Anzeigeblatt für Seckenbeim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Redaktion, Druck und Verlag von J. Helfrich in Leckenheim. Anzeigen: Die Iſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 58. Mittwoch, den 20. Juli 1904. 4. Jahrgang Deutſches Reich. 1 0 115 Reihe kleinerer Treffen er⸗ 15 des 0 9159 dem ae Koblenz, 18, Jull. Deu dem Fele olgreich aufgehalten worden. a„ geriet in der Nacht vom 16. auf 17. ds. ; 5 7 Tokio, 15. Juli. Die Nachricht, di Mts. beim Rangieren der ledige 25 Jahre graphenbataillon ſind heute früh 42 Mann zur Europa eie 1 5 eines 5 15 An Mitblildung einer neuen Telegraphenabteilung nach Südweſtafrika abgereiſt. Am Bahnhof hatten ſich die Offiziere der zuſammengeſetzten Kompagnie, viele Angehörige und eine große Menſchenmenge verſammelt. Der Bataillons⸗ kommandeur brachte ein Hurra auf die Scheidenden aus, die Muſik ſpielte die National⸗ hymne und Abſchiedslieder. Ausland. London, 18. Juli. Der Berichterſtatter des„Daily Chronicle“, der mit General Kuroki am Motienpaß weilt, konſtatierte am 15. Juli, daß die Vorpoſten der gegneriſchen Truppen nunmehr nur noch 1100 Meter weit voneinander entfernt ſtehen. Der Geſundheitszuſtand und die Stimmung der japaniſchen Truppen ſeien vorzüglich. Sie ſeien ungeduldig wegen der Verzögerung, die dadurch veranlaßt iſt, daß ſie erſt die Meldung des Sturmes auf Port Arthur abwarten müſſen, bevor ſie vorrücken können. N ö a Petersburg, 18. Juli. Einer Privat⸗ meldung aus Nagaſaki zufolge, iſt die Be⸗ völkerung ſehr aufgeregt. Drei japaniſche Banken hätten die Zahlungen eingeſtellt, wo⸗ durch die Kriegsbegeiſterung weſentlich herab⸗ geſtimmt worden ſei. In dem europäiſchen Viertel von Nagaſaki ſind die Wachen weſent⸗ lich verſtärkt worden, da die Lage für die Ausländer ſehr unſicher erſcheint. Die Strömung gegen den Krieg macht ſich immer mehr be⸗ merkbar. Petersburg, 18. Juli. Es ſcheint, als wenn die Takuſchan⸗Armee unter General Nodzu Befehl erhalten habe, das ruſſiſche Zen⸗ trum zu durchbrechen. Die Lage dieſer Armee ſcheint nicht beneldenswert, da geſtern die 6 erſten japaniſchen Deſerteure vor Miſchtſchenko erſchienen und erklärten, daß in der Armee Nodzus furchtbarer Hunger und Cholera wüte. Sie beſtätigen den großen Alkoholgenuß der japaniſchen Truppen vor der Schlacht. Die Armee Nodzu iſt durch eine Diviſion des Generals Oku verſtärkt worden. Auf dem linken ruſſiſchen Flügel iſt der japaniſche Vor⸗ iſt, daß während nächtlichen Angriffs am 11. Juli auf Port Arthur die Japaner mit einem Verluſt von 30,000 Mann zurückgeſchlagen ſeien, entbehrt jeglicher Begründung, da, abgeſehen von kleinen Vorpoſtengefechten, überhaupt kein ernſtlicher Angriff auf die ruſſiſchen Stellungen an jenem Tage gemacht worden ſind. Mitteilungen aus der Seckenheimer Gemeinderats⸗Sitzung (Vom 15. Juli 1904.) Verſchiedene Anzeigen über abgeſchloſſene Fahrnisverſicherungsverträge und Aenderungen an ſolchen bleiben unbeanſtandet. Eine Beſchwerde wegen Beizug zu den Straßenkoſten in der Gartenſtraße wird ab⸗ ſchläglich verbeſchieden. Der Voranſchlag der evangeliſchen Kirchen- gemeinde Rheinau für die Jahre 1904, 1905 und 1906 wird zur Kenntnis gebracht. f Die Erledigung der Abhörbemerkungen der Gemeindekrankenverſicherung für 1902 wird nachgewieſen. Die mit einem Erlös von 50 Mk. ſtatt⸗ gehabte Verſteigerung des Farrendungs wird genehmigt. Die Lieferung von 100 Zentner Heu wird an Theodor Ohlhauſer in Dilsberg um 2.70 Mk. pro Zentner übertragen. Verſchiedene Verwaltungsangelegenheiten werden erledigt.. Eine Anzahl Rechnungen werden zur Zahlung angewieſen. Aus Nah und Fern. Mannheim, 18. Jul. Mehrere Unfälle mit tötlichem Ausgang ereigneten ſich in den vergangenen Tagen. In der Nähe des Fried⸗ hofes ſcheuten die Pferde eines Bierfuhrwerkes und ſprangen gegen eine Bretterwand. Durch den Anprall ſtürzte der verheiratete Bierkutſcher Johann Wetzel von Feudenheim vom Wagen und geriet unter die Räder; er wurde hierbei ſo ſchwer am Kopfe und rechten Oberſchenkel verletzt, daß der Tod alsbald eintrat.— Ober⸗ alte Rangierer Franz Degen aus Behla, Amt Donaueſchingen, ſo unglücklich zwiſchen die Puffer zweier Güterwagen, daß ſein Tod ſofort erfolgte.