Sethkuheiner Aueiger Anzeigeblatt für Seckenheim und Npesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Pfg., durch die Poſt bezogen viertelfährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. An 0 eigen: Die einſpaltige Petitzeile oder der n Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 47. Mittwoch, den 12. Juni 1907. 7. Jahrgang Deutſches Reich. Berlin, 7. Juni. Wegen achtungswid⸗ rigen Betragens wurden 1906 im geſamten deutſchen Heere 224 Perſonen beſtraft(12 mehr als im Vorjahr), wegen Beleidigung von Vor— geſetzten 96(15 weniger), wegen Ungehorſams und ausdrücklicher Verweigerung des Gehorſams 799(64 weniger), wegen Widerſetzung 100 (21 mehr), wegen tätlichen Angriffs auß Vor⸗ geſetzte 81(12 mehr), wegen Aufforderung zur Verletzung der Subordinationspflicht, wegen Aufwieglung, Erregen von Mißvergnügen und Meuterei 16(8 mehr), wegen Aufruhrs 4 (I weniger), wegen Beleidigung uſw. gegenüber Wachen 82(11 mehr). Aus Nah und Fern. Seckenheim, 11. Juni. Am Don⸗ nerstag, den 13. ds. Mts. beginnt durch den großen Generalſtab eine Inſpektionsreiſe, welche auch den Mannheimer Bezirk berührt. Der Stab beſteht aus 8 Generalen, 24 Stabs⸗ offizieren, 2 Militär⸗Intendanten, 3 Haupt⸗ leuten, 3 Bureaubeamten, 80 Unteroffizieren und Mannſchaften mit 82 Pferden. An welchen Orten der große Generalſtab Quartier bezieht, iſt noch nicht beſtimmt. Seckenheim, 11. Juni. Der vom Geſangverein Sängerbund auf dem Geſangs⸗ wettſtreit in Friedrichsfeld errungene Preis., von Herrn Bürgermeiſter Dehouſt in Fried⸗ richsfeld geſtiftet, iſt im Schaufeſter des Herrn Sößer ausgeſtellt. Mannheim, 10 Juni. Einen Rieſen⸗ beſuch hatte am geſtrigen Sonntag unſere Ausſtellung aufzuweiſen. Dies hatte in erſter Linie die prächtige Witterung bewirkt, nicht minder trug hierzu bei, daß der Eintrittspreis auf die Hälfte reduziert war. Einen ſolch ſtarken Fremdenzufluß, wie geſtern, hatte unſere Stadt wohl noch ſelten aufzuweiſen. Schon vom frühen Morgen ab ergoß ſich vom Bahn⸗ hof aus ein gewaltiger Menſchenſtrom zur Stadt. Viele auswärtige Vereine ſtatteten unſerer Jubiläumsſtadt einen Beſuch ab. Ueber 40000 Tageskarten waren verausgabt worden. Dazu kommen noch die Inhaber der Dauer⸗ karten, welche geſtern die Ausſtellung beſuchten. Man kann daher wohl mit Recht den geſtrigen Sonntag als den ſtärkſtbeſuchteſten Tag bezeich⸗ nen. Das ſchöne Wetter hielt bis in die Nacht hinein an, ſo daß die große Konturenbeleuch— tung und die Beleuchtung der Alleebogen unge— ſtört vor ſich gehen konnte. Auch der Feſſel⸗ ballon machte geſtern mehr Fahrten als ſonſt. Noch am Abend konnte man denſelben bei Scheinwerferbeleuchtung in der Luft ſchweben ſehen. Mannheim, 9. Juni. Der Lehrer⸗ geſangverein Mannheim-Ludwigshafen veran— ſtaltet am Sonntag, den 16. Juni, nachmit⸗ tags 3 Uhr, in dem herrlichen Nibelungenſaal des Roſengartens ein Jubiläumskonzert unter Mitwirkung der Frau Kammerſängerin E. Rückbeil⸗Hiller⸗Stuttgart. Schwetzingen, 9. Juni. Der 1. Badiſche Kavalleriſtentag war von über 3000 Teilneh- mern beſucht. Die Stadt hatte Feſtſchmuck angelegt. Geſtern Abend fand Umzug durch durch die Straßen der Stadt und ſodann ein Feſtbankett im Hotel Falken ſtatt. Der heutige Tag wurde eingeleitet durch Wecken und Boͤller⸗ ſalven. Um 10 Uhr vereinigten ſich die Dele— gierten zu einer Sitzung im Hotel Adler. Das Mittageſſen nahm man in verſchiedenen Lokalen ein. Nachmittags ¼83 Uhr trafen mittels Sonderzug der Großherzog und Prinz Max hier ein. Inzwiſchen ging vor dem Bahnhofe die Aufſtellung des Feſtzuges vor ſich, an dem ſich auch ſämtliche Militärvereine des Bezirks beteiligten. Hieran ſchloß ſich der Feſtakt mit Fahnenweihe und Uebergabe der Standarte an den Verein ehem. Kavalleriſten Schwetzingen durch den Prinzen Max. Profeſſor Linder