k f Anzeigeblatt für Seckenheim ung Moes heim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Redaktion, Druck und Verlag von J. Helfrich in geckenheim. Anzeigen: Die Iſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 64. Mittwoch, den 10. Auguſt 1904. 4. Jahrgang Deutſches Reich. Berlin, 8. Aug. Generalleutnant v. Trotha meldet aus Eriudi⸗Ongo⸗Ahece: Durch zahlreiche Erkundigungen iſt feſtgeſtellt, daß die Herero hauptſächlich den Weſtrand des Sand⸗ ſteinplateaus nordweſtlich von Omuweronmue und das Flußbeet des Hamakari von Omu⸗ weronmue bis nach Hamakari, außerdem Okam⸗ bukonde und Waterberg ſtark beſetzt halten. Die Hauptmaf Hamakari. Die Nachricht über die Streitkräfte bei Hodis hat ſich als falſch herausgeſtellt. Oberleutnant Volkmann hält jetzt Otjenga be⸗ ſetzt und hat Verbindung mic Major v. Eſtorff und Hauptmann Fiedler. Oberſt Deimling ſteht mit 3 Kompagnien bei Omuweronmue und Okateitſi. Ein weitere Kompagnie und 1½ Batterien treffen nächſter Tage gleichfalls dort ein. Eine Kompagnie iſt wegen Landungs⸗ ſchwierigkeiten in Swakopmund noch weit zurück. 5 Gerlin, 6. Aug. Das Depeſchenbureau „Herold“ verbreitet folgende Nachricht: Zu dem Attentat auf den ruſſiſchen Miniſter von Plehwe werden jetzt genaue Einzelheiten be⸗ kannt, die die ruſſiſche Zenſur bisher verſchleiert hat und nicht durchließ. Der Petersburger orreſpondent eines auswärtigen Blattes iſt extra zur Veröffentlichung dieſer Einzelheiten hierher gereiſt. Darnach fanden bei der Kata⸗ ſtrophe 20 Perſonen den Tod, über 100 Per⸗ ſonen wurden verwundet. Das Attentat ſoll nicht von einer, ſondern von vier Perſonen verübt worden ſein, von denen drei bei der Exploſion ums Leben gekommen ſind. Ausland. Tokio, 8. Aug Die Japaner ſprechen ihre lebhafte Bewunderung aus über den Er⸗ folg Kuropatkins, der es verſtanden hat, die ruſſiſche Armee nach Liauyang zurückzuziehen, ohne daß es zu einer Kataſtrophe kam. Die Stellung bei Kaiping ſchien zu einer ſolchen führen zu ſollen. Kuropatkin habe zwar durch ſeinen fortwährenden Rückzug und durch ſein Aufgeben und Vernichtung ſehr koſtbarer Vor⸗ räte ſein Anſehen geſchädigt und die Zuverſicht der Armee beeinträchtigt, indeſſen die Armee⸗ e befindet ſich anſcheinend bei Mitteilungen aus der Seckenheimer für die Japaner. verbände gerettet. Augenſcheinlich habe Kuro⸗ patkin die Japaner bei Taſchitſchiao aufhalten wollen, ſei aber durch die unerwartet ſchweren Verluſte auf dem einen Flügel daran gehindert worden. Die Entſcheidung wird nun wahr⸗ ſcheinlich bei Liauyang fallen, wo Kuropatkin wohl oder übel genötigt werden wird, ſich zur Schlacht zu ſtellen. Die Armeen Okus und Nodzus bedrängen die Ruſſen von Süden her. während Kuroki in der Lage iſt, je nach Be⸗ dürfnis einzugreifen. Die Beſetzung von Inkau (Niutſchwang) vereinfacht die Transportaufgabe Durch dieſelbe iſt beiden Armeen Bewegungsfreiheit gegeben. Die Ja⸗ paner ſtellen die von den Ruſſen nur leicht beſchädigte Eiſenbahn wieder her. Gemeinderats⸗Sitzung (Vom 5. Auguſt 1904.) Verſchiedene Anzeigen über abgeſchloſſene Fahrnisverſicherungsverträge und Aenderungen an ſolchen bleiben unbeanſtandet. Gegen die durch die Firma Sinner in Grünwinkel beabſichtigte Inbetriebnahme eines Motorwagens als Flaſchenbierwagen und eines ſolchen als Eiswagen wird nichts eingewendet. Die Vergütung der Ehefrau des Bade⸗ meiſters in Rheinau für Beaufſichtigung der Schulmädchenbäder wird pro Tag auf 1.50 Mk., für Waſchen der Handtücher auf 5 Pfg. pro Stück, für Lieferung der Seife auf 1 Pfg. pro Stück feſtgeſetzt. Die am 1. ds. Mts. mit einem Erlös von 632.50 Mk. ſtattgehabte Obſtverſteigerung wird genehmigt. Die vom Gemeinderechner vorgelegte Dar⸗ ſtellung über den Stand der Gemeindekaſſe auf Schluß des Monats Juli wird zur Kennt⸗ nis gebracht. Die Schätzung von 2 Grundſtücken wird vorgenommen. Zu dem Geſuch des Ludwig May in Rheinau um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinſchank wird die Bedürfnisfrage bejaht und das Geſuch be⸗ fürwortet. Zu Urkundsperſonen für die am 12. ds. Mts. ſtattfindende Ergänzungswahl des Bürger⸗ ausſchuſſes Rheinau werden Stabhalter Wöllner i und Gemeinderat Roßrucker ernannt. Eine Anzahl Rechnungen werden zur Zahlung angewieſen. Landwirt Peter Braun wird zum Antritt ſeines angeborenen Bürgerrechts zugelaſſen. 