kommen. 2. Seite/ Nummer 458 Neue Maunheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 4. Oktober 1933 hilfswerks des deutſchen Volkes. Spenden ſind ein⸗ zuzahlen auf das Poſtſcheckkonto der NS⸗Volkswohl⸗ fahrt, Reichsführung, Konto: Winterhilfswerk Ber⸗ Iin 77 100. W Dank des Reichspräſidenten Meldung des Wolffbüres — Berlin, 3. Okt. Der Reichspräſident hat an den Reichs⸗ wehrminiſter ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: Für die Glückwünſche, die Sie mir für Heer und Flotte zur Vollendung meines 86. Lebensjahres dar⸗ gebracht haben, ſpreche ich meinen herzlichen Dank aus. In dieſen Zeiten der langerſtrebten nationalen Einigung unſeres Volkes weiß ich mich in treuer Kameradſchaft verbunden mit der Wehrmacht des Reichs und allen ihren Angehörigen. Mit beſonderem Danke nehme ich deshalb das mir übermittelte Ge⸗ löbnis der Treue und ſteten Pflichterfüllung ent⸗ gegen. In zäher Arbeit und mutigem Gottvertrauen werden wir unſeren Weg fortſetzen. —— Kommuniſtiſcher Mordanſchlag auf einen SA-Mann — Gelſenkirchen, 4. Oktober. In der Nacht zum heutigen Mittwoch, kurz vor Mitternacht, wurde der SA⸗Mann Joſeph Wolff⸗ mann in Erle auf der Bismarckſtraße von dem Kommuniſten Wontzinſki aus Buer durch einen Unterleibsſchuß lebensgefährlich verletzt. Auf die Schüſſe eilten Schutzpolizeibeamten und SA⸗Männer hinzu und nahmen die Verfolgung des feigen Mord⸗ geſellen auf, der ſpäter feſtgenommen werden konnte. Die Mordwaffe, eine große Armeepiſtole, wurde in einem Hühnerſtall gefunden. Der SA⸗Mann wurde dem Knappſchaftskrankenhaus zugeführt und ringt mit dem Tode. Die kriminalpolizeiliche Unterſuchung wurde ſofort aufgenommen. Es wird angenommen, daß Wolffmann den Kommuniſten beim Flugblatt⸗ verteilen überraſcht hat und daß deshalb der Kom⸗ muniſt die Waffe gegen den S A⸗Mann richtete. Juſtizminiſter Mitbeſitzer eines Schmuggler⸗ Schiffes — Reval, 4. Okt. Der Juſtiz⸗ und Innenminiſter Rpoberg mußte von ſeinem Poſten zu rück⸗ treten, weil die Oppoſition den Nachweis er⸗ brachte, daß der Miniſter Mitbeſitzer eines Schiffes war, welches von den Danziger Behörden wegen Spritſchmuggels unter Arreſt geſtellt wor⸗ den iſt. Deutſche Gefallene aus dem Weltkriege aufgefunden — Paris, 3. Okt. Im Kampfgebiet zwiſchen Arras und Lens wurden die Ueberreſte von 200 deut⸗ ſchen Soldaten aus dem Weltkrieg entdeckt., Einige von ihnen konnten identifiziert werden. Nach dem Pariſer„Journse induſtrielle“ ſoll ſich unter den wirtſchaftlichen Plänen der Regierung ein 20 Milliardenprogramm für die Ausfüh⸗ rung großer öffentlicher Arbeiten befinden, die auf fünf Jahre verteelt werden ſollen. Schweden kündigt das Zoll waffenſtillſtands⸗ Abkommen — Genf, 4. Oktober. Die ſchwediſche Regierung teilt in einem Schreiben an den Generalſekretär des Völkerbundes mit, daß ſie ſich angeſichts des er⸗ gebnisloſen Ausganges der Londoner Weltwirt⸗ ſchaftskonferenz gezwungen ſehe, das Zollwaffenſtill⸗ ſtandsabkommen mit einmonatiger Friſt zu kündigen. Die ſpaniſche Regierung zurückgetreten — Madrid, 4. Oktober. Der ſpaniſchen Regierung iſt geſtern von den Cortes mit 189 gegen 100 Stim⸗ men das Mißtrauen ausgeſprochen worden. Das Kabinett iſt darauf zurückgetreten. * Der neue polniſche Geſandte in Berlin ein⸗ getroffen. Der neue polniſche Geſandte in Berlin, Lipfki, iſt heute in Berlin eingetroffen. Skabschef Röhm ber ſeine S A Telegraphiſche Meldung — Amſterdam, 4. Oktober. „Algemeen Handelsblad“ veröffentlicht in ſeiner geſtrigen Abendausgabe im Rahmen ſeiner Artikel⸗ ſerie„Auffaſſungen im und über das neue Deutſch⸗ land“, eine Unterredung ſeines Berliner Korre⸗ ſpondenten mit dem Stabschel der S A, Ernſt Röhm. Auf die Frage: „Wie ſtark ſind heute SaA⸗, SS⸗ und Stahl⸗ helmformationen, die unter Ihrem Komman⸗ do ſtehen, und wie iſt es möglich, für dieſe ge⸗ waltige politiſche Armee die Summen auf⸗ zubringen, welche für Verwaltung, Einklei⸗ dung, Verpflegung uſw. nötig ſind?“ antwor⸗ tete Röhm u..: „Adolf Hitlers SA läßt ſich mit keiner Armee, mit keiner Miliz, mit keinem ſonſtigen Wehrſyſtem der Welt vergleichen. Denn ſie iſt keines von ihnen. Allen genannten Heeren haſtet der Begriff der be⸗ waffneten Macht an. Das gerade iſt nach dem ausgeſprochenen Willen Adolf Hitlers die SA nicht. Die Reichswehr iſt der alleinige Waffenträger des Reichs, die SA iſt der Willens⸗ und Ideenträger der nationalſozialiſtiſchen deutſchen Revolution. Der Reichswehr obliegt die Verteidigung der Grenzen und der Schutz der Intereſſen des Reichs dem Aus⸗ land gegenüber— der SA iſt zur Aufgabe ge⸗ ſetzt, den neuen deutſchen Staat geiſtig und willens⸗ mäßig auf der Grundlage des nationalſozialiſtiſchen Ideenguts zu ſormen und den deutſchen Menſchen zu einem lebendigen Glied dieſes nationalſozialiſtiſchen Staates zu erziehen. Wie die erſten Chriſten Träger und Kämpfer ihrer neuen Weltanſchauung, eben des Chriſtentums, waren, ſo ſind die SA⸗Männer die Träger und Kämpfer der nattonalſozialiſtiſchen Welt⸗ anſchauung. Alle anderen Deutungsabſichten gehen durchaus falſche Wege. Der 14jährige geiſtige Kampf, der der Erringung der ſtaatlichen Macht voranging, forderte vom SA⸗ Mann ſchwere finanzielle Opfer. Alle Bebürfniſſe für Dienſtbekleidung, Propagandafahrten uſw. mußte er aus eigenen Mitteln beſtreiten. Das ſchlichte, oft ausgeblichene und verwaſchene Braunhemd iſt das Ehrenkleid des SA⸗Mannes geworden, nicht nur, weil faſt 400 ſeiner Kameraden vom roten Unter⸗ menſchentum ermordet wurden, ſondern weil es von Hunderttauſenden um den Preis des nicht getrun⸗ kenen Bieres, der nicht gerauchten Zigaretten, des nicht gegeſſenen Brotes angeſchafft werden mußte. Und wie es war, iſt es geblieben. Auch heute noch nach dem Sieg, nachdem faſt zwei Millionen in den Reihen der Sͤ ſtehen, geht der SA⸗Mann ſeinem bürgerlichen Beruf nach und wid⸗ met genau wie früher ſeine Freizeit dem SA⸗ Dien ſt. Eine Ausnahme von dieſer Regel war der Aufmarſch der SͤA anläßlich des Reichsparteitags in Nürnberg. Hier trat die Sa an zur Sieges⸗ feier der deutſchen Revolution, trat an als Willens⸗ trägerin des Staats, der ihren Opfern ſein Ent⸗ ſtehen verdankt. Und um bei dieſer großen Mani⸗ feſtation des natioanalſozialiſtiſchen Staats ein ein⸗ heitliches Bild ihrer Geſchloſſenheit zu bieten, wur⸗ den die an dem Aufmarſch teilnehmenden Teile der SA neu eingekleidet. Die erheblichen Sum⸗ men, die dafür erforderlich waren, wurden ſeitens der politiſchen Organiſation der Partei als Zeichen ihres Danks für die unerhörten Opfer, die der SA⸗ Mann in den Jahren des Kampfes gebracht hatte, aus Mitglieder beiträgen, Sammlungen und Spenden aufgebracht. Die Koſten der Verwaltung der SA ſind, ge⸗ meſſen an der zahlenmäßigen Größe dieſes Rieſen⸗ apparats, unwahrſcheinlich gering. Freiwilligkeit war und iſt die Vorausſetzung jedes Dienſtes in der nationalſozialiſtiſchen Bewegung.“ Auf die Frage, warum man nach gelungener Revolution auch heute noch größere Maſſen SA, SS, Amtswalter, Stahlhelm und Hitler⸗ jugend uniformiert zuſammenfaſſe, obwohl die kommnuniſtiſche Gefahr nicht mehr ſo groß ſei, antwortete Stabschef Röhm: In England, Frankreich, Italien, Rußland, Polen und in den Vereinigten Staaten ſei faſt die ganze Jugend uniform⸗ artig gekleidet, und ſie werde von aktiven oder Reſerveheeresangehörigen ganz offen mit der Waffe für den Kriegsdienſt gedrillt. Nur in Deutſchland ſolle die Uniform eine Be⸗ drohung des Friedens darſtellen. Das Braun⸗ hemd ſei nach Material, Schnitt und Farbe als Felduniform völlig unbrauchbar. Es biete keinen Schutz gegen die Unbilden der Witterung und hebe ſeine Träger durch ſeine leuchtende Farbe aus der Menge heraus, anſtatt wie eine richtige Felduniform ſie unſichtbar zu machen. Das Braunhemd ſolle ledig⸗ lich ſeinen Träger aus der großen Maſſe als Be⸗ kenner der nationalſozialiſtiſchen Weltanſchauung herausheben.„Heute nach dem Sieg iſt es das Kenn⸗ zeichen der nationalſozialiſtiſchen Zuſammengehörig⸗ keit, der deutſchen Kraft. Adolf Hitlers Ziel war von vornherein, Deutſchland in neuem Geiſte auf der Grundlage der bewährten Zucht und Ordnung zu erneuern.“ Mit militäriſchem Drill habe Ordnung und Diſziplin gar nichts zu tun. Nur in einem Staat der Unordnung finde der Bolſchewismus Da⸗ ſeins bedingungen. Die SA ſchütze daher nicht nur ganz Deutſchland, ſondern auch Europa vor dem Bolſchewismus, denn ein bolſchewiſtiſches Deutſch⸗ land bedeute ein bolſchewiſtiſches Europa. eee Deuljche Abwehr der franzöſſchen immungsmathe Meldung des Wolff⸗ Büros — Genf, 4. Okt. Der heutige erſte Tag der Minderheitendebatte im 6. Ausſchuß der Völkerbundsverſammlung iſt trotz des heiklen Themas korrekt verlaufen, abgeſehen von dem in Form und Inhalt plumpen Vorſtoß des franzöſiſchen Delegierten. B& renger hat mit der bisher ſtets beobachteten Ge⸗ pflogenheit gebrochen, niemals Einzelfälle im Rah⸗ men einer grundſätzlichen Ausſprache anzuführen, um einen Staat anzugreifen. Deutſchland hat in den letzten Jahren über ſehr reichhaltiges Material auf dem Gebiete des Minderheitenſchutzes verfügt, aber es hat die Ausſprache ſtets ſachlich und von hoher Warte unter prinzipiellen Geſichtspunkten geführt. Zudem handelt es ſich bei dem Fall Bernheim um eine abſolut erledigte Sache, in der der Völkerbunds⸗ rat gegen Deutſchland entſchieden und Deutſchland die Entſcheidung loyal angenommen hat, worüber die Ratsmitglieder noch vor einigen Tagan durch einen Brief der deutſchen Delegation offiziell verſtändigt worden ſind. Wenn trotzdem der franzöſiſche Dele⸗ gierte zu dieſem ungewöhnlichen Mittel greift, ſo kann man ſich des Eindrucks nicht erwehren, daß es ſich um eine Stimmungsmache han⸗ delt, die bemerkenswerter Weiſe von den übrigen Rednern nicht mitgemacht worden iſt. Der aus der Gewerkſchaftsbewegung ſtammende ſchwediſche Außenminiſter Sandler, der gewiß kein Freund der vom heutigen Deutſchland vertre⸗ tenen Grundſätze iſt, hat mit viel größerer Sachlich⸗ keit die Debatte ins Prinzipielle erweitert. Er hat, ebenſo wie die übrigen Redner, einen klaren Unter⸗ ſchied zwiſchen dem beſtehenden Minderheitenrecht und den moraliſchen Verpflichtungen herausgearbei⸗ tet. Tatſächlich handelt es ſich bei allen Forderungen, die jetzt an Deutſchland geſtellt wurden, um Wünſche für die Zukunft, für die keine Rechtsbaſis beſteht, weil bisher alle maßgebenden Staaten die Uebernahme allgemeiner Minderheitenverpflichtun⸗ abgelehnt haben. Es iſt unvergeſſen, daß Frankreich auch in den Zeiten Briands, die den Höhepunkt ſei⸗ Völkerbundsfreundlichkeit bedeuteten, regel⸗ ner 5 mäßig und entſchieden die Verallgemeinerung des Minderheitenſchutzes ſchon im Hinblick auf ſeine eigenen nicht aſſimilterten Staatsangehörigen abge⸗ lehnt hat. Die Rede des franzöſiſchen Delegierten hat nachträglich noch beſtätigt, was Geſandter von Keller bereits ausgeführt hatte, nämlich daß die Minderheitenfrage aus. gegen Deutſchland aufgerollt wird. Es iſt für die heutige Sitzung mit einer entſchiedenen Zurückweiſung dieſes unfairen Vorgehens zu rechnen. Kampf mit einer Einbrecherbande Ein Beamter erſchoſſen WTB. Karlsruhe, 4. Oktober. Heute früh wurde im Faſanengarten eine Razzia gegen eine Einbrecherbande unternommen, die ſeit einiger Zeit die Gegend unſicher gemacht hat. Die Kriminalbeamten ſtießen auf die Strolche in einem Pavillon, wo ſie genächtigt hatten. Als die Beamten die Einbrecher ſeſtnehmen wollten, feuerte der eine, der 23jährige, in Straßburg gebürtige und hier wohnhafte Franz Zwinger einen Revol⸗ verſchuß gegen den Kriminalkommiſſar Wilhelm Rumpf ab, der in den Kopf ging und den ſofortigen Tod herbeiführte. Ein zweiter Beamter, der Kri⸗ minalaſſiſtent Friedrich Koch, wurde durch Streif⸗ ſchüſſe verletzt. Während der eine Einbrecher ſeſt⸗ genommen werden konnte, iſt es dem Haupttäter Zwinger gelungen, nur mit Hoſe und Weſte bekleidet, im Gebüſch zu entkommen. Die Nachforſchungen nach ihm ſind eifrig im Gange. Ein Kindesmörder zum Tode verurteilt — Hildesheim, 3. Okt. Der 22 Jahre alte land⸗ wirtſchaftliche Arbeiter Arthur aus Warxbüttel wurde wegen Mordes vom Schwurgericht zum Tode verur⸗ teilt. Arthur hatte ſein acht Monate altes Kind nachts, das ihn im Schlaf ſtörte, weil es vom Stickhuſten geplagt wurde, einen Rockknopf in die Luftröhre, ein Taſchentuch in den Mund geſteckt und ihm die Naſe zugehalten, bis es erſtickt war. Nach dieſer Tat hatte ſich der Angeklagte dann ruhig ſchla⸗ fen gelegt. Das Gericht ging über den Antrag des hatte, hinaus. Mitgliederſperre bei dem NS. — Berlin, 3. Okt. Der Chef des Kraftfahrweſens der SA und des NS K hat eine vorläufige Mit⸗ gliederſperre verfügt, die ab ſofort in Kraft tritt und ſowohl für die Aufnahme als aktives als auch als förderndes Mitglied gilt. Die Sperre wird zum ſtrafferen Aufbau des NSccd und zur Er⸗ ledigung der bisher geſtellten Anträge benutzt werden. Flugzeugunglück in der Schweiz — Dübendorf, 3. Okt. Am Dienstag verunglückte ein für die Diviſionsmanöver eingeſetztes Flugzeug im Kanton Zürich. Die Beſatzung wurde offenbar vom Nebel überraſcht. Beim Aufſchlagen geriet das Flugzeug in Brand. Während der Pilot mit ſchweren Brandwunden davonkam, wurde der Beobachter durch den Aufſchlag ſofort getötet. Er blieb in den Flammen des brennenden Flugzeuges zurück. 33 Todesopfer eines Waldbrandes — Los Angelos, 4. Okt. Bei einem Wald⸗ und Buſchbrand in Griffith Park oberhalb von Hollywood kamen geſtern nachmittag von den dort mit Not⸗ ſtandsarbeiten beſchäftigten Arbeitern 33 in den Flammen um und ungefähr 100 erlitten ſchwere Brandwunden. Das Feuer iſt angeblich durch die Nachläſſigkeit eines Rauchers verurſacht worden. 1 haben die Flammen 2000 Acres Parkland zerſtört. Gegenwart und Vorgeſchichte Vortrag im Altertumsverein In die Welt der Vorgeſchichte führte der Vor⸗ trag von Studiendirektor Dr. Siegfried Kad⸗ ner, Berlin, über„‚das Kulturbewußtſein der Gegenwart und die deutſche Vor⸗ geſchicht“. In der Hinwendung zur Vorgeſchichte ſteht er eine Aenderung der Denkweiſe. Nicht mehr das logiſch⸗ begriffliche Erkennen, das von Begriff zu Begriff fortſchreitet in eine luftleere Gedanken⸗ welt, wird das Denken beherrſchen, ſondern ein auf beſtimmte Ziele ausgerichtetes und von einem völ⸗ kiſchen Streben durchdrungenes Denken, das ſich zu⸗ letzt gründet auf ein inſtinkthaftes, ahnendes Er⸗ kennen, wie es ſich in Mythus und Symbol aus⸗ drückt. b Die Vorgeſchichte hat als Archäologie zuerſt einmal auf den Wahrheitsgehalt der Sagen auf⸗ merkſam gemacht. Das großartigſte Beiſpiel iſt die Ausgrabung von Troja durch Schliemann. Dacqus ging noch weiter. Er ſetzte die Mythen über die Ent⸗ ſtehung der Erde und der Welt in Verbindung mit der naturwiſſenſchaftlichen Forſchung unſerer Tage, allerdings nicht ohne den heftigſten Widerſpruch ſei⸗ ner engeren Fachgenoſſen. Ueberall dringt eine an⸗ dere Wertung des Wiſſens durch, das ſich in münd⸗ licher Ueberlieferung als koſtbares Volksgut erhal⸗ ten hat, das leider erſt ſpät, nämlich in der Roman⸗ tik geſammelt wurde, die man eigentlich Germantik heißen müßte. War ſie doch nach der durch Karl den Großen eingeleiteten Abwendung die endliche Hin⸗ wendung zu den Quellen deutſchen Volkstums, die aus der Not geborene Selbſtbeſtnnung, die ganz neuen Wegen menschlichen Erkennens die Bahn frei machte. Das wichtigſte Ergebnis iſt wohl die Ent⸗ ſtehung der Volkskunde, die Erforſchung der Sitten und Gebräuche der Völker und deren Ver⸗ 15 gleichung. Denn von hier aus iſt man zu ganz neu⸗ artigen Anſichten über die Geſchichte der Kultur ge⸗ . Man kann heute es als ſicher betrachten, daß vor dem geſchichtlichen Eindringen öſtlicher Kul⸗ 5 turerſcheinungen gegen Weſten hin eine Ausbreitung 1 5 in umgekehrter Richtung von Weſten nach Oſten hin in vorgeſchichtlicher Zeit vor ſich gegangen iſt. Die Ausgrabung alter Begräbnisſtätten in Irland, in der Bretagne, in Spanien hat es wahrſcheinlich ge⸗ macht, daß wohl im Zuſammenhang mit geologiſchen und klimatiſchen Veränderungen Völker ihren Kul⸗ turſtil bis nach Kreta und Aegypten getragen haben. In den Obelisken und Pyramiden haben wir die Ausläufer der nordiſchen Monolithen und Dolmen zu ſehen, und zwiſchen dem ſpitzgiebeligen germani⸗ ſchen Holzhaus und dem Giebel der griechiſchen Tempel beſteht„blutmäßiger“ Zuſammenhang. Die Erzeugniſſe der Waffentechnik der vorgeſchichtlichen Germanen kamen auf dem Handelsweg bis nach Aegypten. Hermann Wirth hat das in ſeiner Tragweite heute vielleicht noch gar nicht abzuſchätzende Ver⸗ dienſt, die Denkweiſe und den Lebensſtil des polnahen arktiſchen Menſchen aufgedeckt und ſein Vorhanden⸗ ſein von Grönland bis nach Perſten durch die viel⸗ ſeitigſten Belege nachgewieſen zu haben. Was er ur⸗ ſprünglich nur als haltloſe Ahnung ausgeſprochen zu haben ſchien, wird immer mehr beſtätigt durch Aus⸗ grabungen und anthropologiſche Forſchungen, nicht zuletzt aber auch durch einen weitverbreiteten Beſtand von Symbolen und Runen, die ſich an Waffen und Schmuckſtücken, in Mythen und geſchichtlichen Epen finden. Der Redner zeigte das an der bibliſchen Er⸗ zählung von dem Baum des Lebens, der von der Schlange bewacht wird, von dem Apfel, der ein Sinn⸗ bild der Sonne iſt und der in der Sage von Herkules ebenſo eine Rolle ſpielt wie in dem Märchen von der Frau Holle, zu deſſen Ausdeutung leider die Zeit micht mehr reichte. Der Redner hat es ausgezeichnet verſtanden, den Weg in ein Neuland zu weiſen, und hat die Zuhörer ahnen laſſen, welche große Neuordnung in unſerem Bildungsweſen ſich allmählich wird noch vollziehen müſſen, damit Deutſchlands Erneuerung Wirklichkeit werde. Denn es handelt ſich tatſächlich um eine Er⸗ neuerung des Denkens, um eine Neugeburt deutſchen Geiſtes, um die Schaffung eines neuen Kulturbe⸗ wußtſeins aus dem Geiſte, den uns die übliche wiſ⸗ ſenſchaftliche Geſchichte allzuleicht verdeckte und den nun die Vorgeſchichte wieder lebendig macht. K. B. r Eoͤwin Fiſcher konzertiert Händel, Liſzt, Chopin und Schubert Edwin Fiſcher, nicht mehr der Jüngſte unter den Pianiſten von Ruf, ging mit einem geradezu un⸗ bändigen Temperament ans Werk. Es war ſchon ein wenig befremdend, ihn ſtürmend mit überſteiger⸗ ter kraftgenialtſcher Wucht gegen Händel, Liſzt, Cho⸗ pin und Schubert anrennen zu ſehen. Die eruptive Art des Zupackens hat zwar bei Werken ſo ausgeſucht improviſatoriſchen Charakters und uneingeſchränkter kompoſitoriſcher Freizügigkeit wie die D⸗Moll⸗Suite Händels ihre Berechtigung. Auch die Dämonie der Dante⸗Sonate von Liſzt, ferner Chopins von un⸗ gezügelter Leidenſchaft augetriebene G⸗Moll⸗Ballade und ſeine in robuſter Gewalt ſich hochreckende Polo⸗ naiſe in kis⸗Moll kommen der ſtrotzenden Urkraft dieſes nachſchaffenden Muſtkernaturells ſehr ent⸗ gegen, bringen es aber andererſeits in hohe Gefahr, des Guten zu viel zu tun und die Grenzen zu ſpren⸗ gen, die auch den mit feurigſtem Temperament ge⸗ ſtaltenden Künſtler vom reinen Virtupſen trennen. Selbſt die hochentwickelte Anſchlagskultur und Griff⸗ ſicherheit, über die Fiſcher in bewundernswertem Maße verfügt, werden wankend und in ihrer Klar⸗ heit getrübt bei ſo viel überhitztem Draufgängertum. Ging doch Fiſcher in Entfeſſelung ſeines furioſen Elans ſo weit, daß er an ekſtatiſchen Gipfelpunkten den dröhnenden Taſtenſchlag noch durch Stampfer mit dem linken Fuß erhöhte Wirkung zu geben ſuchte. Mit wieviel poetiſchem Gefühl, entzückender Leich⸗ tigkeit und perlender Brillanz dieſer Pianiſt zu ſpie⸗ len verſteht, zeigte er im Vortrag des Nocturnos in Des⸗Dur(Opus 27) von Chopin und ſpäter in dem zugegebenen Adagio der Pathetique⸗Sonate von Beethoven. Auch in Schuberts reichangelegter Wan⸗ derer⸗Fantaſie mit ihrer unerſchöpflichen Fülle melo⸗ diſcher Eingebungen erſchienen die Iẽnriſch geſtimmten Stellen in beherrſchter und gebändigter Kraft und ohne jede Weichlichkeit. So blieb immerhin neben dem himmelſtürmenden und nach außen wirkenden muſikaliſchen Kraftmenſchen der feine, ſauber geſtal⸗ tende, echt und innerlich empfindende Künſtler er⸗ kennbar, der in fröhlicher Gebelaune ein Füllhorn von Zugaben über die ſich ſehr dankbar zeigenden Zuhörer ausſchüttete. 