— Der verheiratete Fabrikarbeiter Peter Dech ſtürzte letzte Nacht in der Wirtſchaft Peter Brunner in Mundenheim die Kellertreppe hinunter und erlitt hierbei einen Schädelbruch. Der Tod trat auf der Stelle ein. Schwetzingen, 16. Juli. Herr Haef⸗ ner, der bekanntlich ſein Bürgermeiſteramt in dieſen Tagen niedergelegt hat, wurde zur Ver⸗ ſehung des Dienſtes des erkrankten Oberreviſors Weiß zum Bezirksamt Mannheim verſetzt. Heidelberg, 18. Juli. Am Samstag mittag löſchten zwei Maurerlehrlinge an einem Neubau in der Römerſtraße Kalk ab und fielen in die Grube, wobei ſie ſich ſchwer verbrann⸗ ten. Der 16 Jahre alte Fath aus Waldhils⸗ bach iſt bereits im akademiſchen Krankenhaus geſtorben. An dem Aufkommen des 17 Jahre alten Rohrmann wird gezweifelt. a Heidelberg, 18. Juli. Kurz vor der Station Wieblingen iſt ein Getreideacker zum größten Teil abgebrannt. Da der Acker direkt an die Bahnlinie grenzt, iſt es nicht ausge⸗ ſchloſſen, daß ein aus dem Zug geworfener Zigarrenſtummel oder Funken der Lokomotive den Brand verurſacht haben. Freiburg, 17. Juli. Die Kunde von einer Mordtat durcheilt unſere Stadt. Der in einer Parkettbodenfabrik angeſtellte Werk⸗ führer Wittmer, der ſich zur Jagd begeben wollte, wurde heute früh 5 Uhr an dem ver⸗ einbarten Rendezvousplatz von ſeinem nach⸗ kommenden Jagdkollegen erſtochen aufgefunden. Sein Fahrrad Macke Adler, Modell 54, Fabriknummer 1224999 war verſchwunden. Die Leiche wurde mehrere Schritte im Wald im Gebüſch gefunden, neben ihr ein Bengel mit dem die Hirnſchale zerſchlagen war. Nach dem bisher bekannten Befund ſchoß der oder die Mörder einige Schüſſe ab, die Leiche zeigte auch zwei Meſſerſtiche. Der Raubmord war demnach ein energiſch be⸗ abſichtigter. Nach Bekanntwerden der Mordtat wurde der Mooswald ſofort mit Militär abge⸗ Der Berghof. Volks⸗Roman von J. Oberparleiter. 8) ü(Nachdruck verboten.) . Deſto freundlicher geſtaltete ſich das Ver⸗ hältniß zu Gregor. Derſelbe fand fh immer häufiger in der Kantine ein, und bald verging kein Tag, an dem er nicht die Geſchwiſter be⸗ ſucht hätte. Anfangs ſchienen es nur geſchäft⸗ liche Intereſſen zu ſein, die ihn veranlaßten, Nachſchau zu halten, ſpäter glaubte man, es der Macht der Gewohnheit zuſchreiben zu müſſen, daß er faſt keinen Tag vorübergehen ließ, ohne ſich in der Kantine einzufinden; bald aber hatte es den Anſchein, als ob es mehr als ein freundſchaftes Verhältniß wäre, das ihn zu ſeinen Landsleuten zog. f Staſi hatte die Bedienung der Extraſtube, in der ſich allabendlich eine Anzahl Herren vom Bahnbau einfanden, übernommen, während Lorenz die ſogenannte„Schwemme“ auf ſich nahm. Die Abende in der Kantine gehörten nun für die Herren bald zu den angenehmſten Stunden des Tages. Hier konnten ſie ſich nicht nur über ihre Geſchäftsangelegenheiten unge⸗ ſtört ausſprechen, ſondern es gab auch Gelegen⸗ heit zu ungezwungener Heiterkeit.— Staſi hatte eine wohlklingende, ſilberhelle Simme, dazu wußte ſie die Zither mit zu ſpielen. Was Wunder, wenn ſie nun allabend⸗ lich zur Unterhaltung der Gäſte ihre ſchönen Weiſen zum Beſten geben mußte.— Ja, dann ging Allen das Herz auf, und da trank Mancher immer noch„Eines“.— Wenn aber endlich doch die Zeit zum Aufbruche kam, dann wußte es Gregor bald unter dem, bald unter jenem Vorwande einzuleiten, daß er noch ein Stünd⸗ chen mit Staſi allein ſein konnte. Donn ſetzten ſich die Beiden zuſammen und ſchwatzten und ſchwärmten von der Heimat, und dann mußte Staſi nochmals zur Zither greifen und mußte ihr heimatliche Klänge ent⸗ locken und mit ihrer glockenreinen Stimme die ihnen bekannten Weiſen ſingen, und da ſang wohl Gregor auch mit, und es ſchien Beiden, als ob ſie ſich in der fernen Heimat befänden und dann ging Beiden das Herz auf, denn auch Gregor war, trotzdem er Geſchäftsmann war, mit Leib und Seele zarteren Regungen leicht zugänglich. i Wenn ſich nun Staſi ihr inneres Weh ſo recht vom Herzen loszuſingen ſuchte, ſo traf ſte wohl auch die Gefühlsſaite in Gregors Innerm — dann ergriff er ihre Hand und blickte ihr ſo treuherzig, ſo vielverſagend in ihre ſchwär⸗ meriſchen Augen, daß es ihr wohl und wehe zugleich ums Herz war.— Eine leiſe Ahnung von einem bisher unbekanntem ſeligen Gefühle überkam ſie dann, und ſie wußte es, daß dieſe Augenblicke zu den ſchönſten ihres Lebens ge⸗ hörten,— doch plötzlich ward es ihr nüchtern ums Herz— ſchüchte it geſenktem Bli 2 entzog ſie ihm ihre Hand, denn— konnte, durfte ſie einem Gefühle Raum geben, daß ihr doch ſchließlich nur bittere Enttäuſchung bringen mußte? Befand ſich nicht zwiſchen ihr und Gregor eine Kluft, die nur durch eitel Geld ausgefüllt werden konnte? Und doch— wenn endlich geſchieden werden mußte, dann geleitete ihn Staſi hinaus, und dann gab es ein Ab⸗ ſchiednehmen, als ob ſie ſich wer weiß wie lange nicht ſehen ſollten. Und wenn dann Gregors Geſtalt im Dunkel der Nacht ver⸗ ſchwunden war, ſo ſtand Staſi noch immer vor der Türe und blickte in den ſternenbeſäeten Himmel, als träumte ſie— und dann trocknete ſie eine Träne, die ſich heimlich in ihr ſanftes Auge