Setkenheiner Aueiger Anzeigeblatt für Seckenheim und Npesheim. * Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Mr. durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. Anzeigen: Die einſpaltige Petitzeile oder der n Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 53. Mittwoch, den 3. Juli 1907. 7. Jahrgang Etwas, was jeder wiſſen ſollte. (Fortſetzung.) Wir wollen nun aber mit dieſer ober⸗ flächlichen Kenntnis nicht zufrieden ſein, wir wollen noch etwas tiefer eindringen in unſern Boden, in ſeinen tiefſten Untergrund hinein. Nun werden mich meine freundlichen Leſer und Leſerinnen wieder fragen: Woher weiß man das Alles? Da muß ich wieder antwor⸗ ten:„Eben aus dem Erdſchichten-Urkundenbuch und ſeinen einzelnen Schichten⸗Blättern. Man hat nämlich auf unſerm Gebiete ebenfalls wie auf allen andern Grabungen und Bohrungen vorgenommen. Die Reſultate dieſer Arbeiten ſind es, die ich, beſonders nach dem verdienſt⸗ lichen Werke Thürach's zur geolog. Spezial⸗ karte Mannheim⸗Ladenburg vorführen möchte. Herr Profeſſor Thürach in Heidelberg, jetzt Karlsruhe, hat beſonders dieſes Neckargebiet klar erläutert und wie man hort, iſt eine ſpezielle Arbeit darüber zu erwarten; wir hoffen, daß der geſchätzte Gelehrte die Geſchichte des Neckarlaufes uns klar darſtellen möchte, halten aber das Problem für nahezu unlösbar. Die größte Tiefbohrung nun in unſerer Gegend wurde in der Spiegelfabrik Waldhof vorgenommen. Dort bohrte man bis auf 175,5 Meter Tiefe und die Bohrproben d. h. die aus verſchiedenen Tiefen herausgehobenen Erdproben, geben uus einen genauen Einblick in die Beſchaffenheit der Erdſchichten, aus denen unſere Gegend bis in dieſe Tiefen hinein zuſammengeſetzt ſind. Sie erzählen uns nun folgende Geſchichte von der Entſtehung unſerer Gegend: In der Tertlärzeit, als die heutigen Feſt⸗ länder ſich bildeten, die Laubhölzer in der Pflanzenwelt und in der Tierwelt die Säuge⸗ tiere zuerſt auftraten, bildete ſich auch das Rheinthal mit ſeinem Meere. In dieſer Periode traten aber dann noch einmal große Lagerungs veränderungen ein. Nämlich die Randgebirge— Hardt und Odenwald erhoben ſich, die Rheinebene ſenkte ſich, aber ungleich⸗ mäßig, ſo daß die Schichten in einzelnen Schol⸗ len zerbrachen, denn wir finden dieſe Schichten an den Gebirgsrändern häufig ſtark aufgerich⸗ tet, an der Hardt ebenſo wie am Rande des Odenwaldes, wie dies bei Großſachſen ganz deutlich zu ſehen iſt. Nicht Granit, ſondern der bedeutend hoher liegende Buntſandſtein bildete damals die Küſten des Tertiär⸗Meeres des Rheinthals. Das Meer floß ab, wahr⸗ ſcheinlich zuerſt nach Süden, dann, nachdem es das Gebirge nach Norden durchnagt und das Rheinthal gebildet hatte, nach Norden und ließ den Rhein zurück. Das vorliegende Gebiet, die ganze Rheinebene, wurde dadurch Feſtland. Jetzt kamen die Flüſſe und Bäche der zwei Randgebirge Hardt und Odenwald und brach— ten Sand und Schlamm, das was in den tief— ſten Schichten des Bohrloches in Waldhof gefunden wird: grauen Morgel und Thone. Darüber liegen thonige Sande mit humoſen Thonen, die 20 Meter mächtig ſind; dann folgen immer aufwärts, noch in einer Tiefe von 146,7 Meter— d. h. in 92 Meter Meeres⸗ höhe, alſo 54,7 Meter unter dem heutigen Meeresſpiegel, feiner Rheinkies mit Geſchieben aus den Alpen. Von 133,5 Meter an auf⸗ ſteigend bis 116,65 Meter Tiefe ſtellen ſich Anſchwemmungen aus dem Buntſandſtein des Hardtgebirges ein, weniger aus dem Odenwald. n der Hoͤhe von 116,65 Meter unter der berfläche, immer noch 24,6 Meter unter dem Meeresſpiegel, erſcheint Neckarkies mit allem, was der Neckar mitbringt, Buntſandſtein, Muſchelkalk, weißer Jura, Kalkſtein, Heidel⸗ berger Granit. Dann folgen wieder, immer aufwärts, Rheinſande, von 98,41 Meter bis 28,06 Meter Rheinkies, Rheinſand, Mergel. Die oberſte Mergellage deckt in 27,54 Meter und 28,06 Meter Tiefe eine ½ Meter mäch⸗ tige Schicht einer torfartigen moos⸗ und holz⸗ reichen Kohle, die alſo an Ort und Stelle ent⸗ ſtanden ſein muß. Alle dieſe Schichten gehören kraft der in ihnen gefundenen Muſcheln zum älteren Dilu⸗ vium und bildeten ſich zur älteren