Anzeigeblatt für Seckenbeim und Npoesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Bedaktian, ruck und Verlag van J. Helfrich in geckenheim. 3 Die Iſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. f Anzeigen: Nr. 75.(Erſtes Hall) Samstag, den 1. Oktober 1904. 4. Jahrgang. Ausland. London, 29. Sept. Das Reuterſche Bureau meldet aus Tokio, in Regierungs⸗ kreiſen werde erklärt, daß die neuen Aushebungs⸗ beſtimmungen es ermöglichen, die Anzahl der in der Front ſtehenden Truppen um ungefähr zweihunderttauſend Mann zu erhöhen. Tientſin, 30. Sept. Die Japaner haben ein Fort beſetzt, welches von den Ruſſen unterminiert war. Das Fort wurde dann von den Ruſſen in die Luft geſprengt, wobei 6000 Japaner getötet worden fein ſollen. i Takio, 28. Sept. Die amtliche Schätzung beziffert die in Japan befindlichen kranken und verwundeten Soldaten auf 45 000. 9000 ſind ſoweit wieder hergeſtellt, daß ſie nach turorten in den Bergen geſchickt werden N Das Pflegeſyſtem bewährt ſich ſehr Tondon, 29. Sept. Dem„Standard“ wird aus Tokio berichtet, die japaniſche Preſſe weiſe ausnahmslos den Gedanken eines Frie⸗ densſchluſſes unter den augenblicklichen Ver⸗ hältniſſen von ſich und verlange die Weiter⸗ führung des Krieges. In einem Blatte wird ausgeführt, daß der Vorteil, den das engliſch⸗ japaniſche Bündnis eingebracht habe, es als empfehlenswert erſcheinen laſſe, dieſes Bündnis bei ſeiner Erneuerung auch auf Gebiete außer⸗ halb Koreas und Chinas auszudehnen. Denn Japans Intereſſenſphäre müſſe nach dem Ai ec in Oſtaſien erweitert werden. Is Gegenleiſtung könne England auf die Mitthilfe Japans rechnen, falls ſeine Intereſſen in Indien oder Perſten durch Rußland bedroht werden ſollten. Paris, 27. Sept. General Pelloux hat an ſein Offizierkorps einen Tagesbefehl erlaſſen, in dem es heißt:„Ich werde in allem, was wir dem Soldaten ſchulden, ſehr anſpruchsvoll ſein. Ich fordere Sie auf, die Soldaten zu lieben und zu achten, wie ich dies Zeit meines Lebens getan habe. Wir müſſen unſerer Pflicht gewachſen ſein und ich werde alle unwürdigen Offtziere kaſſiren. Ich werde gegen die Offiziere ſtrenger verfahren, als gegen die gemeinen Soldaten. Hierdurch wird das Anſehen der Armee nicht leiden ſondern ge⸗ ſtärkt werden.“ Aus Nah und Fern. § Seckenheim, 30. Sept. Einer Ein⸗ ladung des Fußballvereins Speyer folgend ſtattet kommenden Sonntag, 2. Oktober die 1. Mannſchaft der Fnßball⸗Geſellſchaft Secken⸗ heim 1898 genanntem Verein in Speyer einen Beſuch ab, um mit deſſen erſter Mannſchaft ein Wettſpiel, das dritte in dieſem Jahre zum Austrag zu bringen. Wenn auch infolge der obwaltenden Umſtände, Seckenheim durch Er⸗ ſatz geſchwächt und Speyer ſeit dem letzten Zuſammentreffen bedeutend erſtarkt, eine ſo hohe Torzahl, wie in den beiden letzten Spielen, die bekanntlich zu Gunſten Seckenheims, mit 10 reſp. 13.2 Toren endigten, nicht erzielt werden wird, ſo dürfte doch auch dieſes Spiel eine Beute der Seckenheimer werden. Die Abfahrt erfolgt präzis 12 Uhr per Droſchke vom Lokal aus. N Seckenheim. Ueber das Kapitel „Soldatenmißhandlungen“ iſt ſchon ſo viel geſagt und geſchrieben worden, daß man ein Ende machen könnte, wenn nicht die Pflicht beſtände, immer und immer wieder darauf auf⸗ merkſam zu machen, daß das Ziel möglichſter Abſchaffung und Beſeitigung aller ſolcher Quälereien, ein Ziel, dem alle einſichtigen Elemente in Heer und Volk mit gleichem Eifer zuſtreben, leider noch immer nicht erreicht iſt. Deshalb iſt auch eine Broſchüre nicht ſehr überflüſſtg zu