4 Aus Nah und Fern. Seckenheim, 9. Aug. Die Hundstage machen diesmal ihrer Bezeichnung als die heißeſte Zeit des Jahres alle, ja zuviel Ehre. Und doch ſprechen wir nicht von einer„Hunde⸗ hitze“, wohl aber von einer„Bärenhitze“. „Ich ſchwitze wie ein Bär“, hört man ſagen. Meiſter Petz mit ſeinem dicken Pelz iſt alſo zu bedauern, aber jetzt in der Haut des Eisbären zu ſtecken, das wäre etwas Ideales. Gewiß, die Hitze iſt ſeit Jahrzehnten nicht ſo groß und dabei von ſo anhaltender Dauer geweſen, wie in dieſem Jahre, indeſſen alte, uralte Chroniken erzählen von noch wärmeren Sommern, als derjenige 1904 iſt. Wie heiß es damals war, dafür werden oft wunderſame Beiſpiele gegeben. In grauer Vorzeit ſoll die Hitze einmal ſogar zum Kannibalismus geführt haben. Die Dürre rief eine Mißernte und Hungersnot hervor und die Folge ſoll geweſen ſein, daß Eltern ihre eigenen Kinder verzehrten. Solche Folgen der Hitze und Dürre haben wir nicht zu be⸗ fürchten, auch wenn in den Flüſſen mehrfach ſogenannte Hungerſteine ſichtbar werden. Die Schädigungen der Landwirtſchaft, der Schiff⸗ fahrt uſw. ſind aber ſehr groß, wofür wieder⸗ holt Beiſpiele mitgeteilt worden ſind. Heiß und ſchwül ſoll das Wetter nach der Vorher⸗ ſage„berufener“ Wettermacher auch noch in der nächſten Zeit ſein. Das iſt ſehr wahr⸗ ſcheinlich. Auch der Hundertjährige Kalender prophezeit einen ſehr heißen und„ſchönen“— wie mans nimmt— Erntemonat. Dagegen lautete die Wettervorherſage von Falb dem Jüngeren dahin, daß der Monat Auguſt im großen und ganzen ziemlich kühl und feucht“ ſein werde. Welcher Gegenſatz zwiſchen Prophe⸗ zeiung und Wirklichkeit! Kein Wunder, wenn der Prophet im eigenen Lande— und auch anderswo nichts gilt. i 3 Brühl, 6. Aug. Ein trauriges Mißge⸗ ſchick iſt dem Gerichtsvollzieher Marx dadurch Der Berghof. Volks⸗Roman von J. Oberparleiter. 90(Nachdruck verboten.) Dieſe dem verh beleidigtes M „So, kommen?“ if geſtikulirend, ſie ſolle dem S Kammer tragen, Kopf iſt und ſie es ſich, wie ſie ſagt, wohl, ſie iſt nur ei ſich durch die leidenſchaft⸗ n ſeiner Frau nicht aus ich dazu ſagen?“ meinte er „Du weißt, daß Vroni nach dem s verſtorbenen Vaters nicht als Dienſt⸗ ö Hauſe behandelt werden ſoll. Wenn ſie aber nicht gerne geht, ſo wird das ſeine Urſache haben. Du weißt doch, wie die Beiden zu einander ſtehen. Broni iſt ja ſonſt nicht ungefällig,—— ſchickſt halt ein andermal gleich einen Dienſtboten.— Uebrigens, wenn es nichts weiter iſt— laß das Margareth, ich hab jetzt Wichtigeres mit Dir zu beſprechen. 8 Gregors N übte auf ſeine Frau die noch ſo viel Hypothek bieten?“ entgegengeſetzte Wirkung aus. Sie warf ihm einen geringſchätzigen Blick zu und rief in ſpöttiſchem Ton: „Na, und das wäre?“ „Der Poſtbote hat mir die langerwartete Nachricht von der Baugeſellſchaft überbracht. Meine Offerte iſt angenommen, und ich kann mit dem nächſten Monat die Arbeit beginnen.“ „Und da wirſt Du Dich doch nicht be⸗ ſinnen?“ fiel ihm Margaretha in's Wort,„als ob wir da auf dem Hof etwas verloren hätten; der wird ſich wohl leicht verpachten laſſen, oder was noch beſſer wäre, verkaufen.— Wüßt nicht, was uns da halten ſollt!“ „Ja, ja, ganz gut,“ meinte Gregor, aber bedenk: 12,000 Gulden Kaution.— Du weißt, wie wir ſtehen. Baargeld iſt keines da,— die wohltätige Stiſtung, die laut Teſtament gleich erlegt werden mußte, hat den größten Theil der ererbten Baarſchaft aufgezehrt, überdies haben wir ja auch vom Stiftshof her Deckungen zu leiſten gehabt. Befinden ſich aber die 12,000 Gulden nicht binnen Monatsfriſt in den Händen der Geſellſchaft, ſo wird die Arbeit einem anderen Bewerber übergeben. Nur die alte Bekanntſchaft macht's, daß man auf mich Rückſicht nimmt.“ N „Nun, ſo nimmſt Du halt den nötigen Betrag auf den Berghof von einer Caſſa oder Bank auf; wozu ſind ſie denn da, dieſe Inſti⸗ tute,“ eiferte Margaretha,„der Hof wird doch herzlos biſt.—— M „Ja, wär' alles recht, wenn das Lega der Vroni nicht wäre, das auf den erſten Poſten zu ſtehen kommt— aber 10,000 Gulden und 12,000 Gulden und dann noch ein not⸗ wendiges Betriebscapital— dazu reicht der Berghof als Hypothek nicht hin.“ i Das Wort„Legat“ und„Vroni“ hatte die empfindlichſte Saite in Margarethens Ge⸗ müt berührt. Wie wenn eine Schleuße geöffnet worden wäre, geriet ihr Wortſchwall wieder in Fluß „Legat, Legat!“ kreiſchte ſie, aber das kommt daher, daß Du Dich um den Berghof von jeher zu wenig umgeſehen. Hätteſt Du mehr in das Hausweſen hier eingegriffen, ſo hätte dieſe hinterliſtige Perſon nicht den alten Mann ganz in ihre Netze ziehen können.— Urſache hätteſt Du genug gehabt, denn Du weißt nur zu gut, wie weit Du es bereits auf 885 dem Stiftshofe gebracht hatteſt.