Sehelhener Auge Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 30 Wa- durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktlon, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. eigen: An Die einſpaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 48. Samstag, den 15. Juni 1907. 7. Jahrgang Ausland. Liſſabon, 13. Juni. Eine Verſchwörung, welche den Zweck hatte, König Karl abzuſetzen und den Prätendenten Don Miguel von Braganza auf den Thron zu ſetzen, wurde entdeckt. Viele portugieſiſche Adelige ſind in die Affaire verwickelt. Die Behörden haben Papiere entdeckt und Verhaftungen vorge⸗ nommen. Madrid, 13. Juni. Wegen des Bomben⸗ attentats auf König Alfons und Gemahlin wurden die Anarchiſten Nakans, Mata und Ibara zu je 9 Jahren Zuchthaus verurteilt, Ferrer und die übrigen fünf Angeklagten dagegen freigeſprochen. Aus Nah und Fern. * Seckenheim, 14. Juni. Bei dem diesjährigen Frühjahrsrennen des Mannheimer Rennvereins erhielten im Bauernrennen die Reiter Zipf, Linhardt und Eckerle⸗Kappelrodeck bekanntlich die erſten Preiſe und mußten ſich die hieſigen Teilnehmer trotz gutem Pferde⸗ material mit den niederen Preiſen begnügen. Schon damals ſtieg der Verdacht auf, daß die Sache nicht mit rechten Dingen zuging und iſt es unſeren hieſigen Sportsleuten auch gelungen, den Beweis zu erbringen, daß die Oberländer Teilnehmer am Rennen berufsmäßige Renn⸗ pferde laufen ließen, welchen die für das Bauernrennen vorgeſehene Pferde ſelbſtver⸗ ſtändlich nicht gewachſen waren. Jetzt wurden die Oberländer Pferde ſeitens des Mannheimer Rennvereins disqualifiziert und erhielten für den 1. Tag Albert Treiber mit„Fanny“ 1. Preis und Ehrenpreis, Wilhelm Karl mit „Kneiſel“ 2. Preis und Eduard Volz mit „Miß“ den 3. Preis; am 2 Tag: Albert Treiber mit„Fanny“ 2. Preis und Wilhelm Karl mit„Kneiſel“ 4. Preis. Auch bei dem am Sonntag, den 9. Juni in Karlsruhe ſtatt⸗ gefundenen Rennen erhielt Wilhelm Karl mit „Kneiſel“ den 1. Preis. Wir gratulieren den hieſigen Sportsleuten zu dieſen ſchönen Er⸗ folgen. Mannheim, 12. Juni. Der deutſche Tabakverein beſchäftigte ſich in längeren Vor⸗ ſtandsſitzungen mit der Frage, inwieweit unſere Kolonien fuͤr den Tabakbau und damit für die deutſche Tabakinduſtrie nützlich werden können. Den Verhandlungen wohnte der neue Gouver⸗ neur von Kamerun, Herr Dr. Seitz, bei. Als Ergebnis iſt mitzuteilen: Die bisher gemachten Verſuche, den Tabakbau in unſeren Kolonien dauernd heimiſch zu machen, waren mit teils untauglichen, teils unzulänglichen Mitteln unter⸗ nommen. Trotzdem ergaben Proben, nament- lich aus Südweſtafrika, daß ſich dort mit Leichtigkeit ein qualitiv hochſtehender, für Zigar⸗ renfabrikation brauchbarer Tabak gewinnen läßt. Deshalb werden vor allem in Südweſtafrika die Verſuche jetzt in großem Umfange wieder⸗ holt und in allernächſter Zeit wird Landes⸗ inſpektor Wunderlich⸗Heilbronn zu dieſem Zwecke in die Kolonien reiſen. Auch in Kamerun und Neu-Guinea werden wieder Verſuche angeſtellt. Der Deutſche Tabakverein wird nichts unter⸗ laſſen, um die für die Kolonien und das deutſche Tabakgeſchäft gleich wichtige Frage einer befriedigenden Löſung entgegenzubringen. Mannheim, 13. Juni. Beim Baden ertrunken iſt geſtern nachmittag im Stichkanal des Induſtriehafens der 26 Jahre alte ledige Fabrikarbeiter Georg Michael Linſe von Michel⸗ feld. Die Leiche konnte noch nicht geländet werden.