R R 1 n N e 8 FR 8 7 e e N FSetkenheiner Auztiger Anzeigeblatt für Seckenheim und Npesheſim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 30 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. .. Die einſpaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 31. Mittwoch, den 17. April 1907. 7. Jahrgang Gelehrung zur gekämpfung der hauptſächlichſlen Arten der Obſtbaumſchädlinge. (Von Herrn Landwirtſchaftsinſpektor Kuhn in Ladenburg.) (Schluß). Noch bequemer als dieſe Heuſeile ſind die Inſektenfanggürtel aus Wellpappe. Die Außenſeite dieſer Gürtel kann behufs Abfangen des Froſtſpanners im Spätherbſt zugleich auch mit Klebleim beſtrichen werden. Die billigſten Fanggürtel ſind zu erhalten bei J. Feierabend, Zellſtofffabrik zu Niederhauſen im Taunus. Der laufende Meter kommt auf 7—8 Pfg. zu ſtehen. Die Gürtel werden mit zwei Schnüren im Monat Juli und Auguſt befeſtigt. 4. Die Blatt-, Schild⸗ und Blutläuſe. Das Auftreten der Schildläuſe an Obſtbäumen iſt ſelten, häufig dagegen dasjenige der Blut⸗ läuſe an Apfelbäumen und der Blattlöuſe an jungen, ſtarkgedüngten Spalierbäumen in dem Garten. Die Blutläuſe befallen beſonders weiche Apfelſorten, wie Reinetten, Goldparmäne ꝛc. und treten am ſtärkſten auf in Hausgärten oder Hofräumen, welche, von Gebäuden einge⸗ ſchloſſen, gar nicht der freien, bewegten Luft ausgeſetzt ſind. An ſolchen Stellen wird man mit der Blutlaus nicht leicht fertig. Es werden neuer⸗ dings folgende Bekämpfungsmittel gegen Blut⸗ und Blattlaus in Anwendung gebracht. Man laſſe von der chemiſchen Fabrik von Dr. H. Nördlinger von Försheim am Main das gereinigte Flora-Carbolineum-Oel für Obſt⸗ bäume kommen. Ein Poſtkolli zu 3½ Kilo⸗ gramm koſtet 3 Mk., in Fäſſern von mindeſtens 25 Kilogramm koſtet 1 Kilogramm nur 35 Pfg. Man kann übrigens auch anderes gereinig⸗ tes, an Ort und Stelle erhältliches Carbolineum verwenden. Dasſelbe wird im Februar bei froſtfreier, milder Witterung auf die befallenen Stämme und Aeſte mittels Bürſte oder Maurer- pinſel ſtark aufgetragen. Das reine Carbolineum darf nur bei älteren Bäumen mit dicker Rinde verwendet werden. Bei jungen Bäumen und Aeſten mit zarter Rinde verdünnt man das Carbolineum mit 3 Teilen Kalkmilch und etwas Schmierſeife. Auch die verdünnte Löſung darf Der Erbe von Riedheim. Roman nach einer Idee von K. Felden von Irene von Hellmuth. „Deiner Beſchreibung nach iſt der Mann allerdings der Oberförſter Hellborn“, ſagte er nachdenklich, nachdem er ſich von der erſten Ueberraſchung erholt hatte,„ein ſtattlicher Kerl iſt er wohl und die Marianne zeigt eigentlich keinen ſchlechten Geſchmack!— Aber es iſt wohl nicht möglich! Die Sache muß nun zum Abſchluß kommen: Entweder das Mädchen hei⸗ ratet Dich oder es verläßt mein Haus! Ich werde noch heute mit der widerſpenſtigen Hexe ſprechen. Der ſtete Aerger ſchadet meiner Ge— ſundheit. Doch wenn es ſich bei der Geſchichte nur um ein flüchtiges Wohlgefallen, um ein zufälliges Begegnen handelte was Du in Deinem Uebereifer gar nicht zu unterſcheiden vermochteſt? Ich kenne Marianne, ſie iſt eine echte Riedheim, ſie iſt zu ſtolz, als daß ſie ihrem Stande und ihrer Würde auch nur einen Fingerbreit vergibt. Ich kann es nicht glauben, daß ſie ſich ſo wett erniedrigt und mit dem bürgerlichen Oberförſter einen Liebes⸗ handel anfängt! Ich bin deſſen gewiß, daß Du mindeſtens ſtark übertrieben haſt!“ „Aber verehrter Oheim, die Spatzen pfeifen es ja ſchon von den Dächern“, fiel Saldern hämiſch ein.