Anxeigeblatt für Seckenheim und Noesbeim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 25 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 0.80 Redaktion, Druck und Verlag von J. Helfrich in Seckenheim. Anzeigen: Die Iſpaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 8. Samstag, den 28. Januar 1905. 5. Jahrgang Der Bergarbeiterausſtand im Ruhrkohlengebiete hat nunmehr auch auf die bisher davon ver⸗ ſchont gebliebenen ſtaatlichen Gruben ſich aus⸗ gedehnt und dadurch eine weitere Zunahme erfahren. Die Ruhe iſt erfreulicherweiſe bisher noch kaum geſtört worden; die gegenteiligen Nachrichten, die zu verſchiedenen Malen in die Welt hinaus gemeldet werden, haben ſich bisher noch immer bei näherem Zuſehen als mindeſtens ſtarke Uebertreibungen herausgeſtellt. Die Mahnungen der Führer werden in dieſer Frage gut befolgt. Das gewinnt ihnen immer weitere Kreiſe, während die ſchroffe Haltung des berg⸗ baulichen Vereines, die auch im Reichstage während der letzten Tage wiederholt mit ſcharfen Worten gekennzeichnet wurde, ebenso ſtarke Abſtoßungskraft betätigt, die ſich auch auf den preußiſchen Handelsminiſter Möller erſtreckt. Er rief, vielleicht unter dem Ein⸗ drucke der Mitteilungen des inzwiſchen aus dem Ausſtandsgebiete zurückgekehrten Kommiſſars der Regierung, Oberberghauptmann v. Velten, unter dem lebhaften Beifall der großen Mehr⸗ heit des Reichstages denjenigen, die glauben, heute ſich auf einen ſtarr ablehnenden Stand⸗ punkt ſtellen zu können, zu, daß ſie ſich„einer faſt geſchloſſenen öffentlichen Meinung gegenüber befinden und daß ſie gut tun werden, dieſem ſchweren politiſchen Fehler, den ſie begangen haben, möglichſt bald ein Ende zu machen.“ Dann ſtellte er geſetzgebriſche Maßnahmen in beſtimmte Ausſicht. An den Geſetzen über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, über die Arbeitskammern wurde ernſt gearbeitet, und ſie würden vielleicht noch vor Schluß der Seſſion eingebracht werden. Ebenſo wiederholte der Miniſter ſeine Erklärungen über die Novelle zum preußiſche Berggeſetz und über das Zechen⸗ ſtilllegungsgeſetz. Auch am Montag hat der Handelsminiſter wieder im preußiſchen Abge⸗ ordnetenhauſe ſein Bedauern über die Haltung der Zechenbeſitzer ausgeſprochen. Die Haupt⸗ klagen der Bergleute richten ſich bekanntlich gegen die Wagennullung, die lange Schichtdauer, die unzureichende Löhne und die Behandlung durch die Betriebsbeamten. Es iſt nicht ohne Intereſſe, feſtzuſtellen, daß alle dieſe Beſchwer⸗ den auch ſchon bei dem großen Streik von 1889 eine Rolle ſpielten, daß aber auch damals ſchon für die meiſten derſelben Abhilfe ver⸗ ſprochen wurde. Schon damals wurde die achtſtündige Schicht zugeſagt mit der Be⸗ ſtimmung, daß die Einfahrt und Ausfahrt nicht länger als eine halbe Stunde dauere; gerade die Verlängerung auf einzelnen Zechen iſt eine Haupturſache für den jetzigen Ausſtand geworden. Bezeichnend iſt auch für das da⸗ malige Verſprechen der Lohnerhöhung, daß im Jahre 1903, wie der Sekretär des chriſtlichen Gewerkvereins, Effert aus Alteneſſen am Sonntag in einer großen, auch von der Bürgerſchaft ſtark beſuchten Verſammlung in Bochum darlegte, im Ruhrgebiete 7¼ Mill. Mark an Löhnen weniger gezahlt wurden als im Jahre 1900. Die Forderung eines Lohnes von 5 Mark für die Hauer, von 3,80 Mk. für Schlepper und 3 Mk. für die Pferdetreiber kann wahrlich nicht als übertrieben angeſehen werden angeſichts der ſtets lebensgefährlichen Arbeit unter Tage und der großen Gewinne der Unternehmer. Auch das Verlangen nach Arbeitsausſchüſſen iſt eine alte Forderung, deren Nichtbewilligung lediglich ein Ausfluß desſelben Herrenſtandpunktes iſt, der ſich auch in der Ablehnung der Verhandlungen mit den Delegierten der Arbeiterorganiſaſionen kund giebt. Daß die ruſſiſche Auffaſſung ſich nicht mehr halten läßt in unſerer Zeit, ſollten auch die Mitglieder des bergbaulichen Vereins all⸗ mählich ſich klar gemacht haben. Tun ſie es nicht freiwillig, ſo wird die Macht der Ver⸗ hältniſſe ſie bald dazu zwingen zumal die Be⸗ Zechen ſehr deutlich beweiſt, daß ein Entgegen⸗ kommen recht wohl möglich iſt. Ausland. Petersburg, 25. Jan. Die Stimmung iſt jetzt ruhiger. Eine Bekanntmachung bedau⸗ ert, daß die Arbeiter zu ihrem eigenen Schaden ſtreiken und ſich als blinde Werkzeuge ſchlecht geſinnter Perſonen mißbrauchen laſſen; ſie ſpricht die Hoffnung aus, daß die Arbeiter zur Arbeit zurückkehren, da die Regierung bereit ſei, die berechtigten Wünſche der Arbeiter mög⸗ lichſt zu erzwingen; außer der Arbeiterverſiche⸗ rung werde auf Verfügung des Kaiſers eine willigung der Arbeiterforderungen durch einzelne Verkürzung der Arbeitszeit herbeigeführt und Maßnahmen ausgearbeitet werden, die es den Arbeitern ermöglichen ſollten, über ihre Bedürf⸗ niſſe zu beraten und dieſelben zum Ausdruck zu bringen. Zur Arbeit Zurückgekehrte könn⸗ ten darauf rechnen, daß die Regierung die Un⸗ verletzlichkeit ihrer Perſonen, ihres Heims auch gegen die Anſchläge ſchlecht Geſinnter ſchützen werde, die unter Freiheit und Recht verſtehen, ihre Kameraden an der Rückkehr zur Arbeit gewaltſam zu verhindern. Sarskofe Felo, 26. Jan. Der Aufent⸗ halt des Zaren wird ſtreng bewacht. Der Militärkordon beſteht aus 15 000 Mann, darunter viel Artillerie. Zahlloſe Leichen wurden während der Nacht mit der Bahn fortgeſchafft, viel mehr als die Regierung Tote angegeben hat, Patrouillen zu Fuß und zu Pferde durchſtreifen maſſenhaft die Straßen und bewachen die Brücken. Den Arbeitern, die von der Waffenfabrik in Kolpino her anrücken iſt ein ſtarkes Militäraufgebot entgegenſchickt. Die geſtern verhafteten geiſtigen Vorkämpfer der gegenwärtigen lieberalen Idee ſitzen noch immer hinter Schloß und Riegel, obwohl ſie mit dem Streik und den Straßenaufzügen in keiner Verbindung ſtehen. ö Kapſtadt, 26. Jan. Eine 15 Mann ſtarke Burenpatrouille wurde bei Warmbad von den Aufſtändiſchen abgeſchnitten. Sie alle wurden niedergemacht. Nur ein farbiger Reit⸗ knecht iſt entkommen. Aus Nah und Fern. * Seckenheim, 28. Jan. Wie aus dem Inſeratenteile ds. Bl. erſichtlich, findet morgen Sonntag die Wahl der Vertreter zur Generalverſammlung, ſowie der Vorſtände der hieſigen Ortskrankenkaſſe ſtatt. Die Arbeitgeber wählen von ½2—¼53 Uhr, die Arbeitnehmer von 3—5 Uhr. Wahlberechtigt ſind alle Mit⸗ glieder, welche das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben. In Anbetracht des Umſtandes, daß ſich die Rheinauer Kaſſenmitglieder alle Mühe geben, Sitz und Leitung der Kaſſe nach Rheinau zu bringen, iſt es Pflicht eines jeden einzelnen Mitgliedes, auch den weiblichen, ſich vollzählig an der Wahl zu beteiligen. Beſonders an den Arbeitgebern liegt es, die Arbeiter auf ihr In letzter Stunde. Original⸗Roman von W. Spangenberg. 350 8(Nachdruck verboten.) achdem die junge Frau ſich ihres Mantels ſe dung wiede entledigt, führte Bertram 4 e 2 4 erſten Mabe e welche ſie 1 zum Sieh mein Herz,“ ärkli i „ 3, ſagte er zärklich,„hier lan Du fortan unbeſchränkte Herrſcherin ſein und ich hoffe, daß ich hier an Deiner Seite das Glück finden werde, von dem ich geträumt, ſeitden. ein gütiges Geſchick Dich mir im Hanſe Deiner Tante vor Augen führte.“ Wenn Glanz und Prunk ein krankes emüt zu heilen vermöchten, ſie hätten hier dere bor wirken müſſen. Tante Körner, nach her ß Anordnung die geſammte Einrichtung Heſtellt war, hatte nicht nur eine bedeutende ts geopfert, ſondern auch ein Meiſterſtück ihres überaus eleganten Geſchmacks, mit dem lich in allem praktiſcher Sinn verband, abgelegt. ere zu i Aner⸗ ennung kam aus ihrem Munde, alles ſtarrte e ſo kalt, ſo fremd an, es war ihr, als halte hinter jedem Gegenſtand ein Feind ſich ver⸗ borgen, der ſie zu verderben drohe. Auf ihrem Rundgange waren beide wieder in dem kleinen, behaglichen ausgeſtatteten Zimmer angekommen, das für den gewöhnlichen Aufenthalt beſtimmt war. Bertram ließ ſich in dem Fauteuil nieder und bat ſeine Gattin, neben ihm Platz zu nehmen. „Ich bitte, mich zu entſchuldigen,“ ant⸗ wortete ſie ablehnend,„meine Nerven ſind erregt, ich fühle das dringende Bedürfniß nach Ruhe.