— Aus Mundenheim iſt die 89 Jahre alte Wittwe Marie Berges ſeit drei Tagen ab⸗ gängig. Es wird vermutet, daß der alten Frau ein Unglück zugeſtoßen iſt. Baden, 13. Juni. Das Großherzogs⸗ paar erhielt geſtern nachmittag in Schloß Baden den Beſuch des Großfürſten Michael. Mittags empfing der Großherzog den Kaſſerlichen Gou⸗ verneur von Kamerun, Dr. Seitz. Gegen 1 Uhr traf der Erbgroßherzog in Baden ein und nahm an der Frühſtückstafel der Großherzog⸗ lichen Herrſchaften teil, zu der auch Prinzeſſin Amalie zu Fürſtenberg erſchien. Hierauf ſtattete der Erbgroßherzog dem König von Siam einen Beſuch ab, um ſich für den ihm verliehenen Siameſiſchen Hausorden zu be⸗ danken. Am Nachmittag beſuchten die Höͤchſten Herrſchaften den Großfürſten Michael und machten noch andere Beſuche. Der Erbgroß⸗ herzog kehrte gegen abend nach Karlsruhe zurück. Pforzheim, 11. Juni. Einem hieſigen Bauunternehmer iſt an einem Neubau ein ſchlimmer Streich geſpielt worden. Nachdem der Bau faſt bezugsfertig und die Zimmer ſchon tapeziert waren, mußte er dieſer Tage entdecken, daß frevleriſche Hände die Tapeten, die Flurwände und die Treppen mit Oelfarbe verſchmiert haben. Der Geſchädigte dachte zuerſt, daß Leute, die er kurz zuvor entlaſſen, einen Racheakt verübt hätten; die Unterſuchung ergab aber, daß zwei kleine Buben im Alter von 9 und 10 Jahren in mißverſtandenem Tatendrang ſich in einer Dekorationsarbeit ver⸗ ſucht haben. Der Schaden, der dadurch ent⸗ ſtanden iſt, beläuft ſich auf einige hundert Mark. Eſpaſingen(A. Engen), 11. Juni. Eine heitere Szene ſpielte ſich am Montag früh auf dem hieſigen Bahnhof ab. Der Zug⸗ führer hatte für den nach Radolfzell abgehen ⸗ den Perſonenzug bereits das Zeichen zur Ab- fahrt gegeben, als ein Bauersmann N. ſtürmte und im letzten Moment noch den Zug erreichte. Im Wagen angekommen, bemerkte er zu ſeinem Entſetzen, daß er in der Eile zu Hauſe ſeinen Kittel anzuziehen vergeſſen hatte. Die überraſchende Entdeckung wurde von den Mitreiſenden mit ſchallender Heiterkeit aufge⸗ nommen, die ſich noch ſteigerte, als die beſſere Hälfte des vergeßlichen Alten, den Kittel ſchwing⸗ end, auf der Landſtraße auftauchte und mit dem Zug einen Wettlauf unternahm, den ſie aber dald aufgeben mußte, weil der Lokomotivführer für das eigenartige Haltſignal kein Verſtändnis zeigte. Lächelnd fügte ſich der Bauersmann in ſein Schickſal und fuhr ohne Kittel ſeinem Reiſeziel zu, froh darüber, daß er„i dr AN nicht auch noch die Hoſen vergeſſen hatte. Ubſtadt, 11. Juni. lleber einen Akt von Vandalismus, iſt von hier zu berichten. An der Bruchſaler Landſtraße, auf Übſtadter Gemarkung, ſind in der Nacht auf Sonntag wiederum einige zwanzig junge Obſtbäume mit der Säge durchſchnitten worden. Erſt kürzlich wurden ſolche Rohheiten verübt; im ganzen werden es gegen 50 Bäume ſein, welche den nichtswürdigen Burſchen zum Opfer gefal⸗ len ſind. Lörrach, 13. Juni. Ein Be verheirateter Mann meldete ſich kürzlich beim hieſigen Bezirkskommando, um in die Schutz⸗ truppe eingeſtellt zu werden. Da die Bitte des aus Hochſal ſtammenden Mannes abgelehnt Abend von Gent nach Brüſſel gefahren und Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. Als ſeine drei Vodermänner abgefertigt waren, trat Erwin an das Pult des Konſulats⸗ beamten. Aber für ihn lag keine Sendung vor. Er ging recht enttäuſcht fort und dachte an den Stand ſeiner traurigen Angelegen⸗ heiten. Er hatte nicht darauf geachtet, daß die andern Wartenden, deren Geſpräch natür⸗ lich der Raubmord war, ihn ſcheu betrachteten. Als er ſich aus dem Hauſe entfernte, hatte er wieder einen Begleiter, einen älteren, ernſten Mann. Wäre Erwin nicht ſo mit ſeinen trüben Gedanken beſchäftigt geweſen, hätte er beſtimmt auf den ſtillen Verfolger achten müſſen. In der Nähe des großen Marktes hielt es dieſer für geboten, zur Tat überzugehen. Er trat plötzlich auf Erwin zu und bat ihn um Feuer. Erwin bedauerte, keine Zündhölzchen bei ſich zu haben. Darauf ſagte der andere in wohlklingendem Deutſch: „Ach, haben wir uns nicht ſchon einmal geſehen? Mir iſt, als wären Sie vorgeſtern hätten mit mir in einem Coupee geſeſſen.