„Ich hörte, wie die nicht an mit Knoſpen beſetzte Zweige gebracht werden. Wenn dieſes Mittel auch ſicher wirkt, ſo bleiben doch immer noch einzelne Blutlausneſter und Eier übrig, die eben nicht getroffen wurden. Es iſt deshalb nötig, ſofern im Laufe des Frühjahrs einzelne Blutlausneſter wiederum auftreten, die befallenen Stellen und, wenn nötig, die ganze Krone gründlich zu überſpritzen und mit einer Löſung von 12 gr übermangan⸗ ſaurem Kali in 10 Liter Waſſer. Dieſes Salz iſt ſehr billig in jeder Drogerie oder Apotheke zu erhalten. Die Löſung hat ein ſchwach tin⸗ tenartiges Anſehen und beſitzt die Annehmlich⸗ keit, geruchlos zu ſein. Sie wirkt ſicher und kann, wenn nötig, kurze Zeit nacheinander ohne Schaden wiederholt angewendet werden. Car- bolineum darf man im Jahre nur einmal auf⸗ ſtreichen, wenn der Baum nicht Schaden leiden ſoll. Bei jungen Spalierbäumen im Garten mit zarter Rinde wendet man nur die letztge⸗ nannte Kalilöſung an, indem man dieſelbe an die befallenen Stellen von Stamm und Aeſten mit einer Bürſte ſtark und wiederholt aufträgt und die Krone in kurzen Zeiträumen einigemal damit überſpritzt. Dieſes Mittel iſt auch bei Blatt- und Schildläuſen wirkſam und führt bei fleißiger Nachſchau und wiederholter Anwendung ſicher zum Ziele. Aus Nah und Fern. Mannheim, 13. April. In der Sitzung des Aufſichtsrats der Badiſchen Anilin⸗ und Sodafabrik wurde die Bilanz für das Ge⸗ ſchäftsjahr 1906 vorgelegt. Dieſelbe weiſt ein Gewinnergebnis auf von 12 375072.74 Mk. (exkluſtve Vortrag von 1 230 849.79 Mk.) gegen 11750 219.07 Mk. im Vorjahr. Der Auf⸗ ſichtsrat beſchloß, wie die„N. Bad. Odz.“ meldet, nach Uebertrag von 4453000 Mk. auf Amortiſationskonto der Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende von 30 Proz.(im Vorjahr 27 Proz.) in Vorſchlag zu bringen. Heidelberg, 15. April. Ein betrü⸗ bender Unfall ereignete ſich Samstag abend. Der in einer Küferei beſchäftigte Lehrling Georg Lenz von Ziegelhauſen geriet beim Aus⸗ führen von artiſtiſchen Kunſtſtückchen mit dem Kopf in eine Schlinge, die erſt wieder entfernt werden konnte, erſtickt war. Eppelheim, 12. April. Geſtern abend wurde der verheiratete Johann Gärtner auf dem Wege von der Station Wieblingen nach Eppelheim von dem verheirateten Joh. Jak. Zobely im Streite durch Meſſerſtiche verletzt, an deren Folgen er heute morgen erlegen iſt. Der Täter iſt verhaftet. Mosbach, 12. April. Abdecker Mün⸗ dorfer von Neckarelz wirkte bei der Sektion einer an Milzbrand verendeten Kuh mit. Dabei verletzte er ſich an der einen Hand. Jedenfalls infolge hiervon trat Blutvergiftung ein, der der Mann erlag. als der Unglückliche bereits Rappenau, 12. April. In dem be⸗ nachbarten Orte H. erkrankte unlängſt ein Dienſtknecht an der Influenza. Er wurde deshalb von ſeinem Dienſtherrn nach Haß⸗ mersheim zum Arzt geſandt, nahm den Weg uber das durch ſeine guten Weine bekannte Gundelsheim, trank dort 14 Schoppen Wein und machte ſich wieder auf den Heimweg, nachdem er die Arznei beim Ueberfahren in den Neckar geworfen hatte. Am anderen Morgen von ſeinem Dienſtherrn über ſeinen Geſund⸗ heitszuſtand befragt, erzählte er demſelben ſeine ſelbſt erprobte Radikalkur und meinte:„14 Schoppen Wein trinken würde au eher etwas batten, als ein Kolble voll Arznei“. Lampertheim, 15. April. Wir haben ſ. Zt. Blättermeldungen regiſtriert, wonach gegen den hieſigen Bürgermeiſter der Verdacht ent⸗ ſtanden war, einen Mord begangen zu haben. Die Staatsanwaltſchaft, welche die Sache auf⸗ gegriffen hatte, ließ nach hier eine Mitteillung ergehen, wonach der Verdacht ſich in jeder Be⸗ ziehung als unbegründet erwieſen habe. Neuſtadt, 14. April. Ein Unglückfall mit Totesfolge ereignete ſich auf der Haardt. Der Poſtillon Karl Hillerbrand aus Aigelsbach bei Mainburg(Bayern), kam zwiſchen Wagen und eine Mauer und wurde buchſtäblich tot⸗ gequetſcht. Augsburg, 13. April. Vom Land⸗ gericht Augsburg als Berufungsgericht wurde der Milchhändler Ziſmm von Oberlangenau wegen Milchfälſchung zu vier Monaten Ge⸗ fängnis und zu Geldſtrafen von 500 Mk. und 50 Mk. verurteilt. Dienerſchaft darüber flüſterte. Ha, ha, die ſtolze Freiin von Riedheim läßt ſich herab, ſich mit einem Oberförſter im Walde ein Stelldichein zu geben! Das iſt zu viel!“ ö„Nun gut, ich werde der Baroneſſe noch heute klar machen, was ſie ſich und ihrem Stande ſchuldig iſt, verlaß Dich darauf, mein Junge“, erklärte der Alte in hartem Ton. „Und ich werde dieſen Kerl zur Rechen— ſchaft ziehen“, knirſchte Julius von Saldern. „Er mag ſich vor mir in acht nehmen!