den Zuhörern eines Vortragenden ſaß, der epbittert guf Ben loshieb, weil er den Jungen helfe, ſtatt ſie zu ſtrafen und der öffentlichen Verachtung preiszugeben.„Wenn er gewußt hätte“, ſchreibt Ben,„daß ſeine Tochter am ſelben Tage rat⸗ ſuchend bei mir war, weil ſie ein Kind erwartete, was hätte er da wohl geſagt?“ Ben half eben allen Unglücklichen, die ratſuchend zu ihm kamen, und das war eben ſein ſchwerſtes Verbrechen: er hat die Selbſtgerechten um den Tratſch, er hat ſie um die wohlfeile Entrüſtung betrogen und das haben ſie ihm nicht verziehen.. Ben hat ſicher kein Geld genommen. Daß man es ihm unterſchob, iſt Rache für Bens letzte, wunder⸗ ——k———̃ Bernhard Lobertz zur Aufführung. Bens kühnſte Tat. Gibt es etwas Schöneres, als den lieben Nächſten zu ärgern? Ben hat das hundertmal unterbunden. Dafür mußte er weg. Der Kampf gegen ihn geht ſchon geraume Zeit. Und täglich kamen Frauen zu ihm und Mütter, die in Denver oder in der Um⸗ gebung verheiratet ſind und fragten ängſtlich, klagten unter Tränen, was denn werden würde, wenn ſie Ben wirklich ſtürzten? In den Akten des Gerichtes ſtünde doch ſo mancherlei, von einſtigen Sünden.— Und wenn die Männe er beieinander ſäßen, dann ſprächen ſie von nichts anderem als von den Akten und wieder von den Akten— und daß ſie alles ver⸗ öffentlichen wollten, was drin ſtünde— und die alten Weiber, die nie in Verſuchung gekommen, wetzten ſchon jetzt die Zähne.— Ben berußigte. Als aber die Hetze gegen ihn ge⸗ fährlich wurde, da rief er eines ſchönen Tages ſeine junge Garde zuſammen, ſeine Boys, ſeine Girls aus der Kinderrepublik, und mit ihnen ſchleppte er an die piertauſend Aktenbündel auf den Marktplatz zu Denver, ſchichtete ſie dort recht ſorgſam, damit ſie guten Zug hätten und dann übergoſſen ſie den ganzen Haufen ſorgſam und gründlich mit Petro⸗ leum und zündeken ihn an. Und dann ſchloſſen ſie rings um ihn einen Reigen und ſangen wunder⸗ ſchön amerikaniſche Lieder. Daher die unbändige Wut des Ku⸗Klux⸗Klan. Und Benjamin Barr Lindſey, genannt„der Vater des Jugendgerichtes“, mußte fort. A. St. Maunheimer Künſtler auswärts. In Gera gelangte durch die Reußiſche Kapelle unter Profeſſor Laber die Sinfoniſche Märchenſuite von Wir leſen darüber in den„Geraer Nachrichten“ vom 8. 12. 29: „Bernhard Lobertz, der Komponiſt der„Sinfoniſchen Märchenſuite“, welcher oftmals den Dank des Publi⸗ kums entgegennehmen durfte, entwickelt in drei knappgefaßten und prägnanten Sätzen eine wirkliche Märchenſtimmung. Bilder, teils jugendſelig weich ſtimmend, teils ernſt und wuchtig, führen zuletzt in den„Zauberwald“ mit ſeinem eigenartigen Weben und Klingen, mit allem reizvollen Spuk, glänzend erfaßt und muſikaliſch feſtgehalten. Lobertz iſt in ſeinem Wirken ein Schöpfer, der die Melodie zu ſchätzen weiß, der zwar die moderne Inſtrumentation beherrſcht, ſie aber nicht mißbraucht, ſondern ſie dem Gefühl und dem reinen Klangſinn unterordnet. Für den großen Erfolg darf er ſich bei Laber und den Seinen bedanken, die mit Feuereifer und hervor⸗ ragendem Gelingen ſeine Ideen in die Wirklichkeit übertrugen.“ Neuzeitliche Wandſprüche für das Gaſtzimmer * Willkommen hier im ſtillen Zimmer als lieber Gaſt in unſerm Haus. Des guten Mondes ſanfter Schimmer ſtrahl Deinem Herzen Frieden aus. Der Sandmann möge ſich nur ſputen, denn kurz nach vier ſchon geht es an mit Höllenlärm und Autotuten in der Garage nebenan. II. Wo Liebe weilt, iſt ſchön dcs Leben, wer du auch ſeiſt, wo Du auch biſt. Mit Liebe ſei auch ſtill umgeben, wer Gaſt in dieſem Hauſe iſt. Sorg, daß die Liebe nie erkalte von morgens früh bis abends ſpät. Wir hoffen, daß auch Liebe walte, wenn Baby ſchon um 5 Uhr kräht! III. Schlafe ſüß und ohne Sorgen hier als Gaſt die ganze Nacht. Schlafe bis zum jungen Morgen, Englein halten treue Wacht. Holde, ſanfte Träume ſollen Dich umgaukeln, lieb und nett. Mögſt Du, lieber Gaſt, nie rollen aus dem viel zu ſchmalen Bett! 4 Dieustag, den 17. Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 8. Seite. Nr. 588 Stäoͤtiſche Nachrichten Die Maus Jetzt iſt die Zeit, wu die Weihnachtsgutſel gebacke werre un gleichzeitig die Dage, wu die Bäcker ihr Iliewe Not hawwe. Im Herbſcht, wenn die Quetſche⸗ kuchezeit is, iſſes grad ſo, dort un jetzt werre die Bäcker iwwerlaafe un wiſſe net, wu ſe die viele Kucheblecher hindun ſolle. Un wenn emol ſo e Blech voll Gutſel e biſſel braun werd, odder de Quetſche⸗ kuche unne e ſchwärzliche Kruſcht kricht, hot de Bäcker nix zu lache. Mei Fraa backt die Gutſel deheem. Ich muß mithelfe. Ich tu's zwar net gern, awwer was will mar mache, um de Friede im Haus zu er⸗ halde. Alſo krieg ich e Schiſſ'l zwiſche die Bee un de Rührleffl in die Hand un dann heßt's:„E halwe Schtund muß des gerihrt werre.“ Ich guck uf die Uhr. E halwe Schtund, do kann's eem dabbich werre. Ich fang alſo an zu rihre, rechtsum, linksum, lang⸗ ſam un ſchnell un guck als debei uf die Uhr. Wie langſam die Zeit rumgeht! E halwe Schtund? Ich denk: Zwanzig Minute dun's aach, un wie mol mei Alde nausgeht, rick ich de Zeiger um zehn Minute vor. Pflichtmäßig gewwich die Schiſſ'l ab un ſag: „So, die halb Schtund is rum!“ „Die war awwer ſchnell rum,“ ſecht mei Fraa un guckt uf die Uhr. Alles richdig. Mei Bawett nimmt mer de Leffl aus de Hand un rihrt ſelwer e paar⸗ mol rum.„De Zucker is noch net vergange“, ſecht ſe, „du muſcht noch weider rihre. Mein Trick hot mer nix'holfe, ich muß die zehn Minute noochhole. Dann were die Gutſel gebacke.'s gibt allerlei Sorde: Makrone, Anisplätzcher, Schbritzgebackenes, Pefferniß un noch mehr. Die Anisplätzcher eß ich am liebſchde. Mei Bawett dut die Gutſle in Schachtle, ſchee ſordiert un verſchtecklt ſe im gut Zimmer unnerm Sofa. Ich hab ſe doch gfunne. Morgends e Hand voll devu, middags eeni, wenn des e paar Dag fortgeht, nemme die Gutſel merklich ab. Mit Schrecke konſchtatier ich, daß vun de Anisplätzcher bereits die Hälft fort is. Wenn mei Alde des merkt, au weh! Was mache? Do fallt mer zum Glick was ein. Des muß e Maus geban hawwe. Hot's net in de vergangene Nacht im Gang ge⸗ raſchbelt, als ob e Maus nage dät? Alſo mach ich mich ans Werk. Ich bohr erſcht e Loch in die Babbe⸗ deckelſchachtel, un daß die Täuſchung vollkommen is, raſchbel ich mit de Feil die Rände un loß des Ba⸗ biermehl ſchee in de Schachtel liche. E paar Gutſel werre noch angeknabbert, als ob's die Maus geweſe wär. Jetz ſoll mol eens ſage, daß do kei Maus genagt hätt. Des weidere wart ich ruhig ab. Zwee Dag dernoch guckt mol mei Fraa noch de Gutſel. Faſcht'heult hotſe, wie die ſcheene Anis⸗ plätzcher halwer'freſſe ware.„No“, ſag ich,„des s net ſo ſchlimm, do backſcht halt widder annere. Freilich muß mar gleich e Fall ſchtelle, um die Maus zu fange; awwer am beſchde is, du duſcht ſe wo annerſcht hin.“„Des werr ich aach mache,“ ſecht ſe.„Schad, daß mar aach die nimmer brauche kann, wo noch ganz ſin.“„Wieſo!“ ſag ich. Wer will denn noch vun denne Gutſel eſſe, wu die Mäus dra ware? ſecht mei Frag. Des is net ſo ſchlimm war mei Antwort druff, die butzt war biſſel ab. Wenn ſe niemand mag, ich ekel mich net, ich eß ſe. Die Maus is e reinlich Dier.„Meinetweg,“ ſecht mei Fraa, ich eß keens devu.“ Un ſo krieg ich aach noch die anner Hälft vun denne Anisplätzcher. Sie hawwe mer recht gut'ſchmeckt. A. W. * Ein folgenſchwerer Stoß. Nach einem voraus⸗ gegangenen Wortwechſel gab ein 24 Jahre alter Metzger in der Schweineſchlachthalle des ſtädtiſchen Schlachthofs geſtern vormittag einem 17 Jahre alten Metzgerlehrling, der neben ihm arbeitete, einen Stoß mit dem Ellenbogen, wodurch der Lehr⸗ ling in das wagerecht gehaltene Meſſer eines andern in der Nähe ſtehenden Metzgers fiel und ſich am rechten Unterarm ſowie am rechten Handwurzel⸗ gelenk erhebliche Verletzungen zuzog. Der Verletzte mußte nach Anlegung eines Notverbandes ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen. Der Lehrer als Heimatforſcher Bet der am letzten Samstag abgehaltenen Konferenz des Bezirkslehrervereins Hei⸗ delberg⸗Lanubd berichtete Hauptlehrer Georg Menzer aus Leimen (Verfaſſer der Ortsgeſchichte von Rohrbach) über ſeine Erfahrungen auf dem Gebiete der Heimatfor⸗ ſchung. Zunächſt führte er die Schwierigkeiten an, da eigentlich der Heimatforſcher auf allen Gebieten, wie Geſchichte, Sprachgeſchichte, Geologie, Völker⸗ kunde uſw., ein Spezialiſt, alſo geradezu ein Uni⸗ verſalgenie ſein ſollte. Dann wies er auf vie Quellen hin wie Generallandesarchiv, Landes⸗ und Univerſitätsbibltiothek, Gemeindeakten und Kirchen⸗ bücher. Sogar alte Gemeinderechnungen, die leider oft unbeachtet auf Rathausſpeichern liegen und Wit⸗ terungseinflüſſen und der Zerſtörung durch Mäuſe ausgeſetzt ſind, bieten oft wertvolle Fundgruben für kulturhiſtoriſches und ſoziologiſch wichtiges Ge⸗ ſchehen. Die Arbeit eines Einzelnen wird niemals ein abgeſchloſſenes Werk geben, weil immer wieder ſpätere Funde und Feſtſtellungen das ſchon Vor⸗ handene ergänzen. Bei einer geplanten Drucklegung der Forſchungs⸗ ergebniſſe iſt es daher auch ratſam, die Arbeit nicht als Ortsgeſchichte zu bezeichnen, ſondern nur als „Beiträge zur Ortsgeſchichte“. Dann erhebt ſie kei⸗ nen Anſpruch auf Abgeſchloſſenheit und Lückenloſig⸗ keit und kann jederzeit erweitert werden.(Daß bei der Forſchungsarbeit auch längſt verſchwun⸗ dene Gemeinden wieder neu entdeckt werden können, beweiſt der von Karl Gehrig in Nußloch ſchon längſt vermutete Ort„Graubronnen“ auf der Höhe zwiſchen Leimen und Nußloch, der nun durch Menzer tatſächlich nachgewieſen wer⸗ den konnte.) Menzer deutete dann weiter an, wie aus alten Leuten noch viel Wiſſenswertes heraus⸗ geholt werden kann, ſo z. B. auch durch Schülerhaus⸗ aufſätze„Was der Großvater noch von früher weiß“, und wie dieſer ſo gewonnene Stoff wieder für den Unterricht in Geſchichte, Deutſch, Rechnen uſw. aus⸗ gewertet werden kann. Dann ſollte aber auf alle Fälle auch eine Ge⸗ markungskarte im Schulzimmer ſein, da gerade die Flurnamen bedeutſame Aufſchlüſſe über die Be⸗ ſtedelungsgeſchichte der Gemarkung geben. Beſon⸗ ders wertvoll ſind die mündlich und mundartlich überlieferten Flurnamen, da die im Grundbuch ein⸗ getragenen ſehr oft entſtellt ſind. Ein ſehr nach⸗ ahmenswertes Beiſpiel hat die Gemeinde Sand⸗ hauſen gegeben, über deren Ortsgeſchichte bislang noch wenig bekannt war. Sie hat ein ſog. Goldenes Buch angelegt, in das alles, was der Redner bis jetzt über den Ort in Erfahrung bringen konnte, eingetragen wird. In ſpäteren vielleicht beſſeren Zeiten kann zuſammen mit den bis dahin gemachten Ergänzungen aus dieſem Stoff ein Heimatbuch für die Gemeinde herausgegeben werden. Hauptlehrer Hermann Britſch vom Schwaben⸗ heimerhof erweiterte dieſe Ausführungen nach der Seite der Familienforſchung hin, die nicht etwa nur in Stamm⸗ baumkonſtruktionen und Ahnenkult ausarten darf, ſondern die beſtes Material liefert zur Erforſchung der pſychiſchen Veranlagung der dem Lehrer anver⸗ trauten Kinder. Schulrat Dr. Laule vom Kreisſchulamt Heidelberg warnte vor allem vor dem Selbſtverlag von Orts⸗ geſchichten, der dem Verleger meiſt ſchwere wirtſchaft⸗ liche Sorgen bringe. Er unterſtrich die Bedeutung der örtlichen heimatkundlichen Stoffſammlung, da die Lehrer heute nicht mehr ſo ſeßhaft ſind wie früher und durch die Stofſſammlung jeder neue Lehrer ſo⸗ fort mit den örtlichen Verhältniſſen vertraut gemacht wird und den Unterricht auf heimatlicher Grundlage erteilen kann. Allerdings müſſen dieſe Stoffſamm⸗ lungen auch Eigentum der Schule werden, damit ſte bei Verſetzungen dableiben. Die württembergiſche Lehrerſchaft iſt uns auf dieſem Gebiete etwas voraus. Doch wurden auch ſchon bei uns, ſo auch im Kon⸗ ferenzbezirk Neckarböſchofs heim, ſchöne An⸗ fänge zu bezirksmäßigen Stoffſammlungen unter⸗ nommen. Dieſe Arbeiten kommen dem ganzen Unterricht zugute, da der von der Heimat aus⸗ gehende Unterricht ſtets gefühls betont und da⸗ her werteſchaffend iſt. Rektor Böſer in Wlesloch, ein geborener Heidelberger, der in ſeinem früheren Wirkungskreiſe im badiſchen Oberlande ſich als Hei⸗ matforſcher einen Namen erworben hat, warnte vor der behördlichen Anordnung der Heimatforſchung, da dies ihr Tod ſei. Beratung und Hilfeleiſtung da⸗ gegen ſeien ſehr erwünſcht. Auch das ſyſtemati⸗ ſche Arbeiten iſt nicht Jedermanns Sache. Es iſt beſſer, wenn jeder auf ſeinem Lieblingsgebtet an⸗ fängt zu forſchen und zu ſammeln. Er wird dann nach und nach ſchon in die anderen Gebiete hinein⸗ wachſen. Alle Ergebniſſe kann man in einem be⸗ ſonderen Aktenbündel zuſammenfaſſen, um ſie dann bei genügender Fülle nach Teilgebieten zu ſondern. Sehr gut wäre es, wenn dem Lehrer an möglichſt vielen Stellen das Amt des Pflegers der badiſchen hiſtoriſchen Kommiſſion übertragen werden könnte, damit er auch die Akten auf den Rathäuſern ord⸗ nen und für ihre Erhaltung Sorge tragen könnte. Mitunter ſind ſogar wichtige Akten noch in Privat⸗ häuſern anzutreffen, z. B. in kleinen Gemeinden bei Familien früherer Bürgermeiſter, die die Bü⸗ cher bei ſich zu Hauſe in der Gemeindetruhe auf⸗ bewahrt hatten, wodurch die Bücher allmählich in Privatſchränke oder gar— weil als wertlos erach⸗ tet— auf den Speicher gewandert ſind. Als ſehr wertvollen ganz neuen Führer zu den verſchiedenen Quellen nannte Böſer die im erſten Halbband er⸗ ſchienene„Bibliographie des geſchichtlichen Wiſſens“ von Dr. Lautenſchlager an der Heidelberger Univerſitätsbibliothek. Auch die Inventare des Generallandesarchivs weiſen dem Hetmatforſcher viele Wege zum Finden. Hauptlehrer Karl Gehrig wies zum Schluſſe noch auf das Kurpfälziſche Muſenm in Heidelberg hin und erzählte an Hand einiger Erlebniſſe der letzten Zeit von der Entdeckungsfreude des Heimat⸗ forſchers. Der Konferenzvorſitzende, Hauptlehrer Bär aus Leimen, dankte allen Rednern und ſchlug die Gründung einer Arbeitsgemeinſchaft vor, damit in allen Gemeinden des Bezirkes an die zwar mühevolle, aber doch dankbare Arbeit herangegangen werden könne. Karl Gehrig. * Zweite juriſtiſche Prüfung. Auf Grund der im Spätjahr 1929 beſtandenen zweiten juriſtiſchen Prü⸗ fung ſimd folgende Referendare zu Gerichts⸗ aſfſſeſſoren ernannt worden: Werner Altfelix aus Durlach, Ernſt Beil aus Lauda, Kurt Clauſen aus Colmar i.., Fritz Denz aus Karlsruhe, Dr. Oskar Fiſcher aus Freiburg, Hans Fuchs aus Konſtanz, Dr. Theodor Gartner aus Karlsruhe, Hermann Gaus aus Pforzheim, Roderich Glanz⸗ mann aus Pforzheim, Erich Graf aus Tuttlingen, Rolf Gräſer aus Pforzheim, Dr. Heinrich Gulden aus Mannheim, Joſef Holzenthaler aus Oberſchopf⸗ heim, Dr. Sigmund Jeſelſohn aus Neckarbiſchofs⸗ heim, Dr. Rudolf Jordan aus Mannheim, Paul Kahn aus Rheinbiſchofsheim, Philipp Krämer aus Mannheim, Dr. Wilhelm Mayer aus Groß⸗ ſachſen, Dr. Otto Müller aus Offenburg, Richard Mutſchler aus Heidelberg, Margarete Oppenheimer aus Karlsruhe, Dr. Albert Scherer aus Freiburg⸗ Zähringen, Wilhelm Scheuer aus Heidelberg, Dr. Helmut Schmidt aus Mannheim, Karl Schuh⸗ macher aus Worms⸗Hochheim, Dr. Guſtav Schult⸗ heiß aus Mannheim, Guſtav Weber aus Ofters⸗ heim, Rudolf Zembſch aus Marienwerder, Karl Zippelius aus Karlsruhe, Dr. Richard Zoepffel aus Mülhausen i. E. *Mit Kaffee verbrüht. In das ſtädtiſche Kranken⸗ haus wurde ein 28 Jahre alter Schiffer einge⸗ liefert, der auf einem von Speyer nach Mannheim fahrenden Schiff aus Unvorſichtigkeit ſich heißen Kaffee auf den linken Fuß goß, wodurch er erheb⸗ liche Verbrennungen davontrug. Altes und neues Spielzeug Von Erna Pinner Die Geſchichte des Spielzeugs iſt ſo alt wie die Welt. Stets hat es die Menſchen gereizt, Dinge nachzubilden und ein wenig Schöpfung zu ſpielen. Hier liegen offenbar die erſten Regungen der Phan⸗ taſte. Vermutlich war der Spaß der Erwachſenen, mit einem aus Holz geſchnitzten Feind oder Tier zu ſpielen, ebenſo groß wie der der Kinder. Heute geben einfache Menſchen, die Wilden oder die Zigeuner, ihren Babys ein Stück Holz, um das ein Taſchentuch gebunden iſt, in die Hand und ſagen dem Kinde, es ſei ein Hund. Die Gebildeten aber haben eine künſtleriſche Induſtrie daraus gemacht und das Primitive ſogar als Stil eingeführt. Auf dieſem Umweg gelangen ſelbſt die Erwachſenen wie⸗ der dazu, ſich zu ihrem Spieltrieb zu bekennen in luſtigen Porte⸗Bonheurs, Puppen, Quietſchfiguren und tauſenderlet ſolchen Tand. Ein Blick auf die Geſchichte des Spielzeugs iſt von großem kultur⸗hiſtoriſchem Intereſſe. In den verſchwiegenen Glasſchränken der Völker⸗ muſeen ſtehen häufig alte Puppen exotiſcher Völker. Das javaniſche Puppenſpiel allein beſitzt ganze Serien von geſchnitzten Marionetten mit un⸗ heimlich ausdrucksvollen, bis zur Fratze geſteigerten Geſichtern und ſchönen gebatikten Gewändern. Eine große Rolle ſpielte auch das Schatten⸗ ſpiel. Dieſe Figuren von reicher Ornamentik ſind, wenn fie aus Birma oder China ſtammen, aus trans⸗ parenter Eſelshaut geſchnitten. Arme und Beine find beweglich und werden an dort angebrachten kleinen dünnen Stäbchen geführt. Die grelle Nach⸗ bildung dieſer Puppen, die in Amerika jetzt Mode wird, iſt durchaus unkünſtleriſch. Die allerprimitipſten Völker hatten ſich zum Fetiſch ſchon eine Art Puppe geſchaffen, und ſelbſt die hohe Kultur der Aegypter ſchuf ſpielzeugartig den Beſitz des Verſtorbenen, z. B. ſeine ganzen Vieh⸗ herden, als Grabbeigabe nach. i Auch bei uns hatte die Puppe kurz vor dem Kriege angefangen, eine koſtbare Angelegenheit für Er⸗ wachſene zu werden, ein ſtummer müder Begleiter überreizter Großſtadtmenſchen. Sie erhob ſich aus dem kleinen Rahmen des Kinderſpielzeugs zu bei⸗ nahe menſchlichen Dimenſionen und trug das Sym⸗ bol der Dekadenz, nämlich unendlich lange Beine in edle Stoffe gehüllt. Dieſe Darſtellung konnte eine durchaus künſtleriſche ſein. Leider hat die Maſſen⸗ fabrikation ſich dieſer Konjunktur angenommen und damit ſchnell den perſönlichen, ſchöpferiſchen Wert dieſer Puppen erſtickt. Dies beweiſen jene Papier⸗ machéungetüme, die in den Nachtlokalen der Groß⸗ ſtädte ein mehr oder weniger großartiges Geſchenk für die Damen darſtellen. Hoffentlich bleiben die geiſterhaften Wachspuppen der Lotte Pritzel vor einem ähnlichen Schickſal bewahrt. 