“ „Ich erinnere mich nicht, Sie geſehen zu haben,“ erwiderte Erwin. „Das macht ja auch nichts“, ſagte der andere trocken. Fahrt gemacht.“ „Allerdings.“ „So, dann möchte ich Sie bitten, mir einen Augenblick zu folgen. Er ſprach ſehr höflich und ſchritt an Erwins Seite dem Stadthauſe zu. Erwin fragte verwundert: „Was habe ich im Stadthaus zu ſuchen?“ „Sie werdens ſchon ſehen.“ Diesmal klang der Ton ernſt und drohend. Erwin fuhr erſchreckt zuſammen; jetzt ahnte er langſam, was ihm drohte; er wußte aber auch, daß jeder Verſuch zur Flucht eine Torheit geweſen wäre und ſeine Lage nur noch verſchlimmert hätte. Kaum hatten die beiden das Tor des Stadthauſes durchſchritten, als Erwins Be gleiter einem dort auf- und abgehenden Poli- ziſten einen Wink gab, dann legte er ſeine Hand ſchwer auf Erwins Schulter und ſagte mit erhobener Stimme: „Ich verhafte Sie im Namen des Ge⸗ ſetzes.“ In demſelben Augenblick war auch ſchon „Sie haben jedenfalls die der Poltziſt herangetreten und hatte Erwin Handſchellen angelegt. Man ließ ihm auch keine Zeit zum Reden, ſondern ſtieß ihn die Treppe hinauf, und in eine kleine ſtark vergitterte Sele hinein. ** * „De oude Gazett von Antwerpen“, das Senſatiosblatt der Hafenſtadt, hatte den er⸗ wähnten Mord ſchon gehörig ausgebreitet. Das Extrablatt, von welchem die Matroſen ge⸗ ſprochen hatten, war aus dieſer Zeitung. Es hatte folgenden Inhalt: 0 „Großer Raubmord. Ein Telegramm aus Bellemon(Oſtflandern) meldet uns: ö Heute Morgen 7 Uhr wurde der Ein⸗ wohner Paulus de Knocker von ſeinem Ar⸗ beiter ermordet aufgefunden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Es ſcheint ſich um einen Raubmord zu handeln, denn der Ermordete galt als ſehr wohlhabend.“ Noch an demſelben Abend brachte die „Gazett“ in ihrer ordentlichen Ausgabe einen längeren Bericht, der 3 80 Inhalt hatte: „Der an unſerem Mitbürger Paulus de Knocker verübte Mord hat die Gemüter der hieſigen Bürgerſchaft auf das tiefſte erregt und erſchüttert; iſt doch ſeit Menſchengedenken kein ſo ſchreckliches Verbrechen in unſerer Ortſchaft vorgekommen. Der Ermordete führte ein ſehr eingezogenes Leben, verließ am Tage nie ſein Haus und hatte Nachts zum Schutz und wurde, will dieſer ſich nun mit ſeinem An⸗ liegen an den Kaiſer wenden. Lahr, 12. Juni. Ein Soldat des hieſigen Infanterie⸗Regiments ſtürzte heute vormittag während des Turnunterrichts im Augenblick, als er von einem Gerät abſpringen wollte. ſo unglücklich, daß der Tod bald darauf eintrat. Der Verunglückte, ein Bierbrauer aus Bruchſal, ſtand im erſten Dienſtjahre und erfreute ſich bei ſeinem Vorgeſetzten wie bei ſeinen Kameraden großer Beliebtheit. Immenſtaad a. B., 11. Juni. Geſtern vormittag ſprang eine arme Italienerin, die mit Kursſchiff 7.55 Uhr hier vollſtändig mittel- los angekommen war, nachdem ſie vorher ihr etwa 2 Jahre altes Kind vom Steg aus in See geworfen hatte, dieſem nach, offenbar um den Tod zu ſuchen. Einigen beherzten Männern gelang es, Mutter und Kind dem naſſen Ele⸗ mente zu entreißen. Auszug aus den Standesregiſteru der Gemeinde Seckenheim. Geborene: Mai. 1. Eva, T. d. Fabrikarbeiters Wilhelm Stern u. ſ. E. Marie geb. Maier. 2. Emil, S. d. Maurers Valentin Muller u. ſ. E. Anna geb. Volk. 3. Paul Peter, S. d. Rangierers Karl Philipp Hirſch u. ſ. E. Katharina geb. Pfliegens⸗ dorfer. 4. Hermann, S. d. Lokomotivheizers Jakob Probſt u. ſ. E. Anna geb. Rofenkranz. 5. Katharina Luiſe, T. d. Schloſſers Ludwig Würthwein u. ſ. E. Anna Emma geb. Raufelder. 