Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Vedaktion, ruck und Nerlag von J. Helfrich in Keckenheim. Anzeigen: 5 lſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 27. Samstag, den 2. April 1904. 4. Jahrgang Streifbliete auf die Geschichte Setkenheims. Bearbeitet von Eduard Sauer, Seckenheim. Fortſetzung.) In den inneren Verhältniſſen Seckenheims waren inzwiſchen nur wenige Dinge geändert worden. Zu erwähnen iſt vielleicht, daß Frei⸗ herr von Stengel, welcher bald darauf mit der Leitung des Niederrheinkreiſes betraut wurde, noch im gleichen Jahre das Schloß mit dem Gute an den badiſchen Miniſter Karl Theodor von Hacke verkaufte. Dieſer übertrug es ſeinerſeits im Jahre 1805 ſeinem Geſchäfts⸗ träger Babo als Pachtgut, welcher zu der ſchon vorhandenen Ziegelei noch eine Branntwein⸗ brennerei errichtete und allmählich das ganze Gebiet bis zur kath. Kirche hinzu erwarb. Während dieſer friedlichen Entwickelung im Innern hatte ſich draußen ein neues Krieg⸗ ſchauſpiel vorbereitet. Der Korſe zog nach Rußland im Juni 1812 und in dem badiſchen Korps, das Reichsgraf Wilhelm von Hochberg führte, befanden ſich auch die Pfälzer, die wohl, trotzdem ſie in früheren Jahren manches Ueble von Frankreich erfahren hatten, Napoleon als den Befreier aller Völker anſahen. Kaum war die Schlacht von Borodino geſchlagen, als der Franzoſenkaiſer ſeine„getreuen“ Rheinländer zum Kampfe gegen Deutſche aufrief. Als jedoch nach der Völkerſchlacht bei Leipzig ſein Stern zu erblaſſen begann, da endlich vereinten ſich wieder die lange zerſplitterten deutſchen Stämme zum Kampfe gegen den fremden Unterdrücker. Einem ſolchen einmütigen Vor⸗ gehen war Napoleons Feldherrgenie ſchließlich doch nicht gewachſen. Die Schlacht bei Waterloo entſchied über ſein Schickſal, und er mußte in die Verbannung gehen und dort, umgeben von nur wenigen Getreuen, ſein tatenvolles und wechſelreiches Leben beſchließen(1821). In⸗ zwiſchen hatte auch ſchon die Befreiungsſtunde für das badiſche Volk geſchlagen. Großherzog Karl hatte nämlich wenige Monate vor ſeinem Tode die Verfaſſung unterzeichnet. (22. Auguſt 1818.) Nun durfte der kleine Mann das Haupt heben; ungehindert konnte er für das Wohl ſeiner Familie ſorgen und ſo im Kleinen einen feſten Stein einfügen in die Pfeiler des Staatsgebäudes. Auch in Seckenheim waren die armen Leute nicht mehr genötigt, ihr Anweſen an das Gut zu verkaufen, welches Freiherr von Hacke 1817 an Graf von Luxburg veräußert hatte, welcher jedoch meiſt auf Reiſen mit ſeiner Frau war, und der im Jahre 1849 ſtarb, gerade als in Deutſchland die Flamme der Begeiſterung hoch lohte. Auf dem Seckenheimer Friedhof wurde er von ſeinem Neffen beſtattet, wo ſich ſein ſchlichtes Grabdenkmal heute noch alters⸗ grau und epheuumſponnen erhebt. Nachdem durch die Abberufung der National⸗ verſammlung zu Frankfurt die Hoffnungen der freiheitliebenden Deutſchen worden ing. Auch in unſerm Dorfe gab es zwei Par⸗ eien, die eine großherzogstreu, die andere revolutionär. Viele der Revolutionäre kämpften bei Käferthal, Ladenburg und Hemsbach mit, und manch einer ſtarb für die große Sache oder ging landflüchtig. Den