5 In der Nachkriegszeit ſchlug die Welle der Ge⸗ ſchmacksdekadenz zurück. Das Spielzeug gehört heute wieder in das Bereich des Kindes. Hier werden in Dresden und München ausgezeichnete Dinge geſchaf⸗ fen, vor allem in ihrer Bewegtheit verblüffend und gut ſtiliſierte Tiere aus Holz und Stoff, deren Groteske die Grenze des Heiteren nicht überſchreitet. In dieſes Bereich gehört auch die Induſtrie des primitiven Bauernſpielzeugs, das ſich durch d Heimarbeit ziemlich urſprünglich erhalten hat, ebenso wie die graziöſen böhmiſchen Glasbläſereien. Das Motoriſche der Zeit hat aber in der Hauptſache das elektrische und techniſch raffintert aus⸗ gedachte Spielzeug gefördert, und es iſt ſelbſt für einen Erwachſenen ein Genuß, mit einer elektriſchen Eiſenbahn zu ſpielen. Der Fetiſch hingegen ſitzt bestenfalls in Geſtalt eines Teddybären auf dem ſelbſtverſtändlich mit eigenem Antrieb laufenden Automobil des Kindes oder auf dem eleganten Wa⸗ gen einer ſchönen Frau. O Konradin⸗Kreutzer⸗Feier. den 80. Todestag des großen deutſchen Tondichters Konradin Kreutzer der am 2. November 1780 in der Talmühle bei Meßkirch geboren wurde und am 14. Dezember 1849 in Riga verſtarb, beging die Stadtgemeinde Meßkirch unter Mitwirkung der Stadtmuſik und des Geſangvereins in würdiger Weiſe. Die Feier fand auf dem Schloßplatz vor dem Denkmal des Kompo⸗ niſten ſtatt. Ihm zu Ehren wurde auch die Eiſen⸗ bahnſtraße in Konradin⸗Kreutzerſtraße um⸗ benannt. Zweites Sinfoniekonzert der Volksmuſikpflege Leitung: Erich Orthmann In der Entwicklung der ſymphoniſchen Dichtung ſpielt Friedrich Smetana eine ganz einzigartige Rolle. Bei ihm ſteht die ſymphoniſche Dichtung aus⸗ ſchließlich im Dienſte der Verherrlichung ſeines Va⸗ terlandes, ſeiner Schönheiten und ſeiner Geſchichte. Seine Phantaſie entzündet ſich, während andere Be⸗ ſchauer nur die Ueberreſte der ehemaligen Königs⸗ burg Vyſehrad betrachten, an den Klängen, die einſt in den Hallen des Schloſſes erklungen ſein mochten, ſein geiſtiges Auge bevölkert die Hallen mit Geſtalten der Vorzeit, er denkt an den Sänger Lumir, der als Gaſt auf der Königsburg weilte. Die vier ein⸗ leitenden Akkorde der zweiten Harfe formen ſich zu einem Motiv, das nicht nur die Keimzelle der erſten ſymphoniſchen Dichtung wird, ſondern auch in der zweiten Dichtung„Die Moldau“ wiederkehrt und am Schluß der letzten Dichtung, die den Berg Blanik vebherrlicht, wo die Helden der Huſſitenkämpfe ruhen, kombiniert mit dem Huſſitenchoral„Die ihr Gottes Kämpfer ſeid“, den ganzen Zyklus„Mein Vaterland“ glanzvoll zum Abſchluß bringt. In dieſer Verherr⸗ lichung ſeiner Heimat liegt Smetanas Größe, aber auch ſeine Tragik. Seine engeren Landsleute haben ihm nicht immer das nötige Verſtändnis entgegen⸗ gebracht, er hat ſich als Dramatiker und als Sym⸗ phoniker nur zu oft für Stoffe begeiſtert, die nur dem mit böhmiſcher Sagengeſchichte ganz Vertrauten ver⸗ ſtändlich ſind, und ſo haben aus dem Kranz der ſechs Dichtungen, die den Zyklus„Mein Vaterland“ bilden, nur drei den Weg über die böhmiſchen Grenzpfähle gefunden, von denen zwei am Auditorium des geſtri⸗ gen Sinfonie⸗Konzertes vorüberzogen. Die Aufführung unter Orthmanns Stabffth⸗ rung gab vor allem dem Smetana⸗Stile das, was Reichsverbandsprüfung der nicht taatlichen Lehranſtalten Es wird erneut darauf hingewieſen, daß die ſog. „Reichsverbandsprüfung“, die an nicht ⸗ ſtaatlichen Lehranſtalten in Baden und im übrigen Reiche abgehalten wird, durchaus priva- ten Charakter hat. Dieſe Prüfung ſoll jungen Leu⸗ ten, denen die Reife für Oberſekunda fehlt, Gele⸗ genheit geben, ein„Mindeſtbildungsmaß“ für den Eintritt in beſtimmte Berufe oder Fachanſtalten nachzuweiſen. Der Reichsſchulausſchuß hat ſeiner Zeit die Anſchauung vertreten, daß zu einer ſolchen Prüfung ein Bedürfnis nicht vorliege. Nachdem die Einjährig⸗Freiwilligenprüfung, die früher vor einer beſonders eingeſetzten Kommiſſion habe abgelegt werden können, durch das Reich aufgehoben ſei, könne auch einer Erſatzveranſtaltung für dieſe Prü⸗ fung ſtaatlicherſeits eine Bedeutung nicht beigelegt werden. Die frühere Einjährigenprüfung werde lediglich durch die an einer öffentlichen Lehranſtalt abgelegte Prüfung zum Nachweis der Reife für die Oberſekunda erſetzt. Mit der Reichsverbandsprüfung iſt demnach keine Berechtigung für eine Laufbahn im ſtaatlichen Dienſt verknüpft, und es kann auch ihr Beſtehen nicht von der Ablegung einer Auf⸗ nahmeprüfung für die Oberſekunda einer öffentlichen Lehranſtalt befreien. * &„Die Lebendige Stadt“. Das vierte Heft der Zweimonatsſchrift der Stadt Mannheim„Die Lebendige Stadt“ iſt erſchienen. In einer Ab⸗ handlung„Von Jarres bis Reuter“ beſchäftigt ſich Oberbürgermeiſter Dr. Heimerich mit der wirt⸗ ſchaftlichen Betätigung der Stadtgemeinde Mann⸗ heim. In einem von einem Statiſtiker nicht ge⸗ wohnten Plauderbrief behandelt der Direktor des Statiſtiſchen Amts die Mannheimer ſtädtiſchen Wirt⸗ ſchaftsbetriebe. Auch das Großkraftwerk Mann⸗ heim, das Verkehrsproblem Mannheim⸗Ludwigs⸗ hafen, die Mannhetmer Milchzentrale u. a. mehr finden eingehende Erwähnung. Das Heft iſt wieder reichhaltig illuſtriert. Lebensmüde. Geſtern nachmittag verſuchbe ein 97 Jahre alter Fabrikarbeiter in einem Be⸗ triebe an der Sanbhoferſtraße ſich durch Er⸗ hängen das Leben zu nehmen. Da er jedoch von feinen Arbeitskollegen daran gehindert wurde, ver⸗ ſuchte er ſich mit einem Meſſer die Halsader zu durchſchneiden, woran er ebenfalls gehindert wurde. Da zu befürchten war, daß er noch weitere Selbſtmordverſuche unternehmen werde, wurde er im Sanitätskraftwagen in das Allgemeine Kranken⸗ haus verbracht. Grund zur Tat dürfte in Kummer um den Verluſt ſeiner Ehefrau, die vor einigen Tagen ſtarb, zu ſuchen ſein. & Kriegsbeſchädigte! Alle deutſchen hiruver⸗ letzten Krieger(mit Kopfſchuß) werden gebe⸗ ten, ihre Adreſſen an die Geſchäftsſtelle des Hirn⸗ verletztenheims Frankfurt a.., Gärtnerweg 50, zu ſenden. Veranſtaltungen e Maunheimer Künſtlertheater„Apollo“. Das HGaſt⸗ ſpiel Grock beſchränkt ſich nur auf die beiden Tage; morgen Mittwoch, den 18. und übermorgen Donnerstag, den 19. Dezember 1929. Die Vorſtellungen beginnen pünkt⸗ lich um 8 Uhr, damit dem auswärtigen Publikum Gelegen⸗ heit gegeben iſt, die Züge zu erreichen. Für Weihnach⸗ ten iſt ein ſenſationeller Varisté⸗Spielplan vorgeſehen, in deſſen Mittelpunkt die weltberühmte Verwandlungs⸗ künſtlerin Fregol a ſteht. * Wie bauen wir billig und gut? Dieſes Thema behan⸗ delt am kommenden Donnerstag abend auf Veranlaſſung der Zimmermeiſter⸗Zwangsinnung ein Lichtbilder ⸗ Vortrag im kleinen Saal des„Pfälzer Hofes“ in Lud⸗ wigshafen.(Weiteres Anzeige.) * Schutterwald(Kreis Offenburg), 16. Dez. Der 10 Jahre alte Sohn Otto des Kranz⸗Wirtes Otto Ferdinand Zind wallte ſich am Herd wärmen Plötzlich fingen ſeine Kleider durch heraus fal⸗ lende glühende Aſche, Feuer. Die Kleider ver⸗ brannten dem Knaben am Leibe. Der Zuſtand des Verletzten iſt durch die vielen Brandwunden lebens⸗ gefährlich, obwohl raſch Hilfe zur Stelle war, die die Flammen löſchte. s ihm gebührt, behagliche Breite und volle Ausſpinnung der großzügigen Melodieführung. Nicht nur dem Vyſehrad⸗Motiv, ſondern auch der Schilderung der breit dahinfließenden Moldau kamen Orthmanns ge⸗ tragene Zeitmaße zugut, vor allem der Schilderung des Elfenreigens und des nahezu ungekürzten Schluſ⸗ ſes, wo das breite Strömen der Moldau an der Veſte Vyſehrad vorüber muſikaliſch durch die pompöſen Blechbläſer⸗Akkorde, mit dem Viſehradmotiv über den wogenden Paſſagen der Streicher ſeinen paſſend⸗ ſten Ausdruck findet. Nach dem Hymnus mit ſeinem ſtrahlenden Aus⸗ klang fiel Saint⸗Saͤns mit ſeiner formalen Glätte ein wenig ab. Saint⸗Sabns liebt keine langen Ein⸗ führungen, er führt den Hörer ohne Umſchweife in medias res. Nach wenigen Takten erklangen die Paſſa⸗ gen des konzertierenden Solo⸗Inſtrumentes im Violoncell⸗Konzert des Schöpfers von„Samſon und Dalila“. Konzertmeiſter Carl Müller fand reich⸗ lich Gelegenheit, in den Cantilenen und den beſeelten Paſſagen des Konzertes nicht nur ſeine auf voller Höhe der Meiſterſchaft ſtehende Technik, ſondern aug ſein ausgeprägtes Stilgefühl als mitbeſtimmend für den Erfolg zu erweiſen. Nicht etüdenhafte Korrekt⸗ heit gibt den Ausſchlag, ſondern auch im Figuren⸗ ſpiel der Paſſagen muß die Seele des Muſikers mit⸗ klingen. Müller hatte dank ſeiner trefflichen Wieder⸗ gabe einen großen Erfolg zu verzeichnen. Den pompöſen Ausklang des ausſchließlich flawl⸗ ſcher und romaniſcher Muſik gewidmeten Abends, dem Karl Eberts eine vorzügliche knappe Einführung mitgab, bildete eine Gelegenheitskompoſition Tſchak⸗ kowſkys, die„Ouvertüre triomphale 1812“ Mit Glockengeläute und dem vollen Pomp feines farben⸗ reichen Orcheſters feiert Tſchaikowſty den Sieg der ruſſiſchen Truppen über Napoleon in dem verhäng⸗ nisvollen Winterfeldzug. Mag vieles äußerlich ge⸗ macht ſein, unſer herrliches Nationaltheater⸗Orcheſter unter Orthmanns ſicherer Leitung muſizierte mit ſet⸗ ner gewohnten Hingabe und künſtleriſchen Verant⸗ wortung bei Smetanas Klängen aus„Böhmens Herrlichkeiten“ ebenſo vortrefflich wie bei Tſchai⸗ kowſkys Klangorgten. Dr. Ch. ä—— 1 4. Seite. Nr. 586 Neue Mannheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) Dienstag, den 17. Dezember 1929 A 70 L Das Urteil im Betrugsprozeß Mink⸗Heidelberg us em ande Am Samstag wurde in dem großen Betrugs⸗ Naturſchutz b e 2 2 5 und Schwindelprozeß Mink in Heidelberg nach vier⸗ uin. Heidelberg, 16. Dez. Die Bezirks⸗Natur⸗ ſchutzſtelle Heidelberg will nun auch gegen die Verſchandelung des Landſchaftsbildes durch Re⸗ klameſchilder, durch an Raſtplätzen herum⸗ liegende Papierfetzen, Obſt⸗ und Eierſchalen und die Verunreinigung des Neckars durch Abwäſſer und Oele energiſch vorgehen. Bezirk vorkommenden geſchützten Pflanzen und ihrer bis jetzt bekannt gewordenen Standorte iſt fertiggeſtellt. Die Inventariſierung der Naturdenk⸗ male des Bezirks, wie Felsbildungen, Bäume uſw., iſt in Arbeit. In der Jahresverſammlung des Ver⸗ eins wurde darauf hingewtieſen, daß Palmkätz⸗ chen mit Ausnahme der im Garten gezogenen nicht mehr verkauft werden dürfen. Auf die Liſte der ge⸗ ſchützen Tiere wurde nun auch der grüne Waſ⸗ ſerfroſch geſetzt, ſodaß fetzt ſämtliche heimiſche Lurche unter Schutz ſtehen. Beklagt wurde die un⸗ aufhaltſame Veränderung der Bergformen durch Steinbruchbetriebe. Die Vogelwelt, die unter dem letzten Winter erheblich gelitten hat, ſoll unter be⸗ ſonderen Schutz genommen werden, wobei u. a. auch die Erhaltung von Hecken als Niſtſtätten und Anlage von Tränkebecken ins Auge gefaßt wurde. Großobſtmarkt und Abſatzgenoſſenſchaft Von der Bergſtraße, 15. Dez. Die Markthalle des Weinheimer Großobſtmarktes iſt bekanntlich ab⸗ gebrannt, ohne daß ſich bis heute die Brandurſache ermitteln ließ. Die Weiterführung des Großobſt⸗ marktes in Weinheim iſt geſichert. Allerdings wird die Abſatzzentrale für Obſt und Gemüſe für die Bergſtraße und den Odenwald mit dem Sitze in Weinheim nicht mehr durch die Stadt Weinheim, ſondern durch eine Obſtabſatzgenoſſenſchaft Bergſtraße(Sitz Weinheim) geleitet und durch⸗ geführt. In der Zeit vom 10. Junt bis heute be⸗ trug der Umſatz des Großobſtmarktes Weinheim 82000 Zentner Obſt im Werte von 472 000 l. Davon wurden zwei Drittel nach den norddeutſchen Märkten in 600 Waggonladungen verſchickt. Daraus ergibt ſich die Bedeutung des Weinheimer Großobſt⸗ marktes als Abſatzzentrale für Bergſtraße und Odenwald und zugleich die Notwendigkeit für die Weiterführung des Marktes. Es iſt die Gewähr ge⸗ schaffen, daß das von der Stadt Weinheim begon⸗ mene Werk durch die in der Gründung begriffene Abſatzgenoſſenſchaft, der bereits die meiſten Obſt⸗ und Gemüſebau treibenden Gemeinden des Bezirkes bei⸗ getreten ſind, zum Segen der Landwirtſchaft aus⸗ gebaut und weitergeführt wird. Verhängnisvoller Wirtshausſtreit * Kürzell(Kreis Offenburg), 15. Dez. Bei einem Wirtshausſtreit, der ſich am Samstag abend gegen 10 Uhr in einer hieſigen Wirtſchaft zwiſchen Dorf⸗ bewohnern und herumziehenden Händlern abſpielte, wurde vom Meſſer Gebrauch gemacht. Die Ehefrau des Schmiedmeiſters Klotz erhielt einen tiefen Stich in den Unterleib, ihr Ehemann und der Landwirt Georg Wingert wurden ebenfalls ge⸗ ſtochen, desgleichen zwei der Händler. Dieſe beiden und ein dritter Händler wurden in Haft genommen. Das Ehepaar Klotz liegt bedenklich darnieder. Die Verletzungen der anderen ſind weniger gefährlich. Freigabe der Hexenlochſtraße * Furtwangen, 16. Dez. Zwiſchen Furtwangen und St. Märgen war bisher auf dem Verbindungs⸗ ſtück der Schwarwaldhöhenſtraße Triberg Schön⸗ wald Furtwangen—Feldberg— Freiburg, dem ro⸗ mantiſchen Hexen loch, ein Kraftwagenverkehr noch nicht erlaubt. St. Märgen konnte deshalb nur auf großem Umwege erreicht werden. Der Verkehr ſelbſt mußte von Furtwangen entweder durch das außer⸗ ordentlich reizvolle Simonswäldertal nach Freiburg oder in Richtung Feldberg über Vöhren⸗ bach Hammereiſenbach und das Höchſt geleitet wer⸗ den. Die Straße war zu ſch mal gebaut, um für den Autoverkehr freigegeben zu werden. Nunmehr ſind genügend Auswelcheſtellen geſchaffen wor⸗ den, ſodaß dieſes wichtige Verbindungsſtück für den Autoverkehr befahrbar iſt. Die Fahrgeſchwindigkeit auf dieſer kurzen Strecke darf allerdings nicht mehr als 30 Klm. betragen. Gefiederte Kurgäſte am Oberrhein by. Badenweiler, 17. Dez. In der letzten Zeit ſind in der Umgebung von Badenweiler rieſige Schwärme von Bergfinken eingetroffen, als deren Heimat im Sommer Skandinavien und Nord⸗ rußland durch Beobachtungen feſtgeſtellt wurde. Der Inſtinkt dieſer gefiederten Kurgäſte„im ſonnigen Süden“ hat ſich mit Recht die ſchon im Frühjahr als klimatiſch beſonders mild bekannte Gegend am Oberrhein ausgeſucht. Im Walde verunglückt und geſtorben — Markdorf, 15. Dez. Hier wurde der 71 Jahre alte Landwirt Emil Ritter, der bei ſeinem Sohn lebt, im Reiſedobel tot aufgefunden. Nach den Um⸗ ſtänden ſteht mit Sicherheit feſt, daß Ritter einen Unfall erlitten hat, an deſſen Folgen er ſtarb. Am Mittwoch morgen ging er mit der Angabe von Hauſe weg, er wolle Reiſig im Gewann Gehrenberg ab⸗ ſägen. Abends kehrte er von der Arbeit nicht zu⸗ rück, was weiter nicht auffiel, da er des öfteren aus⸗ wärts arbeitete und dann nachts nicht nach Hauſe kam. Als er aber zwei Nächte lang nicht zurück⸗ kehrte, wurde nach ihm geſucht. Ritter hat am an⸗ gegebenen Platz auch Reiſig abgeſägt und muß von der Leiter gefallen ſein. Mit einer ſchweren Rücken verletzung ſchleppte er ſich noch einige Meter von der Unfallſtelle weg und blieb dann ohne Hilfe liegen. Er ſtarb an den Verletzungen, bevor ihm jemand zu Hilfe kam. Einweihung der neuen evangeliſchen Kirche in Konſtanz. * Konſtanz, 16. Dez. Unter reger Beteiligung der geſamten evangeliſchen Bevölkerung fand am 3. Adventsſonntag die Einweihung der neuerbau⸗ ten St. Pauluskirche in den Anlagen an der Mainauſtraße ſtatt. Nach einer kurzen Abſchiedsfeier in dem bisher für Gottesdienſtzwecke benutzten Schulhaus Petershauſen folgte die eigentliche Feier in der neuen Kirche. Hier hielt Prälat D. Kühle⸗ mein die Feſtanſprache, während der neue Stadt⸗ Pfarrer Blum die Feſtpredigt hielt. Mit Geſan n, Gebet und Segen ſchloß die kirchliche Feier, der ich eine Nachfeier im Seehotel anſchloß.. 8 Ein Verzeichnis der im den haben, gaben den Anlaß dazu, daß am Sonntag Große Proteſtkundgebung der unterbadiſchen Tabakpflanzer und Tabakarbeiter in Wiesloch L. Wiesloch, 16. Dez. Die Beſteuerungs⸗ und Monopolpläne des Reiches für das Tabakgewerbe, die zum Teil ſchon in dem Sofortprogram m der gegenwärtigen Finanzreform Aufnahme geſun⸗ nachmittag die Tabakarbeiter des Bezirks Wiesloch und der daran angrenzenden Gemeinden und die Tabakpflanzer in einer Verſammlung zuſammen⸗ kamen, um einmütigen Proteſt gegen die er⸗ wähnten Finanzpläne zu erheben. Die ungeheure Bedeutung über den Entſcheid dieſer Frage geht daraus hervor, daß der Bezirk Wiesloch allein 6000 Tabakarbeiter und tauſende von Tabak⸗ pflanzern beſitzt, alſo faſt annähernd die Geſamt⸗ bevölkerung des Bezirks auf das Tabakge⸗ werbe eingeſtellt iſt. Gewerkſchaftsſekretär Schnei⸗ der⸗Mühlhauſen eröffnete die Verſammlung und übergab dem Landtagsabg. Hartmann⸗Heidel⸗ berg, dem Vertreter des Bezirks Wiesloch⸗Sins⸗ heim, das Wort. Er betonte, daß Baden alle Urſache habe, gegen dieſe Maßnahme den energiſchſten Proteſt einzu⸗ legen, da die Steuerbelaſtung des Tabaks zu einem Fünftel von dem kleinen Land Baden, das nur 3,5 Prozent der Reichsbevölkerung ausmache, zu tragen ſet, da 40 Prozent des inländiſchen Tabaks und 50 Prozent aller deutſchen Tabakserzeugniſſe ihre Herkunft aus Baden haben. Es handle ſich da⸗ her nicht nur um eine Spezialfrage einer Berufs⸗ gruppe, ſondern um eine ſolche des ganzen Lan⸗ de 8. Die Steuerpläne müßten als eine Sonder⸗ belaſtung des badiſchen Volkes angeſehen werden. Ständig fallen 50 Prozent der 44000 badi⸗ ſchen Tabakarbeiter der Arbeitsloſen⸗ unterſtützung anheim. Der Redner berührte alsdann die Monopoliſierungspläne des Reiches und ſchilderte deren verheerende Folgen für das Tabak⸗ gewerbe durch die Umſtellung der bisherigen Klein⸗ betriebe in ben konzentrierten Großbetrieb, der die Exiſtenz der 160 badiſchen Tabakin duſtrie⸗ orte und mit ihnen den Tabakbau ebenſovieler Pflanzergemeinden vernichten würde. Bei der gegenwärtigen Wirtſchaftsſtruktur des Rei⸗ ches könne die Einführung des Monopols unter die⸗ ſen Umſtänden in keinem Fall in Frage kommen, da die Tabakinduſtrie ſich zu ſtark ausgebreitet hätte. An der ſich daran anſchließenden Ausſprache beteiligten ſich verſchiedene Bürgermeiſter der Bezirksgemeinden, Tabakpflanzer, Gewerkſchafts⸗ ſekretäre, ſelbſt der Stand der Geiſtlichen wurde durch Pfarrer Müller⸗Rot vertreten. Die Debatte unterſtrich die Ausführungen des Hauptredners, ſo⸗ daß am Schluß eine an den badiſchen Landtag, die badiſche Regierung, den badiſchen Geſandten in Ber⸗ lin, die Reichsregierung und an ſämtliche Reichs⸗ tagsabgeordnete gerichtete Entſchließung ge⸗ faßt wurde, die den einmütigen Proteſt der Ge⸗ meinde vertreter, der Tabakpflanzer, Tabak⸗ arbeiter wie überhaupt der Geſamtbevölkerung des Bezirks enthielt und den berechtigten Schutz um Erhaltung ihrer Exiſt enz forderte. Veſprechung von Verkehrsfragen Tagung des badiſchen und pfälziſchen Transport- und Verkehrsgewerbes Das Kleinpflaſter das geeignetſte Pflaſter für den Geſamtverkehr Am Sonntag, 15. Dezember, fand in Karlsruhe im Tiergarten⸗Reſtaurant eine Sitzung des großen Ausſchuſſes des Arbeitgeber⸗Verbandes für das Badiſche und Pfälziſche Transport⸗ und Verkehrsgewerbe E. V. unter der Leitung des Vorſitzenden, Herrn Friedrich Schmidt, ſtatt. An der Tagung nahmen die Vertreter des Gewerbes aus den badiſchen und pfälziſchen Städten in großer Zahl teil. Syndikus Friedrich Langenbein erſtattete ein Referat über aktuelle Fragen der Sozialpolitik und über wichtige wirtſchaftliche Fragen des Transport⸗ und Verkehrsge⸗ werbes. Beſonders eingehend wurden die Reform der Krankenverſicherung, die Finanzlage der Reichs⸗ anſtalt für Arbeitsloſenverſicherung, die Schlichtungsord⸗ nung, die beabſichtigten Aenderungen des Geſetzes über Unfallverhütung in der Unſallverſicherueg, die Umrechnung der Leiſtungen der Unfallverſicherung und der Wert der Sozialpolitik beſprochen. Es wurde hierbei ausgeführt, daß die Arbeitgeber die Sozialpolitik nicht ablehnen, daß eine Sozialpolitik aber nur von einer geſunden Wirt⸗ ſchaft getragen werden kann und daß es ein Unding iſt, die Forderungen der Sozialpolitik zum Schaden der Wirt⸗ ſchaft zu überſpannen. Von den wirtſchaftlichen Problemen wurden hauptſäch⸗ lich Fragen des Kraftfahrweſens, insbeſondere der Ent⸗ wurf der Reichskarte der Fernverkehrsſtraßen und die Richtlinien für deren Ausbau beſprochen und hier⸗ zu die Wünſche des badiſch⸗pfälziſchen Transport⸗ und Ver⸗ kehrsgewerbes feſtgeſtellt. Die Verordnung über den Kraft⸗ fahrzeugverkehr, die in mehreren Punkten geändert werden ſoll, ſo hinſichtlich der Beleuchtungsvorſchriften, der Ge⸗ wichte, Geſchwindigkeiten und Bereifungen, wurde eben⸗ r ³¹ A AA Großer Sängerwettſtreit Pfingſten 1930 in der Schwarzwaldſtadt Villingen by. Villingen, 16. Dez. 4000 Sänger treffen ſich Pfingſten 1930 in der Schwarzwaldſtadt Vil⸗ lingen zu einem groß angelegten Geſangswett⸗ ſtreit, der anläßlich des 75 jährigen Jubiläums des „Sängerbundes“ veranſtaltet wird. Schon heute liegen Anmeldungen aus dem Saargebiet, dem Rheinland, aus der Schweiz, Württemberg und Baden vor, ſodaß mit einer gewaltigen Kund⸗ gebung für das deutſche Lie d gerechnet werden kann. Der Feſtzug wird beſonders maleriſch werden, da die einzelnen Landsmannſchaften— Sdar— Rheinland Württemberg Schwarzwald/ Baden—Schweiz—Tirol— durch entſprechende Grup⸗ pen und Wagen dazu beitragen. Anläßlich der Jubi⸗ läums⸗Hauptaufführung, die von über 600 Mitwir⸗ kenden und Orcheſter beſtritten wird, wird ein ge⸗ bürtiger Villinger, der Opernſänger Ventur Singer⸗Köln, als Tenorſoliſt mitwirken. Glanz⸗ leiſtungen der edlen Geſangskunſt ſind in den Stundenkonzerten zu erwarten, die von den beſten Vereinen geboten werden. * 1 Mosbach, 16. Dez. Unter dem Vorſitz von Land⸗ rat Rothmund fand im„Prinz Karl“ die Verſamm⸗ lung des landwirtſchaftlichen Bezirksvereins und der Fleckviehzuchtgenoſſenſchaft Mosbach ſtatt. Veterinärrat Für ſt⸗Mosbach gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Fleckviehzuchtgenoſſenſchaft, die Ergebniſſe der Zuchtviehſchau und des Weide⸗ betriebs. Der Landw. Bezirksverein zählt 651 Mit⸗ glieder und die Fleckviehzuchtsgenoſſenſchaft zählt 28 Ortsvereine mit 376 Mitgliedern. In die Zuchtbücher ſind 69 Farren und 836 Kühe eingetragen. Es iſt eine Zunahme von 34 Mitgliedern mit einem Vieh⸗ ſtand von 1 Farren und 120 Kühen zu verzeichnen. Mit der Zucht geht es vorwärts. Die in der Ver⸗ ſammlung ausbezahlten Preiſe belaufen ſich auf 4000 RM. Nur die Beteiligung an der Milch⸗ leiſtungsprüfung dürfte beſſer ſein. * Zell i.., 16. Dez. Aus unbekannten Gründen, wahrſcheinlich infolge geſchäftlicher Schwierigkeiten, gat Schneidermeiſter Otto Schäfer am Sonntag Selbſtmord verübt. Er hinterläßt eine Frau und zwei unverſorgte Kinder. * Waldshut, 16. Dez. Die Allgemeine Orts ⸗ krankenkaſſe Waldshut veranſtaltete geſtern in Anweſenheit von zahlreich geladenen Gäſten eine Eröffnungsfeier ihres neuerbauten Verwal⸗ tungsgebäudes. Nach den üblichen Anſprachen fand eine Beſichtigung des neuen Gebäudes ſtatt, das nach den modernſten Erfahrungen der Bürobau⸗ Technik eingerichtet den iſt. Im Anſchluß daran fand ein Feſteſſen ſtatt.