Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Redaktion, ruck und Verlag von J. Helfrich in Seckenheim. Nr. 71. Anzeigen: Die lſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Samstag, den 3. September 1904. 4. Jahrgang. Ausland. London, 2. Sept. Verſchiedene Berichten vom Kriegsſchauplatz zufolge, ſollen bei einer mehreren Tage dauernden großen Schlacht bei Liaojang die Ruſſen vollſtändig geſchlagen worden ſein. London, 1. Sept. Ein dem Reuterſchen Bureau aus Shanghai zugegangenes Tele⸗ gramm beſagt, die Japaner hätten heute nach Atägigem ſchwerem Kampfe Liaujang beſetzt. Von ruſſiſcher Seite träfen zurzeit beträchtliche Verſtärkungen ein. Shanghai, 31. Aug. Ein Wiederauf⸗ leben der Boxerbewegung wird aus Taming⸗Fu, Provinz Petſchili, gemeldet: Als einige ameri⸗ kaniſche Miſſionare in Taming⸗Fu erfuhren, daß Boxer am Ort ſeien, die ſich Tſaiyun nennen und ſie zu ermorden beabſichtigen, be⸗ mühten ſie ſich, an den amerikaniſchen Ge⸗ ſandten zu telegraphieren. Die Lokalbehörden verweigerten es, das Telegramm abzuſchicken; aber ein befreundeter Engländer in Honen übernahm die Beförderung der Meldung. Der Vizekönig Juanſchikai gab ſofort die nötigen Befehle für den Schutz der Miſſionäre, aber in Aubetracht der Untätigkeit der Ortsbehörden f 5 und der Hoffnungsloſigkeit, ihr Werk fortzu⸗ des Regens in der Aehrenbildung ganz beſon⸗ ſetzen, verließen die Miſſionare Taming⸗FJu und kamen auch alle ſicher fort. Ram, 2. Sept. Ein Telegramm aus Liaujang berichtet, daß die ruſſiſchen Verluste in den Gefechten in der Nähe der Stadt ſich Gefangene belaufen. Die Japaner ſollen den Ruſſen zahlreiche Geſchütze abgenommen haben, ebenſo 40 000 Gewehre und 200 Wagen. Die lapaniſchen Verluſte ſollen 1200 Mann betragen. Aus Nah und Fern. H. Seckenheim, 2. Sept. (Bericht azte die ſeit mehreren Jahren angeſtellten ſandiger Lehmboden, der leicht und gut bearbeit⸗ bar iſt. folg angewendet. Die verſchiedenen künſt⸗ lichen Duͤnger wurden wie nachverzeichnet an⸗ gewendet d. h. ausgeſtreut. Am 14. Dezem⸗ ber 1903 Thomas mehl und Kainit; am 1. März 1904 Kaliſalz, Superphosphat, Amoniak und Kopfdüngung gegeben. Als Saatfrucht wurde die im vorigen Jahre prämiierte Gerſte ver⸗ wendet. Die Saat wurde mittelſt der Sä⸗ maſchine vorgenommen. Der Stand der ein⸗ zelnen Parzellen zeigte auch in dieſem Jahre wieder einigen Unterſchied. Parzelle 2 und 3 hatten den ſchönſten Stand, bezüglich Halm⸗ und Aehrenbildung hatte von Anfang an und während der ganzen Vegetationszeit bis zur Ernte Parzelle 2 die erſte Stelle behauptet. terregen vom 18. Juni durch ſtarkes Lagern in der Aehrenbildung bedeutend beeinträchtigt. Die in der Halm⸗ ſowie in der Aehrenbildung nachſtenhende Parzelle 1 hatte ſich in Folge ders vervollkommnet, ſo daß ſie in Bezug auf Aehrenbildung die Parzelle 3 überflügelte und mehr Körnerertrag lieferte als dieſe. Die un⸗ gedüngte Parzelle 4 ſteht den anderen Parzellen lichen Düngermitteln erhielten