erachten, die Max Teichmann (Achern), unter dem Titel„Aus allerlei Gar⸗ niſonen, Soldatenmißhandlungen und kein Ende“ im Selbſtverlage herausgegeben hat. Der Verfaſſer gibt darin nach nichtamtlichen Quellen eine Zuſammenſtellung der gerichtlich abgeurteilten Soldatenmißhandlungen während der letzten zwei Jahre, ſoweit ſie der Oeffent⸗ lichkeit bekannt geworden ſind, verbreitet ſich über die Gründe hauptſächlich auch der zahl⸗ reichſten, nämlich der außerhalb des Dienſtes begangenen Quälereien, und führt Aeußerungen von Perſonen des Militärbeſtandes ſelber an, die Mittel zur Abſtellung vielfach geradezu empörender Mißſtände an die Hand zu geben wiſſen. Mit Recht betont; er auch die Not⸗ wendigkeit einer ſtärkeren Verantwortlich⸗ machung der Vorgeſetzten für die innerhalb ihres Befehlsbereichs begangenen Mißhand⸗ lungen. Wenn die Schrift Teichmanns dazu beiträgt, allen an dieſer ſchwerwiegenden Frage Beteiligten das Gewiſſen zu ſchärfen, ſo wird ſie nicht vergeblich geſchrieben worden ſein. annheim, 28. Sept. Aus noch unbekannten Beweggründen ſprang geſtern abend ein 18 Jahre alter Kaufmann von hier in ſelbſtmörderiſcher Abſicht von der Friedrichs⸗ brücke aus in den Neckar, wurde aber von einem Schiffbauer und einem Eiſendreher, die ihm mit einem Nachen nachfuhren, noch rechtzeitig herausgezogen und an das Ufer gebracht. Wittighauſen(A. Tauberbiſchofs⸗ heim), 29. Sept. Heute früh ½9 Uhr wurde hier der Bahnarbeiter A. Klinger, welcher bei den Gleiſebauarbeiten beſchäftigt iſt, von dem Würzburger Perſonenzug überfahren und ſofort getötet. Der Bedauernswerte war erſt vor wenigen Wochen mit der broncenen Verdienſtmedaille ausgezeichnet worden. St. Blaſien, 29. Sept. Die wegen dringenden Verdachts des Einbruchsdiebſtahls verhaftete Frau des Gemeinderechners Stritt⸗ matter von Unter⸗Ibach hat nunmehr die Tat eingeſtanden. Die Kaſſe enthielt 163.27 Mk., wovon ſie ca. 30 Mk. zur Ein⸗ löſung eines Wechſels verwendete. Die übrigen 130 Mk. hatte ſie auf dem Dach⸗ boden verſteckt, um zum 1. Oktober einen Wechſel höheren Betrages zahlen zu können. Zell, 27. Sept. Nach einer amtlichen Nachricht iſt der von hier gebürtigte Unter⸗ offizier Max Matt am 11. Auguſt in den Kämpfen 05900 die Hereros am Warterberg gefallen. Der Genannte hatte ſeinerzeit bei dem Infanterie⸗Regiment Nr. 113 gedient und war nach Ablauf ſeiner Dienſtzeit der Schutztruppe in Südweſtafrika beigetreten. Im vergangenen Winter weilte er hier mehrere Wochen auf Urlaub, den er nach Ausbruch des Herero⸗Aufſtandes unterbrechen mußte. Seine Abreiſe nach der Kolonie e am 24. Januar. inkenheim, 27. Sept. Letzten Sonntag, nachts nach 11 Uhr, wurde der ver⸗ heiratete Maurer Imanuel Nagel von hier infolge eines geringfügigen Wortwechſels von dem ledigen 30 Jahre alten Guſtav Heuſer auf der Straße derart in die Herzgegend ge⸗ In letzter Stunde. Original⸗Koman von W. Spangenberg. 2)(Nachdruck verboten.) „Verpflichtungen, hm,“ murmelte Rhein⸗ wald,„und ſolche haſt Du wahrſcheinlich wieder zu bevorſtehendem Neujahr zu erfüllen. Meine Vermutung wird wohl zutreffen: Was hat Dich ſo eilig hergetrieben? Du willſt mich abermals anpumpen, wie?“ Frank ſenkte verlegen die Augen. „Nun ja, ich wollte Dich gelegentlich unſeres Beſuchs bitten, den mir etwa fehlenden Betrag auf kurze Zeit zu leihen.“ i „So! Und um wieviel würde es ſich Handeln?? f g Der Schwiegerſohn überlegte, rechnete an den Fingern, dann kam es zögernd heraus: „Einige größere Zahlungen habe ich inzwiſchen beſtimmt doch zu erwarten, und nur für den Fall, da die eine oder die andere nicht eingeht, würde ich nur dreitauſend Mark gebrauchen.