Setkenheiner Anzeiger Anzeigeblatt für Seckenbeim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. Anzeigen: Die einſpaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 51. Mittwoch, den 26. Juni 1907. 7. Jahrgang Etwas, was jeder wiſſen ſollte. (Fortſetzung.) Am Ende der Triasperiode müſſen die meiſtens trocken gelegten Länder von neuem vom Meere überflutet worden ſein, denn die folgende Juraſchichte enthält meiſtens Meeres⸗ ablagerungen in Form von Kalk⸗ und Sand⸗ ſteinen, Mergeln⸗ und Schieferthonen. Auf dem Lande lebten damals eine Menge von Inſekten, Käfern, Heuſchrecken, Fliegen, Spin⸗ nen von bedeutender Größe, ähnlich wie die heutigen Spinnen in den Tropenländern. Vor allem aber gab's Schildkröten, Krokodile, Flug⸗ ſaurier und Dinoſaurier von 12 Meter Größe. Die Schenkelknochen dieſer Rieſen haben eine Höhe von 2 Meter. Auch der erſte gefiederte Vogel fand ſich in dieſer Schicht und kleine Säugetiere, die aber in keine der jetzt lebenden Gattungen eingereiht werden können. Die folgende Kreideſchichte iſt auch eine Meeresablagerung; die Kreide iſt eigentlich nichts anderes als verſteinerte Schneckentierchen, die ſo klein ſind, daß man ſie nur mit dem Vergrößerungsglas ſehen kann, aber ſo unge⸗ beuer zahlreich, daß ſie mächtige Bänke und Grundſtöcke von Ländern bilden. Die großen Reptilien, die Ichthyo⸗Saurier und die Pleſto⸗ Saurier und die Dinoſaurier, zu denen der 7 Meter große Iguanodon gehört, werden ſeltener — Scheffel, der bekanntlich dieſe geologiſchen Prozeſſe humoriſtiſch gedeutet hat, ſagt:„ſie kamen zu tief in die Kreide und da war's mit ihnen vorbei.“ Nur die Krokodile und Schild⸗ kröten entwickelten ſich weiter und dazu kommt ein neuer ſchlangenähnlicher Rieſe, der Moſa⸗ Saurus, der das Geſchlecht der Schlangen anfängt, das bisher noch nicht da war. Auch Vögel treten jetzt auf, aber— Vögel mit Zähnen. Säugetiere ſind jetzt noch ſehr ſelten. 4. Die Pflanzen des Feſtlands bezeichnen mit ihren neuen Gattungen den Eintritt einer neuen Periode der Erdgeſchichte. Darnach beginnt das vierte Zeitalter der Erdgeſchichte. Dieſes reicht bis in die Jetztzeit und zeigt die langſame Herausbildung unſerer jetzigen Tier⸗ und Pflanzenwelt. Laubhölzer treten jetzt auf; Säugetiere herrſchen jetzt vor; auch der Menſch erſcheint; phyſiſch betrachtet iſt er ja das höchſt⸗ entwickelte Schlußglied der Lebeweſen, wie auch die Schöpfungserzählung der Bibel es darſtellt. Dieſer letzte Zeitalter der Erdgeſchichte muß wieder unterabgeteilt werden in die ſog. Tertiär⸗ zeit, in das Diluvium oder die Eiszeit mit ihren Unterabteilungen. Da ging noch einmal eine große Umwandlung der Erdoberfläche vor Das Klima geſtaltete ſich, wie es jetzt iſt; die heutigen Gebirge erhoben ſich: die Alpen, die Pyrenäen, die Karpathen; in dieſer Zeit muß es ungeheure vulkaniſche Ausbrüche ge⸗ geben haben, denn ungeheure Maſſen von Baſalt wurde aus der allerunterſten Schichte durch alle Geſteinsarten und Schichten hindurch auf die Oberfläche emporgetrieben. Dadurch wurden aber auch die Stromgebiete reguliert und der Abfluß der Bäche, Flüſſe, Ströme geleitet, die nunmehr die Geſteinsmaſſen ihrer Täler mit ſich führten und an gewiſſen Stellen ablagerten. In Deutſchland ſind damals zwei Meeres⸗ ablagerungen entſtanden, das ſog. Mainzer Becken in den Niederungen des Rheins und das Wiener Becken im Donau⸗Gebiet. Auch in Deutſchland gab es damals großartige vul⸗ kaniſche Ausbrüche, denn damals bildete ſich die Eifel, das Siebengebirge, das Vogelsgebirge, die Rhön, die Lauſttz, die ſchwäbiſche Alb und die Berge des Hegaus erhoben ſich aus ihrer Ebene: der Hohentwiel, der Hohen⸗Stoffeln, der Hohen⸗Krähen ſind vulkaniſche Berge, ebenſo der Oelberg, der Katzenbuckel und einige kleinere Berge an der Bergſtraße. Das iſt begreiflicherweiſe eine ſehr warme Zeit geweſen; auf