Eiszeit, als die Gletſcher vordrangen, als auch der Menſch fur erſten Mal auftrat und das Urpferd und rrind jagte. Ueber dieſe altdiluvialen Schich- ten liegen dann wieder Sande und Kieſe des Rheins und des Neckars in 25—35 Meter Mächtigkeit und bilden mit ihren oberen Lagen das Hochgeſtade. Im jüngeren Diluvium lagerte der Rhein ſein grobes Geſchiebe im ſüdlichen Teile der Ober⸗Rhein⸗Ebene ab und brachte in die Mannheimer Gegend bei flachem Ge⸗ fälle nur mehr feineren und groben Sand und feinen Kies zum Abſatz. Ganz anders der Neckar! Er verläßt das Thor ſeines Thales über eine Granit⸗ ſchwelle bei Heidelberg, die nur durch Eroſion d. h. Ausnagung tiefer gelegt werden konnte. Als die Rhein-Ebene ſank, hat das Gebirge bei Heidelberg dieſe Senkung nicht mitgemacht, möglicherweiſe hat es ſich ſogar gehoben, ſo daß der Gedanke nahe liegt: der Neckar muß über ſeine Granitſchwelle eine Zeitlang ins Rheinthal herab einen Waſſerfall gebildet haben; jedenfalls hat er Stromſchnellen gehabt und eine ſolche Stromſchnelle hat er ſogar heute noch. Denn zwiſchen Ziegelhauſen und Heidelberg hat der Neckar auf einer Strecke von 4 Kilometer nur ein Gefälle von 0,15, von der Neuenheimer Brücke bis Wieblingen auf ebenfalls 4 Kilometer im Gefälle von 1,5 Meter und weiterhin verflacht ſich ſein Gefälle d. h. ſein Fall bis auf 0,1 bei Mannheim. Das wäre wirklich ein grandioſer Anblick geweſen und zugleich eine großartige Muſik, denn auch ſein Brauſen muß man weithin gehort haben, da ſeine Kraftentfaltung immer eine mächtige geweſen iſt. Das ſagt uns eben der mächtige Schuttkegel, den er vor ſich her⸗ wälzte in einem Halbkreis von 7—9 Kilometer Radius ſüdlich bis Bruchhauſen, weſtlich bis Oftersheim, Schwetzingen, Friedrichsfeld in die Rheinebene hinein. Ja der Neckar hat ſogar mit dem Rhein einen ſiegreichen Kampf beſtan⸗ den. Der Rhein floß nämlich in der jüngeren Diluvialzeit öſtlich bis St. Ilgen und Sand⸗ hauſen, aber der Neckar hat ihn mit ſeinem Schutt gegen Weſten fortgedrückt. Am Ende der Diluvlalzeit floß der Rhein von Speyer auf Schifferſtadt, Lambsheim, Worms. Er rächte ſich ſozuſagen am Neckar, indem er durch Weſt⸗ und Südweſt⸗Winde auf unſer Gebiet die Dünen aufhäufte, die wir jetzt an die Mannheimer verkaufen können. Noch heute muß der Rhein eine ſtarke weſtliche Windung um den Neckarſchuttkegel herum⸗ machen. Wie geſagt hat der Neckar ſeinen Lauf oft verändert, dabei aber immer wieder neuen kalkreichen, lehmigen Schlamm als Deck⸗ Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. Der Direktor war ein Freund des Winters und nach längerem Verhandeln erklärte er ſich bereit, Maria ein ungeſtörtes Geſpräch mit dem ſog. Mörder zu geſtatten, wenn der Anwalt mit ſeinem Ehrenwort garantiere, daß nichts Geſetz⸗ oder Reglementwidriges geſchehe. Erfreut über dies Zugeſtändnis begab ſich Winter nach dem Telegraphenamt und ſandte die folgende Depeſche an Maria ab: „Kommen Sie möglichſt umgehend. Alles 2 Werde Sie an der Bahn erwarten; benachrichtigen Sie mich aber vorher von Ihrer Ankunft. Winter.“ Nach einiger Zeit traf dann auch Marias Antwort ein: „Komme morgen 7 Uhr früh. Wäre erfreut, Sie auf der Station anzutreffen. Vielen Dark voraus. M.“ Daß die Verbindung mit Maria ſo raſch und gut geglückt war, erfreute ihn ungemein; nun wollte er den Nachmittag, der ihm am Tage vor der Ankunft verblieb, benutzen, um einen Ausflug nach Bellemon zu machen. Er beſtieg ſein Fahrrad. Es war ein wunderſchöner Tag, der Himmel ſo blau und die Lüfte ſo lau und koſend, als wäre es Mai und nicht Ende November. Wie ein Idyll lag das Dörfchen Bellemon vor ſeinen Blicken und nichts deutete äußerlich auf das Drama, das ſich vor mehr als einer Woche hier abge⸗ ſpielt hatte. Winter erkundigte ſich nach allem ein⸗ gehend. Das Haus de Knockers war nicht mehr bewacht, aber verſchloſſen. Ein großer Möbelwagen hatte alles irgendwie wertvolle abgeholt und nach Gent in das Gewahrſam des Gerichts gebracht, wo es verbleiben ſollte, bis über den Nachlaß behördlich beſtimmt war. Der Rechtsanwalt fuhr zum Elternhauſe Marias, wo er erfuhr, daß Jan zwar noch krank, doch