“ „Nur— nur dreitauſend Mark?“ fragte Rheinwald ſpöttiſch.„Wahrhaftig, Ihr ver⸗ ſteht es, mir eine unverhoffte Freude zu bereiten!“ Ein rauhes, ärgerliches Lachen begleitete dieſe Worte. Er ſtand im Begriff, den Faden des Unmutes weiterzuſpinnen, wurde jedoch durch das Hinzukommen der Haushälterin, welche, von der Stadt zurückkommend, die Kinder hereinführte, unterbrochen. Dieſelbe knüpfte eine kleine Unterredung mit der jungen Frau an, während welcher Rheinwald den Schwiegerſohn ſich ſelbſt überließ und ſich mit ſeinem Töchterchen unterhielt, das ihm vom Weihnachtsmann in der Stadt, und was es ſonſt geſehen, erzählte. Dabei hellten ſich ſeine finſtern Geſichtszüge zwar wieder etwas auf, doch fühlte er ſich beengt durch die Anweſen⸗ heit Franks und die jetzt lebhafter als zuvor umherſpielenden Enkelkinder und zog ſich, noch ehe der Abend hereinbrach, zurück, der Haus⸗ hälterin die Unterhaltung des Beſuches über⸗ laſſend. Der Frühſtückstiſch war gedeckt; nach den Leckerbiſſen ſchmachtend, ſaßen die vier Kinder herum; ihre Ungeduld zu beſchwichtigen, hatte Frau Frank alle Mühe, ihr Gatte blätterte gleichgiltig in einem Buche, der Hausher fehlte noch. Nach längerem Warten erſchien er in nicht weniger als roſiger Stimmung. „Hier.“ ſagte er zu ſeinem Schwiegerſohn, legte drei Tauſenmarkſcheine neben ihn hin und fuhr fort:„Ich will Dir auch diesmal noch helfen, muß aber ernſtlich bitten, mich künftighin mit derartigen Anliegen zu ver⸗ ſchonen. Alles hat ſeine Grenzen und in Geld⸗ ſachen hört, wenn es zu toll wird, auch bei mir die Gemütlichkeit auf. Was ich über Deine Geſchäftsführung erfahren habe, hat mein Vertrauen zu Dir nicht geſtärkt; ich höre, daß Du mindeſtens zwei Perſonen über den wirk⸗ lichen Bedarf beſchäftigſt oder eigentlich nicht beſchäftigſt, den ſie ſind überflüſſig. Schränke Dein Perſonal ein, ſei, wie es ein richtiger Kaufmann tut, ſelbſt am Platze, früh und ſpäc, und lerne rechnen.“ Frank heimſte, ohne ein Wort zu erwidern, die blauen Scheine ein, ſeine Gattin, ver⸗ droſſen über dieſe Moralpredigt, zupfte ſchmollend an den Quaſten der Tiſchdecke. Sie blickte erſt zum Vater auf, als er, zu ihr gewandt, fortfuhr: „Eva, Deinem Bruder Julius habe ich das Verſprechen gegeben, mit Wilhelm und Gretchen die Weihnachtsfeiertage in ſeiner Familie zu verleben.“ Spitzfindig ſchloß er: „In der„unverhofften Freude“ vergaß ich, Dir dies mitzuteilen. Ich werde morgen früh mit dem Wagen hinfahren.“ Sie ſah ihn zweifelnd an. „Wie ſchade, aber wenn Du es ver⸗ ſprochen haſt! Wir hatten uns ſo ſehr ge⸗ freut, einige Tage hier bleiben zu können.“ „Es bleibt euch ja unbenommen, auch während meiner Abweſenheit zu bleiben.“ „Das hätte keinen Zweck.“ „Nun, ich meine der Hauptzweck wäre erreicht.“. Frank blinzelte ſeiner Gattin zu, zu ſchweigen. „Wenn der Papa Julius beſuchen will, dann iſt es am beſten, wir reiſen mit dem * ſtochen, daß er am Montag vormittag ſeiner lebensgefährlichen Verletzung erlegen iſt. Auch ein anderer ihn begleitender, verheirateter Mann erhielt einen Stich in die Schulter und einen weiteren in den Fuß. Der Verſtorbene hinter⸗ läßt eine Witwe mit drei kleinen Kindern. Der Täter wurde lt.„Bd. Pſt.