näher rückenden Preußen ſah man in banger Erwartung entgegen. Doch die Befürchtungen waren grundlos. Eine kleine Epiſode verdient es, der kom⸗ menden Generation überliefert zu werden. Als einmal die Freiſchärler in der„Krone“ das Bild des Großherzogs von der Wand reißen wollten, trat ihnen die Wirtstochter entſchloſſen entgegen mit den Worten:„Wer's anrührt, dem ſchlag ich den Schädel ein“ und dabei er⸗ griff ſie in drohender Haltung einen Stuhl. Das Mädchen(ſpätere Frau Bürgermeiſter Bühler) erhielt für ſeine mutige Tat die Ver⸗ dienſtmedaille, und ſie iſt auf dieſes Ehrenzeichen ſtolz geweſen bis zu ihrem vor wenigen Jahren erfolgten Tod. Nachdem Raſtatt die Tore geöffnet hatte und der Aufſtand mit fremden Waffen gedämpft worden war, glätteten ſich die Wogen der Revolution. Als Großherzog Friedrich den Thron ſeines Vaters eingenommen hatte, kehrte all⸗ mählich die Ruhe ins Land zurück. Noch einmal mußten Deutſche gegen Deutſche kämpfen; aber die Pfälzer wurden meiſtens zur Bewachung der Eiſenbahnen verwandt, die ſeit 1845 die Pfalz durch⸗ kreuzten(1866). Als aber anno 70 ganz Deutſchland auf⸗ ſtand aus ſeinem jahrelangen Schlaf, da blieben auch die Pfälzer nicht zurück. (Schluß folgt.) Deutſches Reich. 8 Karlsruhe, 30. März. Das Befinden des Großherzogs hat ſich ſoweit gebeſſert, daß in den letzten Wochen die üblichen Vorträge entgegengenommen und Spaziergänge, ſowie Ausfahrten ziemlich regelmäßig unternommen werden konnten. Die Beſchwerden von Seiten der Verdauungsorgane ſind nahe verſchwunden und der Kräftezuſtand iſt dementſprechend beſſer. Kane wurden Störungen durch einen atarrh hervorgerufen, welcher das rechte Mittelrohr in Mitleidenſchaft zog. i Ausland. Petersburg, 29. März. Nach Er⸗ zählungen von Einwohnern von Tſchöng⸗Yu haben die Japaner in dem Gefecht vom 28. März über 100 Tote gehabt. Etwa 100 Ver⸗ wundete wurden durch 500 koreaniſche Träger nach Andſchu gebracht, auch an Pferden hatten die Japaner große Verluſte. Der verwundete Stabskapitän Stefanow iſt ſeinen Wunden erlegen. i Petersburg, 31. März. Die„Nowoje Wremja“ veröffentlicht einen von ihrem Chef⸗ redakteur Suworin, dem Führer der kürzlich vom Zaren empfangenen Preßdepatation unter⸗ zeichneten Artikel, worin eine europäiſche Kombination gegen Amerika gefordert wird. Amerika wird in dem Artikel als ein anmaßender Parvenü bezeichnet, der ſeine Beine auf den Tiſch der aſiatiſchen Politik lege. Seit Europa in ſeiner Verblendung den Vereinigten Staaten geſtattet habe, Spanien zu berauben, ſteckten ſie ihre Naſe überall in Aſien hinein, ohne ſich um die Monroc-Doktrin weiter zu kümmern. Es ſei die vornehmſte Politik Europas, ſich gegen Amerika und Japan zu verbinden. Nachbarskinder. Original⸗Roman von Irene v. Hellmuth. 