ſie folgte aber eine Eiszeit, in der ſich ſolche Gletſchermaſſe bilden konnten, daß Norddeutſchland bis zum Harz, ganz Schwaben bis zur Donau, Oberbayern von Gletſchern bedeckt waren, die teils von Norden, teils von Süden von den Hochgebirgen ſich verſchoben. Wo in Deutſchland noch eisfreies Land war, lebte eine nordiſche Tierwelt, das Mammuth, ein langhaariger, mit unförmlichen gebogenen Stoßzähnen bewaffneter Elephant, das zottige Nashorn, nebſt Hoͤhlenbär, Hyäne, Löwe, die noch von der warmen Zeit her da waren. Neben dieſen Rieſentieren tauchen nun die Spuren des Menſchen auf, der ihnen nach⸗ ſtellt und mit ſeiner Geiſteskraft die Herrſchaft über ſie gewinnen ſucht. Das Eis verſchwand wieder, kam noch einmal und zog ſich dann ganz auf das nördliche Europa, auf die Alpen u. f. w. zurück, wo es jetzt noch liegt. Mit den Gletſchern verſchwand auch das Mammuth, das Nashorn, Löwe, Hyäne aus Deutſchland und die Verhältniſſe griffen Platz, wie ſie jetzt ſind. Doch die Bildungen neuer Schichten und Ablagerungen geht immer noch weiter. Nur nennt man dieſe Neubildungen nicht mehr Diluvium, ſondern Alluvinm, nicht Ueber⸗ ſchwemmungs⸗ ſondern Anſchwemmungsſchichte, weil eben dieſe Neubildungen meiſtens durch Veränderungen und Anſchwemmungen von Quel⸗ len, Bächen, Flüſſen entſtehen; es ſind Schotter⸗ und Sandablagerungen des Meeres oder Flüſſe, auch teils vom Waſſer, teils vom Wind gebil⸗ dete Lehm⸗ und Löß⸗Ablagerungen. II. 1. Die Urgeſchichte der Erde müſſen wir kennen, wenn wir die Frage beantworten wollen: Wie iſt nun im Juſammenhang mit dieſer allgemeinen Entwickelungsgeſchichte unſere Gegend entſtanden. Unter„unſerer Gegend“ verſtehe ich jetzt die Gegend rechts und links am Neckar, von der Bergſtraße bis zum Rhein, alſo der begrenzte Raum, der Seckenheim und ſeine nächſte Umgegend nach allen Richtungen ungefähr 20 Kilometer weit umfaßt. Darüber eben uns die ſehr ſchätzenswerten Arbeiten der Badischen Geologiſchen Landesanſtalt und die geologiſche Spezlalkarte unſeres Gebietes die erwünſchteſte Auskunft. Von ihnen belehrt konnen wir ſagen: Die Gegend, in der Secken⸗ heim der Mittelpunkt iſt, iſt ein Geſchenk des Neckars, gerade wie Aegypten ein Geſchenk des Nils iſt. Der Neckar hat die oberſten Schich⸗ ten des Landesgebietes, auf der wir wohnen, angeſchwemmt. Dieſe oberſten Schichten be⸗ ſtehen zum größten Teil aus Neckarſchotter; auf Neckarſchotter ſteht Seckenheim, auch Mann⸗ heim und alle Ortſchaften unſerer nächſten Umgegend. Betrachten wir dieſes ganze Gebiet, ſo haben wir im Oſten die Berge der Berg⸗ ſtraße, im Weſten den Rhein, im Norden eine Linie, die etwa von Weinheim nach Worms, im Suden eine Linie, die von Leimen nach Schwetzingen zieht. Mitten hindurch zieht von Oſt nach Weſt der Neckar. 0 Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. „Sprechen Sie,“ ſagte Maria gefaßt, „was in meinen Kräften ſteht, ſoll geſchehen, um Ihr Amt zu erleichtern.“ „Nun denn“, erwiderte Winter,„ſo will ich gleich mit einer Kardinalfrage beginnen. Ich habe Einſicht in die Akten genommen und fand bei denſelben ein Schreiben, das man bei Gruner gefunden. Es iſt mit„M.“ unter⸗ zeichnet und folgenden Inhalts: Er griff in die Taſche und holte ein Blatt Papier hervor. „Das iſt eine Abſchrift,“ ſagte er erläuternd und las dann: Mein Freund! Ich befinde mich in einer wunderſamen Stimmung und wiewohl ich weiß, daß ich Unrecht in den Augen der Welt handele, möchte ich doch noch eine Gelegenheit wünſchen, um Sie ungeſtört zu ſprechen und zu warnen. In unſerem Hauſe iſt es nicht möglich. Aber ich fahre mit dem Siebenuhrzug nach Brüſſel, vielleicht läßt es ſich da in irgend einer Weiſe machen, wenn auch Ihnen etwas daran liegt. Sollten wir uns aber nicht wieder ſehen, ſo mögen Gott und die heilige Jungfrau ſie beſchützen. M. „Das iſt der Brief. Nun ſagen Sie mir offen und ehrlich, Fräulein de Knocker, haben Sie dieſe Zeilen geſchrieben?