„„ falls eingehend behandelt. Es wurde hierbei der Stand⸗ punkt vertreten, daß der Verkehrsentwicklung in der Kraft⸗ fahrzeugveroroͤnung Rechnung getragen werden müſſe, daß andererſeits aber Schädigungen des Transport⸗ und Ver⸗ kehrsgewerbes vermieden werden müſſen, weil dieſes heute ſchwer um ſeine Exiſtenz zu kämpfen hat. In dem Meinungskampfe um die Propagierung der beſten Straßenbauweiſe lehnt das Transport- und Verkehrsgewerbe ſowohl inbezug auf den Pferdefuhrwerks⸗ als auch auf den Laſtkraftwagen⸗ betrieb, die Aſphaltſtraßen, der großen Unfallge⸗ fahren wegen ab. Es iſt dagegen der Aufaſſung, daß das Kleinpflaſter das geeignete Pflaſter für den Ge⸗ ſamtverkehr darſtellt und daß, wenn auch die Koſten hierfür höher ſind, als die der anderen Straßenbauweiſen, letzten Endes das Kleinpflaſter, wenn man ſeine Dauer⸗ haftigkeit berückſichtig, daß billigſte Pflaſter iſt. Ueber die reformbedürftige Straßen baufinanzierung liegen Vor⸗ ſchläge vor. Ueber die Streupflicht der Fahrſtraßen während Schnee und Glatteis innerhalb der Städte und im Bereiche der Güterbahnhöfe der Reichsbahn wird aufgrund juriſtiſcher Gutachten der Standpunkt vertreten, daß die Gemeinden u. auch die Eiſenbahn zum Streuen der Fahrſtraßen ver⸗ pflichtet ſind und daß eine Unterlaſſung dieſer Verpflich⸗ tung, die Verpflichtung zum Schadenserſatz nach ſich zieht. In der lebhaften Ausſprache, die im Anſchluß an das Referat des Verbandsſyndikus ſtattfand, wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, daß das Transport⸗ und Verkehrs⸗ gewerbe, das ſich überwiegend aus Mittel⸗ und Klein⸗ gewerbe zuſammenſetzt, unter der Steuerlaſt ſchwer zu tragen hat und daß die ſeit Jahren erhoffte Steuerſenkung nunmehr baldigſt zur Durchführung kommen muß, da ſonſt viele Betriebe unter der Steuerbelaſtung zugrunde gehen. Goeorichtszeitung Den Bruder erſchoſſen Schwurgericht Frankenthal Der 25jährige Tagner Erwin Wagner ſaß am 4. November dieſes Jahres in Oggersheim in einer Schenke und trank. Wagner verließ in ſtark angetrunkenem Zuſtand die Wirtſchaft und ſuchte ſeinen verheirateten Bruder Heinrich in deſſen Wohn⸗ baracke auf. Dort war bereits eine ſtattliche Beſucher⸗ zahl anweſend. Im Verlauf der Unterhaltung kam es zu einem Streit, der den angetrunkenen Erwin Wagner beſonders heftig erregt haben muß, denn er äußerte ſich dahin, daß in fünf Minuten alle nicht mehr leben werden. Er verſchwand, um ſich zu Hauſe eine Piſtole zu holen. Als er zurückkam, hielt er ſie dem Tagner Jakob Weimer vor die Bruſt und ſchlug dem Wehrloſen ins Geſicht. Er lief dann aus dem Haus heraus und feuerte vor dem Fenſter einen Schuß ab, ſo daß die in der Baracke Verbliebenen zum Teil aus Schreck, zum Teil aus anderer Erregung ebenfalls aus dem Haus liefen. Heinrich Wagner der zuerſt aus der Baracke kam, wurde von ſeinem Bruder mit den Worten:„Geh' weg, ſonſt ſchieße ich dich⸗tot!“ empfangen. Nach kurzem Wortwechſel fielen dann auch mehrere Schüſſe, die den Heinrich Wagner tödlich verletzten. Er ſtarb wenige Tage nach dem Vorfall an den erhaltenen Schußwunden. Der Tagner Weimer, der dem Heinrich Wagner beiſtehen wollte, wurde eben⸗ falls getroffen, doch iſt ſeine Oberarmverletzung wie⸗ der geheilt. 8 Wegen vorſätzlicher Menſchentötung, die aber nicht mit Ueberlegung ausgeführt iſt, hat ſich Erwin Wagner vor dem Frankenthaler Schwur⸗ gericht zu veräntworten, Geladen ſind 13 Zeugen und drei Sachverſtändige. gerichtsrat Guggemes. 8 Läſtiger Ausländer. Wegen Paßvergeheus ver⸗ urteilte das Militärgericht Landau den franzö⸗ ſiſchen Staatsangehörigen Charles Baſtien zu zwei Monaten Gefängnis. Baſtien, der von ſeinem Truppenteil in Hagenau deſertierte, trieb ſich mit falſchen Papieren in der Südpfalz herum, nament⸗ lich in der Gegend von Bergzabern und Annweiler, und friſtete ſein Leben aus Einbrüchen. 8 Ein Pfarrhaus⸗Schwindler mit Zuchthaus be⸗ ſtraft. Das Schöffengericht Speyer verurteilte den mehrfach vorbeſtraften 31 Jahre alten ledigen Monteur Karl Schneider aus Klingenmünſter wegen Pfarrhausſchwindeleien in 19 Fällen zu drei Jahren zwei Monaten Zuchthaus. Den Vorſitz führt Land⸗ tägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Der Ange⸗ klagte Heinrich Mink aus Karlsruhe wurde wegen Vetrugs im Wiederholungsfalle, Unterſchlagung und Untreue zu einer Geſamtgefängnisſtrafe von drei Jahren und zu drei Jahren Ehrverluſt verurteilt. Der Staatsanwalt ſprach ihm mildernde Umſtände ab und beantragte fünf Jahre Zuchthaus. In der Urteilsbegründung bezeichnete det Vor⸗ ſitzende das Handeln des Angeklagten als eine Ge⸗ meinheit ohnegleichen. Er habe ſich als reichen Mann aufgeſpielt, der, wo es nottat, helfen wolle, und habe dann ſeinen bedrängten Opfern in ihrer größten Not den Strick am Halſe zugezogen. Münzverbrechen in Karlsruhe Das Schöffengericht Karlsruhe verhandelte am 12. Dezember insgeſamt ſieben Stunden lang wegen Münz verbrechens unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit. Die Verhandlung richtete ſich gegen den 26jährigen, mehrfach wegen Diebſtahls auch mit Zuchthaus und ſchon einmal wegen Münzverbrechens vorbeſtraften Metzger Albert Weiß aus Löffenau, zuletzt in Bruchſal wohnhaft, den Bruchſaler Wirt Ferdinand Knoch, ferner gegen die u. a. mit dret Jahren Gefängnis wegen Kindstbtung vorbeſtrafte, zuletzt in Mannheim als Kellnerin tätige Roſa Kolb wegen Herſtellung falſcher Fünf⸗ und Drei⸗ mark⸗Stücke bezw. Beihilfe dazu. Die Falſchſtücke waren aber nicht in den Verkehr gebracht worden, da die Prägung ſich als zu mangelhaft erwies. Das Gericht verurteilte Weiß wegen verſuchter Falſch⸗ münzerei zu zwei Jahren Zuchthaus, abzüg⸗ lich drei Monate Unterſuchungshaft, außerdem zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre und Stellung unter Polizeiaufſicht. Knoch er⸗ hielt wegen des gleichen Delikts zehn Monate Gefängnis abzgl. drei Monate Unterſuchungs⸗ haft, die Kolb wegen Beihilfe drei Monate Gefäng⸗ nis abzgl. 14 Tage Unterſuchungshaft. Ludwigshafener Schmugglergeſellſchaft verurteilt Die Zollbehörden in Mainz fahndeten ſchon ſeit einer Reihe von Jahren nach Schmugglern, die regelmäßig holländiſchen Tabak und Kaffee vom Nieder⸗ zum Oberrhein ſchmuggelten, Vor dem Amtsgericht Mainz waren die aus Ludwigshafen ſtammenden Gruber, Hoffmann, Seiler, Zapp und Zahr vor einiger Zeit wegen dieſes Delikts— ſie hatten von Bingen Schmuggelware in Kof⸗ fern nach Ludwigshafen gebracht und dort abgeſetzt verurteilt worden. Sie waren in flagranti ertappt und dem Gericht zugeführt worden. Gruber und Hoffmann wurden in der Berufungs⸗ verhandlung zu 27810 Mark Geldſtrafe und einem Monat Gefängnis bzw. 7000 Mk. Geld⸗ ſtrafe und 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Grubers Frau wurde freigeſprochen. „Zellertaler Schwarzer Herrgott“— Eine grundſätzliche Entſcheidung Vor dem Amtsgericht Kirchheimbolanden ſtanden am 5. Dezember vier Wein bauern, und zwar Georg Herr⸗Niefernheim, Johann Rupp 2⸗ Zell, David Ochsner und O. Vogt⸗Harxheim unter der Anklage mißbräuchlicher Verwendung der Her⸗ kunftsbezeichnung„Schwarzer Herrgott“. Außer⸗ dem ſollen drei der Angeklagten ihre Weinbücher mangelhaft geführt haben. Alle gaben zu, größere Mengen Wein mit der Bezeichnung„Schwarzer Herrgott“ an ihre Kunden in Dürkheim uſw. abge⸗ geben zu haben. Zum Teil ſeien 30—40 Prozent Schwarzer Herrgott und etwa 60—70 Prozent Zel⸗ lerweine oder rhein⸗heſſiſche Weine vermiſcht wor⸗ den. Die Lieferanten ſind tatſächlich Beſitzer von Weinbergen in der Gewanne„Schwarzer Herrgott“. Sie beriefen ſich darauf, daß faſt alle Weinbauern aus dem Zellertal ihre Weine als„Schwarzer Herr⸗ gott“ bezeichnen und anbieten. Die von den Ange⸗ klagten abgeſetzten Weinmengen„Schwarzer Herr⸗ gott“ betrugen: 180 000, 22 000, 2900 und 20 000 Liter. Der Angeklagevertreter beantragte gegen Herr 8090, gegen Ochsner, Rupp und Vogt je 4000% Geldſtrafe Das Urteil fiel weſentlich milder aus und lautete: Herr 150 4 Geldſtrafe ev. 15 Tage Gefängnis, David Ochsner 100% Geldſtrafe ev. 10 Tage Gefängnis, für mangelnde Buchführung 10/ Geldſtrafe ev. 2 Tage Haft, Johann Rupp 3 100/ Geldſtrafe ev. 10 Tage Gefängnis, für mangelhafte Buchführung zweimal je 5% Geldſtrafe ev. 2 Tage Haft, O. Vogt 1004 Geldſtrafe ev. 10 Tage Gefängnis, für mangelhafte Buchführung 10% Geldſtrafe ev. 2 Tage Haft. In der Urteilsbegründung heißt es, es müſſe unterſagt werden, die in Verkehr gebrachten Weine „Schwarzer Herrgott“ zu nennen, nachdem die Vor⸗ ausſetzungen nicht gegeben ſeien. Urteil im Opium⸗ Prozeß Darmſtadt In dem Prozeß gegen die Eheleute Friedrich Barnitzke wegen unerlaubten Opiumhan⸗ dels, Urkundenfälſchung uſw. wurde am 12. De⸗ zember das Urteil geſprochen. Die Ehefrau Bar⸗ nitzte wird von der Anklage der Beihilfe freige⸗ ſprochen. Kaufmann Friedrich Barnitzke wird wegen der Fälle des Handels mit Rauſchgiften nach Ko⸗ penhagen und Rotterdam freigeſprochen, weil es ſich hier um eine erlaubte Durchfuhr handelt. Für den Fall des Verkaufsvertrages des Angeklagten mit einer deutſchen Firma, wofür die Erlaubnis erſt nach Abſchluß des Vertrages eingeholt wurde, wird eine Geldſtrafe von 1000 Mark, bei Nichteintreibung werden je ein Tag Gefängnis für je 25 Mark er⸗ kannt. Die beſchlagnahmten Waren im Werte von 21000 Mark wurden freigegeben. Der Bruder des verurteilten Kaufmanns Barnitzke, der wegen der gleichen Delikte angeklagt war, hat ſich bekanntlich 5 einigen Tagen in Jeudenheim erſchof⸗ e n. * a 8 Einbrecher Jung wieder vor Gericht. Der un⸗ rühmlich bekannt gewordene Einbrecher Ludwig Jung aus Eßweiler ſtand abermals vor den Rich⸗ tern in Kaiſerslautern. Wegen gefährlicher Körperverletzung ler hatte am 31. Mai einen Metzger aus Eßweiler durch einen Schlag auf den Kopf ſchwer verletzt) erhielt er fünf Monate Gefäng⸗ nis.— Den Meldungen pfälziſcher Blätter zufolge hat Jung in den letzten Tagen Fluchtverſuche unternommen. So beſeitigte er z. B. die Schrauben ſeines Zellenfenſters. Sein Vorhaben konnte jedoch rechtzeitig bemerkt und verhindert werden. 7 2 N* Dienstag, 0 5. Sag. den 17. Dezember 1920 Neue Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 5. Seite. Nr. 586 leinkalibermelſterſchelbe“: 1. Müller; 2. Mappes; Aas 10 Pf 1 2. 5. Brurein; 4. Bumlller; 5. Frauensdorſer ir. 6. Geppertz i a 0 1 6 1 7. Dumm. N er f 70 3 8 e 5„Piſtoleumeiſterſcheibe“: 1. Frauensdorfer ür.) 3. Gep⸗ Gutsbeſitzer Eswein 7 8 4 I 8 vert; 3. Meyne; 4. Mappes; 5. Weſch. 375 18. 8 5 Auch der Kleinkaliberſport, deſſen Pflege ſt ie FVVöVVVVV sbeſitzer& 1 2a Schützengefellſchaft beſonders angelegen ſein läßt, kam Eswein Teilhaber der i ee ,, ae 19 50 i eine ae EN 5 8 wal⸗ aliberabtetlung zeigt e e freulld wie 05 tung G. m. b.., iſt Sonntag abend nach kurzer Die Deutſche Sportbehörde hat in dieſem Jahre, abge⸗ Staffeln: 1. Berlin 188,0.; 2. So deutſchland Auf der. ee 8 ſchwerer Krankheit im Alter von 49 Jahren ge⸗ ſchloſſen mit dem 20. Oltober erſtmals die Viſte der 80 140,5.; 3. Norodeutſchland do.; 4. Mitteldeulſchland Preisträger genannt werden: 1. 17 j ſt o rben. E. war Aufſichtsratmitglied der Speyerer Ziegelwerke und der Südd. Leder⸗AG. St. Ingbert. Sängerultimatum an den Pfälzer Sängerbund *Neuſtadt a. d.., 15. Dez. Zu eingehender Besprechung der gelegentlich der Landauer Tagung bervorgetretenen Differenzen zwiſchen dem Pfälzer Sängerbund und dem vor drei Jah⸗ zen seigetretenen Speyergau⸗Sängerbund ſtellte ſich der Geſamtausſchuß des letzt⸗ genannten Bundes am Sonntag vormit⸗ tag auf den Standpunkt, daß am Ideal feſter Vereinigung aller pfälziſchen Geſangvereine in einem Bunde feſtzuhalten ſei. Gleichwohl ſei zu fordern, daß die im Speyergaubund gelegentlich ſei⸗ nes Beitritts zuerkannten Sonderrechte(Ab⸗ haltung von Sängerwettſtreiten uſw. nach Belieben) unangetaſtet blieben. Dementſprechend ſei der Pfäl⸗ zer Sängerbund zu erſuchen, ſich bis zum 15. Januar bindend über die verlangten Sonderrechte des Speyergauſängerbundes zu erklären. Die Ablehnung würde die endgültige Loslöſung zur Folge haben. Eine außerordentliche Mitgliederverſammlung im Saalbau, beſucht von etwa 500 Sängern— darunter 340 Stimmberechtigte— hatte zu dem ganzen Kon⸗ ikt Stellung zu nehmen. Im deutſchen Sängergruß klang das gemeinſame Bekenntnis zu deutſcher Art auf. Der Neuſtadter Verein wartete mit einem Chorgeſang auf. Bundesvorſitzender Oberlehrer Dantel⸗ Ludwigshafen gab von dem obenerwähn⸗ ten Vorſchlag des Ausſchuſſes Kenntnis und rekla⸗ mierte für den Speyergauſängerbund die alten Sonderrechte des Beſuchs von Geſangs⸗ wettſtreiten und deren Veranſtaltung. Die gemeinſame Sache der Pflege des deutſchen Liedes verlange aber Beſonnenheit und Verhandlungs⸗ bereitſchaft am Platze. In der ſehr lebhaften Ausſprache überwogen dem Tone nach die Rufer nach der ſofortigen Los⸗ Isfung des Speyergauſängerbundes vom Pfälzer Sängerbund. ** o Lauban, 16. Dez. Die von der Regierung ge⸗ nehmigte Hausſammlung in der Pfalz für ein Denkmal für das frühere bayeriſche 23. In ⸗ fanterileregiment iſt abgeſchloſſen. Die Samm⸗ lung ergab rund 15 000„/. Das Denkmal wird in Kaiſerslautern errichtet. Von den geſammel⸗ ten Mitteln erhält Kaiſerslautern 80 v.., wäh⸗ rend Landau, der einſtigen Garniſon des Regiments, 20 v. H. für die Errichtung eines Gedenkſteines zufließen. Nachbargebiete Sprengſtoffbiebſtahl Bensheim, 17. Dez. Im Pulverhäuschen des Steinbruches an der Schönberger Straße wurden von unbekannten Tätern die feuerſicheren Behält⸗ niſſe aufgebrochen und der geſamte beträchtliche Borrat an Sprengſtoffen, Sprengpatronen und Zündſchnur entwendet. Die Polizei verfolgt eine beſtimmte Spur. * e Eberſtabt bei Darmſtadt, 16. Dez. Heute mittag ereignete ſich in der Villenkolonie Eberſtadt ein Zu⸗ ſammenſtoß zwiſchen der Vorortbahn Darmſtadt⸗ Eberſtadt und einem Auto. Von den vier Inſaſſen bes Autos wurde Frau Direktor Brauweiler von der Kalſer⸗Friedrich⸗Quelle anſcheinend ſchwer ver⸗ letzt. Eine weitere Dame erlitt leichtere Verletzun⸗ gen. Die beiden anderen Inſaſſen kamen ohne Scha⸗ beſten deutſchen Leichtathleten herausgegeben und damit gleichzeitig die Unterlagen für die Errechnung der deut⸗ ſchen Vereinsmeiſterſchoſten geſchaffen. In dieſe Liſte wur⸗ den alle Uebungen aufgenommen, die im Meiſterſchafts⸗ programm der Männer und der Frauen enthalten ſind. Es iſt erſtaunlich, welch umfangreiches Material hier zuſam⸗ mengetragen wurde, doch am überraſchendſten wirkt die Feſtſtellung, wie außerordentlich breit die Boſis der Spitzenleiſtungen in der deutſchen Leichtathletik geworden iſt. Die Frage, ob in der DSB. lediglich einige Kanonen in den verſchledenen Uebungen zu Spitzenleiſtungen ge⸗ züchtet werden, wie es von den Gegnern der Bewegung auch heute noch oft behauptet wird, ſcheint durch dieſe Herausgabe der 30 Beſten endgültig erledigt. Iſt die Zeit von 10,9 Sekunden für 100 Meter nicht eine Spfitzenlei⸗ ſtung? Man wird dieſe Frage bejahen müſſen; damit wird aber auch gleichzeitig der Vorwurf, ausſchließlich oder wenigſtens hauptſächlich einige wenige Kanonen zu zllchten, hinfällig, denn man erſieht aus diefer Liſte, daß noch an der 46. Stelle für die Uebung eine Leiſtung mit 10,9 Sekunden notiert iſt. Um noch einige entſprechende Leiſtungen in dieſer Hin⸗ ſicht herauszuheben, ſei erwähnt, daß die 30. Eintragung im. 800 Meter⸗Lauf mit:00,0 Minuten vermerkt ist, daß die 32. Eintragung im 110 Meter Hürdenlauſen mit 16,5 Sekunden, die 24. Eintragung im Hochſprung mit 1,77 Meter, die 30. Eintragung im Kugelſtoßßen mit 13,05 Meter und die 31. Eintragung in der 4 mal 100 Meter⸗ Staffel mit 44,2 Sekunden nicht viel von der Spitzenlei⸗ ſtung in der jeweiligen Disziplin abweicht. Wie bei den Leiſtungen der Männer, iſt dies auch bei den Frauen der Fall. Vei ihnen findet man an 39. Stelle ihrer Liſte im 100 Meter⸗Lauf noch eine Zeit von 13,1 Sekunden, die 31. Eintragung im 80 Meter⸗ Hürdenlauf mit 15,7 Sekun⸗ den, die 31. Eintragung im Weitſpringen mit 5 Meter und die 30. Eintragung im Speerwerfen mit 31 Meter. Mehr als durch langatmige. dürfte durch dieſe Totſachen bewieſen ſein, daß eine im Rahmen des Zweckmäßigen gehaltene Förderung der Spitzenleiſtungen die Leiſtungsfähigkeit weiteſter Kreiſe der Leichtathletik ſtark verbeſſert. In anderen Worten, daß nur aus der Er⸗ faſſung breiteſter Maſſe ſich derartige Spitzenleiſtungen ver⸗ hältnismäßig vieler Leichtathleten entwickeln können. Die Erfolge der einzelnen Verbände. Die offizielle Veröffentlichung der DSB. ergibt nach Punkten berechnet die diesjährige deutſche Vereins meiſter⸗ ſchaft, die bekanntlich bei den Männern dem Sc Char⸗ lottenburg mit 446, Punkten, demſelben Verein auch bei den Frouen mit 276,1 Punkten zugefallen iſt. Bei den Männern lautet die Reihenfolge: 1. Süddentſchland 184,2 Punkte 2. Weſtdeutſchland 1336,7 5 3. Berlin 1300, 3 4. Norddeutſchland 1190, 75 5. Mitteldeutſchland 922,9 2 6. Baltenverband 309,8 5 7. Südoſtdeutſchland 210,5* Bei weitem Vorſprung ſteht alſo der Süddeutſche Fuß⸗ ball⸗ und Leichtathletik⸗Verband an der Spitze der Ver⸗ bände. Eine weitere Gliederung nach den erzielten Punkten innerhalb der Verbände in den Uebungsgruppen ergibt folgendes Bild: Läufe: 1. Süddeutſchland 809,0.; 2. Berlin 755.0 Punkte; 3. Norddeutſchland 571,5.; 4. Weſtdeutſchland 5028.; 5. Mitteldeutſchland 321,6.; 6. Baltenverband 148,6.; 7. Südoſtdeutſchland 70,5 P. Sprünge: 1. Weſtdeutſchland 888,9.; 2. Süddeutſch⸗ land 242,7.; 3. Mitteldeutſchland 1888 3 4. Berlin 187,2.; 5. Norddeutſchland 179,9.; 6. Iten verband 58,2.; 7. Südoſtdeutſchland 24,0 P. Werfen und Stoßen: 1. Süddeutſchland 485,0.; 2. Weſtdeutſchland 245,0.; 3. Mitteldeutſchland 231,0.; 4. Baltenverband 184,0.; 5. Norddeutſchland 113,0.; 6. Berlin 97,5.; Südoſtdeutſchland 68,0 P. Staffeln: 1. Norddeutſchland 833,0.: 2. Süddeutſch⸗ land 307%.; 3. Berlin 261,.; 4. Weſtdewtſchland 250,0 Pundte; 5. Mitbeldeutſchband 181,5.; 6. Süd oſtdeutſchland 48,0.; 7. Baltenverband 14,0 P. Dieſelbe Zuſammenſetzung bei den Frauen ergibt: 1. Berlin 116,7.; 2. Südbeutſchkand 764,7 Punkte; 8. Norodeutſchland 550,0.; 4. Weſtdeutſchland 418,7.; 5. Mitteldeutſchland 4120.; 6. Sitdoſtdeutſch⸗ land 224,7.; 7. Baltenverband 1980 P. Nach den ein⸗ zelnen Uebungsgruppen geordnet ergibt ſich folgende Zu⸗ ſammeunſtellung: Lämwfe: 1. Berlin 356,0.; 2. Süddeutſchland 292, Punkte; 3. Mitteldeutſchland 126,0.; 4. Sſtdoſtdeutſchland 117,0.; 5. Baltenverband 97,5.; 6. Norddeubſchland 89,5.; 7. Weſtdeutſchland 86,5 P. Springen: 1. Süddeutſchland 182,2.; 2. Nord⸗ deukſchland 10/5.; 3. Mitteldeutſchland 89,5.; 4. Weſt⸗ deutſchland 86,2.; 5. Berlin 65,2.; 6. Südoſtdeutſchland 14,7.; 7. Baltenverband 0 P. Werfen und Stoßen: 1. Berlin 957,5.; 2. Norddeutſch⸗ land 208,0.; 3. Weſtdeutſchland 199,0.; 4. Süd 53.; 5. Weſtdeutſchland 47.; 6. Sildoſtdeutſchland 16,0 Punkte; 7. Baltenverband 4,5 P. Die Zahl der Teilnehmer In der Liſte der 30 Beſten iſt bekanntlich jeder Leicht⸗ athlet nur mit ſeiner beſten Leiſtung nach Punkten ge⸗ wertet worden; es blieb auch unter dieſem Geſichtspunkt nicht aus, daß eine ganze Anzahl von Männern und Frauen mehrmals in dieſer Liſte