10. Maria Margaretha Hilda, T. d. Buch⸗ druckers Karl Joſef Noe u. ſ. E. Anna geb. Heierling. 7. Toni, S. d. Baumeiſters Georg Leonhard Volz u. ſ. E. Barbara geb. Bühler. 10. Philipp Martin, S. d. Aufſehers Philipp Schreck u. ſ. E. Luiſe geb. Wiegel. 11. Anna, T. d. Tünchers Johann Bergbold u. ſ. E. Maria geb. Probſt. 12. Wilhelm, S. d. Fabrikarbeiters Johann Chriſtof Bender u. ſ. E. Eliſabetha geb. Gärtner. N 20. Anna Margaretha, T. d. Rangierers Karl Görig u. ſ. E. Margaretha geb. Hirſch. 30. Ernſt Theodor, S. d. Landwirts Jakob Adolf Seitz u. ſ. E. Anna geb. Stöhr. 30. Emilie Hilda, T. d. Tünchers Michael Kuhn u. ſ. E. Barbara geb. Erny. Aufgebote: 14. Karl Eugen Hörnle, Bierbrauer und Marie Kloos, ohne Beruf, beide dahier. 27. Heinrich Gund, Bahnarbeiter und Suſanna Eliſabetha Ehrhardt, beide dahier. 28. Karl Wilhelm Braunbeck, Schutzmann, wohnhaft in Heilbronn und Anna Gropp, ohne Beruf, dahier. Getraute: 11. Georg Bauer, Fabrikarbeiter mit Suſanna Senn, beide dahier. 16. Leohard Frey, Landwirt mit Barbara Marzenell, beide dahier. 18. Franz Fiſcher, Monteur, wohnhaft in Schweigen, mit Margaretha Hartmann, dahier. 18. Bernhard Körner, Schreiner mit Maria Sommer, beide dahier. Vermiſchtes. Vom Lande, 12. Juni. Ein koſt⸗ ſpieliger Artikel iſt zur Zeit der Hafer. Der Doppelzentner gilt jetzt 22— 25 Mark, ein Preis, wie er noch nie dageweſen ſein dürfte. Zum Teil ſchlechte Ernte, dann die Spekulation und als Grund⸗Unterlage der Zoll, das ſind die Punkte, welche die Preiserhöhung veran⸗ laßten. Bei uns wird kaum ein Fünftel ge⸗ pflanzt von dem, was verbraucht wird. Kein Wunder, wenn niemand mehr Pferde halten will, zumal auch gute Knechte und Kutſcher teuer und zudem noch ſelten geworden ſind. Viernheim, 13. Juni. Ein Unglücks⸗ fall wurde kürzlich durch die Achtſamkeit eines Lokomotivführers verhütet. Das 1½ Jahre alte Söhnchen des Gaſtwirts Georg Pfennig ſpielte auf dem Gleiſe der Heſſiſchen Staats- bahn. Der Lokomotivführer gewahrte noch rechtzeitig das auf dem Gleis ſitzende ahnungs⸗ loſe Kind und brachte den Zug zum Stehen. Er hob das Kind auf und brachte es den nichts ahnenden Eltern. Landau, 13. Juni. Geſtern nachmittag gegen 1 Uhr erſchlug der Blitz auf dem nahen Ebenberg zwölf Schafe, die dem Schafbeſitzer Hey von Oberotterbach gehörten. Der Schäfer war mit etwa hundert Tieren auf der Weide, als ein Gewitter losbrach. Die Schafe drängten ſich unter einen Nußbaum, als ein greller Blitzſtrahl niederfuhr, einen dicken Aſt glatt abraſterte und zwölf Tiere ſofort tötete. Das Fell der Tiere war bis auf die Haut wegge⸗ brannt, die Haut ſelbſt ganz blau. Der Schäfer war zufällig beim nahen Bahnwart und entging ſo dem Tode. Oberhauſen, 13. Juni. Geſtern abend gegen 10 Uhr wurde nach einem Krawall pol⸗ niſcher Arbeiter, der infolge Widerſtands bei det Pfändung einer Polenfamilie wegen rück⸗ ſtändiger Steuern entſtanden war, der Polizei⸗ kommiſſar Eidam durch einen Slich in das Gehirn getötet. 5 Verhaftungen wurden vor⸗ genommen, doch iſt der Täter noch nicht er⸗ mittelt. Eidam hinterläßt Frau und vier Kinder. Frankfurt a. M., 12. Juni. Der 18⸗ jährige Buchbinder Adolf Kaiſer, der hier bei einer größeren Speditionsfirma bedienſtet war, iſt mit Wertbriefen, von denen der eine einen Check über 45000 Franks und der andere mehrere Tauſend⸗Guldenſcheine enthielt, flüchtig geworden.