geſchlichen. Wochen vergingen unter dieſen Verhält⸗ niſſen. Es konnte endlich dem Scharfblicke des Bruders nicht entgehen, daß die anfängliche Freundſchaft zwiſchen Staſi und und Gregor mehr und mehr eine innige, zutrauliche Form annahm, und düſtere Wolken umzogen ſeine Stirne. Was ſollte daraus werden? Welches Ende war vorauszuſehen? Gregor konnte doch nie daran denken, ein armes Mädchen heimzu⸗ führen, er, der darnach ausgehen mußte, durch zu ſtützen, denn immerhin häuften ſich die Ver⸗ mutungen, daß ſich die Bauleitung diesmal arg eine reiche Partie ſein geſchäftliches Unternehmen ſperrt und abgeſucht. Bisher vergeblich. Die Gendarmerie iſt in voller Tätigkeit. a Villingen, 18. Juli. Die 56jährige Frau des Werkſtättevorſtehers a. D. Schmieg hat ſich in einem Anfalle von Verfolgungswahn mit Petroleum begoſſen und ſelbſt angezündet. Gegen 4 Uhr früh begab ſich die Bedauerns⸗ werte in die Küche und vollführte hier die ſchreckliche Tat, hierauf lief ſie, in hellen Flam⸗ men ſtehend, die Treppe hinunter, um in den Hof zu gelangen; da die Tür verſchloſſen war, begab ſich die Unglückliche wieder in die Woh⸗ nung hinauf und nun erſt wurden der Gatte ſowie die Schweſter der Frau das Furchtbare gewahr. Nach einigen Stunden erlag die Frau ihren Leiden. Altlußheim, 18. Juli. Geſtern gegen 4 Uhr nachmittags ertönte bei einer geradezu tropiſchen Gluthitze Feueralarm und die ſich auftürmende Rauchwolke zeigte, daß der Brand im Oberdorf ausgebrochen ſei. Die Oekono⸗ mieräumlichkeiten des Stephan Schmidt waren der Feuerherd, aber im Umſehen ſtanden auch die Nachbarsgebäude rechts und links in Flam⸗ men. Bei Stephan Schmidt verbrannten ein junges, wertvolles und ein altes Pferd und 3 Kühe. Außerdem kamen um 12 Schweine bei Schmidt und Stephan Zahn, nebſt verſchiedenem Geflügel. An Gebäuden verbrannten von Steph. Zahn abwärts 5 Wohnhäuſer und 5 halbgefüllte Scheunen, nebſt einem Trocken⸗ ſchnppen der Ziegelei Gebr. Büchner. Ein Glück war die Windſtille und der Tag ſelbſt. In jetziger Erntezeit wäre das halbe Dorf niedergebrannt, ehe die Leute vom Felde am Platze geweſen wären. Die Abgebrannten ſind verſichert. Entſtehung zur Zeit noch unbekannt. Worms, 16. Juli. Geſtern morgen ge⸗ langte eine Wette zum Austrag, die zur jetzigen Zeit das Intereſſe aller Schwimmer erwecken dürfte. Es handelte ſich um die Durchquerung des Rheins in fünf Minuten. Dieſe Wette war zwiſchen einer großen Zahl Mitglieder des hieſigen Fechtklubs zuſtande gekommen. Die Wette ging verloren, denn ſämtliche Schwimmer benötigten 8 Minuten. Immerhin eine ganz reſpektable Leiſtung. Nürnberg, 18. Juli. Weil die Schüler einer hieſigen Mittelſchule geſtern bei der afrikaniſchen Hitze nicht hitzfrei erhielten, erſchie⸗ nen ſie im Winterüberzieher, den Hals bis zu den Ohren mit einem dicken Tuch umhüllt, den Kopf mit Pelzmützen bedeckt und Pelzhand⸗ ſchuhe an den Händen, in der Schule. Kulmbach, 18. Juli. 14jähriger Fortbildungsſchuͤler, der ſeinen Leh⸗ rer in der Schule auf die„Kirchweih“ lud, wurde geſtern vom Schöffengericht Kulmbach zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. f Köln, 17. Juli. Im geſamten Rhein⸗ gebiete herrſcht tropiſche Hitze, bis 33 Grad Reaumur im Schatten. Zahlreiche Todesfälle ſind vorgekommen. In einer Fabrik bei Lever⸗ kuſen ſtürzten zwei Schreiner hin und ſtarben alsbald am Hitzſchlag. Dasſelbe paſſierte zwei Heizern auf einem Schiffe oberhalb Koblenz. Y O0 Ein hieſiger Auch zwei Touriſten wurden auf einer Eifel⸗ wanderung vom Hitzſchlag betroffen und ſterbend dem Hoſpital zugeführt. Breslau, 18. Juli. Die Meldungen über ungeheuren Schaden durch die anhaltende Dürre mehren ſich in beängſtigender Weiſe. Von der Dürre ganz beſonders betroffen ſind die vor einem Jahre vom Hochwaſſer verwüſte⸗ ten Landſtriche. Vom geſtrigen Tage werden wiederum mehrere Wald- und Feldbrände ge⸗ meldet. London, 16. Juli. Die Temperatur betrug geſtern 85 Grad Fahrenheit im Schat⸗ ten und 140(48 R.) in der Sonne. Zahlreiche Todesfälle ſind vorgekommen. Wien, 17. Juli. Aus allen Landes⸗ teilen laufen Klagen über die fortdauernde Hitze und Trockenheit ein. Ueberall macht ſich Waſſer⸗ und Futtermangel fühlbar. Das Termometer zeigt 44 Grad Celſius. Chambéry(Dep. Savoyen), 17. Juli. Durch einen mit einem Wolkenbruch verbunde⸗ nen Wirbelſturm wurde das Dorf Bozel zur Hälfte zerſtört. Viele Menſchen ſind ums Leben gekommen und viele verletzt worden. Auszug aus den Standesregiſtern der Gemeinde Seckenheim. Geborene: Juni. 5 1. Elfriede Regina Eliſabetha, T. des Proku⸗ riſten Georg Peter Schmich u. ſ. E. Eva Wilhelmina geb. Arnold. 