1 Vom Nationaltheater. Die erſte Wiederholung der erfolgreichen„Zauberflöte“⸗Inſzenierung findet am kommenden Sonntag ſtatt. Auch Suder⸗ mann's„Heimat“ wird in der Neueinſtudierung im Neuen Theater am Sonntag wiederholt. Ein unbekannter Holbein entdeckt. Wie aus London gemeldet wird, iſt im Schloß Howard bei Nork ein bisher unbekanntes Holbeinbild, ein Porträt Heinrichs VIII., zum Vorſchein gekom⸗ men. Das Gemälde, das im„Daily Telegraph“ ab⸗ gebildet wird, muß zu den größten Meiſterwerken Hans Holbeins gezählt werden. An der Echtheit des Bildes beſteht kein Zweifel, da die Signierung des Künſtlers mit der Jahreszahl 1542 noch deutlich er⸗ kennbar iſt. Das Bild war unter vier Uebermalun⸗ gen verborgen. Eine Ehrenrettung des Saxophons. Auf Vor⸗ ſtellung des ſächſiſchen Wirtſchaftsminiſteriums hat der Reichsminiſter für Volksaufklärung und Propaganda, wie wir von amtlicher Seite erfahren, eine Ehrenrettung des Saxophons vorgenommen. Das Verbot der Jazz muſik, der ſogenannten Negermuſtk, hatte ver⸗ ſchiedentlich die Meinung entſtehen laſſen, daß nun auch der öffentliche Gebrauch der Muſikinſtrumente unterſagt ſei, die bei der Darbietung dieſer Art Muſik hauptſächlich verwendet wurden, im beſon⸗ deren alſo der Gebrauch des Saxophons. Dieſe Auffaſſung hat auch die nachteilige Wirkung gehabt, daß der Umſatz von Saxophonen erheblich zurückging. Das alles geſchah aber ganz z u Unrecht, denn das Saxophon iſt an der„Neger⸗ muſik“ völlig unſchuldig. Es wurde von Adolf Sax in der erſten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfunden, alſo zu einer Zeit, in der noch niemand ans Jazzen dachte. Verwendet wurde es vornehmlich in der Militärmuſik. Ein Anlaß zur Einſchränkung ſeines Gebrauchs, ſo erklärt das Propagandaminiſterium, beſteht daher nicht. Das Saxophon iſt vielleicht von allen Blasinſtrumenten gerade dasjenige, das am vollkommenſten den Ausdruck beherrſcht. Die Klang⸗ ſarbe bleibt ſtets vibriexend wie ein Violongella, dem Engliſchhorn und der Klarinette. In neuerer Zeit werden Saxophone ſogar in Sinfonien verwendet, 3. B. bei Bizet. Es beſtehen daher keinerlei Be denken, das Saxophon auch weiterhin für gute Mu ſik zu verwenden. taktiſchen Gründen * 5 und geſt von Re ſcha der tert Der übe krei geſe die tern mar lan, zu 8 ben ich oder daß Klaf gege in d laut dem muf zu 1 ſen, das erten von die den benen zu nöe ger. sia men, t hat. e in 3 die uerte 7 und 1 10 helm tigen Kri⸗ treif⸗ ſeſt⸗ täter eidet, ngen lt land⸗ jhurde erur⸗ [tes vom die und Nach ſchla⸗ des diert 5 ſens dit⸗ draft als wird Er⸗ rden. ückte ges Urde agen Bilot der Er uges Mittwoch, 4. Oktober 1933 Neue Mannheimer Zeitung Mittag⸗Ausgabe 3. Seite Nummer 458 Mannheim, den 4. Oktober 1933. Aufruf der Industrie- und Handels- kammer Mannheim für die Winterhilfe Der Führer hat zu dem großen Winterhilfswerk (WH.) des deutſchen Volkes aufgerufen, mit einer eindringlichen Mahnung zur lebendigen nationalen Solidarität des deutſchen Volkes. Es iſt der Wunſch des Führers, daß kein deutſcher Volksgenoſſe hungere oder friere. Unter großen Anſtrengungen iſt es ge⸗ lungen, die Arbeitsloſigkeit beträchtlich zu vermindern. Die Not iſt aber noch groß, beſonders in dem Han⸗ delskammerbezirk Mannheim⸗ Heidelberg, der im Verhältnis zum Reich durch die große Zahl der Ar⸗ heitsloſen ſtärker belaſtet iſt. Es ergeht deshalb an alle diejenigen, die noch in der Wirtſchaft ſtehen und geben können, der Aufruf zu rückhaltloſer Opferbereitſchaft.„Je⸗ der muß verſtehen, daß ſein Leben nur dann im Sinne einer wirklichen Volksgemeinſchaft einen Wert hat, wenn dieſes ſein Geben ein Opfer bedeutet.“ Die unvergleichlich viel größere Not in unſerem Bezirke rechtfertigt es, daß die Spenden für das Winterhilfswerk zunächſt an unſeren Bezirk über⸗ wieſen werden. Das Winterhilfswerk des deutſchen Volkes 1933/34 ſteht unter der Führung der NS.⸗ Volkswohlfahrt e. V. Zahlungen in Mannheim ſind zu leiſten an die Kreisgeſchäftsſtelle Mannheim der NS.⸗Volkswohl⸗ fahrt e.., Mannheim, B 1, 10/12, Poſtſcheckkonto Karlsruhe Nr. 16122; Städtiſche Sparkaſſe Mann⸗ heim, Konto Nr, 3386, Zahlungen im Kreiſe Heidel⸗ berg ſind zu. an Friedrich Merdes, Wieblingen, Adlerſtr. 45; Zahlungen im Kreiſe Mosbach ſind zu leisten an Nikolaus Hochſtetter⸗Mosbach, Bürger⸗ meiſter, Renz⸗Straße. Vom Proletariat zum Arbeitertum Auf Veranlaſſung der Deutſchen Arbeitsfront und des Kampfbundes für Deutſche Kultur ſprach geſtern abend im Nibelungenſaal in Anweſenheit von Kreisleiter Dr. Roth, Bürgermeiſter Dr. Reuter, Ladenburg und einer ſtattlichen Zuhörer⸗ ſchaft der Vorkämpfer für das Arbeitertum, Winnig, der durch ſein Buch„Vom Proletariat zum Arbei⸗ tertum“ in weiten Kreiſen bekannt geworden iſt. Der Redner äußerte ſich in tiefdurchdachten Worten über einen in 20 Jahren entſtandenen Gedanken⸗ kreis und führte aus, daß das, was er ſeit 15 Jahren geſchrieben hat, nur von denen nicht gehört wurde, die es hören ſollten: von den ſozialiſtiſchen Arbei⸗ tern. Die vor drei Jahren gemachte Feſtſtellung, daß man an der ſozialiſtiſchen Bewegung ſehen kann, wie lange ein Apparat ohne Seele laufen kann, hat nur zu raſch ihre Beſtätigung gefunden. Jeder denkende Arbeiter der am öffentlichen Le⸗ ben teilnimmt, wird vor der Frage ſtehen:„Wo bin ich und bin ich dazu da, ein Schickſal zu erdulden oder zu geſtalten?“ Die marxiſtiſche Antwort lautet, daß der Arbeiter eine neue Klaſſe iſt und zu der Klaſſe der Nichtbeſitzer gehört, die den Klaſſenkampf gegen den Kapitalismus zu führen hat, der wieder in der Revolution gipfelt. Die bürgerliche Antwort lautet, daß er ein Bürger wie die anderen auch iſt, dem aber Beſitz und Bildung fehlt, die er erwerben muß. Die eine Antwort iſt zu ſchlecht, die andere iſt zu wenig. Beide ſind dem gleichen Grunde entwach⸗ ſen, dem Geiſt einer Zeit der Aeußerlichkeiten. An das Innere, an die Seele dachte man nicht. Vor 150 Jahren trat ein Ereignis ein, das dem vor 900 Jahren ähnelte, denn wieder hatte ſich die Bevölkerung ſtark vermehrt. Das Ergebnis dieſer Entwicklung war eine neue Schicht, die des Arbeiters. Wie der hürgerliche Menſch die Aufgabe hatte, die Nation zu verjüngen, ſo hatte der Arbeiter die geiche Aufgabe, Träger eines neuen Lebensgeſetzes zu ſein und die Kräfte in die Geſchichte ſeines Vol⸗ kes hineinzutragen. Das Zeitalter des dinglichen Nutzens ſtarb dahin, aber wo blieb die Kraft, die die Laſt der Führung und der Verantwortung auf jugendliche Schultern nahm und weitertrug? Der Verſuch, dem Arbeiter eine neue beſchwingte Füh⸗ rung zu geben, wurde zu einer Tragödie der Ar⸗ beiterbewegung. Die deutſche Oberſchicht war ſchon im 19. Jahrhundert zerſpalten, ſtaatsfeindlich mit einem Haß gegen alles, was Staat, Gläubigkeit und gute Sitte hieß, beſeelt. Aus dieſer Schicht erhielt der deutſche Arbeiter ſeine erſten Führer und Bild⸗ ner, die die Arbeiterbewegung grundſätzlich auf falſche Bahnen lenkten. Man überſah, daß, wer zur Führung ſtrebt, das Ganze bejahen und ſagen muß:„Die Nation bin ich.“ Den Einfluß, den der Arbeiter nach 1918 erlangte, führte zu einer Kriſe und einer Erkrankung des Staates, denn der Staat war ſeiner Aufgabe nicht gewachſen. Der Staat hat aber die Aufgabe, Hüter der Macht nach außen und Hüter der Sitte nach innen zu Auguſt ſein. Was den ſtaatlichen Behauptungswillen trug, mußte ſich in den letzten Winkel verkriechen. Der Menſch galt als ſtaaatsfeindlich, der dieſen Staat groß und ſtark ſehen wollte. Die Schicht, die die Ver⸗ antwortung übernehmen ſollte, war nicht da und das Volk ſuchte Rettung vor dem Abgrund. Plötzlich tauchte der Gedanke des autoritativen Staates auf. Es ging aber ſehr langſam vorwärts, denn die deut⸗ ſche Art iſt ein ungeheuer ſtarker Wille zur Geſetz⸗ mäßigkeit. Viele machen es ſich nicht klar, wie ſchwer der Weg Adolf Hitlers geweſen iſt. Es iſt ein Zei⸗ chen unerhörter Willenskraft, daß es Hitler gelungen iſt, dieſen Weg zu gehen. Was alles geſchieht, iſt äußerſt wichtig. Das Größte au ſeinem Werk aber iſt, daß er dem deutſchen Arbeiter wieder den Weg zu ſeiner nationalen Beſtimmung gezeigt hat. Wir ſehen in Muſſolini, Macdonald und Hitler drei von unten gekommene Arbeiter und zugleich das Ge⸗ 7 der Geſchichte, daß der junge Menſch mit unver⸗ brauchter Kraft die Geſchicke des Volkes führt. Wir ſind berufen, einem neuen Zeitalter den Anfang zu linken die Firma herzlich beglückwünſchen, Einführung des Polizeiprüfidenten Abſchied von Regierungsrat Sackſofsky Polizeipräſident Dr. Ramſperger Montag die Dienſtgeſchäfte übernommen. Geſtern nachmittag ſtellte Innenminiſter Pflaumer den neuen Polizeipräſtdenten der geſamten uniformier⸗ ten Polizei vor und verabſchiedete den nach Karls⸗ ruhe verſetzten eee Polizeipräſidenten Sackſofſky. Der feierliche Akt vollzog ſich im Hofe der Polizeiunterkunft überm Neckar, auf dem ſämtliche abkömmlichen Polizeimannſ chaften in zwei hat am Gliedern und die Beamten der Kriminal⸗ und Fahn⸗ dungspolizei und der ſonſtigen Abteilungen des Polizeipräſtidiums mit Kriminalrat Lüthy und Oberinſpektor Schwab an der Spitze in vier Gliedern in einem nach dem ehemaligen Exerzier⸗ haus offenen Viereck Aufſtellung genommen hatten. Polizeipräſident Dr. Ramſperger Am rechten Flügel ſtand die Standartenkapelle, am eine SA⸗ und SS⸗Abteilung, die ſich aus Abordnungen verſchiedener Stürme zuſammenſetzte. Zur Begrüßung des Miniſters hatten ſich Landes⸗ kommiſſär Dr. Scheffelmeier, die Regierungs⸗ räte Dr. Leiber, Sackſofſky, Dr. Compter und Dr. Schultheiß, Landgerichtspräſident Dr. Hanemann, Oberſtaatsanwalt Dr. Bammes⸗ berger, Gendarmerieoberſt Schmidt⸗Eber⸗ ſtein, Oberſtleunnant Demoll mit ſämtlichen Polizeioffizieren, Oberbürgermeiſter Renninger, Beigeordneter Dr. Zeiler, Standartenführer Feit, Kreisleiter Dr. Roth und Kreispropaganda⸗ leiter Fiſcher eingefunden. Zehn Minuten nach 4 Uhr kommandierte Oberſt⸗ leutnant Demoll„Stillgeſtanden!“ Miniſter Pflau⸗ mer war mit Polizeipräſident Dr. Ramſperger im Kraftwagen eingetroffen. Der Miniſter be⸗ grüßte die verſammelten Herren auf das freund⸗ lichſte, um alsdann unter den Klängen der von Muſikzugführer Homann ⸗Webau geleiteten S A⸗ Kapelle mit ſeinem Gefolge die Front abzuſchreiten. Anſprache des Miniſters Pflaumer Der Miniſter hielt alsdann mit weithin lender Stimme folgende Anſprache: Kameraden! Mannheim iſt ſeit Jahrzehnten als die rote Stadt in Baden bekannt geweſen. 70 000 marxiſtiſche Stimmen wurden in den letzten Jahren ſchal⸗ bereiten. Je ſchwerer die Aufgabe iſt, je größer wer⸗ den wir an ihr wachſen. Das iſt der Wille der Ge⸗ ſchichte, der Wille des lebendigen Gottes. Nach Schlußworten des Kreispropagandaleiters Fiſcher wurde die Kundgebung mit einem drei⸗ fachen„Sieg Heil!“ geſchloſſen. 15 80 Fahre Firma Joſeph Brunn Die altangeſehene Firma Joſeph Brunn be⸗ geht heute ihr SD jähriges Beſtehen. Aus dem Protokollbuch der Mannheimer Seifenſieder⸗ und Lichtermacherzunft wurde feſtgeſtellt, daß Seifenſieder Joſeph Brunn aus Heidelberg am 28. Juli 1853 bei der hieſigen Zunft ſeine Abſicht kundgab, ſich hier als Seifenſiedermeiſter niederzulaſſen und die Mei⸗ ſterprüfung abzulegen. Am 11. Auguſt 1853 erklärte die Zunft das aufgegebene Meiſterſtück des Meiſter⸗ rechtskandidaten Joſeph Brunn für ordnungsmäßig gefertigt, gut und meiſterhaft ausgeführt. Gegen die Aufnahme des„Suplikanten“ als Seifenſiedermeiſter in den hieſigen Zunftverband wurde nichts eingewen⸗ det für den Fall, daß er das hieſige Bürgerrecht er⸗ werbe und die amtliche Beſtätigung als Meiſter er⸗ halte. Die Taxen wurden folgendermaßen berechnet: Für zwei Zunftverſammlungen 12 Gulden, Meiſter⸗ geld 50 Gulden, Schaugebühren für das Meiſterſtück 3 Gulden, zuſammen 65 Gulden. Laut Eintrag im Bürgerbuch wurde Joſeph Bruun, der am 1. Januar 1823 geboren war, am 4. Oktober 1853 als Bürger in Mannheim angenommen. Das Einkaufsgeld betrug 125 Gulden. Zunächſt in D 6, 6 wohnhaft, führt ihn das Adreßbuch von 1860 als Hofſeifenſiedermeiſter in 2 1, 10 an. Das Haus ging wohl kurz vorher in den Beſitz des Herrn Brunn über. Am 1. Juni 1916 kaufte der Kaufmann Jacob Mayer, der einer alten Mannheimer Familie entſtammte, die Firma, die er bis zu ſeiner Erkran⸗ kung zu Oſtern 1932 ſehr gewiſſenhaft leitete. Seit dem Heimgang ihres Gatten führt Frau Eliſa⸗ beth Mayer das Seifenhaus in der Hoffnung weiter, daß ſich die Mannheimer Bevölkerung wieder ihrer Pflicht bewußt wird, ihre Einkäufe nur in gu⸗ ten, alten, reellen Geſchäften zu tätigen. Indem wir verbinden wir damit den Wunſch, daß ihre fetzige Inhaberin recht bald mit dem allgemeinen wirtſchaftlichen Wieder⸗ in Mannheim gezählt. Es iſt klar, daß nirgends in Baden die parteipolitiſchen Gegenſätze ſo ſtark in Erſcheinung traten als in Mannheim. Die Män⸗ ner, die ſich in Mannheim für das neue Deutſchland ſeit Jahren eingeſetzt haben, hatten ebenſo wie die Polizei einen harten Stand. Heute müſſen ſie er⸗ kennen, daß ihre damalige Aufgabe ſo grundver⸗ ſchieden war, daß ſie mehr oder weniger zu Geg⸗ nern werden mußten. Die Polizei muß erkennen, daß es nicht Raufluſt war, die dieſe Männer in Mannheim beſeelte, ſondern daß ſie ſich für eine große Idee, die heute zur Staatsidee geworden iſt, einſetzten und Gut und Blut für dieſe Idee opferten. Es waren Männer, die es verſtanden, ſich gegen einen überlegenen Gegner durchzuſetzen. Ihnen, der alten Garde, möchte ich heute an dieſer Stelle Dank und Anerkennung ſagen. Die nationalſozialiſtiſchen Kämpfer müſſen heute ihrerſeits erkennen, daß die Polizei in einer unmöglichen Situation ſtand, in keinem Volksſtaat, ſondern Parteienſtaat, in dem alle gegen alle kämpften. Diejenigen Polizeibeamten, die dem marxiſtiſchen Gift verfallen waren, ſind heute ausgemerzt. Ihr, meine Polizeikameraden, SA⸗, SS⸗ und PO⸗Leute, müßt heute erkennen, daß wir gemeinſame Arbeiten und gemeinſame Auf⸗ gaben haben. Dieſe Aufgaben ſind auch im neuen Staat keine leichten. Die Gegner ſind nicht tot. Sie leben und werden immer wieder verſuchen, wenn auch zwecklos, gegen den neuen Staat anzurennen. Seit der Machtübernahme hat Regierungsrat Sackſofſky hier die Geſchäfte des Polizeipräſi⸗ denten verſehen. Mit großer Umſicht und Tatkraft hat er ſeine Aufgaben erfüllt. Dafür ſage ich ihm heute Dank und Anerkennung. Er wird in der Folgezeit ein Amt ausüben, in dem ihm die reichen Erfahrungen in Mannheim zugute kommen wer⸗ den. Am heutigen Tage übernimmt Polizeipräſi⸗ dent Dr. Ramſperger die Geſchäfte des Polizei⸗ präſidiums. Ich ſtelle ihn hiermit vor. Polizeiprä⸗ ſident Dr. Ramſperger iſt ein ausgezeichneter Sol⸗ dat— er war Frontoffizier— und ein erfahrener Polizeijuriſt. Zu Dr. Ramſperger gewendet: Herr Polizeipräſident, ich erwarte von Ihnen, daß Sie in Kameradſchaft mit allen, die hier zuſammen ſind, an Ihre neue Aufgabe herangehen. Gehen Sie mit Mut und Enutſchloſſenheit an Ihre Aufgabe. Sie werden dabei die Unterſtützung der ſtädtiſchen und aller übrigen ſtaatlichen Behörden finden. Und die Kameraden fordere ich auf, vertrauensvoll mit ihrem neuen Chef an die Arbeit zu gehen. Geloben Sie es mir, indem Sie mit mir rufen: Unſer Reichs⸗ präſident, der Schirmherr des deutſchen Volkes, und der Reichskanzler, der Führer des deutſchen Volkes, Sieg Heil! Weithin brauſte das dreimalige Sieg Heil! über den Platz und ſetzte ſich in dem gemeinſamen Geſang des erſten Verſes des Deutſchland⸗ und Horſt⸗ Weſſel⸗Liedes fort. Miniſter Pflaumer begab ſich alsdann noch einmal in Begleitung des Standarten⸗ führers Feit zu den verdienten Kämpfern, die die SA⸗ und SS⸗Stürme und die Parteiorganiſation abgeordnet hatten, um Verſchiedenen die Hand zu drücken. Er unterhielt ſich auch mit den zum Empfang erſchienenen amtlichen Perſönlichkeiten und Parteigenoſſen, während ſich Regierungsrat Sack⸗ ſofſky von ihnen verabſchiedete. Um halb 5 Uhr be⸗ ſtieg der Miniſter wieder den Kraftwagen, um einer Einladung des Landeskommiſſärs zum Tee zu folgen. Vor der Polizeiunterkunft hatte ſich eine zahlreiche Menge angeſammelt, die den Miniſter lebhaft begrüßte. Ebenſo waren die auf den Platz führenden Fenſter der bewohnten ehemaligen Kaſernengebäude dicht beſetzt, während in nächſter Nähe nur einige Zivilperſonen und die Vertreter der Preſſe dem eindrucksvollen Einführungs⸗ und Abſchiedsakt beiwohnten. Sch. aufſtieg das Emporblühen ihres Geſchäftes erleben möge, das ſie mit ſo viel Zähigkeit und Pflichteifer leitet. * Polizeibericht vom 4. Oktober. Verkehrsunfall. Geſtern nachmittag wurde eine 3d4jährige Frau an der Straßenkreuzung P 7/ 6 von einem Radfahrer angefahren und zu Boden ge⸗ worfen, wobei ſie ſich leichtere Verletzungen zuzog. Da ſie ſtarke Kopfſchmerzen verſpürte, wurde ſie in das Allg. Krankenhaus gebracht. Zuſammenſtoß. Auf der Ilvesheimer Hauptſtraße ſtieß geſtern nachmittag das Einſpännerfuhrwerk eines Landwirts aus Ilvesheim beim Ueberqueren der Gleiſe mit einem Zug der OEG zuſammen. Drei Inſaſſen des Pferdefuhrwerks ſtürzten vom Wagen und trugen leichte Verletzungen davon. Das Pferd wurde ebenfalls verletzt. Der Sachſchaden an den beiden Fahrzeugen war nicht erheblich. Unfälle. Ein 61 Jahre alter Maurer ſtürzte geſtern am Friedrichsring zu Boden. Der Verun⸗ glückte, der eine Kopfverletzung davontrug, wurde mit dem Sanitätskraftwagen in das Krankenhaus ge⸗ bracht.