“ „Aber ſieh Dich dabei vor“, ſpottete der Onkel.„Dieſer Grünrock ſieht gerade nicht aus, als ob er mit ſich ſpaßen ließe.“ Freiherr Egon v. Riedheim drückte auf die ſilberne Glocke. Sofort erſchien einer der Diener vor dem erzürnten Gebieter. „Sobald die Baroneſſe nach Hauſe kommt, erwarte ſie!“ lautete der in barſchem Tone ge⸗ gebene Befehl. Der Diener zog ſich geräuſchlos zurück. „Unſer Baroneßchen kann ſich auf einen Skandal gefaßt machen“, flüſterte er draußen ſeinem Kollegen zu.„Da drinnen zieht ſich ein tüchtiges Gewitter zuſammen; ich wette, es hat ihr der Rittmeiſter etwas eingebrockt.“ Eine halbe Stunde ſpäter entfernte ſich Saldern. Gleich darauf erſchien Marianne vor dem Freiherrn, der ſie mit finſteren Blicken be⸗ trachtete. Schon bei ihrem Eintritt ahnte ſie, um was es ſich handelte. 1. 8 wolle ſie ſich auf mein Zimmer begeben, ich uns zu trennen. Sie wurde um ——— einen Schein bleicher, doch ſie ſchlug die Auge nicht zu Boden. Den feinen Kopf hocherhoben, ſtand ſie vor dem Alten, nur die Naſenflüͤgel bebten,— ſonſt ſchien ſie völlig ruhig. „Iſt es wahr, daß man ſich im Schloſſe zuraunt, daß Du ein heimliches Liebesver⸗ hältnis mit dem Oberföͤrſter Hellborn unter- hältſt?“ ſchrie der Alte wütend das Mäd⸗ chen an. Marianne fühlte einen leiſen Schmerz darüber, daß ihr ſüßes Geheimnis ſo roh ver⸗ raten war. Einen Augenblick ſchien es, als wollte ſie ohne ein weiteres Wort das Zimmer verlaſſen, doch dann beſann ſie ſich und ant⸗ wortete feſt:„Ich ſchenke dem Oberföeſter Hellborn mein Herz und meine Liebe. Er iſt ein Ehrenmann— und verdient geliebt zu werden. Es war nicht ſeine Schuld, daß wir ein Geheimnis aus unſerer Liebe machten. Frei und offen wollte er um meine Hand werben,— ich war es, die ihn bat, noch zu warten, denn ich hoffte auf einen günſtigeren Zeitpunkt. Nun da Du alles weißt, bitte ich Dich, ſei gut, zerſtöre nicht unſer Glück! Laß die Standesurteile ſchwinden! Nützen würde es Dir doch nichts, wenn Du verſuchen ſollteſt, Unſer beider Leben gehört zuſammen, Klaus Hellborn hat den Schwur meiner Treue und ich werde ihn halten bis zum Tode!“ „Und Du glaubſt, daß ich jetzt weiter nichts als Ja und Amen ſagen werde, und . * Auszug aus den Standesregiſtern der Gemeinde Seckenheim. März. Geborene: 2. Friz Hermann, S. d. Guüterarbeiters ermann Wägerle u. ſ. E. Chriſtiana Wilhelmine geb. Lutz. J. Ernſt, S. d. Fabrikarbeiters Friedrich Klumb u. ſ. E. Marie geb. Heckmann. 3. Karl Peter, S. d. Maurers Valentin Grimm u. ſ. E. Anna Barbara geb. Blümmel. 6. Barbara Eliſabetha, T. d. Rangirers Philipp Ditſch u. ſ. E. Margareta geb. Gräf 4. Karl Jakob, S. d. a P Jakob Hauck u. ſ. E. Barbara geb. Horch. 12. Georg, S. d. Taglöhners Michael Müller u. ſ. E. Maria geb. Kohl. 10. Peter, S. d. Werkmeiſters Johann Schläfer u. ſ. E. Eliſabetha geb. Steiner. 4 10. Paul, S. d. Werkmeiſters Johann Schläfer u. ſ. E. Eliſabetha geb. Steiner. 13. Ernſt Georg, S. d. Tünchermeiſters Reffert u. f. E. Friederike geb. Leid. 15. Wilhelm Johann, S. d. Pfläſterers Joſeph Kloos u. ſ. E. Barbara Eliſabetha geb. Herre. 18. Anna,(unehelich.) 22. Johann Jakob Arthur, S. d. Maurers Johann Georg Erny u. ſ. E. Katharma geb. Seitz. 8 23. Eva Suſanna, T. d. Gärtners Georg Moſer u. ſ. E. Suſanna geb. Wacker. 23. Wilhelm, S. d. Milchhändlers Wilhelm Rudolf u. ſ. E. Barbara geb. Weißling. 30. Franziska, T. d. Tünchers Johann Maier u. ſ. E. Margarata geb. Bauder. hilipp 31. Hedwig Eliſabetha, T. d. Kaufmanns Jakob Weinacht u. ſ. E. Frieda geb. Braun. März. Aufgebote: 12. Emil Klumb, Bildhauer und Emilie Kath. Haſenſal, erſterer dahier und letztere in Biebesheim, Kreis Groß-Gerau, Heſſen wohnhaft. 13. Peter Lenz, Bahnarbeiter und Suſanna Probſt, ohne Beruf beide dahier wohnhaft. 25. Mathäus Frey, Maſchinenarbeiter und Eliſabetha Hartmann, ohne Beruf beide dahier wohnhaft. 25. Heinrich Weißling, Maurer und Anna Margareta Maas, ohne Beruf beide dahier wohnhaft. 18. Auguſt Eder, Privatier und Katharina Barbara Tranſier, ohne Beruf beide dahier wohnhaft. 