— Aber Dir iſt der Berghof erſt nach dem Tote Deines Bruders eingefallen— und ein Glück wars, daß der Alte zur rechten Zeit einen Geſcheidten i gemacht hat und in's Jenſeits gereiſt iſt, ſonſt 8 hätte am Ende ich, die Stifthofsbeſitzerin, noch vor ſeine Thüre kommen müſſen!“ 5 „Bedenke, was Du ſprichſt,“ fuhr Gregor entrüſtet empor,„vergiß nicht, daß der Alte, von dem Du da redeſt, mein Vater war! Ich habe Dich bisher nur für leichtſinnig ge⸗ halten, jetzt aber erkenne ich, daß Du auch ag ſein, daß ich hin und zugeſtoßen, daß ſich ein hieſiger Gewerbetreiben⸗ der, der ſich einer Pfändung widerſetzt, dazu hinreißen ließ, auf den Beamten mit einem Gewicht loszuſchlagen. Der Gerichtsvollzieher erhielt drei gefährliche Schläge auf den Kopf und zwei, die er abwehrte, auf die Schulter. Mannheim, 8. Aug. Das 9 Jahre alte Söhnchen Albert des Schreiners Criſt. Belchner ſtürzte heute nachmittag kurz nach 4 Uhr aus dem 5. Stocke der elterlichen Wohnung in den Hof. Der Körper ſchlug auf einen Eiskaſten auf, wodurch der Sturz ge⸗ mindert wurde. Trotzdem iſt faſt keine Hoffnung auf Erhaltung des Lebens des Kindes vor⸗ handen, da der Schädel zerſchmettert und die Gehirnmaſſe ausgetreten iſt. Schriesheim, 8. Aug. In der Nähe des Ortes wurde am Freitag eine hieſige Frau von einem Landſtreicher überfallen und verge⸗ waltigt. Er drohte ihr mit Halsabſchneiden, falls ſie um Hilfe rufen würde. Der Täter iſt noch nicht ermittelt. a Weinheim, 8. Aug. Der 6ßjährige Landwirt Adam Heuer geriet unter einen Wagen, wurde überfahren und ſchwer verletzt. Ringsheim(bei Ettenheim), 7. Aug. Geſtern früh um 9 Uhr wütete hier ein Groß⸗ feuer. Dasſelbe entſtand im Hauſe des Seilers Landolin Weber und legte binnen kurzem nicht nur das vom Taglöhner Wild bewohnte Haus ſelbſt, ſondern auch Stallung und Scheune nieder. Die Fahrniſſe des genannten Tag⸗ löhners, der, wie wir hören, nicht verſichert iſt, wurden ein Raub der Flammen. Mit Mühe konnte das Vieh gerettet werden. Raſch griff das Feuer auf ein dem Landwirt Mutz ge⸗ hörendes Nachbargebäude über und zerſtörte auch dieſes ſamt der Stallung und einem Schopf. Außer der Ringsheimer Feuerwehr brachten die von Ettenheim, Ruſt und Herbolz⸗ heim dankenswerte Hilfe. Ihren Anſtrengungen gelang es ein weiteres Umſichgreifen des Brandes zu verhindern. Eberbach, 8. Aug. Geſtern abend um 9 Uhr brach in der Scheuer reſp. Schuppen des Landwirts Karl Deſchner in Scholbrunn auf bis jetzt noch unbekannte Weiſe Feuer aus, welches erſt nach Verlauf von 8 Stunden infolge Waſſermangels auf ſeinen Herd be⸗ ſchränkt werden konnte, wobei Scheuer und Schuppen und das angebaute Wohnhaus voll⸗ ſtändig niederbrannten und ein Geſamtſchaden von etwa 12— 15000 Mk. entſtand. Der Be⸗ ſchädigte iſt verſichert. Vom Schwarzwald, 7. Aug. Eine eigenartige Taſchenuhr hat ein Schweizer Uhr⸗ macher erfunden. Sie ruft mittels eines winzigen Phonographen die Zeit aus. Eine ſehr kleine Hartgummiplatte gibt die Schwingungen der menſchlichen Stimme wieder nach den auf der Walze eines Phonographen eingeritzten Zeichen. Sie wird durch ein beſonderes Uhr⸗ werk getrieben und zu einer beſtimmten Zeit in Tätigkeit geſetzt, ſo daß ſie die gerade fällige Stunde laut verkündet. Die Einrichtung iſt lt. Schwarzw. kräftig genug, um ſich auf 6 Meter Abſtand bemerkbar zu machen. Ueber die Nützlichkeit könnte man vielleicht im Zweifel ſein, denn man kann es nicht gerade als wünſchenswert bezeichnen, daß alle Menſchen mit ſolchen Uhren ausgerüſtet würden, die, wenn ſie richtig gehen, auf einmal alle an⸗ fangen, durcheinander zu ſchreien. Wer für ſich allein ſitzt, wird dagegen die Stimme ſeiner Taſchenuhr ebenſo leicht überhören, wie etwa die Glocke einer nahen Turmuhr, ſobald er ſich daran gewöhnt hat. 5 f Hirſchhorn, 8. Aug. Der 20jährige ledige Gaſtwirtsſohn Theoder Beiſel wurde geſtern abend um halb 12 Uhr nach kurzem Wortwechſel auf der Straße erſtochen. Der 27jährige Mörder, Richard Schaaf von hier, wurde ſofort verhaftet. Näheres wird die Unterſuchung ergeben. Vom Feldberg, 7. Aug. Die Hitze übt auch auf die Weiden und Matten des hohen Schwarzwaldes ihre Wirkung aus. Wo bisher luſtige Quellen ſprudelten, ſind jetzt trockene Rinnen, wo ſaftige Weiden den Wanderer anlachten, überraſcht dürres Gras, abgeſtorbener Sommerflor den Touriſten. Feldberg und Umgebung Todtnauberg, Muggenbrunn, Notſchrei, Wiedenereck, Titiſee, Todtnau, Schönau und andere Orte— ſind zur Zeit überfüllt. Franzoſen und Italiener enteilen der Glut ihrer Städte und Gaue und ſuchen Zuflucht in des Schwarzwaldes „tiefſten Gründen“. Frankfurt, 5. Aug. Daß