333 Fahrnisverſicherungsverträge und Verluſt der Schweſter zu tröſten; immer und . wieder kam der Jammer Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Redaktion, JIruck und Verlag von J. Helfrich in geckenheim. Anzeigen: Die 1ſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 60. Mittwoch, den 27. Juli 1904. 4. Jahrgang Deutſches Reich. Riel, 23. Juli. Hauptmann Graf Soden, der ſich in Pecking während der chineſiſchen Wirren auszeichnete, iſt zum Flügeladjutanten des Kaiſers ernannt worden. Ausland. Petersburg, 25. Juli. Die Kreuzer „Don“ und„Ural“, früher Schiffe des„Nord⸗ deutſchen, Lloyd“, ſowie die Dampfer„Kaiſer Wilhelm“ und„Fürſt Bismarck“ ſind jetzt von Libau nach Oſtaſien in See gegangen. Sie werden unterwegs alle Rechte der Kriegs⸗ ſchiffe kriegführender Mächte ausüben. Drei weitere Kreuzer werden binnen kurzem folgen, wonach dann im ganzen ſieben von deutſchen Rhedereien gekaufte Schiffe im Dienſt ſein werden. Den Preis für die deutſchen Schiffe, 14 Millionen Rubel, hat der Zar aus ſeiner Privatſchatulle bezahlt. i Mitteilungen aus der Seckenheimer Gemeinderats⸗Sitzung (Vom 22. Juli 1904.) Verſchiedene Anzeigen über abgeſchloſſene Aende⸗ rungen an ſolchen bleiben unbeanſtandet. Der von Gr. Forſtamt für das Jahr 1905 aufgeſtellte Kultur⸗ und Wirtſchafts⸗ plan 555 genehmigt. i 5 egen das Geſuch der Aktiengeſellſcha für Antlinfabritation 8 Berlin 12 lc nis zur Entnahme von Waſſer aus dem dritten(weſtlichen) Becken des Rheinhafens wird nichts eingewendet. Es wird beſchloſſen, daß die Angrenzer an die Gartenſtraße nach Maßgabe des auf⸗ geſtellten Verzeichniſſes zu den Herſtellungs⸗ koſten der Gartenſtraße dahier beigezogen werden und zwar diejenigen ) des unbebauten Geläudes mit 100% der Herſtellungskoſten auf Grund des Artikel 20 Abſatz 1 des Ortsſtraßen⸗ geſetzes vom 6. Juli 1896. b) des bebauten Geländes auf Grund des Artikel 20 Abſatz 2 des Orts⸗ ſtraßengeſetzes vom 6. Juli 1896 ebenfalls mit 100% der Herſtellungs⸗ koſten, weil die angeſtellte Prüfung ergeben hat, daß ihnen die Straße in hervorragendem Maaße Nutzen bietet. Auf Antrag des Gr. Notariats 9 Mann⸗ heim wird die zwangsweiſe Schätzung von 2 Grundſtücken vorgenommen. Zu Sachen gegen die Betriebsgeſellſchaft für den Rheinauhafen, Abteilung Elektricitäts⸗ werk, wird zur Vertretung der Gemeinde Rechtsanwalt K. Klein in Mannheim be⸗ ſtimmt. Dem Bürgermeiſteramtsſekretär C. L. Schmitt wird eine Gehaltserhöhung von 300 Mark bewilligt. Verſchiedene Verwaltungsangelegenheiten werden erledigt. Eine Anzahl Rechnungen werden zur Zahlung angewieſen. beſonderen Aus Nah und Fern. * Seckenheim, 26. Juli. Hoffnungs⸗ freudig auf baldigen erquickenden Regen nach der wochenlang dauernden afrikaniſchen Hitze ſah man am Sonntag nachmittäg nach zwei Uhr ſchwarze Wolken am Firmamente zu⸗ ſammenziehen. Leider wurden wir aber nur mit einigen„Spritzer“ bedacht und die ge⸗ ringen Niederſchläge von den glühenden Dächern und dem ausgetrockneten Erdreich ſo gierig verſchluckt, daß nach kurzer Zeit keine Spur von Feuchtigkeit übrig blieb. Am Montag mittag gegen 3 Uhr ſetzte nun⸗ mehr ein Sturm ein, wie er bei uns glück⸗ licherweiſe fen zu Tage tritt. Durch den aufgewirbelten Staub und die ſchwarzen Gewitterwolken war alles verdunkelt und war es nicht möglich, im Zimmer ohne Licht etwas zu arbeiten. Auf den Feldern hauſte der Sturm furchtbar. Viele Bäume ſind entwurzelt oder die Aeſte abgeriſſen. Die ſchön behangenen Obſtbäume wurden meiſtens bis zur Hälfte entleert und konnte man das gefallene Obſt Korb⸗ und Wagenweis nach Hauſe fahren ſehen. Auch die meiſten Hopfen⸗ anlagen wurden ſtark verwüſtet, in verſchie⸗ denen waren Hunderte von Stangen durch⸗ einander geworfen. In der Ziegelei des Herrn Maurermeiſters Herdt wurde ein neuer Trockenſchopf abgedeckt; die aufgeſetzten Ge⸗ treidegarben wurden auf dem Felde nach Ausſage der Landwirte, wie Spreu, Ackerlang