1. Eva Katharina, T. des Landwirts Heinrich Stamm u. ſ. E. Katharina geb. Blümmel. 9. Anna Maria, T. des Wirts Franz Ber⸗ linghof u. ſ. E. Anna geb. Winkler. . Katharina, T. des Taglöhners Georg Nik. Hanf u. ſ. E. Katharina geb. Seitz. Ernſt Albert, S. des Werkmeiſters Karl Kaſpar Seitz u. ſ. E Maria geb. Volz. . Frieda, T. ds. Bahnarbeiters Adolf Müller u. ſ. E. Maria Magdalena geb. Gramlich. Ludwig, S. ds. Siebmachers Philipp Lenhart u. ſ. E. Anna Maria geb. Fauſt. Albert, S. ds. Fabrikarbeiters Johann Theurer u. ſ. E. Anna geb. Müller. Luiſe, T. ds. Landswirts Jakob Volz u. ſ. E. Anna geb. Weißling. . Eliſe, T. ds. Baumeiſters Jakob Kettner u. ſ. E. Anna geb. Gropp. Johann Vinzens, S. ds. Magazinarbeiters Johann Daniel Eck u. ſ. E. Katharina geb. Brenner. Anna Barbara, T. ds. Schloſſermeiſters Karl Eiermann u. ſ. E. Chriſtina geb. Weißling. a Getraute: Töpfer Philipp Blümmel Georg Sohn und Barbara Gref. Geſtorbene: 2 24. 25. 1. Karl Moſer, Landwirt, 62 Jahre 2 Monate 23 Tage alt. 3. Chriſtian Erny, Landwirt, 68 Jahre 10 Monate 3 Tage alt. f Eliſabetha, T. ds. Bahnarbeiters Georg Jacob u. ſ. E. Anna Katharina Kraft geb. Kollmer, 9 Monate 29 Tage alt. . Schmiedemeiſter Johann Georg Klumb, 37 Jahre 9 Monate 21 Tage alt. 8. Martin, S. d. Taglöhners Peter Klumb u. ſ. E. Eliſabetha geb. Stutz, 10 Tage alt. 9. Fabrikarbeiter Georg Raule Ehefrau Bar⸗ bara geb. Rude, 37 Jahre 3 Monate 18 Tage alt. N Maria, T. ds. Bahnarbeiters Franz Damm u. ſ. E. Barbara geb. Jungmann, 1 Jahr 4 Monate 18 Tage alt. Luiſe, T. ds. Schmieds Friedrich Dreſcher u. ſ. E. Barbara geb. Seitz, 9 Monate 19 Tage alt. Karl Friedrich, S. ds. Bahnarbeiters Va⸗ lentin Kreutzer u. ſ. E. Eliſabetha geb. Kreutzer, 10 Monate 13 Tage alt. „Frieda, T. ds. Bahnarbeiters Georg Philipp Probſt u. ſ. E. Barbara geb. Fedel 10 Monate 12 Tage alt. Jakob, S. ds. Bahnarbeiters Georg Schreck u. ſ. E. Katharina geb. Dieringer, 7 Jahre 4 Tage alt. Georg Wilhelm, S. ds. Landwirts Karl Kaſpar Seitz u. ſ. E. Margareta geb. Volz, 9 Jahre 11 Monate 21 Tage alt. Landwirt Baltaſar Sichler, 35 Jahre 7 Monate 17 Tage alt. Vermiſchtes. — Die Strafkammer des Landgerichts Braunſchweig verurteilte nach zweitägiger Ver⸗ handlung die Ehefrau des Majors von Sydow vom 92. Infanterie⸗Regiment wegen gefähr⸗ licher Körperverletzung in fünf Fällen, davon einer gemeinſchaftlich mit ihrem Ehemann, zu 4 Monaten Gefängnis. Frau v. Sydow war beſchuldigt, ihre eigene zwölfjährige Tochter fortgeſetzt mißhandelt zu haben. — 105 Jahre alt iſt die Bäuerin Katharina Janowski in Orlen bei Lötzen(Oſtpr.). Die alte Maſurin gilt in ihrer Gegend für eine Wahrſagerin und Zauberin, der es an Be⸗ ſchäftigung nie gefehlt hat. Sie iſt noch rüſtig und„beſpricht das Vieh“ gegen Verhexungen und Krankheiten. — Von den Jagdpächtern Frick und Eberle in Unterfahlhelm wurde ein wilder, ſchwarzer Schwan auf der Unterfahlheimer Flur geſchoſſen. Der Schwan hat eine Flügel⸗ weite von 1,85 Meter und eine Länge von 1,25 Meter. — Das Schloß Schönau zu Säckingen, das berühmte„Trompeterſchloß“, das durch Scheffels Trompeterlieder eine ſeltene Popu⸗ larität erlangt hat, augenblicklich Eigentum der Prinzeſſin zu Iſenburg⸗Büdigen in Frankfurt a. M., kommt am 27. Auguſt dieſes Jahres zur öffentlichen Verſteigerung. Zentralziegenmarkt zu Darmſtadt. 28. Der am 14. Juli l. J. auf dem Pferdemarkt⸗ große Verluſte zu erleiden. Schon zeigten ſich mancherlei Stockungen in der Auszahlung der Wochenlöhne. Die Terrainverhältniſſe geſtal⸗ teten ſich immer ſchwieriger. Wo man im Untergrunde leicht zu be⸗ arbeitendes Material wähnte, zeigten ſich Felſen; wo man ſicheren Untergrund hoffte, gab es Rollſand oder Sumpf. mußte. Die Arbeitskräfte, angefacht von un⸗ ruhigen Elementen, wurden immer ſchwieriger und konnten nur durch Lohnerhöhung feſtge⸗ halten werden. 8 Wiederholt kam es daher zwiſchen den beiden Geſchwiſtern zu ernſten Auseinander- ſetzungen, in deren Verlaufe es ſich zeigte, daß Staſi auf Gregors Ehrlichkeit unbedingtes Ver⸗ trauen ſetzte. Lorenz hingegen konnte ſich in ſeiner kühlen Nüchternheit nie und nimmer mit dem Gedanken befreunden, daß ein ſo kalt be⸗ rechnender Geſchäftsmann, als welchen er Gregor kennen gelernt hatte, in ſo ſelbſtloſer Weiſe ſeine Zukunftspläne einer vorübergehenden Laune zum Opfer bringen könnte. Doch, was ſollte er tun? Sollte er gegen ſeinen eigenen Brodherrn, dem er ein ſorgenloſe Exiſtenz zu zu verdanken hatte, ſchroff auftreten? Hieß dies nicht ſeine eigene Stellung aufgeben? Das aber beteuerte er Staſi: Nie werde er zu einem törichten Schritte ſeine Zuſtimmung geben; das ſei er Gregor gegenüber ſchuldig, der es ihm