auf den Eiſenbahnen vieles vergeſſen und verloren und vieles gefunden wird, iſt ja bekannt, daß aber eine Mutter ihre zwei kleinen Kinder vergißt, iſt entweder trotz Ben Akiba noch nicht, oder doch nur höchſt ſelten dageweſen. Im Frank⸗ furter Hauptbahnhofe, der ja an allen erdenk⸗ lichen und undenklichen Vorkommniſſen reich iſt, ließ geſtern nachmittag eine Frau ihre zwei kleinen Kinder— das eine zählte drei, das andere zwei Lenze— auf dem Bahnſteig ſtehen, während ſie ſelbſt mit einer Freundin lebhaft den neueſten Klatſch beſprach und einſtieg. Erſt im Zuge bemerkte ſie das Fehlen der Kleinen, und nun war des Lamentierens kein Ende. Die Kinder wurden inzwiſchen von den Bahnbeamten der Polizeiwache übergeben und dort mit Speiſe und Trank verſorgt. In Darmſtadt angelangt, depeſchierte die vergeß⸗ liche Mutter hierher und erhielt alsbald die tröſtliche Antwort, daß die zwei Fundgegen⸗ ſtände richtig abgeliefert ſeien. Noch am Abend waren Mutter und Kinder wieder vereint. Hoffentlich werden die zwei Kleinen nicht ſobald wieder vergeſſen. N Ilsfeld, 8. Aug. Eine nach vielen Tauſenden zählende Menſchenmenge ſtrömte geſtern aus der näheren und weiteren Umge⸗ bung zuſammen, ſo daß die von der Eiſenbahn getroffenen Maßregeln nicht ausreichend waren. Es kam zu heftigen Scenen, da alles nach den bereitſtehenden Wagen drängte. Es entſtand eine regelrechte Prügelei. Das Bahnhofperſonal war machtlos und entſchloß ſich zuletzt, den Zug gar nicht abfahren zu laſſen. — Das von einem verheerenden Brande heimgeſuchte Dorf Ilsfeld hat nach den neueſten Zählungen 1984 Einwohner, deren Haupter⸗ nährungszweig der Fruchtbau iſt, deſſen Ertrag größtenteils ſchon eingeheimſt war. Der Ort wird in der Geſchichte ſchon 1102 genannt und wurde im 30jährigen Krieg von einem ähnlichen Brandunglück heimgeſucht, dem 196 Gebäude zum Opfer fielen und wobei 144 Bürger zu Grunde gingen. Ueber die Urſache des Brandes iſt noch keine volle Klarheit ge⸗ ſchaffen. Der Brandherd hatte eine Ausdehnnug von etwa 600 Meter in der Länge und 500 Meter in der Breite. Der Schaden an Ge— bäuden und Mobiliar wird jetzt ſchon auf eine Million Mark geſchätzt. Eine Unmenge wertvoller Akten aus dem Pfarrarchive und Rathauſe iſt mitverbrannt, dagegen wurden die Gemeinde⸗ und verſchiedene andere wertvolle Akten, ſo das Grundbuch, Pfandbuch und Standesamtsregiſter, dank dem tatkräftigen Eingreifen des Gemeindepflegers Kreh und des Stadtſchultheißen Hummel von Beilſtein ge⸗ rettet. Seitens der ſtaatlichen Behörden ſind die notwendigen Maßnahmen zu einer um⸗ faſſenden, ſtaatlicherſeits zu leiſtenden Hilfe eingeleitet worden. Der vortragende Rat im Miniſterium des Innern Miniſterialrat von Scharpff und Miniſterialrat Dr. Köhler hatten bereits mit dem Oberamtmann von Beſigheim und den Ortsbehörden längere Beſprechungen, in welchen über die zunächſt einzuleitenden Schritte beraten wurde. Die bis jetzt errichteten Sammelſtellen haben ſchon ſchöne Ergebniſſe zu verzeichnen. Raſche Hilfe iſt doppelte Hilfe. Rheydt, 6. Aug. Beim Abmähen eines Roggenfeldes in dem nahegelegenen Pongſer⸗ felde wurden nicht weniger als 72 wilde Kaninchen von den Arbeitern erſchlagen. Das Feld war nur etwa 10 Morgen groß. Düren(Rheinland), 8. Aug. Geſtern abend explodierte auf der Chauſſe der Benzin⸗ kaſten in einem Automobil. Dasſelbe flog in die Luft und überſchlug ſich. Die Inſaſſen, ein Reſtaurateur Beurer aus Eſchweiler mit ſeinen 4 Kindern und ſeinem Schwager erlitt erhebliche Verletzungen. 5 Vermiſchtes. — Ein rieſiger Brand brach in der Samstagnacht in dem ſtädtiſchen Waiſenhauſe zu Straßburg aus. Das Feuer verbreitete ſich mit großer Schnelligkeit über den 60 Meter langen Dachſtuhl und griff bald auf die dicht angebaute Kirche über, die ebenfalls bald in Flammen ſtand. Sämtliche 600 Kinder wur⸗ den gerettet. Die Kirche brannte bis auf die Umfaſſungsmauer nieder; ſie ſtammte aus dem 15. Jahrhundert. Es gingen bei dem Brande Glasmalereien zu Grunde; gerettet wurde aber ein wertvoller Reliquienſchrein. Der Schaden beträgt 1½ Mill. Mk. — Während des Jahres 1902 wurden in wieder mehr ausgegeben habe, als ich ſollte, um auch Andere leben zu laſſen, wie es ein⸗ mal bei unſerem Geſchäfte nicht anders ſein kann, aber gewiß habe ich nicht mehr gethan als andere Bauunternehmer auch. Dafür hab' ich auf anderer Seite wieder was hereinzu⸗ bringen gewußt— leider war's halt immer zu wenig für Deinen Aufwand. Du haſt es während meiner Abweſenheit verſtanden, Dir eine Zucht Schleckermäuler zu halten— Deiner Eitelkeit zu Liebe, denn die Herren haben ja immer ſo ſchöne Redensarten für die„gnädige“ Frau“ gehabt, wie man mir nachträglich er⸗ zählte.