25. Georg Guſtav Berlinghof, Rangirer, wohn⸗ haft in Edingen und Anna Barbara Moog, ohne Beruf, dahier wohnhaft. 25. Auguſt Hertlein, Schuhmacher u. Suſanna Hartmann, beide dahier wohnhaft. 26. Michael Müller, Maurer und Anna Maria Stahl, ohne Beruf beide wohnhaft dahier. 26. Jakob Schalk II, Kaufmann, wohnhaft in Viernheim und Suſanna Eliſabetha Seitz, ohne Beruf wohnhaft dahier. März. Getraute: 21. Georg Treiber, Landwirt mit Luiſe Kath. Bühler, beide dahier. 23. Wilhelm Bauer, Gipſer Hartmann, beide dahier. 23. Johann Erny, Tüncher mit Anna Maria Maas, beide dahier. März. Geſtorbene: 12. Margareta Volz geb. Gramm, 73 Jahre 2 Monate 3 Tage alt. 17. Lion Löb, Handelsmann, 51 Jahre 10 Monate 6 Tage alt. 20. Karl, S. d.⸗Eiſengießers Jakob Hauck u. ſ. E. Barbara geb. Horch, 16 Tage alt. 23. Anna, unehelich, 5 Tage alt. 23. Georg Michael Gruber, Wirt, 60 Jahre 1 Monat 25 Tage alt. mit Suſanna e. Anna, T. d. Steinhauers Peter Sauer u. ſ. E. Amalie geb. Wieland, 1 Jahr, 8 Monate 10 Tage alt. 28. Totgeborenes Mädchen des Bahnarbeiters Johann Georg Rudolph u. ſ. E. Marie geb. Gruber. 29. Stephan Arnold, Privatier, 57 Jahre 8 Monate 22 Tage alt. Vermiſchtes. — Eine wirkſame Förderung des Hand⸗ werks, vielleicht die poſitivſte und wirkſamſte, die überhaupt beſteht, liegt in der Erziehung des Publikums zur Barzahlung. Das Hand⸗ werk hat den großen Fehler begangen, das Publikum zu verwöhnen, indem es dieſem einen langen Kredit gewährte; infolgedeſſen fühlen ſich,— dieſe Erfahrung macht man ſehr häufig— die Auftraggeber direkt beleidigt, wenn der Handwerksmeiſter es wagt, bei Ab⸗ lieferung ſeiner Ware oder bei Fertigſtellung ſeiner Arbeit gleich die Rechnung zu präſen⸗ tieren; ſie begreifen nicht, wie wenig mittel⸗ ſtandsfreundlich ſie handeln und wie ſehr ſie Mitſchuldige an der mißlichen Lage mancher Handwerker ſind. Das gleiche gilt auch für manche kleinen Kaufleute. Der Handwerker, dem, wenn er lange kredidiert, bald das Be⸗ triebskapital fehlt, kommt dem Lieferanten gegenüber in ein nicht beneidenswertes Ab⸗ hängigkeitsverhältnis und er muß inſolgedeſſen häufig teurer einkaufen, als es ihm unter ver⸗ änderten Umſtänden möglich wäre. Darum immer wieder: zahlt bar! — Die kirchliche Trauung zweier Blinden erfolgte zu Worms— der Ehemann iſt ein gewandter Stuhlflechter, die Frau eine flinke Handarbeiterin, die es verſteht, die feinſten Stickereien, Strick- und Häkelarbeiten anzu⸗ fertigen. — Bei der Frühjahrsmuſterung in Kaiſers⸗ lautern erſchien ein Geſtellungspflichtiger, der 28 ½ Kilo, alſo 57 Pfund wog bei einer Größe von 1,30 Meter. Das Gegenſtück bildete ein Mann von 92 Kilo Gewicht. Beide wurden nicht für würdig befunden, in die Reihen der Vaterlandsverteidiger einzutreten. — Das Neueſte auf dem Gebiete der „Spekulation auf die Dummheit“ iſt die An⸗ kündigung, daß Berlin mit einer Lehranſtalt für Wahrſagerinnen beehrt werden wird. Die Reklamezettel beſagen, daß„nur an vertrauens⸗ würdige Perſonen weiblichen Geſchlechts“ Un⸗ terricht im Wahrſagen erteilt wird. Andere Lehrgegenſtände der famoſen Schule ſind „wiſſenſchaftliche Chirologie“, wahrſagen aus dem Kaffeeſatz, dem Vogelflug, aus Blei und Eiern. — In der Gegend Scheidegg(Allgäu) koſtet der Zentner Heu 7 bis 8 Mk., in Reute (Tirol) 6 Kronen und darüber. — Die Bluttat eines Zwölfjährigen. Der 12 Jahre alte Sohn des Polizeidieners Mack⸗ hoff in Herzfeld bei Soeſt machte ſich dieſer Tage an einem Fiſchnetz in der Lippe zu ſchaffen, das dem 17 Jahre alten Knecht Wulf gehörte. Als dieſer den Knaben vertrieb, ſtieß der letztere aus Aerger hierüber dem Knecht das Taſchenmeſſer in den Unterleib. Der Verletzte, dem die Schlagader durchſchnitten worden war, konnte ſich noch bis zu der in der Nähe gelegenen Wohnung ſeines Dienſtherrn ſchleppen, wo er in Gegenwart ſeines auf Beſuch gekommenen Vaters tot zuſammenbrach. — Ein nobler Hund iſt in Leipzig ent⸗ laufen— ein iriſcher Terier, bei dem als be⸗ beſonderes Kennzeichen angegeben iſt, daß er einen unten