die 18 über Düngungsverſuche mit Landgerſte im Jahr 1904.) Der Bauernverein Seckenheim in Halm⸗ und Aehrenbildung bedeutend nach. 1 Bei dieſer Parzelle hat jedenfalls das Thomas⸗ im ganzen auf 15 000 Tote, Verwundete und mehl vom vorigen Jahr noch ſeine Nach⸗ An künſt⸗ einzelnen wirkung auf die Körnerbildung. Parzellen: 1 2 Kaliſalz 40% 10 Pfd., Thomasmehl 50 Pfd., Superphosphat 16% Kainit 30 Pfd., 1 50 Pfd. Chiliſalpeter 15 Pfd. 2 3 4 Schwefelſ. Amoniak ungedüngt. 5 12 Pfd., i Superphosphat 50 Pfd. Die einzelnen Parzellen hatten einen Koſtenaufwand wie nachverzeichnet: Parzelle 1: 2 33 2.14 Mk. 2.91 Mk. 3.37 Mk. Seit 4 Jahren wurde ausſchließlich nur Kunſtdünger auf dem Grundſtück mit Er⸗ 1 ö 0 8 Schwefelſ. Ar eine halbe Chiliſalpetergabe. Die andere Hälfte Chiliſalpeter wurde als Düngungskoſten der einzelnen Parzellen pro Ar:. 42,8 Pfg. 58,2 Pfg. 67,4 Pfg. Geſammt⸗Düngungskoſten 8.42 Mk. Geſammt⸗Körnerertrag 11.43 Zentner. Einzelertrag pro Ar: 60 Pfd. 58 Pfd. 56 Pfd. 50 Pfd. Geſammt⸗Strohertrag 10.45 Zentner. Gerſte⸗Gſied 156 Pfund. 8 Die Ernte begann am 8. Juli und war vom beſten Wetter begünſtigt In Folge der lang anhaltenden großen Hitze iſt die Gerſte ſchnell abgeſtanden, ſo daß die Körner ſich nicht mehr vollſtändig ausbolden konnten. Die Oualität iſt eine weit beſſere als die im vori⸗ gen Jahre, dagegen ſind Körnererträge in be⸗ deutend geringerem Maße zu verzeichnen. In der Vollreife wurde die Frucht geſchnitten, am nächſtfolgenden Tag gebunden und auf Haufen geſetzt. Parzelle 3 folgte dieſer und behauptete den Platz, wurde jedoch durch den ſchweren Gewit⸗ Nach ca. 14 Tagen wurde dieſelbe eingeheimſt. Beſonderen Wert legt man auf eine Aehrenausleſe, die dem Zweck dient, für die nächſtjährige Saat ein mehr gleichmäßiges, einheitliches Saatgut, ſogen. Elitegerſte, zu ge⸗ winnen. Dieſe ausführenden Verbeſſerungen auf dem Gebiete des Pflanzenbaues fanden bei Herrn Landwirtſchafts⸗Inſpektor Kuhn von Ladenburg großes Intereſſen. 15 Heidelberg, 1. Sept. Außer der Schloßbeleuchtung am 11. findet eine weitere am 22. September ſtatt; ob am Ende noch eine dritte folgt, iſt vorläufig noch unſicher. Raſtatt, 1. Sept. In der Raſtatter Stadtgärtnerei wurde eine eigenartige Ent⸗ deckung gemacht. darum, aus Stecklingen Kartoffeln zu ziehen und, was das merkwürdigſte an der Sache iſt, daß dieſe Stecklinge einen reicheren Ertrag liefern, als die geſteckten Kartoffeln. Bei einem Verſuch mit ſog.„Sechswochen⸗Kar⸗ toffeln“ lieferte eine geſteckte Kartoffel etwas über ein Kilogramm Kartoffeln, während ein Steckling, von der gleichen Kartoffel ſtammend, einen Ertrag von nahezu einundeinhalb Kilo⸗ gramm abgab. denn es iſt dem Landwirt dadurch die Mög⸗ lichkeit gegeben, jährlich einen großen Poſten Kartoffeln zu ſparen und doch noch einen Der Berghof. Volks⸗Roman von J. Oberparleiter. 16)(Nachdruck verboten.) „Muhme,“ ſprach Vroni mit zitternder Stimme,„wurum ſollten mir die weiteren e e verborgen bleiben?