“ ſofort feſt⸗ genommen und nach Karlsruhe in Unter⸗ ſuchungshaft gebracht. Konſtanz, 29. Sept. Das Schöffen⸗ gericht verurteilte geſtern 17 Mitglieder des Arbeitgeber⸗Verbandes der Bauhandwerker wegen Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe⸗ Ordnung zu je einem Tag Gefängnis. Der genannte Verband hat dieſen Sommer wäh⸗ rend des Streiks gegen 4 hieſige Baufirmen, weil dieſe die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben, die Material⸗ bezw. die Fuhrwerksſperre verhängt. Die Angeklagten ſind größtenteils beſtangeſehene Bürger von hier. Der Fall erregte großes Aufſehen und hat prinzipielle Bedeutung. Konſtanz, 29. Sept. Ein heiteres Vorkommnis wird von hier gemeldet. Vor einigen Tagen kam ein elegant gekleideter Herr in das Atelier des Malers Seidler, um deſſen berühmte Kunſttöpfereien zu beſichtigen. Seidler merkte wohl an der Equipage, daß er Jemand von der Mainau vor ſich hatte. Die unge⸗ zwungene Leutſeligkeit der Unterhaltung und das große Intereſſe an ſeinen Schöpfungen gaben Seidler den Mut, beim Abſchied den ihm unbekannten Herrn zu bitten, wenn er auf der Mainau Gelegenheit habe, die Groß⸗ herzoglichen Herrſchaften auf ſeine Kunſttöpfereien gütigſt aufmerkſam zu machen.„Das kann ich ſchon“, entgegnete der Herr,„ich bin ja der Sohn.“ Jetzt erſt merkte Seidler, daß er unſeren Erbgroßherzog zu Beſuch hatte. Maikammer, 28. Sept. Heute früh ereignete ſich hier ein bedauerlicher Unfall. Obwohl ſtets davor gewarnt wird, beim Be⸗ treten von Kellern, wo neuer Wein lagert, mehr Vorſicht zu gebrauchen, beachtete der Winzer Jakob Wilhelm dieſe Warnung nicht. Heute früh fand man denſelben in bewußt⸗ loſem Zuſtand in eſeinem Keller auf. Die ärztlicherſeits ſofort angewandten Rettungsver⸗ ſuche erwieſen ſich als erfolglos; der Verun⸗ glückte gab wohl noch einige Lebenszeichen von ſich; jedoch trat bald Herzlähmung ein, welche den Tot zur Folge hatte. Münchſen, 29. Sept. Die Zuſtände im Molkereibetriebe des Hoflieferanten Meyer⸗ München müſſen auch im Lande bekannt werden, zum abſchreckenden Beiſpiel. Meyer wurde vom Landgericht München wegen Milchpantſcherei zu 1 Jahr Gefängnis und dreiährigem Verluſt der bürgerlichen Ehren⸗ rechte verurteilt. Meyer nahm zum Pantſchen das ſchmutzige Waſſer aus der Trebernbrente, in denen die Dienſtmägde oft ihre Füße wuſchen, ja ſich darin badeten. Auch in den Melkkübeln haben ſich die Stallmägde ihre Füße gebadet. Der Eckel packt einen ſchon, wenn man ſo was nur lieſt. Die Strafe iſt denn auch ganz exemplariſch ausgefallen. Homburg, 29. Sept. Ein Taſckendieb wurde am Bahnhof auf friſcher Tat ertappt. Einer Frau wurde beim Einſteigen die Börſe geſtohlen, die Beſtohlene machte ſofort Lärm, worauf der Dieb Reißaus nahm und über das Geländer entfloh. Ein Gendarm nahm ihn feſt. Bei der Leibesviſitation kamen ſechs gefüllte Geldbörſen ans Tageslicht. 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Mit Widerſtreben hatte er auch nur in die Eheſchließung Franks mit der Tochter eingewilligt, nun war es zu ſpät, und die Reue, die er gar oft wegen ſeiner Nach⸗ giebigkeit empfand, konnte an dem Geſchehenen nicht mehr ändern. In Rheinwalds ſonſt friedlich und klar wie das Sonnenlicht vor ihm liegendes Daſein warf nur und allein das Bild des Schwieger⸗ ſohnes ſeine düſteren Schatten, die verſcheuchen zu können, ihm kein Opfer zu groß geweſen wäre. Von den ſeiner Ehe entſproſſenen ſechs Kindern waren ihm außer dem älteſten Sohne Julius und der jetzigen Gattin Franks der neunjährige Wilhelm und das fechsjährige Gretchen geblieben, zwei weitere Söhne im Alter von vierzehn und ueunzehn Jahren ge⸗ ſtorben. An den beiden jüngſten Kindern hing Rheinwald mit zärtlicher Liebe, waren ſie es doch, die ſein einſames Leben