— In einer Parkanlage ſtürzte geſtern nach⸗ mittag ein junger Mann beim Kaſtanienſchütteln vom Baum und zog ſich einen Unterarmbruch und eine Kinn verletzung zu. Der Verunglückte fand Auf⸗ Aufnahme im Krankenhaaus. Betriebsunfälle. Einem ledigen Schloſſer fiel geſtern nachmittag in einem Betrieb im Stadt⸗ teil Luzenberg ein Heizkörper auf den Oberſchenkel, wodurch er eine Prellung erlitt.— Eine ledige Ar⸗ beiterin brachte geſtern nachmittag in einem Be⸗ trieb in der Neckarſtadt den Arm zwiſchen ein lau⸗ fendes Band und eine Rolle und zog ſich eine Ober⸗ armverletzung zu. Die Verletzten wurden mit dem Sanitätskraftwagen dem Allgemeinen Krankenhaus zugeführt. Eutwendet wurde in der Nacht zum 30. Sept. von einem Hauſe in D 2 ein Firmenſchild aus Eiſen⸗ blech, 50 zu 60 Ztm. groß, weiß emailliert mit ſchwarzer Aufſchrift„Dreyfuß u. Siegel, Vertreter Heinrich Guggenheim, D 2,.“ * Seinen 60. Geburtstag feiert heute der Schrift⸗ leiter der Vereinszeitung des Turnvereins Mann⸗ heim 1846, Herr Heinrich Roſt, 1 78, Einen jähen Tod erlitt der 30jährige Dentiſt Ernſt. der in Feudenheim ſeine Praxis hatte. Die Patienten warteten mittags auf den Beginn der Sprechſtunde. Als man das Zimmer be⸗ trat, fand man Böhler tot auf dem Sofa liegen. Ein Herzſchlag war die Urſache des plötzlichen Hin⸗ ſcheidens. Der Geſangverein„Deutſche Einheit“ ver⸗ liert in Böhler in dieſem Jahre ſeinen 8. Sänger. Die Leiche wurde nach Würzburg überführt.— Fer⸗ ner ſtarb der 73 Jahre alte Schmiedemeiſter Jakob Müller, genannt der„Vetter B ein Meiſter von echtem Schrot und Korn. Der Kriegerverein verliert ein treues Mitglied. Hinweis Der Berliner Staats⸗ und Domchor in Mannheim Der berühmte Berliner Staats⸗ und Domchor 9158 heute abend in der Chriſtuskirche ſingen. Die Leitung des Chores hat Profeſſor Al⸗ fred Sittard, der als Nachfolger des langjähri⸗ gen Dirigenten Hugo Rüdel im Anfang dieſes Jah⸗ res nach Berlin berufen wurde. Profeſſor Sittard iſt in Stuttgart geboren, kam aber ſchon bald nach Hamburg und war ſchon als Unterprimaner Organiſt in der St. Petrikirche in Hamburg. Es folgten dann Studienjahre in Köln, Kapellmeiſter⸗Volontärjahre am Hamburger Stadttheater. In dieſer Zeit erhielt er den Mendelsſohn⸗Preis und auf Grund kurz darnach ſtattgefundenen Konzertes mit eigenen Kompoſttionen e er die Organiſtenſtelle an der Kreuzkirche in Dresden. 1912 erfolgte der ehrenvolle Ruf der Vaterſtadt Hamburg an die große Michaelis⸗ kirche als Organiſt. Er gründete hier den Michaelis⸗ Kirchenchor und brachte ihn durch planmäßige Er⸗ ziehungsarbeit bald zu größtem Anſehen. Mit einem großen Brahmsabend verabſchiedete ſich Profeſſor Sittard von den Hamburgern. Der Hamburger Se⸗ nat nahm den offiziellen Feſtakt der Brahmsfeier zum Anlaß, um den Künſtler durch die Verleihung der„für hervorragende Verdienſte um das Hambur⸗ ger Muſikleben“ geſtifteten Brahmsmedaille aus⸗ zuzeichnen. 5 Das Programm des Chors, das hier zum Vor⸗ trag gelangt, bringt eine erleſene Auswahl aus der reichen Literatur des Kirchengeſangs. Die herr⸗ lichen Stimmen, die der Chor in ſeinem Knaben⸗ und Männerchor vereinigt, geſchult in einer voll⸗ endeten Diſziplin und Chorerziehung, dürfte die Werke in reſtloſer künſtleriſcher Vollendung erſtehen laſſen. He. ensdesg . nb. 9035. lr 7 1 1 55 . 5 2 1 * 8— —— 5 5 5 2 7 —.— Tag* 1 57 18 N —— lerne O wolkenlos& heftet. O gad degeckt Wolz bedeckt segen. N Schnee& Ftaupeln ꝶ Nebel K Sew„Ounmastine. Os sehr leichter 0st wässiger Soosdgwest störmtzchet orowesd die Pfeſte fliegen mit gem winge die der gen sStavbonen stenengen Lag ten geben die lemperatot an. bie Uloſen verbingen orte mit gielchem auf Meeresniveau umgerechneſen Loſtoruck Bericht der Oeffeutlichen Wetterdieuſtſtelle Frauk⸗ furt g. M. vom 4. Oktober: Die eingedrungene polare und die über ihr liegende trockene abſinkende Luft begünſtigten in der vergangenen Nacht ſtarke Aus⸗ ſtrahlung und Abkühlung. Dies kam am beſten im Süden Deutſchlands zum Ausdruck, führte aber ſonſt in froſtbegünſtigten Lagen vielfach zu erſten Nachtfröſten. Die Berge ſind dagegen noch un⸗ verändert warm(Feloͤberg⸗Schwarzwald heute früh + 8 Grad). Mit einem neuen nördlichen Wirbel hat ſich bis nach Mitteldeutſchland hinein bereits eine Weſtſtrömung durchgeſetzt, doch werden gerade in Süddeutſchland die Tiefausläufer nur geringen Ein⸗ fluß gewinnen. Vorausſage für Donnerstag, 5. Oktober Bei auf Weſt drehenden Winden im ganzen etwas milder, ſonſt wolkig bis aufheiternd und trocken. Höchſttemperatur in Mannheim am 3. Okto⸗ ber. 16,7 Grad, tiefſte Temperatur in der Nacht zum 4. Oktober T 6, Grad; heute früh halb 8 Uhr + 7,1 Grad. Waſſerſtands⸗Beobachtungen im Monat Oktober. 7 1 1 1. hein⸗Vegel 30. 1 25 3. 4. Neckar⸗Begel] 1. Bea 2,45 2,312,312, 262,10. Breiſach, 1,561,451, 1,34 1,34 Mannheim. 2,75 ehl⸗ 2,81 2,72 2,68 3,52 2,54 Jagſtfeld Maxau.21 2 25 3,09 3,96] Heilbronn Mannheim. 290 284 2,08 2,04.60 Plochingen Kaub 1 1.65 1,640 Diedesheim. 0,45 Köln 1,471.45 1,39.30 1,230 a 2 ien voller Rüſtigkeit. eines 0 1 1 1 — ̃— — kurzer Gegenwehr feſtnahmen. lich dicht neben Möllersfelde zu Hauſe.“ 4. Seite/ Nummer 458 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 4. Oktober 1933 — Auf einer Eiſenbahnſtrecke in der Nähe von Brünn wurde ein verwegener Raubüberfall auf einen Kohlenzug ausgeführt. Am hellen Tage wurde der Zug kurz vor dem Bahnhof Alt⸗Lundenburg von etwa 50 Männern angehalten, die das Zugperſonal bedrohten und während der Fahrt unter Lebensge⸗ fahr aufſprangen. In fieberhafter Haſt wurden die Kohlenwagen geplündert, innerhalb ganz kurzer Zeit hatten die Räuber mehrere Zentner auf die Strecke geworfen. Die Diebe holten dann aus Verſtecken Wagen herbei, in denen die geſtohlenen Kohlen eilig fortgeſchafft wurden. Der Zugführer erſtattete auf dem nächſten Bahnhof Anzeige und man nahm ſofort die Suche nach den frechen Räubern auf. Der größte Teil der Bande konnte feſtgenommen werden. Trotz dieſes„Mißgeſchicks“ waren die Diebe ſo frech, in der Nacht eine zweite Abteilung auszuſchicken, die einen Güterzug überfallen ſollte. Die Bahnpolizei hatte jedoch Wachen aufgeſtellt, die die Burſchen nach Es wurde feſtgeſtellt, daß die Bande umfangreiche Vorbereitungen für ähnliche Wildweſt⸗Stücke getroffen hatte. . — Wichtige Entdeckungen in Grönland machte die Forſchergruppe Lauge⸗Koch. Sie iſt an Bord der beiden Fahrzeuge„Guſtav Holm“ und„Guſtan Godt⸗ haab“ aus Grönland zurückgekehrt. Dr. Koch äußerte ſich in Kopenhagen außerordentlich beriedigt. Der Dampfer„Guſtav Holm“ ſei bis zum 79,10. Grad nördlicher Breite vorgedrungen, was eine Höchſt⸗ leiſtung bedeute, da bisher noch kein Schiff ſo weit nordwärts vorgedrungen ſei. Man habe Landſtrecken unterſucht, die vorher noch kein menſchlicker Fuß be⸗ treten habe. Bei der Umfliegung der grönländiſchen Nordoſtküſte ſeien vollkommen kahle, wüſtenähnliche Landſtrecken ohne Niederſchläge und daher auch ohne Eisbildung oder Schnee entdeckt worden. Bei einem Erkundungsflug in nördlicher Richtung habe man die nördlichen Teile von Chriſtian⸗IX. Land unterſucht und die Beobachtungen des deutſchen Fliegers von Gronau beſtätigt gefunden. Es gebe dort mindeſtens vier Gebirgsſtöcke mit Bergſpitzen von 4000 bis 4200 Meter Höhe. Im ganzen ſei es von der Luft aus ge⸗ lungen, 30 000 Geviertkilometer in Landkarten auf⸗ zunehmen. Für dieſe gewaltige Arbeit mußten die Flugzeuge 40 000 Kilometer zurücklegen. Was die Goldfunde anbelange, ſo dürfe man ſich keinen über⸗ triebenen Hoffnungen hingeben. Die Goldmengen ſeten zu gering, um Ausbeutungswert zu haben. Sehr reich ſei die Ausbeute an Verſteinerungen. Man habe den Stammvater vieler zur Zeit lebender Fiſcharten entdeckt. 20 000 Verſteinerungen habe er in 50 Kiſten mitgebracht. Die Unterſuchung werde mehrere Jahre beanſpruchen. Der Dampfer„Guſtav Godthaab“ ſei von Skoresbyſund aus in einen Fjord eingedrungen, der nicht weniger als 300 Kilometer lang und 1450 Meter tief, zweifellos alſo der tiefſte und längſte Meereseinſchnitt der Welt ſei. * — In Boulogne meldete ſich ein junger Schotte bei der Polizei und bat, ihn zu der franzöſiſchen Fremdenlegion, von der er vor ſieben Jahren deſer⸗ tiert war, zurückzuſenden. Es handelt ſich um den jetzt 32jährigen Andrew Dunn aus Greenock in Schottland, der im Jahre 1926 aus einem Lazarett in Algier flüchtete und als blinder Paſſagier an Bord eines britiſchen Dampfers nach Europa her⸗ über kam. Es gelang ihm jedoch nicht, Arbeit zu bekommen. Er wanderte in den verſchiedenen Län⸗ dern umher. Endlich packte ihn die Sehnſucht nach ſeinem alten Regiment, das jetzt in Marokko ſteht, ſo heftig, daß er ſich freiwillig zurückmeldete. * — Es iſt eine bekannte Tatſache, daß der mütter⸗ liche Inſtinkt bei faſt allen Tieren ſehr ſtark ausge⸗ prägt iſt, und daß die Tiermütter bereit und fähig ſind, für ihre Brut die größten Opfer zu bringen. Seltener kommt es vor, daß der mütterliche Inſtinkt ſich auch auf Junge anderer Art auswirkt. Der Be⸗ Ganz England ſpricht zur Zeit von dem aben⸗ teuerlichen Schickſal der jungen Ellen Sylvpin, die noch vor Jahresfriſt der gefeiertſte Filmſtar Finnlands geweſen war, und der man ob ihrer zarten blonden Schönheit und ihrer glänzenden ſchauſpieleriſchen Begabung einſtimmig eine ruhm⸗ reiche Zukunft prophezeit hatte. Da kam plötzlich die Kunde von ihrem ſpur⸗ loſen Verſchwinden. Erkki Karu, der Direk⸗ tor der Filmgeſellſchaft, für die ſie gearbeitet hatte, war verzweifelt, doch auch die Eltern des Stars, ehrenwerte Paſtorsleute, konnten keine Auskunft geben, und die Nachforſchungen der Polizei blieben gleichfalls erfolglos. Die Kinobeſucher von Helſing⸗ fors riefen vergeblich nach ihrem angebeteten Lieb⸗ lnig, Ellen Sylvin war einfach verſchollen. Dieſer Tage nun kam der Regiſſeur einer engli⸗ ſchen Filmfirma zu Beſuch in den Landhaushalt der Baroneß Ufford und ſah dort eine wunder⸗ ſchöne Hausangeſtellte, deren friſcher ſchlichter Mäd⸗ chentyp ihm gefiel. Er glaubte, in ihr vielleicht eine lohnende Entdeckung für die Filmbühne gemacht zu haben. Die Herrin des Hauſes wußte nichts über ſie, als daß ſie ihre Arbeit ſtets pflichteifrig und fro⸗ hen Muts verrichte. So wandte er ſich an das Mäd⸗ chen ſelbſt. Wie groß war das Erſtaunen des Regiſſeurs, als ihm die blonde Kleine nach anfänglichem Zögern offenbarte, daß ſie ſchon für faſt drei Jahre in ihrer finniſchen Heimat ein berühmter Filmſtar geweſen war, ehe ſie ſich entſchloß, Helſingfors auf Nimmer⸗ wiederſehen zu verlaſſen. Nach den Gründen diefes ſonderbaren Entſchluſſes befragt, ſchilderte ſie die ſchweren inneren Kämpfe, die ſie damals durch⸗ gemacht hatte. Da war der Widerſtand ihrer aus dle Jen Fibmotam als Ataus und ſie mit Vorwürfen kränkten, Liebesaffäre finniſchen Armee, der ſtie wahnſinnig törichten Eiferſucht quälte, der nicht beſaß, ſie zu heiraten. war da eigener Ehrgeiz. Und ſchließlich ein Studio in Helſingfors, und unſere Filme wer⸗ den nur in Finnland und den kandinaviſchen Län⸗ dern gezeigt. Ich bekam es ſatt, weiterhin in meiner Heimat die Diva zu ſpielen. Das Ziel meiner Sehn⸗ ſucht war Hollywood, aber ſo weit reichte mein Geld nicht. Auch mußte ich ja erſt engliſch ſprechen lernen. So ging ich nach England und wurde eben Haus⸗ mädchen, weil ſich keine andere Chance bot. Und ich denke, daß ich auch in meinem neuen Beruf etwas geleiſtet habe.“ Stolz zeigte ſie ihre ſchmalen Hände, die jetzt die Spuren ſchwerer Hausarbeit trugen. Der Regiſſeur war begeiſtert von ſeiner Entdeckung, die doch keine wirkliche Entdeckung war. Ein Kabel nach Helfingfors beſtätigte die Darſtellung des ſchönen Mädchens. Immer zahlreicher laufen heute lockende Angebote bedeutender Filmgeſellſchaften bei der charmanten Ellen Sylvin in ihrer ländlichen Abgeſchiedenheit ein. Noch hat ſie ſich allerdings nicht gebunden. Aus der Heimatſtadt iſt nämlich inzwiſchen ein Brief ge⸗ kommen, den ein prächtiger junger Offizier mit vor Glück überquellendem Herzen geſchrieben hat. Er wird demnächſt zum Kapitän befördert werden, ſteht darin ſitzer einer Hühnerfarm in der engliſchen Stadt Nor⸗ folk hat beobachtet, wie eine Henne ein junges Kätz⸗ chen mütterlich betreute, als wäre es ihr eigenes Junges. Die Henne ſcharrte eifrig mit ihren Krallen ein Loch im Sande des Hühnerhofes. Nach Voll⸗ endung ihrer Arbeit verſchwand ſie für einige Zeit und kehrte dann zurück, ein kleines Kätzchen mit zärtlichem Gluckſen und Gackern hinter ſich her lockend. Sie tat ihr Möglichſtes, um das anſcheinend mutterloſe Kätzchen an das Loch heranzubringen, bis COPYRIGHT 188 B ULLSTEIN AG BERLIN Die Redler von Kruſen ROMAN VON CRT J. 8 RA UN 21 Der junge Mann rieb ſich verlegen das Kinn mit dem Handrücken und ſprach ziemlich zögernd. „Ich weiß nicht, ob Sie mich verſtehen werden. Es iſt auch bloß ſo'ne Idee von mir. Ich bin näm⸗ Kirchhoff hatte keine Ahnung, was und wo Möl⸗ lersfelde war, aber er nickte anerkennend. „Sehen Sie,“ ſagte der junge Mann,„ich ſag das zu Ihnen, weil die anderen, die werden mich aus⸗ lachen.“ Er holte tief Luft, als habe er ein überwäl⸗ tigendes Geſtändnis zu machen, und ſchoß plötzlich die Worte heraus:„Was halten Sie von Seiden⸗ raupen?“ Kirchhoff ſchwieg, weil er nichts von ihnen wußte. Der junge Mann neben ihm wurde erregt: „Das ſind nämlich Maulbeerbäume. Die ganze Zeit zerbrech ich mir ſchon den Kopf darüber, wie hier Maulbeerbäume herkommen. Gehen Sie da mal um die Ecke. Wir haben hier mindeſtens drei Mor⸗ gen Maulbeerbäume.“ Er ſchwieg und ſagte erſt nach einer Weile andächtig:„So etwas von Maul⸗ beerbäumen!“ Dieſe Unterredung hatte ungeahnte Folgen. Kirchhoff ſprach mit Ladenthien. Bei der nächſten Fahrt nach Berlin mußte Ladenthien einen Beſuch in Möllersfelde machen. Inzwiſchen war Schnee gefallen. Hatte man je⸗ mals die Welt ſo weiß geſehen? N Ladenthien, aus einem ſchmutzig⸗grauen Berlin zurückgekehrt, brachte die letzte Rate von der Bauk für Handel und Immobilien und überraſchende Kunde über Seidenraupen, die zunächſt einmal ganz unglaubwürdig klang, für deren Wahrheit er ſich aber Maulbeerbäume? Wo ſind ſie hergekommen? Juſta⸗ Fritz hat ſie gepflanzt!“ irgendwo etwas ganz Ausgefallenes los iſt, hats der alte Fritz gemacht. Tatſächlich. Er hat ein paar Tau⸗ ſend Morgen in Preußen angepflanzt— für die fran⸗ zöſiſchen Flüchtlinge. raupen gezüchtet. Man hats bloß ſpäter vernachläſſigt. Und davon haben wir ne Ecke erwiſcht.“ ſich den Mann, der die Maulbeerbäume entdeckt hatte um mit ihm einen Korn zu trinken. zimmer, eine Schlafkammer und Stallungen für ein paar Stück Großvieh, für einige Schweine und Ge⸗ Zahlen um ſich, ſo daß die meiſten ſeiner Zuhörer nicht folgen konnten. Tatſache blieb: es lohnte ſich, Seidenraupen zu züchten, wenn man Maulbeerblätter beſaß. Und die beſaß man. Die Unkoſten waren gering. Ein Gramm Eier, aus dem man über kauſend Raupen ziehen konnte, koſtete nur ein paar Pfennige. Der Abſatz? Ueberaus leicht, da Deutſchland jährlich für einige hundert Millionen Mark Rohſeide einführt. Außer⸗ dem behauptete Ladenthien kühnlich, die deutſche Seide ſei in Reißfeſtigkeit und anderen Eigenſchaften allen anderen europäiſchen Seiden durchaus überlegen, auch die Kokons ſeien um einige hundert Meter ergiebiger. Nicht zu glauben, aber wahr. Die not⸗ wendigen Vorkenntniſſe könne man ſich innerhalb weniger Tage in Möllersfelde aneignen. Alſo werden wir kurzerhand Millionäre? Nicht doch, aber in den paar Sommermonaten kann dadurch jeder Züchter mühelos einige hundert Mark nebenbei verdienen. Warum es nicht viel mehr Leute wiſſen? Weil es zu wenig Maulbeerbäume iht. .„Und hier in Kruſen gibt es!“ fragte Kirchhoff ſtaunend.„Warum in aller Welt gibt es in Kruſen ment in die Grenzmark?