“ „Kind, hab ich Dir nicht geſagt, daß die 1 men— gekommen iſt, in 1 Du ſollſte!⸗ einer Mutter kennen lernen „O! rief Vroni, indem i 154 die Knie ſank,„ſo nennt mir 1 e jenigen, der meine Mutter zur Verzweiflung getrieben, der ihr treues liebevolles Herz ge⸗ brochen, der mutwilliger Weiſe die heiligste Pflicht, die er vor dem Altare Gottes be⸗ ſchworen die Gattenpflicht mit Füßen ge⸗ treten, damit ich ihn kennen und verachten lerne!“ „Halt, Kind!“ rief Leni,„bedenke, daß ſee lente, von dem Du ſo ſprichſt, Dein Vater . Ehre Vater und Mutter, befiehlt das be Gottes,— verurteile Niemanden, auch en nicht, der Dir Uebles gethan. „Noch kannſt Du nicht wiſſen, ob das Herz Deines Vaters wirklich verderbt war, oder ob ſeine Handlungsweiſe nicht vorüber⸗ gehendem jugendlichem Leichtſinne entſprungen. — Hatte er doch keine Ahnung davon, daß er Vater war, wer weiß, ob ihn dies Bewußtſein nicht zur Beſinnung gebracht, ihn nicht zurück⸗ Mutter—“ Statt jeder Antwort warf ſich Vroni neben Leni auf die Bank, um dem Thränenſtrome feien Lauf zu laſſen. Es trat eine lange, bange Pauſe ein. Leni, ſelbſt tief ergriffen, war keines Wortes mächtig, die Weinende zu tröſten. Sie führte Vroni wieder vor die Hütte. Ein heftiger Donner ließ Beide erſchrecken. Endlich brach Leni das Schweigen. „Laß Dir noch die wenigen Worte, die ich Dir zu ſagen habe, mitteilen. Ich hatte kaum den Brief geleſen, ſchickte der alte Furtner nach mir.— Am Berghofe ange⸗ kommen, erfuhr ich, daß man dort Nachts ein Kind hinterlegt hat.— Vroni! Kind! ahnſt Du, welcher Gedanke mich ſofort erfaßte? Ahnſt Du, welches Gefühl ſich meiner be⸗ mächtigte, als meine Vermutung ſich beſtätigte, daß dies Kind dasſelbe war, das einige Tage vorher in meiner Hütte geboren wurde.— O, ich hätte nun Jedem, der lieblos von der „Rabenmutter“ ſprach, zurufen können:„Nicht ſie iſt der ſchuldige Teil, ſondern der, der ſo gewiſſenlos ein ihm angetrautes, nach Liebe und Treue ſchmachtendes Herz in Verzweiflung getrieben; doch ich mußte alles über Deine arme Mutter ergehen laſſen, um ſie und mich nicht zu verraten.— Aber was ſollte ich tun? Sollte ich mich Furtner zu Füßen werfen, ihm geführt hätte zum liebevollen Herzen Deiner die Tat Deiner Mutter eingeſtehen und dadurch dieſelbe dem Gerichte überliefern? Stillſchweigen bewahren und mich zur Mit⸗ ſchuldigen machen? Der alte Furtner war ein ſeelenguter Mann, ich wußt es, er würde das arme verlaſſene Kind nicht von ſich ſtoßen. — Ich beſchloß daher in meiner Verzweiflung, vor allem den Bruder in das Geheimniß ein⸗ zuweihen und die Entſcheidung ihm zu über⸗ laſſen.— Indeſſen nahm ich mich zu Folge der Bittten des guten alten Furtner des ver⸗ laſſenen Kindes an. O, er hatte keine Ahnung, mit welchen Gefühlen ich an Dein Bettlein trat, welchen Kampf es mich koſtete, mich auf⸗ recht zu erhalten, um nicht ſelbſt die Verräterin des Geheimniſſes zu machen. Der Bruder benachrichtigte mich, daß er nicht ſofort kommen könne, da er ſoeben mit ſeinem Geſchäfte ab⸗ ſchließe, um es zu übergeben; doch möge ich einſtweilen Stillſchweigen bewahren. Indeß war einige Zeit vergangen, da kam vom Salz⸗ burgiſchen an das hieſige Richteramt die An⸗ zeige, daß Deine Mutter in den Bergen ver⸗ unglückt ſei.