über kurz oder lang zu Dauk wiſſen würde. Zum Mindeſten wolle er jede Häufige Regengüſſe vernichteten die halbfertige Arbeit, ſo daß die⸗ ſelbe nochmals in Angriff genommen werden Verantwortung von ſich abwälzen. Uner⸗ ſchütterlich blieb er denn gegenüber Staſis Tränen, und bald ſtanden ſich die Geſchwiſter zwar nicht feindlich gegenüber, aber ein ver⸗ heerender Froſt ſchien die frühere Herzlichkeit und geſchwiſterliche Eintracht vernichtet zu haben. f i Abends freilich, wenn Gregor kam, da konnte Lorenz nichts tun, als zum böſen Spiele gute Miene machen mochte ſich auch ſein inneres Gefühl dagegen ſträuben. Unzweifelhaft hatte Gregor aus Staſis Munde die Geſinnung ihres Bruders kennen gelernt, doch er ſetzte ſich mit einer Art Ge⸗ ringſchätzung darüber hinweg, ja, es ſchien faſt, als ob ihn dieſes unerwartete Hinderniß in ſeiner Neigung noch beſtärken ſollte.— Wäre es nicht lächerlich, ſich von Lorenz etwa hin⸗ ſichtlich ſeiner Handlungen Vorſchriften machen zu laſſen, von ihm, der es ſich zur Ehre rechnen mußte, daß er ſich mit ihm auf ſo freundſchaft⸗ lichen Fuß ſtellte. Nein, das wäre den doch! In ſeiner verletzten Eitelkeit ſtrebte er Staſis Bruder zum Trotze nun gerade das an, wozu er ſich vielleicht in leidenſchaftlicher Erwägung nie entſchloſſen hätte. So ſtanden ſich dieſe Drei einander gegen⸗ über: nach Außen hin in freundſchaftlichem Verkehre, im Innern Feinde. Wochen vergingen unter dieſen Verhält⸗ niſſen. Im Gemüte Staſis war eine ruhigere Stimmung eingetreten. Sie, dieſe harmloſe Natur, deren Seelenruhe noch kein unlauterer Hauch trübte, beurteile die übrige Menſchheit auch nur nach ſich ſelbſt, und ſo fühlte ſie ſich denn überglücklich, als ihr Gregor eines Tages die Hand zum Bunde fürs Leben bot. Lorenz mußte in ſtummer Reſignation ſich mit dem unabweislichen Beſcheide der Schweſter begnügen, wenn ihn auch trübe Ahnungen be⸗ ſchleichen wollten.— Wenige Tage und ſie ſchritt mit dem Erwählten ihres Herzens zum Altare. Das junge eheliche Glück ſollte bald in grauſamer Weiſe zerſtört werden. Ein Wolken⸗ bruch hatte in der Umgebung eine arge Ver⸗ wüſtung angerichtet. Das ſchrecklichſte damit in Verbindung ſtehende Ereigniß aber war eine Erdrutſchung, die einen großen Teil der faſt vollſtändig fertigen Bahnſtrecke zerſtörte. Gre⸗ gor, deſſen Mittel ohnehin erſchöpft waren, war mit einem Male ruinirt. Er konnte ſich an dem Unternehmen weiter nicht mehr be⸗ teiligen und mußte ſich, entblößt von Mitteln, zurückziehen. Was nun? Sollte er, der bis⸗ her eine leitende Rolle geſpielt, auf derſelben Linie eine untergeordnete Stellung einnehmen? Nein, dazu war er zu ehrgeizig, das verbot ihm ſein bisheriges Anſehen. Durch Vermittlung eines befreundeten Oberingenieurs bot ſich ihm Ausſicht, bei einer im Bau begriffenen Linie in Ungarn in aller⸗ dings untergeordneter Stellung unterzukommen. (Fortſetzung folgt.) platze dahier ſtattgehabte Ziegenmarkt war von den Ziegenzuchtvereinen der Provinz Starken⸗ burg mit Ziegen und Böcken reichlich beſchickt. Die Zahl der aufgetriebenen Tiere dürfte 600 bis 700 betragen haben. Dieſem ſtarken An⸗ gebot ſtand leider eine geringere Nachfrage gegenüber, ſo daß ein großer Teil der Ziegen unverkauft blieb. Verkauft wurden nur etwa 200 Stück, davon wurden ca. 70 Stück an die Marktkommiſſion abgeſetzt, welche im Auftrage auswärtiger Intereſſenten(Oeſterreich und Norddeutſchland) ankaufte. — Das Gedächtnis plötzlich verloren hat in Nürnberg ein Lehrer. In den Anlagen vor dem dortigen Kaſſemattentor ſaß, ſo berichtet der„Fränk. Kur.“, kürzlich ratlos ein Lehrer, der einem vorübergehenden Bekannten ſagte, er könne ſeine Schüler, die er zu einem Schul⸗ ſpaziergang an ein beſtimmtes Tor beſtellt habe, nicht finden, da er nicht mehr wiſſe, welches Tor dies geweſen ſei. Dies ſtellte ſich als richtig heraus; der bedauerswerte Lehrer hatte, wie die ärztliche Unterſuchung nachwies, in ganz kurzer Zeit infolge einer ſehr ſchweren Gehirnkrankheit das Gedächtnis faſt vollſtändig eingebüßt. Der Unglückliche befindet ſich zur⸗ zeit zur ärztlichen Behandlung im ſtädtiſchen Krankenhauſe. Zwei — Ein Mann mit zwei Herzen. Herzen und zwei Rippen mehr als gewöhnliche Sterbliche hat, wie einem engliſchen Blatte berichtet wird, der 23jährige Giuſeppe de Maggio aus Lecce in Italien. Die Tatſache wurde bei einer Unterſuchung feſtgeſtellt. Die Herzen liegen in beiden Hälften der Bruſthöhle; das auf der rechten Seite iſt geſund, das andere leidet an Atrophie. Ein amerikaniſches Muſeum hat de Maggio 32,000 Mk. geboten, wenn er ihm ſeinen Körper nach dem Tote hinterläßt, und zwar ſoll die Hälfte ſofort