aufgeführt wurden. Faßt man nun bei den einzelnen Verbänden die hl der Teil⸗ nehmer zusammen, die in den verſchiedenen Diſziplinen in der Liſte der 30 Beſben genannt werden, ſo ergibt ſich fol⸗ gendes Bild: 1. Süòdeutſchland mit 220 Deilnehmern(147 Männer, 783 Frauen); 2. Berlin mit 205 Teilnehmern(115 Männer, 90 Frauen); 3. Weſtdeutſchland mit 157 Teil⸗ nehmern(115 Männer, 42 Frauen); 4. Norddeutſchland mit 142 Teilnehmern(97 Männer, 45 Frauen); 5. Mitteldeutſch⸗ hand mit 124 Teilnehmern(81 Männer, 43 Frauen); 6. Baltenverband mit 47 Teilnehmern(83 Männer, 14 Frauen); 7. Südoſtdeutſchland mit 44 Teilnehmern(14 Männer, 80 Frauen). Bei dieſer Aufftellung wurden die als„vereinslos“ ein⸗ getragenen Leichtathleben und Leichtathletinnen nicht be⸗ rückſichtigt. Der Schiessrichter in England Die Schiedsrichtervereinigung des Gaues Mannheim im Süddeutſchen Fußball⸗ und Leichtathletik⸗ Verband hielt am Montag abend wieder eine ihrer Pflicht⸗ ſitzungen ab. Im Mittelpunkt ſtand der Vortrag des Herrn Schwab über„Der Schiedsrichter in England“. Der Redner, der die engliſchen Verhältniſſe genau kennt, ging auf das ſportliche Leben und Denken in England ein. Die Zuſchauer auf den Sportplätzen ſeien ſehr ſach⸗ und ſport⸗ verſtänbig. Ausſchreitungen, wie ſie bei uns nur zu häuftg vorkommen, kenne man dort nicht. Der Schiedsrichter, der keinem Verein, ſondern nur dem Verband als Berufsſpieter angehört, verfüge über weit mehr Autorität als bei uns, obwohl er in ſeiner Leiſtung ſicher nicht beſſer iſt als etn Schiedsrichter bei uns. Er wird für jedes Spiel nach einem beſtimmten Satz bezahlt. Sehr intereſſant waren die Aus⸗ führungen über die Tätigkeit des Schiedsrichters auf dem Spielfeld und über die Aufnahme ſeiner Entſcheidungen bei Spielern und Zuſchauern. In England ſind die Strafen viel härter als bei uns. Für rohes Spiel gäbe es ohne weiteres Ausſchluß aus dem Verband. Der Zuſchauer ſelbſt helfe dem Schiedsrichter bei ſeinen Entſcheidungen. Der Nachteil unſeres Schiedsrichterweſens ſei die Vereinsver⸗ bundenheit der einzelnen Schiedsrichter. Nur dadurch ſei es auch erklärlich, daß man ſchon verſucht habe, einige Schiedsrichter zu beſtechen. Obwohl die engliſchen Verhält⸗ niſſe nicht ohne weiteres auf den deutſchen Fußballſport übertragen werden können, ſollte man doch ernſtlich die Vorſchläge des Redners am Schluß ſeiner Ausführungen prüfen, denn ſie gaben gerade den Schiedsrichtern viele und wertvolle Anregungen. Für die Schiedsrichtervereinigung war der Vortrag von großem Intereſſe, was auch in der an⸗ ſchließenden Ausſprache deutlich zum Ausdruck kam. 2 Schluß ſchießen der Schützengeſellſchaft Mannheim Die Schützengeſellſchaft Mannheim gegr. 1744 beendete ihre diesjährige Sportſaiſon mit dem traditionellen End⸗ en das mit der am 23. November ſtattgefundenen reisverteilung ſeinen Abſchluß fand. Zahlreich waren die Schützen mit ihren Angehörigen in den freundlichen Ge⸗ ſellſchoftsräumen des neuen Schützenheims erſchienen, galt es doch für die erfolgreichen Schützen ihre wohlverdkenten Preiſe in Empfang zu nehmen und frohe, des ſchweren Alltags vergeſſendde Stunden im ſportkame radlichen Kreiße zu verbringen, Nach herzlicher Begrüßung der Erſchienenen durch Oberſchützenmeiſter Hofſtaetter wurden die Preisträger der nachſtehenden einzelnen Schelbengattungen bekannt gegeben: 0 „Standfeſtſcheibe Mannheim: 1. Hoffmann; 2. Mappes; 8. Weſch; 4. Franz; 5. Hosfeld; 6. Diesbach; 7. Geppert; 8. Krumm; 9. Semmler; 10. Dingeldein. „Feldfeſtſcheibe Baden“: 1. Weſch; 2. M Diesbach; 4. Meyne; 5. Geppert; 6. Köhler; 7. dorfer fr.; 8. Hosfeld; 9. Wegmann; 10. Franz. „Staudmeiſterſcheibe“: 1. Weſch; 2. Diesbach; 3. Hoff⸗ man; 4. Mappes; 5. Frauensdorfer jr.; 6. Arnheim; Hurſt; 8. Wegmann; 9. Geppert; 10. Franz. „Feldmeiſterſcheibe“!: 1. Diesbach; 2. Bumiller; 8. es; 8. rauens⸗ Huge; 4. Frech; 5. Käflein; 6. Eberle; 7. Moll; 8. Schey; 9. Eichhorn; 10. Geiſenhof. f Den Höhepunkt der Veranſtaltung bildete die Ein⸗ führung des dlesfährigen Schützen könkgs. Herrn Willn Geppert gelong der große Meiſterſchuß auf die befonders für dieſen Zweck von dem vorfjährigen Schützen⸗ könig Herrn Weſch geſtifteten künſtleriſch ausgeführten Ehrenſcheibe. Mit der ihm eigenen ſympathiſchen und humorvollen Art übernahm Herr Geppert die Würde und Bürde des Schützenkönigs. Auch die Kleinkallberabtellung konnte mit Herrn Käflein erſtmals ihren 1 tleren, was allgemeine Freude und Anerkennung aus⸗ löſte.. Am Hennes Wellrekorde Die engliſchen Skeptiker Der Sachberater für Rekordfragen bei der JEM. in Genf, der Engländer Ebblewhite, zweifelte ſchon auf der Hauptverſammlung in Barcelong die Weltrekorde des deutſchen Fahrers Henne an und forderte die Liſten der Handzeitnehmer ein. In der neuen Verſammlung brachte er dann neue Einwände vor und zweifelte ſogar die Ob⸗ ſektivität der deutſchen Zeitnehmer an, um ſo im Intereſſe der engliſchen Motorrabinduſtrie eine weitere Verſchlep⸗ pungz der Angelegenheit zu erzwingen. Die Deutſche Mo⸗ torradſportbehörde hat beſchloſſen, bel weiterer Verzögerung der offiziellen Bekanntgabe die nötigen Schritte zu er⸗ greifen. Handball⸗Hochſchulmeiſterſchaft An den deutſchen Hochſchulen hat ſeit einiger Zeit auch der Handballſport Eingang gefunden. Die Kämpfe um die Meiſterſchaften der einzelnen Landesverbände ſind wieder in vollem Gange. onn mit 818 in die Punkte. In Norddeutſchland blieb die Univerſttät Kiel ſicherer Sleger über die Unlverſität Ham⸗ burg mit 628. Auch die Kieler Studentinnen konnten ihre Kameradinnen aus Hamburg glatt mit:0 ſchlagen. Weiter⸗ Nachrichten Landeswetterwarte Karlsruhe In dem weſteuropälſchen Hochdruckgebtet iſt der Druck ſeit geſtern noch geſtiegen und hat jetzt über einem großen Teil von England und Frankreich 780 Millimeter erreicht. Unſer Gebiet wird daher bis auf weiteres von den Warmluftmaſſen der nunmehr im hohen Norden abziehenden atlantiſchen Zyklonen abgeſchnitten bleiben. Da ferner der Zuſtrom polarer Luft über Skandinavien noch nicht beendet iſt und ſich andererſeits eine Mittelmeerzyklone entwickelt hat iſt, iſt bei anhaltender Luftzufuhr aus Nordoſt be⸗ ſonders in den ſüdlichen Landesteilen mit weiteren Schneefällen zu rechnen. Der winterliche Witterungs⸗ charakter ſcheint für längere Zeit geſichert zu ſein. Wetterausſichten für Mittwoch, 18. Dezember Fortdauer des winterlichen Wetters, bei nördlichen Winden. Gbene leichte Nachtfröſte, Gebirge anhal⸗ tend mäßiger Froſt. Zeitweiſe Schneefall, beſon⸗ ders im Süden des Landes. 6 Schluß des redaktionellen Teils Geſchäftliche Mitteilungen „Miß Germany“ bei Rennert.„Miß Germany“, die deutſche Schönheitskönigin, der die Herzen des Publikums in allen großen Städten Deutſchlands zufliegen, komme nun auch nach Mannheim, um im Seifen⸗Spezialhaus Ren⸗ nert, U 1, 12, Breiteſtraße, vom 20. bis 21. Dezember koſten⸗ loſen Rat über Schönheitsfragen zu erteilen.„Miß Ger⸗ many“ iſt ſoeben aus Paris zurückgekehrt, wo ſie bei einem berühmten Parfümeur ihr Wiſſen um weibliche Schönheits⸗ fragen verttefte und bet einem der erſten Pariſer Schneider die Kunſt, natürliche Anmut durch geſchmackvolle Kleidung zu betonen, ſtudierte. Die Mannheimer Damenwelt wird ſicher großes Intereſſe bekunden, dieſe blonde Schönheit zu den baron. Die Verletzten wurden dem ſtädtiſchen deutſchland 179,5.; 5. Mitteldeutſchkand 1935., Mappes 4. Geppert; 3. Weſch; 6. Hoffmann; 7. Hosfeld; ſehen und von ihr alles Wiſſenswerte über moderne Schön⸗ Krankenhaus Darmſtabdt zugeführt. 6. Südoſtbeutſchland 77,0.; 7. Baltenverband 360 P. 8. Eberle; 9. Meyne; 10. Franz. heitskultur zu erfahren. 8 412 Adler konnte billiger bau n. aber nicht preiswerter! 5 Line Roklamèe, die Sich hezahlt machi.. Ein ADLER EXPRESS ist die beste Empfehlung für Ihr Geschäft. Er wirbt für Sie und dient so nicht nur der Lieferung, sondern auch dem Verkauf. Außerdem ist er als Qualitätswagen ganz besonders Wiräschaftlich im Betrieb. Bedenken Sie, was es für Sie bedeutet, wenn Sie sich auf Ihren Lieferwagen verlassen können! Setzen Sie die Kosten für vorzeitige Reparaturen und den Schaden(und den Arger?!)) als Folge von Betriebsstörungen mit auf die Rechnung, und Sie werden erkennen, daß ein ADLER auf die Dauer doch am billigsten kommt,— denn Adler spart nicht auf Kosten seiner Kunden! 2 Um die weſtdeutſche Hochſchulmet⸗ . teilten ſich die Unirerſitäten von Münſter und e Schützenkönig präſen⸗ — eee Relalib ſchwache Enklaſtung der Reichsbank Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 14. Dez. hat ſich die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wech⸗ ſeln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Dezemberwoche um 137,6 Mill. auf 2 301,9 Mill. verringert. Im Einzelnen haben die Beſtände an Reichs ſchatzwechſeln um 16,8 Mill. auf 10,0 Mill. I, die Beſtände an ſonſtigen Wechſeln und Schecks um 172,3 auf 2 090,8 Mill.„ abgenommen, während die Lom ⸗ bardbeſtände um 51,5 auf 108,3 Mill.“ abgewachſen ind. An Reichsbanknoten und zuſammen ſind 87,2 Mill.% in die Kaſſen der Bank z urückgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 95,1 auf 4 588,9 Mill.„ verringert, derjenige an Rentenbankſcheinen um 7,9 auf 376,7 Mill. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichs⸗ bank an Rentenbankſcheinen auf 33,6 Mill./ ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 402,1 Mill.& eine Abnahme um 36,7 Mill.. Die Beſtände an Gold und deckungs fähigen Deylſen haben ſich um 5,5 auf 2 637,9 Mill.„ ermäßigt. Im Einzelnen haben die Goldbeſtände um 2,5 auf 2247, Mill./ zugenommen, während ſich die Beſtände an deckungs fähigen Deviſen um 8,0 auf 390,8 Mill. Mark verringert haben. Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 47,9 v. H. in der Vorwoche auf 49,0 v.., diejenige durch Gold u. deckungsfähige Deviſen von 56,4 auf 57,5 v. H. Rentenbankſcheinen * Bankhaus Baruch Strauß Marburg ⸗ Dresdener Bank, Berlin. In der Abſicht, ſich nach dem Tode ſeiner beiden Brüder Karl und Hugo Strauß nach langjähriger Tätig⸗ keit vom Geſchäftsleben zurückzuziehen, hat der alleinige aktiv tätige Inhaber des altrenom rten Bankhauſes Ba⸗ ruch Strauß, Marburg, Herr Alfred Strauß, mit der Dres⸗ dener Bank in Berlin, mit der Bankhaus ſett mehr als 50 Jahren in Geſchäftsverbindung ſtand, Verhandlungen gepflogen, um ſeine Firma dem Wirtſchaftskeben des Stodt⸗ und Landkreiſes Marburg und der benachbarten Kveiſe zu erhalten. Wie Wieig⸗Handelsdienſt erfährt, hat die Dres⸗ dener Bank, Berlin, mit der das Bankhaus ſeit mehr als Baruch Strauß in Marburg mit allen ſeinen Aktiven und Paſfiven übernommen und wird das Bankhaus unter Auf⸗ rechterhaltung des alten 8 weiterführen. 0 1 Firwennamens Herr Strauß hat ſich bereit erklärt, auch der neuen Firma, der Dresdener Bank Filiale Marburg, vormals Baruch Strauß feinen Rat und ſeine Erfahrungen zur Verfügung zu ſtellen. „ Inſolvenz des Bankhauſes Paul Levi in Hamburg. Das Hamburger Ban chäft Paul Leyt iſt illiquide ge⸗ worden. Die Deutſche Warentreuhandgeſellſchaft Hamburg iſt zurzeit mit der Auſſtellung des Status beauftpagt. Mam will verſuchen, einen außergerichtlichen Vergleich herbet⸗ zuführen. Die 5. Kaſſeler Bankſchwierigkeit.(Eig. Dr.) Als 5. Kaſſeber Bankunternehmen innerhalb weniger Wochen hat die Allgemeine Spar⸗ und Vorſchußkaſſe zu Kaſſel, ein kleineres Bankunternehmen, die Eröffnung des Vergleichsverfahrens beantragt. Die Entſcheſdungs⸗ friſt läuft bis 6. Januar 1930. Die Kaſſe iſt bis zum 18. Dezember ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen und brauchte auch bis zu dieſem Tage ihre Kredite nicht zu kündigen. Am 13. Dezember hat die Kaaſſe ihre Schuldner aufgefordert, ihre Kredſte zurückzuzahlen. Es iſt eine Friſt bis zum 20. Dezember gegehen. Die Dar⸗ lehen ſind größtenteils gegen hinreichende Sicherheiten ge⸗ geben. Am 30. Dezember ſoll eine Gläubigerverſammbung stattfinden. g * Bayeriſche Landesproduktenbank., München. Wie mitgeteilt wird, iſt das Inſtitut beſtrebt, die Gläubiger in der Weiſe zu befriedigen, daß b itte Februar näch⸗ ſten Jahres die Kleingläubiger mit rungen is zu 1000„ befriedigt we Auf jede größere For⸗ derung ſoll eine Ab 9 von 1000% gemacht werden und der Reſt in noch zu beſtimmten Raten inner⸗ halb eines Jahres zur Abdeckung gelangen. ( Die Abwicklungsarbeiten bei der Favag.(Eig. Dr.) Die Favag weiſt in einer Preſſemitteilung darauf hin, daß zwiſchen der bisherigen Abwicklungsleitung und dem neuen Vopſtand iüsbeſondere über den Erlaß des goblutgsverbylt und die Wethoden der bisherigen Abwicklung Meinungsverſchiedenheiten nicht beſtänden. Der neue Vorſtand führe die Abwicklung der Geſchäfte in bisheriger Richtung weiter. Wie bereits früßer betont worden iſt ſteht die Höhe des Kaufpreiſes für das von der Allianz übernommene Geſchäft noch nicht feſt. Die Ver⸗ waltung wiederholt, daß ſie mit einem weſentlich höheren Betrag als 15 Mill.., rechnet. Ein niedrigerer Betrag als 15 Mill. kommt nach Anſicht der Verwaltung überhaupt nicht in Frage.— Was die Koſten der Liquidation chlag Abend- Ausgabe anbelangt, ſo könne davon nicht die Rede ſein, daß die bis⸗ herigen Koſten der Liquidation übermäßig hoch geweſen ſeien. Die Höhe der aufgewendeten Koſten war nach An⸗ ſicht der Verwaltung geboten im Hinblick auf die Wichtig⸗ keit und Dringlichkeit in der Behandlung der großen Zahl ſchwebender Engagements. Mit Rückſicht auf den Umfang der abzuwickelnden Geſchäfte werde ſich nicht vermeiden laſſen, daß die Koſten der Liquidation auch weiterhin er⸗ hebliche ſein werden. Es ſei aber von Aufang an das Be⸗ ſtreben der Abwicklungsleitung geweſen, die Koſten auf das notwendige Maß zu beſchränken. Dieſes Beſtreben habe ſich ſelbſtverſtändlich auch der neue Vorſtand zu eigen gemacht. * Dividendenrückgang bei Fahlberg, Liſt n. Co. Wie wir erfahren, iſt bei der Sacharinfabrik vorm Fahlberg Liſt u. Co., Magdeburg, mit einem Dividenden rück⸗ gang von 8 auf 6 v. H. für 1929 zu rechnen. Der Ge⸗ ſchäftsgang hat in letzter Zeit zu wünſchen übrig gelaſſen. Beſonders das Superphosphatgeſchäft hat ſich weniger günſtig entwickelt. * Snia Viscoſa wieder dividenbenlos? Dem„Telegraaf“ zufolge wird die Snia Viscoſa für das Jahr 1929 wiederum keine Dividende ausſchütten. Der Geſchäftsgang hat ſich in den letzten Monaten gebeſſert. Auch die finanzielle Poſition des Unternehmens ſei nicht ungünſtig. * Fortſchritte der franzöſiſchen Kunſtſeidekonventions⸗ verhandlungen. Die Verhandlungen zur Bildung einer franzöſiſchen Kunſtſeidekonvention machen gute Fortſchritte. Man hofft, noch bis Ende dieſes Jahres zu einer Verein⸗ barung zu gelangen. O Dividendenerhöhung der Gold⸗ und Silberſcheide⸗ auſtalt vorm. H. Noeßler u. Co., Frankfurt a. M.(Eig. Dr.) Der.⸗R. entſchloß ſich doch zu einem erhöhten Divi⸗ dendenvorſchlag. Der.⸗V. am 7. Januar wird auf das erhöhte.⸗K. von 29,6 Mill.., wovon aber nur 28 Mill. dividendenberechtigt ſind, für 1928/29 eine Dividende von 10 v. H.(9) vorgeſchlagen. * Buberus'ſche Eiſenwerke AG., Wetzlar. Laut BBC. iſt der Beſchäftigungsgrad bei dem Unternehmen nicht un⸗ günſtig, ſo daß die Dividende für das laufende Geſchäfts⸗ fahr 1929 vorausſichtlich nicht hinter der vorjährigen zu⸗ ritchbleiben wird(5 v..). * Eine weitere Zahlungseiuſtellung in Kaſſel. Die alte und angeſehene Siſen firma L. Bachmann in Kaſ⸗ ſel hat am Samstag die Zahlungen eingeſtellt, da ihre Bankverbindung durch die Zahlungseinſtellung des Bank⸗ hauſes Fiorino u. Sichel ausgefallen iſt. Es wird ein gerichtlicher Vergleich zur Abwendung des Konkurſes erſtrebt und den Gläubigern eine Quote von 50 v. H. ge⸗ boten. * Vereinigte Fabriken lanbwirtſchaftlicher Maſchinen vorm. Epple u. Buxbaum.— Weſentliche Vergrößerung des vorjührigen Verluſtes. Die Geſellſchaft ruft erſt jetzt ihre Generalverſammlung für das am 31. Dezember 1928 beendete Geſchäftsjahr ein. Bereits in der zu Beginn die⸗ ſes Jahres abgehaltenen außerordentlichen Generalver⸗ ſammlung war eine bereits im Spätherbſt 1928 aufgeſtellte Rohbilanz vorgelegt worden, die einen neuen Verluſt von mehreren 100 000 Mark(i. V. 133 938 Mk.) auf das Aktien⸗ kapital von 3 056800 Mark erkennen ließ. Nunmehr erfah⸗ ren wir, daß der Betriebsverluſt aus 1928, um den ſich der Verluſtſaldo vergrößern wird, rund% Million Mark ausmacht. Neue Gemeinſchaftsgründung der Ruhrinduſtrie Wie wir von maßgebender Seite erfahren, haben eine Reihe von führenden Zechen in einer am Montag abgehal⸗ tenen Sitzung beſchloſſen, zum Zwecke gemeinſamer Ge⸗ ſchäfte die„Ruhr⸗Montkaninduſtrie.⸗G.“ mit einem.⸗K. von 12 Mill., zu gründen. Es ſoll ſich in der Hauptſache um eine Zuſammenfaſſung von Inte⸗ reſſen auf dem Gebiete des Verlehrs handeln(Zuſammen⸗ ſchluß der Zechenreederefen). Ueber die Gründe, die zur Neuerrichtung der Ruhr⸗ Montaninduſtrie.⸗G. geführt haben, werden noch folgende Einzelheiten bekannt. Maßgebend war der Gedanke, der Organiſation des Rheiniſch⸗Weſtfäliſchen Kohlenſyndikats, alſo einer reinen Vertriebsorga⸗ niſation, ein weiteres Unternehmen zur Seite zu ſtellen, das ſolche Geſchäfte abwickeln ſoll, die nicht in den eigentlichen Geſchöäftsbereich des Syndi⸗ kafs fallen. Es iſt offenbar daran gedacht, die Verkehrs⸗ intereſſen einheitlicher als bisher wahrzunehmen. Weiter iſt an eine gemeinſchaftliche Durchführung größerer Pro⸗ jekte gedacht, wie ein ſolches z. B. in der Gründung der Ruhrchemie.⸗G. vorliegt. Es iſt ſchließlich noch in Aus⸗ ſicht genommen, dieſe Gemeinſchaftsgründung unter Um⸗ fländen zum Erwerb von Zechen auf gemeinſame Rechnung zu benützen. O Dividendenerhöhung F. R. Heſſer, Maſchinenfabrik .⸗G., Stuttgart⸗Cannſtatt.(Eig. Dr.) Der.⸗R. ſchlägt der.⸗V. am 18. Januar auf 1,96 Millionen Kapital für 192829 eine erhöhte Dividende von 10(12) v. H. vor. * Motor AG. für Kraft⸗ und Verkehrsweſen, München. Die mit 1 Mill./ AK. arbeitende Geſellſchaft konnte einen Reingewinn von 1093(1k) erzielen, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. * Illerwerke AG., München. ie geſtrige o. GV. hatte über das Ergebnis des Geſchäftsja 1 9 zu be⸗ ſchließen. Aus dem zur Verfügung ſtehenden Reingewinn von 11911(29 578)„ werden 595/ dem etzlichen Re⸗ ſervefond zugewieſen und der Reſt von 11 316„ auf neue Rechnung vorgetragen. Die Bilanz d einſtimmige Ge⸗ nehmigung. Der AR. erhielt Entlaſtung, egen wurde die Entlaſtung des Vorſtaudes bis auf wei 8 zurück⸗ geſtellt, da die Differenzen zwiſchen dem im Mai ausge⸗ ſchiedenen Vorſtandsmitglied Robert Vermes und der Ge⸗ ſellſchaft noch nicht geregelt ſind. Die ungünſtige Ent⸗ t. der Wirt⸗ t erſcheinen, ember 1928 g keinen Gebrauch ung wurde bis ing des und die Unſicherhei ſchaftsbage ließen es der Verwaltung angez von der ihr durch GVB.⸗Beſchluß vom 10 D erteilten Vollmacht zur Kapitalserhöhn zu machen. Die Friſt zur Kapitaler zum 31. Dezember 1930 verlängert. * Deutſche Gasglühlicht— Aner⸗Geſellſchaft m. b. H. in Berlin.— Betriebseinſchränkung. Heſellſchaft hac be⸗ Die Ge ſchloſſen, die Fabrikation von Beleuchtungslörpern, Heiz⸗ und Kochapparaten und Iſolierflaſchen, ſowie von Titan⸗ weiß und Trübungsmitteln für Emaille wegen ungünſti ron Geſchäftsganges dieſer Abteilungen aufzugeben. Die Zahl der davon betroffenen Angeſtellben und Arbeiter wird ein ſtarbes Drittel der etwa! Belegſchaft ausmachen. Die Geſellſchaft hat einen wam⸗ haften Betrag bereit geſtellt, um den Angeſtellten und Arbeitern den Uebergang in eine neue Beſchäftigung nach Möglichkeit zu erleichtern. * Billing u. Zoller.⸗G., für Bau⸗ Karlsruhe. Die Geſellſchaft hatte auf den 14. Dezember ihre 26. oG V. einberufen, zu der der Preſſe der Zutritt verweigert wurde,„weil ihre Anweſenheit nicht erwünſcht ſet.