“ 8 Die bisherige Bläſſe in Margarethens Antlitz wich einer Pupurröte. Entrüſtet warf ſie den Kopf zurück und maß ihren Mann mit zornigen Blicken vom Fuße bis zum Scheitel. N „So! wirtſchaftet?! Na,— nur gut, daß es„mein“ Eigentum war. Du weißt wohl am Beſten, daß„ich“ Dir wieder auf die Beine geholfen, nachdem Du ſo gut wie fertig warſt. eine große Ehre für mich, Dich zum Manne — alſo ich hab den Stiftshof ver— zu nehmen, Dich, der Du Dir vorher eine Betteldirne an den Hals gehängt, ſo daß Du froh ſein konnteſt, als Du von ihr erlöſt warſt. Kannſt Du leugnen, daß Deine Heirat nichts als eine bloße Spekulationsheirat war, von der Dein Herz nichts wußte?— Leider ſind, mir erſt nach der Hochzeit die Augen aufge⸗ gangen— Gregor laß mich nicht reden!“ Minutenlange Stille folgte auf dieſen haßerfüllten Gemütsausbruch Margarethens. Furtner war in ſichtlicher Verlegenheit auf und ab gegangen, während ſich Margaretha erſchöpft auf einen Stuhl warf. Endlich brach es das Schweigen: „Unſinn!“ ſagte er,„daß wir uns da gegenſeitig Vorwürfe machen und uns ſelber das Leben verbittern.— Wäre nicht die letzte Bauſpekulation mißglückt, wir ſtünden heute anders wer Alles vorausſehen könnte.— Laß uns lieber nachdenken, wie jetzt zu helfen iſt.“ i Margaretha brütete düſter vor ſich hin. Endlich nach langer Pauſe meinte ſie in be⸗ ruhigterem Tone: 5 „Kann das Legat nicht umgangen werden; haſt Du mit Findig geſprochen?“ „Ich habe auf Deinen Wunſch mit dieſem widrigen Menſchen über verhandelt. wenigſtens kein ehrliches. ſeiner Rede war: reicht, muß der Fuchspelz helfen.“ War Leni, ein Körbchen am Arme, eintrat, worauf die Er wußte auch kein Mittel— Eben wollte Margaretha entgegnen, als ſich Gregor entfernte. Leni hätte in keinem ungelegeneren Augen⸗ blicke erſcheinen können. Mitten in der ſo wichtigen Verhandlung mit ihrem Manne dieſe Störung und noch dazu durch Leni, die ihr ohnehin ein Dorn im Auge war— kein Wunder, daß das eben erſt beſänftigte reizbare Gemüt Margarethens auf's Neue in hellen 2 Aufruhr geriet. auf einen Augenblick in Verlegenheit. Angelegenheit Der kurze Sinn „Wo die Löwenhaut nicht „Ach! welche Ehre, die Leni,“ ſprach ſie ſpöttiſch,„hat wahrſcheinlich am Berghof noch was vergeſſen? Wüßt' ſonſt wahrhaftig nicht, was ſie hierher führte!“ Dieſe unfreundlichen Worte brachten Leni Alsdann aber faßte ſie ſich und, indem ſie ihr Körbchen auskramte, meinte ſie: „Nichts hab ich vergeſſen, Frau Furtner, aber einige wunderſchöne Schwämmchen habe ich auf dem Wege durch den Wald gefunden. Wollt' ſie der Frau Furtner bringen und dabei fragen, wie's dem Vroner'l geht— hab's ſchon einige Tage nicht geſehen.“ Lenis Treuherzigkeit Widerhall. „Laß Sie nur Ihre Schwämme,“ ent⸗ gegnete Margaretha in barſchem Tone,„wir können uns Gottlob noch welche kaufen!— und was die Vroni anbelangt, ſo möcht ich wiſſen, wie es einer Dirne gehen ſollte, die von Geburt an auf fremder Leute Koſten lebt und ihnen das Leben verbittert.— Wie ſolls einer Dirne gehen, deren Daſein der eigenen Mutter zur Laſt wurde, während ſie ſelbſt im Vollen ſitzt und das Eigentum Anderer ſehmälert?“ f„Frau Furtner,“ ſprach Leni zitternd vor Erregung,„das iſt eine harte Rede. Sollen die Kinder das Unrecht der Eltern büßen?— Kann der arme Wurm dafür, daß vielleicht ein ſchlechter Vater eine brave Mutter in die Verzweiflung getrieben hat? ̃ Gortſezung folgt.) fand aber keinen weniger als im Vorjahr; auf je 1000 Bewoh⸗ ner entfallen 7,92 Eheſchließungen. Die Zahl der Lebendgeborenen im deutſchen Reich iſt von 2032313(im Jahre 1901) auf 2024735 ge⸗ ſunken. Bei Mehrlingsgeburten kamen 52 804 Kinder zur Welt und zwar 50 167 lebend; weitaus die meiſten(51956) waren Zwillinge, bei 277 Drillingsgeburten wurden 831 Kinder geboren, dreimal kam eine Vierlingsgeburt, einmal in Schleſien eine Fünflingsgeburt vor. Außerehelicher Abkunft waren im Berichtjahr 177083 der geborenen Kinder gegen 179 683 im Vorjahr. Die Zahl der Geſtorbenen ohne die Totgeborenen betrug 1122 492 und war 1 um 51997 geringer als im Vorjahr. Ein⸗ 1 ſchließlich der Totgeburten weiſen die meiſten 4 Geſtorbenen die Monate Dezember(täglich im „ Mittel 3660), Mai(3503) und März(3467), 1 die wenigſten Juli(3004), Oktober 3014) und . Auguſt(3024) auf. 3— Die verlaſſene Braut. In Bayreuth ſollte, ſo erzählen bayeriſche Blätter, die ſtandesamtliche und kirchliche Trauung eines jungen Mädchens und eines Poſtboten aus München ſtattfinden. Kurz vorher entfernte ſich der Bräutigam, wie er angab, um ein Glas Bier zu trinken, in Wirklichkeit, um nach München zurückzufahren. Seiner Braut tele⸗ graphierte er, daß ihm die„ganze Geſchichte“ leid geworden ſei. In der Familie begreifliche Aufregung, der Brautſtaat lag bereit, der * Hochzeitskuchen war gebacken, Gratulationen . trafen ein, doch der Bräutigam fehlte. 