fortgeweht. Hatte man gehofft, daß dieſem entfeſſelten Element ein wohlthuender Regen folgen würde, ſo war die Hoffnung wieder eine trügeriſche. Nur ein geringer Regen ging nieder, welcher im Verhältnis zu dem angerichteten Schaden nicht nennenswert iſt. Mannheim, 23. Jul. Der Bezirksrat beſchäftigte ſich heute vormittag in einer außer⸗ ordentlichen Sitzung mit dem Geſuch der Che— miſchen Fabrik Rhenania, der Chemiſchen Fabrik von Kunheim u. Co., der Rheiniſchen Gummi⸗ und Celluliodfabrik Neckarau und der Anilinfabrik Berlin um Genehmigung zur Einleitung ihrer Fabrikationswaſſer bei Rheinau in den Rhein. Das Ableitungsprojekt wurde zuerſt nur von den drei ihn Rheinau bezw. Neckarau anſäſſigen Fabriken gemeinſchaftlich eingereicht. Die Anilinfabrik Berlin, welche ihren Betrieb nach Rheinau zu verlegen be⸗ abſichtigt, hat ſich erſt ſpäter dem Projekt an⸗ geſchloſſen. Einſprachen gegen dasſelbe erhoben die Stadt Ludwigshafen, die hieſigen Badean⸗ ſtaltsbeſitzer Sänger und Herwerk und die Zell⸗ ſtofffabrik Waldhof, welch letzterer ſich auch die Chemiſche Fabrik von Böhringer und die Süddeutſche Juteinduſtrie angeſchloſſen haben. Die Stadt Ludwigshafen befürchtet einen nach⸗ teiligen Einfluß der Abwäſſer auf ihren in nächſter Nähe des Rheins gelegenen ſogen. Ortweinſchen Brunnen und auf die Trink⸗ waſſergewinnungsanlage, die im Stadtpark erſtellt werden ſoll. Die beiden Badebeſitzer ſind der Anſicht, daß durch die Ableitung der Abwaſſer ihr Badanſtaltenbetrieb gefährdet werde und die Zellſtofffabrik endlich möchte daß Waſſer, welches ſie zur Fabrikation dem Floßhafen entnimmt, nicht verunreinigt haben. Zu Eingang der Verhandlungen, die unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Regierungsrats Lang ſtattfanden, erklärte der Vertreter der Stadt Ludwigshafen, Herr Rechtsanwalt Mayer, daß die Einſprache der Stadt Ludwigshafen der Kgl. Regierung in Speyer unterbreitet worden ſei. Von dort gelangte ſie an das bayr. Staatsminiſterium mit dem Erſuchen, das Reichsgeſundheitsamt zu einer gutachtlichen Aeuße rung anzurufen. Nachdem eine Reihe Der Berghof. g Volks⸗Roman von J. Oberparleiter. 0 ö(Nachdruck verboten.) „ In der Taufe hatte man dem kleinen ez a den Namen„Vroni“ gegeben. So diefer 2 die verſtorbene Frau Furtner, und aufle me ſollte nun am Berghofe wieder Leni mußte nun gan 0 n ganz und gar auf den 9 1 Auf ihren eigenen kleinen Beſitz ſetzte ſie eine dürftige Verwandte als Verwalterin.— Es war mit ihr jedoch ſeither eine wacht bee vorgegangen. Ihr onſt mehr heitere eſen wich eine N 5 und wer ſie im Geheimen bc hätte, dem wäre es nicht entgangen, daß manche heimliche Thräne ihre Wangen netzte; deſſen ende gab 7 ſich Fundus Liebe er Pflege des kleinen Findlings hin. Es waren kaum einige Wochen über dieſes Ereigniß hinweggegangen, als aus dem Salzburgiſchen eine Anzeige an das Gemein⸗ deamt in Altberg einlangte, wonach eine ge⸗ wiſſe Anaſtaſia Brunner aus Altberg in den Bergen verunglückt ſei. f AUnbeſchreiblicher Schmerz erfaßte Leni; ihr alter Freund vermochte nicht, ſie über den Nur die feine de einen Erſatz für das verlorene Schweſterherz zu bieten. Mit Inbrunſt drückte ſie das zarte Weſen an ihre von Gram erfüllte Bruſt und bedeckte es mit heißen Küſſen.. Bereits vor einigen Tagen hatte fie dem Bruder geſchrieben und erwartete nun deſto ſehnſüchtiger ſeine Ankunft. Lorenz folgte bald dem Rufe ſeiner Schweſter. Das Wiederſehen der beiden Ge⸗ ſchwiſter nach ſo langer Trennung und unter ſolchen Umſtänden war ein erſchütterndes. Leni war ihrem Bruder bis zur nächſten Bahnſtation entgegengeeilt; lautlos warf ſie ſich demſelben unter einem Strome von Thränen um den Hals— ſie fand keine Worte, um ihrem Schmerze Ausdruck zu ver⸗ leihen. Erſt auf dem Heimwege gewann ſie ſo viel Herrſchaft über ſich, daß ſie all den Schmerz und Kummer, der ihr Herz bedrückte, dem Bruder offenbaren konnte. Lange, lange, ſaßen ſie dann noch im Waldhäuschen unge⸗ ſtört beiſammen, bis ſich endlich Lorenz nach dem Berghofe begab, begleitet von Leni, die zu ihrem kleinen Pflegling zurückkehrte.