“ Wie nun ein von der Verwaltung, der bekanntlich ſeit November ſich in Zahlungsſchwierigkeiten befindlichen Geſellſchaft herausgegebener Bericht beſagt, waren 6 Aktio⸗ näre mit 1588 Aktien anweſend. Der Aufſichtsratsantrag, die Punkte 2, 3 und 5 der Tagesordnung— Genehmigung der mit Gewinn⸗ und Verluſtrechnung, Entlaſtung von Vorſtand und Aufſichtsrat und eytl. Liquidattonsbe⸗ ſchluß— abzuſetzen, fand einſtimmige Annahme. Der Geſchäftsbericht wurde zur Kenntnis genommen und der Vorſtand machte Mitteilung an die Aktionäre gemäߧ 240 HGB. Dieſe Mitteilung beſagt herzlich wenig, ſie läßt viel⸗ mehr ſo gut wie alles offen. Zumindeſtens hätte man die Bilanz mitveröffentlichen müſſen. So kann man nur re⸗ kapitulieren. In einer Ende November ſtattgehabten Gläubigerverſammlung wurde eine per 15. Nov. aufge⸗ ſtellte Liquidationsbilanz mitgeteilt, wonach an freier Maſſe nach Abzug der bevorrechtigten Forderungen noch etwa 21000 RM. verblieben, oder ungefähr 8,3 v. H. leptl.) das Doppelte) als Quote für die nicht bevorrechtigten Forderungen in Höhe von 370 000 RM. Die damals an⸗ weſenden Gläubiger hatten ſämtlich dem Vorſchlag des außergerichtlichen Vergleichs auf obiger Grundlage zu⸗ geſtimmt. Mann betragenden und Kunſttiſchlerei anz Erwähnt ſeien in dieſem Zuſammenhang Pläne, die auf die gemeinſchaftliche Errichtung von großen Bribettierungs⸗ anlagen hinauslaufen. Nicht ohne Zuſammenhang dürfte die neue Gründung auch mit dem Plan der Errichtung eines eigenen Kraftwerkes der Ruhrzechen ſein. Es die Abſicht zu beſtehen, künftigen Gründungen, Verwertung bezw. Verarbeitung von Ru be in der einen oder anderen Art zum Gegenſtand haben, durch ame⸗ rikaniſche Unternehmungen oder gar abſeits ſtehenden Intereſſenkreiſen zuvorzukommen. Dem neuen Unternehmen ſind nicht ſämtliche Zechen des Syndikates, wohl aber die maßgebendſten, angeſchloſſen. Der naheliegende Gedanke, daß ſich hier möglicherweiſe ein Konſortium für die Uebernahme der Gewerkſchaftsgruppe Schwerin gebildet hätte, wird als abwegig bezeichnet. Beſtimmtere Anſichten wie die angegebenen ſollen bei den Gründern zurzeit nicht vorliegen. Mit der Frage der Verlängerung bezw. Erneuerung des Rhein.⸗Weſtſäliſchen Kohlenſyndikates ſteht die Neugründung jedenfalls nicht im Zuſammenhang. Es wird darauf hingewieſen, daß es ſich um die Gründung eines Unternehmens handelt, das in änlicher Art bereits bei anderen Werken vorhanden iſt. scheint die die Karl Mez& Söhne AG. Freiburg Kapitalerhöhung und Fuſion genehmigt.— Weitere Abmachungen mit Konkurrenzfirmen. In der heutigen ao. G⸗V. waren 5 291 420%.⸗K. mit 264.571 Stimmen vertreten. Die G⸗V. genehmigte die vorgeſchlagene Kapitalserhöhung um 2 Mill. 4 die zur Durchführung der Verſchmelzung mit der Fa. Mez Vater u. Söhne dient Die Fuſion ergibt ſich aus Gründen der Rationaliſterung und erſtreckt ſich auf die geſamte Fabrikation und den Vertrieb. Es wurde ferner Mitteilung darüber gemacht, daß weitere Ver han d u n⸗ gen mit anderen Konkurrenzfirmen eingeleitet wurden, insbeſondere ſind mit der Fa. Gütermann u. Co. Gutach i. Br. Abmachungen über den Austauſch gewiſſer Artikel zur Rationaliſierung des Betriebes und gemein⸗ ſamen Vertriebs getroffen worden, ſo daß die dr e: größten Firmen dieſer Spezitalbranche ſich nunmehr zuſammengefunden haben Der Name der Fa. Karl Mez u. Söhne AG., wird künftig lauten„Mez Aktiengeſellſchaft“. Der bisherige AR. hat ſein Amt niedergelegt. Es wurden neu in den A R. gewählt die Herren Kommerzienrat Krüger⸗Mez⸗ Brandenburg a. Havel, James Hen⸗ derſon⸗ Mailand, Kommerzienrat Alexander Güte r⸗ mann Gutach i. Br.— Die für dieſe Beſchlüſſe notwen⸗ digen Statutenänderungen wurden einſtimmig genehmigt, ferner auch mitgeteilt, daß mit Rückſicht auf die ſchlechte Ge⸗ ſchäftslage des deutſchen Textilhandels von einer Divi⸗ dendeausſchüttung für 1928 abgeſehen werden müſſe. * Inſolvenz Singeiſen u. Horn, Fahrnau. Die Gläm⸗ biger⸗Verſammlung genehmigte mit 96 v. H. den vorgeleg⸗ ten Zwangsvergleich, der eigentlich beſtätigt wurde. Die mögliche Quotenhöhe wird die Rheiniſche Treuhand A. Mannheim beſtimmen. Die Betriebe können nach erfolgter Umſtellung weitergeführt werden. * Wieder 10 v. H. Dividende bei M. Niedermayr, Pa⸗ pierwarenfabrik AG., Roſenheim. Die Verwaltung be⸗ ſchloß, wieder 10 v. H. Dividende zur Verteßlung vorzu⸗ ſchlagen. Wie mitgeteilt wird, iſt öde Beſchäftigung in den ofenheimer, Nürnberger und Bayreuther FJabrikanlagen zufriedenſtellend. * J. Pohlig AG., Köln. Die GV., in der 10 Aktionäre faſt das ganze Aktienkapital von 3 Mill. vertraten, ge⸗ nehmigte einſtimmig den Geſchüftsabſchluß für 1928/29 mit 10 v. H. Dividende. Ueber die augenblickliche Ge⸗ ſchäftslage führte Dr. Paul Siverberg aus, daß der Ge⸗ ſchäftsgamg, gemeſſen an der allgemeinen Konjunktur, noch befriedigend iſt, wenn es auch immer wieder größere Schwierigkeiten bereitet, neue Aufträge hereinzubekommen, vor allem zu angemeſſenen Preiſen. Der Auftragsbestand ſichert Beſchäftigung für eine Reihe von Monaten, wenn auch nicht verhehlt werden darf, daß entſprechend der all⸗ gemeinen Konſunktur in den letzten Wochen der Auftrags⸗ O Eine Schweizer Gründung von Bata.(Eig. Dr.) Der tſchechiſche Schuhgroßinduſtrielle Bata hat in Zürich die Bata⸗Schuh⸗ A. G. mit einer Million Franken Kapf⸗ tal, wovon zunüchſt 20 v. H. einbezahlt ſind, gegründet und eine Filtale bereits in Zürich eröffnet. * Park⸗ und Bürgerbrän, Zweibrücken. Der auf den 14. Jau. einberufenen GV. wird die Verteilung einer Di⸗ vidende von wieder 8 v. H. vorgeſchlagen. :: Bamberger Mälzerei AG., Bamberg. Die geſtrige 42. o. GV. genehmigte den Vermögensabſchluß und Ge⸗ winn⸗ und Verluſtrechnung auf 30. Sept. 1929. Aus dem nach Abzug der ſatzungsgemäßen Vergütungen verbleiben⸗ den Reingewinn von 159 705/ zuzüglich Gewinnvortra von 1927⸗28 in Höhe von 38 047„/ zuſammen 197 779 wurden wie im Vorjahre 9 v. H. Dividende verteilt und 49 749% auf neue Rechnung vorgetragen. Im Bericht des Vorſtandes heißt es, daß im Berſchtsjahre in beiden Fobriken voll beſchäftigt wurde und die geſamte Produk⸗ tion verkauft werden konnte. Der erhöhte Abſatz brachte einen vermehrten Rohgewinn. Andererfeits ſind die Aus⸗ gaben für Betriebsunkoſten, ſteuerliche und ſoziale Laſten weiter geſtiegen. Ueber das neue Geſchäftsjahr kann in Anbetracht der heutigen Wirtſchaftslage kein zuverläſſiges Urteil abgegeben werden. Es ſind aber bereits ſchon be⸗ langreiche Molzkäufe abgeſchloſſen worden. * AG. für Pappen⸗Fabrikation in Berlin. Nach Ab⸗ ſchreibungen von 25 695(i. V. 36 292)/ ergibt ſich ein Reingewinn von 23 434. Hierdurch und durch Einzie⸗ hung der Verwertungsaktien von 240 000„ ermäßigt ſich der am 31. März 1928 ausgewieſene Verluſtwortrag per 31. März 1929 auf 199 34 ,.(In der Bilanz per 31. März 1928 wurde ein Verluſt von 842 778/ ausgewieſen bei einem Verlustvortrag von 866 806% ams 1920/27.) * Nöſtle und Anglo⸗Suiſſe Condenſet Milk Company. Der Verwaltungsrat der Geſellſchaft beſchloß, die 6proz. Obligationsanleihe von 1920 in Höhe von 25 Mill. ſchw. Franken beim Verfall am 1. März 1930 vollſtändig zurück⸗ zuzahlen. 8 8 8— el 8 2 Gee ͤ ²³¹:Qꝛ ³ðA ² AA N 2 2 i 2 1 5 1— 3 5 1. 18. 17. 17 160. 17. 15 1 Aktlen und Auslandsanlelhen in Prozenten 2 5 5 2 5 Kurszettel der Neuen Mannheimer Zekung tees n ee I. Seel Perg, Sack 22 lig ge See fe 4h Sen 24 280 Seger n f 5 22 18, 17. 16. 17. b 5 5 Buderus Eiſenw. 60.— 61,65 Hohenlohe⸗Werke 88, 81.75 Schultheiß.. 2715 275,1 Wicking⸗Cement 1050 10655 Mannheimer Effektenbörse Otavi⸗Minen. 52,25—.—Konſerven Braun 67.— 68.— Schuhf. Berneis 85 5 4% Türk. Ad. Anl. 850 850 Phil, Holzmann 69,59 89% Wiesloch Tonw.—. 18 17 16. 17 Phönix Bergbau 100,0 100,0 Kraus& Co. Lock. 54.— 57,50 Seilinduſt. Wolff 52,.— 50,50 4%„ Bagd.⸗Eiſ.!.20 7,10 1 1 5 25 Horch& Cie. 65.25 65.25 Segal 2 1 75 1107 er 1 80 8 85 7. 1 N 5 8 1 1 Chem. 8 33,.— 52, 0 ittener ußſt. 30, 2 0 Gad. Stu. 21 J J Ac.. Seilind. 51. 5 Rein 1 Süd. Zucker f6 d 161,0 4%,„ z if 7 Chem. Gelſent 63— 04.— Ilfe Bergbau: 289 219.5 Sinner Ne.. 1180 1181 Wolff, M. 700 4005 60.— 60,— Brown, Boveri 116,0 116,0] Nheinſtahl. 030 193,0 Lechwerke.. 100 N 40%„ unif. Ant. 11,75 1180 5 e 9 1580] Sinner Nec. eg 81 Wolff, 5 % Bake Stad! 88,.— 88.— Daimnkere Bent, e r 5 1102 Ludwigsh. Walz. 92.50. Tricot. Beſigheim 52.— 52.—%, 450. 0.20 710 4 7 e.— 5 5 Wende Jana 15 0 Se—8— 85— i 10% Mm. Gold 100,0 100,0] Deutſche Linol.. 232.0 231.0 15 1 dee a N 400 Fr.Los.— e Concord. Spinn 58.30 58,50 5 5 J Stolb„ 396 1815 1818 . e f. hütte—„ Mainkraf Wer. Chem. Ind. 68.— 68,.— 4½% Ung. Str. 18 21.— 21.85 a 59 Stolberger Zinkh. e 99,75 Jellſtoff Waldhof 181 Jet. 90 G9dd 80.— 68,— Gebe ahr e e der, Stahlwerke 1080 1025 Metallg. Frankf. 1488 1127 Jer deueſch. Self. 750 7550 4%„„ 14 2440 2448 Conti Cab sch. 1420 44870 Kahla Parzenan 1320 bl Sid. mobi. 9218 5 Veulfe Safelke 114% 1145 60% Farben dd. 28 100 J. G Farben. 1770 175.0 else is Aktlen Mez Sühne 70, 73, Bergt. Jute. 110,0 110.0 4000 Ung. Goldr. 23,30 21,30 Daimler Motoren 38,80 35,75 e ſchersl. 1384 2 Zucker„161.0 160.5 Miag, Mühlb. 2 Jex.. 5%,„ Kr. 7 1 3 1 5 3 2 1 2 5 5 5 iag, Mühlb. 1210 121,7) Ver. Ultramarin 135,0 135,0%„ Kronenr. 2 2 151.0 1510„ 90.35 Neu⸗ Guinea 4120 2 e dent 2290 1860 10, Gere M. Gl, 110 145.9 Henninger f. Et. e 115 Moenus Stgl: 25 25,— Ver, Zellſt. Berl.——. 4 nat. Ser.] 18.95 18.50 S 500 9055. 1 2 0 Teleph. Berliner 48,25 4,25 Otavi Minen. 582,— 51. Ifälg, ypoth. B. 1295 120, 88%¼. 1270 1270 Löwen München 2705. Motoren Heng—— 65.— Pogik Maſch. St.—. 12 4½% AnatSerait 18,00 4,70 Deuſche Erdöl. 91,25 9,25 Kolk ar s Jourb⸗ 32 83, Theß, deongard 1400 1485 f 1102 9 och. Bt. 1400 0% e 0 öfferh. Bindg. 260,0 288,0 Motor Oberurſel 111,0 112,0] Voigt L Häffner 222 2225 4½%„ 16,85 17.65 8 1 25. Ni 10— 4 Tietz, Leonhard 41490 148,0 Freiverkehts- Kurse Nh, Grebitbank 108,0 108.5] Karlsr. Näh. Haid 32.— 32.— Schwartz Storch. 1010 1810 Volkh. Seil. u. K. 64.25 68,.— 8% Teh.NatRail.—.— e ch 52.— 58.— Gebt. Körting 84.— 88.25 Apen Wertgenge 185 480 Petersb. J. Habk. 180 17 F. 1 11 85 11 555. 175 175,5 Pf. Nähm. Kay. 19.— 19.— Wayß& Freytag 50.——.— Transport-Akilen Otſche. 5 5 5 1928 Sean er de der 1177 860 5„ Ruſſenbank. 1,18 1,10 i 1 Lonſerven Braun 70.— 70.— 5 5 888 Deutſche Wollw. 10, 25 Krauß& Cie. Lok.—.— 56,50 Varziner Papier 110,0 109,0 l Me 5 N 5 Adler Kleyer. W. Wolff 0 Schantungbahn 46,50 48, 17—— rzine apier 110 5. 9 Hof 1500 150.0 5 1 50 5 70 2 5. 1542 1872 Rein. Gebh& Sch. 98,— 90 Ach f. e 108.5 103.0 a 505 5 Kronprinz Met.—.— 35.— Veithwerte, 980 11 N Petrol. 48, 15 0 Budwigsd. Al. Br. bee doe dime 188 887 fig Hen. B. 8990 880 Jenſtoſ Achſtgo. 1480 119 Aid. Sitendahn 1124 1122 Ae e e R a u. 3 Alz. Preßhefe rtl. Ze id. 116 9 Bd. Maſch. Durl. 130.0 180,0 Rütgerswerke 68.10 68,„ Memel 1150 115,0 Südd. Eiſendahn 112,2 112,„. Bgeb. 5 5 er Chem Charl. 68, 2 55 e 8 98 5 1195 7 0 Brem. lig. Oel 60,— 60,— Waldhof 1805 180.5 Seſt. St.⸗Eiſenb.———.— 17590 14 85,25 88.— Lahmenver& Co. 180.5 5 5 V. Otſch. Rickelw. 155,0 15380 5 a 1 4740 1740] Roeinmübtenw... Brown Boveri 1170 1170 Schnemor,Fekthl. 30 49.J45 Baltimore Ohio.—.——.—.dippe maschin. 5 81.— daurg hütte. die 7800 f. Glanze Klo 1880 850,5 Idrer gol. e 110 7 Schramm Fackf. 9550 95,50 Ufa(Freive).. 90.— 90.— Canada Abliefet. 44.50 48.858 Ded. Samer. 2470 1420 Cane dergosch. 856 830.0 B. Harz Bort J. 8. Fiamond 1880 Dad. Aſſeruranz 150,0 150.0 Berein disch. elf. 70, 70.— Cement Padalbg 118½ 118,5 Schuckert, Nrbg.—— 177,5] Raſtatter Wagg. 18.— 18.— Pr. Heinrichbahn. Se 5 8 3 Aang d 880 13 55 0 1041 1155 Heute halt. Konten Ber 6. Df e deegtag ec 9 dd Lartabt 10 840 Terminnotierungen(Schluß) betete. 1628 161 Hie Eiendbdl.. 6.— F teme& Se. 13 130 J Stab ned. dp. Jen des 2 Mannh. Berſich, 81.— 81.— Zellſtoſf Walbhof 178.0 179 Shade 3420 300.5„Slldamerika. 103, 183,2 Dynamit Trust 83.— 82.— C. Lorenz. 1280 126,0 Ver. Ultramarn. 1365 1385 Nonnenber—— 5 8 8 Ch tte Annw. 100,0 100,0 Alg. Fredit 116.0.0] Harpen. Bergbe Hanſa Diſchiff 142,5 142,5 3 5 75 d 3. er. Ultramarin. 1865 136.5 Se 1 9 Frankfurter Börse G Aller 18 67.80 Jane Peau. 1170 1260 A ee 9100 85 8 5 Elbeschift 1 3 Elektr. Lieferung. 180,0. 180,1 N 65 8 Bogan. 2 dach 1. 5 e 1— 75.— a. h. Brocchnes 67 67,50 Harmer Bankvee. 147,0 138,0 Iiſe Bergbau 215,0 2180 0 Elktr. Licht u. K. 1520 150.0 5 igt& 5 b 4220 2220 Südsee Phosphat—— Festverzinsliche werte Darms u= 2800 5 Bayr Hyp. u. W. 140.0 189,5 Kali Aſchersleben 182,0 181,2 Bank- Akcti Elsbach& Co.—.——— Magirus A. ⸗G..—.— 21.— Vofgt& Haeſfner 2220 222,0 e 90.— 90. a Dec 145, 1480 Daimter Benz.. Berl. Handelsgeſ. 178,0 172.5 Kal! Salzdetfurth 3180 318.6 9 Emaille Ullrich.———— Mannesmann 90.25 91.— Wanderer Werke 44,— 45.— Brown Boveri!—— 85% Reichzanl. 8 8 S 1 11285 112.5 55 5 8 7 355 Commerzbank„1520 181,0 Kalt Weſteregeln 190.0 189.0 Bank f. el. Werte— 128,9 Enzinger Werke 77 77 Mansfelder elt. 193,0 108. 8 2. e Ahe l 8 de eee geen ieh See. 8 g er de 18h be ge e e ern ende def a Efendi fate en r 6; 20 Terminnotierungem csenium gſch. 50,05 50.— D. Ue 9,50 99, Di. 5 N 04 2* N 26 91.— 90. 8 N Stei 5„ e e 90 2 5 ohne.60 755 Dresdner Bant 145,5 144,0 Dt. Verlag.... e 175,0 Dresdner Bank 145,5 145,0 Lahmeyer& Co. 161,0 161,0 Berl, Handelsgeſ. 172.2 172.0. Maximil ⸗Hütte 160,2 Allg. Dit. Credit 117.0 116,7 Th. Golbdſchmidt 64.— D. Wert.(Sold 84,— 8. Dresd, Schneupr..— n Ae für Verkehr 106, 1002 Tom. u. Pripibk. 152,0 180.5 Faber Bleiſtiſt..——— Mech. Web Lind. 107,0 1070] Bank f. Arauind 189, 139.0 Harpen Bergbau 1890 1 5 8 8 5 8 Bank 5 9 74 Düſſel. Rat. Dürr—— 96 Ot Reichdb. Vorz.—— 86,65 e a N 19. 5 Darmſt. u..⸗B. 2820 281,5 Fahlb., List& Co. 52.— 50. Zittau—— 51,75 Barmer Bankver. 116,7 116,0 Hoeſch Giſ. u. St. 107.2 1e Schug. 14..— 3,— Arkfrt. Hop. ⸗Br. 122,5 122,5 Dyckerh.& Widm. 80.— 81,5 Hapagg 90.— 95,—. 4140 1140 De. Aſtatiche Br. 40 4 Farbenind. A. G. 178,0 175,9 Merkur Wollw. 1420 142 Daor Hyp u W tage 1400 Ph. Holzmann l i dier dere f 1 Rerdd. doyd. 5e 80 Derag eargen 1215 1229 Deucſche ieconto 18. Jade Leidmüblegapier 100 lune Mig Peuplen 1290 120 0 Berl. Handelsgef. 175 1720 Jie Serbe. 2150 , de e e e Det Creh ft 20 2 0 0 Ein eee, e e e e 1240 200 Monderuteut an 32 75 52 75 Diſc kebesſes Br. 1000 1000 Fetten e Fri: 185 1182 pee. 1380 1380 Come u Pd. 151 2 151.0 lt cſchereleden 1888 5 8 l, e s 288i g 0 805 e 88 18 JJ ̃ ̃ ⁵(( ̃ U 5 5 8 n 5 5 uzinger⸗ 0.„80 Bemberg N 85 2 8 9 0 Fri 2355 5 5 5 g 5 1. 8 1 9 N 2 5 %. N 4 Eßlinger Masch. 30— 80— Bergmann—— e 9 81.— 81.80 Deſterr, Erebitbt⸗ 5 Mühlheim Berg. 96,50 97.50 Deutſche Disconto 148.) 148,0 Klöckner Werke 9050 e Sen dit 20 18,15 Ahebn. Credits. FVV Saen Fee 1150 116.2 Bbönte Bergbau 1010 1607 Apen Feb. 10 1090 Geddard tert. 50.— 50.45 Nat. Automobile A0 für e kehr 1077 1000 Meannezmatnnd 8088 8.. 5. r. 140. ö a ement Heidelbg. 116,. 5„Rhein. Creditbk. 109,„Gehe& Co.. 50.— 50, 8. reer ee 8 annesmanngit 90, 800 5 925 925 Rhein. Hyp.⸗Bt. 140.0 140,0 Faber& Schleich. 103.5 108,8 e Hiſp. 344.0 3415 Rh. Braunkohlen 236,0 295,0 Süddeutſch. Disc. 121,0 121.0 Gelling& Co. 2780 27,25 Niederlauſ- Kohle 186,7 186,0 Allg Lokalb... 42 Mansfelder 108.5 8 1—.—5 o Jae ae 1157 180 Contin. Gummi 144.0 142.0 115 e 141-0 1018 Frankf. Allgem. 51.— 51.— 2205 8 190 5 Nordd. Wollkäm. 90,.— 90,25. Vz. 55 86,50 888 5 10 3 0* 3 3* ne F. G. 2„ N Rh. Stahlwerke.. 0 en ſchow o. 66, N s„ 5 itte Sta 1 n„% 1040 104,0 Daimler Benz 6,50 86,50 Rlepeck Montan—.. inclustrie- Aktien Germ. Portld.⸗Z. 1725 173,0 Oberſchl. E. Bed. 90,. 92,50 Fan 8 Südam. 1630. Nordd Wolle 5 80.50 8 VJVVJVJVVVVJVV%%%%/ nr eee e ee ee Dent z Noppef 9580 g. 50 Nordd Leb: ge ds 888 Oberſch. Ker, 2250 . Wel eien, e koch Fear des.. Ft ale eder 520 220 Schuetze 320 Able wee.. e e Se. alert unt. 1820 17] Sfwerte., 2190 c An d:. 4239 1200 Orea e Koppe 979 % Va. Rom. Gd. 80,50 80 80 Allianz 2420 220 Fr ot e Wik.. 40.— Jie menen 1819 1830 Siemens Kolste 2700 209 Aleranderwert:.. Goedhardt Gebr. 171 171%%% 8 5 8„Gd. 80, 5 9 WF. 0 Grkf. 5 Sit.—.— 5 5 8 i ö ie 0. 5 5 o— L. hard! 2 N 5 5 5 ektr.⸗ 8 5 1 8 5 e en 0 0 5 8 Mauaß 8 2 91—.— 8 8 1. 1 5 0 N 8110—. 5 5 1225 S Th. 1 50 5 Sonnn 1 2 100,1 Bayr. Mole rein, 81.50 82,.— Bböntg 88000 1902 3% Ry. Hyp. A. 8 annh. Verſ.⸗G. 84,.——.— Goddſchmidt Th.— 85 0 17— ſt. 5. g. Elektr.⸗G.. 154, 5 uano-Werke. 42, N Hermann Pöge 22,75 22.50 J P. Bemberg 147,5 147.0 5 0 8 5 Gritzner M. url. 48.— 44. Fate deut 4150 112 Ver. Glanzſtoff.. Allen Porte.: 490, 1880 Greppinee Werte 488 80. 8 Raitgeber Wagg. 518 8 Fernen, e e 2050 35„„R.-8 5 0 Transport-Aktien Grün& Bilfinger. 17/0 Gelſenk Vergwk. 128,1 124, Ber. Stahlwerke 103,2 102,5 Anmendorf Pap. 1850 188.0 Gritzner Maſch. 2850 42,50 Rheinfeldenferaft 153,0 153.0 Buderus Eiſenw. 60,85 60.— 5 Elektrizität. 189,0— 85„„„ 10 r 5 0 Gesfürel.. 183.2 1810 gaſe Aſchaff. 185,6 185,0 Angalt. Kohtenw. 76.50 7 Gebr. Großmänn 5 Rhein. Braunk. 235,0 232.5] Charlottb. Waſſer 81,85 88,50 Rh. Stahlwerke 102,0 %„„ tz 825 Heide Saß 4. Haid& Nen. 80.— 80.— Goldſchmivt.. 88,— 68,— Zellſtoff Waldhof 180.0 161,0 Aſchaffdg. Nac 184.5 1840 Grün& Bilfinger 1670 1872] Atzein. Chamote 68.— 83.— Comp Hiſpano., 386.0 Nb.⸗Weſtf Elektr. 182,5 e Nord end 94 50 985 Ii. 2 5 79 5. Augsb. N. Maſch. 78.— 74,50 Gruſchwitz Textil 55,50 58,50 3 175 e 103 410— Cautſchouc. 144,0 144,0 A. Riebeck⸗Mont.— 1%nhein.„.„ 5* F 11 rmatur. 1 8 ein. 2 elſtof 1 9 at mler⸗V„ 86.50 8 Mit 0 % ce Pfalz. Sig. 7875 78,5 Oeſter u. St. B. e de Hirſch upftu. M. 1180 1188 Berliner Börse i Balke Maſchinen 118,0 118,9 Hackethal 69 69.— Ahein, W. Kalk 1000 98. Deſſaner Gas: 1510 1527 Salgbe eg an 9150 4% dd Lig, 78,75—.— Monten-Aktlen Hoch⸗ u. Tiefbau 78,0 78.50 e ee 99% Roggenwert. 95.8 Hast Rünnderg 205,0 202.0 Haleſche Maſch. 8675 87— Rheinſtahl.. 192,7 103.2] Deutſche Erdöl 80 50 81.78 Schleſ. Portl.Z. 1870 157 95 n 8 1 5 ee Phil. 81.50 89,28 erte] 5% Roggenrentb.24 8,20 Bayer. Celluloid———— Hammers. Spinn. 125.5 129.5 Rieveck Montan 103,0 102.0 Dr. Lino leumwk. 244,0 282,0 Schupert& Salzer 207 200, 4 Je Br.. B. Lig 75. 5 9 0 Vergwe 9 05 5 olzverkahl. Ad. e 80,—JGzoldanleihe Bayr. Spiegelglas 67.— 67 Hann. M. Ggeſt. 33,— 32,50] Roſtter Zucker 33,— 83,.— Dynamit A. Nobel————Schuckert& Eo, 175.5 Bank Aktien 85 9 Vergw. 880 1 5 69% Reichsanl, 27 87.80 87.80 D.. Bemberg 149,2 148,0 Hög.⸗Wien Gum. 65,75 67.50 Rückforth. Ferd. 69.— 61.— Elektrizitäts⸗Lief 1610 1610 Schulth⸗Pagenh. 2710 Allg. D. Erebitb. 113. 115.5 Ilſe Bgb. St. A. 214, 1 1 Erlan 8 1 9 9 Disch Ablöſgſch.! 50,10 50,10 18.50 19,50 Bergmann Elekt. 200,0 2000 Harkort StPr.—— n Rütgerswerke 69,— 68.75 El. Licht u. Kr ft 152,0 152,5 Stemens K alske 278.2 7. VVVJVVVVVVVVVVVVVVVTCCCCV n 5 85. N e e 8 8 8 50**—.— Hedwigshutte.. de,„ S. e e e„G. Farben 175,0 176,2 8 hard Ti 5— per. 1165 116.0. 3 9 3 Natſersl. 8 110.0 5 a Heilmann Imm. 72,80 7250 Salzdetfurth. 159 813,5 Felde„ A e 1027 5. 4890 488.0. 8 8 1250 1230 Hündeng. 72 1010 Sarotti.... 126.2 125,5 fe len& ufd 114.0 1280 ee e 180 181% 180,5 Manneßim Röhr. 81 81 fnork, 5 Hindrich s K Auff, 72— 72. Schleſ. Glekt Gas e. en Gelſenk Bergwk, 123, 1280 Jellſtoff Waldhof 1600 180. N r Hirſch Kupfer„118,5 115,5] Hugo Schneider. 94,0 94,—J Gesfürel.. 151, 192, Stabig Minen„51.50 54,50 haltend, ſchwache geſtrige Newyorker Börſe und die Papiere. meiſt kleine Beſſerungen zu verzeichnen. plus etwa 3 v. H.