“ Ladenthien lächelte matt: „Man ſoll es nicht für möglich halten— der alte Dröhnendes Gelächter. Wer? „Ihr könnt ruhig lachen, aber es ſtimmt! Wenn Die haben hier auch Seiden⸗ „So doll iſt die Welt,“ ſagte Kirchhoff und ſuchte * Eines Abends geſchah etwas Unangenehmens. Kirchhoff wohnte ſchon in einem der kleinen Sied⸗ lungshäuſer. Jedes Haus war für eine Familie be⸗ ſtimmt und beſaß eine große Wohnküche, ein Schlaf⸗ verbürgte. An Hand ſeines Notizbuches warf er mit flügel. Das Ganze ein viereckiger Kaſten mit einem In einem Pariſer Vorort wird gegenwärtig eine Landhaus⸗Siedlung gebaut, deren einzelne Häuſer von wolkenkratzerartigen Türmen überragt ſind. Man hofft, durch dieſe überfüllte Innenſtadt von Paris zu entlaſten. geräumige Siedlung die ſie es glücklich darin verſtaut hatte. Dann ſetzte ſie ſich darauf und bedeckte es mit ihren Flügeln, ge⸗ rade ſo, als handle es ſich um ihre Küchlein. Das Kätzchen ließ ſich dieſe Betreuung auch gern gefallen und ſchaute befriedigt unter dem Flügel der Henne hervor. Die Henne ſetzte ihre einmal begonnene Aufgabe auch getreulich fort und bemutterte das Katzenkind hingebungsvoll acht Tage lang. Dann wurde das Adoptivkind in menſchliche Pflege ge⸗ nommen. Eltern, die ihren Beruf als unchriſtlich betrachteten da war ferner die mit einem jungen Leutnant der mit ſeiner einſehen wollte, daß ihr die Partner, mit denen ſie glühende Liebesſzenen ſpielen mußte, und all die vielen enthu⸗ ſiaſtiſchen Verehrers aus den Reihen des Publikums gar nichts bedeuteten, und der doch nicht die Mittel ihr „Sehen Sie“, ſagte Ellen lächelnd,„wir haben nur Der Automat als Poſtamt Eine Berliner Automatenfabrik hat einen Apparat geſchaffen, ber in ſich ein kleines Poſtamt birgt. Man kann z. B. einen Brief und den dazugehbrigen Geldbetrag einwerfen, wonach der Apparat ihn automatiſch mit Datumsſtempel und Entwertungs⸗ zeichen verſteht und ihn direkt in den Briefkaſten befördert. Der Automat wird erſtmalig auf dem im Februar 1934 ſtattfindenden Kongreß des Weltpoſt⸗ vereins gezeigt werden. — Nach den Forſchungen japaniſcher Gelehrter wird das japaniſche Kaiſerreich im Jahre 1940 ſein 2600jähriges Beſtehen feiern können. Am 11. Februar des Jahres 660 vor Chr. legte der Enkel der großen Göttin Nippon den Grundͤſtein des jetzigen Kaiſer⸗ reiches. Dieſer Kaiſer war der erſte Herrſcher aus der noch heute in Japan regierenden Dynaſtie Die Tatſache, daß eine Dynaſtie ſo lange in einem Lande regiert hat, ſteht in der Geſchichte der Menſchheit ein⸗ zig da. Der jetzige Kaiſer Hirohito iſt der 123. Nach⸗ fahr des erſten Kaiſers Jimo⸗Tennd. Somit iſt Jas japaniſche Kaiſergeſchlecht bedeutend älter als das Geſchlecht des Religionsſtifters Konfuzius, deſſen Nachfahren heute im 77. Glied ſtehen. Zur Feier dieſes Jubiläums beabſichtigt Japan, im Jahre 1940 in Tokio eine Weltausſtellung zu veranſtalten, mit welcher die 12. Olympiade verbunden wird. Dieſe Ausſtellung ſoll nach den Entwürfen der Regierung das kulturelle Leben Japans von den älteſten Zeiten bis zur Gegenwart veranſchaulichen. Sie dürfte für die Wiſſenſchaft von außerordentlichem Wert ſein, da mit gewiſſen Schwierigkeiten verbunden iſt. Die Aus⸗ ſtellung wird am g. April 1940 eröffnet werden und ſoll ſieben Monate dauern. Disarteron Erhölflich in Apothehen Dach darüber. Für Schönheit zu ſorgen, blieb jedem allein überlaſſen. Kirchhoff ſaß einſtweilen allein in einem der Häu⸗ ſer. Spät abends klopft es. Grete kam. Er ließ ſie ungern herein und verſchloß die Tür von innen. „Sehr unvorſichtig von dir,“ ſagte er.„Wenn du hier herüberkommſt, kann man dich aus allen Fen⸗ ſtern ſehen.“ Sie ſchob die Schultern hoch. „Man ſoll mich aus allen Fenſtern ſehen.“ Sie warf eine Zeitung auf den Tiſch: „Schon geleſen?“ Nein, er hatte in den letzten Wochen nur wenige Zeitungen geleſen. Es war beſſer, von der Welt nichts zu hören. Als er das Blatt öffnete, ſah er als erſtes wieder ſeinen Namen. Seine Stirn. faltete ſich ſenkrecht. Schon wieder der Kirchhoff⸗Skandald Gab es überhaupt nichts anderes mehr? Dann wurde er gefeſſelt. Das Auslieferungsverfahren gegen Schneider— ach, Schneider war verhaftet? Ja. Nicht nur das. Er wurde als ſchwerkranker Mann nach Deutſchland gebracht. Schlaganfall bei der Verhaftung. Drei Wochen Pflege, ehe man ihn der Juſtiz ausliefern konnte. Aber nun war es ſo weit. Der große Pro⸗ zeß konnte beginnen.„Enthüllungen bevorſtehendl Nur einer der Haupttäter fehlt: Kirchhoff. Aber das Verfahren wird ohne ihn beginnen. Uebrigens iſt man dem geflüchteten Generaldirektor nunmehr end⸗ gültig auf der Spur. Nach einwandfreien Bekundun⸗ gen hat man ihn zuletzt in Mexiko geſehen.“— „Schick mir Ananas aus Veracruz,“ ſagte Grete, ſetzte ſich auf den Tiſch und ließ die Beine baumeln. „Gibt es dort überhaupt Ananas?“ Kirchhoff war verärgert. „Mach nicht ſolch dumme Witze. ſehr ernſt.“ Sie ſah ihn faſſungslos an. „Ach du lieber Gott, der Herr ſind nervös?“ Sie rutſchte auf der Tiſchkante bis dicht neben ihn und griff in ſeine Haare.„Warum ſind der Herr ſo un⸗ nett zu mir“ g „Verſtehſt du das nicht“ Sie lachte zärtlich. „Wenn du mich ſo fragſt— nein.“ Ihr Geſicht ſuchte das ſeine, aber Die Sache ig er wich aus und hob noch einmal Sie ſchwieg betroffen, Schultern: „Du! Unterſteh dich!“ „Iſt auch ein blöder Einfall,“ Ueberzeugung und duldete ihre Hals. . dann nahm ſie ihn bei den ſagte er endlich ohne Arme an ſeinem Draußen knirſchte der Schnee. Schritte kamen und hörten an der Tür auf. Es klopfte. Einen Augenblick ſtanden ſie beide ſchweigend da und ſahen auf die Tür. Dann begriff Grete zuerſt. Es war nur ein warnender Blick dann war ſie hinter der Tür zum Nebenraum verſchwunden, noch ehe Kirchhoff ſich erheben konnte. Er hatte ein ſehr ſchlechtes Gewiſſen, als er öffnete, und er hatte recht. Der Doktor Friedrich Ladenthien ſtand fröſtelnd draußen. „Verzeihen Sie,“ ſagte dieſer junge Mann,„haben Sie ſchon geſchlafen? Da hat ſich eben etwas zuge⸗ tragen, ich wollte noch raſch ſprechen.“ Er kam herein und wärmte Ofen. Sein Geſicht war blaſſer und unbeweglicher als je. Er putzte ſeine Brillengläſer, die in dem warmen Raum sofort angelaufen waren, und ſagte: „Böſe Geſchichte. Siebert und Pfahl ſind auf dem Gutshof aneinandergeraten.“ „Weswegen?“ „Was, weswegen. Wegen Die Kleine vom Milchwagen, immer Krach deswegen ſich an dem eiſernen ſo einem Weibsſtück. f wiſſen Sie. Hat ſchon N 0 gegeben.“ Er zögerte ein wenig, ehe er fortfuhr:„Pfahl iſt mit dem Meſſer losgegangen. Der Stich bei Siebert iſt ungefährlich. Aber Kiekebuſch hält Volksreden und will den Pfahl zu den Botokuden ſchicken, und die anderen haben ein⸗ ſtimmig beſchloſſen, daß Meſſerſtecher auf der Stelle rausfliegen. Was macht man da?“ Kirchhoff holte tief Atem. „Da kann man gar nichts machen.“ „Rausfliegen laſſen?“ e Ladenthien nickte bekümmert. f„ 15 binn Jeſſerſtecher auch kein Verſtänd⸗ Is. Aber leid tut's einem doch. Daß in i Weibergeſchichten—“„ 0 Er wanderte zur Tür. Plötzlich blieb er ſtehen ſein ſchmales, verſchloſſenes Ge⸗ blickte an ihr vorbei „Gehört ſich eigentlich, daß ich jetzt auch hinfahre.“ ſicht. gra und verfallen ſein Geſicht wirken konnte. Kirchhoff hatte eigentlich noch nie bemerkt, wie die nähere Erforſchung Japans noch heute immer eee ee, eee ee enger deere. 3 2 N mit Ihnen darüber 5 eines ſchla⸗ Ve iſt n Iich eine Erne die 1 desh. ber d wird denn Lig D nie d nen Dara den verſté dauli aber wird ſten 1 unnö! rufsn Iichken Saft bereit wird. und k mäßig iſt da und s grüne auch feſtgeh Mittwoch, 4. Oktober 1933 8g eue der N Zeit ung D 144. Jahrga ng/ Wir machen eine Traubenkur! Goldig ſchimmernd liegen die Weintrauben vor unſeren Augen in Kiſten und Körben ausge⸗ breitet. Sie erzählen von ſonnigen nbergen und fröhlicher Leſe. Wir können nicht widerſtehen und geben uns dem Genuß dieſer herrlichen ſpäten Sommerfrüchte hin. Aber der Vorteil der Weintrau⸗ ben liegt nicht nur darin, daß ſie eine erfreuliche Bereicherung der Tafel darſtellen— regelmäßig ge⸗ noſſen, ſind ſie ein ganz hervorragendes Mittel zur Durchführung einer Blutreinigungskur, wo⸗ mit die Erreichung eines reinen, klaren Teints ver⸗ . bunden iſt. Und darüber hinaus iſt eine Traubenkur eines der wirkſamſten Mittel zur Erreichung der ſchlanken Linie. Vorausſetzung für den Erfolg einer Traubenkur iſt natürlich in erſter Linie, daß ſte mit Pünkt⸗ lichkeit durchgeführt wird. Außerdem iſt noch dean eine vernünftige Umſtellung der geſamten übrigen 1 5 Ernährung notwendig. Nicht jeder Magen verträgt 955 die überreichliche Zufuhr von Obſtſäure. Wenn ſich ſten deshalb ernſtere Beſchwerden einſtellen, ſo ſollte lie⸗ im ber der Rat des Arztes eingeholt werden. Allerdings hoſt⸗ wird dies nur in Ausnahmefällen erforderlich ſein, denn im allgemeinen iſt eine Weintraubenkur völ⸗ lig unſchädlich Der große Wert der Trauben liegt in erſter Li⸗ hrter nie darin, daß ſte bedeutende Mengen an Vitami⸗ ſein nen und dabei genügend Kalorien enthalten. ö ruar Daraus ergibt ſich ſchon, daß die übrige Ernährung oßen den Trauben angepaßt werden muß. Es iſt ſelbſt⸗ User, verſtändlich, daß während der Kur alle ſchwer ver⸗ daulichen Speiſen, viel Fleiſch, Kohlarten, vor allem aus aber jeder Alkoholgenuß fortfällt. Alkohol Die wird von allen unſeren Nuhrungsmitteln am ſchwer⸗ ande ſten vom Körper verarbeitet, und verträgt ſich in ein. keiner Weiſe mit irgend einer Obſtkur. ſach⸗ 3 Nach Möglichkeit ſollen Schalen und Kerne der Sas 5 Trauben nicht mitgenoſſen werden, da ſie den Magen das unnötig belaſten. Darum werden beiſpielsweiſe Be⸗ eſſen rufsmenſchen, die wenig Zeit haben, der Bequem⸗ eier lichkeit halber die Trauben auspreſſen und nur den 1940 Saft genießen. Am wirkſamſten iſt dieſer, wenn er 5 bereits auf nüchternen Magen genommen mit N wird. Wer jedoch einen empfindlichen Magen beſitzt dieſe und dabei unter Ueberſäuerung leidet, wird zweck⸗ ung mäßig vorher etwas Zwieback eſſen, auch Knäckebrot ten iſt dafür geeignet. Zur Traubenkur ſollen nur reife ſür und ſüße Beeren verwendet werden, blaue und gelb⸗ „ da grüne Trauben ſind gleich wertvoll. Wichtig iſt, daß mer auch die allgemeine Lebensweiſe der Kur lus⸗ angeglichen wird. Viel Bewegung in friſcher Luft, und regelmäßiger und ausreichender Schlaf in gut gelüf⸗ tetem Zimmer, nach Möglichkeit bei geöffnetem Fen⸗ 8 ſter, ſind notwendig, damit ſich wirklich eine vorhal⸗ ö tende Erfriſchung von Blut und Nerven einſtellt. Die Kur erſtreckt ſich über ſechs Wochen. Die Trauben werden in erſter Linie als Frühſtück ge⸗ noſſen, unter Beigabe von etwas Zwieback oder Knäckebrot. Das Mittageſſen und das Abendbrot heſchließt eine Traube, als Nachmittagskaffee wird eine Traube mit Zwieback verzehrt. 1 Die Mengen werden wie folgt verteilt: 1. Woche: 1 Pfund Trauben, auf den Vormittag verteilt, 2. Woche: 1% Pfund Trauben, bis auf die Nachmit⸗ tagsſtunden verteilt, 3. Woche: 2 Pfund Trauben, über den ganzen Tag verteilt, 4. Woche: 3 Pfund Trauben, über den ganzen Tag verteilt, 5. Woche: 2 Pfund Trauben, über den ganzen Tag verteilt, 6. Raffael: „Madonna mit Kind und Heiligen“ Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin. Gedanken eines Kindes/ Von Mae Jungnickel Das zehnjährige, hellhaarige Mädchen ihrem Bett. Liegt da, immer die Augen an der Stubendecke. Es geht etwas in ihr vor. Sie wird von einem Gedanken bewegt. Die Mutter kommt noch einmal ans Bett, um ihrem Kind ein liebes, leiſes Wort für den Schlaf zu ſchenken.— Da ſteigt plötzlich ein Ausdruck un⸗ beſchreiblicher Milde in die kleinen Augen. Das Kind zeigt auf die Beine und ſagt:„Das ſind doch meine Beine und das ſind meine Hände und das iſt mein Kopf. Aber das bin doch nicht ich. Das ſind doch nur meine Geſellen.“— Und während das Kind dieſe Worte ſpricht, ſteigt ein Ernſt in ihre Augen, der nichts Kindliches mehr hat.— Die Mutter weiß nicht, was ſie antworten ſoll. Sie muß noch einmal alles durchdenken: Hände, Beine, Kopf: das bin doch nicht ich.— Das ſind doch nur meine Geſellen.— Wahrhaftig, ein Gedanke aus der Gottesſtadt des Geiſtes. Von einer Zehnjährigen liegt in aufgefangen. Eine Geheimnisgröße hat ein Kind be⸗ rührt. Kurz vor dem Schlafengehen lief ein kleines Mädchen mit demütiger Herzensreinheit weit weg, bis tief ins Mittelalter hinein, in das Schuhmacher⸗ Mausloch des Jacob Böhme, haſchte ſich einen Stern aus dem Glänzen ſeiner Schuſterkugel, kehrte wieder zurück mit Siebenmeilenſtiefeln und liegt nun mit dieſem tiefen, ſeltſamen Stern da, ſieht ihn ganz deutlich, ganz lebendig und wahr funkeln, und weiß doch nicht, was es eigentlich damit anfangen ſoll. Ver⸗ wirrung und Erleuchtung glänzen in der Kinderſeele durcheinander. Ein Gedanke, den vor grauen Zeiten ein einſamer, geiſtiger und frommer Webvogel fand und über die Welt ſtreute und nun hier vor einer Kinderſeele, kurz vorm Augenſchließen wieder gefunden wurde. Die Mutter muß lange über die Weisheit ihres Kindes nachdenken. Immer muß ſie nachdenken über die Lotung ins Ewige, die das Kind unbewußt vor⸗ nahm. Jetzt will ſie dem kleinen Mädchen ein Wort antworten, wie ein koſtbares Geſchenk. Aber da ſchläft das Kind ſchon. Iſt ſchon weit weg, hat den großen Gedanken, den es vor einer Minute fand, wohl ſchon wieder verloren. Oder ſpielt es im Traume mit dieſen Gedanken wie mit göttlichen Ge⸗ ſpenſtern?— Wer weiß es!? Als ſich die Mutter andächtig, auf Zehenſpitzen, vom Bette wegſchleicht, iſt ſie froh, daß ſie dem Kinde das Wort„Ewigkeit“, das ihr ſchon auf den Lippen lag, nicht mehr zu ſagen braucht.— Es war ihr ordentlich bange geweſen, dem Kinde dieſes Wort an⸗ zu vertrauen. Hausfrau ſein heißt ſich zu helfen wiſſen Von Liſelotte Hennoch Gern will die Hausfrau Mann und Kinder mit einem Kuchen überraſchen. Zeit genug hätte ſie, und auch die Zutaten ſind vorhanden. Nur fehlt leider die Backform. In der Nähe bekommt ſie keine, und es iſt zu ſpät, um in die Stadt zu gehen. Was tun? Verſuchen wir es einmal mit einem Blumentopf, doch er darf nicht nach Erde riechen. Er wird ausgewaſchen, getrocknet— dabei muß die Luft helfen, das Waſſer aus den Poren zu ziehen— mit Papier ausgelegt und wie jede andere Kuchenform benutzt. Das Backwerk wird beſonders zart und ſchön, weil Ton das beſte Material zum Aufnehmen von Hefeteig iſt. * In einem unbewachten Augenblick brennen die Kartoffeln an. Beſtürzt ringt die Haus⸗ frau die Hände, weil ſie darob kein Lob aus dem Munde des Herrn und Gebieters ernten wird. Schnell den Schaden gut machen! Eine große Schüſſel wird mit kaltem Waſſer gefüllt, die Kar⸗ toffeln mit dem Topf, in dem ſie angebrannt ſind, hineingeſtellt und fünf bis zehn Minuten darin ge⸗ laſſen. Der brenzlige Geruch iſt ebenſo verſchwun⸗ den wie der ſcharfe Geſchmack. 1. Am Abend iſt es ſchon ziemlich kühl. Man will nicht immer bei geöffnetem Fenſter ſitzen und weiß nicht, wie man die Luft rein erhalten ſoll, falls in dem Zimmer geraucht wird. Wir feuchten einen runden Gummiſchwamm gut an, drücken ihn aus und befeſtigen ihn an der Lampe. Er fällt ö überhaupt nicht ins Auge, wirkt vielleicht wie eine 1 Verzierung und nimmt den ganzen Rauch in ſich auf. 75 Von Zeit zu Zeit abgenommen, friſch eingetaucht und wieder ausgedrückt an die Lampe gebracht, wirkt er als Rauchverzehrer und Luftverbeſſerer. * Das Kochwaſſer von Kartoffeln dient als vor⸗ zügliches Silberputzmittel. Salz freilich ſollte in dem Waſſer fehlen. Silberne Gabel und Löffel, die in das Kartoffelwaſſer getaucht, dann herausgenommen und abgerieben werden, glänzen wie neu und behalten lange ihren Glanz. 4. Auch eine gekochte Kartoffel wirkt bet Hausfrauenarbeit zuweilen Wunder Sind die Fin⸗ ger von Küchenverrichtungen fleckig, ſchwarz, häßlich, iſt die Handfläche hart, ſchwielig, dann zerreibe die Hausfrau eine gekochte Kartoffel in den Händen. 1 Alle Schäden ſind oft ſchon nach der erſten Anwen⸗ 19 dung des Mittels verſchwunden. * Herrenwäſche iſt beim Bügeln beſonders empfindlich. Man kann ſie bei größter Mühe zu⸗ weilen vor Sengflecken nicht ſchützen. Um ſie zu entfernen, tauche man ein Leinen⸗ oder Flanell⸗ tuch in kaltes Waſſer, drücke es aus, nehme einige Tropfen flüſſiges, gereinigtes Glycerin auf das Tuch und betupfe die Sengſtelle ſorgfältig mehrere Male. Alsdann wird der Sengfleck ver⸗ ſchwunden ſein. Die Spuren des Glycerins ver⸗ gehen entweder in der friſchen Luft oder durch Ueber⸗ ſtreichen mit reinem Alkohol. J * Plötzlich ſchmeckt die Butter nicht mehr. Sie iſt ranzig und kann für den Familientiſch keine Ver⸗ wendung finden. Doch mit einem kleinen Hilfsmittel iſt ſtie ſchnell wieder genießbar zu machen. Sie wird in Waſſer durchgeknetet, mit ein wenig Milch über⸗ 5 goſſen, noch einmal durchgeknetet und mit Salz über⸗ ſtreut. Der ranzige Geſchmack iſt verſchwunden, doch hält ſich die ſo bearbeitete Butter nun auch nicht mehr lange. 1 1 1 Pfund Trauben, über den Nachmittag verteilt. Der Traubengenuß trägt dazu bei, den Appetit auf ſchwere Speiſen auszuſchalten; darum wird es hne auch leicht ſein, eine vernünftige Diät durchzuführen. em 43.58. 8 Heloͤiſche Frauen rt. Von Eva Bernhard ſie Zu den volkstümlichſten Frauengeſtalten der och deutſchen Vergangenheit gehören wohl die großen hr Heldinnen des Nibelungenliedes; weniger bekannt cht. werden die der Gudrunſage ſein. Aber ſte alle ragen nd in faſt übermenſchlicher Größe empor,— gewaltig in Liebe und Haß, unwandelbar in aufrechter Treue en 8 und herb⸗ſtolzer Weiblichkeit. Sie ſind ausgeprägte ze. Perſönlichkeiten, und ſelten haben ſie etwas vom er Duldertum etwa der orientaliſchen Märchenfiguren an ſich. f en 5 Ihre Stimme wurde wie die eines Männes an⸗ er gehört. Wohl bargen die Väter ihre Töchter in den m Kemenaten der Burg, wohl raubten die jungen Kö⸗ te: 1255 ihre Gemahlinnen und entführten ſie auf Schif⸗ 8 en, doch in der„Gudrunſage“ dieſem Hohe⸗ 85 lied der Frauentreue, wird Gudruns ſtarrer Sinn durch ihren Entführer Hartmut nicht bezwungen, 4 ſondern ſie bleibt in aller Todesgefahr und Schmach 8 ihrem Anverlobten treu. Sie wird vom Vater Hart⸗ 25 muts an den Zöpfen ins Meer geſchleudert; ſie 80 wird von ſeiner Mutter zur Magd erniedrigt und 0 muß im Winter barfuß am Strande Wäſche ſpülen und waſchen. Doch nichts kann ſie dazu bewegen, 5 ihren Treuſchwur zu rechen, ſie iſt im wahrſten le Sinne eine heldiſche Frau. Der Dichter Emanuel Geibel hat dieſe Grund⸗ ſtimmung der ſchönen Sage in eindringlichen Verſen feſtgehalten: „Es dröhnt mit dumpfem Schlage Die Brandung in mein Wort, Der Sturm zerreißt die Klage Und trägt beſchwingt ſie fort: 5 O, möcht er brauſend ſchweben e Und geben euch Bericht: „Wohl laß ich hier das Leben, 1 Die Treue laß ich nicht!