19)(Nachdruck verboten.) Nun da war ihm alles klar. Die jungen Damen hatten bei ſeiner Mutter Beſuch ge⸗ macht, und ſich dabei verſpätet. Natürlich, da löſte ſich das Rätſel! Förmlich erleichtere atmete er auf. Eben im Begriff, die Thür zu öffnen, hörte er Hildas kreiſchend klingende Stimme: „Na, wiſſen Sie, Frau Linde, ich halte Eva für eine kleine Heuchlerin; denn wenn ſie dieſem Kloßmann nicht Hoffnung ließ, endlich erhört zu werden, würde er das Nutzloſe ſeiner Bemühungen ſchon längſt eingeſehen haben. Oder ſie fände ein Mittel, es ihm zu zeigen. So aber ſchleicht er tagtäglich um dieſelbe Zeit in der Straße umher und wer weiß, ob die Beiden ſich nicht heimlich treffen. Mir ſcheint es faſt ſo. Erſt kürzlich wurde ſie Abends mit ihm geſehen, wie ſie mit dem jungen Herrn plauderte und ſchön that.“ 5 Was ſeine Mutter antwortete, konnte Sigmund nicht hören, aber er ballte die Fauſt und in ſein hübſches Geſicht ſtieg die Röte des Zornes. Es war höchſte Zeit, dem Klatſch dieſer böſen Zungen ein Ende zu machen. Seine Verlobung mit Eva würde natürlich die Hand entgegen. ſollte bald,— ſehr bald geſchehen! Er lächelte ſchon wieder bei dieſem Ge⸗ danken. 5 Eva liebte ihn, nur ihn allein, das war doch klar, wie der Tag. Eva ſollte eine Heuchlerin ſein? Und das ſagte diejenige, die ſich ihre Freundin nannte! Na warte, falſche Schlange, Du wirſt Augen wachen, wenn Du erfährſt, daß alle Deine Bemühungen um- ſonſt waren. Nicht der leiſeſte Zweifel an dem geliebten Mädchen hatte Raum in ſeinem Herzen. Evas Augen logen nicht, das ſtand feſt und was er darin geleſen,— es konnte nicht anders aus⸗ gelegt werden, es war Liebe, reine, innige Zu⸗ neigung eines treuen Herzens. Eva hatte nie verſtanden, ſich zu verſtellen, ſie gab ſich immer ſo, wie ſie eben war, und ſagte ſtets das, was ſie dachte, Lüge war ihr fremd. 5 „Aber,“ fragte ſich Doktor Linde erſchrocken, „wo befindet ſich das Mädchen?“ all den Verleumdungen ein Ziel ſetzen und es man ihm erwies. Denn daß Eva nicht da drinnen ſein konnte, wurde ihm plötzlich klar. Er mußte es wiſſen, und Hilda konnte gewiß Auskunft geben. Haſtig riß er die Thür auf. Er ſchien es nicht zu bemerken, daß bei ſeinem Eintritt ein freudiges Erſchrecken über Hildas Züge glitt. Sie erhob ſich und ſtreckte ihm lächelnd „Ah, da ſind Sie ja endlich! rief ſie, ohne zu bedenken, daß ſie damit verriet, auf ihn gewartet zu haben. Seine Mutter betrachtete ihn aufmerkſam. Es war ihr ſofort klar, daß etwas Ungewöhn⸗ liches ihn erregte. Er bezwang ſich auch nicht länger. g „War Eva hier, Mutter?“ fragte er in etwas gereiztem Ton. „Eva?“ fragte ſie etwas erſtaunt. Die alte Dame fand es ſehr unpaſſend, daß ihr Sohn die Hand, die ihm Hilda ſo freundlich und herzlich entgegenſtreckte, gar nicht ergriff, ſondern ſich nur förmlich und ſteif verneigte, als begrüße er eine Fremde. 1588 Frau Lindes Lieblingswunſch war es nun einmal, daß Hilda und Sigmund ein Paar würden, und ſie wußte von Hilda ſowohl, als auch von deren Mutter, daß dieſer Verbindung nichts im Wege ſtand, wenn Sigmund nur wollte. Aber unbegreiflicherweiſe ſchien er blind zu ſein für alle Aufmerkſamkeiten, die Wußte er denn den Wert des Geldes wirklich ſo ſchlecht zu ſchätzen? Erkannte er nicht, welcher Vorteil ſich ihm durch dieſe Verbindung bot?“ 2 Die alte Dame blickte den Sohn ganz entrüſtet an. N a „Eva war nicht bei mir,“ ſagte ſie auch mit einer an ihr ungewohnten Strenge.