auf dem Wege der Beſſerung ſei. Eine Gerichtskommiſſion hatte ihn am Tage vorher vernommen. Winter hoffte auch ihn ſprechen zu können, doch es wurde ihm mit⸗ geteilt, daß Jan niemand empfange, da er ſich iufolge des geſtrigen Verhörs zu angegriffen fühle, und ſo mußte Winter ſich ohne Erfolg entfernen. Erwin ging in ſeiner Zelle auf und ab. Er war nicht mehr gefeſſelt, denn nach ſeiner bisherigen Führung hatte man Vertrauen zu ihm, auch hatten ihn die Unterſuchungshaft und die ſeeliſchen Qualen körperlich ſehr ent⸗ kräftet. Er hatte bei den Verhoͤren und auch den Waärtern gegenüber ſtets ſeine Unſchuld be⸗ teuert und war ſelbſt bei dem ſchrecklichen Verhör an der Leiche des Ermordeten ſtandhaft geblieben. Der Gefängnisdirektor war ein menſchen⸗ freundlicher Mann. Erwin hat auf ihn den beſten Eindruck gemacht und wohl auch aus dieſem Grunde mit hatte er den eigentlich reglementwidrigen Beſuch Marias bei Erwin geſtattet. Von dem Turm des altertümlich-unge⸗ fuͤgen Gemäuer ſchlug die zehnte Stunde, als Erwin ein Schlüſſelgeräuſch auf dem Vorflur wahrnahm. Er vermutete wieder einen Beſuch Winters oder des Direktors und ſetzte ſich apathiſch auf die Pritſche. Die Tür wurde geöffnet und herein trat in der Tat der Direktor, aber hinter ihm— Erwin glaubte zu träumen— die holde Er⸗ ſcheinung des ſchönen Mädchens von Bellemon. „Ich habe Ihnen eine Vergünſtigung ge⸗ währt, Gruner“, ſagte der Direktor,„zu der ich eigentlich nicht befugt bin, Suchen Sie es durch ihr Verhalten zu rechtfertigen. Bitte mein Fräulein“, wendete er ſich an Maria. „Mehr als zehn Minuten kann ich Ihnen aber nicht geſtatten.“ Darauf entfernte er ſich wieder, verſchloß die Tür und ging zu Winter, der im Wohn⸗ zimmer wartete. „Weißt Du“, ſagte er zu dem Recht⸗ anwalt,„wenn die Schuld Gruners nicht gar ſo ſonnenklar läge, mochte ich annehmen, daß der Deutſche nicht der Mörder iſt. 5 1 9 * 3 —— ————— ͤ—r6ä— üſßßꝗꝓ„w ⁰y x—— 1 8——̃————— 8*—. 7 5 7 chen gebracht und über die Dünen des Rheins und die eigenen Schotter abgelagert. Ueber den Durchbruch des Neckars zum Rhein an ſeiner jetzigen Stelle ſagt Thürach:„Als der Rhein, wie dies Honſell nachgewieſen hat, infolge Zurückweichens der Gletſcher in die Alpen an Waſſermenge verlor und eine Eroſion mit Tieferlegung des Strombettes von Oppen⸗ heim bis Kehl eintrat und ſo das jüngſte Rheinthal bildete, ſo mußte das auch auf den Lauf des Neckars ſeinen Einfluß ausüben. Der Neckar hatte in ſeinem alten ſchlangen— artigen Laufe zwiſchen Edingen, Wallſtadt, Heddesheim, wo heute noch alte Flußbetten zu erkennen ſind, eine weſentliche Vertiefung ſeiner Thalſohle, ſeines Flußbettes, noch nicht vorge— nommen. Sein Spiegel war deshalb bedeutend höher, etliche Meter höher als der Rheinſpiegel. der nur durch ein 2—3 Kilometer breites, aus Sand und Kies beſtehendes Gelände vom Neckar getrennt war. Sei es nun, daß die Windungen des Rheins und des Neckars bei Seckenheim— Feudenheim ſich einander ſtark näherten, oder daß das nach dem Rhein hin abfließende Grund waſſer ſich ſchon Rinnen im Hochgeſtade gegra— ben hatte— eines Tages, wohl bei Hochwaſſer, durchbrach der Neckar das ihn vom Rhein trennde Hochgeſtade und floß nun zwiſchen Friedrichsfeld-Feudenheim gegen den Rhein ab. Damit begann die Ausbildung eines jüngeren, in das Hochgeſtade eingetieften Neckarbettes.“ (Fortſetzung folgt.) Aus Nah und Fern. Seckenheim, 3. Juli.(Eingeſandt.) Wie aus dem Inſeratenteil des heutigen Blattes erſichtlich iſt, findet heute abend im Schloß eine außerordentliche Mitgliederverſammlung unſeres Wirte Vereins ſtatt. Handelt es ſich doch nun energiſch Stellung zu nehmen, gegen den be— zirksamtlichen reſp. miniſteriellen Beſcheid der Verlegung unſerer Kirchweihe vom ſeitherigen zweiten Sonntag auf den dritten Sonntag im Oktober. Auffällig berührt es uns, daß die Verlegung ohne jedwede Rückſicht reſp. Rück⸗ ſprache mit dem hieſigen Wirtverein geſchehen iſt. Einen richtigen Erfolg zu erzielen, iſt aber nur dann möglich, wenn ſämtliche hieſigen Wirte unſerem Vereine angehörten, denn nur einzig und allein ſind es Standes- und Berufs— Intereſſen, die