hielt die Feſtrede. Die Feier wurde verſchänt durch Vorträge des Geſangvereins Liederkranz. Den Schluß des Tages bildete ein Feſtball in mehreren Lokalen. Heidelberg, 10. Juni. Auf furcht⸗ bare Weiſe iſt geſtern abend der Schreiner Wagenblaſt von Eſchelbronn verunglückt. Auf der Rückreiſe vom Geſangsfeſt in Leimen be— griffen, wollte Wagenblaſt auf der elektriſchen Straßenbahn zwiſchen Rohrbach und dem hie— entriſſenen Hut wieder holen. ſigen Friedhof ſeinen ihm von einem Windſtoß Er geriet dabei unter den Wagen, wobei dem Bedauernswerten beide Beine, ſowie der linke Arm abgefahren und der Leib aufgeriſſen wurde. Der Tod trat alsbald ein. Ihringen(A. Breiſach), 9. Juni. Kürzlich konnte auf der Bahnſtrecke zwiſchen hier und Breiſach im letzten Augenblick ein Unglück verhütet werden. Ein hieſiger Landwirt wollte mit einem mit 2 Ochſen beſpannten Wagen bei einem Feldübergang die Bahnſtrecke paſſtieren, als plötzlich die Schranke fiel und derſelbe ſamt Fuhrwerk eingeſchloſſen war. In der gleichen Zeit kam der 7 Uhr 10 Minuten hier abgehende Perſonenzug angefahren. Noch frühzeitig bemerkte der Lokomotivführer die Gefahr und hielt vor dem Fuhrwerk an und nun wurde der Landwirt aus ſeiner gefährlichen Lage befreit. Gottmadingen(A. Radolfzell), 10. Juni. Am Samstag nacht brach in der Scheune der Eduard Grüninger Witwe hier Feuer aus, das ſich auf die Scheuer und Stallung des Schneidermeiſters Kohler aus dehnte. Die Brandbeſchädigten ſind zum Teil verſichert. Ein Arbeiter wurde als der Brand⸗ ſtiftung verdächtig verhaftet. Vom Bodenſee, 9. Juni. An der Zurüſtung des Zeppelinſchen Luftſchiffes für die im Laufe des Sommers ſtattfindenden Flug⸗ verſuche wird eifrig gearbeitet. Als Neuerung in der Ausſtattung ſind lt. Seeb. zu erwähnen: ein Aufnahmeapparat für drahtloſe Telegraphie und ein elektriſcher Scheinwerfer. Man ſpricht von dem Plane einer Verſuchsfahrt von Friedrichshafen von Stuttgart und zurück. Pforzheim, 10. Juni. Nach ſchwülem Tag gingen heute abend halb 6—8 Uhr heftige Gewitter in unſerer Stadt nieder. Wiederholt ſchlug der Blitz ein, ohne zu zünden. Da⸗ gegen ſind viele Keller und Souterrainräume, auch Backſtuben überſchwemmt. Freiburg, 10. Juni. Geſtern mittag ſtürzte ein Radfahrer, dem ein Hund vor das Rad lief, derart zu Boden, daß er ſich einen Schädelbruch zuzog. Nürnberg, 10. Juni. In der Nacht zum Sonntag erſchoß im Reichswald der 32jährige Bankbuchhalter Fehlhammer infolge verfehlter Spekulationen ſeine Frau und ſeinen 9jährigen Sohn. Ein weiterer 4jähriger Sohn iſt lebensgefährlich verletzt. Fehlhammer richtete dann den Revolver gegen ſich ſelbſt, Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. Molski ſah ſie überraſcht an, dann ent⸗ gegnete er in eiſigem Tone: Wenn Sie ihn ſo genau kennen, weshalb erſuchen Sie mich um Auskunft, mein Fräulein?“ Maria ſchlug die Augen nieder und ant⸗ wortete nicht mehr. Blutröte ſchoß in ihr Geſicht. Sie fror bei all der Wärme. Endlich klang das erlöſende Signal, daß der Zug in Sicht ſei. Molski ging hinter ihr und auch der Vlame kam mit dem Gepäck. Der Zug brauſte heran. Kein Fahrgaſt verließ ihn an der kleinen Halteſtelle und Maria war die einzige Perſon, welche ihn beſtieg. Sie hatte dem Vlamen, der eilfertig das Gepäck verſtaute, ein Geldſtück in die Hand gedrückt; von Molski Abſchied zu nehmen, ver⸗ mochte ſie aber nicht, ſo ſehr ſie ſich auch noch zu einem Wort des Dankes zwingen wollte. An der nächſten Halteſtelle hatte der Zug längeren Aufenthalt. Es war die Stadt ent. lich bleiben wir ungeſtört.“ Da wurde auch die Tür von Marias Coupee aufgeriſſen und herein ſtieg— Maria traute ihren Augen kaum— Erwin. „Gott ſei Dank!