rechts eingeſetzten goldenen Eckzahn trägt. — Das Schwurgericht von Winter⸗ thur verurteilte einen italieniſchen Maurer, der aus Eiferſucht ſeiner Frau die Naſenſpitze voll ſtändig abgebiſſen und die hübſche Frau auf Lebenszeit entſtellt hat, zu einem Jahr Ge⸗ fängnis. — Ein weiblicher„Fra Diavolo“. Die Umgegend des Ortes Dubios⸗Wyo in Mexiko wird ſeit einiger Zeit von einem jungen Mädchen von achtzehn Jahren aus guter Familie unſicher gemacht, das die Rolle eines hörten Kühnheit durchführt. In einer der letzten Nächte erſchien die jugendliche Räuberin in einem Hotel und zwang mit vorgehaltenem Revolver die Logiergäſte, Geld und Schmuck⸗ ſachen auszuliefern. Der Wirt mußte den Inhalt ſeiner Kaſſe hergeben. Am Tage darauf machte ſie einem Pachthofe einen Be⸗ ſuch und raubte 250 Dollar, Banknoten und Goldſachen, obwohl mehrere Männer auf dem Gute waren, die aber keinen Widerſtand zu leiſten wagten. Ferner hat der weibliche Fra Diavolo auf offener Straße und am hellen Tage mehrere Paſſanten überfallen und aus⸗ geplündert. Den Bemühungen der Polizei iſt es bisher noch nicht gelungen, ſich des ver⸗ wegenen Banditen zu bemächtigen. — Die vertauſchten Kinder. Ein eigen⸗ artiges Mißgeſchick ereignete ſich im Kranken⸗ haus zu Amiens. Zwei junge Frauen, die ſich dort in Behandlung befanden, ſchenkten Kindern daß die Sache dann abgetan iſt?“ höhnte er drohend.„Ich ſage Dir, man wird Mittel und Wege finden, Dich zu zwingen,— Du wirft tun, was Du Deinem Stande ſchuldig biſt. Du haſt Pflichten zu erfüllen, wenn Du auch die Pflicht der Dankbarkeit nicht kennſt!“ Dem jungen Mädchen traten die Tränen in die Augen. Mit aufgehobenen Händen ſtand es vor dem erzürnten Alten und bat flehend:„Sprich nicht ſo, Großpapa! Es tut mir ſo furchtbar leid, Dich betrüben zu müſſen. Aber ich kann doch nicht anders! Glaube mir, mein Herz iſt voll Dankbarkeit gegen Dich, ich werde es nie vergeſſen, daß Du Dich der armen verlaſſenen Waiſe annahmſt, ſie mit Wohltaten überhäufeſt——“ „Und ſo werde ich belohnt“, unterbrach der Baron ihre Rede.„Ich habe es Dir ſchon oft geſagt: Es iſt mein einziger Wunſch, daß Du meinen zukünftigen Erben heirateſt! Er hat es in ſeiner Jugend etwas toll getrieben und es wäre möglich, daß er nach und nach das ſchöne Erbe herunterbrächte. Stehſt Du aber an ſeiner Seite, ſo wird er ſich gewiß uſammennehmen, er wird um Deinetwillen ein ſollder, geſetzter Mann werden, denn er liebt Dich und iſt wie Wachs in Deiner Hand. Du vermagſt alles über ihn, das weiß ich. Ich könnte nicht ruhig die Augen ſchließen, müßte ich denken, daß das Gut vernachläſſigt, viel⸗ leicht ruiniert würde. Dies zu verhindern, dazu biſt Du nach meinem Dafürhalten berufen. Wenn Du Saldern ausſchlägſt, ſo wird er ſich noch toller als vorher in den Strudel ſtürzen, 8 7 8 ann nn 1 8 eee. A Rum ſich zu betäuben, denn er ſagte mir, er könne nicht leben ohne Dich. Er wird trinken, ſpielen und ſein Hab und Gut vergeuden. Auf meiner Scholle, die mir ſo unendlich teuer iſt, werden fremde Menſchen hauſen,— dieſen Gedanken ertrage ich nicht!— Gib nach Marianne, Du weißt es, wie ſchwer mich das Schickſal heimgeſucht hat, laß es genug ſein des Leides! Ich ſtehe an der Schwelle des Grabes, laß mich wenigſtens ruhig ſterben!“— Marianne war in die Knie geſunken und verbarg ſchluchzend das Geſicht in den Händen. Ihr zarter Körper bebte. „Ich kann nicht,— Großpapa, ich kann nicht, quäle mich nicht ſo entſetzlich! Klaus Hellborn würde unglücklich werden, ich darf ihn nicht verlaſſen, er liebt mich und wir werden uns nie trennen, was auch geſchehen mag!“ „Du mußt Dich trennen von ihm! Auf Dir ſteht all meine Hoffnung!“ rief Baron Egon drohend.„Entweder Du fügſt Dich, oder Du verläßt mein Haus! Und dann ſiehe zu, wie Du es mit Deinem Gewiſſen verein⸗ baren kannſt, einen armen, alten Mann, der Dir nur Gutes erwieſen hat, den letzten, ein⸗ zigen Wunſch verſagt zu haben. Segen wird es Dir nicht bringen, darauf verlaſſe Dich. Ich erinnere Dich nicht gern an das, was ich an Dir getan, aber Du zwingſt mich dazu. Was wäre aus Dir, der armen, verlaſſenen mittelloſen Waiſe geworden, hätte ich Dich nicht in mein Haus genommen! Du wurdeſt 3 2 n 2 8 wie eine Tochter gehalten und darum verlange . a 5 2 a a S ich Gehorſam von Dir, ſonſt,— bei Gott! trifft Dich mein Fluch!