— Mit Lorenz war ſeit dem Wiederſehen ſeiner Schweſter eine auffallende Veränderung vorgegangen. Er ſchien den Schmerz über den Verluſt Staſi's vollſtändig überwunden zu haben, ſtille Reſignation, wenn nicht gar ſtummer Trotz war anſcheinend an deſſen Stelle getreten.— 5 In dieſer ſeeliſchen Sti PPP am Berghofe angekommen, um ſich vom alten Furtner eine Unterredung zu erbitten. Dieſelbe ſchien kein Ende nehmen zu wollen, indes Leni, ihren Pflegling auf dem Arme, ſichtlich erregt vor dem Berghofe die Rückkehr ihres Bruders erwartete. Als dieſer endlich kam, ſuchte ſie aus ſeinen Mienen irgend einen Entſchluß zu leſen. Doch er ſchritt wortlos an rer Seite dahin; endlich— nachdem ſie aus dem Bereiche des Berghofes waren, faßte er die Hand der Schweſter. f „Leni, Schweſter!“ ſprach er thränenden Auges,„fügen wir uns dem unabwendbaren Schickſale; vielleicht kommt einſt der Tag der Vergeltung, der dann die Wunden unſerer Herzen heilen wird. Bleibe dem alten Furtner das, was Du ihm bisher warſt— er iſt ein l Ehrenmann.“— Lange ſprachen noch die Geſchwiſter zu⸗ ſammen. Als ſie ſchieden, verſenkte Lorenz voll inniger Liebe und Zärtlichkeit einen Blick in die unſchuldigen Blauäuglein des kleinen Pfleglings, die, noch unberührt von allem Leide dieſer Welt, ſorgenlos in den ſonnenhellen Himmel emporguckten.— Noch einen herzhaften Kuß auf die kleinen zarten Lippen,— einen innigen, vielſagenden Händedruck der Leni, 5 und Lorenz ſchritt haſtig der Waldhütte zu. während ſeine Schweſter auf den Berghof zurückkehrte.— i i Vorenz hielt ſich nur wenige Tage in von Gutachten bekannt gegeben und die Plaidoyers beendet, verkündete der Bezirksrat folgendes Urteil: Der Bezirksrat hat einſtim⸗ mig beſchloſſen, die Vertagungsanträge der Einſprucherheber und die geltend gemachten Beſchwerden abzuweiſen und das Projekt unter den feſtgeſetzten Bedingungen zu genehmigen. Mannheim, 24. Juli. Im Stiegen⸗ haus des Hauſes Bellenſtraße 25 ſtürzte geſtern früh ein Z3jähriges Kind namens Engelhart aus der Höhe des 5. Stockes herunter. Außer ſchweren Hautabſchürfungen trug das Kind einen Armbruch davon. Mannheim, 25. Juli. In einem unbewachten Augenblick ſtürzte das 5 Jahre alte Söhnchen des Schutzmanns Weyland am Samstag nachmittag auf bis jetzt unauf⸗ geklärte Weiſe vom Treppengeländer zwiſchen dem 2. und 3. Stockwerk in den Hausflur und erlitt dabei ſchwere innere Verletzungen, denen es bald darauf im Kinderhoſpital er⸗ legen iſt. Mannheim, 25. Juli. Der 19 Jahre alte Schiffsjunge Wilhelm Flerl ſtürzte geſtern vormittag am untern Rheinufer auf der Ludwigshafener Seite von einem Nachen in den Rhein und verſchwand ſofort in den Wellen. Drei Schiffer ſuchten das Waſſer ab, jedoch ohne Erfolg. Der junge Mann hatte ſeinen Dienſtherrn ans Ufer gebracht, auf der Rückfahrt paſſierte das Unglück.— Der Schüler Eugen Meier ſtürzte geſtern in der Nähe der Arnheiterſchen Anlegeſtellen am Hemshoſ von einem Schiffernachen, auf wel⸗ chem er ſich mit gleichaltrigen Knaben ſpielend herumtrieb, in den Rhein und ertrank. Etwa ½ Stunde ſpäter wurde der Junge geländet. Wiederbelebungsverſuche waren jedoch er— folglos. Mannheim, 25. Juli. Eine myſteriöſe Affaire ereignete ſich geſtern früh an der Fried⸗ richsbrucke. Ein Schiffer hörte plötzlich Hilfe⸗ rufe und bemerkte auch bald unter der Brücke einen mit den Wellen Kämpfenden. Er brachte ihn in bewußloſem Zuſtande ans Land. Im Krankenhaus wohin der Mann verbracht wurde, gab er, nachdem erſt gegen 10 Uhr bei ihm das Bewußtſein zurückgekehrt war, an, drei Perſonen hätten ihn die Böſchung herunterge⸗ lockt, dort ſeines Geldes und ſeiner Uhr be⸗ raubt und ihn dann ins Waſſer geworfen. Der Mann heißt Konrad Geibel und kommt von Wachenheim. Der Arzt hat