“ Maria war bei der Verleſung dieſer Zeilen über und über errötet; ſie antwortete jedoch mit einem offenen„Ja!“ Erfreut hierüber fuhr Winter fort: „Ich danke Ihnen fur Ihr Vertrauen. Herr Smet hat dieſem Briefe ſonderbarer Weiſe keine Bedeutung beigelegt. Das gefundene Meſſer und der Linnenfetzen haben ihm ſolche Gewißheit gegeben von der Schuld Gruners, daß er die entlaſtenden Indizien einfach außer Acht läßt.— Nun bitte, wann haben Sie den Brief geſchrieben?“ „Am Tage meiner Abreiſe in der Frühe.“ „Wann haben Sie Gruner kennen ge⸗ lernt?“ „Am vorhergehenden Tage, als mein Bruder und der andere Herr fortgegangen waren.“ „Iſt der andere Herr der ſogenannte Molski?“ „Ich glaube ja, ihn ſo'“ 0 „Schön darüber ſprechen wir ſpäter noch. Was war nun der Inhalt Ihrer ſpäteren. Unterredung mit Gruner?“ „Herr Gruner ſprach zu mir in ſchönen Worten, wie zwei Seelen, die einander ganz mein Bruder nannte fremd ſind, doch durch ein Band der Gemein⸗ ſamkeit, ja der Verwandtſchaft verbunden ſein können. Die Worte kann ich Ihnen nicht mehr wiedergeben; ſie waren ſchlicht und er⸗ greifend und brachten mir den Mann, den ich glücklich glaubte, unendlich nahe. Und der Mann, der ſolches ſprach, ſoll ein Mörder ſein!“ ſchluchzte ſie auf.„O wie tief muß er jetzt die bittere Not des Alltags empfinden.“ Winter unterbrach dieſen Ausdruck nicht mit einem trivialen Troſtwort, ſondern wartete, bis das Mädchen ſich beruhigt hatte. „Sprechen Sie weiter“, bat ſte endlich mit einem ſchwachen Lächeln, indes in ihren dunklen Augen noch Thränen ſtanden. Winter war von dem wehmütig⸗lieblichen Anblick des Mädchens ſehr ergriffen; er er⸗ widerte: „Nein, Fräulein de Knocker, dieſer Mann ift kein Mörder; wir aber müſſen ſtatt ſeiner den Kopf oben halten und wollen einen feſten Bund ſchließen.“ Er ſtreckte ihr ſeine Rechte entgegen und ſie legte, vertrauensvoll zu ihm aufblickend, die ihre hinein. Dann fuhr Winter fort: 5 „Haben Sie Gruner noch an dem Abend geſprochen?“ „Ja, d. h. nicht in der Weiſe, wie ich mir es vorgeſtellt hatte. Es kam nun ſo, wie nach Ihrer Erzählung die Unterſuchung ermittelt hat.“ Schauen wir 0 — näher hin, ſo können wir deutlich zwei Boden⸗ flächen von einander unterſcheiden— 2 Niede⸗ rungen und 2 Hochgeſtade, die Niederungen des Rheins und des Neckars und die Hoch⸗ geſtade dieſer beiden Flüſſe. (Fortſetzung folgt.) Aus Nah und Fern. * Seckenheim, 24. Juni. Das Preis⸗ kegeln des Geſangvereins Sängerbund im Gaſthaus zum„gold. Adler“ endigte am Samstag mit folgendem Reſultat: 1. Preis, ein Fahrrad Emil Tranſier, 2. Preis, eine Waſchmaſchine Emil Tranſier, 3. Preis, eine goldene Taſchenuhr Adam Feuerſtein, Ilvesheim, 4. Preis, eine Wanduhr D. v. Maladovski, 5. Preis, ein Tafelſervis Adam Feuerſtein, Ilvesheim, 6. Preis, eine ſilberne Taſchenuhr Peter Schmich, 7. Preis, ein Wecker Leonhard Raufelder. Mannheim, 23. Juni. Eine eigen⸗ artige Sonderausſtellung wird demnächſt in einer Halle der Mannheimer Gartenbau⸗Aus⸗ ſtellung ſtattfinden, eine Liebhaber⸗Pflanzen⸗, ⸗Aquarien⸗ und ⸗Terrarien⸗Ausſtellung d. h. jeder Beſitzer einer ſchönen, im Zimmer ge⸗ zogenen Pflanze oder eines hübſchen Aquariums oder Terrariums kann ſolche in den Tagen vom 28. d. M. bis 10. Juli in Mannheim zur Schau bringen und ſich um die Preiſe be⸗ werben. Die Cacteen⸗Ausſtellung, bei welcher ebenſoviele Liebhaber wie Gärtner ſich be⸗ teiligten, hat ſchon gezeigt, wie die Pflanzen⸗ pflege oft gleichen Schritt mit dem Berufs⸗ gärtner halten kann; jetzt iſt dem Liebhaber anderer Pflanzenarten Gelegenheit gegeben, auch ſeine Kunſt zu zeigen; die Ausſtellung verſpricht ſehr intereſſant und reichhaltig zu werden. Die Leitung dieſer Sonder⸗Ausſtellung liegt in den Händen des Herrn Hofgarten⸗ direktor Graebener-Karlsruhe. Mannheim, 