“ Marianne erwiderte nichts mehr. Mit wankenden Knieen ging ſie hinaus, warf ſich in ihrem Zimmer auf das Ruhebett und grub den Kopf in die Kiſſen, um das heiße Schluchzen zu erſticken. Nur der eine Gedanke hatte Raum in ihrer Seele:„Muß es ſein, daß ich das furchtbar ſchwere Opfer bringe? Habe ich wirklich die Pflicht, aus Dankbarkeit gegen den Greis auf jedes irdiſche Glück zu verzichten? Ich kann es nicht!“ Sie lag bis zum Morgen und ſann und grübelte,— aber ſie kam zu keinem Ergebnis. So beſchloß ſie, dem geliebten Mann alles zu ſagen und nach ſeinem Rat zu handeln. (Fortſetzung folgt.) — Falſch verſtanden. Richter:„Alſo, Sie geſtehen zu, daß Sie dem Kläger ehren⸗ rührige Namen, wie Ochs, Eſel, Rhinozeros, Lump, Schwindler, Schuft uſw. gegeben haben. Haben Sie ſonſt noch etwas hinzuzufügen?“— Angeklagter:„Nein,— ich denke, daß das ge⸗ nügen wird!“ — Zweideutiges Lob.„Verehrter Herr Rechtsanwalt, ich bin Ihnen ſehr verpflichtet. Ich habe meinen Prozeß großartig gewonnen!— „Habe ich Sie denn vertreten?“ aber meinen Gegner!“ * 1 1 r nn i 1 0 1 8 5 . eme, n anditen mit einer ſeltenen und uner⸗ „Nen— das Lebe n, und zwar gebar die eine einen N 3 R I N 0 N 0 Ae 4 772 ee N N 1 9** 1 Knaben, die andere ein Mädchen. Beide Frauen ſollten am Sonntag das Krankenhaus verlaſſen, der Vorſchrift entſprechend wurden aber die beiden Kinder vorher geimpft und dann den Müttern zurückgegeben, die mit ihren Sprößlingen fortgingen. Bald darauf kehrte die eine Mutter in Tränen gebadet zurück. Sie ſagte, daß ihr Kind ein Knabe geweſen ſel, im Hauſe habe ſie aber entdeckt, daß ſie ein Mädchen mitgenommen habe. Nun ent- ſtand im Krankenhaus eine große Verwirrung, denn niemand wußte die Adreſſe der anderen Frau. Gegen Abend kam aber auch die andere Mutter in großer Erregung und klagte ihr Leid. Nun konnten die beiden verwechſelten Kinder ausgewechſelt werden, und die Mütter gingen glücklich heim. Prag, 13. April. Aus Teplitz in Böhmen wird gemeldet: Geſtern hat ein Arbeiter eſnen ſchrecklichen Selbſtmord verübt, indem er an einem Maſt der elektriſchen Lichtleitung empor⸗ kletterte und die Leitung ergriff, die eine Spannung von 5000 Volt hatte. Er wurde ſofort vom elektriſchen Strom getötet. Guaynas(Mexiko), 12. April. Eine koſtbare Perle iſt von einem mexikaniſchen Fiſcher nahe bei Santal Roſalia gefunden worden, die er ſofort in Guaynas für den netten Preis von 40000 Mk. verkaufen konnte. Nun ſind für das Juwel von einem Newyorker R n A* e * beſcheiden, beliebt, brav; chriſtlich; demütig, dankbar; ehrbar, edelmütig, ergeben; freundlich, fleißig, freimütig; geduldig, gütig, gehorſam, geiſtvoll, gelaſſen, gewiſſenhaft; heiter, häuslich, höflich, hilfreich; innig, intereſſant, jung; kind⸗ lich, kräftig; liebenswürdig, liebreich; milde, mäßig, muſterhaft, mitleidig; nachſichtsvoll, nett; offen, ordnungsliebend; pflichttreu, pünkt⸗ lich; qualifiziert; reizend, reich, reinlich; ſchoͤn, ſtandhaft, ſanft, ſcharfſichtig, ſparſam; talent⸗ voll, tadellos, teilnehmend, treu; unveränder⸗ lich, ungekünſtelt; verſchwiegen, vernünftig; wohl⸗ wollend, weiſe, wohlerzogen, wirtſchaftlich; zärtlich, zuvorkommend, zutraulich und zuver⸗ läſſig.— Wenn ich ein Weib finde, ausgerüſtet mit dieſen Eigenſchaften(ſagte ein Junggeſelle) ſo werde ich heiraten, wenn nicht— dann nicht. — Auf der Sekundärbahn. Alter Herr, „Na, hier am Bahndamm ſtelle ich mic znicht wieder auf, wenn ein Zug vorüberfährt.“— Kollege: Ift Ihnen was paſſiert?“— Alter Herr:„Na, und ob ſchaut da neulich mein Neffe zum Koupeefenſter heraus und pumpt mich im Vorbeifahren an.