feſtgeſtellt, daß der Mann nicht etwa betrunken war. Die Unterſuchung iſt im Gange. Schwetzingen, 26. Juli. Kommen⸗ den Dienstag, 2. Auguſt, von vormittags 11 bis 12 Uhr, findet für den von ſeinem Amte zurückgetretenen Herrn Bürgermeiſter Haefner die Neuwahl ſtatt. Schwetzingen, 23. Juli. Heute mittag kam in dem benachbarten Brühl ein Feuer zum Ausbruch, dem die Wohnhäuſer des Georg Geſchwind und des Martin Metzger zum Opfer fielen. Auch zwei angrenzende andere Gebäude wurden von dem Brande ergriffen, konnten aber durch die Brühler und die inzwiſchen herbeigeeilte Schwetzinger Frei⸗ willige Feuerwehr gehalten werden. Gg. Geſchwind gehörige Schweine kamen in den Flammen um. Heidelberg, 25. Juli. In der heu⸗ tigen Sitzung des Heidelberger Bürgeraus⸗ ſchuſſes wurde der erſte Bürgermeiſter, Pro⸗ feſſor Dr. Walz, deſſen geſetzliche Dienſtzeit abgelaufen war, für die neue Amtsperiode wiedergewählt. Schriesheim, 22. Juli. Die von Mannheimer Einwohnern gegründete Lungen⸗ heilanſtalt für weibliche Patienten wird am 1. Auguſt ds. Js. dem Betrieb übergeben werden. Die Anſtalt iſt für nicht verſicherungspflichtige Kranke beſtimnzt, um auch dem weniger be⸗ mittelten Mittelſtand ohne zu große Ausgaben den Aufenthalt in einer Anſtalt zu ermöglichen. Philippsburg, 24. Juli. Die 29jäh⸗ rige Ehefrau des Arbeiters Kaver Odenwald 2. von hier, verunglückte dadurch, daß ſie in die die Gaſe der ge⸗ Ein Verſchulden trifft Pfuhlgrube fiel und durch füllten Grube erſtickte. niemand. Hagsfeld, 26. Juli. Ein beklagens⸗ werter Unglücksfall ereignete ſich geſtern nach⸗ mittag in der Nähe des Dorfes. Bei dem ſich erhebenden Sturm wollte eine Frau den Bahnübergang paſſieren; durch die heran⸗ jagenden Staubmaſſen war ihr aber die Ausſicht gehindert, ſie ſah daher nicht, daß in nächſter Nähe ein Zug herankam. Als die Frau ſich nun auf dem Bahnkörper be⸗ fand, wurde ſie von dem heranbrauſenden Mannheimer D-Zug erfaßt und zermalmt. Freiburg, 25. Juli. Eine ſchreckliche Bluttat ereignete ſich in der Nacht vom Samstag auf Sonntag. Kurz vor 1 Uhr wurde vor der Wirtſchaft„Warteck“ der ver⸗ heiratete Packer Karl Krimmig aus Peterstal von dem 19jährigen Maler Friedrich Heid aus Thiersheim ohne weiteren Wortwechſel derart in den Unterleib geſtochen, daß er ſchwer verletzt liegen blieb. Wie man bis jetzt feſtſtellte, ſollte der Stich einem andern gelten, dem der Täter mit einigen Kumpanen an der genannten Wirtſchaft aufpaßte. Heid, welcher verhaftet wurde, geſtand ſeine Tat ein. Der ſchwerverletzte Packer, welcher in der chirurgiſchen Klinik liegt, konnte noch nicht vernommen werden. Sein Leben iſt auf's äußerſte gefährdet.— Der 27jährige, aus Kappel gebürtige Lehrer Edwin Welte beging im Gottenheim am Kaiſerſtuhl in den letzten drei Jahren an vier Kindern ſchwere Sittlich⸗ keitsverbrechen. Er hatte ſich deshalb am letzten Samstag vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten. Der Gerichtshof erkannte auf eine Zuchthausſtrafe von 3 Jahren und 5 Jahre Ehrverluſt. Wittenhofen(A. Ueberlingen), 23. Juli. Am Donnerstag abend ſchlug der Blitz in das Oekonomiegebäude des Herrn Kunſt⸗ Zwei dem Flammen. 2 Kühe, wertvolle Tiere, erſtickten. Der Schaden beträgt etwa 15000 Mk. München, 20. Juli. Die kürzlich ver⸗ öffentlichte Statiſtik über den Bierverbrauch in München hat für das Jahr 1903 einen Rück⸗ gang verzeichnet. In anbetracht des ganz abnorom heißen Sommers 1904, der ſich noch gut auszuwachſen ſcheint, dürfte die nächſt⸗ jährige Statiſtik zur Freude unſerer Münchener Bierfabrikanten etwas anders lauten. Zur bleichen Zeit des Vorjahres wurden im kgl. Hofbräuhaus 25 Hektoliter Bier täglich ver⸗ zapft, heuer pro Tag 60 Hektoliter, auf dem Hofbräuhauskeller nahezu 140 Hektoliter gegen Die Mathäſerbrauerei bringt in ihrem Etabliſſement an der Bayer⸗ ſtraße täglich 200— 250 Hektoliter des braunen Naſſes zum Ausſchank, voriges Jahr pro Tag kaum 80. In dem gleichen Verhälnis hat der Bierverbrauch während der letzten Glut⸗Wochen auf dem Auguſtiner⸗ und Loͤwenbräukeller— den beſuchteſten Kellern in München— zu⸗ genommen, wo jetzt täglich oder vielmehr all⸗ abendlich etwa 300 Hektoliter, ſtatt 120 im Vorjahre, ihren Beruf nicht verfehlen. Reſpekt! Nürnberg. Am Mittwoch kamen bei einem Eiſenbahn⸗Viehtransporte gegen 70 Schweine verendet in Nürnberg an, welche dem Waſenmeiſter übergeben werden mußten. Breitene ich(Nieder.