— Von dem Schmuck, den der Frankfurter Automobil⸗Klub zur Herkomerfahrt auf der Hanauer Landſtraße anbringen ließ. wurden in der letzten Nacht 3000 bis 4000 Meter Wimpel und Fahnen in den Farben aller Nationalitäten geſtohlen. Der Schaden im Betrage von ca. 650 Mk. trifft den Unter⸗ nehmer. München, 12. Juni. Während eines heftigen mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelſchlag verbundenen Gewitters ſchlug der Blitz zweimal im Stadtgebiet ein. Ein An⸗ weſen im Stadtteile Gieſing brannte vollſtändig nieder, bei einem andern wurde der Dachſtuhl zerſtört. Ein Gewitter in ähnlicher Stärke iſt ſeit langem in München nicht mehr beobachtet worden. Die Straßen ſtanden ſtundenlang völlig unter Waſſer. In der Möbelfabrlk von Ballin brach infolge Blitzſchlages Groß feuer aus. Duisburg, 13. Juni. Hier wurden zwei junge Mädchen, Töchter wohlhabender Eltern, als Kirchendiebinnen feſtgenommen, die ſei längerer Zeit in zahlreichen Kirchen der Gegend die Opferſtäcke erbrochen hatten. In ihrem Beſitz wurden 28 Nachſchlüſſel gefunden. Leipzig, 13. Juni. Der Amtshaupt⸗ mann zu Leipzig erläßt eine Erklärung gegen die Oberleitung der Herkomer-Fahrt, weil die Wagenankunft hier zwei Stunden früher erfolgte, als vom Kaiſerlichen Automobilklub angeſetzt war. Das beweiſe, daß die angebliche Zuver⸗ läſſigkeit in eine Wettfahrt ausgeartet ſei. Von der zu frühen Ankunft rührten auch die mannigfachen Unfälle her. Hamburg, 12. Juni. Der erſte inter⸗ nationale Fleiſcherkongreß nahm eine Reſolution an, wonach die Koſten der Fleiſchbeſchau, da dieſe lediglglich im Intereſſe der Konſumenten erfolgt, aus öffentlichen Mitteln beſtritten wer— den ſollen. Berlin, 11. Juni. Unter den Ein⸗ wohnern in Motherwill in Schottland iſt Londoner Mitteilungen zufolge eine Panik aus⸗ gebrochen. Die Stadt ſinkt langſam, ſodaß ein vollſtändiger Einſturz unvermeidlich erſcheint. Das erſte Sinken erfolgte mit der Gewalt eines Erdbebenſtoßes. Plötzlich ſpürte man einen heftigen Ruck und die Gebäude zeigten große Riſſe. Die Einwohner ſtürzten in wilder Panik auf die Straße. Hier waren Gas⸗ und Waſſerleitungsrohre geplatzt. Gas entſtrömte, ſo daß ein penetranter Geruch die Stadt ver⸗ peſtet. während Waſſer in Strömen die Straßen überflutet. Die Urſache dieſer Erſcheinung iſt die Unterminierung der Stadt durch Kohlen- und Eiſengruben. Die Räumung der Stadt iſt notwendig. Nordhauſen, 13. Juni. Die St. Johanniskirche in Ellrich iſt geſtern abend bis auf die Umfaſſungsmauern niedergebrannt. Die beiden Türme ſind nach 8 Uhr zuſammen⸗ geſtürzt. Einer fiel auf das Haus des Küſters und ſetzte es in Brand. Die Orgel und das Geläute ſind vollſtändig zerſtört; die fünf Glocken, ein Geſchenk Kaiſer Wilhelms J., waren aus dem Metall erbeuteter Kanonen gegoſſen. Die Stadt war lange Zeit gefährdet. zur Bewachung ſeines nicht unbeträchtlichen Vermögens den Arbeiter Pieter Boom, einen Mann von übergroßer Länge und Körperkraft. Pieter Boom hat, wie er behauptet, mit Er⸗ laubnis ſeines Herrn, am Abend vor der Er⸗ mordung deſſen Haus ausnahmsbweiſe verlaſſen, um einer Sitzung des hieſigen Weihnachtsklub beizuwohnen. Er geſteht, daß er unter Ver⸗ letzung ſeiner Pflicht ſich länger als notwendig aufgehalten habe und erſt nachts gegen 2 Uhr ziemlich berauſcht in das Haus des Ermordeten zurückgekehrt ſei. Er ſagt ferner aus, er wäre gleich in ſeinen neben der Schlafkammer ſeines Herrn liegenden Wachtraum gegangen, da nach ſeiner Meinung Herr de Knocker ſchlief, und das ſpäte Eintreffen ſeines Arbeiters nicht merken ſolle. Erſt als ſich Boom zur ge⸗ wohnten Stunde erhob, um ſeinen Herrn zu wecken, machte er die ſchreckliche Entdeckung der Ermordung. Der Prokurator des Königs Meynheer Smet aus Gent hat die ſofortige Verhaftung des Arbeiters wegen Verdachts der Begünſtigung des Verbrechens angeordnet. Peter Boom iſt gefeſſelt in den Juſtizpalaſt von Gent uberführt worden. Sonſt hat die fieber⸗ haft arbeitende Kriminalpolizei weiteren Spuren entdeckt.