“ 5 Dieſes Lob der Treue hat Geibel auch in dem jen em tragiſchen Abgeſang der Nibelungentreue vor dem großen Sterben in der Etzelburg. An dieſer herrlichen Stelle der Nibelungenſage muß uns aller⸗ dings Kriemhilds Charakter etwas problema⸗ tiſch erſcheinen, nicht mehr eindeutig wie der lieben⸗ den Gattin des Helden Siegfried können wir ihr unſer Mitgefühl entgegenbringen. Es iſt eine Kette von unheilvoll verknüpften Schickſalen, die hier unabwendbar ſich vollziehen. Hagen rächte als treuer Königsmanne die Ehre der empörten Brünhild, als er Siegfried erſchlug; doch da dies nicht im offenen Kampf ge⸗ ſchah, lud er die Blutrache Kriemhilds auf ſich, die ſpäter ſchuld trug am Untergang ihres ganzen Ge⸗ ſchlechts. Sie erſcheint uns als liebendes Mädchen, als junge Frau reizvoll und minniglich, die blond⸗ haarige deutſche Maid, zuletzt aber ſteht ſie in furcht⸗ bar wilder Größe da: ein rachſüchtiges, entfeſſeltes Weib, das nur das Blut der Wiedervergeltung flie⸗ ßen ſehen will und Unſchuldige mit in den Tod ſchickt. Doch ſind die Lebensläufe o miteinander verſtrickt, daß alle, und mit ihnen Kriemhild, un⸗ ſchuldig ſchuldig werden. Aus ihrer üher⸗ großen Liebe zu dem ſtrahlenden Siegfried mußte auch übergroßer Haß gegen ſeine Mörder entſtehen. Faſt jede Frauenfigur der deutſchen Sage hat ihre Gegenſpielerin. Zu Gudrun gehört ihre ſanfte Geſpielin Hildburg, die freiwillig den Magds⸗ dienſt mit ihr teilt; zu Kriemhild die Rivalin und ebenbürtige Königin Brünhil d. Aus ſo ſtolzem königlichen Geſchlechten ſtammt auch Schwanhild, verwandt mit Kriemhilde. Sie iſt jedoch gegenſätzlich geartet, ein ſanftes junges Weib, das unſchuldig in den Tod getrieben wird. Als Gattin des mächtigen Gotenkaiſers Ermanerich in Rom hat ſie eine ſchwierige Stellung. Sie iſt ebenſo alt wie ſein Sohn aus erſter Ehe, und ein verräteri⸗ ſcher Ratgeber beſchuldigt die beiden verbotener Liebe. Der Sohn ſtirbt zuerſt, dann wird Schwanhild in die römiſche Rennbahn gezerrt, um von den Roſſen zertreten zu werden. Doch ihre ſtrahlenden Augen bannen die Tiere: da verbindet man ihr die Augen. Eine grauſame und rührende Sage, die von der lieb⸗ lichen Schwanhild, dieſer ſtolzen aber ſehr zarten Ge⸗ * ſtalt, die ſich gegen Verleumdung nicht wehren kann, weil ihr menſchliche Schlechtigkeit zu fern liegt. Es gibt noch viele ſchöne und edle Frauen in der deutſchen Sage: Hildegunde, die Braut Walthers von Aquitanien, Hilde, die Mutter Gudruns; Hildburg die Mutter von Wolfdietrich. Dann Oda, die Ge⸗ mahlin König Rothers; Auda, die Braut Rolands, des Getreuen des großen Kaſſer Karl; Bodwild oder Bathilde, die das Weib Wielands, des Schmiedes, wurde. Dieſe Ahninnen, ihr Leben und ihr Sterben, ſollten nicht nur den Kindern nahegebracht werden, — auch jede deutſche Frau möge die herrlichen Sagen, 75 Schätze unſeres Volkes, genau kennen und lieben ernen. Männliche Aus flüchte Einer iſt wie der andere Wenn Dein Mann Zigarrenaſche auf den Teppich fallen läßt, wird er Dir erklären, daß es kein beſſeres Mittel gegen Motten gibt. Auf den Blumentöpfen wird die gleiche Aſche alle Schmarotzer fern halten und,— wenn Du ihn ausreden läſſeſt— wirſt Du erfahren, daß Zi⸗ garrenaſche infolge des hohen Kaligehaltes als Blu⸗ mendünger derart wirkt, daß Deine Zimmerlinde vorausſichtlich bald durch die Decke wachſen wird. Wenn Du Deinem Manne von der Laſt Deiner Hausarbeit erzählſt, wenn Du ihm mitteilſt, daß Du treppauf, treppab laufen mußt, daß Du vom vielen Bücken, vom Abſtauben, von all der für ihn unſicht⸗ baren Kleinarbeit müde biſt, erfährſt Du, daß all dieſe Bewegungen Deinen Körper ſchlank und Deine Muskeln geſchmeidig erhalten, und daß ſie vor allem läſtigen Fettanſatz verhüten. Nach ſeiner Auf⸗ faſſung muß die Bewegung im Hauſe eine vollendete Venus aus Dir machen. Wenn Du Deinem Manne liebenswürdige Vor⸗ haltungen machſt, daß er Dir keine Blumen, keine kleinen Aufmorkſamkeiten mehr mitbringt, erfährt Du, daß er es gerade beabſichtigt hatte. In letzter Minute wurde er lerdings durch“ den plötzlichen Beſuch eines einflußreichen Geſchäfts⸗ freundes von ſeiner ritterlichen Regung abgehalten. Er war ſehr ärgerlich darüber. Er— nicht der Freund. 3 Du erfährſt auch manchmal, daß er es nur deshalb 8 unterließ, um ja nicht zuſpät zu Tiſch zu kommen, damit Du keinen Aerger hätteſt. Warum ſollen wir Frauen nicht zu deu glei⸗ chen Mitteln greifen! Wir bringen ihm bei, daß ein 50 Mark⸗ Schein, auf unſere rechte Handfläche gelegt, ein gutes Mittel gegen Kopfſchmerzen iſt; daß ein nettes Pelzjakett, wie es jetzt getragen wird, ums gegen Lungenentzündung ſchützt; daß ein kleiner Brillantring jegliche Melancholie fern hält; daß ein neuer Hut unſere Haare nicht grau werden läßt; daß ein Strauß Roſen im Zimmer als Luftreinigungsmittel Wunder wirkt; daß ge⸗ meinſamer Theaterbeſuch Gelegenheit gibt, wichtige Geſchäftsfreunde zu treffen, und daß dieſe Gelegenheit durch ein anſchließendes Abendeſſen in einer entſprechenden Gaſtſtätte ungemein geſteigert werden kann. 9 Wir können ihm ſagen, daß er früher nach Hauſe kommen ſoll, damit man den durch Wachen und Warten entſtehenden Lichtverbrauch ein⸗ ſchränken kann. 8 5 Ein Paar neue Schuhe erleichtern uns die Sicherheit geſellſchaftlichen Auftretens. N Ein Paar neue Seidenſtrümpfe, unvermit⸗ telt überreicht, beeinfluſſen unſeren Farbenſinn in der günſtigſten Weiſe. e Ein neues Herrenzimmer kurbelt die Wirk⸗ ſchaft an, während ein Silberkaſten die Anhäng⸗ lichkeit an Mann und Heim erheblich ſteigert, und zwar deraxt, daß man tatſächlich von ewiger Li ſprechen kann. 5 N 5 So und nicht an ders Männern begegnen follten wi die Zigarr als Motten pul v als Liebe aus 0 1 1 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe Mittwoch, 4. Oktober 1933 Anſere Modelle: Hüte in mannigfacher Ausführung Kappenartiger Hut Federgeſteck. 0 aus ſchwarzem Samt mit * 2. Sportlicher Filzhut, ſandfarben, mit dunklem ſchmalem Band. * g. Kappe aus Samt mit ſeitlich großer Schluppe. * 4. Heller Filzhut mit abſtechender Bandgarnitur, * E Filzkappe mit Samtbandſchluppen. *. 5 Gewickelte und gekniffte grüne Samtkappe. * 7. Größere Kappe mit Federgeſteck und gezogenem breitem Vorderteil. * 8. In Bieſen abgenähte, ſpitz nach laufende Filz⸗ oder Samtkappe. * oben ver⸗ 9. Hut mit Rand aus Filz mit breitem Samtband. * 5 10. Gekniffte Kappe aus Filz. * 11. Sportlicher Filzhut, der ziemlich hohe Kopf in zwei Falten gelegt. * 12. Kleine braune Samtkappe mit Schleife. Das weſentliche Merkmal der diesjährigen Hut⸗ mode beſteht in der Verlegung des Aufputzes von der Krempe auf den Hutkopf. Ganz abgeſehen von dem auf dieſe Weiſe reizvoll veränderten Profil der Hüte ergibt ſich hierdurch auch eine große Vielfeitigkeit und Abwechſlungsmöglichkeit in der Wahl der Garnituren. Der elegante Herbſthut zeigt eine oder zwei längs des Kopfes verlaufende Falten, deren herrenmäßige Wirkung durch un⸗ regelmäßige Anlage der Kniffung gemildert wird, ohne ihren Zweck— eine der Kopfform angepaßte Verengung des Hutes— dadurch zu mindern. Denn die diesjährige Hutmode ſchreibt vor, daß zwiſchen Haar und Hut keine unausgefüllten Stellen bleiben dürfen. Die Hüte ſitzen ſo auch viel feſter und bedürfen keines beſondern Haltes gegenüher dem hochragenden Pelz l ragen, der ſonſt immer das leidige Verrutſchen nach hinten mit ſich brachte. Die modiſchen Farben der Hüte ſind in die⸗ ſem Herbſt nicht allzu zahlreich. Dagegen ergibt ſich aus der Verſchiedenartigkeit des Ma⸗ terials mehr als genug Abwechſlung. Außer Filz, der ſich beſonders in den haarigen Abarten großer Beliebtheit erfreut, werden diesmal Seide, Kreppe jeder Art, Wollſtoffe ſowie Wirk⸗ und Strick⸗ gebilde zu Hüten verarbeitet. Neben Schwarz be⸗ vorzugt man Farbtöne, die niemals ſtören getragen werden können. Nur pen, die ihrer Billigkeit gaben vorhanden ſein können, geren Farbigkeit gehuldigt. Durch die auf den Kopf verlegte Garnitur iſt aber Marineblau wegen in mehreren Aus⸗ und Braun,— und zu jedem Anzug bei den kleinen Kap⸗ Die weichen, wird einer vielſeiti⸗ niemals veraltenden hüte aus Filz oder Samt werden an der Krempe gerne mit Steppereien verziert. groß ſein und weich fallen. ſie entweder das Geſicht tief beſchatten oder auch aufgeſchlagen getragen werden. allerdings dahin, das Geſicht wieder mehr zu ver⸗ hüllen, um dafür den Hinterkopf freizulaſſen. Die Sie ſollen nicht zu Auf dieſe Weiſe können Glocken- Was landläufig als„Kurze Küche bezeichnet 4 wird, iſt nicht immer billig, denn es beſteht aus 7 teuren Fleiſch⸗ oder Eierſpeiſen und ähnlichen Din⸗ gen. Da ſind alſo Mehlſpeiſen, Gemüſe⸗ und Kartoffelgerichte ſchon viel billiger und ſättigender, beſonders wenn man es verſteht, ihren Nährwert durch entſprechende Zutaten zu heben So iſt Grießflammerie mit gedünſteten Zwet⸗ Mode ſtrebt trotzdem für Abwechſlung geſorgt, und die geſchickte Modiſtin kann künſtleriſchen Schwung und Phantaſie in reichem Maße betätigen. Oft wird der Hutkopf zerſchnitten und farbig unterlegt, ſo daß ſich auf dieſe Weiſe ein apartes Flecht⸗ oder Gitter⸗ werk bildet. Auch Verſchnürungen mit farbigen Seidenkordeln, die längs des Hutkopfes ver⸗ laufen, ſind ein reizvoller Schmuck, der ebenſo neu⸗ artig wie jugendlich wirkt. Der elegante Samthut bietet ungewöhnlich viele Formen. Auch hohe, ſpitze Kappen wer⸗ den aus Samt hergeſtellt. Man ſetzt ſie gerade auf, ſo daß die Stirn halb bedeckt iſt. Gewundene Stofſ⸗, Seiden⸗ oder Samtturbane haben häufig eine rück⸗ wärts hochragende Drapierung. Reizend und vor⸗ nehm ſind Abnäher, die ebenſo wie die Falte den Hut⸗ kopf verengen. Sie können gelegentlich aus Bieſen oder Säumchen beſtehen und allerhand regelrechte geometriſche Figuren ergeben. Solche Hüte gehören natürlich ſchon zu den wertvolleren Stücken, unter⸗ liegen dafür aber auch nicht ſo ſehr dem Wechſel der Mode. An Garnituren werden flache Federgeſtecke bevorzugt, die man aus den Winkeln und Kniffen hervorragen läßt. Auch Samtkokarden, die man auf den Hutkopf legt oder auf der geraden Fläche des Dreiſpitzes anbringt, haben eine gute und modiſche Wirkung. Kriſtall⸗ und Gala⸗ lithſchmuck bleibt den eleganten Hüten, vor⸗ nehnlich den Samt⸗ und Abendmodellen vor⸗ behalten. Auf den Baskenmützen herrſcht nach wie vor die ſicherheitsnadelartige ſehr lange Schmucknadel, die an jeder gewünſchten Stelle das Einſtecken der modernen Falte ermöglicht. — Was kochen wir morgen? Welche Hausfrau keunte nicht dieſen Stoßſeufzer? Mit wenig Geld nahrhaft zu kochen und den ſtarken wie den verwöhnten Eſſer ſatt zu bekommen, das, iſt nicht nur ein Rechenexempel, das iſt ſchon beinahe eine Geſchicklichkeitsprüfung. ſchen oder zur Winterszeit gemachten ein willkommenes Abendbrot, oder in Be⸗ gleitung einer dicken Suppe eine ſättigende Mittags⸗ mahlzeit. 100 Gramm Grieß mit einer großen Doſe Glücksklee⸗Milch Waſſer, Salz unter ſtändigem Rühren breiig kochen, er⸗ kalten laſſen, 25 Gramm Butter, und den ſteifen Schnee der Eier unterziehen, die Maſſe in eine kalt geſpülte Form füllen und er⸗ ſtarren laſſen. Vor dem Anrichten ſtürzen und mit in Zucker kurz gedünſteten Zwetſchen oder einem beliebigen anderen Obſt überdecken. N Kartoffel⸗ Nährwert und verwandeln ſich in Hauptgerichte klee⸗Milch; wie überhaupt dieſe Milch durch ihren reichen Gehalt an Eiweiß, Fett und Mineralſalzen nicht nur den Geſchmack der ſondern auch ihren Nähr⸗ und Sättigungswert hebt. mit und der gleichen Menge 100 Gramm Zucker und einer Priſe —2 Eidotter und Gemüſegerichte gewinnen an ſättigende durch einen Schuß Glücks⸗ Speiſen verfeinert, 8 3, 1 N 8 Rundfunk- NODES— Mannhelm, L Ferusprecher 28318 [Dpamenhüte 780 Dieleſziendeuheiſen N 05 i 5 ſonſtigem Ein⸗ kaufen Ste gut u. preiswert im Spesſalgeschäft Gerber& Thönnes 0 1· 0[ate Auch Anderungen werden entgegengenommen INH.: M. WAGNER 1, 2(Breite Straße) Fernsprecher 233 16 für Spor und Reise in jeder Preislagel Welz1& Co. P 1 Nr. 3a(Breite Straße) Kunststr. 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Seite/ Nummer 458 Land wirtſchaftsſchule in gockenheim Die Errichtung in außerordentlicher Kreisverſammlung genehmigt Am Dienstag nachmittag trat in Hockenheim die Kreisverſammlung des Kreiſes Mannheim zu einer außerordentlichen Sitzung zuſammen, auf deren Tagesordnung le⸗ diglich die Errichtung einer landwirtſchaft⸗ lichen Schule in Hockenheim ſtand. Im Bür⸗ gerfaal des Rathauſes begrüßte Kreisvorſitzender Gotthans die Kreisräte und Kreisabgeordneten und ging kurz auf die Gründe ein, die zu dem Plan geführt haben, in Hockenheim eine Landwirtſchafts⸗ ſchule ins Leben zu rufen. Er würdigte dabei be⸗ ſonders das Entgegenkommen der Stadtgemeinde Hockenheim, wodurch eigentlich erſt die Abſicht ver⸗ wirklicht werden kann. Die Schule, an der bereits im November der Unterricht aufgenommen werden ſoll, entſpricht einem dringenden Bedürfnis. Sie ſoll am Aufbau des Vaterlandes mithelfen. Mit Eintritt in die Tagesordnung wurde zunächſt Stadtrat Runkel zum Vorſitzenden der Kreis⸗ verſammlung gewählt. Kreisrat Zinkgräf (Weinheim) wurde ſtellvertretender Vorſitzender. Als Schriftführer beſtimmte man die Kreisabgeord⸗ neten Schneider und Lenz. Zu einer Aus⸗ ſprache kam es nicht, dagegen konnte der Leiter der Kreislaudwirtſchaftsſchule Laden⸗ burg, Dr. Krumm, einige Ausführungen über die Notwendigkeit der Errichtung einer gleichartigen Anſtalt für den Be⸗ girk Schwetzingen machen. Er wies darauf hin, daß das landwirtſchaftliche Schulweſen gegenüber ge⸗ werblichen und ſonſtigen Fortbildungsſchulen im Rückſtand geblieben ſei, weil wir in Baden zu wenig Landwirtſchaſtsſchulen haben, die dazu nur mit frei⸗ willigem Beſuch rechnen können. Als man die Ab⸗ ſicht kundtat, im früheren Amtsbezirk Schwetzingen eine ſolche Schule zu gründen, traten die Städte Schwetzingen und Hockenheim in Wettbewerb. Nach Süden iſt die nächſte Landwirtſchaftsſchule in Graben, nach Norden in Ladenburg. Hockenheim liegt ziemlich genau in der Mitte, auch zwiſchen den Schulen in Wiesloch und Speyer. Außerdem liegt Hockenheim inmitten des Ge⸗ bietes, das bisher für den Schulbeſuch in Ladenburg überhaupt kaum in Betracht kam und fügt ſich in das vorhandene Schulnetz gut ein. In und um Schwetzin⸗ gen gibt es rund 3000 landwirtſchaftliche Betriebe, ebenſoviele aber auch um Hockenheim, ſo daß es gleich iſt, ob die Schüler aus der Schwetzinger Gegend nach Hockenheim fahren oder umgekehrt. Schließlich ſprach die Gebäudefrage unbedingt für Hockenheim Schwet⸗ zingen hatte das Stadtbauamt zur Verfügung ge⸗ ſtellt, das aber zu eng geweſen wäre und keinerlei nutzbare Fläche um das Haus aufzuweiſen hat, eben⸗ ſo fehlten die Nebengebäude. In Hockenheim hat man eine ideale Löſung gefunden. Die Stadtge⸗ meinde ſtellt ein leeres Fabrikgebäude zur Ver⸗ fügung, das ſie vorläufig auf fünf Jahre dem Kreis Mannheim koſtenlos überläßt; auch übernimmt ſie die Koſten des erforderlichen Umbaues und trägt die Koſten für den Schuldiener und die Beleuchtung. Die Abſtimmung ergab keinen Widerſpruch, ſo daß noch im Laufe dieſer Woche mit den Arbeiten begonnen werden kann, damit die Schule in einem Monat betriebsfertig it. Der Vorſitzende der Kreisverſammlung betonte noch beſonders, daß die Schule kein Konkurrenzunterneh⸗ men für die Landwirtſchaftsſchule in Ladenburg dar⸗ ſtelle, ſondern zur Ausbildung tüchtiger Landwirte in einem Bezirk diene, der bisher wegen ungünſtiger Verkehrsverbindung nicht erfaßt werden konnte. Die Landwirte Hockenheims und Umggebung ſollten nun auch für die Schule werben zum Wohl des deutſchen Bauernſtandes. Ergänzend genehmigte die Kreisver⸗ ſammlung noch die neue Satzung für die landwirt⸗ ſchaftlichen Schulen des Kreiſes Mannheim und den Voranſchlag für die neue Schule in Hockenheim, der nur einen Zuſchuß von 6320 Mk. bedingt. Die Kreis⸗ verſammlung gab einſtimmig dem Wunſche Ausdruck, daß das Miniſterium den Landdwirtſchaftsaſſeſſor Hartner in Ladenburg, den bewährten Mitarbeiter Dr. Krumms, zum Schulvorſtand in Hockenheim be⸗ ſtimmen möge. Vor der Sitzung war Gelegenheit geboten, das Gebäude zu beſichtigen. Es iſt die frühere Rie⸗ gerſche Zigarrenfabrik an der Karlsruher Straße; ſte iſt um das Jahr 1900 erbaut und wurde vor etwa fünf Jahren ſtillgelegt. Ein großer Fabrikſaal, der das ganze Obergeſchoß des ſchmuckloſen Backſtein⸗ baues einnimmt, wird durch Einziehen von Wänden derart verändert, daß zwei Lehrſäle, ein Vorſtands⸗ zimmer, ein Lehrerzimmer, die Lehrmittelſammlung und das Laboratorium untergebracht werden können. Hof, Nebengebäude und Garten ſind vorhanden. In das Erdͤgeſchoß kommt die Städt. Sparkaſſe, deren gegenwärtiges Bürogebäude vom Schulvorſtand be⸗ zogen wird. Die Teilnehmer an der Kreisverſammlung beſichtigten nach der Sitzung noch die Wan⸗ derherberge des Kreiſes Mannheim. Mit der Errichtung einer zweiten Landwirt⸗ ſchaftsſchule wird einem dringenden Bedürfnis Rech⸗ nung getragen, namentlich im Hinblick darauf, daß die landwirtſchaftlichen Belange mehr als bisher ge⸗ fördert werden ſollen. Das ganze Land Baden be⸗ ſitzt zur Zeit 30 Landwirtſchaftsſchulen(ohne die zwei Bauernhochſchulen in Karlsruhe und Freiburg), nur eine dieſer Schulen entfällt auf den Kreis Mannheim, während die anderen Kreiſe zwei bis fünf Landwirt⸗ ſchaftsſchulen haben. Der künftig zu tragende finan⸗ zielle Aufwand für zwei Schulen wird wahrſcheinlich noch etwas niedriger ſein, als er es bis vor wenigen Jahren für die Schule Ladenburg allein war. Neben der beſſeren Erfaſſung der Bauernſöhne bringt eine zweite Schule den Vorteil, daß durch die Teilung des bisher zu großen Schulbezirkes eine durchgrei⸗ fendere Beratungstätigkeit in den Betrieben der ehe⸗ maligen Landwirtſchaftsſchüler möglich wird. el. Aus Baden Spielbankeröffnung in Baden-Baden * Baden⸗ Baden, 4. Okt. Geſtern abend wurde in Anweſenheit einer Anzahl geladener Gäſte im Kurhaus die neue Spielbank in feierlicher Weiſe eröffnet. Wir werden im Abendblatt dar⸗ über berichten. Aufſehen erregende Verhaftung * Au im Murgtal, 4. Okt. Großes Aufſehen im ganzen Murgtal erregte die Verhaftung des ſeit mehr als 20 Jahren hier tätigen Ratsſchrei⸗ bers und Gemeinderechners Johann Peter Karcher, der ſich bisher allgemeiner Wertſchätzung erfreute. Es werden dem Verhafteten ſchwere Verfehlungen, Urkundenfälſchung und Betrug vorgeworfen. So hat K. ſeit Jahren die Sitzungsprotokolle des