“ rief er ſchwer atmend; „ich habe Sie alſo doch noch erreicht. Hoffent⸗ Er ſank erſchoͤpft auf eine Bank. Maria erblaßte. Furcht und Freude hielten ſich in ihrem Herzen die Wage: Freude uber das unerwartete Wiederſehen und Furcht vor dem Anblick Erwins. Er ſah in der Tat ſchreckerregend aus. Sein Gewand war über und über mit Schmutz bedeckt, in dicken ſchweißigen Strähnen hing ihm das Haar um das Geſicht, ſein Atem kam keuchend aus der Bruſt und in ſeinen Augen lag ein Ausdruck von Furcht und Ent- ſetzen, der ſich erſt verlor, als er ſich nach einigen Minuten erholt hatte. Inzwiſchen hatte ſich der Zug wieder in Bewegung geſetzt; da erhob ſich Erwin, ordnete mit der Hand ſein Haar und wollte ſich juſt zu Maria wenden, als von einem Seitenkoupee eine Tür geöffnet wurde. Der Schaffner trat ein. Mit einem mißtrauiſchen Blick muſterte er Erwin und ſagte: „Dieſes Abteil iſt nur für Damen be— ſtimmt, mein Herr, Sie müſſen es ſofort ver— laſſen.“ Dies ſchien Erwin ſo unerwartet wie un— willkommen. 1 1 „Die Dame iſt eine Bekannte von mir,“ ſagte er zögernd, dabei dem Beamten ein Geldſtück überreichend. Doch dieſer wies es zurück, ſagte: „Es tut mir leid, ich muß meiner In- ſtruktion folgen. Uebrigens ſteht es der Dame frei, Ihnen nach nebenan zu folgen.“ „O nein, danke,“ wehrte Erwin ab und mit einem Blick auf Maria fügte er hinzu: „Vielleicht geſtatten Sie mir dann in Brüſſel ein paar Worte, mein Fräulein?“ Maria nickte unmerklich. Als Erwin den Raum verlaſſen hatte, ſchloß der Beamte hinter ihm die Tur ab und wandte ſich dann an das Mädchen mit den Worten: „Ich bitte um Verzeihung, mein Fräulein; Ihre Angelegenheiten bekümmern mich nicht. Aber ich mochte Ihnen als Menſch und Staatsbeamter geraten haben.“ Wenn Sie dieſen Mann nicht genau kennen, ſo nehmen Sie ſich vor ihm in acht. Er ſieht nicht aus, als wenn er Ihr Vertrauen verdiente.“ Molski ſchritt, als der Zug abgefahren war, nach der Landſtraße zurück. Er war indem er empfindlich kalt, dazu ſtürmiſch bei bedecktem 1 Himmel. Froͤſtelnd hüllte ſich der Dicke in ſeinen Mantel. Aber es war, als trieb ihn eine geheime Macht von dem Wege ab, den er beſchritt und zoͤge ihn nach dem ſchmalen, un⸗ gepflaſterten Pfade zu dem Hauſe des alten de 1 ä————————— . ²— e]7‚3³sQÜe, brachte ſich aber nur eine ungefährliche Ver⸗ wundung bei. Berlin, 10. Juni. In der Fruchtſtraße im Oſten Berlins ſtach der Arbeiter Schelitzky auf ihm begegnende und ihn anrempelnde Burſchen los, tötete einen, verletzte einen zweiten lebensgefährlich und einen dritten leichter. Er wurde verhaftet.— Ein in der Wilhelmſtraße radfahrender Arbeiter Nagreſſus wurde von einem Automobil umgerannt und getötet. Der Kraftwagenführer jagte davon und konnte nicht feſtgeſtellt werden. Saarburg i. L., 10. Juni. Zwiſchen den Stationen Barthelmingen-Lauterfingen fiel aus dem in voller Fahrt begriffenen Schnellzug ein fünfzehnjähriger Knabe. Der Zug wurde ſofort zum Stehen gebracht und nach dem Knaben geſucht. Und ſiehe da, er kam den Suchenden, ohne den geringſten Schaden ge— nommen zu haben, munter und fidel entgegen. Aus Vorarlberg, 8. Juni. Ein be⸗ dauerlicher Unglücksfall ereignete ſich dieſer Tage in der Werkſtätte der Staatsbahn in Feldkirch. Zwei Arbeiter hatten zuſammen einen Pflock einzuſchlagen; während der eine zuſchlagen wollte, löſte ſich plötzlich der ſchwere Hammer vom Stiel und flog dem anderen Arbeiter mit ſolcher Wucht an den Kopf, daß er darin ſtecken blieb. Der Verletzte ſtarb kurze Zeit darauf. New⸗Mork, 10. Juni. Der franzöſiſche Luftſchiffer Gaudet iſt bei einer Verſuchsfahrt mit einem lenkbaren Luftſchiff mit demſelben ins Meer geſtürzt. Er wurde gerettet, hat aber verſchiedene Verletzungen davongetragen. Vermiſchtes. l Seckenheim, 12. Juni. Am Sonntag, den 9. Juni, veranſtaltete der Verein der Hundefreunde für Heidelberg und Umgebung in der Gymnaſiume⸗Turnhalle in Heidelberg eine