„Sie wird wohl zu Hauſe ſein. Uebrigens begreife ich auch gar nicht, was Dich veranlaßt—. * Aus Nah und Fern. Freiburg i. B., 30. März. In der jüngſten Sitzung des Stadtrats wurde die ſtädtiſche Umlage für 1904 auf 40 Pfg. für 100 Mk. feſtgeſetzt. Es iſt die gleiche Höhe der Umlage wie im Vorjahre und zugleich die niedrigſte unter allen badiſchen Städten. Vom Bodenſee, 30. März. Auf dem Schloßgut Babenwohl bei Bregenz wurden. dieſer Tage intereſſante Funde gemacht; Reſte einer römiſchen Opferſtätte, Münzen aus der Zeit des Kaiſers Nero bis Maxentius, Münzen mit dem Bildnis des heil. Gallus und des heil. Konrad und ein wertvoller Inſchriftſtein aus der Zeit von 270—275. Viernheim, 29. März. Ein beklagens⸗ werter Unglücksfall ereignete ſich geſtern nach⸗ mittag gegen 5 Uhr in der Rathausſtraße in der Nähe des„Schützenhofs“. Das vierjährige Töchterchen des Maurers Joh. Hofmann, wohn⸗ haft in der Bismarckſtraße, lief beim Spielen vor die Räder eines gerade vorbeifahrenden Fuhrwerks und geriet unter dasſelbe. Das arme Kind erlitt hierbei einen doppelten Schädel⸗ bruch; obwohl die Verletzungen ſehr ſchwer ſind, iſt Hoffnung vorhanden, es dem Leben zu erhalten. Speyer, 31. März. Von dem füngſten Opfer ſpaniſcher Schatzſchwindler iſt in den größeren Blättern Madrids zu leſen. Vor einigen Tagen ging ein Deutſcher, ein Herr aus Landau in der Rheinpfalz, in die Falle des„Schatzgräbers“ Candido Suarez. Unſer Pfälzer büßte auf die bekannte Art 6000 Mk. ein. Es gibt eben immer noch genug von denen, die nicht alle werden. Zweibrücken, 28. März. Für ſeine Wagehalſigteit wurde der Tagner Konrad Heil von hier beſtraft. Derſelbe machte ſich geſtern das Vergnügen, einen Fabrikſchornſtein zu be⸗ ſteigen. Als er oben auf dem letzten Tritt⸗ eiſen angelangt war, glitt er aus und ſtürzte herab. Hierbei zog er ſich ſchwere Ver⸗ letzungen zu. Weiler i. Allgäu, 28. März. Das Opfer einer unſinnigen Wette iſt der Buch⸗ druckergehilfe Kreſſer geworden. Derſelbe hatte infolge einer Wette zweimal je einen halben Liter Schnaps getrunken und iſt bald darauf einem hiedurch bewirkten Herzſchlag erlegen. 5 Dortmund, 31. März. In dem Orte Wetter an der Ruhr drang der Bahnarbeiter Henckel nachts in der Wohnung der Frau Gajewski ein und ſchleppte, als dieſe die Flucht ergriff, ihre 7jährige Tochter mit ſich fort und vergewaltigte dann das Kind, erdroſſelte es und warf die Leiche in die Ruhr. Der Mörder wurde geſtern abend verhaftet. Oldenburg, 29. März. Der bekannte Militärſchriftſteller von Letto⸗Vorbeck ſtürzte auf einer Radfahrt in den Hunte⸗Emskanal und ertrank. Sein letztes Werk, Geſchichte der Befreiungskriege, iſt unvollendet. Humoriſtiſches. f— Der glückliche Gewinner des großen Loſes von 100 000 Mark der 01 Münſterbaulotterie iſt ein Arbeiter aus der Er hatte kein Pechfabrik Mannheim. Pech! 6 Völlige Gleichſtellung der Geſchlechter herrſcht im Staate Colorado, wo die Frauen nicht nur das Wahlrecht beſitzen, ſondern auch Soldaten werden können. ernannte vor einigen Jeſſie des Soldatenſtandes verſetzt. Eine Verlobungsgeſ Kapiteln. 15 5 („Teltower Kreisblatt“ Nr. 50. 28.