“ noch keine Noch in derſelben Nummer befand ſich nun folgende Depeſche unter der Rubrik: Letzte Nachrichten: 55 Mord in Bellemon. Mr. Ryſel, Schaffner der Staatsbahn, hat am Abend der Mordtat auf der Strecke Gent⸗Brüſſel einen jungen Mann beobachtet, der ihm durch ein ungewöhnlich ſcheues und ängſtliches Benehmen auffiel. Der Verdächtige iſt etwa gegen 30 Jahre alt, blond und blau— äugig, von regelmäßiger, mittelgroßer Figur und bleicher Geſichtsfarbe. Sein Schnurrbart iſt von der Farbe des Haares und ſchlecht gepflegt. Der Verdächtige iſt anſcheinend ein Deutſcher; es beſteht die Vermutung daß er ſich von Brüſſel nach Antwerpen gewandt hat. Alle Polizeibehörden, auch die Auswärtigen, ſind telegraphiſch benachrichtigt. Die Kleidung des Geſuchten beſtand nach Angabe des Schaffners Mr. Ryſel aus einem abgetragenen, ſchmutzbedeckten, ſchwarzen Gehrock und hellen Beinkleidern. a Vor dem Unterſuchungsrichter. Nach etwa zweiſtündigem Aufenthalt in der Zelle wurde Erwin von drei ſchwerbe⸗ waffneten Aufſehern in das Geſchäftszimmer des Unterſuchungsrichters geführt. Eine Minute bangen Schweigens dann wandte ſich der letztere plötzlich an Erwin und ſagte auf Deutſch in höͤflichem Tone: „Sie ſind da wegen einer unangenehmen Sache in Haft genommen; wollen Sie mir deshalb jetzt auf meine Fragen klare und un⸗ geſchminkte Antwort geben. Daß Sie Deutſcher ſind und perfekt franzöſiſch aber kein vlamiſch ſprechen, weiß ich bereits; wie iſt Ihr Name. * geben Sie mir kurz Ihren Lebenslauf an!“ Der Gefangene erwiderte: „Ich heiße Erwin Gruner, bin 1876 in Gromberg Provinz Hannover, Königreich Preußen, geboren habe wegen Kränklichkeit in den Jugendjahren nur Privatſchulunterricht ge⸗ noſſen und meine Eltern im 15. Lebensjahre verloren. Ich wurde Kaufmann.“ „Wo?“ unterbrach ihn der Richter. „In meinem Heimatsort“. „Wie heißt das Geſchäft?“ „Embden Söhne.“ „Exiſtiert es noch?“ „Nein, die Firma mußte einige Zeit nach Vollendung meiner Lehrjahre den Konkurs an⸗ melden.“ „Wann war das etwa?“ „1895,“ ſagte Erwin nach einigem Ueber- legen. „Was machten Sie dann?“ fragte der Richter weiter.. „Ich arbeitete drei Jahre an der Ver— vollkommnung meiner Kenntniſſe.“ „Von Ihren eigenen Mittelu?“ „Jawohl, ich erbte von meinen Eltern ein größeres Vermögen.“ „Wo lebten Sie?“ „In den verſchiedenſten Orten.“ „Wollen Sie dieſe nicht etwas näher be⸗ zeichnen?“ „Nein“, ſagte Erwin ganz gelaſſen. (Fortſetzung folgt.) London, 12. Juni. Paſtor Thomas Lord, der Geiſtliche der Methodiſtenkirche in Spalding, dürfte der älteſte aktive Geiſtliche Englands ſein, denn er hat bereits ſein hun— dertſtes Lebensjahr überſchritten Nichtsdeſto⸗ weniger hielt der alte Herr am vorigen Sonntag noch zwei Gottesdienſte ab; er predigte beide Male mit außerordentlicher Kraft und Aus— dauer, jedesmal über eine halbe Stunde und ohne irgend welche Zuflucht zu Notizen irgend welcher Art zu nehmen. Nur mit ſeinen Augen iſt nicht mehr alles in Ordnung, weshalb der Geiſtliche alle Gebete und die ganze, Liturgie auswendig ſagt, um ſo viel wie möglich die Augen zu ſchonen. — Ein„ſehr günſtiges“ Ergebnis. Die Landwirtſchaftsausſtellung in Düſſeldorf hatte, ſo meint das„Wolffſche Telegraphen-Bureau“ ein ſehr günſtiges Ergebnis, da der Fehlbetrag nur 17000 Mk. beträgt, während durchſchnitt— lich mit etwa 70000 Mk. gerechnet wurde. — Ein Automobil ſtieß nachts bei Erfurt mit einem Holzwagen zuſammen. Der Chauffeur wurde getötet, der Lenker des Holzwagens ſchwer, ein anderer Inſaſſe des Automobils leicht verletzt. Der Pferd wurde getötet. — Am Mittwoch Nachmittag ſchlug der Blitz bei Groß-⸗Umſtadt(Frankfurt a. M.) auf freier Chauſee in ein Fuhrwerk, tötete