Hundeausſtellung. Von Kriegshunden(Airedale— Terrier) war eine ſtattliche Zahl ausgeſuchter Exemplare im Ring erſchienen; unter dieſen wurde dem Kriegshund„Flick“ des Herrn Dr. Bruch der zweite Preis zuerkannt. (2) Ilvesheim, 12. Juni. Die Pin⸗ ſcherhündin„Schnauzer“ des Fährmanns Herrn Jakob Kleinhans wurde auf der Heidelberger Hundeausſtellung am letzten Sonntag mit einer „Lobenden Erwähnung“ ausgezeichnet. Mannheim, 10 Juni. Verwerfliche Rache nahm geſtern abend die Frau des Joh. Flattich an der in der Nachbarſchaft wohnen⸗ den Frau des Karl Feiler. Im Verlauf eines Streites ſchüttete Frau Flattich einen Kübel heißen Waſſers aus dem Fenſter ihrer Woh⸗ nung über die Frau Feiler, ſo daß dieſe nicht nur im Geſicht, ſondern am ganzen Körper erheblich verbrüht wurde.— Zwei hier beſchäf⸗ tigte Arbeiter, der 25 Jahre alte Taglöhner Jakob Swaberi und der 28 Jahre alte Stein⸗ hauer Franz Ziegler gerieten geſtern abend in einer Wirtſchaft in Streit. Swaberi ſchlug dem andern mit einem ſchweren Bierglaſe auf 55 Kopf und zertrümmerte ihm die Schädel⸗ decke. g Düſſeldorf, 10. Juni. Die geſtrige Maſſen-Ballonfahrt bot großes Intereſſe. Dem Ballon⸗Aufſtieg voran ging ein Maſſenaufflug von Brieftauben, ein Schauſpiel, das mit lautem Jubel begrüßt wurde. Es herrſchte ſchönes, klares Sommerwetter bei Südoſtwind, der die geplante Weitfahrt nicht zuließ. Die Ballons mußten zur holländiſchen Küſte zu fliegen und wären auf das Meer hinausgeraten. Die Weitfahrt wurde daher in eine Zielfahrt umgewandelt. Im ganzen ſtarteten 12 Ballons. Der Aufſtieg vollzog ſich ohne Unfall. Berlin, 10. Juni. Ueber die Zukunft des Hauptmanns von Köpenick wird geſchrieben: Für den Schuhmacher Wilhelm Voigt, den „Hauptmann von Köpenick“, ſind nach ſeiner Verurteilung von verſchiedenen Seiten Geldbe— träge geſtiftet worden. Es verlautet jetzt, daß die für Voigt geſammelte Summe etwa 35 000 Mark beträgt, ſo daß Voigt nach ſeiner Ent— laſſung der Sorgen für ſeine Exiſtenz enthoben iſt. Intereſſant iſt, daß eine reiche ältere Dame, ein Fräulein Maria K., mit der Moti⸗ vierung, daß dem Manne durch ſeine früheren ſchweren Verurteilungen zu hohen Zuchthaus— ſtrafen und ſeine Ausweiſungen großes Unrecht geſchehen ſei, ihre Bereitwilligkeit erklärt haben ſoll, den 67jährigen nach ſeiner Entlaſſung heiraten und ihm, für den Fall, daß ſie vorher ſterbe, ein Kapital von etwa 100000 Mk. aus⸗ ſetzen zu wollen. — Auf dem Oberharz fiel in der Nacht zum Samstag ſtarker Neuſchnee. Die Temperatur ſank nachts auf 5 Grad Kälte. — Ein 13jähriger Schulknabe in Wol- tersdorf(Wien) kaufte ſich, weil er von ſeiner Erzieherin ſtreng gezüchtigt worden war, einen Revolver, verwundete ſie durch mehrere Schüſſe und ging higrauf flüchtig. — Eine ſalomo niſche Entſcheidung hat der Vorſteher eines Amtsbezirks bei Schönſee(Kreis Briefen) gefällt. Mehrere Beſitzer einer ſeinem Amtsbereiche angehörenden großen polniſchen Gemeinde wurden bei ihm wegen Verlängerung der Polizeiſtunde in den Gaſtwirtſchaften vor— ſtellig, da angeblich ein dringendes Bedürfnis dafür vorlag. Der Amtsvorſteher ſagte die Erfüllung dieſes Wunſches auch zu, forderte aber als unerläßliche Vorbedingung eine Zu⸗ ſtimmungserklärung der Ehefrauen. Bis jetzt haben ſich die Geſuchsſteller mit dieſen Er— klärungen noch nicht blicken laſſen. — Mit dem Schlächterbeil die linke Hand abgehauen hat ſich der Schlächtergeſelle Dickert, der bei dem Schlächtermeiſter Juntow in der Siemensſtraße in Berlin beſchäftigt war. Die Tat iſt wohl auf plötzliche Geiſtesgeſtörtheit zurückzuführen. Als Dickert einen Knochen ſpalten ſollte, warf er dieſen plötzlich weg und mit den Worten:„Das tue ich für euch alle,“ legte er den linken Arm auf den Hauklotz und hieb ſich mit dem Beil die Hand ab. Zur Er⸗ kenntnis ſeiner Tat ſchien er