§ Als Verlobte empfehlen ſich: Dille s n Berlin. i („Teltower Kreisblatt“ Nr. 56.6 März 1904): Die Nr. 50 des„Teltower Kieisblattes“ enthielt meine Verlobungs anzeige. hiermit, daß ick mich mit Ottilie B nicht verlobt und betreffendes Inſerat, aufgegeben habe. Franz Hu 62. 13, März 19000, e („Teltower Kreisblatt“ Nr. Franz H... im„Teltower Kreisblatt“ 6. d. M. bezüglich unſerer Verlobung, erklär ich hiermit, daß unſere Verlobung am 30. Nov. 1903 durch Ringwechſel und Abſendung gedruckter Anzeigen ſtattfand. Ich betrachte mich auch heute noch als ve 2 da bis heute noch keine Auseinanderſetzung ſtatt⸗ gefunden hat. i 85 Freiburger Gouverneur Peabod gn kommandierte. General ent den Befehl Als Erwiderung auf die Annonce des—. erlobte Braut, da Ausführung von allerlei Schwindeleien 47 mal verheiratet geweſen iſt. Die beiden Frauen, welche ſich jetzt um ihren Mann ſtritten, fielen bei dieſem Geſtändnis in Ohnmacht. Das Kriegsgericht der 27. Diviſion in Ulm verurteilte den Unteroffizier Stahlecker wegen Mißhandlung und vorſchriftswidriger Behandlung Untergebener zu fünf Wochen Mittelarreſt. Eine ſchreckliche Tragödie ereignete ſich, wie der Draht aus Indien meldet, bei dem 65. leichten Carnatiſchen Infanterie⸗Batallion, das in Hyderabad in Garniſon liegt. Ein Soldat wurde während des Schießens mit ſcharfen Patronen plötzlich wahnſinnig. Er griff nach ſeinem Gewehr, lud dasſelbe mit unglaublicher Geſchwindigkeik und ſchoß einen eingebdren Offizier, der gerade in der Nähe ſtand, tot. Dann lief er weiter und ſchoß auf jeden, der ihm in den Weg kam. Er hatte ſchon einen zweiten eingeborenen Offizier, zwei Soldaten, eine alte Frau und einen Barbier getroffen, als der Brigade⸗General Beatſon von der Sache hörte. Er ging ruhig und unbe⸗ waffnet auf den Mann zu und ſagte ihm im freundlichſten Tone, er möge ſein Gewehr weg⸗ legen und ſagen, worüber er ſich zu beſchweren habe. Der Mann antwortete, er wollte dem General nichts tun, aber er habe die Abſicht, den Offizier zu erſchießen, der die Kompagnie kommandierte. Als der Soldat dann weiter eine drohende Haltung annahm und zeigte, daß er noch neun Patronen habe, gab der 0 Nähe ſtehenden Poſten züchten Augenblsc gettofken zue ein Berliner Junge: Aus dem Berliner Schulleben wird erzählt: Ein ſechsjähriger eben : eingeſchulter Burſche kommt zu ſpät zum Unterricht! Der Rektor empfängt ihn an d Treppe:„In welche Klaſſe gehörſt d er 24“, „Weiß ich nicht 1%„Wie heißt denn dei Lehrer?“„n' Lehrer hab' ich nich Kauf 5 Vortrag über Postwesen i 10 11% Kc 9 174 17 i eig ud ler Ke mouige 18 2 Er ließ die Mutter nicht ausreden. „Zu Hauſe iſt Eva aber nicht,“ brach er ungeſtüm aus,„ihre Mutter ſagte, ſie wäre mit Fräulein Hilda weggegangen.“ Hilda lachte ſpöttiſch. „Sehen Sie, daß ich recht hatte,“ wandte ſie ſich an die Mutter des Doktors. Doch dieſer fuhr auf:„Ich ſage Ihnen— es iſt Lüge— gemeine Lüge.—“ 8 Dann beſann er ſich und ging raſch einige Mal im Zimmer auf und ab. Fräulein Hilda machte ein ſehr gekränktes Geſicht, die weißen Zähne bohrten ſich in die Unterlippe. Der Doktor blieb vor ihr ſtehen. „Sie waren doch heute bei Eva, nicht wahr?“ „Ja“, erwiderte ſte kurz und ſchnippiſch. „Und ging ſie nicht mit Ihnen?“ „Nein! Sie behauptete keine Zeit zu haben!