— Am Geldmarkt war Tagesgeld kenswert feſt lagen Montanpapiere, für die die gemeldete Partten zeigte ſich etwas mehr Nachfrage, obwohl die For⸗ Dienstag, den 17. Dezember 1929 Nene Mannheimer Zeitung(Abend⸗Ausgabe) 7. Seite. Nr. 580 Belebterer Vörſenverlauf Spekulation verharrt in ihrer Zurückhaltung Tendenzbildung/ Im ſpäteren Verlaufe tritt a Anhaltender Auftragsmangel hemmt die gemeine Geſchäftsbelebung und leichte Kursbefeſtigung ein Mannheim freundlicher Nach der geſtrigen Abſchwächung war die Tende Abtienmarkt etwas freundlicher, 5 Ran oſfſte die Ultimofinanzierung des Reichsbedorfs baldigſt zum Ab⸗ ſchluß kommt. Der Geldmarkt war in Vorbereitung des Ultimes weiter angeſpannt. Gegenüber den geſtrigen No⸗ tierungen lagen Farben, Linoleum und Cement etwas ſchwächer, feſter dagegen Weſteregeln und Waldhof. Bank⸗ aktien hatten nur ganz geringfügige Veränderungen zu verzeichen. Von Verſicherungswerten wurden Aſſekuranz mit 150 gehandelt, Mannheimer Verſicherung blieben da⸗ gegen angeboten. Von Rentenwerten kagen Liquidations⸗ Pfandbriefe ſchwächer. Frankfurt freundlicher Trotzdem nach dem Scheitern des Berliner Dollarkredits ein tnländiſcher Kredit zur Verfügung ſteht, war kaum eine Geſchäftsbelebung zu ſpüren und der Ordreseingang blieb nach wie vor ſehr gering. Obwohl jetzt keine Schwierig⸗ keiten zur Ueberwindung des Jahresultimos mehr er⸗ wartet werden, blieb die Spekulation zurück ⸗ da auf der anderen Seite die wieder ſehr ungünſtigen Arbeitsmarktverhältniſſe im Reiche auf die Stimmung drückten und einer lebhafteren Geſchäftstätigkeit hemmend im Wege ſtanden. Zur erſten Notiz gelangten nur wenige Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe waren zu⸗ Renten ſtill und wenig verändert.— Im Verlaufe war zeitweiſe das Geſchäft etwas reger. Es ergaben ſich Beſſerungen von—2 v. HD. Im Vordergrunde ſtanden Siemens mit mit 7 v. H. unverändert. Berlin nach mattem Beginn belebter und anziehend Nachdem ſchon im heutigen Vormittagsverkehr auf Grund der erfolgverſprechenden Kreditverhandlungen des Reiches und der Stadt Berlin eine gewiſſe Beruhi⸗ gung eingetreten war und man eher mit einer feſteren Börſe rechnete, trat zu Beginn des offtiztellen Verkehrs die anhaltende Orberloſigkett und das geringe Intereſſe außenſtehender Kreiſe wieder ſtärker hervor, die Tendenz wurde recht unſicher Während bei den Nebenwerten die Kurs verluſte gegen geſtern mittag nur unbedeutend waren, betrugen ſte bei den Hauptpapteren doch—2 v.., Kunſtſeiden⸗ aktien waren beſonders ſchwach veranlagt(Aku minus 4) und Bemberg minus 4,5 v. H. Bei R. W. E. iſt ein gproz. Dividendennabſchlag im Kurs zu berückſichtigen. Bemer⸗ Gründung der Ruhrmontaninduſtrie anregend zu ſein ſcheint. Anleihen ruhig, Pfandbriefmarkt fehr ſtill, Li⸗ quidationspfandbriefe und Anteile zur Schwäche neigend. Der Geldmarkt lag unverändert, Tagesgeld-9, Mo⸗ natsgeld—10,5, Warenwechſel 736, v. H. und darüber. Waren- Vefeſtigter Getreidemarkt Berliner Produktenbörſe v. 17. Dez.(Eig. Dr.) Die Beratungen im handelspolitiſchen Ausſchuß über das neue deutſche Agrarprogramm finden die ſtärkſte Auf⸗ merkſamkeit des hieſigen Produktenmarktes. Die Deckungsfrage im Prompt⸗ und Lieferungsgeſchäft hält in Erwartung der Zollerhöhungen an. Da auf der anderen Seite das In lands angebot ſich weiter ver⸗ ringert hat, mußten für Weizen und Roggen etwa 4 4. höhere Preiſe als geſtern bewilligt werden. Hinzu kam, daß auch von den überſeeiſchen Terminmärkten feſte Meldungen vorlagen. Für Auslandsweizen in Loco und nahe fälligen derungen gegen geſtern weſentlich höher lauteten. Am Mehlmarkte haben die Preisſteigerungen für das Roh⸗ material noch keine ſtärkere Belebung ausgelöſt, die um 25 Pfg. erhöhten Mühlenofferten ſind im allgemeinen ſchwer durchzuholen. Für Hafer in guten Qualitäten zeigt ſich etwas beſſere Nachfrage. Die infolge der Zurückhaltung der Inlandseigner nur zu höheren Preiſen befriedigt werden kann. Gerſte bei behauptetem Preisniveau ruhig. In⸗ tereſſe zeigt ſich weiter nur für feine Qualitäten. Amtlich nottert wurden: Weizen 23798, ſtramm; Dez. —; März 264,50 263,50? Mai 275—274; Roggen 17173, ſtramm; Dez. 186; März 205— 204; Mai 114,50—114; Gerſte 187203, ruhig; Futtergerſte 167—77, ruhig; Hafer 147 bis 56, feſt; Dez.—; März 177,50—176; Mai 189187; u. Br.; Mais 166, matt; Weizenmehl 28,50—34, ſtetig; Rog⸗ genmehl 28,25—6,75, befeſtigt? Weizenkleie 1111,50, ſtill; Roggenkleie 9,75—10,75, ſtill; Viktoriaerbſen 29—38; Kl. Nach den erſten Kurſen bekamen die günſtigen Mo⸗ mente die Oberhand und die Kurſe erfuhren bei leichter G ef chäftsbelebung kleine Befeſtigungen. Montan⸗ papiere ſtanden weiter im Vordergrunde. Reichsbankanteile holten einen Teil ihres Anfangsverluſtes wieder ein. Kunſtſeidenwerte lagen uneinheitlich, während Bemberg naß 2 v. H. erholten, gaben Aku um weitere 1,5 v. H. Nach. Im Zuſammenhang mit der berorſtehenden Bilanz⸗ ſitzung bei Siemens touchten wieder einmal Dividenden⸗ erhöhungshoffnungen auf, was dem Elektromarkte allge⸗ mein eine Anregung gab. Der u notierte Markt tendierte luſtlos. Die Kurſe waren kaum verändert. Der Kaſſamarkt war überwiegend ſchwächer, da wenn auch nicht in ſehr erheblichem Maße, Verkoufsorders vorherrſchten. Unter Bevorzugung von Montan⸗ und Elektropapieren blieb die Stimmung bis zum Schluß freundlich. Bem⸗ berg holten ihren Anfangsverluſt wieder ein, dagegen la⸗ gen Chade⸗Aktien mit einem Rückgang von 5/ auffallend ſchwach. Deviſen gegen Reichsmark waren etwas feſter, der Dollar notierte.1750 nach.1740. London und Holland lagen ſchwächer,.8820 nach 4,8890 bezw. 40.36 nach 40.37. Schweiz ſehr feſt 1945 nach 1944,5; Paris unverän⸗ dert 39376, alles Newyorker Uſance. Spanien geſchäftslos 35.20 gegen London. Swapſätze Dollar— Reichsmark unver⸗ ändert, auf einen Monat 105 Stellen, auf drei Monate 205 Stellen. Berliner Devisen Dlskontsätze: flelchsbank 7 Lombard 8, privat 7 v. f. 5 e 0 Amtlich in Rem für] 18 Dezember[ 17. Dezember Barität] Disk G. B. G. B. M 4 ⁰ olland 100 Gulden 168,25 169 89 169,33 168,67 168.48 5 then 100 Drachmen 5,435.445 8,435 5,44 5,445 10 Brüſſel 100 9 500 Pfr. 58,38 88,50 55,385 88,505 88.3550 4,5 Danzig 100 Gulden] 81.88 81.54 81,41[81,57 81,555 6,5 Helſingfors 100 FM. 10.484 10,504 10,488 10,508 10,512] 7 Italien. 100 Lire] 21,885 21,875 21.54 21,83 22.025] 7 Südſtavien 100 Dinar 7,399 7413 7, 7,420.355 8 Kopenhagen 100 Kr 111.98 112.18 111.98 112,18 112,06.8 Diſſadon 100 Eskudo] 18,80 18,84 18,88 16,87 17,48.5 Oslo 100 Kronen 111,80 112.02 111,88 112,05 111,74 3,8 Frais. 100 Franken 16.42 18.46 16,425 16,485 16.445] 3,5 Prag. 100 Kronen] 12,378 12,398 12. 12. 12,38 5 Schweiz 100 Franken] 81.055 81,215 81,13 81,29 80,515 3,5 Soſia. 100 Leva.017 8,023.022 3,028.017 10 Spanien 100 Peſeten] 5789 58.01 57,82 57,94 69,57 5,5 Stockholm. 100 Kr. 112,51 112,73 112,50 112.72 J 112,05 5 Wien 100 Schilling] 58,69 38.81 571 59, 59,79 7,5 Ungarn 100P⸗12500 K 79,04 78,18 78,07 73,21 72,89 7 Buenos-Aires 1Peſ. 1,725.729.70.705 1,7860 10 Canada 1 Can. Doll.].184.142.135.143 4,176— Japan. 1 Jen] 7043 2047] 2,048].047.8880 5 Fairo 1 ägypt. Pfd. 20,975 20,915 20,88 20,92[ 20,91— Türkei. 1 türk. Pid.978.982 1,998 2,002 2 180 10.5 London.. 1 Pfd.] 20,954 20,394 20,862] 20,402 20,398] 5 New Vork 1 Dollar.1895.1778 41715 4,795 4,1780 48 Rio de JaneirolMillr.].468 0,468.450„461.503— Uruguay 1 Gold Peſ. 1 3,858 l 8,984 J 3,826 l 3,934 J 4,3211— Märkte Speiſeerbſen 24— 28; Futtererbſen 21—22; Peluſchken 20 bis 21; Ackerbohnen 18,50—20; Wicken 13—15; Lupinen, blaue 13,75—14,75; gelbe 16,50 17,50; Seradella 28—32; Rapskuchen 18,40; 18,90; Leinkuchen 28,80—24; Trocken⸗ ſchnitzel 7,80—8,30; Soyaextractionsſchrot 17,50—18; Kar⸗ toffelflocken 14,30—15; Rauhfuttermittel: drahtgepreßt. Rog⸗ genſtroh 1,90—1,55; Weizenſtroh 1,25—1,40; Haferſtroh 120 bis 1,35; Gerſtenſtroh 1,301,385; gbd. Roggenlangſtroh 1,45 bis 1,60, dto. bindfadengepr. 1,25—1,35; Weizenſtroh 1,10 bis 1,30; Häckſel 1,95— 2,0; handelsübl. Heu, ges. trocken 2,75—3,15; gutes Heu lerſter Schnitt) 3,20—3,80; Thymotee, loſe 4,30—4,80; Kleuheu, loſe 4,20—4,70; Mielitzhen, loſe (Warthe) 2,50—90; dto.(Havel) 2,40 2,70; drahtgepr. Heu in Pfg. über Notiz 40 Pfg. Allg. Tendenz feſt. * Liverppoler Getreidekurſe vom 17. Dez.(Eig. Dr.) Anfang: Weizen(100(.), Tendenz ſtetig; Dez.— (8/11); März 9/5%½(9/5%); Mai—(9/7]; Juli 0 Mitte: ſtetig; Dez.—; März 9/596; Mai 9/796; Juli—. * Magdeburger Zuckerterminbörſe vom 17. Dez.(Eig. Dr.) Jan. 9,60 B 9,55 G; Febr. 9,75 B 9,70 G; März 9,95 B 9,90 G; April 10,15 B 10,10 G; Mai 10,85 B 10,30 G: Aug. 10,75 B 10,70 G; Okt. 10,75 B 10,70 G; Dez. 9,60 B 9,50 G; Tendenz ſtill.— Gemahl. Mehlis prompt per 10 Tage 26,25; Dez.—; Tendenz ruhig. * Bremer Baumwolle vom 17. Dez.(Eig. Dr.) Amertk. Univ. Stand. Micddl.(Schluß) 18,74. * Liverpooler Baumwollkurſe vom 17. Dez.(Eig. Dr.). Americ. Univerſal. Stand. Middl. Anfang, Jan. 905; März 915; Mai 925; Juli 930—991; Okt. 927; Dez. 8977 Dendenz ruhig.— Mitte, Jan. 904; März 915; Mai 925; Juli 931; Okt. 927; Dez. 896; Loco 931; Egypt. Upper F. G. fair loco 1035; Tendenz ruhig und behauptet. * Generalkonſul F. Albert von Bary 7. Der Vor⸗ ſitzende des Verwaltungsrats der Handels⸗Mil. Albert de Bary u. Co., Generalkonſul H. Albert von Bary, iſt ge⸗ ſtern bei einem Aufenthalt in Berlin im 83. Lebensjahr geſtorben. Generalkonſul von Bary war als Chef der Compagnie Commerciale Ancien nement H. Albert de Bary u. Co. in Antwerpen einer der bekannteſten deutſchen Auslandskaufleute. Der§eileg zwang ihn zur Aufgabe der Antwerpener Firma, aber die ungebeugte Energie von Bary der damals ſchon mehr als 70 Jahre zählte, nahm ſofort den Aufbau eines neuen Unternehmens in Angriff, der Handel⸗Mij. H. Albert de Bary u. Co., die er in Amſterdam gemeinſam mit der Disconto⸗Geſellſchaft und der Norddeutſchen Bank gründete und zu großer Bedeutung entwickelte und die nach der Fuſion der Deutſchen Bank und der Disconto⸗ Geſellſchaft auch einen großen Teil der Aufgaben der Am⸗ ſterdamer Filiale der Deutſchen Bank übernahm. Erhöhte demſche Zuckererzeugung 11 Prozent Zunahme im Berichtsjahr 1928/29 Die endgültige Statiſtik der deutſchen Zuckererzeugung im Berichtsjahr 1928/29 ſtellt ſich, nach dem Jahresbericht der Vereinigung Mitteldeutſcher Robzuckerfabriken, Halle, folgendermaßen dar. Von einer Rübenerntefläche von 426 902 Hektar wurden 114 825 185 Dz. Rüben geerntet und der Verarbeitung auf Zucker in 248 Rüben verardeitenden Betrieben zugeführt. Die Zuckererzeugung aus dieſen Rüben betrug 18 413 557 Dz., ſo daß ſich unter Hinzurech⸗ nung der Zuckererzeugung aus Melaſſe eine Geſamterzen⸗ gung an Zucker in Rohwert von 18 643 795 Dz. ergab. Die Rübenverarbeitung entſprach einem Ertrage von 299 Dz. je Hektar und die Zuckererzeugung einer Ausbeute von 16,04 v.., ſo daß zur Erzeugung von 1 Ztr. Zucker 6,23 Zentner Rüben benötigt wurden. Während die Ausbeute als günſtig bezeichnet werden kann, iſt das beim Rüben⸗ ertrag nicht der Fall. Dieſer lag nur 4 Dz. über dem Er⸗ tragsergebnis des Vorjahres und noch immer 40 Dz. je Hektar unter dem Ertrag des letzten Vorkriegsjahres. Im Verhältnis zum Vorjahr ſtiegen die Rübenerntefläche um 6 v.., die Rüben verarbeitung um 7,9 v. H. und die Zuk⸗ kererzeugung um 1,1 v. H. Gegenüber dem letzten Vor⸗ kriegsjahr blieben öder Rübenanbau noch um 19,88 v.., die Rüben verarbeitung um 29,22 v. H. und die Zucker⸗ erzeugung noch um 31,35 v. H. zurück. Der deutſche An⸗ tebl an der Weltzuckererzeugung belfef ſich 198/29 auf 6,9 gegen 6,6 v. H. im Vorjahr. Der Zuckerverbrauch im Deutſchen Reich entſprach nicht ganz den Erwartungen, da die ungünſtige wirtſchaftliche Lage und die außergewöhn⸗ lichen Witterungsverhältniſſe nicht ohne Einfluß blöeben. m Berichtsjahr wurden 16 932 037 Dz. Rohwert für den Inlbandsverkehr ſteueramtlich abgefertigt gegen 16 238 129 Doppezentner i. V. Die am 31. Auguſt 1029 verbliebenen Zuckerbeſtände von 2342 678 Dzz. im Rohwert reichen für die Deckung des Inbandsbedarfes bis zum Herauskommen von Zucker neuer Ernte voll aus. * Hamburger Kaffee⸗Wochenbericht vam 14. Dezember. (Heßkaffee“ Hamburg 35.] Am Kaffeemarkt trat in der abgelaufenen Berichtswoche ein Rückgang ein. Sowohl aus Braſilien als auch von Mittel⸗Amerika lagen etwas er⸗ mäßigte Offerten vor, die jedoch bei der geringen Kaufluſt des Konſums nicht zu größeren Abſchlüſſen führten. Auch der braſilianiſche Wechſelkurs weiſt einen ſtärkeren Rück⸗ gang auf, was ungünſtig auf die Stimmung wirkte. Im Innern Braſiliens lagern etwa 20 Millionen Sack Kaffee unverkauft, die Lage bleibt daher weiter ungeklärt und kritiſch, zumal wir unmittelbar vor den mittelamerikani⸗ ſchen Ernten ſtehen. Bei der Umſtellung des Geſchmacks auf Mittelamertkaner, dürften dieſe Kaffees in den nächſten Monaten für Braſilien eine unangenehme Konkurrenz be⸗ deuten. Man iſt jedoch vielfach der Anſicht, daß in der heutigen niedrigeren Preisbaſis die meiſten Baiſſefaktoren bereits zum Ausdruck gekommen ſind und eine Belebung des Geſchäftes in Anbetracht des ſchlecht verſorgten Kon⸗ ſums demnächſt zu erwarten iſt. 1 Berliner Meiallbörse vom 17. Dezember 1929 Kupfer Blei Zink bez: Brief Geld dez. Brief Geld bez. Brief] Geld Januar. 134.— 134,.— 134.— 41,75 41,50 f—.— 41— 39,50 Februar, 184— 133,70—.— 42.2. 41.40.— 70—.— 134. 139 50—.— 1734175—.— 4125 4,25 Apri—.— 134,.— 188 50—.— 41,75 1,7. 41 25 40.25 Mai—.— 134.— 133.50— 41.75(175—.— 41.50 20,25 Juni—.— 134, 133.75—— 42.741.754—.— 41,50 40,25 Juli..—.— 184,133.75—.—48.—42.—-!— 41.75 40,25 Auguſt—.— 134,.25—..25 42,50—.— 42— 4075 ept.— 134.— 184.75—— 43.50 42.50%—.— 42.50 42.— Oktober. 134.— 133,75—.— 43.50 43,.——— 42.50 42, Nov...—.— 134. 133.75—.— 48,50 48.——.— 42.50 42.— Dezemb. 183,— 136— 135,50—.— 42,— 41.5— 40,50 33,50 Clektrolytkupfer, prompt, 88. nden Regulus 5 65,— 69, Orig. Hütten⸗Alumi um 190.— Silber in Barren, per eg 68.75 68.50 dal. Walz⸗Drahtbarren 194.— Gold, Freiverkehr, 10 gr. 28.—— 28,20 Halen 90 v. H.„ blatin, dto. 1.. 810 einnickel, 98 99 p. H. 350.— J Preiſe ohne Edelmetalle) für 100 K. Londoner NMeiallbörse vom 17. Dezember 1929 Metalle in C pio To Silber Unze P,(137/40 fein ſtand), Platin Unze E Rupfer, Standardſ 68,50] Zinn, Standart 186,2 Aluminium—.— 3 Monate 67.65 Mongte 199,5 Antimon 1 Settl. Preis 69,50 Settl. Preis 186.0 Queckſilber 23,25 Elektrolyt 84,80 Banka 1970 Platin 2 veſt ſelee ed 75,25 Straits 189.2 Wolframerz 34.— ſtrong ſheets—, Blei, ausländ. 21 45 Nickel—.— Ellwirebars 84.—[Zink, gewöhnlich ö 21,10 Weißblech—.— Sozialwirtſchaftliches Weitere Verſteifung des kaufmänniſchen Stellen marktes Die Hoffnung auf eine Belebung des kaufmänni⸗ ſchen Sie markt durch das Weihnachtsgeſchäft hat ſich nicht erfüllt. Die Lage des Einzelhandels iſt infolge der geringen Kaufkraft des Publikums ungünſtiger als in der gleichen Zeit der letzten Jahre. Aushilfskräfte für das Weihnachtsgeſchaft wurden nur ganz vereinzelt angefordert. Viele Firmen behelfen ſich mit Ueberſtundenarbeit, um die Einſtellung neuer Kräfte zu umgehen. Die Wider⸗ ſtandsfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft ſcheint— allgemein geſehen— zwar anzuhalten. Eine ein⸗ heitliche Tendenz für die Geſtaltung der Wirtſchaft iſt jedoch nicht zu erkennen. Der Arbeitsmarkt jedenfalls wird in vielen Wirtſchaftszweigen immer noch von Rationaliſierungsmaßnahmen ungünſtig beeinflußt. In der chemiſchen Induſtrie, deren gegenwärtige Lage an ſich nicht ungünſtig iſt, wurde der Perſonalabbau fortgeſetzt. Zahlreiche Kündi⸗ gungen und Entlaſſungen waren in der Eiſen⸗ und Metallinduſtrie zu beobachten, deren Beſchäftigungs⸗ grado in vielen Zweigen erheblich zurückgegangen iſt. Beſonders in Sachſen waren die Entlaſſungen in der Auto⸗ und Motorradbranche nicht ohne Einfluß auf die geſamte Wirtſchaft. Auch im Bankgewerbe er⸗ folgten weitere beträchtliche Kündigungen. Im Privatbankgewerbe, wo eine Inſolvenz der anderen folgt, iſt eine ausgeſprochene Kriſis eingetreten. In der Texttlinduſtrie war eine geringe Beſſerung nur in beſtimmten Zweigen zu beobachten, ſo in der Woll⸗, Leinen⸗ und Seideninduſtrie. Die Stellenloſigkeit nahm nach Mittei⸗ lung des Deutſchnationalen Handlungs⸗ gehilfen⸗Verbandes weiter zu. Sie iſt erheblich größer als in der gleichen Zeit des Vor⸗ jahres. Die Entſcheidungen der Firmen über Neu⸗ einſtellungen fallen nur ſehr zögernd. Die Nach⸗ frage bezog ſich in der Hauptſache auf füngere Kräfte für allgemeine Bürotätigkeit, von denen teilweiſe buchhalteriſche Kenntniſſe verlangt wurden. Nach wie vor gefragt ſind tüchtige füngeren Ste ⸗ notypiſten. Darüber hinaus boten ſich für Ver⸗ käufer verhältnismäßig günſtige Vermittlungsmög⸗ lichkeiten, beſonders in der Manufakturwaren⸗, Zigarren⸗, Möbel⸗Branche und im Eiſenhandel. Auf dem Lehrſtellenmarkt zeigte ſich bereits jetzt eine ſtarke Nachfrage nach Lehrlingen zum Oſtertermin. Den Anforderungen konnte vorerſt nur zum Teil entſyrochen werden. Zunehmende Arbeitsloſigkeit Die Kurve der Arbeitsloſigkeit ſtieg in der Be⸗ richtszeit vom 28. November bis 4. Dezember in den meiſten Berufen weiter an. Der Stand der unter⸗ ſtützten Arbeitsloſen am 4. Dezember war fol⸗ gender: In der verſicherungsmäßigen Arbelsloſen⸗ unterſtützung 58 926 Perſonen(48 792 Männer und 10 134 Frauen), in der Kriſenunterſtützung 9 424 Perſonen(7316 Männer, 2 108 Frauen). Die Geſamtzahl der Unterſtützten 5 266 Perſonen oder um 8,3 v. H. von 63 084 Perſonen (51 190 Männer und 11894 Frauen) auf 68 350 Per⸗ ſonen(56108 Männer und 12 242 Frauen). Davon kamen auf Württemberg 25 728 gegen 23 178 und auf Baden 42 622 gegen 39911 am 27. November 1929. Im Geſamtbezirk des Landesarbeitsamtes Südweſt⸗ deutſchland kamen ſomit auf 1000 Einwohner 13,5 Hauptunterſtützungsempfänger gegen 12,5 am 27. No⸗ vember und 11,2 zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Stand der Arbeitsloſigkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt iſt immer noch höher als im vorigen Jahre zur gleichen Zeit, obwohl die Zunahme an Arbeits⸗ loſen im ganzen November dieſes Jahres nur 23 000 Perſonen ausmachte gegenüber 27 000 im November vorigen Jahres. rr ff Chefredakteur: Kurt Fiſcher 5 8 Verantwortlich für Polttik: H. A. Meißner— Feullleton: Dr. S. Kayſer Kommunalpolitik und Lokales: Richard Schönfelder— Spot und Vermiſchtes: Willy Müller— Händelsteil: Kurt Ehmer— Gexicht und alles übrige Franz Kircher— Anzeigen und geſchäftliche Mik⸗ teilungen: Jakob Faude, ſämtlich in Mannheim— Herausgever, Drucker und Verleger: Druckerei Or. Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim. R 1, 4— 6 Rauchverzehrer Danksagung und Tante geb. Uimer Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: Familien Mölmel und Ulmer Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, welche uns bei dem Heimgang meiner innigstgeliebten Frau, meiner herzensguten Mutter, unserer lieben TPochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin Frau Ernestine Kölmel zugingen, sagen wir auf diesem Wege unseren tief- gefühſten Dank. Herzlichen Dank allen denen, welche durch ihr Geleit zur letzten Ruhestätte der teueren Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen. Mannbeim-Neckarau(Altriperstr. 23), 17. Dez. 1929 2719 ez kissen 8 Slzofen eizsonnen TNachttischlampen sehr preiswert Lampel-Jägel,) 3, 4 Röcke 2 Mk. an schmale Plissee mtr. 20 Pf. an Stofflknöpfe Nohls aum 5 Meter 25 Pf. Schammeringer, J 1, 10 5 B 4595 Gebrauchte Schreibmaschinen ſehr billig, auch Teil⸗ zahlung. 59 Otto Zickendraht, O0 5, 3 14674 Liefere frei Haus Booskoop Ia. Tafeläpfel: J. Sort. 20. M. p. Ztr. II. Sort. 14. M. p. Ztr. Wirtschafisäpfel Konrad Schuhmann, Telephon Nr. 202 Obstplantage Rosenhof bei Ladenburg Herrenschuhe (Garantie für Qualitätsware) erteilt, daß Tanner 3 Handelsregiſtereinträge vom 14. Dezember 1929: „Rödertal“ Bitromaſchinen⸗ Vertrieb Geſell⸗ ſchaft mit beſchränkter Haftung, Mannheim. Die J. Sort. 14. M. p. Ztr. II. Sort. 8. M. p. tr. Firma iſt erloſchen. Zellſtofffabrit im Dr. Auguſt Noll in Mannheim iſt Prokura ſo Waldhof, Mannheim. Dem er gemeinſam mit einem Vorſtands⸗ mitglied oder mit einem Prokuriſten zur Zeich⸗ nung der Firma berechtigt iſt. Reemtsma Eigarettenfabriken Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung Zweigniederlaſſung Mann⸗ heim in Mannheim als N e der spie jedrig, Original-Fabrikpreisen Firma Reemtsma Eigarektenfabriken Geſel zu beispiellos niedrig mit beſchränkter Haftung in Altona⸗Bahrenfeld. chaft 5 55 falt Der Geſellſchaftsvertrag iſt durch Beſchluß der von Mk 90 über Mk.