22. Juni Anläßlich des 300jährigen Stadtjubiläums hat der Prinz⸗ regent Luitpold dem hieſigen Altertumsverein ein den Kurfürſten Karl Theodor darſtellendes Gemälde von Anna Dorothea Therbuſch geb. Liſzewska als Geſchenk für das Stadtgeſchicht⸗ liche Muſeum überwieſen. Dieſe huldvolle Gabe des Wittelsbacher Hauſes, die dazu bei⸗ tragen wird, das Andenken des Kurfürſten Karl Theodor in ſeiner ehemaligen Reſidenz Mannheim lebendig zu halten, wird demnächſt im Stadtgeſchichtlichen Muſeum Aufſtellung finden. Das im Jahre 1763 gemalte Bild ſtellt den Kurfürſten im Kurornat en face dar. Anna Dorothea Liſzewska, geboren am 19. Juli 1722 in Berlin, geſtorben 9. November 1782 daſelbſt, war zuerſt in Stuttgart als Bilnis⸗ malerin tätig und wurde unter Kurfürſt Karl Theodor Hofmalerin in Mannheim. Im Jahre 1766 ging ſie nach Paris und ſiedelte 1770 in ihre Heimat Berlin über. Mannheim, 24. Juni. Zum Landes⸗ verbandstag der Badiſchen Gewerbe- und Hand⸗ werkervereinigungen, der geſtern hier ſtattfand, waren mehr als 600 Teilnehmer erſchienen. Als Vertreter der Regierung bemerkte man die Herren Geh. Regierungsrat Cron und Regie⸗ rungsrat Schneider(Karlsruhe). Von der Stadt war Oberbürgermeiſter Dr. Beck zugegen und ſämtliche badiſchen Handwerkskammern hatten ihre Vorſitzenden und Sekretäre geſandt. Auch Vertreter aus Heſſen und der Pfalz waren anweſend. Nach den üblichen Be⸗ grüßungsanſprachen erſtattete Verbandsſchrift— führer Krumm den Jahresbericht und der Vor⸗ ſitzende, Stadtrat Niederbühl, den Rechenſchafts⸗ bericht. Neu aufgenommen wurden 19 Ver⸗ eine mit 550 Mitgliedern. Es folgten Vor⸗ träge. Ueber das neue Vermögensſteuergeſetz referierte Finanzaſſeſſor Wieſendanger⸗Villingen. Bibliothekar Lohr-Karlsruhe ſprach über die „Fachorganiſation als Grundlage der Hand- werkergenoſſenſchaften“. Ueber die Entwicklung der Sterbekaſſe berichtete Herr Franz Schmidt (Karlsruhe). Ende 1906 zählte die Kaſſe 1352 Mitglieder. Für 18 Sterbefälle gelangten 7125 Mark zur Auszahlung. Das Vermoͤgen hat einen Stand von 32 110 Mk. erreicht. Ueber das Verbandsorgan berichtete Handwerks⸗ kammerſekretär Hauſer(Mannheim). Das Er⸗ holungsheim entwickelt ſich vielverſprechend. Unentgeltlich konnten im letzten Jahre drei Mitglieder verpflegt werden. Zum nächſten Tagungsort wurde Pforzheim beſtimmt. Mannheim, 24. Juni. Ein ſchwerer Unglücksfall ereignete ſich heute früh in dem Betriebe des Konſumverbandes Karlsruhe im Binnenhafen. Der ca. 35 Jahre alte ver⸗ heiratete Müller Ferd. Keller. wohnhaft in Ludwigshafen, wurde von einer Transmiſſions⸗ rolle erfaßt und am ganzen Körper furchtbar zugerichtet. Beide Beine wurden ihm mehrere Male gebrochen. In hoffnungsloſem Zuſtande wurde er ins Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo er nach einer Viertelſtunde verſchied.— Die 77 Jahre alte verwitwete Luiſe Grüner, geb. Maier, ſtürzte ſich in der Nacht vom Sonntag auf Montag in einem Anfall von Gemütskrankheit durch das Treppenfenſter in den Hof. Der Tot trat alsbald ein.— Ein erſchütterndes Drama hat ſich heute vormittag halb 10 Uhr im hieſigen Iſolierſpital abgeſpielt. In der verfloſſenen Nacht war dort die Ehefrau des Formers Auguſt Stolzenthaler, hier wohnhaft geſtorben. Heute früh benachrichtigte man den Ehemann hiervon, worauf er ſich ſofort ins Spital ans Totenbett ſeiner Frau begab. Ohne daß ihn jemand daran hindern konnte, zog er plötzlich zum großen Schreck der Anweſenden einen Revolver hervor und jagte ſich eine Kugel in den Kopf, die ihn lebensgefährlich verletzte. Der Unglückliche wurde ſterbend ins Allgemeine Krankenhaus eingeliefert. Karlsruhe, 21. Juni. Die badiſche Regierung hat ſchon im vorigen Jahre Er— hebungen darüber vornehmen laſſen, welche Er— fahrungen in den Gemeinden bis zu 2000 Ein⸗ wohnern mit der direkten Wahl der Bürger⸗ meiſter und