“ „Kannſt Du mir nicht noch ein Stündchen Deine Gegenwart weihen?“ „Heute nicht! Wie geſagt, ich bedarf der Ruhe. „Nun denn, ſo ſchlafe ſüß, meine Liebe! 5 5 hoffe ich, wirſt Du friſch und munter ein.“ Er war aufgeſtanden und wollte ſie küſſen, zum erſten Male küſſen— ſie wehrte ihn ab und rauſchte in ihr Gemach. Dort brachen die Thränen hervor, die ſie den ganzen Tag über gewaltſam zurückgedrängt, ein unſagbares Weh durchwühlte ihre Bruſt, ſie wünſchte ſich fort, weit fort, und ſah mit Bangen der kommenden Zeit entgegen. Mit etwas anderen, allerdings ebenfalls unangenehmen Empfindungen betrachtete Bertram ſeine Lage. Es frappirte ihn, daß ſeine Gattin ihm den erſten Kuß verweigerte, ſich am Hochzeitstage kalt von ihm abgewandt hatte, und doch konnte, durfte er keinen Vor⸗ wurf daraus machen, es entſprach dieſes ihr Verhalten vollſtändig den Bedingungen, unter denen ſie in die Ehe gewilligt und mit denen er ſich einverſtanden erklärt hatte. Darnach ſtand ihm kein Anrecht auf ein Zeichen der Liebe zu, vorläufig nicht, und ſeine Aufgabe mußte es ſein, das zu erringen, was die Gattin ihm verſagte: Zuneigung und Liebe. Er, deſſen ſtolzem Charakter jede demütige Haltung zuwider, der nur zu befehlen gewöhnt war, ſah ſich da vor eine harte Geduldsprobe geſtellt, deren Tragweite er vorher gar nicht bedacht, und als er jetzt darüber nachſann, ſpürte er es deutlich, wie das Blut ſchneller in ſeinen Adern rollte. a „Ha“, rief er,„ich Thor, war ich denn blind und taub, daß ich mich ſo binden, zum Sklaven eines Weibes machen konnte! Ich wollte herrſchen und werde beherrſcht, und nun, es ſei, ich ſelbſt habe es verſchuldet. Aber“ Bertram klingelte, eine Dienerin eilte herbei. „Löſchen Sie überall die Lampen!“ befahl 5 Ihrer Dienſte bedürfen wir heute nicht mehr. In dem Ofen des kleinen Zimmers praſſelte am folgenden Morgen ein luſtiges Feuer, das eine mollige Wärme verbreitete, der Kaffeetiſch war appetitlich gedeckt, aber noch unbeſetzt. Die Zofe begab ſich auf ein Glockenzeichen in das Schlafgemach ihrer Herrin, um derſelben beim Ankleiden behilflich 5 Wahlrecht aufmerkſam zu machen und dasſelbe natürlich auch perſönlich ausüben.— Die an die Wahl ſich anſchließende Generalverſammlung befaßt ſich mit Statutenänderung. l Ilvesheim, 27. Jan. Zur Vorfeier des Geburtstages S. M. des deutſchen Kaiſers war auf geſtern Abend Einladung zu einem Feſteſſen im beſtrennomierten Gaſthauſe„zur Krone“ ergangen, an dem ſich etwa 40 Per⸗ ſonen beteiligten. Das aufgelegte Menu ver⸗ ſprach Ausgezeichnetes zu beſcheren, und in der Tat, Küche und Keller des Herrn Jäger mach⸗ ten ihrem allerwärts bekannten Rufe alle Ehre. Die Erſchienenen wurden von Herrn Bahn⸗ aſſiſtent Gulden in Mannheim, dem Schwieger⸗ ſohn des Gaſtgebers, mit ſchönen Worten be⸗ grüßt. Im Verlaufe des Eſſens brachte Herr Bürgermeiſter Höfer den Toaſt auf S. M. den Kaiſer aus, einen eben ſolchen Herr Dekan Nüßle auf S. K. H. den Großherzog. Herr Gulden hob in ſchönen Worten die Notwendig⸗ keit deutſcher Einigkeit hervor, und ſtimmten ſämtliche Anweſenden in das auf dieſelbe aus⸗ gebrachte Hurra kräftig ein. Herr Riechers ſorgte durch ſeine komiſchen Vorträge dafür, daß auch die Lachmuskeln in Tätigkeit geſetzt wurden. Herr Bühler verkürzte durch ſchöne und meiſterhaft vorgetragene Muſikſtücke die Stunden. Erſt nachdem der Zeiger ſchon ziem⸗ lich vorgerückt war, verabſchiedete man ſich von dem feſtlich hergerichteten Raume. Mannheim, 25. Jan. Die Ehefrau eines in Neckarau wohnenden Landwirts kam geſtern in ihrer Waſchküche mit den Kleidern dem Keſſelfeuer zu nahe, ſo daß die Kleider Feuer