⸗Oeſterr.), 23. Juli. Geſtern Nachmittag wurden hier durch einen Brand 68 Wohnhäuſer und 17 Wirtſchafts⸗ gebäude eingeäſchert. Die eben eingefahrenen Getreidevorräte, ſowie ein großer Teil an Vieh und viele landwirtſchaftliche Maſchinen ſind verbrannt. Arnſtadt, 24. Juli. Heute nachmit⸗ tag entſtand auf der Strecke Neudietendorf⸗ Ritſchenhauſen zwiſchen Dörrberg und Gehl⸗ berg durch den Funkenwurf einer Lokomotive ein Waldbrand. Etwa 4 Hektar Waldung ſind vernichtet. Der Betrieb iſt nicht geſtört. Bremen, 24. Juli. Bei Unteroffizieren und Mannſchaften wird gegenwärtig ange⸗ fragt, ob ſie im Beſitz eines Motorrads ſind und ſich zu einer Uebung mit dieſem Rad während des Kaiſermanövers bereit erklären. Die Uebung würde dann ſtatt 42 nur 14 Tage dauern. Es wird bemerkt, daß Ab⸗ nutzungs⸗ oder Entſchädigungskoſten nicht gezahlt werden können. Swinemüde, 25. Juli. Geſtern abend ertranken beim Baden zwei Artilleriſten. Die von einem Leutnant unter eigener Lebensgefahr verſuchte Rettung mißlang. Breslau, 25. Juli. In Schleſien wird die Waſſernot immer größer. Viele Brunnen verſagen ganz, andere liefern nur das erfor⸗ derliche Trinkwaſſer. Immer mehr kleine Be⸗ triebe müſſen wegen Waſſermangels die Arbeit gänzlich einſtellen.— Nachdem in Bad Salz⸗ brunn in voriger Woche der Oberbrunnen von 12 bis 2 Uhr nachmittgs geſchloſſen blieb, macht jetzt die Brunnen⸗Direktion bekannt, 50 ͤ im Jahre 1903. müllers Waibel. Im Nu ſtand das große Gebäude, das mit Heu angefüllt war, in daß der Oberbrunnen von 12 bis 4 Uhr nach⸗ mittags gänzlich geſchloſſen wird. Auch der ſeiner Heimat auf. In die Kantine kehrte er nicht mehr zurück, denn der Bau der Bahn⸗ ſtrecke war bereits vollendet.— Er ſehnte ſich nach der freien Natur, der Umgang mit reinen Geldmenſchen,— die jedes edleren Gefühles bar ſind, wurde ihm plötzlich unerträglich.— Hinaus, hinaus wollte er in die Berge, wo es keinen Trug, kein Falſch gibt, ihnen wollte er ſein Leid klagen, ſeinen Kummer. Zunächſt ging's zum Grabe ſeiner un⸗ glücklichen Schweſter Staſi. Hier weinte er ſich noch einmal ſeinen Schmerz vom Herzen, dann ſchüttelte er gleichſam alles Vergangene von ſich ab und zog hinein in die Wälder und auf die Berge, um dort ſeine botaniſchen Kenntniſſe zu verwerten. Hier wollte er bleiben. f Nur wenn die Sonnenſtrahlen müde zu werden beginnen und nächtlicher Froſt Blümlein und Kräutler erſtarren läßt und die Schneedecke ſie wie mit einem Leichentuche verhüllt, wollte er wieder heimkehren in ſein Waldhäuschen, wo er ja auch ſeine unentbehrlichen Freunde, die Waldbäume und die Felſenkoloſſe fand und ein treues Schweſterherz dazu. Der alte Furtner war ſeit ſeiner Unter⸗ redung mit Lorenz nicht mehr derſelbe. Er, der eigentlich ein glückliches Temperament be⸗ ſaß und die Welt ſtets von der ſchönen Seite nächſte Umgebung wollte manch ſeinen Augenwinkeln entd doch kannte Niemand außer Einer die eigent⸗ liche Urſache. f Nur Leni vermochte ihm noch mitunter die düſteren Gedanken zu verſeuchen und die Falten, die ſich immer ſchärfer in die Stirne einprägten, zu glätten. Da traf zum Erſtaunen des Vaters ganz unverhofft von Gregor ein Brief ein. Er teilte dem Vater mit, daß es ihm nach längerem Mißgeſchick wieder gelungen ſei, ſich in Steier⸗ mark einem Unternehmen anzuſchließen, das einen bedeutenden Ertrag verſpreche, doch be⸗ dürfe er dazu eines Betriebskapitals, das ihm der Vater vorſtrecken möge. Er käme dadurch in die Lage, ſich„rangiren“ und einen„früheren Fehler“ wieder gut machen zu können.