Bürgerausſchuſſes zum Teil vernichtet oder gefälſcht, um ſich Vorteile für ſeine Perſon zu verſchaffen. Wie wir hören, hat K. vor einigen Jahren in der Zentrumspartei in Au eine große Rolle geſpielt. K. wurde von der Gen⸗ darmerie in Unterſuchungshaft nach Raſtatt gebracht. * Ilvesheim, 4. Okt. Hier fand in Gegenwart von Feuerwehrkommandant Agricola⸗Ladenburg, von Bürgermeiſter Hornberger, den Gemeinderäten und Amtswaltern eine gemeinſame Uebung der Feuerwehr mit der Sanitätskolonne ſtatt. Gegeben war die Aufgabe, einem im Saale des Gaſthauſes„Zur Krone“ bei einer Veranſtaltung plötzlich ausgebrochenem Brande zu begegnen. Eine große Zuſchauermenge folgte mit Spanhung der Uebung. Anſchließend fanden im Schulhof noch unter dem ſchneidigen Kommando des langjährigen Führers Hammann einige Marſchbewegungen und Freiübungen ſtatt. Es wurden dann Aus⸗ zeichnungen verteilt für 25jährige Mitgliedſchaft an Kommandant Hammann und Sattlermeiſter Karl Wagner, für 40jährige Mitgliedſchaft an Kappen⸗ macher Krämer. Sowohl der Uebungsleiter als auch der Bürgermeiſter ſprachen ihre Anerkennung für die gezeigten Uebungen aus. Auch die Sanitäts⸗ kolonne unter Kolonnenführer Hartmann hatte muſtergültig gearbeitet. za Weinheim, 3. Okt. Verwaltungsſekretär Hans Wickenhauſen beging beim Bezirksamt ſein 25 jähriges Dienſtjubiläum. * Freiburg i. Br., 4. Okt. Durch Entſchließung des Reichsſtatthalters wurde folgenden jüdiſchen Dozenten der Univerſität auf Grund des Geſetzes zur Wiederherſtellung des Berufsbeamtentums die Lehrbefugnis entzogen: dem ordentlichen Honorarprofeſſor Dr. Robert Liefmann, den außerordentlichen Profeſſoren Dr. Walter Fried⸗ länder, Dr. Guſtav Wolf, ſowie den Privat⸗ dozenten Dr. Ernſt Alexander und Dr. Werner Brock, Dr. Herbert Fröhlich, Dr. Hans Adolf Krebs und Bertha Sttenſtein. Aus der Pfalz Kein Tag ohne Verkehrsunheil bp. Hinterweidenthal, 4. Oktober. Auf der Fahrt nach Pirmaſens verlor der Schuhfabrikant Latter⸗ mann aus Waldfiſchbach am hieſigen Bahnhof die Gewalt über ſeinen Perſonenkraft⸗ wagen und rannte gegen einen Baum. Der Arbeitsdienſtler Alfred Hinkel aus Pir⸗ maſens, den Lattermann kurz vorher in ſeinem Wagen aufgenommen hatte, mußte mit ſchweren Kopfverletzungen und einer Gehirnerſchütte⸗ rung in das Krankenhaus in Dahn eingeliefert werden. Der Führer ſelbſt und ein anderer Bei⸗ fahrer wurden nur leicht verletzt. Der ſchwer⸗ beſchädigte Kraftwagen mußte abgeſchleppt werden. * * Freinsheim, 4. Oktober. An der Straßenkreu⸗ zung nach Bad Dürkheim und Herxheim a. B. ereig⸗ nete ſich Sonntag abend ein ſchwerer Ver⸗ kehrsunfall. Der 17jährige Bäcker Arthur Joſi, der mit ſeinem Kraftrad in ziemlich ſtarkem Tempo von Freinsheim kam, rannte gegen ein von Herxheim a. B. kommendes Perſonenautd, das mit drei S A⸗Leuten beſetzt war. Joſi wurde vom Kraftrad geſchleudert und erlitt neben Verletzungen an der linken Hand einen Unter⸗ ſchenkelbruch, ſo daß er in das Dürkheimer Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Beide Fahrzeuge wurden ſtark beſchädigt und mußten ab⸗ geſchleppt werden. Der Oktobermarkt in Frankenthal * Frankenthal, 4. Oktober. Der Oktober ⸗ markt, der in dieſem Jahre mit dem Erntedankfeſt zuſammenfällt, nahm bisher einen guten Verlauf bei einigermaßen gutem Herbſtwetter. Am Samstag abend zog die Stadtkapelle mit dem Feſthallenwirt und dem Bedienungsperſonal nach der Feſthalle, wo ſich bald wie auch auf dem Feſtplatz ſelbſt ein reger Betrieb entfaltete. Der Sonntag war bis in die Nachmittagsſtunden mit den Feſtlichkeiten anläßlich des Erntedankfeſtes ausgefüllt. Ein ſtattlicher Feſt⸗ zug mit ſchöngeſchmückten Wagen bewegte ſich am Nachmittag durch die Straßen der Stadt, an den ſich auf dem Marktplatz eine Kundgebung anſchloß. Dann ſtrömte alles nach dem mit Karuſſells, Schieß⸗ und Schaubuden uſw. reichlich beſchickten Meſſeplatz, wo ſich das bunte Oktobermarkttreiben entwickelte. nd. Oggersheim, 3. Okt. Ein 19jähriger Kern⸗ macher von hier wurde in Schutzhaft genommen, weil er auf ſeiner Arbeitsſtelle beleidigende Aeußerungen gegen den Reichskanzler machte. Der Verhaftete wurde beim Frankenthaler Sondergericht zur Straf⸗ anzeige gebracht. i * Bad Dürkheim, 3. Okt. In öffentlicher Stadt⸗ ratsſitzung wurde der erſte Bürgermeiſter der Stadt Kuſel, Imbt, auf Vorſchlag des Bezirksamtes Neuſtadt zum 1. Bürgermeiſter der Stadt Bad Dürkheim mit allen abgegebenen 15 Stim⸗ men einſtimmig gewählt. 7 N r 2 2 2 Die b Ein Lokalſpiel in Mannheim Leidtragenden des vierten Spielſonntags waren Bft Mannheim, Phönix Karlsruhe und Karlsruher FV. Dieſe Vereine verloren wertvolle Punkte. Es zeigt ſich nit jedem Spiel mehr, daß der Karlsruher FW feine alte Form noch nicht wieder gefunden hat und Vt Mannheim ſich gegen harte Mannſchaften nicht immer durchſetzen kann. Phönix Karlsruhe hatte Pech, auf einen Gegner zu treffen, der unbedingt ſiegen wollte. Nach den Berichten aus Pforzheim hätte der Vf R ein Unentſchieden verdient ge⸗ habt; Pforzheim ſcheint ſich aber die letzte Niederlage gegen VfB Mühlburg zu Herzen genommen zu haben. Trotz dieſer erſten Niederlage liegt VfR mit 3 Verluſt⸗ punkten noch günſtig im Rennen. Pforzheim hat ein Spiel mehr ausgetragen und 4 Verluſtpunkte. Vf Neckarau, der in den letzten Spielen Pech hatte, wartete am Samstagabend vor dem Erntedankfeſt mit einer ausgezeichneten Leiſtung gegen Phönix Karlsruhe auf. Bald nach Spielbeginn zeigte es ſich, daß Neckarau ganz bei der Sache war. Die Mannſchaft ſcheint endlich ihren alten Kampfgeiſt wieder gefunden zu haben. Man mußte an dem kraftvollen und unbekümmer⸗ ten Spiel ſeine Freude haben. Wenn die Mannſchaft in Zukunft mit der gleichen Energie ſpielt, müßten weitere Erfolge leicht möglich ſein. Die zweite Halbzeit zeigte aber, daß die Anſtrengungen der erſten Spielhälfte doch ſehr groß waren. Phönix, der techniſch etwas beſſer war, machte noch einen friſcheren Eindruck. Es bot ſich das gleiche Bild wie im Spiel VfR— Brötzingen: VfR führte :0 und konnte gerade noch:2 halten. Genau ſo ging es Neckarau; aus einer:0⸗Führung wurde mit Glück, aber durchaus verdient, ein knapper:2⸗Sieg. Der erſte Sieg aus 4 Spielen wird Neckarau weiteren Auftrieb geben. Phönix Karlsruhe erlitt jetzt ſeine zweite 219⸗ Niederlage. Dieſes Ergebnis ſcheint Phönix zu liegen, denn dem:2⸗Sieg gegen Waldhof folgten die beiden Niederlagen gegen FC Freiburg und Neckarau. Trotz die⸗ ſer Niederlagen iſt von Phönix Karlsruhe auf Grund ſei⸗ nes großen techniſchen Könnens noch allerhand zu er⸗ warten. VfR hatte in Pforzheim kein Glück. Der Klub ſiegte klar:1, obwohl ein Unentſchieden für die Monn⸗ heimer möglich geweſen wäre. Der Innenſturm konnte ſich vor dem gegneriſchen Tor nicht durchſetzen. Es zeigt ſich immer wieder, daß die Mannheimer techniſch keinen Gegner zu fürchten haben, taktiſch und in der Härte ſind ihnen aber die anderen über. Die kommenden Spiele werden beweiſen müſſen, was die Mannheimer Vereine aus ihrem Punktverluſt gelernt haben. Die Der SV Waldhof war durch das Erntedankfeſt ſpielfrei. Das Spiel gegen SC Freiburg wird am 10. De⸗ zember nachgeholt. VfB Mühlburg konnte auch den Karlsruher F W:0 beſiegen. Die Mühlburger rechtfertigten ihren Ruf, ſie ſpielten ein gutes Spiel, das auf Technik wenig Wert legte, dafür aber einen unbeugſamen Kampfgeiſt ver⸗ riet, der alle Schwierigkeiten überwand. Nach dem FC Freiburg liegt Mühlburg am günſtigſten in der Tabelle, es hat noch kein Spiel verloren, ſpielte nur gegen Bft 8 niſche Landesmeiſter ringen in Ludwigshafen Noch ſteht die Mannheim ⸗ Ludwigshafener Schwer⸗ athletikgemeinde unter dem gewaltigen Eindruck, den die deutſchen Meiſterſchaften im Ringen und Gewichtheben der Bantamgewichtsklaſſe und im Ringen der Schwergewichts⸗ klaſſe vor über 5000 Zuſchauern im Ludwigshafener Hin⸗ denburgpark hinterlaſſen haben, als auch ſchon wieder ein anderes großes Sportereignis, ſogar von inter ⸗ nationalem Format, die Aufmerkſamkeit und das Intereſſe der geſamten Sportwelt und die Freunde des Ringkampfes in beſonderem Maße auf ſich lenkt. Es ſind dies die Ringkämpfe, die am Samstag, 14. Oktober tm Ludwigshafener Hindenburgpark zwi⸗ ſchen einer italie niſchen Aus wahlmannſchaft und einer Ludwigshafener Auswahlmannſchaft ausgetragen werden. Die italieniſche Mannſchaft iſt ganz hervorragend beſetzt, ſetzt ſie ſich doch faſt ausnahmslos aus Landesmeiſtern zu⸗ ſammen, die in vielen internationalen Kämpfen für die italieniſchen Landesfarben repräſentativ gerungen und be⸗ deutende Erfolge erzielt haben. Im Schwergewicht ſteht der mit großer Kraft und guter Technik ausgeſtattete italieniſche Meiſter Donati; er trägt ſeit 12 Jahren den Meiſtertitel ſeines Landes. Im Halbſchwergewicht zählt Fanti zu den beſten italieniſchen Ringern in dieſer Klaſſe und wird allgemein als der kommende Mann bezeichnet. Das Mittel ⸗ gewicht vertritt der oͤreimalige italieniſche Meiſter Mo⸗ loſſi, ein Ringer von großer Ausdauer und ſelten gutem Können im Angriff, wie in der Abwehr. Techniſch nicht minder hervorragend und ſehr vielſeitig iſt der italieniſche Meiſter Battiſton i, der im Weltergewicht ſtartet. Im Leichtgewicht ringt Gallegati, ebenfalls ita⸗ lieniſcher Meiſter und außerdem Sieger beim internattona⸗ len Ringerturnier in Stockholm. Er iſt neben Donati der populärſte und erfolgreichſte Ringer Italiens. Im Feder⸗ gewicht ſteht der italieniſche Juniormeiſter Degli; er iſt noch jung, aber ſehr gewandt und ſtark. Seine drauf⸗ gängeriſche Angriffsweiſe und zähe Widerſtandskraft in der Abwehr hat ihm ſchon zu vielen Erfolgen verholfen. Das Bantamgewicht wird erſtmals von Bruzzi ver⸗ treten. Es hat ſchon ſeinen Grund, wenn er an Stelle Borgia, dem Turnierſieger von Paris und Antwerpen, für Ludwigshafen geſtellt wird. Bruzzi iſt ein erſtklaſſiger Ringer, der über ein großes Griffrepertoir verfügt und noch zu großen Hoffnungen berechtigt. Die Ludwigshafener Mannſchaft iſt aus den beiden Ver⸗ einen Sportverein Siegfried Ludwigshafen und Athletenklub Deutſche Eiche Frieſen heim zu⸗ ſammengeſtellt. Sie hätte bis aufs Schwergewicht ſtärker und ausſichtsreicher wohl kaum geſtellt werden können. Die Aufſtellung iſt folgende: Bantamgewicht: Impertro, badiſch⸗ pfälziſcher Meiſter 1933 Federgewicht: J. Gehring, Deutſcher Bantamgewichts⸗Meiſter 1933. Lei St⸗ N ee Italie gewicht: Freund, badiſch⸗pfälziſcher Meiſter 1933. Wel⸗ terge wicht: Sturm, erfolgreicher Ringer. Mittel ⸗ gewicht: Magin, 2. badiſch⸗pfälziſcher Meiſter 1933. Halbſchwergewicht: Heck, hoffnungsvoller Ringer. Schwergewicht: Ehret, füdbayriſcher Meiſter. Nun doch Hockey Bayern ⸗Baden Das bereits für den 1. Oktober vorgeſehene Hockeyſpiel zwiſchen Auswahlmannſchaften von Bayern und Baden iſt nun doch noch zuſtande gekommen, ja das Programm hat ſogar noch eine Erweiterung erfahren, da nicht nur die Seniorenmannſchaften ſpielen, ſondern auch der Nachwuchs beider Gaue. Insgeſamt werden vier Spiele ausgetragen, zwei am Samstag, 7. Oktober, und zwei om Sonntag, 8. Oktober, alle im Münchener Dante⸗Stadion. Im ein⸗ zelnen hat das Programm folgendes Ausſehen: Samstag, 14.30 Uhr: Bayern Senioren gegen Baden Nachwuchs; 16 Uhr: Bayern Nachwuchs gegen Baden Se⸗ nioren; Sonntag,.15 uhr: Bayern Nochwuchs gegen Baden Nachwuchs; 10.30 Uhr: Bayern Senioren gegen Baden Senioren. Die Veranſtalter haben beſchloſſen, als beſondere Wer⸗ bung 3000 Freikarten an die Mittelſchulen zu verteilen. Auch die bayeriſchen Mannſchaften wurden bereits be⸗ nemnt, und zwar ſtehen ſie wie folgt: Hölzl b Bayern Senivren: Leitl(Wacker München); (Jahn München], Kämpfe(Münchner Sc); Schröttle, Long(beide Jahn München), Schächtel(Nürnberger HT); Laubereau(Jahn München), Mofer(Wacker München), iſche Gauliga im Kampf Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung, Mannheim, R 1,—6 — Waldhof ſpielt in Freiburg Wenn die Mannſchaft weiter mit dieſem ſpielt, iſt ihr am Ende ein guter unentſchieden. unbeugſamen Willen Platz ſicher. Am Sonntag ſpielen: VfR Mannheim— Pf Neckarau Fe Freiburg— S Waldhof Phönix Karksruhe— Germania Brötzingen Feu Pforzheim— Karlsruher F Mannheim wird am Sonntag ſein erſtes Lokal⸗ [piel zwiſchen VfR und Vfe Neckar au haben. Das Intereſſe an dieſem Spiel iſt diesmal beſonders groß. da Neckarau am Samstag gegen den ſehr guten Phöniz Karlsruhe gewann und der VPfit gegen Fe Pforzheim glatt verlor. Techniſch dürfte VfR vielleicht etwas beſſer ſein, taktiſch und im Kampfgeiſt hat Neckarau Vorteile. Die Hintermannſchaften ſind bei beiden Vereinen gleich gut und ſicher. Die Stürmer werden ſich, wenn ſie hier zu Er⸗ folgen kommen wollen, anſtrengen müſſen. Die Läufer⸗ reihe von Neckorau iſt außen etwas ſtärker, in der Mitte im Kamenzien dem Neckarauer Lauer vorzuziehen. Bei voll⸗ ſtändiger Beſetzung iſt der VfR⸗Sturm techniſch etwas überlegen. Beide Mannſchaften kennen ſich ganz genau. In dieſem Spiel hängt alles von der Spiellaune ab. Gegen einen Vie in der Verfaſſung wie gegen Phönix Karlsruhe wäre ein Sieg des ſchwer. Geht aber der BfR mit ganzem Ernſt in das iel, dann hat er Ausſichten auf Punktgewinn. Eine Voraus iſt hier nicht möglich, das Spiel iſt vollkommen offen. Der SV Waldhof ſpielt am Sonntag in Frei⸗ bürg gegen den Fußballklub. Walöhof hat bis jetzt un⸗ glücklich gekämpft und konnte aus 3 Spielen erſt 2 Punkte erringen. Waldhof iſt techniſch wohl ausgezeichnet, hat aber ſeine alte Form noch nicht erreicht. Die Freude om Kampf iſt noch nicht ganz vorhanden. Das raſche und gute Spiel der Freiburger könnte Waldhof bei nicht richtiger Einſtellung gefährlich werden. Wenn Waldhof gleich von Anfang an richtig ins Spiel geht, muß es in Freiburg glatt gewinnen, obwohl Freiburg ſicher alles verſuchen wird, um die Tabellenführung zu behalten. Phönix Karlsruhe empfängt Ger mani a Brötzingen. Beide Maunſchaften ſind überaus ſchnell und hart. Techniſch iſt Phönix beſſer. Das Spiel wird erſt mit dem Schlußpfiff verloren gegeben, Kampf iſt bei beiden Vereinen die Parole, und zwar Kampf bis zum letzten Augenblick. Phönix und Brötzingen brauchen drin⸗ gend Punkte, um vom Ende wegzukommen. Phönix müßte dieſes Spiel gewinnen. FC Pforzheim ſieht diesmal den Karlsruher F W bei ſich. Beide Vereine haben nacheinander Nieder⸗ lagen durch Vſß Mühlburg erlitten. Pforzheim konnte die Niederlage inzwiſchen durch einen:1⸗Sieg über Vs Mannheim wieder ausgleichen. Der KF liegt in der Tabelle mit 2 Verluſtpunkten günſtiger als Pforzheim, er wird auf alle Fälle verſuchen, den Anſchluß an die Spitze zu halten. Pforzheim wird gleichfalls bemüht ſein, keine weiteren Verluſtpunkte zu bekommen. Der Aus⸗ gong dieſes Spiels wird denkbar knapp ſein, vielleicht teilt man ſich in die Punkte. (Münchener SC); Lang, Winkhardt(beide Jahn München); Geldern(Jahn München), Krummwiedl(TV 46 Nürn⸗ berg), Biſſinger(Jahn München]; Trumm(TV 46 Nürn⸗ berg), Stimmel(Münchener SC), Baum(Jahn München), Kerr!(Wacker München), Beiſiegl(Jahn München). Rennen zu Hoppegarten 1. Robert le Diable⸗Rennen. 2200 /, 1600 Meter, 1. Geſtüt Ebbeslohs Ritterkrone(Zachmeier); 2. Dichtkunſt; 3. Sopran. Ferner: Goliath, Laredo. Tot.: 34:10; Pl.: 22, 12:10. 2. Eaſtern⸗Renneu. Zweijährige. 2200 /, 1000 Meter. 1. Freifr. v. Oppenheims Airolo(Printen); 2. Palladio; g. Marquiſe d' Arezzo. Ferner! Augenſtern, Adamant Johanniter, Gundermann, Gleisner, Panzerflotte, Patent, Reſeda, Micky. Tot.: 21:10; Pl.: 11, 12, 18, 13:10. 3. Binion⸗Rennen. Ausgleich II. 2800 /, 1400 Meter. 1. Freifr. v. Oppenheims Ideolog(Printen); 2. Tumult; 3. Kruzitürken; 4. Kameradſchaft. Ferner: Napoleon, Ham⸗ let, Chryfka, Orſini, Wanderlied, Atman, Varro, Wally, Pommernländer. Tot.: 54:10; Pl.: 21, 26, 23, 29:10. 4. Omnium. Ausgleich J. 5600 /, 3000 Meter. 1. E. G. Butzke. Silberſtreif(Staroſta); 7. Agathon; 3. Wolken⸗ flug. Ferner: Schwede, Groll, Tantris, Hilderich, Garde⸗ jäger. Tot.: 25:10; Pl.: 14, 29, 19:10. 5. Nuage⸗Reunen. Zweijährige. 3900, 1. Geſtüt Ebbeslohs ggalire(Zachmeier); 2. Grandſeigneur. Ferner: Lichtnelke, Inland. Pl.: 17, 23:10. 6. Tullns⸗Hoſtillins⸗Rennen. Dreij. 2800 J, 1800 Meter. 1. H. Bergers Trojaner(Printen); 2. Heimwehr; 3. Mar⸗ ſilius. Ferner: Sigismund. Tot.: 18:10; Pl.: 11, 15:10. 7. Diadumenos⸗Rennen. Ausgleich III. 2200 /, 2000 2 J. Dr. M. Kleinfelds Senator(Zehmiſch); 2. Rho⸗ Fiametta. Ferner: Novalis, Lyſias, Machthaber, Nebukadnezar, Conſtable, Kerner, DTot.: 88:10 Pl.: 22, 55, 15, 22:10. Siegdoppelwette: Jdeolog— Silberſtreif 255:10. Sagesaleucles Mittwoch, 4. Oktober Nationaltheater:„Aida“, Oper von Verdi, Miete M, Beginn 19.30 Uhr. Planetarium: 16 Uhr Vorführung. Friedrichspark: Hilfe für Oeſchelbronn. tätigkeitsveranſtaltung, 20 Uhr. Lichtſpiele: Univecſum:„Die ſchönen Tage von Aran⸗ jez“.— Alhambra:„Wenn am Sonntagabend die Dorfmuſik ſpielt“.— Royy⸗Theater:„Das häß⸗ liche Mädchen“.— Schauburg:„Ein gewiſſer Herr Gran“.— Palaſt⸗Theater: wiſſen denn Männer?“— Gloria⸗Palaſt:„An heiligen Waſ⸗ ſern“.— Capitol:„Unſichtbare Gegner“. Chriſtuskirche: Berliner Stgats⸗ und Domchor, 20 Uhr. Autobusſonderfahrten ab Paradeplatz: 14 Uhr zur Wein⸗ leſe in die Pfalz mit Kellerei⸗ und Kelter⸗Beſichtigung. Sonderfahrt: Weinheim— Birkenauer Tal— Hammel⸗ bach— Tromm— Waldmichelbach— Siedelsbrunn Gorxheimer Tal. Odeon⸗Kaffee: Konzert(Verlängerung). Palaſt⸗Kaffee„Rheingold“: Konzert. 25 Ständige Darbietungen Städtiſches Schloßmuſenm: Geöfinet von 10 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr. Städt. Schloßbücherei: 15 bis 19 Uhr. Naturalienkabinett im Schloß: Geöfſthet von 18 bis 17 Uhr. Städt. Kunſtgalle: Ausſtellung von Zeichnungen und Aqua⸗ rellen. Geöffnet von 11 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr. Maunheimer Kunſtverein I. 1, 1: Kunſtausſtellung„Die 1 Geöffnet von 10 bis 13 und von 15 bis 7 Uhr. 5 1200 Meter. Wilderich; 8. Tot: 20110 3. Wolkenlos; 4. Große Wohl⸗ 8 8 as „Was Geöffnet von 9 bis 13 und von öffnet von 15 bis 17 Uhr. i Städtiſche Bücher⸗ und Leſehalle im Herſchelbad: Buchaus⸗ geöffnet von 10.30 bis 13 und von 16.30 bis 21 Uhr. 5 2 2 2 Hauptſchriftleiter H. A. Meiß nei 8 Verantwortlich ür Politik; A Meißner Handels tell: K. Ehmer Feu'lleton! C. O. Eiſenba Lokaler Teil: R. Sch neben Sports i. B. K. Ehmer ⸗ Südweſtdentſche Umſchan, Gericht und übriger Teil! 6. W ßennen: Anzeigen und geſchäftliche Mittelungen N Faude ſämtlich in Mannheim Herausgeber, Drucker und Verleger: Ell(Nürnberger HT), Strobl(Jahn München), Schmetter (Nürnberger HTE).