fingen. Sie erlitt ſchwere Brand⸗ wunden. Freiburg, 25. Jan. Heute früh wurde in der Küche eines Hauſes in der Kolmarer⸗ ſtraße der Logisherr— ein lediger Maler aus Kenzingen— tot aufgefunden. Der Gashahnen war offen und der Raum mit Gas angefüllt. Ob ein Unglücksfall oder Selbſtmord vorliegt, iſt nicht feſtgeſtellt. Söllingen(A. Durlach), 26. Jan. In einem Steinbruch in der Gemarkung Berg— hauſen fanden ſich beim Abräumen des Schut⸗ tes in einer Tiefe von 8— 10 Meter mehrere Knochenreſte, ſowie einige Mammutzähne, dar⸗ unter ein Stockzahn von etwa 1,10 Meter Länge und 0,10 Meter Durchmeſſer. Die inte⸗ reſſanten Ueberreſte aus uralter Zeit wurden ſorgfältig aufbewahrt. Peterzell(A. Villingen), 26. Jan. Geſtern ſtarb hier infolge Alkoholvergiftung ein 5 Jahre altes Kind. Wie der„Schwarzw.“ hört, ſoll dasſelbe von einem im gleichen Hauſe wohnenden Taglöhner etwa ein Achtel⸗Liter Branntwein zu trinken bekommen haben. Das Gericht hat ſich der Angelegenheit angenommen. Säckingen, 26. Jan. Die Rheinsfelder Gendarmerie verhaftete einen jungen Mann, der des Mordes an dem Pfarrvikar Adamb von Altſtetten bei Zürich verdächtig iſt. Darmſtadt, 26. Jan. Die„Darmſt. tg.“ veröffentlicht einen Gnadenerlaß des Großherzogs anläßlich ſeiner bevorſtehenden Vermählung für alle diejenigen Perſonen, welche im Großherzogtum durch Strafbefehl, Straf⸗ beſcheid oder ein bei den bürgerlichen Gerichten ergangenes Urteil zu Gefängnis, Feſtungshaft, Haft oder Geldſtrafe, wegen Majeſtätsbeleidi⸗ gung uſw., nach§ 95, 97, 99 oder 101 des Strafgeſetzbuches, wegen wörtlicher Beleidigung einer Behörde uſw., wegen Zuwiderhandlung gegen die Beſtimmungen des Forſt⸗ und Feld⸗ ſtrafrechtes, ſowie wegen Uebertretung verurteilt worden ſind. Der Erlaß findet nur auf ſolche Strafen Anwendung, die ſpäteſtens mit Ablauf des 2. Februar 1905 rechtskräftig geworden ſind oder werden. Darmſtadt. In einem hieſigen Blatte findet ſich folgendes Inſerat:„Zerriſſene Strümpfe werden gut und billig angefertigt“. Sollten das die Beſitzer nicht noch billiger ſelbſt fertig bringen können? Landſtuhl, 25. Jan. Metzgermeiſter Köchler von hier ſchickte geſtern ſeinen Burſchen mit 300 Mark nach Mackenbach, um Vieh zu holen. Heute mußte er erfahren, daß letzterer mit dem ganzen Betrage ſich auf und davon gemacht hat. Er hat ſich wahrſcheinlich nach Luxemberg gewandt. Otterſtadt, 24. Jan. Die Kaninchen vermehren ſich hier ſehr ſchnell. Ein hieſiger Bürger, erhielt von der k. Forſtbehörde die Erlaubnis zum Fangen dieſer Tiere mittels Frettchen: der Mann, freilich auch in dieſem Geſchäfte ſehr gut bewandert, fing nun in einem Zeitram von zwei Monaten 1 350 Stück dieſer Nagetiere, an einem einzigen Tag 51 Stück. Homburg, 24. Jan. Ein Brauburſche gab auf ſeinen Braumeiſter, von dem er zu⸗ rechtgewieſen worden war, drei Revolverſchüſſe ab, von denen der eine die Kinnlade zer⸗ ſchmetterte. Darauf jagte er ſich eine Kugel in die Schläfe, die ſeinen alsbaldigen Tot zur Folge hatte. Bayreuth, 24. Jan. Die von hier ge⸗ bürtige Frau Konſul Schmidt aus Hamburg, hat der Stadt Bayreuth 141000 Mk. geſchenkt, von denen 130000 Mk. für ein Siechenhans beſtimmt ſind. Frankfurt a. M., 24. Jan. Folgen⸗ der hübſcher Schulſcherz wird der„Frkf. Ztg.“ erzählt: In der Volksſchule einer rheinheſſiſchen Stadt fand dieſer Tage eine Prüfung durch die Kreisſchulkommiſſion ſtatt. Schon hatte man im Fluge ein ſchönes Stück Weltgeſchichte durchgenommen, als einer der Prüfenden ſich überzeugen wollte, wie es um das Wiſſen der Zöglinge in der neueren Geſchichte ſtehe. Die Vorgänge von 1866 wurden aufgerollt, die Staaten nach ihrer Stellungnahme gruppiert; dabei ergab ſich die Frage:„Auf welcher Seite ſtand die Freie Stadt Frankfurt?“„Bei den Bundesſtaaten.“„Richtig. Und was geſchah mit Frankfurt?“ Allgemeines Schweigen. Dann erhob ſich ein kleiner Knirps zum Zeichen, daß er eine Antwort wiſſe. Und als er auf⸗ gefordert worden war, ſein Licht leuchten zu laſſen, ſagte er:„Frankfurt wurde zur Strafe preußiſch!