verſchönten; ihnen erfüllte er jede Bitte, jeden Wunſch, mochten ſie, was nicht allzu ſelten vorkam, auch etwas verlangen, was man Kindern erſt in ſpäteren Jahren, in reiferem Alter zu ge⸗ währen pflegt. Im Frühling wars, als Rheinwald nach vielen Wochen zum erſtenmale wieder eine Fahrt nach der Stadt unternahm in Begleitung ſeines Töchterchens. Hier und dort blieb er mit der Kleinen an den Schaufenſtern ſtehen, wo er ſich an dem Anblick der ausgeſtellten Gegenſtände erfreute. An einem Juwelierladen feſſelten ſie beſonders die koſtbaren, in Brillanten und Diamanten blitzenden Medaillons. Dieſes Verlangen Gretchens nach einem ſolchen Schmucke regte ſich und der Vater vermochte es nicht über ſich zu gewinnen, die Bitte ab⸗ zuſchlagen. Er erſtand ein ſehr wertvolles Medaillon von ſeltener Schönheit, ließ eine kleine paſſende Photographie ſeiner verſtorbenen Gattin anfertigen, und mit dieſer fand das Kind mehrere Tage darauf an ſeinem Ge⸗ burtstage das Medaillon unter den übrigen Geſchenken. „Das iſt Deine gute, unvergeßliche Mama mein Liebling,“ erklärte Rheinwald,„möge Dir das Medaillon ein Talisman auf allen Deinen Lebenswegen ſein und Dich beſchützen vor allen Gefahren. Er ſprach dies ſo hin, ohne ſich bewußt zu ſein, daß das Kind für den Sinn ſeiner Worte kein Verſtändniß haben könne, vielleicht war er in dieſem Augenblick ſich ſelbſt nicht nicht recht klar darüber geworden. Seine Ge⸗ danken lagen weit zurück, ſie vereinigten ſich auf jenen Tag vor ſechs Jahren, an dem Gretchen geboren, Freude und Leid vereint in ſein Haus eingezogen, denn in der Stunde, die ihm das Kind geſchenkt, hatte der unerbitt⸗ liche Tot ihm ſeine treue Lebensgefährtin, die er abgöttiſch verehrte, geraubt. Der herbe Schickſalsſchlag hatte ſeine Widerſtandskraft total gebrochen und war ſo indirekt der Ver⸗ mittler geworden, daß Frank Eva, Rheinwalds älteſte Tochter, als Gattin heimführen durfte. Seit Weinachten hatte Rheinwald weder Tochter noch Schwiegerſoha wieder geſehen, noch eine Nachricht von ihnen erhalten, und dennoch beſchäftigten ſie ihn mehr und ernſtlicher, als zu irgend einer anderen Zeit. Allerlei Gerüchte, die ihm zu Ohren gekommen, gingen mehr oder weniger beſtimmt dahin, daß es mit Frank ſchlecht ſtehe, und er den Niedergang ſeines Geſchäfts durch die geringe Sorge, die er ihm widme, in Verbindung mit feinem flotten Lebenswandel und dem geſellſchaftlichen Umgang mit Perſonen ſehr fragwürdigen Rufes ſelbſt verſchuldet habe. Was war da zu tun, einem Ereigniß vorzubeugen, bei dem er finanziell wie moraliſch in Mitleidenſchaft gezogen werden mußte. (Fortſetzung folgt.) — Der Geldſchrank des Geizigen. Alter Geizhals:„Alſo der Geldſchrank iſt wirklich feuerfeſt?“— Fabrikant: Jawohl, den können Sie mit in die Hölle nehmen, der ſchmilzt nicht!“ Vou Freitag, den 30. d. Mts. bis einſchließlich Samstag, den 8. Oktober bringe ich! 5 einen enorm großen Aettegenbesten Zum Verkauf. Ersparnis beim Einkauf. ein Drittel Dis die Balkteli e Es ſteht jedermann frei, ſich von der ſtrengſten Reellität dieſes Angebots ohne Kaufzwang zu überzeugen. Dieſer Poſten erſtklaſſiger Waren wird geſondert von meinem anderen Lager verkauft und ſind die Preiſe mit blauen Zahlen an jedem Stück vermerkt. Stückware für breite Fenſter, zwei Seiten mit Band eingefaßt, ereme und weiß Meter von 30 Pfg an 1 Ab ge aßte Ff enſter mit Band eingefaßt, ereme und weiß 1 4 Vitragen für ſchmale Fenster, zweizeitig mit Band Spachtel- u. 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