— Letztere Bemerkung ließ die Deutung zu, daß er vorausſetzte, der Vater wiſſe bereits um ſein Verhältniß zu Staſi, und Gregor nahm vielleicht an, der alte Furtner werde daher um ſo be⸗ reitwilliger die erbetene Geldunterſtützung ge⸗ währen, als es ihm bei ſeinem edlen Charakter darum zu thun ſein werde, an Staſi das durch den Sohn begangene Unrecht wieder gut zu machen. Den guten Mann berührte die Mitteilung ſeines Sohnes ſchmerzlich. Er rief Leni herbei und überreichte ihr den Brief ſeines„unge⸗ ratenen Sohnes“, wie er ſagte. Lene las. ihre Wangen. denn überhaupt der regelmäßige Pulsſchlag des Landlebens nur höchſt ſelten geſtört wird. Da kam eines Tages abermals von Gregor eine Nachricht. In heiterer Weiſe teilte er dem Vater mit, daß es ihm durch die Vermählung mit einer reichen Wittwe gelungen ſei, ſeine Verhältniſſe vollſtändig zu ordnen, und daß er Compagnon bei dem ſeinem in erſten Briefe angedeuteten Unternehmen ge⸗ worden wäre. Zwar ſei ein Söhnlein erſter Ehe da, aber ſeine Frau Margareta beſinde ſich in unumſchränktem Beſitze des ſogenannten „Stiftshofes“, eines anſehnlichen Landgutes. Den Vater ließ die vermeintlich frohe Nachricht ſeines Sohnes vollkommen kalt. „Gregor iſt wieder ein reicher Mann ge⸗ worden,“ ſagte er ſpöttiſch zu Albert, indem er ihm den Brief hinreichte und ohne jede weitere Bemerkung ſeines Weges ging. 8 Auch Leni hatte über dieſe Nachricht nu ein ſchmerzliches Lächeln. f 4. Jahre ſind ſeit dieſen Ereigniſſen im Meere der Ewigkeit verſchwunden und die ver⸗ ſchiedenen Zeiten brachten natürlich veränderte Verhältniſſe mit ſich. Auch in Altberg waren die Jahre nicht ohne bedeutende Veränderungen vorübergegangen. f packung oder Waſchungen. A des Brunnens geſchieht in beſchränktem aße. Wien, 25. Juli. Die tropiſche Hitze hält an. Geſtern zeigte das Thermometer über 40 Gr. Mehrere Perſonen erlitten Hitzſchläge. Die Nachrichten aus der Provinz lauten troſt⸗ los. Felder und Wieſen ſind verdorrt. Rom, 23. Juli. Auf der Fahrt von Greſſiney in der Provinz Turin nach Stupi⸗ nigi ſtieß ein Automobil, in dem die Königin⸗ Witwe mit der Marcheſe Villamarina und dem Marquis Guiceſoli ſaß, mit einem Poſt⸗ Automobil zuſammen. Der Kraftwagen der Königin wurde ſtark beſchädigt, ſie ſelbſt aber und ihre Begleitung kamen mit dem Schrecken davon und konnten die Reiſe in einem anderen Automobil fortſetzen.. Moskau, 24. Juli. Die Polizei ver⸗ haftete hier eine aus 12 Perſonen beſtehende Falſchmünzerbande, die ſich mit der Anfertigung und dem Vertrieb von 50-Rubelſcheinen be⸗ faßte. Es wurden bereits für zirka 150,000 Rubel Falſifikate ausgegeben. London, 23. Juli. Der ehemalige Bürgermeiſter von Retford, General Marſchall, wurde geſtern vom Aſſiſſenhof wegen Unter⸗ ſchlagung des Vermögens des Herzogs von New⸗Caſtle zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vermiſchtes. — Behandlung der Heiſerkeit. Heiſerkeit entſteht durch Entzündung und Schwellung der Stimmbänder. Dieſelbe kann vorüber⸗ gehend oder dauernd ſein. In erſterem Falle iſt ſie gewöhnlich durch eine„Erkältung“ ver⸗ urſacht und verſchwindet meiſtens in einigen Tagen. Beſondere Gefahren ſind gewöhnlich nicht damit verbunden. Es kann wohl zu ſo⸗ genanntem falſchen Kroup und zu vollſtändiger Sprachunfähigkeit kommen, aber dieſe Zuſtände ſind in der Regel bald wieder gehoben. Von ernſterer Bedeutung ſind dagegen die Fälle von chroniſcher Heiſerkeit. Eine ſolche bleibt häufig zurück nach einer akuten Kehlkopfentzündung. Sie iſt dann ein zwar läſtiges, aber kein für den Betreffenden gefährliches Leiden. In friſchen Fällen genügt es, wenn wir den Be⸗ treffenden in Schweiß bringen, dem wir irgend ein kühlendes Bad oder andere kalte Waſſer⸗ anwendung folgen laſſen. Empfehlenswert ſind feuchte Umſchläge um den Hals, welche wir je nach dem Grade