1 N— Eine Nüragberger Anzeige von 1640 5 lautet: Iſac Makerl, Barbier, Paruckenmacher Raſiert vor ein Krüzer, ſchneidt die Haar vor zwei Krüzer und Putter(Puder) und Pomade obendrein die jungen artigen Freuleins, ſtiegt die Laternen an Jahr⸗ oder Vierteljahrsweiſe, die Jungen Idelleut lernt ihre Mutterſprage grahmadickoliſch und ganz leicht, ſorgt for ihren Sitten und lernts buchſtabyrn. Beſchlägt g die Ferſte meiſterhaft, magd und flickt Schuh 1 und Stiffel, lernts Hbo(Oboe) und Flaut, 1 läßt. Ader, ſetzt Schropkopf ganz gering, gibt 1 zu Borchirn(purgieren) ein Krüzer es Stück, 1 lernt in die Häuſer die Kodiljons und andere Tanz, verkauft Pabier, Stiffelwixe, geſalzene ärink, Honigkung, Pürſchten, Mauſefallen und alle Konfekte, Hertz ſtärkende Wurzeln, Kar⸗ Deutſchland 457 208 Ehen geſchloſſen, 11121 toffel, Brahdwurſt und andres Gemüß. — Zu einem Poſtagenten kam neulich ein kaiſerlicher„Oberinſpektor“ und verlangte eine ſofortige Reviſion der Poſtkaſſe. Dem Agenten aber kam der„Oberpoſtinſpektor“ doch etwas gar zu ſchäbig vor und infolgedeſſen ließ derſelbe den„hohen Herrn“ verhaften. Der Schwindler— ein ſolcher war er— hieß Robert Kurt und gehörte der Zunft der Schirm⸗ flicker an. 0 — Die„Illuſtration“ ſchreibt: Nach ſtatiſtiſchen Feſtſtellungen verſchießt ein Ge⸗ ſchwader von 12 Panzerſchiffen in einer einzigen Stunde für 10 Millionen 224,000 Franken Munition. Nimmt man nun an, daß von dieſen 12 Panzerſchiffen wenigſtens drei in den Grund gebohrt werden, abgeſehen von den Be⸗ ſchädigungen der anderen, ſo kommt zu den obigen 10 Millionen noch der weitere Verluſt von 90 Millionen(nach dem laufenden Preiſe kommt ein Panzerſchiff auf 30 Millionen zu ſtehen). Alſo eine einzige Stunde Seekampf koſtet mindeſtens 100 Millionen.“ Mil bitterer Ironie ſetzt H. Harduiun hinzu:„Da ſieht man, daß Fortſchritt und Ziviliſation keine leeren Wörter ſind. Wenn heute ein Seemann von einem Granatſplitter getroffen wird, der ihm ein Bein wegreißt, ſo kann er ſich vor ſeinem Tode mit dem Gedanken tröſten, daß dieſes Bein eine Ausgabe von 7—800,000 Franken erfordert hat.“ — Einen blutigen Ausgang nahm ein Duell zwiſchen zwei Rehböcken bei Leiberſtung. Der Kampfplatz war ein Tabakacker, der übel zugerichtet wurde, etwa 40 Stöcke ſind total vernichtet. Das Duell ging auf Leben und Tot. Der ſchwächere Kampfesgenoſſe iſt auf der Strecke geblieben, ſchwerverwundet wurde er von hinzukommenden Menſchen vollends getötet. — Ein Braver! Sonntag war Bocken⸗ heimer Kirchweih! Aus Anlaß dieſes Umſtan⸗ des hatte ein bekannter Bockenheimer Apfel⸗ weinwirt ſeine Wirtſchaft geſchloſſen. Plakate verkündeten der ſtaunenden Menſchheit, daß die Stätte des kühlen Trunkes heute zu ſei. „Wahrſcheinlich“, hatte der wackere Mann dem „Frankf. G.⸗A.“ zufolge geäußert,„wahrſchein⸗ lich geb' ich dene Meßfremde mein ſcheene Appelwei un mei Stammgäſt hawwe hernach nixmehr. Naa, deß mache mer net. Schlechte will ich kaan zappe un den gute, den krihe ſe net; der is für die Stammgäſt““. Sprach's und ſchloß zu. — FJ der ſtädtiſchen Badeanſtalt in St. Gallen iſt zu leſen: Wer ſchwimmt und hat den Magen voll, iſt bo Ins Bad ſtürz' dich nicht ſchweißgebadet es ſchadet. Im Bade iſt die erſte Viertelſtund geſund. — Meyer aller Länder, vereinigt Euch! Aus Hamsburg wird der„Fr. Ztg.“ berichtet: Der norddeutſche„Meyerbund von 1836“ ver⸗ ſtaltet am 29. d. M. im Hamburger Tivoli⸗ garten einen großen Meyer⸗Abend. Er erläßt die Anforderung an alle Meyer, an dieſem Abend ſich einzuſinden, damit ſich alle Vertreter dieſes ſeltenen Namens einmal gemütlich unter⸗ halten können. Leider iſt in dem Aufruf der Begriff des„Meyer“ nicht genau unterſchieden, doch vermuten wir, daß auch die Meier, Maier, Mayer, Mayr und die ausländiſchen Spiel⸗ formen des beliebten Namens ebenfalls in der Einladung einbegriffen ſind. — Anläßlich des eidgen. Schützenfeſtes in St. Gallen beförderten die Bundesbahnen 150000 Perſonen. Das Schießkomitee ver⸗ kaufte insgeſamt 1750000 Gewehrmarken und 241000 Revolvermarken und nahm 53 000 Fr. mehr ein als vorgeſehen war. Secken heim, 9. Aug. Der