wir vertreten. Darum ſollen auch an dieſer Stelle die vier unſerem Verein noch fernſtehenden Kollegen nochmals aufge— fordert werden, unſerer beruflichen Organiſation unverzüglich beizutreten, denn nur Einigkeit macht ſtark. Käferthal, 2. Juli. Bei dem Sänger⸗ wettſtreit in Walldorf letzten Sonntag errang der Geſangverein„Sängerbund Käferthal“ mit 40 Sängern in der 2. Stadtklaſſe bei dem Klaſſenſingen mit 28½½ Punkten den Ehrenpreis des feſtgebenden Vereins 1 8 und am Nach⸗ mittag bei dem Ehrenwettſingen, bei dem die Schwierigkeit gewertet wurde, mit 29 Punkten den 1. A-Preis, beſtehend aus dem Geldpreis von 100 Mark. Dirigent des Vereins iſt Herr Lehrer Pfeifer in Seckenheim. Mannheim, 3. Juli. Der Familien⸗ mörder Ronnellenfitſch wurde von dem hieſigen Schwurgericht zum Tode und 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Mannheim, 1. Juli. Geh. Kommer⸗ zienrat Karl Ladenburg hat unterm 19. Juni d. J., d. i. an ſeinem 80jährigen Geburtstage, mitgeteilt, daß er das von Profeſſor Kaſpar Ritter in Karlsruhe gemalte und auf der hie⸗ ſigen Jubliläumsausſtellung ausgeſtellte Porträt des Oberbürgermeiſters Dr. Beck angekauft habe und der Stadtgemeinde zur Erinnerung an das dreihundertjährige Jubiläum der Stadt und deren derzeitigen Oberbürgermeiſter zu Eigentum überweiſe. Mannheim, 1. Juli. Geſtern abend 7 Uhr wurde das Engroslager der Firma Ge⸗ brüder Schwabenland Haushaltungs⸗ und Küchengeräte, durch ein Großfeuer vollſtändig zerſtört. Vier Schlauchleitungen mußten gelegt werden, um ein weiteres Umſichgreifen des Feuers zu verhindern. Der Schaden iſt enorm, jedoch durch Verſicherung gedeckt. Mosbach, 29. Juni. Vor ca. 14 Tagen ging dem Metzger Rappold in Neckarelz auf dem Transport ein Schlachtrind durch. Vor⸗ geſtern wurde dasſelbe in der Nähe des Hord— bergwaldes entdeckt und verfolgt. Bei der hieſigen Schlackenbrücke ſprang dasſelbe in den Elzbach und konnte hier getötet werden. Heitersheim(A. Staufen), 29. Juni. Der 71 Jahre alte Landwirt Wendelin Zim⸗ mermann geriet unter ſeinen Wagen und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er bald darauf ſtarb. Mitteilungen aus der Seckenheimer Gemeinderats⸗Sitzung. (Vom 28. Juni 1907.) 12 Anzeigen über abgeſchloſſene Fahrnis⸗ verſicherungen bleiben unbeanſtandet. 2 Grundſtücke von Seckenheim und 1 Grundſtück von Rheinau werden amtlich geſchätzt. Den Zählern bei der am 12. ds. Mts. vorgenommenen Berufs- und Betriebszählung wird die zu leiſtende Entſchädigung auf 6 Mk. pro Zähler erhöht.— Nach Mitteilung Großh. Bezirksamts wurden Peter Biedenbänder, Wagner, Heinrich Collet, Taglöhner beide in Seckenheim und Wilhelm Friedrich Hartmann, Glaſermeiſter wohnhaft in Rheinau in den badiſchen Staatsverband aufgenommen. Die Lieferung von Granitpflaſterſteine 2. Klaſſe zur Herſtellung von Uebergängen über die Landſtraße im Ort Rheinau wird an Loenhold Rüth u. Cie. übertragen. Die Ueberſicht des Großh. Landesgewerbe⸗ amts über die im Handwerkskammerbezirk Mannheim zu erhebenden Umlagen zur Hand— werkskammer für das Rechnungsjahr 1. April „Er iſt nicht der Mörder“, ſagte Winter beſtimmt,„und ich danke Dir vielmals, daß Du durch Dein gutes Herz der Sache der Ge— rechtigkeit einen Dienſt erwieſen haſt“. „Ja,“ erwiederte der andere,„mein gutes Herz! Wenn jetzt eine Kontrolle kommt, bin ich in größter Ungelegenheit“—— Maria war aufſchluchzend neben dem Lager Erwins niedergeſunken, als der Direktor ſte mit dem Gefangenen allein gelaſſen hatte. Auch Erwin wagte nicht zu ſprechen, aber eine wahrnehmbare Veränderung ging in ihm vor. Endlich ſagte er, daß Mädchen ſanft empor— ziehend: „Maria, Du biſt zu mir gekommen? Hierher nach dem Ort des Grauens, zu dem von der Welt verdammten Mörder, und haſt keine Scheu, mit ihm allein zu ſein?“ Maria antwortete nicht, aber aus ihren tränenumflorten Augen ſtrahlten ein unſägliches Vertrauen und ein Mitleid mit dem Armen, das alles überwog. Und Erwin fuhr leiſe fort: „So nahe der bitterſten Verzweiflung liegt das höchſte Glück. Maria, ich habe Dein gedacht in all den bangen unendlichen Nächten, wenn mir unter dem Uebermaß des Grübelns der Verſtand zu verwirren drohte. Und Du biſt kein Traumbild, Du biſt wirklich ge⸗ kommen?