“ „Jeſus, Maria!“ rief Vroni händeringend, 5 „meine Mutter eine Selbſtmörderin!“ „Grſchruc nicht Vront träſtete die Muhne „Deine Mutter war keine Selbſtmörderin. Ich ſelbſt habe freilich im erſten Augenblicke das⸗ ſelbe befürchtet, aber nach näherer Ertundigung wurde amtlich mitgeteilt, daß ſie beim Heuern c e f 1 4 N 1 N N ö 1 JJFFFFEEETCTCT0T0T0ß0ßç0 Es handelte ſich nämlich Dieſe Entdeckung wird nament⸗ lich in den ländlichen Kreiſen Aufſehen erregen: Sollte ich n größeren Ertrag zu erzielen. Es wird, wenn der Verſuch ſich überall bewährt, alſo in Zukunft genügen, in ein kleines Stück Feld Kartoffeln zu ſtecken und dann deren Schößlinge abzuſchneiden und damit das übrige Feld zu bepflanzen. Bruchſal, 29. Aug. Heute wurde ein bezirkspolizeiliche Vorſchrift vom 8. März 1900 neu veröffentlicht, welche die Ueberwachug der von Privatperſonen gegen Entgelt in Pflege genommenen Kinder behandelt. In letzter Zeit vorgekommene Fälle von ungeeigneter Behand⸗ lung ſolcher Kinder durch habgierige Leute haben die Wiedereinführung der vorgeſchriebenen Paragraphen notwenig gemacht. Vor allem hat derjenige, welcher ein Kind unter 7 Jahren zur Verpflegung übernimmt, vor der Aufnahme die Genehmigung der Ortspolizeibehörde einzu⸗ holen. In Rich ſchlechten Leumundes wird natürlich ein ſolches Geſuch abgelehnt werden. Nicht vergeſſen darf auch werden, daß im Falle wirklicher Erkrankung des Pflegekindes der Pfleger einen approbierten Arzt beizu⸗ ziehen hat. i Oos, 30. Aug. Ein Automobil fuhr geſtern früh in raſendem Tempo in der Richtung von Sinsheim nach Oos. Beim Bahnübergang waren die Barrieren herabge⸗ laſſen worden, da der Zug nach Baden bereits in Sicht war. Das Automobil fuhr in die Barrieren, riß ſie entzwei und fuhr, ohne ſich weiter um den Unfall zu kümmern, in der Richtung nach Baden davon. Der Zug konnte nur noch im letzten Moment angehalten werden. Konſtanz, 29. Aug. Der ruſſiſche Krieg machte ſich für die hieſige Zeltefabrik Stromeier angenehm fühlbar. Dieſer Tage beſtellte lt.„Vlksfr.“ ein Unterhändler für die ruſſiſche Regierung Zelte und Decken im Be⸗ trage von einer Million Mark. Konſtanz, 30. Aug. Der geſtern abend hier beobachtete Brand in Hagnau hat das Haus des Landwirts Saupp eingeäſchert. Die umliegenden Gebäude konnten geſchützt werden. Der Schaden, der zum großen Teil durch Verſicherung dedeckt iſt, beträgt 7000 Mk. Ludwigshafen. Eia bedeutender Uhren⸗ diebſtahl wurde verfloſſene Nacht hier verübt. Aus dem Auslagefenſter des Uhrmachers Gg. Deutſch, Ludwigſtraße 10, wurden 75 ſilberne Herren⸗ und 2 ſilberne Damenuhren entwendet. Der oder die Täter haben ſich offenbar ſchon abends eingeſchlichen und ſich im Hauſe ver⸗ ſteckt gehalten, haben dann die Hintertür mittelſt Nachſchlüſſels geöffnet und ſind von da in den Laden eingedrungen. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Der Wert der geſtohlenen Uhren beträgt ungefähr 900 1000 Mark. e Wies baden, 31. Aug. Am Tage vor dem Gardon Bennett⸗Rennen verunglückte bei Dornholzhauſen ein Automobil, wobei der Be⸗ ſitzer des„Hotel de Rome“ in Berlin, Mühling, den Tot fand. Nunmehr hat, wie der„Rhein. Kurier“ vernimmt, die Witwe des Verunglückten gegen den Beſitzer des Automobils, den be⸗ kannten Berliner Hotelbeſitzer Uhl, eine Ent⸗ ſchädigungsklage in Höhe von 1 Million Mark angeſtrengt. Gerolzhauſen, 2. Sept. Ein be⸗ dauerlicher Unglücksfall hat ſich dieſer Tage dahier zugetragen. In die Stadt zogen mehrere Bärentreiber ein, ohne den üblichen Pflaſterzoll zu entrichten. Die Frau des Pflaſterzöllners wollte nun die Leute veranlaſ⸗ ſen, den Zoll zu bezahlen. Plötzlich erfaßte ein Bär die Frau am Arme und zerfleiſchte ſie ſchrecklick. Göttingen, 31. Aug. Die noch immer anhaltende Dürre hat in den meiſten Orten Süd⸗Hannovers eine Waſſerkalamität hervor⸗ gerufen. Die Einwohner mancher Dörfer müſ⸗ ſen das Waſſer ſtundenweit herholen. In Algermiſſen und Umgegend wird der Eimer Waſſer mit 50 Pfennigen bezahlt. Schildberg, 2. Sept. In Bletzisnow wurden 16 Gebäude durch eine Feuersbrunſt eingeäſchert. 3 Kinder kamen in den Flam⸗ men um. f Göttingen, 1. Sept. Beim Apfel⸗ pflücken berührte der Tiſchlermeiſter Iſenſee in Giften die elektriſche Oberleitung und wurde ſofort getötet. Berlin, 1. Sept. Heute vormittag wurde in dem Keller eines Hauſes in der Franſeckiſtraße die Leiche eines 11jährigen Mädchens in einem Sandhaufen verſteckt auf⸗ funden, die von ihren Angehörigen als die in Schwed an der Oder geborene Margarete Koſchoreck rekognosziert wurde. Das Mädchen wurde ſeit 14 Tagen vermißt. Die Mutter wohnt in Weißenſee. Die Unterſuchung iſt im Gange. i a Breslau, 1. Sept. In Delirium hat die trunkſüchtige Ehefrau eines italieniſcken Arbeites in Orzeſche in Oberſchleſien den beiden 2- und Jjährigen Kindern eines Nachbarn, des Arbeiters Hohmann, mit einer Axt den Schädel geſpalten. Die Frau war wegen einer ähnlichen Untat bereits früher einmal ange⸗ klagt, aber wegen Geiſtesſtöͤrung freigelaſſen worden. 8 Newyork, 1. Sept. Der ſpaniſche Farmer Gerſon Marx wurde unter dem Ver⸗ dacht verhaftet, auf ſeiner Farm eine Mörder⸗ grube eingerichtet zu haben. Er erſchlug an⸗ geblich ſeine Arbeiter, ſobald ſie Lohn ver⸗ langten. An Hauſierer und Händler gab er vergifteten Schnaps und verſcharrte dann die Leichname. Vier Mordtaten ſollen ihm ſchon nachgewieſen ſein. Die Umgrabung des ganzen Terrains verſpricht ein weiteres Material zu Tage zu fördern. Der jetzt 80jährige Marx hat 27 Kinder. Vermiſchtes. — Im Bezirk Tettnang wurden in dieſem Monat von der heurigen Hopfenernte(meiſtens Frühhopfen) über 4000 Ballen ausgeführt. Die Späthopfenernte