ausbezahlt werden, der Reſt aber, wenn er 45 Jahre alt wird.. — Die Ueberreichung eines Bittgeſuches an den Kronprinzen Wilhelm gab, wie das „Potsdamer Intelligenzblatt“ mitteilt, Anlaß zu einer dramatiſchen Szene. Als der Kron⸗ prinz ſich gegen 10 Uhr abends nach der Kaſerne des 1. Garde⸗Regiments zu Fuß zu einer Nachtübung begab, verließ eine elegant gekleidete junge Dame mit einem Kinde auf dem Arm plötzlich eine Droſchke und warf ſich eine Bittſchrift hochhaltend, vor das Pferd des Prinzen, dieſen laut um Hilfe anflehend. Der Kronprinz hielt ſofort ſein Pferd an und fragte, das Geſuch abnehmend, nach den Wünſchen der Dame. Dieſe behauptete nun, daß eine hoch⸗ ſtehende Perſönlichkeit der Vater ihres Kindes ſei, ſich aber darum nicht kümmere und bat deshalb um Vermittlung. Der Kronprinz ſagte zu, die Sache prüfen laſſen zu wollen. — Eine merkwürdige Grabſchrift. An der Außenſeite der Sakriſtei der Altſtädter Kirche zu Bielefeld ſteht— wie man der„T. R.“ ſchreibt— ein Epitaphtium in lateiniſcher Sprache, das zu deutſch heißt:„Hier ruht zu⸗ ſammen mit ſeiner Gattin Eliſabeth Höckers Johannes Burggreve ſenior, der die Wahl zum Bürgermeiſter dieſer Stadt für das größte Unglück in ſeinem Leben hielt. Er ſtarb im Jahre des Heils 1690 am 20. Oktober, nach⸗ dem ſeine vorgenannte Gattin am 13. November 1677 vorher in Chriſto verſtorben war.“ Offenbar iſt dieſer Bürgermeiſter nicht auf Roſen gebettet geweſen. Jedoch iſt die Urſache ſeines Grolles nicht bekannt. Bei jeder Ein⸗ führung eines neuen Bürgermeiſters wird an dieſe Grabſchrift erinnert. Aber die Bielefelder Bürger ſollen ſie ſo zu Herzen genommen haben daß ſeit den Tagen des ſeligen Burggreve die Bürgermeiſter nicht mehr über ſie zu klagen gehabt haben i Ueber das harte Los der Redakteure ſchreibt ein amerikaniſches Blatt: Wenn ein Re⸗ dakteur in ſeinem Blatte einen Fehler macht, ſo ſieht es die ganze Welt und nennt ihn ſo⸗ fort einen Lügner. Wenn ein gewöhnlicher Menſch ſich verſieht oder vergeht, ſo erfahren es nur ſeine Freunde und dieſe gehen dann häufig zum Redakteur und bitten ihn, nichts über die Sache in ſeinem Blatte zu bringen. Wenn der gewöhnliche Bürger ſtirbt, verlangt man von dem Redakteur ſofort, daß er alle ſeine guten Eigenſchaften in den Vordergrund rückt und die ſchlechten verſchweigt. Stirbt aber ein Redakteur, ſo heißt es:„Na, nun iſt der alte Lügner endlich zur Hölle ge⸗ fahren.“ i — In einer alten Tübinger Chronik iſt folgendes zu leſen:„Anno 1674, als die Bayern in der Feſtung gelegen, wurde von den Franzoſen der Wall unterminiert und ge⸗ ſprengt, wobei über 18 Perſonen bayeriſcher Beſatzung umkamen. Als die Mine angezün⸗ det, iſt unter anderen auch ein Soldatenweib in die Luft gejagt worden, eine Ackerlänge weit ohne Schaden zu Boden gefallen, wieder aufgeſtanden und unverſehrt davon gegangen. Hat aber arg geſchimpft und iſt arg ſchlimmer Laune geweſt.“ Humoriſtiſches. a— Was iſt ein Stammtiſch? Ein Stamm⸗ tich iſt in einem Lokal ein beſtimmter Tiſch in einem beſtimmten Winkel, an dem zur be⸗ ſtimmten Stunde beſtimmte Gäſte auf ihrem beſtimmten Platz ſich niederlaſſen, um bei Ver⸗ tilgung einer beſtimmten Menge eines beſtimmten Getränkes aus beſtimmten Gläſern über be⸗ ſtimmte Themata zu ſprechen und dann zur beſtimmten Stunde aufzubrechen, weil man zur N Zeit zu Hauſe beſtimmt erwartet wird. — Telegramm aus einem Kurort. Lieber Mann! Rheuma, Geld, Töchter— alles los geworden. Emilie. — Schlagfertig. Leutnant(bei einem Soldatenfeſt):„Na, Jungens, ſo viel Bier! Ihr ertrinkt ja!“— Grenadier:„Nee, Herr Leutnant, mer könne ſchwimme!“ — Draſtiſche Mahnung.„Ei, ei, Herr Profeſſor hinken ja;— haben wohl am Fuß eine Verletzung?—„Nein, nein.. über⸗ morgen iſt der Geburtstag meiner Frau und da trag' ich ſchon ſeit 8 Tagen eine Erbſe im Stiefel, damit ich nicht wieder darauf vergeſſe!“ — Aus dem Verhör, Beamter:„Wie heißen Sie und wer ſind Sie?“— Bauer: „Joſef Neumann aus Silbergründl.“— Be⸗ amter:„Hat nicht einen Joſef Neumann aus Silbergründl voriges Jahr der Blitz erſ chlagen?“ — Bauer:„Ja, aber der bin ich nicht.“ — Schwieriger Fall.(Im Bureau des Rechtsanwalts.) Rechtsanwalt:„Was wünſchen Sie, mein Fräulein?“— Fräulein:„Mein Vater hat mich geſchimpft, daher möchte ich Sie fragen, wie ich mir gerichtliche Genugtuung verſchaffen kann.“— Rechtsanwalt:„Wie alt ſind Sie?“— Fräulein:„Siebzehn Jahre!“ — Rechtsanwalt:„Da muß Ihr Herr Vater in Ihrem Namen Strafantrag ſtellen!“ Seckenheim, 19. Juli. Der heutige Ferkelmarkt war mit 87 Stück befahren und wurden 60 Stück zum Preiſe von 1216 Mk. pro Paar abgeſetzt. 