nicht zu kommen, denn er betrachtete ſeinen Armſtumpf mit ſtoi⸗ * ſcher Ruhe, während das Blut im Laden her— umſpritzte und eine Frau in Ohnmacht fiel. Hilfsbereite Hände brachten ihn nach dem Krankenhaus Moabit. — Die Laufbahn glücklicher Kleinſtädter erzählt Julius Rodenberg in ſeinem kürzlich erſchienenen Buche„Aus der Kindheit“:„Da war ein heſſiſcher Kaufmann aus Rodenberg nach Südafrika ausgewandert und dort uner— meßlich reich, einer von den Diamantenkönigen der erſten Dynaſtie— der von Barnato und Beit— geworden. Noch erſtaunlicher war die Laufbahn eines anderen jungen Mannes, dem es, als er in mein Elternhaus kam, kümmer⸗ lich genug ging. Er war auch ein Heſſe, hatte in einem Göttinger Bankgeſchäft gelernt und lebte hierauf ſtellen- und mittellos eine Zeit— lang bei ſeinem Bruder, der Gemeindelehrer in unſerem Städtchen war. Manchen Mittag hat er ſich's am Tiſche meines Elternhauſes wohl ſein laſſen und manchen Abend den vier— ten Mann beim Whiſt geſtellt. Zu größeren Dingen ſchien er nicht berufen. Und doch war es der nämliche junge Mann, der mich, da wir beide etliche vierzig Jahre älter geworden waren, in einem der fürſtlichen Paläſte des Weſtens von London empfangen und bewirtet hat. Seine kleinen ſchwarzen Augen, der bräunliche Teint ſeines Geſichtes, der Anflug heſſiſchen Dialektes, wenn er von der Ver⸗ gangenheit ſprach, erinnerten mich an den, den ich einſt ſo manchmal bei uns ein- und aus⸗ gehen ſah. Aber wie hatten die Verhältniſſe ſeitdem gewandelt! Diener in Livre mit einem Wappen auf den Knöpfen ſervierten an der Tafel, durch die Laubkronen des Parks ſchim⸗ merte das rötliche Gemäuer des Schloſſes von Kenſington, und mein Wirt war der große Baron Reuter, der Begründer des weltbekann— ten Telegraphenbureaus, das noch heute nach ihm heißt. — Der vernagelte Bahnhof. Ein Unikum im preußiſchen Eiſenbahnweſen dürfte die an der Lehrter Eiſenbahn liegende Station Für⸗ ſtenbrunn ſein, die vor zwei Jahren mit Rück- ſicht auf den ſtarken Verkehr nach den Fabrik⸗ anlagen von Siemens u. Halske am Nonnen⸗ damm bei Berlin errichtet wurde. Der Weg, der den Tunnel des Bahnſteiges mit dem Bahn⸗ hofsvorland verbindet, liegt auf privatem Eigentum, deſſen Beſitzer die Benutzung ge— ſtattete. Kürzlich iſt das Terrain in andere Hände übergegangen, und der neue Eigentümer hat den Zugang zum Bahnhof ohne weiteres durch einen Zaun geſchloſſen. Der Bahnhofs⸗ betrieb hätte nun ſogleich eingeſtellt werden müſſen, da niemand zum Bahnhof gelangen konnte, wenn nicht die Mineralwaſſerfabrik Fürſtenbrunn auf ihrem dem Bahnhof gleichfalls benachbarten Grundſtück den Durchgang ge⸗ ſtattet hätte. Die Paſſagiere haben dadurch einen kleinen Umweg. Bahnterrain iſt für den Ab⸗ und Zugang nicht vorhanden. — In Kingſton(England) wurde eine Hammelherde durch die Straßen getrieben. Einer der Hämmel ſah dabei in einem Schau⸗ Knocker. Seine gierige Phantaſie erhitzte ſich in dem Gedanken, wie jetzt wohl der alte Geizhals daſtehen und in ſeinen Schätzen wühlen würde. Die Sucht nach dem Geld des andern betäubte ſeine Selbſtbeherrſchung und verjagte auch das Gefühl der Kälte von ihm. Er widerſtrebte mit aller Gewalt, ſchalt ſich ſelbſt einen wahnwitzigen Toren und zwang ſich auch wirklich, auf dem großen Umwege nach dem Hauſe Jans zurückzukehren. Er blickte durch die Scheiben und ſah, wie Jan eben aus dem friſchangelegten Faſſe in ver— ſchwenderiſcher Weiſe die Gläſer füllte. Schon wollte er eintreten, da aber gewann der Dämon in ihm die Oberhand. Er blickte nochmals vorſichtig in den Schankraum, ob er nicht bemerkt ſei, und ob ihm niemand nachkomme; als er aber beob— achtete, daß die darin gar nicht daran dachten, ihr wüſtes Gelage zu unterbrechen, atmete er erleichtert auf. Immer ſcheu umherſpähend ſchritt er auf der Mitte des Weges entlang, der zum Hauſe von Jans Ohm führte. Oftmals unterbrach er noch ſeinen Gang, die Hand auf das ſtürmiſch pochende Herz preſſend, und allerlei vor ſich hinmurmelnd. So hatte er denn die Hintertür des Hauſes, das er ſuchte, erreicht. Einige Schritte davor blieb er ſtehen lauſchend, ob nicht der Hund anſchlagen würde. Aber es blieb alles ſtill. „Sollte das Mittel ſchon gewirkt haben,“ die ſprach er zu ſich.