4 9 Sechenhkiner Anztigtt Anzeigeblatt für Seckenbeim und Npoesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Mig durch die Poſt f bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Lerlag von J. helfrich in Seckenheim. Anzeigen: Die einſpaltige Petitzelle oder der n Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 5. Samstag, den 29. Juni 1907. 7. Jahrgang Erſtes Blatt. Ettbas, was jeder wiſſen ſollte. 5(Fortſetzung.) Das Hochgeſtade des Rheins iſt von der Rhein⸗Niederung z. B. zwiſchen Altlußheim, Hockenheim, Ketſch, Brühl, ſehr deutlich durch einen Steilrand yon 8—10 Meter Höhe getrennt. Dieſer Steilrand verläuft nicht gerade, ſondern buchtenförmig. Dieſe Buchten verdanken ihre Entſtehung dem Stromlauf des Rheins, der ſich in ſeinem mittleren Laufe, gerade in unſerer Gegend, darin gefallen hat, ſogenannte Serpentinen oder Schlangenwin⸗ dungen zu bilden. Bei Mannheim iſt dieſe Grenze des Hochgeſtades natürlich jetzt mehr⸗ fach verwiſcht durch die vielen Veränderungen, die dort der Boden durch den Feſtungs⸗, Stadt⸗ und Schloßbau erfahren hat. Das Hochgeſtade rechts vom Rhein macht zuerſt den Eindruck, als ob es eine ebene Fläche wäre; ſpricht man doch von der„Rheinebene zwiſchen Heidelberg und Mannheim“; allein dieſes Terrain kann nur im Gegenſatz zu den Bergen eine Ebene genannt werden; an und für ſich zeigt dieſe „Ebene“ Höhenunterſchiede bis zu 25 Meter. Gerade der Streifen unmittelbar an der Rhein⸗ Niederung zeigt dieſen Höhenunterſchied, wäh⸗ * 1 8 * rend das Gebiet jenſeits der Linie Sandhauſen⸗ Schwetzingen ein mehr ebenes Terrain genannt werden kann, das aber gegen Norden und Nordoſten anſteigt und von einigen ſchwachen Bodenwellen durchſetzt iſt. Das ſtark hügelige Gebiet wird aus mächtigen Sandanhäufungen gebildet, die nichts anderes ſind als Dünen, rechtſchaffene Flugſanddünen, zwiſchen denen ſich Rheinkieſe gelagert haben. Von dieſem ſoeben geſchilderten Gebiet grenzt das unſerige mit ſcharfem Schnitte ab am Dünenwall, der zwiſchen Sandhauſen und Oftersheim ſich 6 Kilometer lang hinzieht. Herwärts dieſer Linie iſt Gebiet des Neckars, Neckarſchotter im Untergrund, oben darüber als Deckſchicht zähſchluckiger oder lößartiger Lehm. „In dieſen älteren, das Hochgeſtade bildenden Neckarſchotter hat ſich der heutige tiefer liegende Flußlauf 7 bis 10 Meter tief eingeſchnitten. 2. Auch der Neckar hat ſeine Niederung rechts und links in ſeinem Ufer; doch iſt ſie weniger umfangreich als beim Rhein und mehr⸗ fach verwiſcht. Denn der Neckar iſt von ſeiner Geburt an ein ganz unruhiger Geſelle geweſen, ein wahrer Neckar, der ſeinen Lauf oftmals verändert hat. Er iſt wohl auch in der Trias⸗ zeit entſtanden, als der Gebirgsrand zwiſchen Heidelberg und Wiesloch entſtand. Nach ſeinem Ausfluß aus dem Gebirge beim jetzigen Heidel- berg lief er zu verſchiedenen Zeiten nach ver⸗ 8 1 7 5 . ſchiedenen Richtungen, weit nach Norden der Bergſtraße entlang, dann wieder gegen Süden, aber lange nicht ſo weit als gegen Norden, nur bis Nußloch, Sandhauſen, Wiesloch hin, dann wieder weſtlich, ſübweſtlich, nordweſtlich. Niemand kann ſagen, was zuerſt und was zuletzt, bis er endlich den jetzigen Weg fand oder wiederfand und beibehielt; doch noch in geſchichtlicher Zeit hat er ſeinen Lauf verändert und hat z. B. die