“ Er zog ſie ſanft an ſich und ſtrich ſacht mit der Hand über ihr Haar, indes ſie laut aufſchluchzend ihren Kopf an ſeiner Bruſt verbarg. 1907%08 wird bekannt gegeben. „Laß mich Deine ſüßen Züge ſehen“, fuhr er fort und wandte ihren Kopf zurück, ihr tief in die Augen blickend;„wenn ich Dich nicht zitternd und bangend in meinen Armen hielte, ſollte ich meinen, Du wärſt ein Engel des Himmels, Not geſchickt hat. Und Du, Maria, die Du mich nur ſo wenige Stunden geſehen haſt, Du haſt nie an mir gezweifelt, nie? Ob auch die ganze Welt wie ein Heer von Raucheteufeln gegen mich aufſtand?“ „Nie“, flüſterte ſie,„nie! Ich weiß daß Du keiner unedlen Tat fähig biſt“. Sie bemerkte garnicht, daß auch ſie„Du“ zu ihm ſagte; ihr war zu Mute, als müſſe es ſo ſein und ihre Seele umwob ein Zauber, daß ſie ſchier Zeit und Raum vergaß. Auch Erwin war erſchüttert von mächtiger Bewegung. „Mir iſt“, ſagte er,„als hörte ich Glocken⸗ klang und Engeljubel und ſähe den Himmel aufgetan und weit unter uns die Erde mit ihrem Leid, und wir zögen ſelig dahin, und das flammende Sonnenherz Gottes verſcheuche mit ſeinen heiligen Strahlen all die Finſterniſſe unſeres Lebens.— Maria——“ er neigte ſich über ſie und küßte ihr den Mund, den ſie ihn in ſeligem Erſchauern darbot. Erwin küßte ſie wieder und wieder und hatte doch noch nicht geſprochen, daß er ſie liebe, noch ſie zu ihm. Erſt als die zehn Minuten verronnen waren und der Wärter mahnend an die Tür pochte, beſann ſich Maria auf den eigentlichen den mir Gott in meiner größten Etn Reklamakionsgeſ uch um Zurkickſtellung wird verbeſchieden. Herr Geometer Rümmele wird mit Auf— ſtellung eines Koſtenanſchlags über Herſtellung eines Gehwegs in der Fabrikſtraße von der Bahn bis Schwetzingerſtraße betraut. Ein Geſuch um Bewilligung eines Woh⸗ nungsgeldzuſchuſſes wird abſchläglich verbe⸗ ſchieden. Die Lieferung von 20 Meter Gummi— ſchlauch und eines Strahlrohrs mit Strahlver— teilets wird dem Inſtallateur Phil. Johann dahier übertragen. Der Ortskirchenſteuer-Voranſchlag der ev. Kirchengemeinde Rheinau für 1907 wird vor⸗ gelegt. Die vorliegenden Rechnungen werden geprüft und zur Zahlung angewieſen. Herrn Bürgermeiſter Volz wird der nachge⸗ ſuchte Urlaub erteilt und mit der Stellvertretung Bürgermeiſter⸗Stellvertreter Herr Auguſt Hörner betraut. Auszug aus den Standesregiſteru der Gemeinde Seckenheim. Juni. Geborene: 2. Eliſabetha, T. d. Fabrikarbeiters Peter Klumb u. ſ. E. Eliſabetha geb. Stutz. 1. Eliſe Anna, T. d. Bahnarbeiters Martin genannt Mathäus Volz u. ſ. E. Margareta geb. Erny. 4. Maria Luiſe, T. d. Landwirts Leonhard Dehouſt u. ſ. E. Luiſe geb. Dehouſt. 7 Otto Emil, S. d. Sattlers und Tapeziers Chriſtian Rath u. ſ. E. Karolina geb. Holz. 10. Frieda, T. d. Erdarbeiters Nikolaus Zoller u. ſ. E. Margareta geb. Münd. 16. Maria, T. d. Eiſendrehers Philipp Roth u. ſ. E. Margareta geb. Blümmel. 16. Eliſe, T. d. Landwirts Valentin Würthwein u. ſ. E. Barbara geb. Stein. 18. Emma, T. d. Weichenwärters Georg Michael Reinhard u. ſ. E. Frieda geb. Augsburger. 24. Georg Poul, T. d. Taglöhners Ludwig Schleicher u. ſ. E. Anna geb. Schmitt. 25. Emil Joſef, S. d. Maſchinenarbeiters Jakob Emil Eder u. ſ. E. Barbara geb. Schreck. 30. Georg Anton, S. d. Bahnarbeiters Anton Ruf u. ſ. E. Maria geb. Hirſch. 27. Emil, S. d. Töpfers Jakob Stefan Schnabel u. ſ. E. Margareta geb. Otto. Juni. Verkündete: 14. Peter Seitz, Polizeidiener und Suſanna Mayer ohne Beruf, erſterer wohnhaft in Rheinau, letztere wohnhaft dahier. 