der Gemeinderäte gemacht wurden. Die Bad. Preſſe hort nun über das Ergebnis, daß in einem Teil der Gemeinden über eine verſtärkte Agitation und über ein Hineintragen parteipolitiſcher Gegenſätze in die Gemeinde⸗ Angelegenheiten geklagt wurde, daß aber ander⸗ wärts Mißſtände nicht konſtatiert und teilweiſe ſogar günſtige Wirkungen der direkten Wahlen beobachtet wurden. Das Geſamtreſultat der Erhebungen ſoll der Regierung ein weiteres Entgegenkommen in dieſer Frage ermöglichen. Schwetzingen, 21. Juni. Ein be⸗ dauerlicher Unglücksfall hat ſich geſtern vor der Kaſerne ereignet. Auf dem Reitplatz ging ein Pferd mit dem Reiter durch; das Roß raſte nach der Kaſerne, ſprang auf das Trotoir und ſtürzte, wobei der Reiter unter das Tier zu liegen kam und das rechte Bein brach; außer⸗ dem erlitt er noch eine Verletzung am Kopf. Altlußheim, 24. Juli. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag kam es in einer Wirtſchaft zwiſchen hieſigen und Neulußheimer Burſchen zu einem ſchweren Streit, der ſchließ— lich in eine wahre Schlacht ausartete. Mit Gläſern und Stühlen wurde geworfen und geſchlagen und zwar derart, daß auf beiden Seiten mehrere der Raufbolde ſchwere Körper⸗ verletzungen davontrugen. Freiburg, 23. Juni. Auf der Hoöͤllen⸗ talbahn hätte es am Freitag nachmittag faſt ein Eiſenbahnunglück gegeben. Der Zug, der um 3 Uhr in Freiburg abgeht, wurde zwiſchen den Stationen Himmelreich und Hirſchſprung plötzlich geſtellt. Die erſchreckten Reiſenden konnten durch die Fenſter beobachten, wie ein großer Stein vor der Lokomotive weggewälzt wurde. Dieſer hatte ſich von einem Felſen losgelöſt und blieb gerade auf den Schienen liegen. Der Zugfühter entdeckte das Hindernis noch rechtzeitig, ſo daß das Unheil verhütet wurde. Lindau, 24. Juni. Drei Mitglieder des zurzeit hier gaſtierenden Zirkus Straßbur⸗ ger unternahmen kürzlich eine Ruderpartie, wobei ſie derartigen Unfug trieben, daß das Boot umkippte. Während zwei der Inſaſſen ſich durch Schwimmen über Waſſer hielten, drohte der des Schwimmens unkundige„Dumme Auguſt“ alsbald zu verſinken. Einem zu Hilfe herbeieilenden Seegelboot hatte der Ertrinkende ſeine Rettung zu verdanken. Sofort angeſtellte Wiederbelebungsverſuche brachten den ſchon Bewußtloſen nach längerer Zeit wieder zu ſich. Vilbel, 24. Juni. 44 Kinder der hieſigen höheren Töchterſchule erkrankten unter ſchweren Vergiftungserſcheinungen, die durch auf einem Ausflug gemeinſam gegeſſene Creme⸗ ſchnitten verurſacht waren. Den Bemühungen zweier Aerzte gelang es, die Kinder außer Lebensgefahr zu bringen. Wiesbaden, 24. Juni. Bei Kettern⸗ ſchwalbach rannſe dem Wies. G.⸗A. zufolge ein Automobil infolge zu raſchen Fahrens um eine gefährliche Kurve mit voller Wucht gegen eine Gartenmauer. Die 60 em. dicke Mauer wurde vollſtändig niedergeriſſen. Die Inſaſſen aus Freudenſtadt in Württemberg ſtürzten heraus. — „Alſo Molski brachte Sie nach der Bahn und Gruner beſtieg Ihr Coupee?“ „Ganz recht.“ „Wo war das?“ „In Gent.“ „Wiſſen Sie das genau?“ „Ganz beſtimmt.“ „Um welche Zeit verließ der Zug Belle⸗ mon?“ „Darauf beſinne ich mich genau, weil wir zu früh gekommen waren. Der Zug lief genau 7.08 aus.“ „Und wann war er in Gent?“ „Auch das weiß ich genau, weil mein Wagen direkt vor der Bahnhofsuhr hielt. Sie wies auf 8,06.“ „Um dieſe Zeit alſo betrat Gruner Ihren Wagen.“ „Etwa 3 Minuten ſpäter, im Augenblick, 5 der Zug ſich zur Abfahrt in Bewegung etzte.“ „Gruner wurde durch den Schaffner aus Ihrem Couppe gewieſen?“ „Jawohl, es war ein Damenkoupee.“ „Wie weit ift es von Bellemon bis Gent zu Fuß etwa?“ „Wenn man die Chauſſee benutzt, die einen Bogen macht, gute 2½ Stunde. Es gibt aber einen Fußweg, der eine halbe Stunde näher iſt. Dieſen Weg hat Herr Gruner ge⸗ nommen.“ Winter machte ein erſtauntes Geſicht über die neue und mit ſolcher Beſtimmtheit gemachte Ausſage.