5 Bekanntmachung. Proviantamt Mannheim hat den Hafer⸗ und Roggenſtroh⸗ Das ankauf aufgenommen. Ueber Beſchaffenheit und Preislage kann jederzeit Auskunft im 8 Proviantamts eingeholt werden. N ir bringen dies zur Kenntnis der Herren Landwirte. 5 Geſchäftszimmer des eckenheim, den 19. Juli 1904. Auch zu den Leichenbegängniſſen dürfen in ſolchen Fällen Kinder nicht beigezogen werden. Seckenheim, den 20. Juli 1904. Bürgermeisteramt: Ratſchreiber Vo lz. Ritter. Bekanntmachung. Das Einſperren der Tauben während der Saatzeit betr. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß das gürgermeiſteramt: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. i Nr. 4570. Nachdem in dem Hausſtande des Arbeiters Friedrich Steinlein, dahier, Diphtherie ausgebrochen iſt, bringen wir nachſtehend die zur Verhütung der Verbreitung von Diphterie und Scharlach vorge⸗ ſchriebenen Maßregeln zur öffentlichen Kenntnis: Verordnung. Das Familienhaupt, in deſſen Wohnung eine Erkrankung an Diphtherie oder Scharlach vorkommt, iſt verpflichtet; . für thunlichſte Abſonderung des Erkrankten zu ſorgen; b. die zu ſeinem Hausſtand gehörende Kinder im Alter bis zu 14 Jahren— deejenigen, welche die Volksſchule beſuchen, ohne Unterſchied des Alters vom Beſuche der Schule und der ürche abzuhalten und darauf hinzuwirken, daß der Verkehr dieſer Kinder mit anderen Kindern, insbeſondere auf öffentlichen Otrahen und Plägen, tunlichſt beſchränkt werde; c. die erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen gemäß der beige⸗ druckten Anweiſung(Anlage! bewirken. a 9 ge J) zu Die Maßregeln unter a und b find zu beobachten, bis 4 Wochen ſeit Beginn der Erkrankung abgelaufen ſind und eine ſorgfältige Reini⸗ gung des Kranken entſprechend der Anweiſung über das Desinfektions⸗ verfahren ſtattgefunden hat. 5 ö Wird der Kranke oder werden die zum Hausſtand gehörenden ge⸗ ſunden Kinder aus der Wohnung entfernt, ſo hat die Maßregel unter b auf die letzteren bis zum Ablauf von 8 Tagen ſeit dieſer Entfernung nwendung zu finden. 5 f ö Wenn mehrere Erkrankungen im gleichen Hausſtande erfolgen, iſt die Maßregel unter b bis zum Ablauf von 4 Wochen ſeit Beginn der letzten Erkrankung zu beachten, ſofern nicht entſprechend der Beſtimmung in Abſatzung 3 die Abkürzung dieſer Dauer ſtatthaft iſt. f Bei ſtattgehabter Erkrankung an Diphtherie kann auf Grund einer ärztlichen Beſcheinigung, daß die vollſtändige Geneſung des Erkrankten eingetreten, die vorſchriftsmäßige Reinigung und Desinfektion vorgenom⸗ men und kein neuer Erkrankungsfall im Hausſtande vorgekommen iſt, ie Beobachtung der Maßregel unter a und b durch den Bezirksarzt ſchon nach 14 Tagen ſeit Beginn der Erkrank Der Zutritt zu Leichen en iſt tunlich zu beſchränke der an Diphtherie oder n, insbeſondere Scharlach Geſtor⸗ dere Kindern nicht 0 ge ung nachgelaſſen werden. Fliegenlaſſen der Tauben, während der Herbſtſaatzeit— das iſt vom Samstag, den 1. bis Famstag, den 15. Oktober l. Js. verboten iſt. Seckenheim, den 15. Juli 1904. i gürgermeiſteramt: Volz. Bekanntmachung. Den Mitgliedern und Sparkaſſen⸗Einleger des Ländlichen Creditvereins geckenheim geben wir hierdurch bekannt, daß von heute an die Kaſſentage auf mittwoch und Samstag, jeweils Nachmittags von 6—8 Uhr, feſtgeſegzt ſind. Seckenheim, den 19. Juli 1904. 0 Ländlicher Creditverein Seckenheim. Eingetragene Genoſſenſchaft mit unbeſchränkter Haftpflicht. Gg. Leonh. VolzZ. Entlaufen Be 6 beg See an„ Pferdedecke Namen„Fritz“ hörend. Um Rück⸗ ö 5 t. verloren in der Malau. gabe gegen Belohnung erſuch Um Rückgabe bittet Adam Gropp, z. Lamm. Philipp Schuhmacher. Schönheit verleiht ein zartes, reines Gesſcht, roſiges, jugendfriſches Aussehen, weiße ſammet⸗ weiche haut und blendend ſchöner Teint. Alles dies bewirkt nur: Radebeuler Steckenpfercelalienmuch-Seife von Bergmann 8 Co., Radebei it ech ö Ratſchreiber Ritter. Bringe meine Schrotmühle in empfehlende Erinnerung. Thamas Herdt. Gerſteachel kauft. 18 Zwangs⸗Uersteigerung. Im Wege der Zwangsvollſtreckung ſoll das in Seckenheim be⸗ legene, im Grundbuche von Seckenheim zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungsvermerkes auf den Namen des Taglöhners Johann Fedel, Valentin John, in Feckenheim eingetragene, nachſtehend beſchriebenen Grundſtück am Mittwoch, den 7. September 1904, Vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Notariat im Rathauſe zu Seckenheim ver⸗ ſteigert werden. Der Verſteigerungsvermerk iſt am 26. Mai 1904 in das Grund⸗ buch eingetragen worden. Die Einſicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, ſowie der übrigen das Grundſtücke betreffenden Nachweiſungen, insbeſondere der Schätzungsurkunde