“ „Das iſt ſeltſam,“ murmelte Sigmund, ſeine Wanderung durch das Zimmer wieder aufnehmend. Warum ſagte man ihm nicht die Wahr⸗ heit? Welchen Grund hatte die alte Frau, ihn zu belügen? Wußte Eva darum? Wollte ſie ihn zum Beſten halten? Auf alle dieſe peinigen Fragen konnte er keine Antwort finden.—— Err fühlte es ordentlich als Erleichterung, 1 ein wenig enig aus, und die ld, das wird mir gil thu Sie merkte es, er wich ihr aus, tiefe Bitterkeit ſprach aus ihrer St ſie entgegnete;„Darf, une wi ihm, 5 Dir ſehlt— ich, „Später t ſpäter, Kopfſchüttelnd ſah raſch davon eilte. Draußen atmete er ein paar Mal tief Er, drückte den Hut feſt in dies Stirn auf. In und ſpähte wieder aufmerkſam umher. Doch nur einzelne er Die Laternen flackerten trübe hin und her, von bei Sennebach ſchlo eb g und die beiden großen Auslagefenſter. jedem derfelben hing ein rieſiges Plak „Rote Alpenxoſenſeife, beſte Toilettenſeife Welt, Ne gige„„ f als Hilda ſich bald darauf verabſchiedete. Die junge Dame fand es geradezu empörend, daß er ſie nicht einmal die Treppe hinab begleitete, ie 8 es geth Heute mußte di 8 W de f leſen. Als er noch ein Kn er immer hr a hh i und bewunderte den gelben 29 12 1 ag ec e zu erblicken. fern tönte das Bellen eines Hundes. Drüben ß man eben den Laden“ a, da tand bee der nun ſchon Jahrzehnte lang hier zu fehen war und der den Vorübergehenden verkündete, daß man hier die beſte Waſchſeife kaufe. Mechaniſch ſchaute Sigmund zu, wie der ſchwere Rollladen langſam heruntergelaſſen wurde und ſchließlich den zähnefleiſchenden Löwen ganz verſchwinden ließ. Kichernd traten 1 20 gleich darauf die beiden jungen Verkäuferinnen „Sie blieben ſtehen, und Schatten zurück, um 1 t 100 über ing folgt) 5 um gundo lo 5 Bekanntmachung. Nr. 32893 J. Der auf Freitag, den 8. April l. Irs. feſtgeſetzte Amtstag in Ladenburg wird auf 55 Samstag, den 9. April 1. Jrs. verlegt. Mannheim, den 28. März 1904. Groh. Bad. gezirksamt: gez. Lang. Nr. 2397. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 30. März 1904. Bürgermeisteramt: Volz. Bekanntmachung. 2 Die Verpachtung von Aecker in der Sandgrube. Am Dienstag, den 5. April 1904, vormittags 10½ Uhr werden auf dem Rathauſe 8 Looſe Aecker(je 9 Ar) in der Sandgrube gelegen auf einen jährigen Beſtand verpachtet. Die Aecker ſind ausgeſteint und nummerirt. Jeder Pachtliebhaber hat in Perſon zu erſcheinen und einen zahlungsfähigen Bürgen zu ſtellen. Seckenheim, 30. April 1904. . Gemeinderat: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. Am Mittwoch, den 6. April 1904, vormittags 10 Uhr wird der Farreudung und eine Partie Heublumen auf dem Platze öffentlich verſteigert. Seckenheim, den 2. April 1904.. Ratſchreiber Gemeinderat Volz. Ritter Bekanntmachung. Erſatzgeſchäft pro 1904 betr. Nr. 5660 M. Die Muſterung der Militärpflichtigen des Aushebungsbezirks Mannheim findet am 8., 9., 10., 11., 12., 14., 15., 16., 17., 18., 21., 22., 23., 24., 25., 26. März, 5., 6. 72 8., 9. 11 12., 13., 14., 15., 16. 