wird, falls die gute Witterung anhält, in 10 Tagen beendet ſein; 24 beſaß. der Ertrag derſelben wird demjenigen vom vorigen Jahr um etwa ¼ nachſtehen. — Das Trompeterſchloß in Säckingen wurde in der Zwangsverſteigerung von dem früheren Beſitzer Theodor Belly für 102000 Mk. erworben. — Ein Wirt in Tübingen kaufte von einem Luſtnauer Bürger eine Ziege, den Kilo⸗ meter zu 20 000 Mark. — Eine„biſſige“ Frau in des Wortes verwegenſter Bedeutung hat der Arbeiter St. in Berlin. Frau St. war in einem Reſtaurant als Abwaſchfrau beſchäftigt und kam erſt ſehr ſpät abends nach Hauſe. Der Mann machte ihr deshalb Vorhaltungen. Die Frau geriet in Wut und ſchleuderte ihrem Manne die brennende Petroleumlampe an den Kopf, ohne jedoch Schaden anzurichten. Scheinbar beruhigt, begab ſich das Ehepaar darauf zu Bett. Am folgenden Morgen entbrannte der Streit von neuem. Als St. ſeine Frau wieder beſchuldigte, ſprang ſie auf ihn zu und biß ihm ein Stück von der Naſe ab. Die von dem Hauswirt herbeigerufene Polizei nahm die biſſige Ehefrau vorläufig feſt. — Ein heiterer Zwiſchenfall ereignete ſich kürzlich, wie die„M. Allg. Ztg.“ meldet, in einem größeren Bahnhofreſtaurant. Vor Ab⸗ gang des Zuges tritt ein Ungar ein und be⸗ ſtellt ſich ein Glas Bier. Befragt um den Preis, nennt der Kellner 25 Pfg. Auf die Zwiſchenfrage, warum denn das Bier ſo teuer ſei, ſagt der Kellner, das ſei Kloſterbräu(alſo Münchener Bier). Beruhigt zahlt der Ungar, trinkt ſein Bier aus und ſteckt das ſchöne Deckelglas ein und will zum Zug. Der Re⸗ ſtaurateur, welcher den Vorgang beobachtet, hält ihn an und macht ihn aufmerkſam, daß er kein Recht habe, das Glas mitzunehmen, worauf ihm der Reſende erklärt, daß ihm der Kellner geſagt hätte, es ſei„Glos derbei.“ Der kleine Zwiſchenfall hatte ſtürmiſche Heiter⸗ keit bei den übrigen Reiſenden erweckt. — Ein Teſtament auf einer Schiefertafel hat ein alter emeritierter Lehrer hinterlaſſen, welcher kürzlich als Junggeſelle in Wriezen a. O. ſtarb und ein Vermögen von 138 000 Mk. Urſprünglich hatte er teſtamentariſch Verwandte in Frieſack und einem Berliner Vorort zu ſeinem Erben eingeſetzt. Dies wurde ihm aber auf ſeinem Sterbebette wieder leid, ſo daß er ſich eine Schiefertafel geben ließ und auf ihr ſeinen letzten Willen niederſchrieb, welcher dahin ging, daß vier Verwandte ihn gleichzeitig zu beerben haben. — Bei der Ueberfahrt über den Fluß Kami bei Uſt⸗Kosvy(Ruſſiſch⸗Polen) ließen ſich, der Weigerung des Bootsmannes unge⸗ achtet, 80 Perſonen auf einem Boot überſetzen, um zur Grummeternte ans andere Ufer zu ge⸗ langen. In der Mitte des Fluſſes ſank das überlaſtete Fährboot, wobei 50 Perſonen ertranken. mit noch einer Helferin durch Abrutſchung eines Aan ums Leben kam.“ „Du arme, arme Mutter!“ wehklagte Vroni,„doch habe ich wenigſtens den Troſt, daß Du einen ehrlichen Tot gefunden und in geheiligter Erde ruhſt, und daß ich mich nicht zu ſchämen brauche, wenn ich an Deinen Grab⸗ hügel trete, um für Deine arme Seele zu beten, ſondern Jedem ſagen kann, da unten liegt mein armes, ſüßes Mutterl!