„Na, Vorſicht, kann nichts ſchaden.“ Er nahm mehrere vergiftete Brocken aus der Taſche und warf ſie über das Tor in den Hof, nach der Richtung, wo er den Hund ver⸗ mutete. Mehrere Minuten blieb er ſtehen, eng in Dann nahm er die Füllung der Tür dedrückt. einen Schlüſſel aus der Taſche und öffnete die Türe. Leiſe ſchritt er Tyras, der treue Hund, ſtill, als ob er ſchliefe, berührt. Molski machte erſt Miene, ſich ihm zu nähern, aber da der Hund ſich nicht bewegte, unterließ er es und beſtieg die Treppe, die zusß dem großen in Delfter Manier bemalten Flur führte. Die Verhaftung. Antwerpen, Belgiens Stolz, iſt nicht nur der zweitgrößte Hafen des europäiſchen Feſt⸗ landes, ſondern auch eine der ſchönſten Städte der Welt. Beſonders im Sommer, wenn ein ſchöner Tag über die Stadt blaut, bietet dieſe einen köſtlich angenehmen Aufenthalt. Heute aber pfeift ein kalter Wind ſchneidend über die Schelde und der grauſchwere Dimmel hängt tief hernieder, als wolle er die hohen Häuſer der Stadt mit ſeiner Wucht erdrücken. An der einen Seite des Leopoldplatzes, dem nach dem erſten König Belgiens benannten 888 auf den Hof; da lag hinübergeworfenen Brocken waren un- und auch mit ſeinem Reiterdenkmal ge⸗ ſchmückten, liegt das Kaiſerlich Deutſche General⸗ konſulat. Es war des Morgens gegen 10 Uhr. Eine Reihe von Männern, vorwiegend in der Tracht von Seeleuten, wartete vor der weißen Haustür, die mit dem Glockenſchlage 10 ge⸗ öffnet wurde. Der vierte in der. Reihe der Wartenden war nun eine dem Aeußern nach ganz und gar nicht ſeemänniſche Erſcheinung, nämlich Erwin Gruner. Er hatte ſeinen Rockkragen hochgeſchlagen und die Hände in die Hoſentaſchen geſteckt, aber an dem Zittern ſeines Körpers und ſeinem blau angelaufenen Geſicht merkte man, wie ſehr er unter der Kälte litt; vielleicht war es auch eine innere Qual, die ihn erbeben machte. „Habt Ihr eigentlich von dem Raubmord gehört? Sie haben Extrablätter ausgerufen!“ rief plötzlich einer aus der Reihe. „Raubmord?“ erklang es von allen Seiten,„wo denn?“ „In der Nähe von Brügge da oben.“ Erwin erbleichte und ſchien zu ſchwanken. „Nanu, was iſt denn mit Euch, Mann?“ riefen die Matroſen durcheinander. „O nichts,“ ſtammelte Erwin, ein plötz⸗ liches Unwohlſein, das mich öfter befällt.“ „Die Seeſchlange ſoll mich beißen, wenn der Kerl mir nicht verdächtig erſcheint,“ brummte ein alter Seebär. (Fortſetzung folgt.) fenſter ſein Bild ſich ſpielen, und in der Meinung, daß es ſich um einen Kollegen handle, der ihn ſo frech fixierte, ſprang er gegen das Fenſter, und zwar mit ſolcher Gewalt, daß die Scheibe zerbrach. Die ganze Herde folgte dem erſten Hammel in den Laden, deſſen Inſaſſen ſo ſchnell wie möglich die Flucht ergriffen. Alles aber, was die Tiere in dem Laden fanden, wurde zertrümmert. Humoriſtiſches. — Aus einer amerikaniſchen Zeitung. Unſer Blatt war das einzige am Platze, das bereits vergangene Woche die Mitteilung bringen konnte, daß Herr Dr. Brown die Scheidungs— klage gegen ſeine Gattin eingeleitet hat. Vor— züglich unterrichtet, wie wir ſtets ſind, können wir heute wiederum zuerſt feſtſtellen, daß dieſe Nachricht völlig aus der Luft gegriffen iſt. — In der Apotheke.„Geben Sie mir ſchnell etwas Löſchpapier!“ ſtieß eine Frau hervor, die in die Apotheke hereingeſtürzt kam, einen ſich windenden Knaben unter dem einen Arm und einen Korb mit Zeug unter dem anderen.