„0 Geſellſchafterverſammlung nom 5. November 1929 kaufen Sie am besten direkt ab Fabrik in unserer ſtand) hat, un) wenn ſie nur in 8 9 geändert. Die Geſellſchaft wird vertreten: einen Geſchäftsführer(Vor⸗ durch dieſen, b) wenn zwei oder 7 hr Geſchäftsführer beſtellt ſind, durch zwei Venaulsstelle u. Fabremlederſege Mannheig, 04-12 Gegbafksfaörer(iigkteber des (Mitglieder des Vorſtandes) Nähe Markt- und Paradeplatz 9542 oder durch einen Geſchäftsführer(Mitglied des Vorſtandes) in Gemeinſchaft mit einem Proku⸗ riſten. Von den Geſchäftsführern(Mitgliedern des Vorſtandes) Hermann Reemtsma, Philipp F. Reemtsma, Ernſt Friedrich Gütſchow und Dr. ing. h. e. David Schnur iſt jeder zur ſelb⸗ ſtändigen Vertretung der Geſellſchaft berechtigt. Südd. Speiſeölvertrieb mit beſchränkter Haf⸗ tung, Mannheim. Durch Geſellſchafterbeſchluß vom 12. Dezember 1929 iſt der Geſellſchaftsver⸗ trag in Ziffer 3 geändert. hinſichtlich der Dauer der Geſellſchaft ſind weg⸗ lud 1 20 Ceswer-Naten.— gefallen. Die Salento te, er. herige Geſchäftsführer illi Heger iſt Liqui⸗ 9 1 f 8 5. 2 dator. Die Firma iſt erloſchen. Weide& Co., Mannheim. Das Geſchäft iſt mit Aktiven und Paſſiven und ſamt der Firma von Heinrich Weide auf die Kaufleute Johannes Lohrmann, Mannheim und Karl Auguſt Mertel, Mannheim ⸗Feudenheim übergegangen, die es unter der bisherigen Firma in offener Handels⸗ geſellſchaft weiterführen. Die Geſellſchaft hat am 13. Dezember 1929 begonnen. Autogummi Centrale& Reparatur⸗Werkſtätte Erſte Mannheimer) Joſef B. Rößlein, Mann⸗ heim. Das Geſchäft iſt ſamt der Firma von Emma Rößlein geborene Schuberthan auf Kauf⸗ mann Joſef Bartholomäus Rößlein in Mann⸗ heim übergegangen. Die Prokura des Joſef 29 Bartholomäus Rößlein iſt erloſchen. Gebrüder Blumenſtein Kommanditgeſellſchaft, Mannheim. Die Prokura des Chriſtian Schuſter iſt erloſchen. Erich Stein, Mannheim Rheinau. Inhaber iſt Kaufmann Erich Stein, Mannheim⸗Rheinau. Albertina Franz, Friedrichstelder Möbel⸗ und Bettengeſchäft, Friedrichsfeld. Inhaberin iſt Albert Philipp Franz Ehefrau, Alberting ge⸗ borene Roſenfelder, Mannheim. Dem Albert Philipp Franz, Mannheim, iſt Prokura erteilt. Wilhelm Bentz, Mannheim. Der Ort der Niederlaſſung iſt nach Ludwigshafen a. Rhein verlegt. 116 Amtsgericht Maunheim. Vergleiche leitet ein und führt dureh l. Hoffmann, G 3, 7 ger. beeid. Bücherrevisor, Treuhänder und kaufm. Sachverständiger. Ueber- nahme von Revisionen, Gutachten aller Art. Steuerberatung. Vas eee Antut 253864.. Drucksachen er anführung liefert promt gruckerei Dr. Haas, G. m. b.., Mannheim f 1,.8 Die Beſtimmungen ist auchein Gutschein die Well marke „ 7. a i Schü- ads Haslaucio 27, 23 Alkan, Has J 7, 23 ſtie g um *— Dienstag, 17. Dezember 1929 . Beilage der„Neuen Mannheimer Zeitung“ Aer Nr. 586 Europas Landſtraßen Von Siegfried Doerſchlag Der Prophet gilt nichts im eigenen Land, und ebenſo wird von deutſchen Kraftfahrern gemeinhin beſtritten, daß Deutſchland mit die beſten Land⸗ ſtraßen Europas beſitzt.(Nota bene: weil ſie das Straßennetz der anderen europäiſchen Länder nicht kennen.) Und dennoch: es iſt rapide aufwärts ge⸗ gangen im deutſchen Straßenbau. Breite Klein⸗ pflaſterſtraßen ſind geſchaffen worden und tadelloſe Betonſtraßen; bituminöſe Beläge gibt es in Deutſch⸗ land neben Beton⸗ und Kleinſteinſtraßen auf allen Hauptverbindungsſtrecken. Der Automobiliſt kann heute von Cleve bis Freiburg und von Gleiwitz bis Aachen fahren, ohne Staub ſchlucken zu müſſen. Gewiß— reichere Europaländer haben ihr Straßennetz noch mehr vervollkommnet, haben vor allem nicht unter altmodiſchen Nachteilen zu leiden, wie z. B. unter Sommerwegen. Aber— im gan⸗ zen genommen: vor Deutſchlands Straßennetz, und insbeſondere vor dem in Sachſen und in einigen preußiſchen Provinzen allerhand Hochachtung! I. Schweiz, Oeſterreich, Italien, Frankreich Die Schweiz beſttzt das deutſchen Auto⸗ und Motorradfahrern wohlbekannte Straßennetz. Es iſt durchaus nicht erſtklaſſig. Man denke: Selbſt viel⸗ befahrene Hauptverkehrschauſſeen wie z. B. die Axen⸗ ſtraße am Vierwaldſtätter See, die weitere Norbd⸗ Südverbindung über Erſtfeld, den Gotthard⸗Lugano nach Como(Matland) ſind nicht entſtaubt und machen das Fahren zur Qual, wenn man überholen muß, überholt wird oder Automobilen begegnet. Die Verbindung von der Arlberggrenze durch Liechten⸗ ſtein längs det Wallenſees nach Zürich bezw. Glarus iſt miſerabel, die ſüdſchweizeriſchen Straßen ſind reichlich ſchlecht, die Verbindung vom Bodenſee über Ehur⸗Tiefenkaſtel und Julierpaß läßt ſtraßenbahn⸗ techniſch zu wünſchen übrig— andere Straßen wie⸗ derum, wie z. B. die in Graubünden(die ja bis vor 3 Jahren dem Automobilverkehr geſperrt wa⸗ ren) ſind viel, viel zu ſchmal, ihr Befahren iſt ge⸗ fährlich, ihr Ausbau wird viele Millionen koſten. Sehr gut ſind die Straßen in der Weſtſchweiz, zum Genfer See, nach Bern, und gut auch die von der deutſchen Grenze nach Zürich. Das aber ſei den Schweizern freudig zugeſtanden: ſie ſind die großen Meiſter des Bergſtraßenbaus. Obs der Gotthard iſt ober Simplon, Klauſen, Furka oder Grimſel— es ſind bautechniſch hervorragende Anlagen. Oeſterreich hat erfolgreiche Anſätze zur Schaffung eines guten Straßennetzes unternommen. Die Straße von Wien nach Linz a. D. iſt erſtklaſſig, iſt auch ſtaubfrei; ebenſo auch die Straße Semmering⸗ Wien. Sonſt aber läßt der Zuſtand der öſterreichi⸗ ſchen Straßen für den Automobiliſten zu wünſchen übrig. Einzelne Bergſtraßen ſind zu ſchmal,— der Geldmangel wird in allen Teilen Oeſterreichs auch im Straßenbau fühlbar. Daß in einzelnen Landes⸗ tetlen noch Straßenmaut erhoben wird, iſt eine über⸗ alterte Einrichtung, die geſtrichen werden ſollte. Daß aber auch bei Innsbruck(Innſtraße nach Kufſtein und Straße zum Brenner, bei Graz und an der Grenze von Tirol und Vorarlberg ſtaubfreie Teer⸗ makadamſtraßen geſchaffen werden, iſt anzuerkennen. Oeſterreich beſitzt mit die ſteilſten Paßſtraßen der Welt: Katſchberg, Pötſchen, Zirler Berg, Tauern, Lotbl⸗Paß uſw. Italien blufft den aus dem Norden Kommen⸗ den durch ſeine Autoſtrada und deren Ableger. Wer tiefer hereinfährt ins Land, gleich ob er durch die Dolomiten gen Venedig oder über Trieſt nach Abba⸗ zia, ob er durch Südtirol gen Trient⸗Verona oder Über den Jaufen nach Meran fährt oder, von Frank⸗ reich kommend, über den Kl. St. Bernhard oder, von Jugoflawien kommend, über Trieſt gen Brion— er wird bald merken, daß die Autoſtrada Vareſe⸗ Matland⸗Como eine Art rühmlicher Ausnahme dar⸗ ſtellt. Zugegeben aber ſei, daß Bemühungen um Verbeſſerung des Straßennetzes erfolgreich im Gange ſind und daß beſonders im weſtlichen Ober⸗ italien und rings um Rom eifrig gearbeitet wird. Noch vor kurzem befanden ſich z. B. beide Verbin⸗ dungsſtraßen Rom⸗Neapel(die Längsmeerſtraßen ſowohl wie die im Landesinnern) in ſehr ſchlechtem Zuſtand. Durchweg gut ſind die italieniſchen Paß⸗ ſtraßen, wenngleich einige der von Oeſterreich über⸗ nommenen Straßen in Südtirol unbedingt ver⸗ breiterungsbedürftig ſind. Paßfahrten auf der Strecke von Trient zum Mendelpaß über den Paß Madonna di Campiglio ſtellen für jeden Kraftfahrer ein Riſiko dar, weil in den Kurven und Kehren Ausweichen zumeiſt unmöglich iſt und glatte Fahrt ſomit vom Glück abhängig iſt. Schlecht ſind die Stra⸗ ßen vom Stilfſer Joch weſtwärts zum Comer See, zu ſchmal iſt die Längsſtraße am Comer See, gut iſt die Straße von Genua längs der italieniſchen Ri⸗ viera⸗Küſte bis Spezia, ſchlecht iſt die Riviera⸗ Straße von Genua bis San Remo, unerhört ſtaubig ſind die Straßen gen Turin, im Karſt und die land⸗ ſchaftlich herrlichen Straßen am Lago Maggiore. Straßenbau mit Verbreiterung der Oberfläche fin⸗ det ſtatt zwiſchen Sterzing und den Dolomiten. Die Dolomitenſtraßen, von den Oeſterreichern geſchaffen, ſind köſtlich an Natureindrücken, die ſie dem Kraft⸗ fahrer bieten. In Mittelitalien iſt das Straßennetz mäßig bis gut. Auf der Fahrt von Modena nach Bagni di Monteestini finden wir Bergſtrecken mit vorbildlich überhöhten Kurven. Gen Süditalien wird das Straßennetz immer dünnmaſchiger und ſchlech⸗ ter. In Sizilien hat der Weinhändler Florio, Be⸗ gründer der Rennen um die Targa und Coppa Flo⸗ riv, die durch die klaſſiſchen Rennen über das Madonte⸗Maſſiv berühmte Rennſtrecke in Sitdoſten von Palermo ausbauen laſſen. Dieſe ſtaubfreie Runbſtrecke bildet die einzige wirklich erſtklaſſige Straßenanlage Siziliens. Alle anderen Straßen ſind verheerend ſtaubig und teils auch reparatur⸗ bedürftig. Frankreichs Straßen ſind, von Ausnahmen abgeſehen, gut bis erſtklaſſig. Auch im einſtigen Kampfgebiet ſind wieder hervorragende Straßen⸗ anlagen geſchaffen worden. Die Markierung iſt auf den Hauptverkehrsſtraßen gut. Vernachläſſigt hat man die Straßen im früheren Elſaß⸗Lothringen. Hier gibt es noch weite Strecken, die dringend des Ausbaus und der Teerung bedürfen. In Südfrank⸗ reich und in Savoyen ſind manche Straßenzüge reformbedürftig. Straßenneubauten und Straßen⸗ ausbeſſerungen werden in Frankreich auch nicht beſ⸗ ſer und ſchneller durchgeführt als in Deutſchland. Nach Paris aber kann man, von Belgien, aus dem Saargebiet, über Straßburg, via Kaiſerslautern oder von der Schweiz kommend, hervorragend fah⸗ ren. Eine ber landſchaftlich ſchönſten franzöſiſchen Straßen iſt die Route des Alpes von Nizza nach Grenoble. Straßentechniſch ausgezeichnet, zeigt ſie das franzöſtſche Alpenland von der Mittelmeerküſte bis an die Ufer des Genfer Sees in ſeiner ganzen Naturpracht. Fragen der Brennſtoffwirtſchaft Hauptverſammlung der Breunſtofftechniſchen Geſellſchaft Auf der Jahresverſammlung der Brennſtoff⸗ techniſchen Geſellſchaft ſprach Direktor Karl Deters (Hamburg⸗Amerika⸗Linie) über die„Entwicklung der Seeſchiffahrt und die Brennſtoffwirtſchaft“ und gab einen Ueberblick über die Wiederaufbauleiſtung Deutſchlands auf dem Gebiete der Handelsſchiffahrt nach dem Kriege. Er wies darauf hin, daß bis zum Ausbruch des Krieges in der Welthandelsflotte hauptſächlich Kohle verwendet worden ſei. Als nach Beendigung des Krieges der Kohlenpreis ſtieg, ging man mehr und mehr zur Oelfeuerung über. Die Entwicklungstendenzen in der Nachkriegszeit laſſen ſich in folgende fünf Punkte zuſammenfaſſen: 1. Größere Ausnutzung der Wärmentwicklung des Wärmeſtoffes. 2. Verbeſſerung des Aktionsradius. 3. Verbeſſerung der Lager durch rationellere Raum⸗ ausnutzung. 4. Verminderung der Betriebskoſten durch Erſparnis von Arbeitskräften. 5. Bequemere Uebernahme des Feuerungsmaterſals. Direktor Dr. Krauß(Olex, Berlin) gab einen Ueberblick über die Probleme der Kraftſtofſwerſor⸗ gung, die ſich als Folge des gewaltigen Anwachſens des Kraftwagenverkehrs entwickelt hat. Im letzten Jahre habe die Zahl der Kraftfahrzeuge in Deutſch⸗ land gegenüber dem Vorjahr um 30 Proz. zuge⸗ Neuer Rieſen-Laſtwagen mit Vorderrad⸗Antrieb Numplers neues Laſtwagenmodell mit Vorderantrieb und Schwingachſen das zum erſten Mal der Oeffentlichkeit vorgeführt wurde. Da Dr. Rumpler auf dieſem Gebiet große Erfahrungen beſitzt und ſich die großen Autofirmen erneut mit dem Problem des Vorderantriebs beſchäftigen, kommt der Rumplerſchen Neukonſtruktion die größte Be⸗ deutung für die Zukunft des Laſtwagenbaus zu. Achtung Kraftfahrzeugſteuer! 1. Die Finanzkaſſe fordert die Beſitzer von Kraftfahrzeugen, die die Steuer in Raten be⸗ zahlen, nicht zur Zahlung der einzelnen Raten, die an den auf der Steuerkarte angegebenen Tagen fällig werden, auf;»die Raten ſind vielmehr unter Angabe der Nummer des Sollbuchs rechtzeitig— Ueberweiſungen mindeſtens zwei Tage vor Fällig⸗ keit— an die Finanzkaſſe zu entrichten. 2. Vor Ablauf der Steuerkarte erinnert das Finanzamt nicht an ihre Erneuerung. 3. Die Steuerpflicht endet nicht ſchon mit dem Ablauf der Steuerkarte, ſondern erſt mit der formgültigen Abmeldung des Fahrzeugs bei der zuſtändigen Zulaſſungsbehörde(nicht: Finanz⸗ amt). Zur formgültigen Abmeldung gehört die An⸗ zeige des Steuerpflichtigen an die zuſtändige Zu⸗ laſſungsbehörde daß er das Kraftfahrzeug nicht mehr verwende, und die Ablieferung der Zulaſſungs⸗ beſcheinigung und Kennzeichen. Erſt mit der Er⸗ füllung dieſer Vorausſetzungen gilt die Abmeldung des Kraftfahrzeugs polizeilich und ſteuerlich als vollzogen. 4. Die formgültige Abmeldung eines Kraftfahr⸗ zeugs(bei der Zulaſſungsbehörde) hat nicht ohne weiteres die Erſtattung der gezahlten oder den Erlaß der noch rückſtändigen Kraftfahrzeugſteuer zur Folge. Dazu iſt vielmehr ein Antrag unter Rückgabe der Steuerkarte an das zuſtändige Finanz⸗ amt erforderlich. Antragsberechtigt iſt der, auf deſſen Namen die Steuerkarte lautet. Erſtattet oder erlaſſen wird die Steuer nur für die vollen Monate, die nach der formgültigen Abmeldung des Kraftfahr⸗ zeugs(bei der Zulaſſungsbehörde) liegen. 5. Beim Verkaufeines Kraftfahrzeugs endet die Steuerpflicht für den Verkäufer nicht ſchon dadurch, daß er dem Erwerber die Abmeldung vertraglich auferlegt; vielmehr muß der Verkäufer, um ſeine Steuerpflicht zu beenden, unverzüglich der zuſtändigen Zulaſſungsbehörde(alſo nicht Finanz⸗ amt) den Eigentumsübergang unter Angabe von Name, Wohnort und Wohnung des neuen Eigen⸗ tümers anzeigen und dieſer Anzeige die Beſtätigung des Erwerbers über den Empfang der Zulaſſungs⸗ beſcheinigung beifügen. Erſt mit dem Eingang der Anzeige nebſt Empfangsbeſtätigung der Zulaſſungs⸗ behörde(nicht Finanzamt) endet die Steuerpflicht für den Veräußerer, ſofern die Jahresſteuer voll be⸗ zahlt iſt; wird dagegen die Steuer in Raten entrichtet, ſo bleibt der Veräußerer ſolange Schuldner der noch nicht bezahlten und der noch nicht fällig geworbenen Raten, bis er unter Rückgabe der Steuerkarte Erlaß der noch ausſtehenden Raten beantragt oder der Gr⸗ werber die Umſchreibung der Steuerkarte auf ſei⸗ nen Namen bewirkt hat. 6. Beim Verkauf eines Kraftfahrzeugs wird der Erwerber Steuerſchuldner hinſichtlich der noch rückſtändigen Teilbeträge der Steuer, wenn die lau⸗ fende Steuerkarte mit veräußert und auf den Namen des Erwerbers umgeſchrieben wird. 7. Da die Kraftfahrzeugſteuer eine im voraus zu entrichtende Steuer iſt, iſt ihre Stundung grund⸗ ſätzlich nicht zuläſſig. Rund ums Kraftfahrzeug Nochmals Aſphalt Los von der Staubplage hieß es, zuerſt in den Großſtädten, dann aber auch auf dem platten Lande, und da baute man wunderſchöne, glatte Aſphaltſtraßen, auf denen wirklich jede Staub⸗ entwicklung ausgeſchloſſen iſt. Aber der Teufelsfuß kam bald zum Vorſchein, die Unfälle häuften ſich, da bei naſſem Wetter die Reifen ſchwerer Wagen, ganz beſonders der Omnibuſſe, keinen Halt mehr fanden und beim Bremſen dahintrudelten, wo eben ſie wollten. Man baute andere Reifenprofile, um⸗ ſonſt. Nun ſieht man ſo nachgerade ein, daß der Aſphalt trotz aller Vorzüge auch recht erhebliche Schattenſeiten aufweiſt und kehrt bei Neupflaſte⸗ rungen an den Kurven reumütig wieder zum alten, teuren Kleinſteinpflaſter zurück. Das gibt nämlich die Adhäſion, die dem Aſphalt fehlt. In den großen Verkehrsknotenpunkten der Stadt iſt es natürlich nicht möglich, dieſe Vorbeuge ſofort einzuführen, man iſt daher dazu übergegan⸗ gen, kurz vor den Straßenkreuzungen das Pflaſter mit irgend einer Teerſchicht zu verſehen und in dieſe Baſaltſplitter einzubet⸗ ten. Das hilft wenigſtens einigermaßen, wie man in Berlin täglich beobachten kann. Dafür hat man aber wieder den Staub in Kauf nehmen müſſen, und der macht ſich bei dem Rieſenverkehr recht er⸗ heblich bemerkbar. Noch iſt die ideale Straße nicht gefunden, wenngleich der Beton immer mehr mit⸗ herangezogen wird, der den Fehler des Aſphalts nicht hat, dafür aber einen anderen, daß er im Winter leicht ſpringt. nommen und auch für die nächſten Jahre ſei mit einer ſtarken Zunahme zu rechnen. Mit Rückſicht hierauf müſſe auch für die nächſte Zukunft mit einem wachſenden Bedürfnis nach Tankſtellen gerechnet werden. Der Gedanke der Inveſtierung hoher Be⸗ träge für den Bau von Tankſtellen ſpreche nicht für eine Verminderung, ſondern vielmehr für eine Ver⸗ mehrung der Tankſtellenzahl, denn die höheren Be⸗ träge für Amortiſation und Verzinſung würden durch die Verbilligung des anteiligen Transports mehr als aufgehoben. Es komme hinzu, daß der Bau von Tankſtellen für die geſamte Wirtſchaft an⸗ ſehnliche Einnahmen zur Folge habe. In den letzten Jahren ſind bei einem Beſtand von etwa 40 000 Pumpen leinſchl. Einbaukoſten), ferner durch An⸗ ſchaffung von etwa 1500 Tankautos für die Verfor⸗ gung der Tankſtellen, ferner durch den Bau von Keſſelwagen und Montagewagen und Kontrollwagen uſw. Aufträge an die deutſche Induſtrie für den be⸗ treffenden Pumpenbau im Betrage von mindeſtens 2 Mill. Mark gemacht worden. In rechtlicher Bezie⸗ hung müſſe gefordert werden, daß die Gebühren die von ſeiten der öffentlichen Hand für die Ueberlaffung von Grund und Boden zum Zweck der Errichtung von Tankſtellen erhoben werden, jährlich 8800 Mark betragen, die bei ihrer durchſchnittlichen Höhe von 200 Mark den Automobilverkehr mit 4 Mill. Mark jährlich belaſten. Der Wettlauf um die höchſten Ein⸗ nahmen aus dieſer Quelle müſſe aufhören. Noch zum Schluß ſprach Prof. Th. Kayſer (Techniſche Hochſchule, Berlin) über die„Wirt⸗ ſchaftspolitiſchen Folgen der Abtretung des ober⸗ ſchleſiſchen Grubengebietes“ und erörterte die Folgen, die ſich aus der Ueberlaſſung eines kleinen Kontingents an die Polen auf Grund des in Vorbe⸗ reitung befindlichen deutſch⸗polniſchen Handelsver⸗ trages ergeben ſollten. Prof. Kayſer richtete an die maßgebenden Stellen die Mahnung, daß in Erwar⸗ tung der ſchweren politiſchen und wirtſchaftlichen Auswirkungen nicht verabſäumt werden dürfe, die ſchwerwiegenden Folgen zu mildern. Der Zwölfzylinder iſt da! a Friedrichshafen, 16. Dez. Nach Zeppelins und des Do X Siegesfahrten be⸗ ſchert der Zeppelin⸗Konzern dem Weltverkehr ein teues bewundernswertes Verkehrsmittel: den„May⸗ bach 12“. Juſt zu Weihnachten bringt die Maybach Motorenbau G. m. b. H. dieſen neuen Typ, dieſen erſten deutſchen 12⸗Zylinder, auf den Markt, ein Weihnachtsgeſchenk und Weihnachtsüberraſchung für Technik, Verkehr, Wirtſchaft,—ein Weihnachtsgeſchenk vielleicht auch für ſolche, die einen vollendet ſchönen, wundervoll konſtruierten und fraglos erſtklaſſigen Wagen, eine Spitzenleiſtung deutſcher Autotechnik, zum Geſchenk machen können. Um es vorweg zu neh⸗ men: der Preis des neuen Maybach 12 iſt keineswegs ſo zwölfzylindriſch. Zwar iſt der Maybach(Chaſſts ca. 23000 Mk., Pullmann⸗Limouſine 29 700 Mk.) Lu⸗ xuswagen erſter Klaſſe, aber im Vergleich mit ameri⸗ kaniſchen Luxuswagen iſt er nicht nur im Kaufpreis überlegene Klaſſe. Maybach war vorſichtig genug, ſeinen neuen 12⸗Zylinder nicht ſchon zu den inter⸗ nationalen Autoausſtellungen zu ſchicken— Maybach wartete, bis der neue Typ reſtlos durchgeprobt und ſofort lieferbar iſt. In„Z. R. III“ und im„Graf Zeppelin“ haben Maybach⸗12⸗Zylindermotoren ſchon bewieſen, was ſie können. Bei 6922 cem.