18., 19., 20. und 21. April l. Js. feweils vormittags 8 Uhr beginnend im graßen Saale des gallhauſes, Schloß, dahier ſtatt. Es haben zu erſcheinen: g Montag, 18. April 1904, Die Pflichtigen der Jahrgänge 1882, 1883 und 1884 aus der Gemeinde Feckenheim und dem Grtsteil Rheinau. Donnerstag, 21. April 1904, Zugänge und Gefangene. Am Freitag, 22. April 1904, Vorm. 8 ½ Uhr findet die Verbeſcheidung der rechtzeitig eingekammenen Nekla⸗ mationsgeſuche ſtatt und haben die Beteiligten an dieſem Tage wiederholt zu erſcheinen, desgleichen die Herren Bürgermeiſter, falls an dieſem Tage Reclamationen aus ihrem Orte zur Verbeſcheidung kommen. Am Samstag, 23. April 1904, Vorm. 8 ½ Uhr 31515 1 en 15 1 bert e e 1884, ſowie der ichtigen älterer Jahrgänge, ſoweit ſolche ohne ihr ulden no noch nicht geloſt 8 l 1 e 5 „Jedem Militärpflichtigen iſt das perſönliche Erſcheinen im Loſungs⸗ termin überlaſſen. Für die Nichter miſſion geloſt werden. Jeder Militärpflichtige, Militärpflichtjahr befindet, dar ſchienenen wird durch ein Mitglied der Erſatzkom⸗ gleichviel ob er ſich im 1., 2. oder 3. f ſich im Muſterungstermin freiwillig zur Aushebung melden, ohne daß ihm hieraus ein beſonderes Recht auf die Auswahl der Waffengattung oder des Truppen⸗(Marine) Teils erwächſt. Durch die freiwillige Meldung verzichten die Militärpflichtigen auf die Vorteile der Loſung und gelangen in erſter Linie zur Aushebung. Die Pflichtigen haben zur Muſterung in reinlichem und nüchternem Juſtande zu erſcheinen. b Wer durch Krankheit am Erſcheinen im Muſterungstermine verhindert iſt, hat ein ärztliches Zeugnis mindeſtens 2 Tage vor dem Termine unter Beifügung der Vorladung anher einzureichen. Dasſelbe iſt, wenn gau Arzt nicht Staatsarzt iſt, bürgermeiſteramtlich zu be⸗ Militärpflichtige, welche in den Terminen vor den Erſatzbehörden nicht pünktlich erſcheinen, können, ſofern ſie nicht dadurch zugleich eine härtere Strafe verwirkt haben, mit Geld bis zu 30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft werden. Außerdem können ihnen von den Er⸗ ſatzbehörden die Vorteile der Loſung entzogen werden(S 267 W.⸗O.). Wer ſich der Geſtellung böslich entzieht, wird als unſicherer Dienſtpflichtiger behandelt, er kann außerterminlich gemuſtet und zum Dienſt eingeſtellt werden. Die Pflichtigen der Jahrgänge 1882 Jahrgänge haben ihre Loſungsſcheine mitzubr Mannheim, 26. Februar 1904. Her Civilvorſthende der Erſaßkommiſſan des Aushebungsbezirks Mannheim Dr. A. Jung. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichey Kenntnis. Seckenheim, 12. März 1904. FHürgermeiſteramt: Volz. Hübſche Neuheiten in Visit- und Verlobungs-Karten und 1883 ſowie früherer ingen. Schmitt. Bekanntmachung. Die Verhütung von Waldbränden betr. Gemäߧ 368 Ziffer 8 R.⸗Str.⸗G.⸗B. und§ 23 Ziff. 2 P.⸗Str.⸗ G.⸗B. wird hiermit verfügt, daß für die Zeit bis 1. Oktober ds. Js. bei anhaltender Trockenheit das Rauchen in den Waldungen der Ge⸗ markung Seekenheim verboten iſt. Zuwiederhandlungen werden— vorbehaltlich etwaiger ſtrafrecht⸗ licher Verfolgung wegen fahrläſſiger Brandſtiftung— polizeilich mit Geld bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft. Seckenheim, 2. April 1904. Bürgermeisteramt Dasthaus 20 n deutschen Rot. Oſtermontag, nachmittags 3 Uhr ab gutbeſetzte Tanz- Musik ausgeführt von der Kapelle Häußler⸗Friedrichsfeld. Hierzu iſt jedermann freundlichſt eingeladen. Emil Werber empfiehlt zur Frühjahr- und Sommersaison ſein reichhaltiges Lager in: 8 Manufaktur und sämmtlichen Kurzwaren. Hüte und Mützen. Fertige Arbeiteranzüge. Ferner große Auswahl in leinen und wasserdichten Pferde- decken in nur Ia. Qualitäten. 