“ — Anzüglich. Profeſſor(zu den Stu⸗ denten):„Bitte, rauchen Sie nur weiter, mich genierts gar nicht; im Hegenteil freue ich mich, wenns anderen ſchmeckt. Es geht mit dem Tabak, wie mit den Heu; ich ſelber eſſe es nicht, aber ich habe meine Freude daran, wenn Wb 8 N „Da muß es mit ſchneller voßwärts zu kommen, RF ſein! Sie können gar nicht einmal einen ge⸗ wöhnlichen Soldaten darſtellen!“ Seckenheim, 16. April. Der heutige Ferkelmarkt war mit 93 Stück befahren und wurden 90 zum Preiſe von 25—33 Mk. pro Paar abgeſetzt. Newyork, 16. April. Die beiden mexi⸗ kaniſchen Städte Chilpaneingon und Chilapa wurden durch ein heftiges Erdbeben heimgeſucht. Von beiden Städten blieben nur Trümmer— haufen übrig. Bisher wurde feſtgeſtellt, daß 11 Perſonen getötet und 27 verletzt wurden, man befürchtet aber, daß noch viele Perſonen unter den zerſtörten Häuſern liegen. Unter der ganzen Bevölkerung herrſcht wilde Panik. Alle flüchteten nach dem flachen Lande außer⸗ halb der Stadt. Auf der Flucht ſpielten ſich Szenen wilder Brutalität ab. Die Männer ſchlugen bei ihren verzweifelten Verſuchen, auf einander los Das Erdbeben wurde in allen Teilen Meirlos verſpürt. Auch die Hauptſtadt City wurd! derart erſchüttert, daß die Einwohner aus den Betten ſprangen und auf die um⸗ liegenden Felder flüchteten. Die Mauern der Häuſer krachten und große Riſſe zeigten ſich in den gepflaſterten Straßen. N ä Mah 9 Ihrer Kunſt nicht welt her Liebhaber bereits 100000 Mk. geboten worden.] es anderen mundet.“ — Das Weib, wie es ſein ſoll. Ein Weib ſoll ſein: Angenehm, anmutig, aufrichtig; — Beim Abrichten der Rekruten. ſind Sie in Zivil?“—„Schauſpieler!“— Colksbad Seckenheim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. „Was Bekanntmachung. Die ſtaatliche Prämiirung von Zuchtſtuten, die Erteilung von Freideckſcheinen und die Gewährung don Kaufpreis⸗ nachläſſen betreffend. Nr. 2176. Indem wir durch Anſchlag am Rathauſe die Grund⸗ beſtimmungen für die ſtaatliche Prämiirung von Zuchtſtuten, die Ertei⸗ lung von Freideckſcheinen und die Gewährung von Kaufpreisnachläſſen zur Kenntnis der Pferdezüchter bringen eröffnen wir denſelben: 1. Die Bewerbungen um Prämiien, Freideckſcheine und Kaufpreis⸗ nachläſſe ſind längſtens bis zum 25. April l. Jrs. bei dem Bürgermeiſteramt einzureichen. Aumeldungen, welche nach dieſem Zeitpunkte erfolgen, können nicht berückſichtigt werden. Die Bewerbungen müſſen enthalten: a. Vor- und Zunamen, Stand- und Wohnort des Eigen⸗ tümers des Tieres. b. Name, Abſtammung, Geburtsjahr, Farbe und Abzeichen der Stute und eventuell ihrer Nachkommen. c. Die Angabe, ob und wann die Stute prämiiert oder mit einem reideckſchein bedacht(gekört) worden iſt. 2. Bei den im laufenden Jahre ſtattfindenden Tagfahrten zur Prämiirung müſſen vorgeführt werden: a. Alle in dem betr. Bezirk aufgeſtellten ſubventionierten Hengſte. b. Die im Jahre 1897 und den folgenden Jahren mit Staats- unterſtützung angekauften und eingeführten Stuten und Stut⸗ fohlen, inſofern dieſelben von der Kommiſſion noch nicht für zuchtuntauglich erklärt worden ſind. Die vor dem Jahr 1897 eingeführten Stuten werden freigegeben, falls ſie nicht während der letzten Jahre prämiiert worden ſind. c. Diejenigen Stuten, welche in den Jahren 1904, 1905 oder 1906 einen Staats⸗ oder Aufmunterungspreis erhalten haben. d. Diejenigen Stuten bezw. Stutfohlen, welche zur letztjährigen Pferdeprämiirung hätten vorgeführt werden ſollen, aber nicht zur Vorführung gelangt ſind. 3. Wenn die Beſitzer der unter Ziffer 2 a—d bezeichneten Pferde an deren Vorführung behindert ſind, haben ſie dies vor der Prämürungs⸗ tagfahrt dem Großh. Bezirksamt mit Angabe des Behinderungsgrundes und des Standorts des Pferdes anzuzeigen. 4. Die Beſitzer von Stuten, welche ſich um Prämiien oder Frei⸗ deckſcheine bewerben, ferner die Beſitzer, welche gemäß Ziffer 8b der Grundbeſtimmungen bezw. Ziffer 2 od oben zur Vorführung ihrer Stuten verpflichtet ſind, haben zur Prämiierungstagfahrt die zur Er⸗ bringung der verlangten Nachweiſe erforderlichen Beſchälkarten bezw. Geburtsſcheine mitzubringen. 