“ Köln, 26. Jan. Vielverſprechender An⸗ fang. Als ein Brautpaar, das ſoeben auf dem Standesamte den Bund fürs Leben ge⸗ ſchloſſen hatte, auf die Straße kam, prügelte der neugebackene Ehemann ſeine eben angetraute beſſere Hälfte durch. Der Schwiegervater, der ſeiner Tochter helfen wollte, wurde von ſeinem Schwiegerſohne ebenfalls mit Ohrfeigen traktiert. Breslau, 26. Jan. Die Strafkammer hat die Hypothekenſchwindlerin Anna Marx, die Jahre lang zahlreiche Perſonen um anſehn⸗ liche Beträge, im Ganzen über 138 000 Mark beſchwindelt hat, zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverluſt, den Ehemann Gottfried Marx wegen Beihilfe zu 2 Monaten Gefängns verurteilt. Berlin, 25. Jan. Oberſtabsarzt Wiede⸗ mann und Stabsarzt Wiemut haben bei dem Prinzen Eitel Fried rich beginnende Lungenent⸗ zündung feſtgeſtellt. Die Temperatur iſt 39.6. Der Appetit iſt gering. Heute abend wurde folgender ärztlicher Bericht ausgegeben: Prinz Eitel Friedrich iſt an Lungenentzündung er⸗ krankt. Bisher iſt der Unterlappen der linken Lunge befallen. Die heutige Temperatur iſt 39.5 bis 39.7, Pulsfrequenz 120 bis 128, Nahrungsaufnahme mangelhaft, ſubjektives Befinden befriedigend.— Widemann. Wie⸗ muth. Wegen der Erkrankung des Prinzen ſagte der Kaiſer jede Feier ſeines Geburtsfeſtes am 27. Januar ab und ließ alle Gäſte tele⸗ graphiſch erſuchen, ihre freundlichſt beabſichtigte Herreiſe aufzugeben. Es fallen ſowohl die Tafel im Königl. Schloſſe am 26. Januar abends, wie der Gottesdienſt in der Schloß⸗ kapelle, die Tafel und die Golaoper am 27. Januar aus. Bern, 25. Jan. Geſtern und heute tagte in Rorſchach die internationale Rhein⸗ regulierungskommiſſion zur Beratung des von der ſchweizeriſchen Regierung im Einvernehmen mit der öſterreichiſch-ungariſchen Regierung der Kommiſſion zur Antragſtellung überwieſenen Sachverſtändigen⸗Gutachten betreffend den Die⸗ poldsauer Rheindurchſtich. Dem Gutachten zu⸗ folge iſt die baldige energiſche Inangriffnahme des Durchſtiches geboten, deſſen Koſten die Sachverſtändigen auf 15000 000 eventuell 16 130000 Fres. veranſchlagt haben. New⸗York, 26. Jan. Zehn un⸗ gariſche Zwiſchendecks⸗Paſſagiere an Bord des Dampfers„Vater land“ ſind während der Ueber⸗ fahrt geſtorben. Erſchöpfung der Lunge und unzureichende Nahrung werden als Totes urſache angegeben. Die Leute waren unmittelbar nach einer langen Eiſenbahnfahrt in Antwerpen ver⸗ ſchifft worden; ſie wurden ſekrank und ver⸗ mochten weder Medizin noch Speiſen zu ſich zu nehmen. — Zweideutig. Käufer:„Sind die Stie⸗ fel auch gut?“— Schuſter:„Ich ſage Ihnen nur ſo viel,— Sie werden bald wieder kommen.“ zu ſein, unterdeſſen, es ſchlug eben 8 Uhr, erſchien Bertram, in den Schlafrock gehüllt. Er ſchien erſtaunt, der erſte zu ſein, ſchritt einige Male hin und her und nahm dann ſeinen Platz vom Abend einen. Bald darauf trat ſeine Gattin in blendend weißem Morgenkleid ein, grüßte ihn mit matter Stimme und ließ ſich ihm gegenüber am Tiſch nieder. Ihr verſtörtes Antlitz trug die unverkennbaren Spuren einer durchwachten Nacht und die ver⸗ ſchwollenen Augen verrieten, daß Sie geweint hatte. Er betrachtete ſie einige Sekunden und fragte: „Willſt Du Dich nicht zu mir ſetzen, meine Theuere?“ „Ich ſitze nicht gern auf Polſter.“ „Du haſt nicht gut geſchlafen mir ging es übrigens nicht beſſer, auch ich bin wieder⸗ holt erwacht. Man muß ſich erſt an die neue Umgebung gewöhnen. Würdeſt Du es nicht vorziehen, daß wir eine Hochzeitsreiſe unter⸗ nehmen?“ Sie machte eine ablehnende Handbewegung. „Dazu iſt doch die gegenwärtige Jahres⸗ zeit gar nicht geeignet, auch iſt mein Befinden nicht derart, daß ich mich den Strapazen einer Reiſe ausſetzen möchte. „Du biſt ein ſeltſames Weibchen,“ höhnte er,„und ich bin nur neugierig, wann ich Dir einmal etwas anbieten oder etwas von Dir verlangen darf, ohne Dein immerwährendes „Nein“ hören zu müſſen.