„Löſchpapier verkaufen wir nicht,“ ſagte der Apotheker,„aber ich will Ihnen mit Vergnügen ein paar Bogen von meinem Privat⸗ vorrat ablaſſen.“—„Wieviel würden Sie einem dreijährigen Knaben geben?“—„Gar keins!“ erklärte der Apotheker mit Beſtimmt⸗ heit.„Das iſt nicht zum eſſen,“ fügte er hinzu.„Wir verwenden kein Löſchpapier zu unſeren Rezepten.“—„Das tun Sie nicht? Das ſollten Sie aber,“ ſagte die Frau ſchnip⸗ piſch.„Dann können Sie mir vielleicht ſagen, was ſonſt noch Tinte aufſaugt? Dieſer kleine Kerl“— und ſie gab dem zappelnden Kerl einen herzhaften Klaps—„hat eben unſere Tintenflaſche ausgetrunken. — Schlau.„Die Ausſicht, Herr Wirt, die man von hier aus hat, hab' ich mir groß⸗ artiger vorgeſtellt!“—„Ja, das iſt das Merkwürdige an ihr, daß ſie einem erſt nach dem zehnten Glas Bier ſo recht gefällt!“ — Ein unruhiges Haus.„Warum ziehſt Du denn ſchon wieder aus?“—„Ach, ich wollte ausdrücklich nur in ein ruhiges Haus, das iſt es aber nicht.“— Wieſo denn nicht?“ —„Ach jedesmal, wenn die Miete fällig iſt, macht der Wirt Krakehl!“ —„Mir ein paar lumpige Zwanzigmark⸗ ſtücke abzuſchlagen! Pfui, für ſo ſchäbig hätte ich Dich nicht gehalten. Ein Freund ſoll dem andern beiſtehen“— Weiß:„Daß Du aber auch immerzu der Andere ſein willſt!“ — Zu viel verlangt. Gaſt:„Das Beefſteak iſt aber winzig, das füllt ja kaum den hohlen Zahn.“— Wirt:„Ja, für eine Mark können Sie doch keine vollſtändige Plombe ver⸗ langen!“ — Pariert.„Menſch, haben Sie aber krumme Beine! Da kann ja ganz bequem ein 2 1 durchlaufen.“—„Verſuchen Sie's mal!“ — Mißverſtändnis. Es wurde in der Schule von den Zugvögeln geſprochen, wobei der Lehrer den Ausdruck Inſtinkt brauchte. Endlich fragt er:„Wer ſagt es den Vögeln, daß die Zeit ihrer Abreiſe gekommen iſt?“— Fritz:„Niemand ſagt es ihnen, ſie folgen dem Geſtank!“ — Nicht vorhanden. Fremder:„Wie alt iſt wohl der älteſte Bewohner dieſes Dorfes?“ — Einheimiſcher:„Da gibt's jetzt keinen, der älteſte Mann iſt erſt vergangene Woche ge⸗ ſtorben.“ Seckenheim, 11. Juni. Der heutige Ferkelmarkt war mit 104 Stück befahren und wurden 90 zum Preiſe von 15 24 Mk. pro Paar abgeſetzt. Volksbad Seckenheim. Heute geſchloſſen. Bekanntmachung. Nr. 3463. Das Proviantamt in Mannheim beginnt mit dem Ankauf von Heu der neuen Ernte. Das Heu muß gut gewonnen und trocken ſein, eine friſche Farbe und einen kräftigen Pflanzengeruch haben; es darf nicht mit ſolchen Gräſern und Kräutern vermiſcht ſein, die keinen oder nur geringen Nährwert beſitzen oder den Pferden widerlich und ſchädlich ſind. Der Preis richtet ſich nach der Güte des Heues unter Berückſichti— gung der Marktpreiſe für neues Heu. Zunächſt iſt eine Preisanlage von 50—54 Mk. für die Tonne in Ausſicht genommen. Seckenheim, den 10. Juni 1907. gürgermeiſteramt: Volz. Schmitt. Bekanntmachung. Die Aushebung der Militärpflichtigen betr. 1. Zur öffentlichen Kenntnis: Die diesjährige Aushebung der Militärpflichtigen des Aushebungs— bezirks Mannheim findet vom 1. bis 13. Juli ds. Js., jeweils vor⸗ mittags ½8 Uhr beginnend, im Saale der Reſtauration„Zur Kaiſer— hütte“, Seckenheimerſtr. 11a dahier, ſtatt. Es haben zu erſcheinen, die beim diesjährigen Muſterungsgeſchäfte: a. fur untauglich Erklärten, b. zum Landſturm Vorgeſchlagenen, c. zur Erſatzreſerve Vorgeſchlagenen, d. für tauglich Befundenen, 8, 100 von den Truppenteilen abgewieſenen Einjährig-Freiwilligen, erner f. diejenigen Militärpflichtigen, welche ſich zur diesjährigen Vor⸗ muſterung nicht geſtellt haben. Der Tag, an welchem die einzelnen Militärpflichtigen zu erſcheinen haben, wird denſelben durch Vorladung bekannt gegeben werden. Die Verbeſcheidung der Reklamationsgeſuche durch die verſtärkte Obererſatzkommiſſion findet jeweils an dem Tage ſtatt, an welchem die betreffenden Militärpflichtigen