der Entzündung mehr oder weniger häufig wechſeln. Sollte das Fieber, welches gewöhnlich mit derartigen Zu⸗ ſtänden einhergeht, ſehr heftig ſein, ſo behan⸗ deln wir dasſelbe mit kühlen Bädern, Ein⸗ ung Die Diät muß natürlich dem Fieberzuſtande entſprechen. Selbſt⸗ verſtändlich werden wir beſtrebt ſein, für größte Ruhe des entzündeten Organs zu ſorgen d. h. wir werden dem Kranken die Anſtrengung der Stimmwerkzeuge, das Sprechen, ſtreng unter⸗ ſagen. Gurgelungen, welche ſo oft verordnet werden, ſind aus dieſem Grunde alſo ebenfalls zu unterſagen. Anders bei der chroniſchen Heiſerkeit. Bei dieſer laſſen wir deu Kranken gurgeln, und da dies nur zur Anregung des Blutumlaufes geſchieht, ſo brauche man ein⸗ faches Waſſer. Antiſeptiſche Löſungen ſind vollſtändig überflüſſig. Auch milde Dampf⸗ einatmungen ſind häufig zweckentſprechend. Da⸗ neben müſſen wir nie verſäumen, durch eine geeignete Waſſerbehandlung für Abhärtung der Haut zu ſorgen, welche gerade bei der Behand⸗ lung der chroniſchen Heiſerkeit, wie überhaupt bei allen Katarrhen der Luftwege, von größter Bedeutung iſt. f — Eine reſolute Milchfrau ſtand vor den Schranken des Gerichtes zu Konſtanz. Ein Zeuge charaktriſterte die Frau mit einem land⸗ läufigen Ausdruck, indem er von ihr ſagte, ſie habe die Hoſen an. Der Richter fragte teil⸗ nehmend:„Iſt das wahr, Frau?“ Mit einem Blick voll unſagbarem Selbſtgefühl antwortete die Milchfrau trocken:„Nein, Herr Richter, bei der Hitz han i keine Hoſe a!“ — Zbwei originelle Dispenſationsgeſuche vom Schulbeſuch kamen in letzter Zeit an einer oberen Mädchenklaſſe des württ. Neckarkreiſes vor. Ein Mädchen trat nach Schluß der Schule vor den Lehrer mit der Bitte:„Einen ſchönen Gruß von meinen Eltern und ob ich morgen aus der Schule bleiben dürfte, Vater und Mutter gehen vors Gericht und laſſen ſich ſcheiden; da muß ich die kleinen Kinder hüten.“ Wirklich wurde am anderen Tage die Scheidung ausgeſprochen.— Vorige Woche erhielt der Lehrer aus derſelben Klaſſe von einer Schülerin, deren Mutter im April geſtorben war, einen Brief des Inhalts:„Geehrter Herr Lehrer! Ich kann heute nicht in die Schule kommen, mein Vater geht nach Nm. und ſucht eine Frau, da muß ich bei den Kindern bleiben.“ — Unglaublich, aber wahr und traurig! — Als Beweis von dem Fleiß und der Rüſtigkeit älterer Albbewohner wird mitge⸗ teilt, daß dort zwei Männer, der eine im Alter von 83 Jahren, der andere im Alter von 84 Jahren, in den letzten Tagen mor⸗ gens um 5 Uhr eine Mahd miteinander ab⸗ mähten. In Laichingen lebt ein 85jähriger Schuhmacher, der jeden Morgen einen Wagen voll Kleefutter abmäht. Nach der Arbeit holt ſich dann der Alte aus dem Keller ſeinen „3⸗Schöppigen“, der ihm ſehr gut mundet. Letztere Arbeit ſei ihm, meint er, noch lieber als das Kleeabmähen. — Zu einem Raſeur und Friſeur in Münſter i. Weſtf. kam ein Mann, um ſich raſieren zu laſſen. Der Fremde hatte bei der koloſſalen Hitze etwas über den Durſt ge⸗ trunken und ſchlief, während er raſiert wurde, plötzlich ein. Der Raſeur bearbeitete eben die„Fliege“ am Kinn, als mit einem Ruck dem Manne der Kopf vornüber ſank, und zu gleicher Zeit ſaß auch die Naſe ſchon zu drei Vierteln in der haarſcharfen Schneide des Raſiermeſſers. Ein wahrer Blutſtrom ſchoß. aus dem Geſichtsvorſprung, bis es endlich den Künſten des Barbiers gelang, mit einer Lage Watte und einem Stück Eis das Blut zu ſtillen. Der Geſchnittene will aber jetzt den Barbier für die Verſtümmelung ſeines Geſichtserkers haftbar machen. ö — Vor Schreck den Verſtand verloren. Ein gräßlicher Vorfall ſpielte ſich dieſer Tage in Coſimo bei Ravenna ab. Dort ſaß vor ihrem Hauſe eine junge Mutter mit ihrem ſünf Monate alten Töchterchen, als in einiger Entfernung ein vorübergehender Vagabund ihren etwas älteren Knaben mit einem Stein ſo unglücklich warf, daß er ſofort ſtarb. Die entſetzte Mutter legte ihr Baby auf die Bank und eilte dem Knaben zu Hilfe. Als ſie mit ſeiner Leiche auf dem Arme zurückkam, fand ſie zu ihrem Schrecken, daß ein großes Haus⸗ ſchwein ihr jüngſtes Kind gerötet und ange⸗ freſſen hatte. Mit einem ſchrillen Wehruf ſank ſie zuſammen, und als ſie wieder zu ſich kam, geberdete ſie ſich ſo unſinnung, daß man ſie ſofort in das nächſte Irrenhaus überführen mußte. Humoriſtiſches. — Falſche Scham. Herr(zu einem Be⸗ trunkenen):„Schämen Sie ſich, ſich ſo zu be⸗ trinken!