17. Hemrich Reffert, Taglöhner wohnhaft in Ladenburg und Anna Maria Gärtner ohne Beruf wohnhaft dahier. Juni. Getraute: 6. Karl Eugen Hörnle, Bierbrauer mit Marie Kloos ohne Beruf, beide dahier. Zweck ihres Kommens. In fliegenden Worten teilte ſie Erwin alles notwendige mit, empfahl ihm dringend, zu Winter Vertrauen zu haben, berichtete, was ſonſt von nöten war, und als ſie beim Abſchied wieder ſchwach wurde und zu weinen begann, war es Erwin, der ſie mit feſten und frohen Worten tröſtete. a Rechtsanwalt Winter betrat einige Stunden ſpäter die Zelle. Er hatte ſich von dem Beſuch Marias zwar viel verſprochen, war aber trotzdem über die Maßen erſtaunt, ſtatt des gebrochenen, irreredenden, dem Wahnſinn nahen Ange— klagten einen Mann zu finden, der feſt, energiſch und planvoll vorzugehen entſchloſſen war, um Ehre und Leben zu retten. Erwin reichte dem Rechtsanwalt beide Hände entgegen und ſprach ihm für die uner⸗ müdliche Tätigkeit ſeinen Dank aus, zugleich bat er ihn wegen ſeines bisherigen Verhaltens um Verzeihung.„Wie ſehr Sie in meinem Intereſſe trotz alledem tätig waren und für mich gewirkt haben, hat mir heute Morgen erſt Maria erzählt“, ſchloß er. „Maria“, lächelte der Anwalt;„iſt es ſchon ſo weit?“ Erwin errötete. (Fortſetzung folgt.) — Zeitgemäß. Der kleine Emil:„Vater, ſchaug, in meinem Apfel iſ' a Wurm.“— Vater: „Itz'n nur mit, dummer Bua, jetzt, bei di teuern Fleiſchpreiſ'!“ 20. Heinrich Gund, Bahnarbeiter mit Suſanna Eliſabetha Ehrhardt, beide dahier. Juni. Geſtorbene: 1. Anna Maria, T. d. Bahnarbeiters Martin Gruber u. ſ. E. Maria geb. Falter, 8 Monate 20 Tage alt. 2. Roſine genannt Roſa Scholl geb. Zwick, 32 Jahre 9 Monate und 10 Tage alt. 6. Totgeborener Knabe des Grundarbeiters Franz Winkler. 8. Alwin Hermann, S. d. Zimmermanns Jakob Tranſier u. ſ E. Anna Maria geb. Friedel, 3 Monate 17 Tage alt. 14. Valentin Fedel, Taglöhner, 61 Jahre 5 Monate 22 Tage alt. 18. Georg Heinrich Seitz, Landwirt, 51 Jahre 4 Monate 26 Tage alt. 20. David Weißling, Landwirt, 71 Jahre 6 Monate 265 Tage alt. 20. Wilhelm Heinrich, S. d. Landwirts Hein⸗ rich Wagners u. ſ. E. Luiſe geb. Brecht, 1 Jahr 1 Monat 8 Tage alt. 25. Philipp Martin, S. d. Meßgehilfen Philipp Karl Schreck u. ſ. E. Luiſe geb. Wiegel, 2 Monate 15 Tage alt. 26. Valentin Kreutzer, Landwirt, 43 Jahre 4 Monate alt.. 27. Suſanna Hartmann geb. Sturm, 46 Jahre 4 Monate 16 Tage alt. Vermiſchtes. Lampertheim, 29. Juni. Heute Nacht brannte die große Zigarrenfabrik der Firma Gebr. Eberhardt hier vollſtändig nieder. Die Urſache des Brandes iſt bis jetzt noch unbe— kannt. Der Materialſchaden beläuft ſich auf ungefähr 350- 380,000 Mk. Es werden durch dieſen Brand nahezu 300 Arbeiter und Arbei terinnen arbeitslos. Pirmaſens, 29. Juni. Ein couragier⸗ tes Mädchen iſt die Tochter eines Fabrikarbei⸗ ters hier, die ihren Herzenswunſch, Lehrerin zu werden, wegen Geldmangels nicht erfüllt ſah. Sie wandte ſich an die Prinzeſſin Rupprecht und zwar mit dem Erfolg, daß ein Schreiben an die hieſige Behörde eintraf, in dem über die Verhältniſſe des Mädchens Erkundigungen eingezogen wurden. Die Folge wird wohl ſein, daß es eine Freiſtelle an der kgl. höheren weiblichen Bildungsanſtalt Aſchaffenburg erhal⸗ ten wird. Nürnberg, 28. Juni. Der„Fränk. Kurier“ meldet aus Pegnitz:„In einer Wald⸗ abteilung bei der Lokalbahnſtrecke Ranna⸗ Auerbach überfiel geſtern abends ein mit einem Beile bewaffneter Arbeiter 3 Schulmädchen, die Erbbeeren ſuchten. Während ſich 2 der Mädchen trotz ihrer Verletzungen durch die Flucht retten konnten, fiel das dritte Mädchen, die 10jährige Tochter des Waſſerleitungsar⸗ beiters Geſell in Ranna dem Täter zum Opfer. Man fand ſie mit eingeſchlagenem Schädel tot auf. Dem Täter iſt man auf der Spur. Regensburg, 29. Juni. In der Um⸗ gebung von Burglengenfeld wurden 6 Perſonen von einem tollwütigen Hund gebiſſen, auch eine große Anzahl anderer Hunde hat der tollwütige Hund angefallen. Leipzig, 29. Juni. Eine aufregende Szene ſpielte ſich auf einem Grundſtück der Reitzenhainer Straße ab. Der bei ſeinen Großeltern zu Beſuch weilende vierjährige Knabe Arthur Arno Gerboth wollte aus einem Fenſter der vierten Etage in den Hof blicken, verlor jedoch das Gleichgewicht und rollte über das abſchüſſige Dach bis zur Dachrinne, an die er ſich mit ſeinen Händen anzuklammern ver— mochte. Die auf das Angſtgeſchrei des Knaben herbeigeeilten Hausbewohner vermochten dem über der Tiefe Schwebenden keine Hilfe zu bringen. Als er abſtürzte, ſprang jedoch der zufällig anweſende Unterzahlmeiſter Häntſch vom 177. Inf.