den Beſitzer und beide Pferde. — Geſtern wurde in Wien der Prakti⸗ kant Simmer durch einen Omnibus vom Rade geſtoßen und getötet. Sein Vater erſchoß ſich darauf an der Uaglücksſtelle. — Ein unbemannter Straßburger Regiſtrierballon hat eine größte Hohe von 26,000 Metern erreicht. Vor einigen Jahren war ein ähnlicher Ballon bis zu 22,500 Meter vorgedrungen. Die Temperatur, welche der Ballon bei 15,000 Meter antraf, war— 62,7 Grad C., darüber hinaus begann ſie langſam zu ſteigen und erreichte ſchließlich— 40 Grad. Das vor einigen Jahren entdeckte Vorhandenſein einer wärmeren Luftſtrömung in der Höhe von etwa 13,000 Meter und darüber hat ſich demnach wiederum beſtätigt. Der Nachweis dieſer mächtigen, warmen Strömung in den höchſten Regionen der Atmo⸗ ſphäre iſt eine der wichtigſten meteorologiſchen Entdeckungen der neueſten Zeit. — Eine vielſagende Annonce finden wir im Newyorker Sun. Sie lautet nach der Neuen Züricher Zeitung in der Ueberſetzung folgendermaßen:„Ich habe die Ehre, meinen Freunden und Bekannten die Mitteilung zu machen, daß meine treue Gemahlin geſtorben iſt, in dem gleichen Augenblicke, da ſie einem Sohne das Leben gab, für den ich eine Amme ſuche, bis ich inzwiſchen eine neue Lebensge⸗ fährtin gefunden habe, die jung und hübſch ſein, 20 000 Dollars beſitzen und die mir in meinem Leinwandgeſchäft helfen ſoll, welches ich um jeden Preis ausverkaufen will, bevor ich es in das von mir erbaute Haus Nr. 174 in der Zwölften Avenue verlege, wo ich noch prächtige Wohnungen zu vermieten habe.“ — Der Pfiffigſte. Drei Strolche— ein Deutſcher, ein Böhme und ein Ungar— fanden bei einem Bauern auf der Pußta ein Unter⸗ kommen für die Nacht. Andern Tags, als ſie fortgewandert waren, ſagte der Deutſche:„Habt Ihr die ſilberne Taſchenuhr an der Wand hängen ſehen?“ Der Ungar meinte:„Hei hätten wir ſullen ſtehlen.“ Doch der Boͤhme ſagte phlegmatiſch:„Hob ich ſchon.“ — Boshaft. Alter Geizhals:„Alſo der Geldſchrank iſt wirklich feuerfeſt?“— Fabrikant: „Na, ich ſage Ihnen, den können Sie mit in die Hölle nehmen; der ſchmilzt nicht!“ — Feine Firma.„Sie meinen alſo, daß Sie von Ihrem Kompagnon übervorteilt worden ſind?“—„Immer; wenn er zehn Mark eingeſteckt hat, habe ich nur fünf gekriegt. Nur als wir Pleite machten, da war's umge⸗ kehrt... Da habe ich nämlich ſechs Monate gekriegt und er nur drei!“ — Abhilfe. Richter:„Aus welchem Grunde haben Sie den Heſſelbauer hinauswer⸗ fen laſſen?“— Bürgermeiſter:„Es war bei den Gemeinderatsſitzungen immer Stimmen⸗ gleichheit, und da war halt oaner zuviel.“ — Beruhigender Ausgang. Braut(als auf der Autofahrt nach dem Standesamt der Chauffeur umgeworfen hat, nach dem erſten Schrecken):„Wo iſt denn mein Bräutigam?“ — Unter dem Wagen feſtgeklemmt!“—„Gott ſei Dank!“ Volksbad Seckenheim. Heute und Morgen geſchloſſen. Bekanntmachung. Bekanntmachung. % Die Organiſation der Feuerwehr betr. Die Liſte der organiſterten Löſch⸗ bezw. Hilfsmannſchaft zur freiw. 5 7 7 5 iſt aufgeſtellt und liegt von heute an während 8 Tagen zur inſicht auf dem Rathaus— Zimmer 5— offen. Seckenheim, 14. Juni 1907. Gemeinderat: Volz. Schmitt. Acehtung! Wer ſich gutpaſſende Pferde geſchirre anſchaffen will, der ver⸗ ſäume es nicht, bei mir einen Ver⸗ ſuch zu machen. Da ich mehrere fertige Stollen⸗. Spiſftunnekt vorrättg habe, ſo iſt Jedermann freundlichſt eingeladen, um ſich der guten und billigen Qualitäten zu überzeugen. Christian Rath Sattlerei und Tapezier geschäft Seckenheim Schloßſtraße 35. Bringe auch gleichzeitig meine ſelbſtfabrizierten Volſter möbel in Erinnerung. 