iſt jedermann geſtattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, ſoweit ſie zur Zeit der Ein⸗ tragung des Verſteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht erſichtlich waren, ſpäteſtens im Verſteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger wiederſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Verteilung des Verſteigerungser⸗ löſes dem Anſpruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachge⸗ ſetzt werden. f Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die Auf⸗ hebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht des Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigernten Gegenſtandes tritt. Beſchreibung des zu verſteigernden Grundſtückes: Grundbuch von Seckenheim, Band 20, Heft 9, Beſtandsverzeichnis l. Ordnungs⸗Zahl 1, Laufende Nummer des Grund⸗ ſtücks BVI I, Lagerbuch⸗Nummer 5341, Flächen⸗ Inhalt 1 à 90 qm Hofraite 5 2 a 19 qm Hausgarten Ta 69 qm im Ortsetter an der Ried⸗ ſtraße. Auf der Hofraite ſtehen: a) ein einſtöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller, überbauter Einfahrt und angebauten Schweineſtällen; b) 1½ſtöckiger Viehſtall; c) ein einſtöckiger Schopf. Schätzung 5000 Mk. Mannheim, den 28. Juni 1904. Gr. Notariat Mannheim IX. als Vollſtreckungsgericht: Breunig. Sammel ⸗Anzeiger des Bauern⸗Vereins Warnung. Es wird zur allgemeinen Kenntnisnahme gebracht, daß den Unter⸗ zeichneten vom Großh. Bezirksamt Mannheim die Erlaubnis gegeben wurde, in ihren an der von Seckenheim nach Neckarau führenden Straße gelegenen Obſtgärten Fuß angeln zu legen. Auf die Gefährlichkeit derſelben wird hingewieſen. 5 A. Hörner, Valt. öhles. Die Vereinsfrucht Reflektanten wollen ſich innerhalb 8 Tagen beim Vorſitzenden melden. Hübſche Neuheiten in Visit- und Verlobungs-Karten eingetroffen. Tuch, Buxkin, Fertige Hemden. 5 Emil Werber? empfiehlt ſein reichhaltigs Lager in 2 8 85 hemdenstoff, Colsch, Baumwallzeug, Cattun u. Kurzwaren. Ferner empfehle: Prima Fruchtsäcke, Wachstuch 8 zu Schürzen in bekannt guter Qualität. Arbeiter-glauſen. 22 Jekusalemer Weine vorzügliche Kranken⸗ u. Tiſchweine Aerzlich empfohlen. Auguſt Jericho. Turner⸗Bund Jahn Seckenheim. Dienstags und Freitags Turnstunde. Chilisalpeter liefere von jetzt ab zu Mk. 9.75 per Centner, ab hier. Johann A. Rennig, Rheinau-Stengelhof. 2 Gelegenhritskäuft Kleiderſtoffen, vorzüglichen Herrenſtoffen, Baumwollwaren kauft man vorteilhaft bei J. Lindemann, Mannheim„ Ein Wagenseil ging im Riedfeld verloren. Um Rückgabe erſucht Jakob Rlumb Wwe., Friedrichſtraße. achhilfe⸗ Unterricht wird gründlich erteilt. Von wem? ſagt die Exped. d. Bl. Turn⸗Verein Seckenheim. Gegründet 1898. Turnlokal: Zähringer Hof. Unſere Uebungsstunden ſind bis auf Weiteres wie folgt feſtgeſetzt: Riegen- und Zöglingstürnen jeden Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr. männer-Abteilung jeden Samstag von 8 einhalb bis 10 einhalb Uhr. Rürturnen Sonntag von 2—4 UÜUbr. Anmeldüngen f behufs Aufnahme in den Verein beliebe man mündlich in der Turnhalle bei unſern Turnwarten oder ſchriftlich bei dem Vorſtand einzureichen. Der Turnrat. In vermieten. Per 1. Oktober ſind im Seiten⸗ bau des Gaſthauſes zum Lamm 5 ſchöne Wohnungen oder eine ohnung mit geräumiger Werk⸗ ſtätte zu vermieten. Die in letzterer befindliche elektriſche Licht⸗ und Kraftanlage kann billig mitüber⸗ nommen werden. Leopold Schaffner. Wohnung von 4 Simmern und Küche nebſt Zubehör mit elektr. Licht ſofort zu vermieten. Wilhelm Hirſch, zum pfälzer Hof. Ein braver Junge der die Schreinerei erlernen will, kann unter günſtigen Bedingungen eintreten. Wo? ſagt die Expedition ds. Blts. Buchdruckerei d. Helfrich. Mannheim F 2, iſt eröffnet. Durch die große Ausdehnung, Ich empfehle: Garnirte Mädehen- und Kinderhüte Elegant garnirte Damenhüte Hochchie garnirte HAodellhüte Stets 500 600 garnirte Damenhüte am Lager. 1 Handschuhen. Julius Cohn Nuß ⸗Spezial⸗Gelchäft. en, Modellhut-Ausſtellung die mein Geſchäft in Folge ſeiner anerkannten Billigkeit genommen, bin ich im Stande, in dieſem Jahre ganz aussergewökn- liche Vorteile durch Billigkeit elegante Garnierung und rieſige Auswahl bieten zu können. Großes Lager in Kommunionkränze, Brautkränze, Mannheim F 2, 9 von 45 Pfg. an. von Mk. 1.506. 00. von Mk. 6.0020. 00. Corsettes, Fußball⸗Geſellſchaft Seckenheim 1898. Freitag, 22. ds. Mts., Abends 1729 Uhr Außerordentliche General⸗Verſammlung. Der Vorſtand. eee E Ede A e n AHkräder Names Mx. 7G-an Fee Saad ge l Cfentie. Pneu matic's Tebrikete der arstan 5 eee deutsch Gummifabriken. eee e 8 kafscacbe wann b Faber u. 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