“ fand ſie das neue Heim freundlicher und ſchöner Gretchen ließ ihn reden, ſie fürchtete, ihn durch eine Antwort zu reizen und machte ſich, beiden Dienerinnen mit ihren ſonſtigen Wünſchen während die Dienerin den Tiſch abräumte, hier da zu ſchaffen. Bertram ging, ſich anzukleiden, und als er eine halbe Stunde ſpäter den Weg nach dem Bureau antrat, reichte er ihr mit den Worten die Hand: „Hoffentlich überlegſt Du es Dir, auf welche Weiſe Du Dir den Uebergang aus den ſeitherigen in die neuen Verhältniſſe erleichtern kannſt.“ Der Ton, in dem er das ſprach, klang nicht beſonders freundlich, er drang ihr in die Ohren, wie eine erſte Mahnung, die man an ein unfolgſames Kind richtet. Sie war aber nicht geneigt, ſich einſchüchtern zu laſſen, denn noch war die Zeit viel zu kurz, um ſich zu überzeugen, daß es ſein feſter Wille ſei, ſie als gleichberechtigte Lebensgefährtin zu behandeln. Zärtliche Worte allein genügten ihr nicht, durch die That ſollte er den Beweis dafür liefern. Zunächſt begab ſich die junge Frau in die Küche, gab die nötigen Anweiſungen für das Mittagsmahl und behielt ſich vor, deſſen Zu⸗ bereitung ſo lange zu übernehmen oder zu leiten, bis die Köchin ſich ihre Kochmethode angeeignet haben werde. Dann machte ſie die und Gewohnheiten vertraut, erteilte die An⸗ ordnungen für die Handhabung der täglichen häuslichen Geſchäfte und nahm alles genau in Augenſchein. Jetzt, beim vollen Tageslichte als am Abend und es blieb ihr noch der eine Wunſch, daß hier auch das Glück und der Friede einziehen möge, ohne die eine rechte Ehe nicht beſtehen kann. Schnell waren die Stunden bis zum Mittag verfloſſen und noch war Gretchen in der Küche beſchäftigt, als Bertram heimkehrte. In Eile wurde der Tiſch hergerichtet. Beide nahmen wieder die Plätze ein, die ſie am Morgen innegehabt, was Bertram zu der Frage Veranlaſſung gab: „Geetchen, Du trauſt Dich wohl gar nicht an meine Seite?“ „Ich habe doch den Grund, weshalb ich hier ſitze, angegeben,“ erwiderte ſie errötend. „Komiſch,“ brummte er.„Iſt nicht hier“ — er wies zur Rechten—„noch ein Plätzchen für Dich frei?“ 5 War es ihr Schweigen, das ihn erzürnte, oder hatte er begründeten Anlaß, als er plötzlich auffuhr: „Das Eſſen iſt aber gar nicht nach meinem Geſchmack! Schon an dem Kaffee heute früh fand ich keinen Genuß, die Suppe eben ent⸗ behrte der Würzte und der Braten iſt ſo ſtark gepfeffert und geſalzen, daß man ihn kaum genießen kann.“ Die junge Frau ſtreifte ihn mit einem verdrießlichen Blicke. „Wer war denn die Schöne,“ fuhr er mit beißendem Spott fort,„die da eine Probe ihrer Unfähigkeit im Kochen abgelegt hat? Ich will hoffen, daß mir nichts mehr vorgeſetzt wird, das mich nicht befriedigt.“ (Fortſ etzung folgt.) Liegenschafts-Versteigerung. Im Auftrag des Eigentümers Jakob Seitz ledig(Soldat) 5 werden wir am Dienstag, 31. Januar 1905, Vormittags 10 Uhr 5 em Kecker(Oberfeld, Hall, 40 Morgen) auf dem Nathauſef in Seckenheim öffentlich zu Eigentum gegen Baarzahlung verſteigern. Seckenheim, 27. Januar 1905. gürgermeiſteramt: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. Nr. 508 Nachdem in einem weiteren Hausſtande dahier, Scharlach ausgebrochen iſt, bringen wir nachſtehend die zur Verhütung der Verbreitung von Diphterie und Scharlach vorgeſchriebenen Maßregeln zur öffentlichen Kenntnis: Verordnung. „Das Familienhaupt, in deſſen Wohnung eine Erkrankung an Diphtherie oder Scharlach vorkommt, iſt verpflichtet; a. für thunlichſte Abſonderung des Erkrankten zu ſorgen; b. die zu ſeinem Hausſtand gehörende Kinder im Alter bis zu 14 Jahren— diejenigen, welche die Volksſchule beſuchen, ohne Unterſchied des Alters— vom Beſuche der Schule und der Kirche abzuhalten und darauf hinzuwirken, daß der Verkehr dieſer Kinder mit anderen Kindern, insbeſondere auf öffentlichen Straßen und