— Bayern Nachwuchs: Ruhland 1 5 Für unverlangte Beiträge keine Gewähr Rücksendung nur bei Rückporto 55 Muſeum für Natur⸗ und Völkerkunde im Zeughaus: Ge⸗ gabe von 10.30 bis 12 und von 16 bis 10 Uhr. Leſehalle. 5 ö Weiferes Abflauen der Insolvenzwelle in Deuischland 5 Der Rückgang der Inſolvenzenwelle in Deutſchland nimmt unentwegt ſeinen Fortgang. Im September iſt die Zahl der Fallimente mit 207(t. Vorm. 255) um 18,8 v. H. utedriger, während ſich die Vergleichsverfahren mit 86 73) um 15,1 v. H. erhöhten. Die mangels Maſſe abgelehnten Konkursverfahren betragen 73(111), ſie ſind alſo im Sep⸗ tember gegenüber dem Auguſt um xd. 34 v. H. geſunken. Die Banken ſind an den Inſolvenzfällen mit 10(0) betei⸗ ligt. Im Baugewerbe iſt die Zahl von 9 auf 4 zurück⸗ gegangen. Angeſichts der allgemeinen Schrumpfung fällt ins Auge, daß das Textilgewerbe mit 30(27) Fällen in⸗ texeſſtert iſt. Auch das Maſchinen⸗ und Elektrogewerbe zeigt eine Erhöhung auf 16(13) Fälle, hingegen hat ſich die Zahl der Inſolvenzen in der Holzbranche auf 8(15) er⸗ mäßigt.— Oertlich ſind im Bilde einige Veränderungen zu verzeichnen. In Berlin⸗Brandenburg hat ſich der Prozent⸗ ſatz auf 11,6(10,2) v.., in Mitteldeutſchland auf 25,5(20,4) 59. H. erhöht. Auch Oſtdeutſchland zeigt eine Steigerung der Fälle auf 30(22), während ſie im Rheinland auf 60(71) zurückgingen.— Die Zahl der landwirtſchaftlichen Ver⸗ mittlungsverfahren iſt weiter auf 209 gegen 171 im Auguſt und 24 im Juni geſtiegen. Auf Sübdeutſchland entfallen 103(89) Fälle. An zweiter Stelle ſteht Norddeutſchland mit 82 Fällen. * Fränkiſche Handels⸗ und Induſtrie AG. in Nürnberg. — Kapitalerhöhung. Von der GV. dieſer der Fichtel u. Sachs Ac. Schweinfurt naheſtehenden Geſellſchaft wurde eine Kapitalerhöhung um 0,8 auf 1,3 Mill. Mark beſchloſſen. Die neuen Inhaberaktien wurden zu einem Kurs bis zu 250 v. H. ausgegeben. Als Sachein⸗ lagen wurden eingebracht von Konſul W. Sachs zwei An⸗ weſen in München im Werte von 0,6 Mill.„ und nom. rd. 1,23 Mill. ſchwed. Kronen Aktien der Spenska Kugellager⸗ Fabriken A, B, übernommen zu 1,225 Mill./ ſowie von der Sachs G. m. b. H. in München weiter 0,176 Mill. Kr. Sci Aktien, übernommen zu 0,175 Mill A. Wirischaffsbelebung und badische Krediigenossenschaffen Die Zweimonatsbilanzen des Verbandes der badüſchen Kreditgenoſſenſchafſten auf 81. 8. 1933 erbringen ebenfalls den Beweis für eine er⸗ freuliche Wirtſchaftsbelebung. Die Geſamt⸗ bilanzſumme hat um rund 2 Mill./ zugenommen; die Zunahme verteilt ſich in der Hauptſache auf die Spar⸗ einlagen und auf das Kontokorrentgeſchäft. Die Bank ⸗ ſſchulden ſind von 5 auf 4 Mill. A zurückgegan⸗ gen. Die badiſchen Kreditgenoſſenſchaften haben die ſchwie⸗ rigen Zeiten 1930 und 1931/2 aus eigener Kraft über⸗ ſtanden und in dieſer Zeit etwa 18 Mi ll. 4 an Spar⸗ einlagen und Kontokorrentgeldern zurückbezahlt. Erfreulich iſt dabei, daß ſie ihren Schuldnern, trotz der Ungunſt der Verhältniſſe weitgehendſt entgegenkommen konnten. Die Liquidität hat ſich auch im letzten Jahre nicht ungünſtiger geſtaltet. Der badiſchen Wirtſchaft ſind von den badiſchen Kreditgenoſſenſchaften bis Ende Auguſt rund 110 Mill. 4 an Krediten zur Verfügung ge⸗ ſtellt geweſen. * Rhein⸗Main⸗Donau⸗A G.— Beſchleunigter Ausbau. In einer in der letzten Woche abgehaltenen AR⸗Sitzung wurde ſeitens Regierung und der großen Städte großer Wert auf beſchleunigte Fertigſtellung des Rhein⸗Main⸗ Donaukoanals gelegt. Der Ausbau ſoll jetzt beſchleunigt. werden. 0 5 A. Schwinn AG, Geſenkſchmiederei, Homburg(Saar). Durch Vornahme von Abſchreibungen und Sonderrück⸗ ſtellungen entſtand ein Verluſt, der durch Entnahme aus dem Reſervefonds bis auf 1522 frs. Vortrag getilgt wurde (i. V. 51 612 FIfrs. Gewinn, Dividende zuletzt für 1930/1 mit 5 v. H. gezahlt). Die Umſätze gingen infolge der Kriſe weſentlich zurück, bedeutende Betriebseinſchränkun⸗ gen mußten vorgenommen werden. Im neuen Geſchäfts⸗ jahr beſſerte ſich der Auftragseingang bedeutend, ſo daß etwa 50 Arbeiter neu eingeſtellt werden konnten.(Ag 2 Mill. frs.) Aus der Bilanz in Mill. frs. u..: Sonder⸗ rückſtellungen 0,140(0,282), Kreditoren 0,643(0,624), an⸗ dererſeits Außenſtände, Vorräte, Bankguthaben, Kaſſe 1,3886 (1,617), Maſchinen, Einrichtungen 1,245(1,335). Tabaksfeuersfafisfik für August Auf Grund der Nachweiſung des Steuerwerts, der im Monat Auguſt 1933 verausgabten Tabakſteuerzeichen be⸗ trägt der Steuerwert der im Auguſt erzeugten Tabakwaren 58,169 Mill. 4. Davon entfallen auf Zigarren 12,028, auf Zigaretten 33,043, auf feingeſchnittenen Rauchtabak 0,064, auf ſtenerbegünſtigten Feinſchnitt und Schwarzer Krauſer 4,754, auf Pfeifentabak 2,603, auf Kautabak 0,143, auf Schnupftabak 0,095 und auf Zigarettenhülſen 0,439 Mill.. Bei den Zigarren ſtehen Preislagen bis zu 10 Pfg. mit 2056 Mill. Stück gleich 4,729 Mill./ an erſter Stelle. Da⸗ nach rangiert die Preislage bis zu 15 Pfg. mit 71,2 Mill. Stück gleich 2,457 Mill. /. Nach wie vor iſt bei den Zigaret⸗ ten die Preislage bis zu 36 Pfg. mit 2 053,6 Mill. Stück gleich 20,516 Mill.„ am gangbarſten. Die Preislage bis zu 2½ Pfg. wurde in einer Menge vo 500,7 Mill. Stück gleich 3,766 Mill./ abgeſetzt. Pfeifentabak fand in der Preislage bis zu 5/ für das Kg. mit 489 308 Kg. gleich 0,769 Mill.& den größten Abſatz. der (Schluß.) Eine Aufteilung des Verkehrs nach den bedeutendſten Güterarten führt zu ſehr intereſſanten Feſtſtellungen. So ſind im Mannheimer Hafenverkehr bei ſämtlichen wichtigen Gütern mit Ausnahme von Getreide teilweiſe ſehr erheb⸗ liche Verkehrszunohmen zu verzeichnen. Am auffallendſten iſt die Steigerung bei Holz, hat ſich doch die Holzzufuhr (die Abfuhr hat keine große Bedeutung) beinahe verfünf⸗ facht. Insbeſondere in den Monaten Mai und Juni ſind für Zellſtoff⸗Waldhof große Mengen Holz angekommen, ſo daß ſich die geſamte Holzzufuhr in den erſten 6 Monaten des laufenden Jahres auf rund 150 000 To. beziffert. Mehr als verdoppelt hat ſich die Zufuhr von Eiſen, an⸗ nähernd verdoppelt die Zufuhr von Erzen. Weniger aus⸗ ſchlaggebend war die Steigerung im Kohlenverkehr, über den weiter unten beſondere Ausführungen folgen. Ein Rückgang iſt lediglich im Getreideverkehr zu verzeichnen. Es iſt intereſſant, daß ſchon ſeit Jahren in den Häfen Mannheim und Ludwigshafen— von unbedeutenden Un⸗ terſchieden abgeſehen— ſtets die gleiche Entwicklung vor⸗ waltet. Allerdings iſt zu bemerken, daß der Güterum⸗ ſchlag in Ludwigshafen ſchätzungsweiſe bis zu etwa 80 v. H. Ortsverkehr iſt und als ſolcher auf die wichtigſten In⸗ duſtriewerke wie insbeſondere JG⸗Farbeninduſtrie und Gebr. Giulini entfallen. Auch bei der Gegenüberſtellung der erſten Halbjahre 1933 und 1932 findet ſich in Ludwigs⸗ hafen etwa dasſelbe Bild wie in Mannheim. Auch dort bei allen wichtigeren Güterarten mit Ausnahme des Ge⸗ treideverkehrs teilweiſe beachtliche Steigerungen. Die Steinkohlenzufuhr iſt in Ludwigshafen um etwa 20 v. H. geſtiegen, auch die Braunkohlenzufuhr hat um ein paar tauſend Tonnen zugenommen. Der Erzverkehr(Schwefel⸗ kies), der ſich noch im Vorjahre auf Zu⸗ und Abfuhr etwas hälftig verteilte, hab ſich in den vergangenen Mo⸗ naten zu Gunſten der Zufuhr verſchoben; eine Steigerung iſt zwar auch in der Abfuhr feſtzuſtellen, ſie beträgt dorb jedoch nur etwa 40 v.., während ſich die Zufuhr an⸗ nähernd verdreifacht hat. Insgeſamt iſt der Erzverkehr (wie geſagt handelt es ſich wie angedeutet faſt ausſchließ⸗ lich um Schwefelkies und Schwefelkiesabbrände) von 52 000 To. auf 120 000 To. geſtiegen. Die Eiſentransporte ſind im weſentlichen in der Abfuhr zu finden gegenüber 51 000 To.; im erſten Halbjahre des Vorjahres ſind bis Juni 1999 82 500 To. abbefördert worden. Von nur ge⸗ ringer Bedeutung iſt der Holzverkehr, aber auch bei ihm iſt eine Steigerung feſtzuſtellen. Wie in Mannheim hat lediglich die Getreidezufuhr nachgelaſſen, der Rückgang iſt relativ noch etwas ſtärker und beziffert ſich auf rund 20 v. H. Wie ſchon bemerkt iſt im Karlsruher Hafen die Ver⸗ kehrszunahme mengenmäßig bei weitem nicht ſo ſtark. Sie tritt auch nur in Erſcheinung bei Eiſen, Steinen und Eroͤen und bei Holz. Im Kohlenverkehr, der im erſten Halbjahr 1932 außerordentlich ſtark geweſen war, ſind die Vorjahresziffern nicht ganz erreicht worden. Bei Eiſen haben ſich Zufuhr und Abfuhr jeweils mehr als verdop⸗ pelt, ſo daß insgeſamt eine Steigerung von 17 000 To. auf 44000 To. eingetreten iſt. Die Zufuhr von Steinen und Erden hat ſich ebenfalls beinahe verdoppelt. Eine kleine Steigerung um rund 10 v. H. hat auch die Holzabfuhr er⸗ fahren. Nur unbedeutend iſt die Zunahme des Hafenverkehrs in Kehl. Dey Kohlenverkehr iſt zwar etwas geſtiegen, doch entfällt dabei im einzelnen auf den Anteil der Steinkohle ein Rückgang, während die Braunkohlenzufuhr weiter er⸗ heblich angezogen hat. Ferner iſt in Kehl insbeſondere die Holzabfuhr geſtiegen, die ſich beinahe veröͤreifacht hat. Da⸗ gegen iſt auch in Kehl der Getreideverkehr zurückgegangen. Der Ausfall beträgt rund 25 000 To. und kommt damit prozentnal dem für Mannheim feſtgeſtellten Rückgang gleich. Nicht ſehr unterſchieden von dem Bild in den übrigen Häfen iſt auch die Verkehrsentwicklung in Straßburg. Dabei muß allerdings berückſichtigt werden, daß, wie ſchon hervorgehoben, der Baſeler Kanalverkehr in den folgenden Ziffern mitenthalten iſt. Es gilt dies insbeſondere für die Kohlenzufuhr, die in Straßburg um rund 250 000 To. geſtiegen iſt. Dabei entfällt die Zunahme allerdings faſt ausſchließlich auf Steinkohle und Steinkohlenkoks, die auch in der Abfuhr ganz erheblich an Bedeutung gewonnen haben(gl. weiter unten). Die Steigerung im Eiſenver⸗ kehr iſt in Zu⸗ und Abfuhr feſtzuſtellen, insgeſamt haben die Transporte von 95 000 To. auf 131000 To. angezogen. Der Verkehr in Holz und Steinen und Erden iſt zu unbe⸗ deutend, als daß die bei dieſen Güterarten feſtzuſtellende Verkehrszunahme das geſamte Bild weſentlich beeinfluſſen könnte. Zurückgegangen iſt auch im Jahre 1933 wiederum die Erzabfuhr. Noch im erſten Halbjahr 1930 waren rund 760 000 To. Erze nach Straßburg verladen worden, in den erſten ſechs Monaten des Jahres 1931 wor die Abfuhr auf 668 000 To. zurückgegangen im Vorjahre dann auf ein Drittel(232 000 To.) gefallen, und auch in dieſem Jahre hat ſich der Rückgang weiter fortgeſetzt, ſo daß die Erz⸗ abfuhr bis Juni einſchließlich nur noch 173 000 To. be⸗ tragen hat. Das früher günſtige Verhältnis von Zu⸗ und Abfuhrmengen hat ſich gerade durch dieſes ſtarke Nachlaſſen der Erzabfuhr ganz erheblich verſchoben.— Wie am übri⸗ gen Oberrhein hat auch in Straßburg die Getreide⸗ zufuhr nachgelaſſen, auch hier iſt auf den Zuſammenhang mit dem Bafler Hafenverkehr zu verweiſen. Wie die Schweiz ihre Kohlenbezüge in verſtärktem Maße auf den Rhein verlegt hat, ſo daß die Kohlenzufuhr über Straß⸗ burg und den Kanal ſehr erheblich geſtiegen iſt, ſo iſt ſie auf der anderen Seite dazu übergegangen, ihr Getreide in größerem Umfange aus Oſteuropa(Rumänien) zu be⸗ ziehen, wodurch ein Rückgang in der Zufuhr auf der heinwaſſerſtraße eingetreten iſt. Das Ausmaß des Aus⸗ falls in der Getreidezufuhr beträgt mit über 160 000 To. etwa ein Drittel und iſt damit weſentlich ſtärker als in den übrigen Oberrheinhäfen. Indusirie- und Handelskammer Mannheim Ersſe Zusammenkunff der Wiiglieder des Mannheimer Bezirks der Badischen Indusirie- und Handelskammer Die Ind uſtrie⸗ u. Handelskammer Mann ⸗ heim der Badiſchen In duſtrie⸗ und Han⸗ dels kammer hatte die aus ihrem neuen Bezirk in die Badiſche Induſtrie⸗ und Handelskammer entſandten Mit⸗ glieder zu einer erſten Berſammlung unter der Volks⸗ kanzlerſchaft von Adolf Hitler einberufen. Den Vorſitz führte Herr Dr. Fritz Reuther, der zum Präſidenten der Induſtrie⸗ und Handelskammer Mannheim beruſen worden iſt. Herr Dr. Reuther begrüßte die faſt vollzählig Erſchie⸗ nenen, insbeſondere die Herren aus dem Bezirk der bis⸗ herigen Handelskammer Heidelberg, denen er ver⸗ ſicherte, daß die Handelskammer in ihrer nunmehrigen Zu⸗ ſammenſetzung bemüht ſein werde, die Intereſſen des Hei⸗ delberger Bezirks, beſonders auch des Hinterlandes, gerade ſo zu wahren wie bisher. 0 Herr Heinrich Landfried⸗Heidelberg, der zum Vize⸗ präſtdenten der neuen Kammer berufen iſt, dankte Herrn Dr. Reuther für ſeine Ausführungen und gab der Hoff⸗ nung und Erwartung fruchtbarer, gemeinſamer Arbeit Ausdruck. Sodann wies Herr Dr. Reuther in eindringlichen Wor⸗ ten auf die Notwendigkeit der vollſtändigen Um⸗ ſtel lung auf die neue Zelt hin. Jeder müſſe ſich auf ſeinem Platz in voller Aufrechterhaltung der vom Führer geforderten Privatinitiative für die Geſamtheit einſetzen, ſich in den Dienſt des Volkswohls ſtellen und damtt der Idee Hitlers dienen. Zur Erinnerung an die erſte Zu⸗ fſammenkunft unter der Volkskanzlerſchaft Adolf Hitlers wurde den Anweſenden das Buch des Führers„Mein Kampf“ überreicht. 5 Herr Dr. Reuther gab ſodann einen Ueberblick über die Geſamtwirtſchaftslage. Das wichtigſte Problem ſei die Bekämpfung der Geißel der Arbeits loſig⸗ beit. Hier forderte Herr Dr. Reuther die Anweſenden anf, mit aller Gewiſſenhaftigkeit zu prüfen, um jede Mög⸗ lichkeit der Arbeitsbeſchaffung reſtlos auszuſchöpfen. Er betonte die Wichtigkeit der Bekämpfung des Doppelver⸗ dienertums und der Schwarzarbeit gemeinſam mit allen Stellen, insbeſondere dem Arbeitsamte, das hier vorbildlich gearbeitet habe. Insbeſondere für die Unternehmerſchaft erwachſe die beſondere Pflicht, die Arbeitsloſigkeit durch Einſtellung von Arbeitnehmern niederzukämpfen; die Zif⸗ fer der Arbeitsloſen zeige gerade für den engeren Wirtſchaftsbezirk eine nicht unerhebliche Schlech⸗ terſtellung gegenüber dem Reichs durchſchnitt. Herr Dr. Reuther ſchloß ſeine Ausführungen mit einem Bekenntnis und Treuegelöbnis zum Führer und Volks ⸗ kanzler Hitler, unſerem ehrwürdigen Reichs ⸗ präſidenten, deſſen Geburtstag er gedachte und unſe⸗ rem Herrn Reichsſtatthalter Robert Wagner. Zur Vorbereitung der Arbeit der Landesausſchüſſe der Badiſchen Induſtrie⸗ und Handelskammer wurden die glei⸗ chen Ausſchüſſe bei der Induſtrie⸗ und Handelskammer Mannheim gebildet und eine größere Anzahl Herren aus dem ganzen Bezirk Mannheim⸗Heidelberg in die entſpre⸗ chenden Ausſchüſſe berufen und zur Mitarbeit aufgefordert. Zum Winterhilfs werk führte der Vorſitzende, Dr. Reuther, aus, daß das Gebot des Führers, daß kein Volksgenoſſe hungern und frieren dürſe, kein Platz ſo dringlich und ſo notwendig befolgen müſſe wie gerade Mannheim. Noch immer ſeien in Mannheim 38 000 Unter⸗ ſtützungsbedürftige, von denen nur 12 000 Hauptunter⸗ ſtützungsempfänger bzw. Kriſenunterſtützungsempfänger ſeien. Es herrſche hier bittere Not, der nur durch weit⸗ gehendſte Opferbereitſchaft aller Kreiſe der Bevölkerung, aber insbeſondere der Wirtſchaft, geſteuert werden könne. Ein beſonderer Aufruf iſt deswegen den Wirtſchaftskreiſen des Mannheim⸗ Heidelberger Bezirks und der Preſſe zu⸗ gegangen. Die Induſtrie⸗ und Handelskammer Mannheim wird ſich mit allen Kräften in den Dienſt des Winterhilfs⸗ werks ſtellen.. IRTSOC Neuen Mannheimer Zeitung AF 3 2 Hafen verkehr am Oberrhein im 1. Halbjahr 1933 Ueber den auf dem oſſenen Rhein ſich abwickelnden Güterverkehr mit dem Hafen Baſel im einzelnen nähere Angaben zu machen, würde bedeutungslos ſein, da damit nur ein kleiner Abſchnitt des Baſeler Hafenverkehrs auf⸗ gezeigt, nicht aber die geſamte Entwicklung gekennzeichnet werden könnte. Unter Zuſammenfaſſung der fünf Häfen iſt numehr feſt⸗ zuſtellen, daß die Zufuhr von Steinkohlen von annähernd 2,8 Mill. auf über 3,1 Mill. To. geſtiegen iſt. Geringfügig iſt die Steigerung in der Braunkohlenzufuhr von 766 000 To. auf beinahe 800 000 To. Bei Steinen und Erden läßt die Verkehrszunahme um faſt 60 000 To. lein Drittel) auf 230 000 To., die zum überwiegenden Teil auf die deutſchen Häfen entfällt, die geſteigerte Bautätigkeit ziemlich klar erkennen. In der Erzzufuhr iſt beinahe eine Verdoppe⸗ lung zu verzeichnen, doch ſpielt dieſer Verkehr nur in den Häfen Mannheim, Ludwigshafen und Straßburg eine Rolle. Die Erzabfuhr am Oberrhein hat ſich infolge des weiteren Verkehrsrückganges in Straßburg trotz der höhe⸗ ren Ziffer in Ludwigshafen von 265 000 To. um 40 000 auf 224 000 To. verringert. Auch im Erzverkehr iſt alſo, ſo⸗ weib die deutſche Wirtſchaft daran beteiligt iſt, ein erfreu⸗ licher Aufſchwung zu verzeichnen. Da gleiche gilt für die Eiſentransporte, die insgeſamt von 195 000 To. auf 319 000 To. geſtiegen ſind; auch unter Außerachtlaſſung der Häſen Straßburg und Baſel ergibt ſich immerhin eine 50proz. Steigerung am deutſchen Oberrhein. Die Holztransporte wird man zweckmäßigerweiſe teilen in Zu⸗ und Abfuhr, da je nach der Verkehrsrichtung verſchiedene Hafenplätze in Frage kommen. Die Holzabfuhr beſchränkt ſich faſt ausſchließlich auf die Häfen Karlsruhe und Kehl, ſie iſt um ein Drittel auf über 100 000 To. geſtiegen; Nutznießer dieſer Verkehrszunahme iſt in erſter Linie der Hafen Kehl. Vier Fünftel der Geſamtholzzufuhr am Oberrhein ent⸗ fallen nach den geſteigerten Bezügen der Zellſtoffabrik wieder auf den Platz Mannheim; daneben fallen die Aus⸗ ladungen in den übrigen Häſen kaum ins Gewicht. Die Zunahmen der Holzzufuhr von 60 000 To. auf 200 000 To. entfällt daher auch faſt ausſchließlich auf Mannheim.