heutige Ferkelmarkt war mit 77 Stück befahren und wurden 70 zum Preiſe von 12— 18 Mk. pro Paar abgeſetzt. Jede Hausfrau ſpart, wenn ſie ihre Einkäufe bei Georg Röſer macht. i 5 Unſerer heutigen Nr. liegt eine Empfehlung des Herrn Georg Röſer bei, worauf wir unſere geſchätzten Leſer beſonders aufmerkſam machen. Bügelcohlen präparierte, geruch⸗ und rauchfrei, in 1 Kilo⸗Packet empfiehlt i August Jericho. Bekanntmachung. Sicherung der 5 und Reinlichkeit betr. „„ Nachſtehende bezirkspolizeiliche Vorſchrift Deieſelbe durch Erlaß des Gr. Landeskommiſſärs vom 4. Juli 1904 1 No. 4509 für vollziehbar erklärt worden iſt, zur öffentlichen Kenntnis. Mannheim, den 7. Juli 1904. Groſih. gezirksamt: 0 Zoeller. 4. Bezirkspolizeiliche Vorſchrift betr. des Flaſchenbierhandels. i Aufgrund der 88 87a und 94 Pol.⸗Str.⸗G.⸗B. und des 8 14a Abſatz 2 5 27. Juni 1874 der Miniſterialverordnung vom N 5 desſundheit und Reinlichkeit betr., was fol 8 1. Beſonderer Raum. Der Raum dar in einem beſonderen, 55 dieſer Verrichtung beſtimmten Raum ge 8 15. Juli 1908, die Sicherung der öffentlichen 5 i 1 wird mit Zuſtimmung des Bezirksrats für en olg des Flaſchenbierhandels im Amtsbezirks Mannheim angeordnet, 1 5.„ u anderen, insbeſondere Wohnzwecken(als Wohn- oder * Schlafe mes„Küche, Verkaufslokal ꝛc.) nicht benützt werdeu. a 5 öffentlichen Geſundheit bringen wir, nachdem den getrieb ſchroten. ſchehen. Als Gerätſchaften zu Abfüllapparat— vorhanden ſein: 1 eine Spülmaſchine mit Bürſten zum Spülen der Flaſchen oder ein Gefäß mit Porzellanſchroten; zwei Spülgefäße(Standen oder dergl. Spülmaſchine vorhanden, ſo ein Geſtell, auf wel aufgeſtellt werden können(Abtropfgeſt 5 5 Dieſe Gerätſchaften müſſen in dem Abfüllraum ſtändig aufbewahrt und dürfen zu anderen Zwecken(insbeſondere die Spülgefäße zum Waſchen der Wäſche und dergl.) nicht verwendet werden. 5 i„„ und 3 des Geſetzes über den Verkehr mit blei⸗ und zinkhaltigen Gegenſtänden vom 25. Juni 1887(Reichsgeſetzblatt Seite 278) entſprechen. g 5 Nötige Gerätſchaften. 5 8 m Abfüllen müſſen— abgeſehen von dem eigentlichen von genügender Größe; iſt eine genügt ein Spülgefäß; chem die leeren 8 Flaſchen zum Abtropfen ell). 6. Reinhaltung des Abfüllraumes und der Gerätſchaften. Der Abfüllraum und die zum Betrieb des Flaſchenbiergeſchäftes nötigen Gerätſchaften müſſen ſtets rein gehalten werden Insbeſondere iſt der Schlauch nach dem Abfüllen jeweils mit Vor dem Einfüllen des Waſſer gereinigt werden und eißer Sodalöſung zu reinigen. 5 ierrs müſſen die Flaſchen gründlich mit heißem zwar mittelſt der Spülmaſchine oder mit Porzellan⸗ Der Gebrauch von Metollſchroten iſt verboten. Bei Wiederverwendung e aa deſch 9 u Reba 80 0 ſind die idaſche fille dies ohne D 115 7955 0 j 8 te zu beſchädigen ausführbar iſt, vor jeder neuen Flaſchenfü ung von der Abeſopsdelen von Pier dum Iwetke des Verkaufs in Flaschen darf nur laſche zu entfernen und einer hinreichenden Desinfektion(durch Auskochen in odalöſung oder dergl.) zu unterziehen; dabei ſind die Gummiringe von den Porzellanknöpfen zu entfernen. Auch dürfen in demſelben Gegenſtände nicht gelagert werden, deren Die Flaſchen müſſen vor dem Einfüllen auf das Abtropfgeſtell gebracht Lagerung eine B 1 Beſchaf fen heit des Raumes. 5 2 5 11 0 muß e hell, luftig, bezw. leicht lüftbar ſein und arf nicht in der Nähe eines Aborts, einer Düngerſtätte oder dergleichen liegen. m undurchläſſigem Material 1 Der Boden muß zementiert oder mit and 1 dedeckt und ſo eingerichtet ſein, d e 1 geordnet abfließen. a5 Flüſſigkeiten ſich erunreinigung des Bieres im Gefolge haben kann. von ſelbſt ſammeln und leiden, dürfen beim Abfüllge Gerätſchaften) nicht mitwirk und genügend lange Zeit dort belaſſen werden. Gebrauchte Korbſtopfen dürfen nicht wieder verwendet werden. 8 7. Perſonen, welche das Abfüllen beſorgen. Perſonen, welche an anſteckenden Krankheiten oder an Hautausſchlägen ſchäft(einſchließlich der Reinigung der Flaſchen und en. 2 8 8. Die Wände des Raumes müſſen bis 5 1 b N Ueberwachung. abnentiert oder von ſolchem Material Hergete i eie des ohne Bentele Die dam Abfüllen benutzten Räume und Geräte ſind auf Erfordern der abzugeben, abgewaſchen werden kann. 5 mit der Ueberwachung betrauten Polizeiorgane dieſen vorzuzeigen. 8 8. 9 Waſſer. 