⸗Regt. herbei und fing ihn ſo glücklich auf, daß er unverletzt blieb. Der Retter trug einige leichte Verletzungen davon. Hamburg, 29. Juni. Die Bürgerſchaft nahm eine Senatsvorlage an, nach, der der— jenige, der für den Unterhalt ſeiner Familie nicht ſorgt, durch Zwangsarbeit in ſtaatlichen Anſtalten dazu gezwungen werden kann. Breslau, 29. Juni. Beim Kuchen⸗ backen nahm die Frau eines Bauerngutbeſitzers aus Verſehen ſtatt Zucker Arſenik, welches zum Vergiften von Ratten und Mäuſen im Hauſe war. Nach dem Genuß des Kuchens erkrankte die ganze Familie. Die Frau iſt bereits ge⸗ ſtorben. Der Mann und ſechs Kinder liegen ſchwerkrank darnieder. Wien, 29. Juni. In Serye in Galizien brachen während einer Hochzeitsfeier im Par- terreſaale eines Gaſthauſes die Balken des Kellergewölbes durch; 30 Hochzeitsgäſte ſtürzten beim Tanzen in die Tiefe, 16 wurden ſchwer verletzt aus den Trümmern gezogen, die übrigen erlitten Kontuſtonen und Nervenchoes. Innsbruck, 30. Juni. Auf der Stripfen⸗ jochhuͤtte hatte eine Magd ein Weinfaß zu reinigen. Sie trug es auf den Platz vor die Hütte, ſtolperte hierbei, das Faß fiel zu Boden und die Magd mit dem Kopf in dasſelbe hinein. Das Faß kam aber ſofort ins Rollen und flog mit dem Dirndl über Stock und Stein hinab bis zur Stripfenalm, wo es irgendwo anſchlug und zerſprang. Der Senner, 5 den Knall horte, lief herbei und fand zu einem Erſtaunen zwiſchen den Trümmern ein junges, hübſches Mädchen bewußtlos liegen. Als ſie zum Bewußtſein kam, ſagte ſie, ſie ſei vom Jochhaus„aba purzelt“. Glücklicherweiſe kam ſie ohne Schaden davon. — Vor einigen Tagen wurde ein Mann zu Stockach von einem Inſekt geſtochen; er erkrankte an Blutvergiftung und ſtarb nach wenigen Stunden. — In Bruchſal erhob der Buchhalter einer erſt kürzlich gegründeten Fabrik bei der Reichsbankſtelle 2600 Mk. und verſchwand. — Auf der Inſel Reichenau ſtehen die Reben in ſchönſter Blüte, die Ausſichten auf guten Obſtertrag ſind gering. — In Neresheim hantierte an Stelle ihrer erkrankten Mutter, die das Bett nicht verlaſſen konnte, das 9„jährige Töchterchen des Straßenwärters Stritzelberger am Herd— feuer. Dabei fingen ihre Kleider plotzlich Feuer und im Nu ſtand das Kind in hellen Flammen. Die ſchwerkranke Mutter mußte untätig dem qualvollen Verbrennungstod ihres Kindes zuſehen. — Nach einem gerichtsärztlichen Gutachten iſt Graf Pückler⸗Kleintſchirne geiſteskrank. Er iſt infolgedeſſen aus dem Strafgefängnis zu Tegel entlaſſen worden. Es iſt ihm aber das öffentliche Auftreten polizeilich verboten. — Ehrung eines Dienſtmädchens. Etwas Außergewöhnliches iſt es jedenfalls, daß von einem ſtudentiſchen Korps einem Dienſtmädchen eine Ovation zuteil wird. Es waren, ſo berichtet die Koblenzer Ztg., vor einigen Tagen 25 Jahre, daß ſich das Dienſtmädchen Anna Bötter in Marburg im Dienſte bei dem Schneidermeiſter und Kaufmann Niemeyer be⸗ fand, deſſen Haus ſtets von Studenten bewohnt wird. Mit Muſik zog das Korps vor das Haus. Ein Student trug eine Torte, ein. anderer einen Blumenſtrauß. Vor dem Hauſe hielt ein Vertreter des Korps eine Anſprache an die aus dem Fenſter ſchauende von Korpsbrüdern umgebene Jubilarin. Dann begab ſich eine Abordnung ins Haus und überreichte ihr die Torte, den Strauß und ein Zwanzigmarkſtück. Von alten Herren, die früher ebenfalls als Studenten in dem Hauſe gewohnt hatten, waren Glückwünſche und Geſchenke an das Dienſtmädchen eingetroffen. — Im Zweifel. Vor Gericht. Richter: „Sie haben bei Ihrer Verhaftung dem Schutzmann Widerſtand geleiſtet!“— Ange⸗ klagter:„Ich war eben der Meinung,'s könnt' ein falſcher Schutzmann ſein!“ — Mißverſtanden. Fremder(mißmutig zum Wirt):„Gar nichts zu eſſen da... aber es laufen doch Hühner im Garten herum!“ — Wirt:„Na, was die freſſen, das mogen Sie doch nicht!“ — Das beſte Zeugnis. Wirt zum Haus⸗ knecht, der ſich bei ihm um Stellung bewirbt: „Na, ſagen Sie mal, werden Sie auch ſtark genug ſein, um die Stelle hier bei mir gut auszufüllen?“ Hauknecht:„Ja, fragen's nur meinen früheren Herrn, dem hab' ich mit einem Hieb drei Rippen eingeſchlagen.“ — Unteroffizier(zu einem in krummer Haltung auf dem Geſchütze ſitzenden Artilleriſten): „Lehmann, Sie ſitzen ja wieder unter aller Kanone auf der Kanone!