„Woher wiſſen Sie das, mein Fräulein?“ fragte er.„Haben Sie denn Gruner nach ſeiner Ausweiſung aus dem Wagen noch einmal geſprochen?“ „Aber gewiß,“ erwiderte ſie,„wir ſind ja dann in Brüſſel zuſammengetroffen.“ „O, das iſt ja ganz neu und von größtem Belang. Erzählen Sie mir bitte ſo eingehend wie möglich alles über dieſes Zuſammentreffen, damit bin ich dem ſchlauen Herrn Smet um vieles voraus.“ „Gruner war, als er meinen Brief erhielt,“ erzählte das Mädchen,„ſofort feſt entſchloſſen, mit mir zuſammenzutreffen.“ „Erlauben Sie mal, auf welche Weiſe hat er Ihren Brief erhalten?“ unterbrach ſie Winter. „Ich habe ihn ihm ſelbſt in einem Augen⸗ blick übergeben, als ſich Niemand im Lokal befand.“ i. „Weshalb haben Sie ihm die paar Worte aber nicht perſönlich geſagt.“ 5„Ich wußte ja nicht, als ich die Zeilen ſchrieb, daß ich Gelegenheit haben würde, ihn perſönlich zu ſprechen und dann“— ſie errötete wieder— erſchien es mir auch leichter, die Worte ſchriftlich zu übermitteln.“ „Ah, ich begreife,“ lächelte Winter, nun fahren Sie gütigſt fort.“ „Herr Gruner war alſo feſt entſchloſſen, mit mir zuſammenzutreffen. Verhältniſſe ſchwer⸗ wiegender Art, denen ich allerdings nicht auf den Grund zu kommen vermochte, hatten ihn jedoch in ein gewiſſes Abhängigkeitsverhältnis zu dem ſchrecklichen Menſchen, den ſie Molski nennn, gebracht. Er war nicht mehr freier Herr ſeiner Entſchlüſſe. Soviel habe ich gemerkt, daß er von Molski weniger für ſich, als vielmehr für einen ſeiner Verwandten fürchtete. Aber wie geſagt, darüber weiß ich nichts genaues. Mein Schreiben nun— vielleicht auch unſere Unterhaltung am Tage vorher— bewogen ihn jedoch, ſich mit kühnem Entſchluß aus den Schlingen Molskis zu be⸗ freien. Er entfernte ſich von unſerm Hauſe unter dem Vorgeben, einen Spaziergang zu machen, kurz nach Mittag und ging auch erſt etwa zwei Stunden in unſerm Dorf und deſſen Umgebung ſpazieren. Inzwiſchen überlegte er ſeinen Plan. Er erkundigte ſich auf der Station nach der Abfahrtszeit der Züge. Da er nun aber ſeine Flucht und das Zufammen⸗ treffen mit mir nicht merken laſſen wollte, entſchloß er ſich, nicht von Bellemon, ſondern erſt von Gent aus meinen Zug zu benutzen. Inzwiſchen war es aber ziemlich ſpät geworden und er mußte, um den Zug noch anzutreffen, den Fußweg über die Wieſen benutzen, woraus es ſich erklärt, daß ſein Anzug über und über beſchmutzt war. (Fortſetzung folgt.) — Einfach.„Sie haben dem Eintretenden ohne jeden Wortwechſel eine heruntergehauen? — Sepp:„Jawohl, ich kann die langen Förmlichkeiten nicht leiden, Herr Richter!“ Einer namens Benkhuiſen brach den rechten Oberarm, der andere blieb unverletzt. „ Berlin, 24. Juni. Als ein Wärter der Irrenanſtalt Herzberge einen Geiſteskranken in einer geſchloſſenen Droſchke nach der Heil— anſtalt bringen ſollte, wurde die Droſchke in einer unbelebten Gegend von drei Männern mit vorgehaltenen Revolvern zum Stehen gebracht und der Kranke befreit. Die herbei⸗ eilenden Leute wurden durch einige Schüſſe verſcheucht. Dann verſchwanden die Wege⸗ lagerer mit dem Kranken. Berlin, 24. Juni. In der Nacht zum Sonntag wurde in der Mühlhauſenerſtraße der 30 Jahre alte Töpfer Benda erſtochen. Der Ermordete war einer Verwechslung mit dem Arbeiter Naczynski zum Opfer gefallen, an dem der Kutſcher Wilcke nach vorausgegangenem Streite Rache nehmen wollte. Vier Perfonen, darunter der Kutſcher Wilcke, wurde verhaftet. Berlin, 24 Juni. Von einem tra⸗ giſchen Geſchick iſt geſtern früh der Muſikus Mittelſtädt ereilt worden. Um den Weg abzu⸗ kürzen ging er nach einer Geburtstagsfeier in Plötzenſee über das hinter den dortigen Petro— leumwerken gelegene Torfmoor. Er war kaum bis zur Hälfte gelangt, als er einſank und er⸗ ſtickte, bevor ihm Hilfe gebracht werden konnte. Budapeſt, 23. Juni. In der Nähe des Gutes Haide Boyspriny iſt