“— Betrunkener:„Darum brauche ich mich nicht zu ſchämen, aber ſchämen ſollte ich mich, daß ich nicht mehr vertragen kann.“ — Freundſchaft. Hausfrau(für ſich): „Hat meine Köchin wieder einen entſetzlich ge⸗ ſchmackloſen Hut. Die Adreſſe der Modiſtin muß ich mir doch mal aufſchreiben— damit ich ſie— gelegentlich meinen Freundinnen empfehlen kann!“ — Nach der Vorſtellung. Schauſpieler (der in einem neuen Stück ein gebratenes Huhn verzehren muß, zum Direktor): Sie, das Stück geben wir noch öfter! f — Warme Empfehlung. Kunde: Iſt denn Ihr Mittel gegen die Schwaben auch wirklich ſicher? Wirkt es?— Verkäufer: Ich kann Ihnen nur ſagen, wenn Sie das in Stuttgart auf den Markt ſtreuen, ſtirbt die ganze Stadt aus. ö a — Mißverſtändnis. In Elberfeld iſt ein Bierwirt, der eine etwas ſchwere Sprache hat. Kommt eines Tages ein Gaſt, der ebenfalls ſtark anſtößt, und fordert„ein Glas Bi—bier!“ — Wirt:„Wa— was? Sie wollen mich wohl foppoppen?“— Gaſt:„Hier iſt von foppoppen nicht die Re—rede, ich ſtottotore ein we—wenig.“ — Wirt:„So ſo! und ich ſtammammele au—auch ein bi—bischen“. » Seckenheim, 26. Juli. Der heutige Ferkelmarkt war mit 58 Stück befahren und wurden 40 zum Preiſe von 158-20 Mk. pro Paar abgeſetzt. 5 2 Jede Hausfrau ſpart, wenn ſie ihre Einkäufe bei Georg Röſer macht. Bekanntmachung. Nr. 4681. Nachdem in dem Hausſtande des Jakob Reuther dahier, Scharlach ausgebrochen iſt, bringen wir nachſtehend die zur „Verhütung der Verbreitung von Diphterie und Scharlach vorgeſchriebenen Magzregeln zur öffentlichen Kenntnis: Verordnung. Das Familienhaupt, in deſſen Wohnung eine Erkrankung an Diphtherie oder Scharlach vorkommt, iſt verpflichtet; a. für thunlichſte Abſonderung des Erkrankten zu ſorgen; b. die zu ſeinem Hausſtand gehörende Kinder im Alter bis zu 14 Jahren— diejenigen, welche die Volksſchule beſuchen, ohne Unterſchied des Alters— vom Beſuche der Schule und der Kirche abzuhalten und darauf hinzuwirken, daß der Verkehr dieſer Kinder mit anderen Kindern, insbeſondere auf öffentlichen Straßen und Plätzen, tunlichſt beſchränkt werde; i c. die erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen gemäß der beige⸗ druckten Anweiſung(Anlage I) zu bewirken. Die Maßregeln unter a und b ſind zu beobachten, bis 4 Wochen ſeit Beginn der Erkrankung abgelaufen ſind und eine ſorgfältige Reini⸗ gung des Kranken entſprechend der Anweiſung über das Desinfektions⸗ verfahren ſtattgefunden hat. Wird der Kranke oder werden die zum Hausſtand gehörenden ge⸗ ſunden Kinder aus der Wohnung entfernt, ſo hat die Maßregel unter b auf die letzteren bis zum Ablauf von 8 Tagen ſeit dieſer Entfernung Anwendung zu finden. Wenn mehrere Erkrankungen im gleichen Hausſtande erfolgen, iſt men und kein neuer Erkrankungsfall im Hausſtande vorgekommen iſt, die Beobachtung der Maßregel unter a und b durch den Bezirksarzt ſchon nach 14 Tagen ſeit Beginn der Erkrankung nachgelaſſen werden. Der Zutritt zu Leichen der an Diphtherie oder Scharlach Geſtor⸗ benen iſt tunlich zu beſchränken, insbeſondere Kindern nicht zu geſtatten. Auch zu den Leichenbegängniſſen dürfen in ſolchen Fällen Kinder nicht beigezogen werden. Seckenheim, den 26. Juli 1904. Ratſchreiber Gelegenheitskäufe Kleiderſtoffen, vorzüglichen Herrenſtoffen, Baumwollwaren kauft man vorteilhaft bei J. Lindemann, gürgermeiſteramt:. . i. V: Seitz. Ritter. eee eee. Nesrben vn Mk 7 S-an, 5 Einjährige schriftl. 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