Römerſtraße, die von Worms nach Ladenburg führte, zwiſchen Ilvesheim und Ladenburg demoliert. Während aller Zeiten aber hat er immer ſeinen Schotter vor ſich hergewält, ſo daß, wie geſagt, dieſes ganze Gebiet nichts anderes iſt, als ein vom Neckar in die Rhein⸗Ebene hineingeſchobener und von HOeidelberg bis Schwetzingen flach abfallender * 7 Schuttkegel iſt, der nach Süden, Südweſten und Weſten nahezu kreisförmig abſchließt. Am ſüdlichen Rand bei Leimen iſt dieſer Schutt⸗ kegel ſehr deutlich durch einen Terrainabfall 3 von ca. 5 Meter Hohe gegen den Rheinkies . abgegrenzt, gegen Norden iſt die undeutlich. Schaut man die Spezialkarte unſerer Gegend genau an, ſieht man überall rinnen⸗ förmige Vertiefungen, Schlangenwindungen bei Kirchheim, Eppelheim, Plankſtadt, Friedrichsfeld, Schwetzingen, Wieblingen, Edingen, auch bei Heddesheim, Wallſtadt, Ilvesheim, Ladenburg, Schwabenheim; das ſind gar nichts anderes als alte Waſſerläufe und ehemalige Flußbetten des Neckars und einiger ſeiner Nebenbäche. Dieſe Rinnen ſind jetzt„verlandet“, d. h. teil⸗ weiſe ausgefüllt, kein Waſſer mehr, ſie befinden ſich alle auf dem Neckarſchuttkegel und ſind ein ganz charakteriſtiſches Merkmal für dieſes Land⸗ ſchaftsbild. Ueberall liegt über dem Meckarſchutt eine Schlukdecke, die ſehr fruchtbar iſt; aber da wo Rheinkieſe und Dünenſande auflagern, giebt's nur Waldkultur, ſo der Hardtwald zwiſchen Walldorf und Schwetzingen, ſo auch der Seckenheimer Wald, der auf Sanddünen ſteht.— Unſere Gegend iſt alſo auch geogra⸗ phiſch gar nicht unintereſſant, wenn man beim Begehen oder Befahren an ihre Entſtehung und an ihre geologiſche Geſchichte denkt. (Fortſetzung folgt.) Grenze Hamburg, Berlin, Dresden, München und Straßburg i. E. trafen geſtern Vormittag je mit Sonderzügen insgeſamt 2000 Großkauf⸗ leute— Großabnehmer der Sunlight⸗Seifen⸗ fabrik— zur Beſichtigung der Jubiläums⸗ Ausſtellung und der Fabrikanlage der Sunlight⸗ Seifenfabrik hier ein. Ein Rieſenfeſt-Diner vereinigte im Roſengarten ſämtliche Gäſte. Mannheim, 27. Juni. Vom Schnellzug Frankfurt⸗Lampertheim wurde geſtern abend in der Nähe des Neckarauer Uebergangs der ver⸗ heiratete Oberſchaffner Phil. Eichhorn erfaßt und ſchwer verletzt. Die Verletzungen des Un⸗ glücklichen ſind derart ſchwere, daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird.— Aus Ludwigs⸗ hafen wird berichtet: Bei dem Verſuche, ſeinen Hut aus dem Waſſer zu holen, ſtürzte geſtern abend der 8 Jahre alte Sohn des Schmiedes Paul Hartmann in den Luitpoldhafen und ertrank. Die Leiche wurde alsbald von Schiffern geländet.— Die von dem tollwütigen Hunde des Fabrikanten Pfeiffer hierſelbſt gebiſſenen Perſonen aus Ludwigshafen ſind wieder geheilt hierher zurückgekehrt; in Behandlung befinden ſich noch dle Rheingoͤnnheimer und die Altriper Verletzten. Ausland. Liſſabon, 27. Kuni. Die antidynaſtiſche Bewegung in Portugal nimmt ſo große Dimen⸗ ſtonen an, daß der Thron des Königs Karl ſehr gefährdet iſt. Man befürchtet den Ausbruch einer Revolution. Aus Nah und Fern. »Seckenheim, 29. Juni. Beim Keller⸗ graben am Neubau des Herrn Georg Zahn in der Neckarauer Straße wurde in der Tiefe on ca. 1½ Meter das Skelet eines Erwach⸗ enen 3 Dasſelbe war ziemlich morſch nd dürfte ſchon einige Jahrhunderte dort ge⸗ gen haben. (Seckenheim, 