in der ver⸗ gangenen Nacht ein unbekannter Ballon nieder⸗ gegangen, der die Gondel verloren hatte. Als der Gutsbeſitzer und ſein Dienſtperſonal ſich dem Ballon mit einem offenen Licht näherten, erfolgte eine heftige Exploſton, da ſich das Gas des Ballons entzündete. Der Gutsbeſitzer ſowie vier Leute vom Dienſtperſonal wurden ſofort getötet, 6 andere Perſonen ſchwer verletzt. Der Ballon wurde ſpäter als aus Frankreſch ſtammend feſtgeſtellt. In der Nähe des Un⸗ glücksortes fand man ſpäter die Leichen der Inſaſſen, die aus der Gondel geſtürzt ſein müſſen. Es waren zwei franzöſiſche Offiziere ſowie ein Zivilingenieur. New⸗Nork, 24. Juni. In der elektri⸗ ſchen Leitung der New⸗York Zentral and Houdſon⸗River⸗Eiſenbahn beim Viadukt über die 125. Straße entſtand letzte Nacht Kurz⸗ ſchluß. Schienen und Träger wurden auf eine halbe Meile mit Elektrizität geladen, ungeheure Flammen ſchlugen die Schienen entlang, ge⸗ ſchmolzenes Metall ergoß ſich in die Straßen. Exploſtionen verurſachten eine wilde Panik. Der Brand dauerte, bis die Leitung abge— ſtellt war. Vermiſchtes. — Ein Kaufmann wurde auf dem Börſen⸗ platz in Frankfurt a. M. von Wahnſinn befallen und fing an zu predigen. Er wurde einer Irrenanſtalt überwieſen. — In Frankfurt a. M., wo zur Zeit der Oberbürgermeiſter 30 000, die Bürgermeiſter 15000, die zehn Stadtväter 8800 bis 15000 Mk. Gehalt beziehen, ſollen dieſe Gehälter noch ganz erheblich erhöht werden. — Die Urſache der geringen Bewertung der Frauenarbeit hat ein Sachſenhauſer Kauf⸗ mannsjüngling glücklich gelöſt,„wiſſe Se auch, warum mir mehr kriſche(bekomme) als die Fräuleins?— Wenn mir doch mit ere Dam irgendwohin gehe, miſſe mer ſe doch freihalte! Da müſſe mer doch bezahle! Und dadervor brauche mer doch auch mehr Geld als ihr!“ — Die teuerſte Mietwohnung der Welt. Den Ruhm, die teuerſte Mietwohnung in New York und wohl auch der Welt innezuhaben, kann Mr. John W. Gates in Anſpruch nehmen, ſobald der Vertrag in Kraft tritt, den er kürzlich mit dem New Plaza Hotel abge⸗ ſchloſſen hat. Dieſes wird mit einem Koſten⸗ aufwand von 3000 000 Dollars umgebaut und hat an der Südſeite des Zentralparks eine Front von 325 Fuß. Wie verlautet, wird Mr. Gates einen jährlichen Mitpreis von 46 000 Dollars(etwa 184 000 Mk.) für ſeine Wohnung zahlen. Als vor einigen Jahren bekannt wurde, daß Mr. Charles M. Schwab in einem Hotel eine Flucht von Zimmern zu einem Mietpreis von 10 000 Dollars belegte, erregte die Nachricht allenthalben großes Auf⸗ ſehen. Man glaubte damals, daß damit der Höhepunkt erreicht worden ſei; dieſer Tage äußerten dagegen im Grundeigentumsgeſchäft ſehr bewanderte Leute, unter den reichen New Dorkern greife die Vorliebe für das Hotelleben jetzt ſehr ſtark um ſich. — Die„Bettelpoſt“ der Millionäre. Aus New Pork wird berichtet: Miß Helen Gould, die durchaus noch nicht zu den reichſten ameri⸗ kaniſchen Millionären gehört, macht wieder einmal einige Angaben über den ungeheuren Umfang ihrer„Bettelpoſt“. Etwa 1000 Millionen würde die Erfüllung aller an ſie gerichteten Bitten im Jahre erfordern. Wöͤchent⸗ lich bekommt ſie etwa 300 Briefe, in denen alle nur erdenkbaren Dinge von ihr erbeten werden. In ſieben Tagen baten elf Perſonen um Klaviere und vier um goldene Uhren; Nähmaſchinen, Zweiräder, Brauttrouſſeaus und falſche Zähne kommen in dieſen Briefen oft vor. Ein Mann bat um ein Denkmal fur ſeinen Vater, und einer wollte die Kleinigkeit von 4 Millionen zur Gründung einer Kolonie auf Kuba. — Vor Toulon traten bei Tauchverſuchen des Unterſeeboots Benite in 12 Meter Tiefe bei mehreren Perſonen Vergiftungserſcheinungen auf. Die Mannſchaften wurden ins Spital gebracht. Humoriſtiſches. — Das liebe Kind. Lieschen hat gehort, daß man zu eſſen aufhören ſoll,„wenn's am beſten ſchmeckt“. Sie bittet um die dritte Portion Pudding und verſichert:„Mama, es ſchmeckt immer noch nicht am beſten!