Plätzen, tunlichſt beſchränkt werde; 0. die erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen gemäß der beige⸗ druckten Anweiſung(Anlage I) zu bewirken. Die Maßregeln unter a und b ſind zu beobachten, bis 4 Wochen ſeit Beginn der Erkrankung abgelaufen ſind und eine ſorgfältige Reini⸗ gung des Kranken entſprechend der Anweiſung über das Desinfektions⸗ verfahren ſtattgefunden hat. ird der Kranke oder werden die zum Hausſtand gehörenden ge. ſunden Kinder aus der Wohnung entfernt, ſo hat die Maßregel unter b. auf die letzteren bis zum Ablauf von 8 Tagen ſeit dieſer Entfernung nwendung zu finden. enn mehrere Erkrankungen im gleichen Hausſtande erfolgen, iſt die Maßregel unter b bis zum Ablauf von 4 Wochen ſeit Beginn der? letzten Erkrankung zu beachten, ſofern nicht entſprechend der Beſtimmung in Abſatzung 3 die Abkürzung dieſer Dauer ſtatthaft iſt. „„Bei ſtattgehabter Erkrankung an Diphtherie kann auf Grund einer ärztlichen Beſcheinigung, daß die vollſtändige Geneſung des Erkrankten eingetreten, die vorſchriftsmäßige Reinigung und Desinfektion vorgenom⸗ men und kein neuer Erkrankungsfall im Hausſtande vorgekommen iſt die Beobachtung der Maßregel unter àa und b durch den Bezirksarzt chon nach 14 Tagen ſeit Beginn der Erkrankung nachgelaſſen werden. 60 Der Zutritt zu Leichen der an Diphtherie oder Scharlach Geſtor⸗ enen iſt tunlich zu beſchränken, insbeſondere Kindern nicht zu geſtatten. . Auch zu den Leichenbegängniſſen dürfen in ſolchen Fällen Kinder nicht beigezogen werden. Seckenheim, den 27. Januar 1905. Hürgermeiſteramt: Volz. N Fabrik⸗Niederlage der Chemischen Lack- und Farb-Werke Anton Peter& Cie., Ladenburg a. h. von ſämmtlichen Hel⸗ und krockenen Farben, ele, Spiritus, Bernsteinlacke, fertig zum Anstrich. Staubkreies Bodenöl, Parquetwichse Verkauf zu Fabrikpreiſen durch Herrn Georg Rü ſer, Secenheim. Ratſchreiber Ritter. Modizlntsche präparatg Drogen Tierarzneimittel sämtliche Apotheker waaren 5 für den freien Verkehr, Artikel zur Krankenpflege, Verbandſtoffe, Kindernährmittel, Medizinal⸗ 5 1 zu haben in der 3 und Kranken⸗Weine Medizinal⸗Drogerie„, Denbo. 3 C. T. Stenz, Tadenburg. Strick maschinen 1 ſind das heſte Erwerbsmittel fag ale Personen die einen Erwerb oder Nebenverdienſt im Hauſe Unten, beſonders für alleinſtehende Trauen oder Mädchen. Spſtemens por atis Günſtige Zahlungsbedingungen. 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Im Wege der Zwangsvollſtreckung ſollen die in Seckenheim be⸗ legene, im Grundbuch von Feckenheim zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungsvermerkes auf den Namen des rund Honueg, Schloſſer in Feckenheim eingetragenen, nachſtehend beſchriebenen Grundſtücke am Mittwoch, den 15. März 1905, Vormittags 10% Uhr durch das unterzeichte Notariat im Rathauſe zu Feckenheim verſtei⸗ gert werden. Der Verſteigerungsvermerk iſt am 21. Dezember 1904 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einſicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, ſowie der übrigen die Grundſtücke betreffenden Nachweiſungen, insbeſondere der Schätzungsurkunde iſt jedermann geſtattet. N Es ergeht die Aufforderung, Rechte, ſoweit ſie zur Zeit der Ein⸗ tragung des Verſteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht erſichtlich waren, ſpäteſtens im Verſteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger wiederſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Verteilung des Verſteigerungser⸗ löſes dem Anſpruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachge⸗ ſetzt werden. ü Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die Auf⸗ hebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht des Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigernten Gegenſtandes tritt. 