“ — Unteroffiziere in der Reitſchule:„Sie, Meier, jetzt liegen Sie ſchon zum dritten Male im Sand; wenn Sie glauben, Sie dürfen hier den dummen Auguſt ſpielen, da irren Sie ſich!⸗ Seckenheim, 3. Juli. Der heutige Ferkelmarkt war mit 77 Stück befahren und wurden dieſelben zum Preiſe von 18— 26 Mk. pro Paar abgeſetzt. Colksbad Seckenheim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. Bekanntmachung. Die ſtaatliche Prämierung von Zuchtſtuten, die Erteilung von Freideckſcheinen und die Gewährung von Kaufpreisnachläſſen betr. An die Bürgermeisterämter! Mit Bezug 927 unſere Bekanntmachung vom 11. April 1907 Nr. 45184“, Mannheimer Journal Nr. 69, bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß die Muſterung der fa Bewerbung um Prämien, Freideckſcheinen und Kaufpreis— deten ſowie der zur Vorkührung verpflichteten Stuten, Stut⸗ Ae angeme fohlen und Deckhengſte am Wir bemerken ausdrücklich, daß nur werden konnen Die Beſitzer der zur Prämierung angemeldeten Stuten, ferner die Beſitzer derjenigen Stuten bezw. Stutfohlen, welche zur letztjährigen ur Vorführung gelangten, haben er verlangten Nachweiſe erforder— ausgefüllten und vom Bürgermeiſteramt beglaubigten Beſchäl— karten bezw. Geburtsſcheine n es empfiehlt ſich, etwa vorhandene 1 9 8 zu bringen. f rksamt Abt. 1: hätten vorgeführt werden ſollen, aber nicht 3 Prämierungstagfahrt die zur Erbringung ichen, vollſtändi Nachzucht mit den Stuten zur Mannheim, den 15. Mai 19 Groſßh. Gezi Lang. Nr. 4088. Vorſtehendes bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, den 1. Juli 1907. gürgermeiſteramt J. V.: A. Hoerner. Samstag, 20. Julf, vormittags 10 Uhr für Halbblutpferde in Seckenheim beim Rathaus und 5 am gleichen Tage nachmittags 4 uhr für Raltblutplerde in Ladenburg bei der Realſchule ſtattfindet. emäß unſerer obenbezeichneten Werne rechtzeltig angemeldete Stuten bei der Prämierung berückſichtigt Radfahrer-Gesellschaft Seckenheim. im Lokal. Um zahlreiches Erſcheinen erſucht Morgen Daunerstag, den 4. d. Mts., abends 8½ Uhr Mlonats-Verſammlung der Vorſtand. tutenprämierung für Waſſerleitung, ein eiſerner Spaten, Ju verkaufen: 1 Handkarren, 3 Schubkarren, 3 Flaſchenzüge und eiſerne Bögen, 2 ſteinerne Tröge, 1 Metzelmulde mit Hackklotz und Schraren, Rohr Verſchiedene Leitern Dachleitern, 1 großes Quan⸗ tum Bögen, Mehrere Hebeiſen und 1 Brunnen⸗ eimer und noch Verſchiedenes, 1 Mehlkaſten und zwei Backmulden, Setzlatten, Dachhaken u. Meßwinkel. Philipp Kreutzer, Roſenſtr. Schlafſtelle zu vermieten. Wo? ſagt die Exped. d. Blattes. Gewerbeverein Seckenheim. Nächſten Montag, 8. ds. Mts., abends 8 Uhr Monaks⸗Verſammlung im Gaſthaus zur„Pfalz“, wozu die Mitglieder zu zahlreichem Er⸗ ſcheinen eingeladen werden. Sammel⸗Anxeiger. Uur für Mitglieder der 15 a Verte ſenruſraſtuft Setkenheim. 1 M. b. H. a Ein Sjähriges Pferd hat zu verkaufen Friedrich Seitz. Oratulations- Karten in schöner Auswahl J. Helfrich. — Der Vorſtand. FE Notenpapier, Violinſaiten Kolophonium J. 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Der reichhaltigen und umfaſſenden Tagesordnung wegen iſt es dringende Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erſcheinen. Der Vorſtand. Strohhüte für Herren, Knaben und Kinder in großer Auswahl. Reste Reste in Cattun, Wollmousselin, Satin. Ackernetze Ohrenkappen Brustnetze in bekannten guten Qualitäten. E. Werber. Philipp Wolt J Uhrmacher Ueckarflraße 19. Seckenheim Ulrcharſtraße 9. N Großes Lager in Uhren 8 aller Art. Gold- u. Filberwaren. Frillen und optiſche Gegenſtäude. Trauringe ohne Lötfugen(D.⸗R.⸗P.) in 9 allen Größen und Breiten. 4 5 Altes Gald und Hilber wird zu höchſten . Preiſen in Zahlung genommen. 15 Für jede bei mir gekaufte Uhr leiſte 2 Jahre ſchriftliche Garantie. b Jah Jedes Brautpaar erhält bei einem Einkauf von 20 Mk. an einen gutgehenden Wecker gratis. Au Bareinkauf bin ich in der Lage, jeder Konkurren die Spitze zu bieten. 8 8 Es empfiehlt ſein Lager in ſämtlichen Bürſten- und Pinſel waren galten Sehn und Teppichklopfern L. 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