— Im Gegenſatz zu dieſen allgemein feſtzuſtellenden Ver⸗ kehrsſteigerungen iſt nur die Getreidezufuhr im laufenden Jahr geringer geworden, und von dieſem Rückgang iſt keiner der Oberrheinhäfen verſchont geblieben. Am ſtärk⸗ ſten iſt, wie bereits erwähnt, der Hafen Straßburg ge⸗ troffen. Insgeſamt iſt die Getreidezufuhr von rund 1 Mill. To. auf 756000 To. d. h. um 25 v. H. zurückge⸗ gangen. Weitaus die größte Rolle am Oberrhein ſpielt der Kohlenverkehr, d. h. in erſter Linie naturgemäß die Koh⸗ lenzufuhr. Von der Geſamtgüterzufuhr in den Oberrhein⸗ häfen entfallen auf die Ankunft von Steinkohlen⸗ und Braunkohlentransporte rund 62 v. H. Im einzelnen iſt dieſer Anteil des Kohlenverkehrs nicht gleichmäßig groß: in Karlsruhe macht die Kohlenzufuhr faſt 90 v. H. der ge⸗ ſamten ankommenden Gütertransporte aus. Dagegen liegt der Anteil der Kohlenzufuhr in den übrigen Häfen durch⸗ weg ungefähr gleichmäßig zwiſchen 50 und 60 v. H. Es mag in dieſem Zuſammenhang noch für Straßburg ein be⸗ ſonderer Hinweis gegeben werden. Auffallend iſt nämlich dort die in den letzten Jahren ſo ſtark geſteigerte Kohlen⸗ abfuhr. Seit dem Herbſt 1931 werden in Straßburg in ſteigendem Maße Steinkphlen rheinabwärts verladen. Im ganzen Jahre 1930 hatte die Steinkohlenabfuhr kaum 50 000 To. betragen. Im erſten Halbjahr 1931 belief ſich die Abfuhr auf rund 40 000 To., im zweiten Halbjahr auf über 60 000 To., in den erſten 6 Monaten des Vor⸗ jahres war die Abfuhr bereits auf 104000 To. geſtiegen, in der Zeit vom Juli bis Dezember 1932 nahm die ab⸗ gehende Steinkohlenmenge weiter auf beinahe 200 000 To. zu, und im erſten Halbjahr 1933 bezifferte ſich die Abfuhr wieder auf 161000 To. Es handelt ſich dabei ohne Zweifel um lothringiſche Kohle, die beinahe ausſchließlich am Oberrhein ſelbſt abgeſetzt wird. Wenn die Statiſtik auf der anderen Seite dieſe Annahme nicht ohne weiteres be⸗ ſlätigt ſo iſt dies ein Mangel der ſtatiſtiſchen Aufzeich⸗ nungen und es wird mit beſonderer Aufmerkſamkeit zu unterſuchen ſein, aus welchen Gründen die lothringiſche Kohle ſo ſtark in Süddeutſchland vorzudringen vermag. Benachteiligt wird naturgemäß die Ruhrkohle, und es mitßte darin ein weiterer Beweggrund für die Reichsbahn liegen, durch entſprechende Ermäßigung des Oberrhein⸗ ablauftarifs die Wettbewerbskraft der Ruhrkohle zu ſtärken. e Nr. 45 e 3 Noch ein Wort über die eigenartigen Verſchiebungen im Braunkohlenverkehr. Die Braunkoßlenzufuhr in den letzten Jahren hat ſich am Oberrhein in den jeweils erſten 6 Monaten wie folgt entwickelt: 1931 743 827 To. 1932 766 081 To. 1933 832 702 To. Die Anteile der einzelnen Häfen am Braunkohlenumſchlag aber haben ſich ſehr ſtark verſchoben, insbeſondere ſins die Veränderungen bei den drei badiſchen Häfen auf⸗ fallend. Es wurden in der Zufuhr notiert jeweils im erſten Halbjahr. Mannheim Karlsruhe Kehl 1931 215 379 221 581 19 907 1932 136 971 301 135 73 402 1989 170 858 285 906 95 559 Zur Erklärung dieſer auffallenden Ve est iebungen mögen kurz folgende Darlegungen dienen: die hsbahn hatte nach einer außerordentlich ſtarken Er! gung d Streckenkohlentarifs AT 6 Bi nur eine ganz geringfügige Senkung der Sätze des Kohlenumſchlagtarifs 6 1 1 vor⸗ genommen. Die Wirkung, die gleich mit Beginn des Jahres 1932 einſetzte, war die, daß nur unter äußerſt ſcharfer Kalkulation und ſtarker Beſchneidung der Ver⸗ dienſtſpanne der Kohlenſchiffahrt der Umſchlag am Ober⸗ rhein einigermaßen aufrecht erhalten werden konnte. Es machte ſich das Beſtreben bemerkbar, die für Sübdeutſch⸗ land beſtimmten Transporte möglichſt weit auf der Waſ⸗ ſerſtroße zu belaſſen, ſo daß ſich auch das Braunkohlen⸗ Syndikat veranlaßt ſah, den Umſchlag ſeiner Briketts in ſtärkerem Maße in Karlsruhe und insbeſondere in Kehl vorzunehmen. Begünſtigt wurde dieſe Entwicklung noch beſonders dadurch, daß die ſchon ſeit Jahren be⸗ ſtehende völlig ungerechtfertigte BenachteiligQung Mann⸗ heims im Kohlenumſchlagtarif(die Ablaufſätze ab Mann⸗ heim ſind höher als die ob Karlsruhe und Kehl) den Um⸗ ſchlag in Mannheim noch weniger lohnend erſcheinen ließ als bisher. War man 1932 unter dem erſten Eindruck der Kohlentarifänderung in der Verlegung des Kohlenum⸗ ſchlags von Mannheim nach Karlsruhe vielleicht etwas zu weit gegangen, ſo erklärt ſich daraus die wieder etwas höhere Mannheimer Umſchlagziffer im vergangenen Halb⸗ jahr. Karlsruhe hat wohl einen Teil ſeines Umſchlags wieder an Monnheim abgetreten, die auffallendſte Er⸗ ſcheinung aber iſt das Aufrücken von Kehl. Daß unter dieſen grundlegenden Verſchiebungen— es wurden ſogar große Verladeeinrichtungen von Mannheim nach Karls⸗ ruhe gebracht— der Umſchlagplatz Mannheim außerordent⸗ lich zu leiden hat, iſt nicht nötig, beſonders zu betonen. Es iſt begreiflich, daß von der geſamten Rheinſchiffahrt nachdrücklich die Forderung erhoben wird, Mannheim im Kohlenumſchlag dieſelben Frachtſätze zu gewähren, wie ſie Karlsruhe und Kehl eingeräumt ſind, um ſo mehr, als eine Differenzierung in früheren Jahren und vor dem Kriege nicht beſtand. Es iſt dringend zu wünſchen, daß die Reichsbahn dieſem Wunſche baldmöglichſt entſpricht“]. Insgeſamt betrachtet iſt alſo das Bild der Verkehrsent⸗ wicklung in der Rheinſchiffohrt am Oberrhein als günſtig zu bezeichnen; es läßt deutliche Anzeichen einer Belebung der Wirtſchaftstätigkeit erkennen. Ohne Zweifel ziehen auch die Landverkehrsmittel gus dieſer Verkehrsſteigerung Vorteile, wie die höheren Ziffern über den Umſchlag von Bahn auf Schiff und von Schiff auf Bahn beweiſen. Die⸗ ſer gebrochene Verkehr in Monnheim iſt beiſpielsweiſe um rund 10 v. H. geſtiegen. Der Kraftwagen hat ſich in den letzten Jahren in ſteigendem Maße ebenfalls in die Be⸗ 101 des gebrochenen Verkehrs eingeſchaltet und arbei⸗ et z. T. insbeſondere ſoweit es ſich um deren Güterboots⸗ und Perſonenbootsverkehr handelt.— Soweit ſich ſchon jetzt überſehen läßt, ſind die Erwartungen auf eine in nächſter Zeit günſtige Weiterentwicklung des Verkehrs ohne Zwei⸗ fel berechtigt. Dr. Walter Linden *) Inzwiſchen hat die Reichsbahn den Ausnahmetarif 6 U 1 neu herausgegeben. Er ſoll ab 1. Januar nächſten Jahres nur noch einen Frachtſatzzeiger enthalten, der zwiſchen den bisherigen Sätzen für Mannheim und Karls⸗ ruhe liegt. Wenn damit auch die Gleichſtellung der Häfen endlich wieder hergeſtellt iſt und eine ebenfalls begrüßens⸗ werte Vereinfachung des Ausnahmetarifs vorgenommen wurde, ſo kann dieſe Löſung doch deshalb keinen Beifall finden, weil für den größeren Teil der Umſchlagskohle eine nicht unerhebliche Verteuerung eintreten wird.“ Indusfrielle Welfprodukfion 38 VH. gesfiegen Während die induſtrielle Weltproduktion in den erſten Monaten des Jahres 1933 noch deutlich Zeichen der Schrumpfung zeigte, iſt ſeit April ein ſtarker, ununter⸗ brochener Auftrieb zu erkennen. Das Tempo der Wirt⸗ ſchaftsbelebung hat ſich allerdings in jüngſter Zeit wieder etwas verlangſamt. Dor Produktionsindex ging von 74,1 im Januar v. J. auf 73,4 im März zurück, um von da an bis Auguſt auf 96,8 zu ſteigen. Im Vergleich mit dem Auguſt des verfloſſenen Jahres ergibt ſich ſogar eine Stei⸗ gerung um 38 v..! Der Konjunkturumſchwung tritt ſo⸗ mit deutlich in Erſcheinung. Die Weltproduktion iſt in den letzten Monaten wieder auf einen Stand angewachſen, der nur wenig hinter dem Durchſchnitt des Jahres 1928 zurückbleibt. Induſtrielle Produktion der Welt(1928= 100) 1 Durchchüffß 1000 1932 1 JV Janna 888 e, e 5 /// ⁵. ͤ ¼ ß Auguſt 1933 8„ dagegen Auguſt 1932!!» *) porläufig... Allerdings ſei erwähnt, daß der ſtarſe Kuftrieb nicht in allen Ländern gleichzeitig und vor allem nicht gleich⸗ mäßig eingetreten iſt. Auch die Baſts, die zum Ausgang der 1933er Konjunktur führte, war in den einzelnen Läu⸗ dern verſchieden. In Deutſchland gab das Arbeitsbeſchaffungsprogramm der Reichsregierung den Impuls. Die Wirtſchaftsbelebung vollzog ſich hier programmäßig mit ziemlicher Gleichmäßig⸗ keit. Der Index der induſtriellen Gütererzeugung hob ſich von 62,4 im Januar langſam bis auf 71,7 im Auguſt. Im gleichen Monat des Vorjahres lag der Index auf 58,5; gegenüber 1932 iſt alſo eine proz. Produktionszunahme feſtzuſtellen. 2 Der pfälzische Weifßherbsf beginnt * Neuſtadt a. d.., 3. Okt. In der Pfalz ſetzt im Laufe ödieſer Woche allerorten der allgemeine Weißherbſt ein. Die Termine für die einzelnen Orte ſind: am Mittwoch, dem 4. Oktober, in Impflingen, Mörzheim, Berghauſen und Nieder⸗Otterbach; om Donnerstag, dem 5. Oktober, in Eſchbach, Frankweiler, Göcklingen und Leinsweiler; am Freitag, dem 6. Oktober, in Ilbesheim bei Landau, Wals⸗ heim und Wollmesheim; am Montag, dem 9. Oktober, in Birkweiler. * Schifferſtadter Gemüſeauktion. 2. Oktober. Auf der heutigen Auktion wurden folgende Preiſe notiert: To⸗ maten—4; Erbſen 19—22; Buſchbohnen—9; Stangen⸗ bohnen 10—14; Feldſalat 20—25; Grünes Bündel—4; Weißkraut 2,50—2,75; Rotkraut—5; Wirſing—4; Ka⸗ rotten 33,50; Zwiebeln 3,50; Kartoffeln 2,50; Blumen⸗ kohl 1. S. 1830; 2. S. 1015; 3. S. 48; Gurken pro 100 4070; Kopfſalat 26; Endivien—3, Kohlrabi—2. * Neuſtadter Obſtgroßmarkt vom 3. Okt. Es koſteten: Aepfel—14; Birnen—14; Bohnen 12; Mandeln 16 bis 20 Pſirſiche—17; Quitten—9; Tomaten 7; Trauben 8 0 Zwetſchgen—10 Pfg. Geringe Anfuhr, guter Handel. * Obſtgroßmarkt Freinsheim vom 3. Okt. Es wurden bezahlt: Zwetſchgen 1213, Birnen 1. S. 912, 2. S. —8; Aepfel 8; Trauben 15—17: Pfirſiche—10; Tomaten 1. S.—5, 2. S. 2 je Pfund. Die Anſuhr von 150 Zent⸗ nern war gegenüber der Nachfrage gering. * Obſtgroßmarkt Weinheim vom 3. Okt. Die Aufuhr betrug 250 Zentner, der Abſotz wor mäßig. Man bezohlte: Pfirſiche 614; Nüſſe 3140; Zwetſchgen 9,2—9,6; Birnen —17; Aepfel 718; Bohnen—13 Pfg. le Pfund. Die Vereinigten Staaten verzeichneten in den erſten öͤrei Monaten 1933 noch eine ſtarke Produktionsſchrump⸗ fung. Erſt ſeit April iſt mit Hilfe der Dollarentwertung ein„boom“ erzielt worden. Die Induſtrieproduktion ſtieg ſtufenweiſe von 54,1 im März auf 92,8 im Auguſt. Wie die Beiſpiele von England und Japan jedoch lehren, muß auch in den USA mit einem Rückſchlag gerechnet werden, ſobald die Inflation nicht mehr weitergeht. Die engliſche Induſtrie, die ſich ſeit Aufgabe des Gold⸗ ſtandards im Herbſt 1931 ziemlich erfolgreich gegen die Ein⸗ flüſſe der Kriſe wehren konnte, iſt ſetzt durch die Ent⸗ wertung der Valuta in den USA., in Japan und Kanada in ihrer Entfaltung gehemmt. Der Index der engliſchen Produktion liegt im dritten Quartal mit 90,2 etwas tiefer als im vorangegangenen Vierteljahr und knapp über dem Inder der erſten drei Monate des Jahres. Auch im Ver⸗ gleich mit 1932 ergibt ſich keine Steigerung mehr. In Fraukreich hatte die Wirtſchaftsbelebung während der erſten Monate des Jahres kräftig eingeſetzt, ſie ver⸗ flachte ſich dann aber in den folgenden Monaten ſtändig und iſt ſeit Juni bereits zum Stillſtand gekommen. Im einzelnen ergibt ſich das folgende Bild der Pro⸗ dukttonsentwicklung in den einzelnen Ländern: Induſtrieproduktion in 7 Ländern(1928 100 Deutſch⸗Frank⸗ Eng. Bel⸗ USA Kan. Jap. land reich land gien 1930 90,1 110,2 97,9 89,8 86,5 91,7 105,6 1931 78,6 97,6 88,8 78,7 73,0 76,7 100,7 1932 61,2 75,68 88,3 67,7 57,6 62,8 107,9 Jan, 1933 62,7 78,7 89,94) 71,6 58,6 52,8 117,2 April 1938 686,1 84,3 90,0%) 70,7 59,6 55,3 126,4 Juli 1983 71,0 88,2 90, K) 75,5 88,3 70,1 116,4 Aug. 1933 71,7 88,0 90,2* ˙)— 92,8 73,6 2 Aug. 1932 58,5 78,2— 51,3 54,1 62,5 106,0 *) 1. Quartal.*) 2. Quartal.*) vorl. 3. Quartal. * Schlachzviehmarkt Karlsruhe vom 3. Okt. Zufuhr und Preiſe: 23 Ochſen 22—31; 43 Bullen 19—28, 20 Kühe 11 bis 23: 104 Färſen 19—33; 272 Kälber 1839, 875 Schweine 38—55/ pro 50 Kilo Lebendgewicht. Marktverkauf: Groß⸗ vieh langſam, geringer Ueberſtond; Schweine mittelmäßig, geringer Ueberſtond; Kälber langſam geräumt. .* Pfälziſche Schweinemärkte. Billigheim, 3. Okt. Der Markt war mit Milchſchweinen gut, mit Händlor⸗ ſchweinen gering befahren. Marktverkehr langſom. Die Preiſe bewegten ſich zwiſchen 18 und 2„ je Paar, Ueber⸗ ſtand. Der nächſte Markt findet am 16. Oktober ſtatt.— Mieſau, 3. Okt. Zum Schweine⸗ und Ferkelmarkt wa⸗ ren r An 477 Ferkel angefahren. Die Nachfrage ſo⸗ wie der ſatz woren gut. Die Preiſe bewegten ſich zwi⸗ ſchen 10 und 20/ pro Stück. 5 9 5 Frankiurſer Abendbörse freundlich Das Geſchäft nahm an der Abendbörſe infolge der be⸗ ſtehenden Zurückhaltung der Kundschaft und der Kuliſſe keinen nennenswerten Umfang an. Die Stimmung ſchien jedoch etwas freundlicher zu ſein. Eine gewiſſe Anregung ging von dem relativ günſtigen Quartals⸗ ultimdausweis der Reichsbank aus. Zunächſt komen nur 3 Farben mit 115: v. H.(plus 4] zur Notiz. Im übrigen neunte man die Berliner Schlußkurſe gut de⸗ hauptet. Am Rentenmarkte war dos Geſchäft ebenfalls klein. Man hörte Altbeſitz mit 79780 v.., ſpäte Reichs⸗ ſchuldbuchforderungen mit 83 und Neubeſitz mit 11,20 bis 11,25; Altbeſitz 797(Nachbörſe 8; Reichsbank 141, 3 Farben 115,50 115,75, Nachb. 115,75; Junghans 25,50, Sie⸗ mens 145,75. 3„„ recht günſtig mit der Schiffahrt Hand in Hand, Wü! führ 6 Vol ö freu 5 Wer gan den gan; erſte 7 we Sor gan ihr erhe das weh Phi Het! ſtett rigk Ste EI Füh * nem 2 inſſ 1 von Wel ſchaf 12 2 —— Mittwoch, 4. Oktober 1933 Neue Mannheimer Zeitung/ Mittag⸗Ausgabe 9. Seite/ Nummer 458 In oͤrei Tagen 180 000 aul. * Karlsruhe, 4. Oktober. Die Landesſtelle Baden⸗ Württemberg teilt mit: Die ſtündlich bei der Gau⸗ Die Bekümpfung der Reblaus oder aus dem Ausland verbotswidrig eingeführt worden ſind. Als ſeuchengefährdet gelten: a) die bei der Uatterſuchung nicht als verſeucht befundenen und nicht — ührung Baden des Winterhilfswerkes des deutſchen K 5 2 2 als herdächtig gelte Teile benachbarten 7 Bages dinlarfenden; nnen zeigen, in welch' 5 Eine beoeutſame Veroroͤnung des Reichsernährungsminiſters Abc l eien e 100 Meter, gerechnet 1 reulichem Maße der Klang der Glocken, die das große„ 535 5 3.. 5 5 zon der äußer Brenz T ſeuchenverdächtigen 15 Bere nallsnalfögialiſtiſcher Hilfsbereitſchaft 1 5 e Reichsernährungsminiſter 3 5 Aunſchließende n Fläche wird 111 Spie coder e ee, en gangenen Samstag einläuteten, einen Widerhall inder Parlaments dienſt der Tu. meldet, in einer Ver⸗ Sicherheitsgürtel, die Geſamtfläche als Reblausherd(Steilhänge) einen größeren Umkreis bedingen; b) den Herzen aller Volksgenoſſen gefunden hat. Der ordnung Grundſätze für die Ausführung des Ge⸗ bezeichnet. Als verſeucht gelten: a) Rebſtöcke, auf Gemarkungen oder Teile von ſolchen, in denen blatt⸗ ganze Geldſpenden⸗Betrag erreichte bereits in den ſetzes über die Bekämpfung der Reblaus denen die Reblaus oder deren Spuren gefunden reblausanfällige, nicht zu den Euxopäerreben zäh⸗ erſten drei Tagen die Höhe von 180 000 Mark. aufgeſtellt. Danach iſt der Anbau aller nicht worden ſind; b) Flächen, auf denen die Reblaus oder lende Rebartenſorten und baſtarde angebaut und die ag—— VVL z u den Eu ropäerreben(Vitis vinikera und deren Spuren gefunden worden ſind; c) Gemarkun⸗ nach ihrer Lage der Verſeuchung durch Blattreblaus 10 r Wiesloch, 3. 5 55 Die freiwillige Feuer⸗ silvestris) zählenden Rebartenſorten und gen, in denen die Reblaus oder deren Spuren nach⸗ ausgeſetzt ſind. 15 e 110555 Weiz 1 b 5 baſtarde verboten, ſoweit nicht die oberſten Lan⸗ gewieſen worden ſind, bis zum Ablauf von fünf Die Rebpflanzungen unterliegen der ganzen Bevölkerung und der Spitzen der Behörden ihr 70 jähriges Beſtehen. Aus dieſem Anlaß erhalten für über 40jährige aktive Mitgliedſchaft das goldene Ehrenkreuz des badiſchen Landesfeuer⸗ desbehörden mit Zuſtimmung des Reichsminiſters für Ernährung und Landwirtſchaft Ausnahmen von dieſem Verbot für beſtimmte Rebſorten zum Anbau als Unterlagen für Pfropfreben, zur Gewinnung von Jahren nach der Vernichtung des letzten Reblaus⸗ herdes. Als ſeuchenverdächtig gelten: a) Rebſtöcke, die nicht nachweislich verſeucht, jedoch nach Herkunft, Standort oder Beſchaffenheit des Befalls mit der ſtändigen amtlichen Beaufſichtigung. Die mit der Baufſichtigung der Rebpflanzungen be⸗ auftragten Sachverſtändigen müſſen in praktiſchen Betrieben des Weinbaues genügend erfahren ſein Reblausunter⸗ wehrve es: Karl Berger, Heinrich Lamade, Unterlagenſchnittholz und für wiſſenſchaftliche Zwecke Reblaus verdächtig ſind; b) Flächen, die nicht nach⸗ 5 15 e 1 r Philipp C old, Georg Wolf, Adam Botz, Heinrich] zulaſſen. Die Anlage von Schnittgärten zur Ge⸗ 87; 4 b a 1 5 ſuchungen durch ausreichende Kenntnis der Entſeu⸗ Philipp Ge 63, 0 9 weislich verseucht, fedoch nach ihrer örtlichen oder chungsverfahren und der Rebſorten beſitzen. Jeder Hettinger, Georg Udech, Gg. Schmitt, Daniel Hof⸗ ſtetter und Ludwig Steidel. Für 20jährige Zugehö⸗ rigkeit wurden von der Stadtgemeinde geehrt: Karl Steidel, Ludwig Breier, und Nickolaus Pfeifer. Der Führer der Wehr, Ludwig Sauer, iſt ſeit 1929 in ſei⸗ winnung von Unterlagen iſt Sache des Reiches und der Länder. Die oberſten Landesbehörden können auch öffentlich⸗rechtlichen Körperſchaften, Genoſſen⸗ ſchaften und gemeinnützigen Vereinen, in geeigneten Fällen auch einzelnen Perſonen, die Genehmigung wirtſchaftlichen Verbindung mit verſeuchten Flächen des Befalls mit der Reblaus verdächtig ſind; c) Ge⸗ markungen, in denen die Reblaus oder deren Spu⸗ ren nachgewieſen worden ſind, für die Zeit vom 6. Reblausherd iſt einzudämmen, ſein Betreten zu ver⸗ bieten und das Verbot des Betretens durch War⸗ nungstafeln kenntlich zu machen. Die Leitſätze treten am 1. Dezember 1933 in Kraft. 1 1 3 f 8 1587 f em Amt, als Nachfolger von Feuerwehrlöſch⸗„„ g 8. 8 5. 5 E inſpektor und 1. Kommandant Georg Zutavern, der ſicht 1 1, ß e 1 Bruchſal, 4. Okt. Der ehemalige Leiter des f von 19131929 die Wehr leitete. Die Wieslocher icht erteilen. ten Reblausherdes, oder die verſeuchten Gemarkun⸗ landwirtſchaftlichen Sekretariats, Hans Holzſchei⸗ . Wehr war jederzeit von Opfergeiſt und Gemein⸗ Ein oder mehrere verſeuchte Rebſtöcke werden als gen benachbart oder in denen Rebpflanzen ermit⸗ ter, wurde geſtern abend wieder aus der Schutzhaft 15 ſchaftsſinn beſeelt. Seuchenſtelle, die eine oder mehrere Seuchenſtellen telt worden ſind, die aus verſeuchten Gemarkungen entlaſſen. ng e N= 15 125 JI Drogerie W. v. Helden 28 G 3, 14, Ecke(früher Renners) eß hat neu übernommen und empflahlt n. 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