5 Beſchreibung des zu verſteigernden Grundſtückes: Grundbuch von Seckenheim, Band 29. Heft 1, Band 29, Heft 2, Band 26, Heft 31, Beſtandsverzeichnis J. Ordnungs⸗Zahl 1, laufende Nummer der Grund⸗ ſtücke im BVI 2, Lagerbuch⸗Nummer 162 d Flächeninhalt 4 a 14 qm Hofraite im Ortsetter an der Dammſtraße. Hierauf ſteht: a) ein dreiſtöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller, angebautem Abtritt und b) angebauter Koch⸗ und⸗ Waſchküche 8 N * c) ein einſtöckiger Stall einerſeits Lagerbuch⸗ Nummer 162 c, anderſeits 996 bis 98 Aufſtößer Schätzung 25000 Mk. Ordnungs⸗Zahl 2, laufende Nummer der Grund⸗ ſtücke im BVI I, Lagerbuch⸗Nummer 4746, 11 a 89 qm Ackerland im Oberfeld; ober der Dieterslanglach einerſeits Lagerbuch⸗Nummer 4739, anderſeits 4741 Schätzung Ordnungs⸗Zahl 3, laufende Nummer der Grund⸗ ſtücke im BVI 2, Lagerbuch⸗Nummer 6048, 19 a 14 qm Ackerland im Sand⸗Vogelſtang einerſeits Lagerbuch⸗Nummer 6047, anderſeits Nummer 6049 Schätzung Mannheim, den 18. Januar 1905. Gr. Notariat Mannheim IX. als Vollſtreckungsgericht: Breunig. 700 Mk. 500 Mk. Ortskrankenkasse Seckenheim. Bekanntmachung. Wir machen hiermit unſeren Mitgliedern bekannt, daß am Faun⸗ tag, den 29. Januar 1905 im Rathausſaale in Seckenheim die Wahl der Vertreter ſtattfindet und zwar von ½2/ 3 Uhr Wahl der Vertreter der Arbeitgeber. Es werden 17 Vertreter gewählt. Von 3—5 Uhr Wahl der Vertreter der Arbeitnehmer. Es werden 33 Vertreter gewählt. Anſchließend hieran findet die Neuwahl des Vor- standes ſtatt und um 5 Uhr die beantragte ausserordentliche General⸗Oersammlung mit folgender Tagesordnung: i Abänderung der Statuten. § 50 Abſatz 2 ſoll geändert werden: „Die Wahl findet zu gleicher Zeit ſowohl in der Gemeinde Seckenheim wie auch im Nebenort Rheinau ſtatt und hat ber Seckenheim ein Vertrauensmann von Rheinau und bei Rheinau ein Vertrauensmann von Seckenheim zugegen zu ſein.“ § 66 Abſatz 1 ſoll dahingehend geändert werden, daß alle Be⸗ kanntmachungen und Einladungen, auch der Jahresbericht nicht nur allein im Seckenheimer Anzeiger, ſondern auch im Rheinauer Anzeiger zu erſcheinen haben. § 12. Der für die erſte Klaſſe auf Mk. 3.80 feſtgeſetzte durch⸗ ſchnittliche Tageslohn ſoll auf Mk. 4.50 erhöht, und dementſprechend die§§ 20 und 29 berichtigt werden. f Seeckenheim, den 18. Januar 1905. Der Vorstand. NB. Die Wählerliſten liegen vom Samstag, den 21. Januar bis Samstag, den 28. Januar, Abends 6 Uhr beim Rechner auf. Militar-Verein Seckenheim. Einladung. Nächſten Fauntag, 29. Januar 1905, begeht der Militärverein Kaiserfeier Morgens ½10 Uhr Kirchenparade mit Muſik, Abends ½8 Uhr findet im Lokal„Zähringerhof“ theatraliſche Aufführungen mit darauf folgendem Ball ſtatt, wozu die verehrten Mitglieder und deren nAgehörigen freundlichſt einladet. Der Vorſtand H. Mendel. Um pünktliches Erſcheinen wird freundlichſt erſucht. ſeine Furn Derein Seckenheim. . Einladung zu unſerer diesjährigen ordentlichen Haupt-Versammlung f f welche Sonntag, den 5. Februar ds. Ja., nachmittags ½2 Uhr in unſerem Lokal Gaſt⸗ haus zum„Zähringer Hof“ ſtattfindet. Der Turnrat. NB. Wir empfehlen insbeſondere unſern verehrten paſſiven Mit⸗ gliedern dieſen Verhandlungen beizuwohnen, können ſie doch, was für ſie intereſſant ſein dürfte, durch die zu erſtattenden Geſchäfts⸗ und Jahresberichte, ſowie die Durchberatung des Etats für das Jahr 1905 einen Einblick in die Vereinswirtſchaft gewinnen. 9. 0 Ziegenzucht-Verein Seckenheim. Wir haben einen fetten 4jährigen, zur Zucht untauglichen A2Ziegenboek abzugeben. Bockhalterin Schnabel Wwe., Neckarſtraße Nr. 7, wird 1 denfelben auf Verlangen vorzeigen. Angebote ſind ſchriftlich beim Vor⸗ ſtand Wilh. Eder einzureichen, woſelbſt auch nähere Auskunft erteilt wird. 2 gut erhaltene braune Damen-Jacken N 1 faſt neuer Miuterüberzieher zu verkaufen.„ Die von meinem früheren Laden⸗ Wachsstöcke verkaufe zu a Einkaufspreisen. Ferner 1 Vage lkäßg und Auguſt Eder, Hecke billig abzugeben. ö ö old. Adler. äheres in d edition ds. 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