5. Wir verweiſen auf 8 1 der Grundbeſtimmungen, wonach nur dem Zuchtziel des Bezirks entſprechende Stuten prämiiert werden können, und bemerken, daß es den in einem Halbblutprämiirungsbezirk wohnhaf⸗ ten Beſitzern von Kaltblutpferden überlaſſen bleibt, letztere auf der nächſt⸗ gelegenen Prämiirungsplatte für Kaltblüter zur Vorführung zu bringen; wie umgekehrt Halbblüter eines Kaltblutbezirks an dem nächſten für die Prämmſirung von Halbblütern beſtimmten Ort vorgeſtellt werden können. Seckenheim, den 15. April 1907. gürgermeiſteramt: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. Die Sicherung der öffentlichen Geſundheit und Reinlichkeit betr. Nr. 2162. Nachdem in letzter Zeit die Vorſchriften über die Sicherung der öffentlichen Geſundheit und Reinlichkeit und zwar haupt⸗ ſächlich bezüglich der Straßenreinigung zu ſehr vernachläſſigt wurden, machen wir auf folgende Beſtimmungen aufmerkſam: Alle Ortsſtraßen, öffentliche Plätze, ſowie die gegen die Straßen offenen Hofräume müſſen wöchentlich zweimal und zwar Mitt- wachs und Famstags gekehrt und gereinigt werden. Fällt der Kehr⸗ n tag auf einen Feiertag, ſo iſt die Reinigung am vorhergehenden Werk ⸗ tag vorzunehmen. Die Reinigung hat den Abzug und die ſofortige Entfernung von Unrat, Kot, Staub, Schutt und Abfällen aller Art zu umfaſſen; dabei müſſen die Straßenrinnen nebſt den ihnen zugeleiteten Ablaufrinnen mit reinem Waſſer abgeſpuüͤlt werden. a Das Hineinkehren von Schlamm, Kehrricht und dergl. in die Straßendohlen und Schlammſammler der Straßenkanäle iſt unterſagt. Der aus den Straßenrinnen gekehrte Schlamm darf nicht auf der Straßenbahn liegen gelaſſen, ſondern muß ſofort abgeführt werden. Bei trockener Witterung ſind die Straßen vor der Reinigung mit reinem Waſſer zu begießen. Bei anhaltender heißer Witterung ſind die Straßen öfters mit reinem Waſſer zu begießen. f Das Ausgießen bezw. Ausleeren von allen möglichen Schmutz- waſſern auf die Straßen iſt unterſagt. Die Verbindlichkeit der Straßenreinigung u.. w. erſtreckt bis in die Mitte der Straße. Zur Reinigung ver- pflichtet iſt: J. Vor bewohnten Gebäuden der Eigentümer und, falls dieſer nicht im Hauſe wohnt, der Mieter des unterſten Stockwerks. 2. Vor unbewohnten Gebäuden z. B Scheuen, Ställen, ferner vor Gärten, Höfen u. ſ. w. derjenige, welche dieſe Grundſtücke benützt. Zuwiderhandlungen gegen obige Beſtimmungen werden aufgrund Geld bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft. Seckenheim, 13. April 1906. gürgermeiſteramt Volz. Bekanntmachung. Nr. 2211. Am Freitag, den 19. April 1907, Vormittags 10 Uhr wird der Farrendung und eine Partie Heublumen im Farrenſtall öffentlich verſteigert. Seckenheim, 16. April 1907. Schmitt. Gemeinderat: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. Das Erſatzgeſchäft 1907 betr. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß das Volksbad in der Friedrichſchule dahier am Freitag, den 19. April 1907, Nachmitlags von 4 Uhr ab zur Benützung durch die Geſtellungspflichtigen geöffnet iſt. Seckenheim, den 16. April 1907. gürgermeiſteramt Ratſchreiber Volz. Ritter. Nr. 2182. Zugelaufen und bei Herrn Leonhard Ziener, Heizer, Friedrichſtraße 23 dahier, abzu⸗ holen iſt ein ſchottiſcher Schäferhund. Seckenheim, 15. April 1907. gürgermeiſteramt Volz. N Oesang-Verein Sängerbund. Nächſte Probe Freitag, den 19. April für 2. Tenor und 2. Baß ½¼9 Uhr, 1* 17410 Uhr. . 1*„ N ö Pünktliches und vollzähliges Erſcheinen unbedingt erforderlich. er Vorſtand. 1 155 1 1 88 W der 8 87 a Polizeiſtrafgeſetzbuch oder 366 10 Reichsſtrafgeſetzbuch an Fußball⸗Geſellſchaft Seckenheim 1898. Nachſtehend bringen wir den Spielplan der 2. Mannſchaft für die kommenden Sonntage zur Kenntnis: 21. April: Mannheimer Fußball⸗Geſellſchaft 1896 Ill in Mannheim. 28. April: Ludwigshafener Fußball⸗Geſellſchaft 1903 Ill in Ludwigshafen. 5. Mai: Fußball⸗Club„Viktoria“ Feudenheim II in Feudenheim. 9. Mai: Fußball⸗Veteinigung Schwetzingen II Schwetzingen. Der 2. Spielwart. 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