28. Juni. Der Männer⸗ fsverein Mannheim vom roten Kreuz hält morgen Sonntag unter Mitwirkung des Frauen⸗ vereins Mannheim und der Sanitätskolonnen Neckarau, Seckenheim, Weinheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim, Baden⸗Baden, Schwetz⸗ ingen, Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal, ungefähr 400— 500 Mann, eine großere Sani⸗ tätsübung auf den Rennwieſen ab. Es wird angenommen, daß bei einer Mobilmachung ſich ein größerer Eiſenbahn⸗Unfall eines Militär⸗ transports ereignet hat, wo dann ſämmtliche Kolonnen in Tätigkeit treten. Der Hauptver⸗ bandsplatz iſt auf den Rennwieſen, wo unge⸗ fähr 140—150 Zelte aufgeſchlagen ſind zum Unterbringen der Verwundeten. Es wird dann an verſchiedenen Stellen eingeladen und zwar ſteht ein ganzer Eiſenbahnzug von ungefähr 50 Wagen und die elektriſche Straßenbahn, ſowie verſchiedene Automobile und zwei Schiffe auf dem Neckar zum Transport bereit. Daraus iſt zu erſehen, daß es eine größere Sanitäts⸗ übung gibt, wie ſie im ganzen badiſchen Land noch nicht ſtattgefunden hat und wäre es ſehr wünſchenswert, wenn ſich die Einwohner Secken⸗ heims zu der Uebung recht zahlreich einfinden würden, damit die Leute ſehen, was die Sani⸗ tätskolonnen für einen Zweck haben und was ſie verfolgen. Die Mannſchaft ſtellt das Grenadier-Regiment Nr. 110 in Mannheim. Friedrichsfeld, 26. Juni. Die 60 Jahre alte Witwe Katharina Deuhouſt war mit Setzen des Tabaks beſchäftigt. Als ſie die Pflanzen vom Wagen holen und herabſteigen wollte, ſcheute das vorgeſpannte Pferd. Die Frau geriet unter die Räder und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß alsbald der Tod eintrat. Mannheim, 28. Juni. Von Köln, Jubiläums- Ausflellung Mannheim 1907. Internationale Runst- und grosse Gartenbau- Ausstellung. Heute Samstag wird eine hochintereſſante Liebhaber⸗Ausſtellung von Pflanzen, Aquarien und Terrarien eröffnet und da an dieſem Tage Feſttag(Peter und Paul) iſt, auch wieder ſehr gut beſucht ſein. Als beſonderes Zugmittel wird ein japaniſches Tagesfeuerwerk, eine Neuheit der engliſchen Firma Pain u. Sons, heute nachmittag abgebrannt. Es iſt dies eine intereſſante Sehenswürdigkeit, die nicht nur bei den Kindern, ſondern auch bei den erwachſenen Beſuchern großen Beifall findet und um derent⸗ willen ſich an dieſem Tage ſchon ein Beſuch der Ausſtellung lohnt. Es iſt Vorſorge ge⸗ troffen, daß die auswärtigen Ausſtellungsbe⸗ ſucher die prächtige Konturenbeleuchtung und die Leutfontaine noch zu ſehen bekommen, bevor die letzten Züge ſie wieder in ihre Heimat bringen, Zu verkaufen neue und alte Kartoffeln, Kirſchen, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Zwiebeln, weißer Käſe, Butter, Eier Peter Diehm Friedrichſtraße Nr. 96. 5 Mächse nur mit Galop-Crẽme ilo dle Schuhe. In den meiſten einſchlägigen Geſchäften zu haben. Volksbad Seckenheim. Heute und Morgen für Männer geöffnet. nachdem das Tavaksetzen beendigt iet, wer⸗ den Wassersettel zum Gemeindehydranten nur noch von 6 Uhr morgens bis ¼ Uhr abends ausgegeben. a teile, besichtigen Sie dahier unsere Schaufenster. Ulontag, den 1. Juli, nachmittags 3 Uhr Sämtliche Waren sind auf Extra-Tischen in unseren 5 f ö Lokalitäten ausgelegt. Verkauf nur solange Vorrat. 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