0 Was In dem Abfüllraum oder in deſſen aſſer in genügender Menge ſtets vorhanden ſein. Waſſen, 0 ga uus Aethaft. zum Abfüllungsgeſchäft nötige Flaſchen aus Bächen Teichen und gen In Waſſer aus dieſer benützt werden. dem Abfüllenden i i a müfſen zum Anziehen des Bier sſtück en V , Alle Verzinnungen und alle Verbindun die die Patentverſchlüſſe der Flaſchen müſſen 9 5 unmittelbarer Nähe muß friſches eſſen Beſchaffenheit geſundheitspolizeilich zu beanſtanden iſt, en der Flaschen ze, keine Verwendung fi en 5 f emeinden, in welchen eine öffentliche Waſſerleitung beſteht, darf nur res in Flaſchen muß ein beſonderer Füllapparat iſt ichen) benützt werden. ſt insbeſondere das Abfüllen mittelſt Gummiröhren, die von es in den Mund genommen werden 5 zu bringen nden. Insbeſondere iſt oder Geräte mit Waſſer Mannheim, den 23. riften in den 1 an dem 5 i 5 Die Inhaber bereits be uebergangsvorſ rift. i beben Flaſchenbierhandlungen haben ihre Betriebseinrichtungen bis zum 1. Juli 1905 mit obigen Vorſchriften in Einklang N Strafbeſtimmung. 5 Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden, ſoweit nicht nach§ 94 Pol.⸗Str.⸗G.⸗B. eine höhere Strafe verwirkt iſt, nach§ 87 a Pol.⸗Str.⸗G.⸗B. an Geld bis zu 60 Mark oder 310 990 zu 14 Tagen beſtraft. i. uni 1904. Groſth. Bezirkamt: gez.: Zoeller. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 15. Juli 5 1904. Bürgermeisteramt: „ ärmergeſang⸗Verein N f Seekenheim. Serie gelen. u einer am Freitag, 11. Auguſt, abends 9 Uhr im„roten 3 n Löwen“ ſtattfindenden Emil Werber Ge ſangs- Y auptprobe empfiehlt ſein reichhaltigs Lager in 2 mit folgender Unterhaltung beehren wir uns, die Mitglieder des Ehren Ausſchuſſes ſowie die paſſiven Mitglieder ergebenſt einzuladen. Der Vorſtaud. Ferner empfehle: Prima Fruchtsäcke, Wachstuch 5 zu Schürzen in bekannt guter Qualität. Auchener und Münchener Feuer⸗Verſicherungs⸗ Geſellſchaft. u. Arbeiter- glauſen. Gegründet 1825. Gold. Medaille 1885. e e Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß wir 8 g dem Herrn Karl Fedel, Former in Seckenheim eine Agentur unſerer Geſellſchaft übertragen haben. Karlsruhe, den 29. Juli 1904. Aachener und Münchener Leuer⸗Verſcherungs⸗Geſellſchaft. Die General-Agentur: Zamponi. um volständig 2u räumen Sommer-Artikel zu herabgesetzten Preiſen. 0 2. 24. Sal. Hirsch, Mannheim 6 2. 21 elbe, Auch, Allaunfakkur⸗ u. Ausſtener⸗ Artikel ur We Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung halte ich mich zum Abſchluß von Feuer⸗ und Einbruch⸗Diebſtahls⸗Verſicherungen beſtens empfohlen. . Karl Fedel, Former in Seckenheim, Agent der Aachener u. Münchener Feuet⸗Uersſcherungs⸗ 5————— FFF Mit billigen Preisen ziehe ich Kunden an; Discholl s hensei! de Electrische Licht- u. Kraft-Anlagen Ein Verſuch überzeugt. wanne, Schuhe u. Kleider Maschinen, Apparate u. Installationsmaterial. Otto Baum, J 1, 7 Vertreter für Seckenheim: 5 Donnerstag vormittag neee e Wollstaub e Birnen, Schirme, Schalter, Tassungen, zun Dingen in dorwährend zu Zwiebelkuchen. Hofmöbelfabrik g S 5 . Mit Koſtenvoranſchlag gerne zu Dienſten. billigſt haben per Ztr. 1 Mk. ab Station Sicherungen, Litzen u. 8. W. in Siiedrichefed be Bäckerei Berlinghof. Unterzeichneter empfiehlt ſeine neuhergerichtete Carl Arnold, Seckenheim. PE Mühle den Herren Landwirten zur gefl. Benützung. Beſtellungen werden in Seckenheim von Herrn Jakob Marzenell, Makler entgegenge⸗ S Gelegenheitskäufe 45 nommen und das Getreide in der Behauſung abgeholt.. 1 l. Hochachtend 85 Kleiderſtoffen, ah Eummifabrizen. 5 ee, verzüiglichen 1 3 5 i. Herrenſtoffen, eee e 5 Sammel⸗Anzeiger des Bauern⸗Vereins. Baumwollwaren lere 4. Die Mitglieder werden gebeten, ihre kauft man vorteilhaft bei Nan* 5 75* Segels, eee ne 5 SBeſtellung en 5 J. Lindemann, 5 ee 3 in Thomasmehl, Kainit, Kahlen und Mannheimer Gaskoks Mannheim F 2, 2. Eee 1. baldmöglichſt an der Verkaufsſtelle aufzugeben. JCCCCCVCCFCCCCCC0 E ö 55 1 777 9 8 Prima . 1 8. 85 2 5 Julius Cohn ge Efßhirnen 5 1 12 0 für Kranke, per Pfund — 5— 5 g. Yutz⸗Spezial⸗Geſchäft. Orensett Arnslb Laden Wörthſtr. 20. Zwiſchen dem Ort und dem Kirchhof wurde eine Taschenuhr mit Kette gefunden. Abzuholen bei Karl Fiſcher, Raſenſtr. 23. Neues Sauerkraut Georg Röſer. e Modellhut-Ausſtellung iſt eröffnet. Durch die große Ausdehnung, die mein Geſchäft in Folge ſeiner anerkannten Billigkeit genommen, bin ich im Stande, in dieſem Jahre Janz ausser gewökn- liche Vorteile durch Billigkeit elegante Garnierung und rieſige Auswahl bieten zu können. Ich empfehle: Garnirte Mädehen- und Kinderhüte von 25 Pfg. an Elegant garnirte Damenhüte von Mk. 1.50—6.00 Hochchie garnirte MAodellhüte von Mk. 68.00-20.00. 5 Stets 500 600 garnirte Damenhüte am Lager. 15 2 Großes Lager in Kommunionkränze, Brautkränze, Corsettes, Handschuhen. 25