“ — Gut gegeben. Studenten(an einer Kneipe vorübergehend, an deren Tür der Wirt lehnt, übermütig):„Sind Sie der Ochſenwirt?“ Wirt:„Jawohl, kommen S' nur herein!“ — Lehrer(den Begriff„genügſam“ er⸗ klärend):„Denkt euch, in einer Pfanne ſind zwei Knödel, ein großer und ein kleiner; welchen würdeſt du nehmen, Peperl?“— Der kleine Pepi:„Den kleinen.“— Lehrer lerfreut): „Recht; kannſt du mir aber auch ſagen, warum?“— Pepi:„Weil i eh Schläg' vom Hans krieget, wenn i den großen nehmet!“ Seckenheim, 25. Juni. Der heutige Ferkelmarkt war mit 31 Stück befahren und wurden dieſelben zum Preiſe von 16 24 Mk. pro Paar abgeſetzt. FFP — Unſeier heutigen Nummer iſt ein Proſpekt der Firma J. Stürmer, Straßburg betr. der letzten Badiſchen Invaliden⸗Geld⸗ lotterie beigegeben, worauf wir unſere geſchätzten Leſer und Leſerinnen beſonders aufmerkfam machen. eee Uolksbad Seckenheim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. Bekanntmachung. Nach§ 2 und 24 des Tabakſteuergeſetzes, muß jeder Tabakpflanzer, d. h. jeder Inhaber eines mit Tabak bepflanzten Grundſtückes die be⸗ pflanzten Grundſtücke einzeln nach ihrer Lage und Größe genau angeben. Dies iſt auch dann nötig, wenn er den Tabak gegen einen beſtimmten Anteil oder unter ſonſtigen Bedingungen durch einen andern anpflanzen oder behandeln läßt. dem 16. Juli ſcheiftlich und gegen Beſcheinigung einzureichen. i drucke zu den Anmeldungen können für alle auf badiſchem Gebiet ge⸗ legenen Grundſtücke bei der Steuereinnehmerei des Wohnortes des Pflanzers in Empfang genommen werden. Die erſt nach dem 15. Juli bepflanzten Grundſtücke müſſen ſpä⸗ teſtens am dritten Tage nach dem Beginn der Bepflanzung angemeldet werden. Für jede Gemarkung, auf der ein Pflanzer Grundſtücke mit Tabak angebaut hat, iſt eine beſondere Anmeldung anzugeben. Die Anmeldungen, die bis zum 15. Juli erfolgen, können alle bei der Steuereinnehmerei des Wohnortes des Pflanzers abgegeben Nach dieſem Zeitpunkte können bei dieſer Steuereinnehmerei nur noch Grundſtcke der Gemarkung des Wohnortes des Pflanzers ange⸗ meldet werden, während die Anmeldungen über Grundſtücke mit Tabak⸗ pflanzungen auf benachbarten Gemarkungen bei der Steuereinnehmerei werden. des Pflanzungsortes abzugeben ſind. 5 die von badiſchen Pflanzern mit Tabak bepflanzten Grund— ſtücke in einem andern Bundesſtaate gelten die Anordnungen der dort zuſtändigen Behörden. Die Beſcheinigung, die der Tabakpflanzer öber ſeine Anmeldung dom Steuererheber erhält, iſt ſorgfältig aufzubewahren. Mannheim, den 19. Juni 1907. Groh. Hauptſteueramt: Frech. Nr. 3907. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntns. Seckenheim, 25. Juni 1907. gürgermeiſteramt . Volz. Die Vor⸗ Bekanntmachung. Vielſeitigem Wunſche zufolge haben wir uns veranlaßt geſehen an das Kommando des 2. bad. Grenadier-Regiment Kaiſer Wilhelm J Nr. 110 in Mannheim die Anfrage zu richten, ob auch in dieſem Jahr wieder einzelne Mannſchaften zur Hilfeleiſtung bei der diesjährigen Ernte n hierher beurlaubt werden könnten, worauf uns die Mitteilung wurde, Die Anmeldung iſt bei der Steuerbehörde vor daß auch dieſes Jahr wieder einzelne Mannſchaften zu dieſem Zweck beurlaubt werden; dies zur Kenntnis der refl. Herren Landwirte. Seckenheim, 15. Juni 1907. gürgermeiſteramt: Volz. Schmitt. Nach Beſchluß der vom 1. Juli d. J., der leger bringen. Gg. Leonh. Volz Bekanntmachung. Generalverſammlung vom 2. März 1907 wird Zinsfuß für Spareinlagen auf 3½% für Darlehen auf 4½%, für Darlehen auf laufende Rechnung auf 3¼% bezw. 5% und für Hypotheken vom nächſten Zinsfälligkeitstermin auf 4½% erhöht. Was wir hiermit zur Kenntnis unſerer Mitglieder und Sparein⸗ Seckenheim, 25. Juni 1907. Ländlicher Kreditverein Seckenheim E. G. m. u. H Gg. Jac. Seitz. 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