080 Die Heilwirkung 080 der modernen Physikaliseh- Diätisehen Therapie Elektrizität, Lieht, Wasser, Massage von Herrn heh. Schäfer, Mannheim, P 4, Iz. Danksagung. Beſtätige hiermit Herrn Beh. Schäfer, mannheim Pp 4, 13, von ganzem Herzen, daß ich bei ihm eine 6wöchentliche Kur gemacht habe, und finde keine Worte, um Herrn Schäfer meinen Dank ausdrücken zu können, denn er gab mir das Leben wieder! Als ich zu ihm kam, befand ich mich in der traurigſten Ver⸗ faſſung, die man ſich denken kann. Ich war hochgradig nervös, menſchenſcheu energielos, fortwährend müde, nicht fähig, mich zu beſchäftigen, noch einen Ge⸗ danken zu faſſen, keine Luſt zum Beruf, unzugänglich für jedermann, geſellſchaft⸗ lich vollſtändlg unbrauchbar, melancholiſch, ſo daß ſich ſogar Selbſtmordgedanken einſtellten. Es war die gräßlichſte Verfaſſung, in die je ein Menſch verfallen kann. Ich verſuchte das letztere und zwar eine Kur bei Herrn schäker, mann⸗ heim, P 4, 13. Schon nach 14tägiger Behandlung trat auffallende Beſſerung ein, ſodaß ich nach 6 Wochen and wie ein Fiſch im Waſſer war. Worte ſind überhanpt zu arm, um den Dank auszudrücken, den Herr Schäfer verdient; denn er gab mir tatſächlich das Leben wieder. Ich danke Herrn Schäfer l. lich für 1 5 erfolgreiche und gewiſſenhafte Behandlung und kann die Heil⸗ methode des Herrn Schäfer mit beſtem Gewiſſen allen Leidensgenoſſen aufs wärmſte empfehlen. Mannheim, im November 1903. P. W., Tonkünſtler. Frühjahrs⸗Kontrol⸗VGersammlungen 100 im Landwehr⸗Bezirk zuannheim, Bezirk des Hauptmeldeamts Mannheim. Es haben zu erſcheinen: In Seckenheim(Im Garten des Schlößchens). Jahresklaſſe 1891 bis 1903 sämtlicher Waffen(mit Ausnahe der Infanterie).. Jahresklaſſen 1891 bis 1903 der Ersatz-Reserve aller Waffen. Alle zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaſſenen Mannſchaften von Seckenheim, Rheinau, Stengelhof und Relaishaus. Montag, 16. Mai 1904, vormittags 9½ Uhr. Jahresklaſſen 1891 bis 1903 der Infanterie von Seckenheim, Rheinau, Stengelhof und Relaishaus. Dienstag, l7. Mai 1904, vormittags 9½ Uhr. Militär-Ersatzreserve-Pässe und Kriegsbeorderungen sind mit- zubringen. Die Jahresklasse jeden Mannes findet ſich auf der Vorderseite des Militär- bezw. Ersatzreserve-Passes verzeichnet. Unentschuldigtes Fehlen und Erscheinen zu einer unrichtigen Kontrolversammlung werden bestraft. Die Leute haben mit sauberen Füssen zur Kontrolversammlung zu erscheinen, da an sämtl. Mannschaften Fussmessungen vorge- nommen werden. 8 Bezirks-Kommando Mannheim. Beſchluß. 8 Vorſtehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Seckenheim, 26. März 1904. Bürgermeisteramt eingetroffen. Buchdruckerei d. Helfrich. Volz. Schmitt. Eduard lerklein. Seckenheim ffedtelntsche Präparate. 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