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Es haben zu erſcheinen, die beim diesjährigen Muſterungsgeſchäfte: fur untauglich Erklärten, zum Landſturm Vorgeſchlagenen, zur Erſatzreſerve Vorgeſchlagenen, für tauglich Befundenen, 8 von den Truppenteilen abgewieſenen Einjährig⸗Freiwilligen, erner l. diejenigen Militärpflichtigen, welche ſich zur diesjährigen Vor⸗ muſterung nicht geſtellt haben. Der Tag, an welchem die einzelnen Militärpflichtigen zu erſcheinen haben, wird denſelben durch Vorladung bekannt gegeben werden. Die Verbeſcheidung der Reklamationsgeſuche durch die verſtärkte Obererſatzkommiſſton findet jeweils an dem Tage ſtatt, an welchem die betreffenden Militärpflichtigen zur Aushebung zu erſcheinen haben. Es haben daher an dieſem Tage die Eltern der Reklamierten ſpäteſtens vormittags ½10 Uhr im Aushebungslokal zu erſcheinen. In denjenigen Fällen, in welchen zufolge der Aushebung mehrere Brüder gleichzeitig in deu Militärdienſt gelangen, bezw. im Militärdienſt ſtehen würden, kann die Zurückſtellung des jüngeren ſpäteſtens 3 Tage vor dem Aushebungstermin beantragt werden. Die Militärpflichtigen haben pünktlich jeweils 7¼ Uhr vormittags in reinem und nüchternem Zuſtande im Aushebungslokale zu; erſcheinen * ihre Militärpapiere(Loſungs⸗ bezw. Berechtigungsſcheine) mitzu⸗ bringen. Die ohne genügende Entſchuldigung Ausbleibenden werden gemäß § 26 Z. 7 W.⸗O. an Geld bis zu 30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft, auch können ihnen die Vorteile der Loſung entzogen und ſie als„vorweg Einzuſtellende“ behandelt werden. Wer ſich der Geſtellung böslich entzieht, wird als unſicherer Dienſtpflichtiger behandelt, er kann außerterminlich gemuſtert und ſofort bei einem Truppenteil eingeſtellt werden. Die durch Krankheit am Erſcheinen Verhinderten haben ein ärzt⸗ liches Zeugnis einzureichen; dasſelbe iſt, ſofern der ausſtellende Arzt nicht Staatsarzt iſt, bürgermeiſteramtlich beglaubigen zu laſſen. 2. An die gürgermeiſterämter des Amtsbezirks: Vorſtehende Bekanntmachung iſt durch die Bürgermeiſterämter wiederholt in ortsüblicher Weiſe öffentlich bekannt zu machen und über den Vollzug innerhalb 8 Tagen Anzeige anher zu erſtatten. Zu den Aushebungsterminen haben die Herren Bürgermeiſter aus dem Landbezirke nur dann zu erſcheinen, wenn Reklamation ihrer Orts⸗ angehörigen zu derbeſcheiden ſind. Mannheim, den 23. Mai 1907. Der Zivilvorſthende der Erſahkommiſſion des Aushebungsbezirks Mannheim Dr. Bechtold. .O Y Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 3. Juni 1907. gürgermeiſteramt: Volz. Schmitt. Sammel-Anzeiger. Uur für Mitglieder der 155 2 e e Jetkenheim. *. m. b. a Spelz- und Gerſtenſchrot hat zu verkaufen Ludwig Arnold, Dammſtraße. Mohnkuchen iſt eingetroffen. n delmann, D 4, 2 Mannheim. — PFPfã ͤ c ˙ 3 8 ꝗ— ͤ— n 8 PF 77..... 3— S——— 2 U 7 — Freſe Fahrt internationale Kunſt- und große Gartenbau-Ausſtellung. G. m. b. H. e. fille Jubiläums⸗Ausſtellung arkuhaus 8 Eleganter dt, Marktpl l vel Gindant oe 18, fl. an. ein Bie deen anl. Marttplat Erfrischungs-Raum. für Hin- und Rückfahrt lll. Rlasse bis 2, dle 20 gene eue la 8 i 1 Fuer zur ildtsbet der zugleſch n Sehenswürdigkeit von Mannheim. Zwei elektrische demſenigen für Hinfahrt zu lösen und personen-Fahrstühle. als Beleg vorzuzeigen. Sonntags von 11—luhr Sammtliche Bedarfsartikel. geöffnet. Vorteilhaſteſte Bezugsquelle für eee Wohnung „Herrn 8 befindet sich jetzt in der N Wilhelmstrasse Strohhüte für Herren, Knaben und Kinder in großer Auswahl. Reste Reste in Cattun, Wollmousselin, Satin. Ackernetze Ohrenkappen Brustnetze in bekannten guten Qualitäten. E. Werber. Elektrische 4 Zellen Bader Syſtem Dr. Schnee, Karlsbad. Nach den neuen wiſſenſchaftl. 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