zur Aushebung zu erſcheinen haben. Es haben daher an dieſem Tage die Eltern der Reklamierten ſpäteſtens vormittags ½10 Uhr im Aushebungslokal zu erſcheinen. In denjenigen Fällen, in welchen zufolge der Aushebung mehrere Brüder gleichzeitig in deu Militärdienſt gelangen, bezw. im Militärdienſt ſtehen würden, kann die Zurückſtellung des jüngeren ſpäteſtens 3 Tage vor dem Aushebungstermin beantragt werden. Die Militärpflichtigen haben pünktlich jeweils 7½ Uhr vormittags in reinem und nüchternem Zuſtande im Aushebungslokale zu erſcheinen 5 ihre Militärpapiere(Loſungs⸗ bezw. Berechtigungsſcheine) mitzu⸗ ringen. Die ohne genügende Entſchuldigung Ausbleibenden werden gemäß § 26 Z. 7 W.⸗O. an Geld bis zu 30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft, auch können ihnen die Vorteile der Loſung entzogen und ſie als„vorweg Einzuſtellende“ behandelt werden. Wer ſich der Geſtellung boͤslich entzieht, wird als unſicherer Dienſtpflichtiger behandelt, er kann außerterminlich gemuſtert und ſofort bei einem Truppenteil eingeſtellt werden. Die durch Krankheit am Erſcheinen Verhinderten haben ein ärzt— liches Zeugnis einzureichen; dasſelbe iſt, ſofern der ausſtellende Arzt nicht Staatsarzt iſt, bürgermeiſteramtlich beglaubigen zu laſſen. 2. An die gürgermeiſterämter des Amtsbezirks: Vorſtehende Bekanntmachung iſt durch die Bürgermeiſterämter wiederholt in ortsüblicher Weiſe öffentlich bekannt zu machen und über den Vollzug innerhalb 8 Tagen Anzeige anher zu erſtatten. Zu den Aushebungsterminen haben die Herren Bürgermeiſter aus dem Landbezirke nur dann zu erſcheinen, wenn Reklamation ihrer Orts— angehörigen zu verbeſcheiden ſind. Mannheim, den 23. Mai 1907. der Jiuilvorſihende der Erſahlommiſſion des Aushebungsbezirks Mannheim Dr. Bechtold. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 3. Juni 1907. gürgermeiſteramt: Volz. Schmitt. Nr. 12747 M. Bekanntmachung. Die ſtaatliche Prämierung von Zuchtſtuten, die Erteilung von Freideckſcheinen und die Gewährung von Kaufpreisnachläſſen betr. An die Bürgermeisterämter! Mit Bezug auf unſere Bekanntmachung vom 11. April 1907 Nr. 451841, Mannheimer Journal Nr. 69, bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß die Muſterung der fe Bewerbung um Prämien, Freideckſcheinen und Kaufpreis— 27775 angemeldeten ſowie der zur Lorkührung verpklichteten Stuten, Stut⸗ fohlen und Deckhengſte am g Samstag, 20. Jul, vormittags 10 Uhr für Falbblutpferde in seckenheim beim Rathaus und am gleichen Tage nachmittags 4 Uhr für Kaltblutpferde in Ladenburg bei der Realſchule ſtattfindet. Wir bemerken ausdrücklich, daß nur gemäß unſerer obenbezeichneten Verfügung rechtzeitig angemeldete Stuten bei der Prämierung berückſichtigt werden konnen Die Beſitzer der zur Prämierung angemeldeten Stuten, ferner die Beſitzer derjenigen Stuten bezw. Stutfohlen, welche zur letztjährigen Stutenprämierung hätten vorgeführt werden ſollen, aber nicht zur Vorführung gelangten, haben zur Prämierungstagfahrt die zur Erbringung der verlangten Nachweiſe erforder⸗ lichen, denen ausgefüllten und vom Bürgermeiſteramt beglaubigten Beſchäl— karten bezw. Geburtsſcheine mitzubringen; es empfiehlt ſich, etwa vorhandene Nachzucht mit den Stuten zur Vorführung zu bringen. Die Bürgermeisterämter haben dieſe Verfügung in ihren Gemeinden bekannt zu geben. Mannheim, den 15. Mai 1907. Graßh. grüirksamt Abt. 1: Lang. Beſchluß. Nr. 8 196. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, den 24. Mai 1907. gürgermeiſteramt Volz. Schmitt. Verein der Seckenheimer Wirte. Heute Mittwoch, Abend ½9 Uhr Mlitgliederverſammlung im Bierkeller. Tagesordnung wird im Lokal bekannt gegeben. Es wäre dringend zu wünſchen, daß ſämtliche Mitglieder erſcheinen. Der Vorſtand. 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