(alſo faſt 7 Liter Zylinder⸗ inhalt, 27 Steuer⸗PS) leiſtet der Motor bei 2800 Um⸗ drehungen 150 PS. Bohrung im 86 mm, Hub 100 mm. Der neue Maybach 12 hat Schnellgang(Schongang)⸗ Getriebe und leiſtet ſomit bis 150 Km./ Stde. Ein in⸗ tereſſantes Reſultat ergibt die Berechnung der Mo⸗ tordrehzahl und Kolbengeſchwindigkeit. Bei 60 Km./ Stde. macht die Kurbelwelle des Maybach 12 1425 Umdrehungen/ Min. Die mittlere Kolbengeſchwin⸗ digkeit iſt dabei 4,7 m Sek. Hierbei werden der Kur⸗ belwelle 8 490 Kraftimpulſe(Exploſionshübe) pro Minute abgegeben. Vergleichende Berechnung mit typiſchen internationalen Sechs⸗ und Achtzylinder⸗ modellen ergibt bei 60 Km./ Stde.: Kurbelwellen⸗ umdrehungen 14251900 U/., Kolbengeſchwindig⸗ keit 668,10 m pro Sekunde, Kraftimpulſe 42757640 pro Minute, was den Kraft⸗ und Leiſtungsfähigkeits⸗ vorzug des Zwölfzylinders beweiſt. Dr. Maybach erklärte den nach Friedrichshafen ge⸗ ladenen Preſſevertretern Bauart und Vorzüge des neuen Maybach 12, und in ehrfürchtigem Staunen ſahen wir, was hier in aller Stille und ohne prahle⸗ riſche Vorankündigungen Großes geſchaffen wurde. Motorlagerung in drei Punkten in Gummimuffen, abnehmbare, gegeneinander austauſchbare Zylinder⸗ köpfe, ſtebenmal gelagerte Steuerwelle, Ueberſichtlich⸗ keit der Anordnung und daher leichte Montage⸗ und Kontrollmöglichkeit wichtiger Teile(z. B. Licht⸗ maſchine, Zündverteiler, Waſſerpumpe), Anordnung eines Torſions⸗Schwingungsdämpfers im freien Luftſtrom am vorderen Kurbelwellenende, zwei bei⸗ derſeitig angeordnete Doppelvergaſer, Dreigang⸗ getriebe mit Schnellgang(alſo prakti echs 5 ſchwindigkeiten), Schaltung N 5 loſen Schnell⸗ bezw. Schongangs auf dem Lenkrad durch Hebeldruck wie bisher bei Handgas oder Zündregulierung, doppelte Ritzellagerung in Wälz⸗ lagern am Hinterradsantrieb, Federnden in ſtaub⸗ freien Oelloslagern auf Stahlrollen, Spezialkon⸗ ſtruktion abſolut flatterfreier Lenkung,— das ſind einige der hervorragenden Eigenheiten des neuen „Maybach 12%— einem Wagen von Raſſe und Klaſſe, der Zukunft hat, vorwiegend auch als Exportob fett Siegfried Doerschlag. Verantwortlich: Kurt Ehmer Dienstag, den 17. Dezember 1929 Neue Maunheimer Zeitung[Abend⸗Ausgabe) Nr. 586 „ „Mein armes Kind, ich hörte erſt unlängſt in Cannes durch Connie Winter die Wahrheit über dich und Averil. Ich wußte nicht einmal, daß er geſtor⸗ 1 Warum haſt du mir nie darüber geſchrie⸗ zen?“ Joan zuckte Achſeln und betrachtete mit den grauen Augen ihre Nägel.„Es hat keinen Sinn andere Leute mit den eigenen Sorgen zu beläſtigen. Was vorbei iſt, iſt vorbei— man kann nur hoffen zu vergeſſen!“ „Vergeſſen—? Was willſt du damit ſagen—2“ „Ja, meine Liebe, aber man muß ſich auch erinnern können: Gebranntes Kind ſcheut das Feuer!“ Um ihrer Meinung mehr Nachdruck zu verleihen, biß ſie herzhaft in einen dünnen, harten Toaſt. „Du biſt doch noch ganz jung, nicht wahr?“ fragte Rachel. „Fünfundzwanzig!“ „Ein wahres Kind alſo! Und dabei wunderſchön! Du verſtehſt dich vortrefflich anzuziehen und lebſt von Haus aus in glänzenden Verhältniſſen. Wie lange wird's dauern und man wird dich wieder zu einer Heirat drängen. Sicherlich, meine Joan: Wenn du nicht ſehr energiſch biſt, wird dich eines Tages einer von dieſen Teufeln abermals herumkriegen! Oh— ich kenne ſie! Ich haſſe zwar die Männer nicht, finde ſie mit ihrem Selbſtbewußtſein, ihrer Grauſam⸗ keit ſogar höchſt unterhaltſam. Das Leben wäre furchtbar langweilig ohne ſie. Aber als mein Richard mit meiner beſten Freundin durchging— ſie war eine ſchöne Frau, jedoch nicht halb ſo ſchön wie ich,“— Lady Hannington ließ ihre Augen anerkennend über ihre üppigen Formen gleiten—„habe ich mir ge⸗ ſagt: Meine gute Rachel, niemals wieder! Und dabei iſt es geblieben. Ich habe eine Menge Freunde und es macht mir Vergnügen, unter den Palmen meiner Villa in Cannes zu ſitzen und ſie zu beobachten, wie ſie ſich einbilden in mich oder mein Geld verliebt zu ſein. Aber ein Mann iſt nur ſolange erträglich, als man ſich ihm unterwirft. Und merke dir, Joa⸗ mie, mein Kind, ſelbſt der beſte verdient die Guillo⸗ tine!“ Ste ſagte das ſo hart und beſtimmt, daß ſich ihre junge Begleiterin eines Lächelns nicht erwehren Der Roman eines geheimnisvollen Aegypters von V. Williams Deutſches Recht bei Gg. Müller⸗München Es war ein hübſches Lächeln, eine Art innerlichen Leuchtens, das ihr ernſtes Geſicht wun⸗ derſam erhellte. Lady Rachel wechſelte jetzt„Du fährſt alſo nach Aegypten?“ „Ja,“ erwiderte Joan,„ich hielt es in Amerika nicht mehr aus, ſehnte mich nach einer Veränderung. So begab ich mich zunächſt nach Paris, um mir even⸗ tuell ein Malatelier zu mieten, aber ich war zu ner⸗ vös und das naßkalte Wetter dort machte mich elend. Immer ſchon hatte ich mir gewünſcht, Aegypten kennenzulernen, und ſo entſchloß ich mich in Monte den Anſchluß an die„Aquatic“ zu erreichen. Das Schiff iſt allerdings beinahe bis auf den letzten Platz beſetzt, aber man hat mir eine kleine Außenkabine verſprochen. Was liegt mir daran, wenn ich nur recht bald in die Sonne komme.“ „Die Sonne in Aegypten iſt über alle Maßen herrlich. Aber fang nicht wieder an zu grübeln! Denn die Abende dort ſtimmen melancholiſch, wenn man nach Sonnenuntergang vom Nil her die Ma⸗ troſen ſingen hört.— Hallo, dein Kunſthändler da drüben bricht ſchon auf. Nein, es iſt ſein Freund! Uebrigens da fällt mir ein, daß ja ein Bekannter von mir auch mit der„Aquatic“ reiſt!“ „Vielleicht der Grieche Simopulos? Ich traf ihn neulich in Paris im Ritz⸗Hotel und bin ihm heute morgen hier zufällig wieder begegnet. Er ſagte mir, daß er zu meinen Fahrtgenoſſen gehöre.“ „Nein, es iſt ein ägyptiſcher Prinz, ein höchſt amüſanter Geſellſchafter. Er war geſtern abend im Sportklub. Ich glaube nicht, daß es ſchicklich wäre, dir einen Brief an ihn mitzugeben; ich werde ihm lieber in der Frühe ein Radiogramm ſenden, daß er dich an Bord aufſucht. „Aber, Rachel, ein Aegypter!“ „Prinz Said Huſſein iſt ſo weiß wie du oder ich. Er hatte entweder eine albaniſche oder tſcherkeſſiſche Mutter— es war eine ziemlich romantiſche Ge⸗ ſchichte, doch weiß ich's nicht mehr genau. Jedenfalls iſt er märchenhaft reich und gibt höchſt verſchwende⸗ riſche Feſte in Katro. Richard und ich waren da oft bei ihm zu Gaſte. Er wird dir gut gefallen und— konnte. das Thema. D großer Gott, was iſt das?“ 2 Draußen war ein Schuß gefallen. Ringsum ver⸗ ſtummten die Geſpräche und alle Köpfe wandten ſich zur Tür. „Es iſt nichts, meine Damen—!“ Der Kellner neigte ſich befliſſen zu Rachels Ohren.„Ein Auto⸗ reifen, er maken paff! Alles gutt!“ „Keine Aufregung, meine Damen und Herren!“ rief eine ſatte Stimme vom Tiſch nebenan.„Es iſt nur ein Pneumatik geplatzt!“ Man nahm die Unterhaltung wieder auf und gleich darnach begann die Muſik zu ſpielen. Lady Hennington und Joan ſetzten ihre Mahlzeit fort. Es entging ihnen, daß der Geſchäftsführer unauf⸗ fällig zu dem Tiſch glitt, an dem Aronſtein die Rück⸗ kunft ſeines Freundes erwartete, der knapp vorher abgerufen worden war. Sie bemerkten auch nicht den überſtürzten Aufbruch des Kunſthändlers. Weder ſie noch ſonſt ein Gaſt des Reſtaurants wußte, daß, wäh⸗ rend fröhliches Lachen durch den Saal ſchwirrte, die Leiche eines eleganten Herrn, in einem doppelrethi⸗ gen Smoking, wie ihn König Alfons in Deauville eingeführt hatte, raſch aus der Telephonzelle geſchafft wurde. Die diskrete Organiſation in Monte Carlo klappte, wie immer, ausgezeichnet. ** Die„Aquatic“ lag fahrbereit. In dem hellen Lichtkegel einer Bogenlampe, die über einer Lauf⸗ brücke angebracht war, näherte ſich eine heftig ſchwankende Barkaſſe, „Achtung, klar!“ brüllte ein Offizier, der bis zum Halſe vermummt am Geländer lehnte.„Es iſt, Gytt ſei Dank, die letzte Ladung,“ ſagte er durch die Zähne zu dem Paſſagier an ſeiner Seite, einem ſchlanken Mann in ſchwerem Reiſemantel.„Sobald die Inſaſſen der Barkaſſe an Bord ſind, fahren wir ab, Mr. Cradock!“ „Das Schiff ſcheint verdammt voll zu ſein?“ fragte der andere. que Qualitäten zu sprichwörflidi niedrigen Kander- Preisen Wiener Sport-Paletots Weine und Konfitüren Malaga al, superior Taragona süßer span. Rola. Flesdie mlt Ges J 35 1 ab 1 insel Samos Muscateller! Flasche mit dles J 35 1928er Gimmeldg. Riesling fl. m. Glas Hausmarke vorzügl. .25 ½ Flesdie 12 Venn di Malvasier sabe. grlech. Rolw/ Sheer Oles I isdwein Fl. m. Glas 23 82** nezzi Flasche mi Glas 40 Amoroso süßer grlech. Rolw... 1 015 1 70 0 Nont g 5 2 5 5 m. Glos Been Flashen Ee, J. os 1927er Friedelsheimer 1, 65. Leneecter, 0.58 Chateau Cantelou 8 f a 0 Kohnert elm gls e N 1928er Dürkh. Feuerbergi 65 War zb Neuberg 55 1780 3. 35 Malaga rotgold, vollsüß ltr. 1 30 Boxbeutel Fl. m. Gies.3 ſronz. Rotwein, Fl. m. Clas 1 95 Faßwelne nur T 1, 1 undd Fillale Neckerstad! 10s Obstsekt Flasche 1 60 1928 St. Martiner Spekulatius Gr. Lebkuchen- 8 Schloßberg Fl. m. Gl. 1 05 Hiund-Pakef 753 herzen Slick 50 2 e dl..235 1928 Niersteiner Pfeffernũsse 0 Schok.-Weihn.- 25 Domtal Flasch. m. Oles 1 15 Pfund 3 3 männer Slack Weinbrand, Spirituosen und Liköre wie Gilko, Kenforowicz, Asbach eic. vorrätig. Bel Vorausbesfellung: Hafer- NMasigänse Pfund.50 la. NMastgänse 1 10 Pfund Kaufen Sie möglicist in den Vormittegsstunden! Geschenkkörbe in geschmackvoller Ausführung und reicher Auswahl. wie neu, billig zu verkaufen. Näheres: 9546 Langſtraße 51, 1 Treppe. Ein Poſten pr. Trauben⸗Sekt wird umſtände⸗ halber billig p. Fl. zu 1.50 einſchl. Steuer, auch in klein. Poſten von 10 Flaſchen an frei aus abgegeben. Angebote unter 0 1305 an nnoncenfrenz, Mainz. 321 Lenaustraßte Ar. 42 billig abzugeben. Gehr, N 2. 1. 59518 39501 Anzuſehen abds nach Einige geſpielte, erſtkl. Pianos in der Preislage von ſchw. Flügel pol. faſt neu Adreſſenang. u. N 34 Tieren billig zu verk. * 9505 neu, m. günſtigen Zah⸗ lungsbedingungen ſof. zu verkaufen. Beſichtig. Mittwoch bis Freitag. Kette, Brillantnadel f. Stück für 3/ zu verk. tiſch mit Stuhl. Stühle 4. Stock. 9558 Weihn.-Geschenkel Zu verkaufen. T 5. 15, III. Waldparkdamm 3, II. I. 9446 Telephon 518 40 billig zu verk. C 4. 2, tel, 9 K 12(neu], Dop⸗ pel⸗Anaſtigmat, Leder⸗ balg, citonar, f: 6,8, mit Stativ, 9 Kaſſetten u Photometer, zu ver⸗ C. Thomas, 8 6. 16. Verkaufe al rs toſſceinn. N a d i o- weg. Wengen buten., Leder- I Luftdruck- i füge e eee e e Klubsessel gewehr f N. N 2 F 55 92 9 2 Weſher koblengastert, kond.] Lorenz⸗Netzempfanger, Wäſcheabteil, 1 runder ſowie Marmortiſch. bell, tadellos, 1 Photo(4,5 fortzugshalber billig für 120. bar Kaſſe Tiſch. 1 Flurgarderobe, Eiche pol., wunderſch. mal 6) mit Zubehör, zu verkaufen. ſofort zu verkaufen. 1 Küchentiſch. 1 Kinder⸗ Ausführg., weg. Umz. einige ſchöne Anaben⸗ bücher bill. zu verkauf. Kinderklapnstull erſtkl. Fabrik., gepolſt., noch wie neu, 15 Mk., zu verk. Näh. Tel. 27074 *9531 L 7. 8. g ä an die Geſchſt. B5571„ferner gr. Kauf⸗ 2 Tr. Anzuſeh. vormit⸗ 5 5 t. 5 7 2 i 5 8 g 5 ie, Weiße 79547 75 8 9 85 Pap tags 10—1 Uhr. 9529 2 Tr. ls. 5 2650 Cabinet-Sekti! ea eat. 26. r. 10g 2 ai. Nene 5 K.. 1 2 Emil⸗Heckelſtr. Nr. 2a Apparat, Conteſſa⸗Net⸗ Zu verkaufen: 9519 aus vorzüglichen Ulsterstoffen hergestellt, knie- frel gearbeitet, daher fir Betuf u. Sport vorzüg- lich geeignet. Flofte Muster, elegante Formen 5 5 a ee 500700 /, mit Garan⸗ 2 kaufen. Preis 60 Mk. Zimmerwagen groß, Schlüter, Käfertal ld. Herrenuhr, f Kolonlalwaren- Motorrad a kelager Herkmann Mannbeftterftr. 3. Dan Au hänger. Obr. Abr. in fe Helchaftsſt lehr aut erb. 7 Me. b kinge, Nadeln, Manſch. Kinderſchlitten, 3 Mk. 2 ſteuerfrei, 1 Jahr gef., L 8, 11. 6155 uge, Na f 5 1 Geschäft billig zu verkauf. An⸗ Ia. Stimmungen Modernes Lederſofa Knöpfe, all. Gold fer⸗ Jute* 0 18 Zu erfr. in der Geſchſt. Mk. 1 zuſehen im 0538 Reparaturen. f. Speiſezimmer, Her⸗ ner 1 Wohlmuth⸗Appa⸗ 4% m. Zubehör um 204 985 e 4915 Motorradhaus Seeger, renzimmer, 14 5 1 e 1 755 zu verkaufen. 90582 Elektr. Lüfter auer en eee, ifenri 5 5 Empfangsr. etc. geeign. ren⸗ 2„42 5. N 8, 17.„ e Smrank Feine gelben Uhr mit 3. 9 5— e e 7 5 Perner r 62. Jad 82. 88 G 7, 13, part., el. 1 deckel feinſtes fel, 42, faſt neu. aß⸗ 146775 5 7 3 8 N Javier Orammophon Stele Seit e me erbel, inn vrt Dfoibelgemälde preis 400 e, zu 10 errlicher Ton, faſt neu, beſt. Fabrik. Elektrola, erren, all, ſehr preis⸗ von Fay, Schtferdecker,. Neue Kombiniepte 5 Fabrik, umſtände⸗ Raumtonplatten 8 abzugeben. Prinz Telephon Nr. 217 34. Kröwerath, billig zu Fei bi halber preisw. zu ver⸗ 8 5 1755 Aülbeluſke, oer 29521 e Hauch ine 2 m kaufen. 19507[Kleiſtſtr. t. Is.] Anzuſ.—4 od. abends unt. 8 Täsmas chte Abt. in der Geſchäfts⸗ Anzuſeh. v. 14-21 Uhr] nach 8 Uhr. 9515 E 18 6 f 50 a 5 1 an die Geſchäftsſt. die⸗ alls lungs E billig 2 verkaufen ſtelle dieſes Blattes erb. mit reichlich. Zubehör le Glattes.. Nähmaschinen i a ö ö 2 vernickelte 0586[Schi„abndo f S I 1 Schneider, n. 1 Schuh⸗ 8 i Heinrich Walter Schreibmaschine Kauf a de n, gasbügeleisen U 8 Wee a, nn 1 ae O 5,-7 Mannheim am Strohmarl, i it Baukäſten 3, 3a, 44 für m ubehör etc., ſport⸗ umzugs halber a zu gontinantal, gebraucht pp pic oßerk 5⁰ 11 5 verkaufen. gerecht, verkauft B5564 verkaufen. 79524 Dezember 1929 Neue Mannheimer Zeitung(Abend ⸗Ausgabe) Dienstag, den 17. Kellfer! Sie HeSchi Wie vor Zu Geri Dekker nieurigen M. 4 O. preisen! 5 Ubediriet 2 S o S 8451 Besichtigen Sie unsere Schaufenster und Ausstellungsräume Lleferung frei Haus durch eigene Lieferwagen tanane! dure. 780 Fe WON N Total Ausverkauf dag den f. Januar 18 50 ubende 5 Pur FINE N 5E ALLES g EY N ö 5 F ä bedeutende Tel. 29137 Privatwohnun B 7, 1 5 2 ——. 1 Demen-Schlefenzuge... 10.50,.75,.50,.90 Preisherabsetzungen für — ͥ mann damen. Teghemden.....25,.50,.75,.90 f a Piano bomen- Nechthemden...50,.75,.25,.00 Hemden . 0 A 0 65„on geg heghngeſken damen · Hemdhosen....90,.25,.50, 275 Schlefenzuge e e ee Grebe e e Damen-Hendschuhe 3.50,.50,.90,. 0 Unterwäsche wert.— Bequeme Ieilzahlung ar kleinſter Nutzen..„5 Scharf& Hauk ae emen: strümpfe......40,.25,.90..40 8 5. 8448 E e e pullover— Gemaàschen— Taschentücher 0 9 Ee ö Extra billiger Taschen uche Photo- Apparat Weſpnachtsverfauf Hausjec en auf den Weihnachtstisch! Babys, Puppenwagen, Betten. Wiegen. Roller, Kinder⸗Autos, Räder, Bären, Holländer bet kleiner An⸗ u. Teil⸗ zahlung. 95085 4. E 4. wie dee wir billig N N Wichtig für alle Banintereſſenten und Siedlungsverbände. Dressing- SO Stöcke etc. Nur ersiklassige Ware Auch mit billigen Apparaten können Sie gute Bilder machen. Fachmänn. Anleitung 15 792 Storchen ⸗ Drogerie, Marktplatz, H 1. 16. Breſtestr. IAN gegenüber dem aten Rathaus Größere Maſchinenfabrik und Apparate⸗ bauanſtalt ſucht per ſofort für das Nach⸗ kalkulationsbüro einen erfährenen Was kocht men zum Fest 5 2 N Die neue Bauweiſe 4 1920. 760 2 ADOLF r. NAH. 25 Halkulator Steiettban in Berbndung 1 U dachte kpmacol J 8e on. geben Slbemenn mit guter Werkſtattpraxis und gründlichen 5 H tellt SCHARF& Hauk 2 1, 8, Preſtestfese 15688 Kenntniſſen der neuzeitlichen Kalkulations⸗ mit Herahli tf e eee ee e C 4. 4 9775 u. Arbeitsmethoden. Angebote mit Lebens⸗ lauf, lückenloſen Zeugnisabſchriften, Licht⸗ bild und Gehaltsanſprüchen unter X V 172 an die Geſchäftsſtelle öſs. Bl. 14 652 Hühnereiern, Keine Verwendung von Prockenei. Zu haben im 9534 Spezlal-Eiernudelgeschätt Ernst Gundlel Alphorns tr. 46 Laden) und Hauptmarkt am Denkmal ieee behandelt ein Vortrag mit Lichtbild am 1 Donnerstag, den 19. Dez., abends.15 uhr im kleinen Saal des Pfälzer Hofs, Bis⸗ marckſtraße 114, Ludwigshafen a. Rh.. Hierzu ladet ein: 15 718 Fimmermeiſter⸗Zwanas innung Eintritt fret. 2 3 5 Junger, tüchtiger Dekorateur Glänzende Exiſtenz Wir richten Ihnen eine Hausfabrik ein für all. neueſt. Schlagerartikel, Für die Festtage 5 Dach., größte Nach- N 5 8 N bar„dee canſhglatet frage, geſeneumſer, Ae 9 F estge schenke für den Herrn 1 ſchrift durchaus perfekt Hel kat 00g, 0 4. 3 u. ſelbſtänd. dekorieren 1 e. beſt. Ver⸗* 0 0 HU J. 8 kann, 19526 d ienſt f. Dame od. Hrn. 4 Zimmer, Küche, Bad 98 9 0 9 0 DT OT em 1 f I oder 8 ter. e 1 Speiſezimmer u. Man⸗ ruht. o bees denen benannt vnue 1. 5 5 beziehb., zu vermieten. Große Auswahl aparter 6 Angebote mit Lichtbitd TIA Neuert& Petry, . Im mobflienbäre, 31,6 Krawatten, Cachenez, Socken, Garnituren, Unterwäsche eic. i Ludwigshafen.. 3 7 i 10 N eee 2* E f. d U Tf Ee f 2. 25 1. did e i Schane bekannter Weingüter und Winzervereine V 5 K enen zu außergewöhnlleh nledrigen Prelsen , baten kale, danterertelen veoen, J Ailfüdt- Wahn 2. 6 aul Glückauf 9 2. 6 8 f f bert, ſucht ſof. Stellung. m. Bad, Mädehenzim. in der Harmonie 2 0 1924 er Forster Strafe 1⁰⁰ i M 9 b 5 Ta. Zeugn. u. Referenz. Nigel nge 5010 t Wachstum Winzer- Genossenschaft Deidesheim mit gut. Zeugn., weg. zur Verfüg. Zuſchriften Ver 9550 i i a nn 8 Fei unter N F 81 an die Holz& Schumacher f 0. Automarkt 5 1926 er Herxheimer Felsenberg 1⁰ Ui.„ 5 K 3, 17. i 8 8. Wachstum Hoh. Weimer, Herxhei an. Haardiſtraße 18, 2. St. Geſchäftsſtele. 8541 2 1927er R tsb Hofstũ 1E 0 —— 5 8 Eine er Ruppertsberger Holstũüc 90 Ver 1815 ee 3 Zimmer-Wohnung preiswerte Ui 1 I E N u[ae Wachstum Winzer- Genossenschaft Deidesheim 1 5 8 N N mit Werkſtätte in allen Stadt⸗ und Vorortlagen in Heidelberg, 5 8 1927er Deidesheimer Weinbach 90 1 a a fur alle Zwecke geeign., Ludwigshafen a. Rh. und an allen Bergſtraße⸗ Goliath e Wchrtum Winrar Geno n, 1 N 5 Bi ev. mit Garage, ſoforl Plätzen zu verkauf, Julius Wolff, Makler sehr gut erhalten* N üroraume getan Fed a. eee eee eee VV originalgewächse Pfälzer Kreszenweine 5 0 verkaufen. Angeb. un Nppnb 5 FCC aus ge eee e ant Keb ſchäftsſtelle. 6159 PS., Kastenwagen 750. 1922er Forster Fleckinger, Rieslin Am Angebote unter D V 148 an die Geſchäfts⸗ mit gr. Vorgarten, auch 5 2⁰⁰ I d 5 ttes 8. 15 736 f 22 Is Baupl eeignet, Opel, offener Viersitzer, Wei 80 5 N 1? immer u. Küche m. kreler Bohng., mal in guter Verl, 600. zig Gen weden, mit 8 im 3. Stock,.3. u. K. u. Amal 1 e 1921er Königsbacher Idig, Riesling 3 Um spergütun e 1— 2 schsne Bürersume ben eee unn l. Taberraum 85d% gere] dien. e. eber. a; Angebote unt. Zu vermieten. 1 kleiner Nebenraum(Gockelsmarktnähe) hell u. trocken, ſofort zu J B 27 an die Geſchſt. sonen- und Liefer- 18 1 95 zu vermieten. Julius Wolff, Mietnachweis Angebote unt. N K 16 mieten geſucht. Angeb. 29523 wagen, sowie billige 19 85 lendegultengarten, Auslese 3 (R. D..), 0 7. 22. Beg an die Geſchäftsſt. die,. e 5 5 Motorräder. eingut G. oosbacher, Forest . F 9522 r, Käfertal,... f 1 f 75 5 f Maunheimerftr. 8, k. AA sg ahlungswelse 1921er Deidesheimer Grain, Riesling 395 Sehr gut möblierte—3 Zimmer⸗ Wohnung Schöne Wohnung Riesling, Ausless „562 5%%%˖/ ³„%% mit Küchen⸗, Bad⸗ u. Tel.⸗Benütz. in beſt. Oſt⸗ ſtadtlage an jg. Ehepaar od. Neckarſtadt⸗Oſt, 2 Zim⸗ 1. od. 15. Jan. zu vermieten. N D 29 an die Geſchäftsſtelle d. Bl. Junggeſellen auf * 1 1 Angebote unter[mer. Küche, geg. Möbel⸗ 8 übernahme abzug., faſt neu; erforderl. 1600 l. 9537 2 Fabrik- Näume 150 qm groß u. 25 am, mit elektr. Anſchluß u. Toreinfahrt, ſofort zu vermieten.* 9545 Mittelſtraße Nr. 3, Büro im Hof. Schöner heller Laden mit Nebenzimmer. Nähe Marktplatz und Planken per l. Jan. z. verm. Ang. unter J 46 ad. Geſchäftsſt. ds. Blattes B 5527 Angeb. u. M V 21 an die Geſchäftsſt. 85565 Großes leeres, ſeparat. par terre- Zimmer an einz. Perſ. per ſof. zu vermieten. B 5, 7 19518 Schöne 6 Zim.-Wohn. Küche, Bad, Speiſekam⸗ mer, 2 Keller, 1 Latten⸗ verſchlag, mit Dringl.⸗ Karte in der Waldpark⸗ ſtraße. 4. Stock, zu ver⸗ mieten. Zu erfr. in der Beschlagnahmefpeie Un merwohnung mit Bad, gute Lage, geſucht. Angebote unt. M X 24 a. d. Geſchäfts⸗ ſtelle dſs. Bl. 9509 Kauf-Gesuche Geſchäftsſt. 19512 Zwei freundlich möbl. Schlafzimmer aut heizb., el. Licht, auf Gut möbl. Zimmer auf 1. Jan. 30 zu verm. Krappmühlſtr. Nr. 36. 2. Stock rechts. 95g Ha ms Gare gegen Kaſſe zu kaufen 5 55 Kleidungsſtücke, äſche, Schuhe. Angeb. 1. 1. 30 zu verm. 59520 Hrch.⸗Lanzſtr. 98, III, r. Großes, gemütl. möbl. Zimmer in aut. Hauſe hellin z vermiet. Kirchenſtr. 10, ca. 50 Stück abzugeben. Tel. 309 69. 9510 an die Geſchſt. Trink- Eier! aus eigener Zucht tägl. Angebote unt. N N 30 2 * 9540 erb. unter H 0 34 an die Geſchäftsſt. Dampfmaschine noch gut erhalten, für 14jähr. Knaben zu kau⸗ 8 geſucht. Angeb. unt. 147 an die Ge⸗ That 6157 5586 ebenes Aachen Breite 50 em, zu kau⸗ fen geſucht. Angeb. mit Größe und Preis an F. Apfel, Tatterſallſtr. 5 * 9539 Einige gebrauchte Fllllöfen zu kaufen gesucht Fil- Angebote unt. MU 20 an die Geschäſtsst. 9498 Vermischtes la. Pianos verkauft äußerſt billig Fülher, B 4, 4. B5566 Jungbusch- Garage Faäge. 2 J 6,-17* Telephon Nr. 330 55 Verloren Am Bahnübergang im Wald in 8 Hockenheim ſind mir 2 Patentrüste verloren gegangen. Der Finder wolle bitte Mannheim Tel. 335 86 anrufen.* 9588 1921er Ruppertsberger Geisbòhl Weingut Bürklin, Wolfschen Kellerei, Wachenheim. Wein- Sent Kurpf. Schloß-Sekt ½Fl. 4. 30 Kupferbg. Kupf.-S. ½FL.30 Preise für Flaschenweine einschl. Glas und eee Billige offene Weine Weisswein Liter 75 Rotwein Liter 83 *⁵ Tele phon. Bestellung. nimmt unsere Lebensm.-Abilg. entgefen Nie„ ene