“ „Endlich kam der Bruder.— Eine lange Unterredung fand zwiſchen ihm und Furtner ſtatt. Was ſich da zwiſchen den Beiden abge⸗ ſpielt, das kann ich Dir, Vroni, nicht ſagen; vielleicht will es das Schickſal, daß Du auch das über kurz oder lang erfährſt.— Du bliebſt alſo am Berghofe, ich blieb Deine Ziehmutter; — Lorenz zog hinaus in die Welt— in die Berge,— alles Uebrige, Kind, weißt Du., Noch einmal wollte Vroni in Leni drängen, ihr Denjenigen zu nennen, der ihr das Leben gegeben und die Mutter ins Unglück geſtürzt, i erhob ſich und nahm Vroni bei der and: i „Komm, Kind,“ ſagte ſie,„der Sturm ſtellt ſich ein, ſchon beginnen ſchwere Tropfen zu fallen,— komm, laß uns drinnen beten, daß der Himmel Allen gnändig ſein möge in in Sturm und Gewitter!“ kam. den matten Schein einer Laterne. 7. Kaum waren Leni und Vroni unter dem ſchützende Forſthaus zu erreichen. eines Menſchen. ſchützenden Dache angelangt, als mit elementarer den Wald. Gewalt ein Gewitter losbrach, wie die älteſten Bewohner Altbergs ein ſolches nicht erlebt hatten. Die Wolken öffneten ihre Schleuſen, und der Regen ergoß ſich in Strömen zur Erde; der Sturm heulte in den Baumwipfeln und bog die mächtigſten Stämme gleich dünnen Rohren. „Toni, der noch ziemlich entfernt vom Forſthauſe war, wurde vom Gewitter über⸗ raſcht. Ihm war zwar jeder Waldweg be⸗ kannt, doch bedurfte es der genaueſten Orts⸗ kenntniß, um in dieſem undurchdringlichen Dunkel ſich zurechtzufinden. Die grellen Blitze nur be⸗ leuchteten auf Sekunden die Waldſtrecke und zeigten ihm den weiteren Weg.— Immer ge⸗ fährlicher wurde jeder Schritt. Hin und wieder hörte man das Krachen ſtürzender Bäume, im Falle andere mit ſich reißend. n Furchtlos ſchritt Leger vorwärts, um das Der Weg führte am Fichtenſchlage vorbei, wo einige Hundert Ster Holz aufgeſchichtet waren, die am nächſten Morgen vom Forſtinſpektor über⸗ nommen werden ſollten. Noch befand ſich der Forſtgehilfe einige Hundert Schritte davon entfernt, als es ihm dünkte, er höre trotz dem Getoſe des Sturmes die klagende Stimme So ſchnell es möglich war, eilte er der Stelle zu, woher der Klageton Da gewahrte er in kurzer Entfernung Schon wollte er darauf zugehen, als plötzlich vor ihm eine Männergeſtalt auftauchte. In demſelben Momente beleuchtete abermals ein greller Blitz „Ah!“ rief Leger, als er die Geſtalt erblickte; aber in dem Augenblicke tat er einen mächtigen Sprung zur Seite, während gleich⸗ zeitig mit Wucht eine Axt in den zunächſt⸗ ſtehenden Baum eindrang, indes der ſo plötz⸗ lich Aufgetauchte im Dunkel des Waldes ver⸗ ſchwand. 8 „Schuft!“ knirſchte Toni, als er ſich vom Entſetzen gefaßt hatte,„ſo weit ſtehſt es alſo mit Dir?“ i Er kannte den Flüchtligling bei der herr— ſchenden Finſterniß nicht verfolgen— wozu ſollte er es auch, die Gerechtigkeit mußte ihn ja ereilen.— Nur wenige Schritte trennten ihn noch vom Fichtenſchlage, woher nun aber⸗ mals der klagende Ruf ertönte. Die Mordaxt zu ſich nehmend, ſchritt er ſchnell auf den Lichtſchein zu.— Doch, was er hier gewahrte, mußte ihn in ſeinem Innerſten empören: Einige der ſchönſten Fichten waren von frevel⸗ hafter Hand unterſägt und lagen, vom Sturme zu Boden geſchleudert, über die Holzſtöße, die nun ſelbſt wie ein Wirrſal untereinder ge⸗ würfelt waren. Unter einem dieſer Stämme jedoch lag ein Mann, deſſen Wehlaute er⸗ kennen ließen, daß er gräßliche Schmerzen leiden müſſe. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachung. 5 Schweinerotlauf in Käferthal betr. Nr. 5418. Nachdem der Rotlauf in dem Stadtteil Käferthal eine größere itung genommen hat, wurde gemäߧ 10 der Verordnung Gr. Miniſteriums närpolizeiliche Bekämpfung des Rot⸗ Abſperrung des Stadtteils Käferthal gegen die Ein⸗ und Ausfuhr von Schweinen durch Gr. Bezirksamt Mannhein angeordnet. Seckenheim, 30. Auguſt 1904. Bürgermeisteramt Volz. Bekanntmachung. Die Abänderung des Ortsbauplanes in Rheinau betr. Sitzung erließ der Bezirksrat folgenden Beſcheid: f g. des Gemeinderats Seckenheim wird unter Abänderung der durch Bezirksratsentſchließung vom gl. Januar 1901 feſtgeſtellten Straßen⸗ und Bauflucht die Straßen⸗ und Bauflucht an der weſtlichen Seite der Moltkeſtraße in Rheinau zwiſchen Adaſtraße und Heuweg nach dem vorliegenden Plane vom 27. Mai 1904 für feſtgeſtellt erklärt. Der Plan liegt während 14 Tagen auf dem Rathauſe in Seckenheim zur Einſicht offen. Mannheim, 4. Auguſt 1904. Grossh. Bezirksamt Neff. Verbre . 1 1 80 9 7 des Innern vom 21. Juni 1895„die vetari laufs der Schweine betr.“ Die In der heutigen Auf Antra Nr. 5 419. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 30. Auguſt 1904. Gemeinderat Volz. Zahlungs aufforderung. . Die Umlagenpflichtigen Einwohner von Seckenheim werden daran 4 erinnert, daß am 1. September das 3. Quartal Umlagen fällig war, diejenigen, welche dasſelbe noch nicht bezahlt haben, werden aufgefordert binnen acht Tagen zu bezahlen bei Vermeidung perſönlicher Mahnung. Ferner wird nochmals daran erinnert, daß das erſteigte Gemein⸗ vor dem Abmachen bezahlt werden muß. Seckenheim, den 1. September 1904. Gemeindekaſſe Bühler. Hehmdgras-Versteigerung. Das Groh. Domänenamt Mannheim verſteigert Dienstag, den 6. September l. Is., Vormittags 9 Uhr im„Nelaishaus“ zu Rheinau den diesjährigen Oehmdgraserwachs von 35 ha Backofen⸗ und Riedwieſen der Gemarkung Seckenheim, ſowie von 9 ha in den Gewannen„alte und neue Nachtweide“,„Damm⸗ ſtücker“ und„Wieſen außer dem Damm“ auf der früheren Gemarkung Rohrhof. Mannheim, den 27. Auguſt 1904. Großh. Domänenamt: deobſt Lertige Boſen. Emil Werber empfiehlt ſein reichhaltigs Lager in 5 Tuch, Buxkin, Hemdenstoff, Cölsch, 8 Baumwallzeug, Cattun u. Kurzwaren. Ferner empfehle: Prima Fruchtsäcke, Wachstuch * 5 zu Schürzen in bekannt guter Qualität. 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