Seſtenheiner tiger Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Mr durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Uerlag von J. Helfrich in Seckenheim. An 9 eigen: Die einſpaltige Petitzeile oder der n Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 54. Samstag, den 6. Juli 1907. 7. Jahrgang Etwas, was jeder wiſſen ſollte. (Fortſetzung.) Damals alſo werden die vielen Flußläufe aufgehört und ſich trockengelegte Gelände gebil⸗ det haben, auf denen dann zuerſt eine üppige Pflanzenwelt, dann auch Tiere und zuletzt der Menſch ſich angeſiedelt hat. Auf ſolchen durch Abfluß der Neckarläufe trocken gelegten Gelän⸗ den liegen die meiſten Dörfer unſerer Umgegend. Man ſchaue dieſes Terrain einmal genau an. Die Dörfer liegen alle etwas hoher als ihre Umgebung, zum deutlichen Beweis, daß die erſten Anſiedelungen naturgemäß auf dieſen zuerſt trocken gelegten Flächen oder Hügeln angebaut wurden. Eines dieſer Dörfer hat ſogar wahrſcheinlich ſeinen Namen von dieſer natürlichen und vielleicht auch künſtlich nachge⸗ holfenen Trockenlegung erhalten, wie wir im folgenden ſehen werden, wenn wir die Frage beantworten: Wer hat in ur⸗ und vorgeſchicht⸗ licher Zeit dieſes Gebiet bewohnt? III. Laſſen Sie uns zuerſt wieder ſchauen, wie es überhaupt mit der Bewohnung der Erde ausſteht. Ich betone: in vorgeſchichtlicher Zeit — alſo zu einer Zeit, aus der uns keinerlei geſchriebene überlieferte Nachricht zu Gebote ſteht, zu einer Zeit, über welche ein Welt⸗ geſchichtsbuch keinerlei Auskunft zu geben ver⸗ mag, nicht einmal die allerälteſten Thon⸗Zylin⸗ der, die man jetzt aus den aſſyriſchen und babyloniſchen Städten ausgräbt; alſo aus einer Zeit, aus der kein einziger Name von Völkern und Perſonen, keine einzelnen Ereigniſſe und Vorkommniſſe oder ſonſt etwas erzählt wird, aus einer Zeit, aus der keine Daten und keine Zahlen angegeben werden können. Da werden Sie wieder die Frage aufwer⸗ fen: Wie willfſt Du etwas wiſſen, wenn alles fehlt? und wieder antworte ich: Das lieſt die Wiſſenſchaft wieder aus dem Erdgeſchichtenbuch heraus. Ich habe bei der Darſtellung der Formationen der Erdſchichten mit Abſicht jedes⸗ mal erwähnt, welche Pflanzen und welche Tiere in ihnen verſteinert e worden ſind. Dieſe verſteinerten Pflanzen und Tiere beweiſen ganz unwiderleglich, daß gerade dieſe Pflanzen, dieſe Tiere, dieſe Lebeweſen ehemals gelebt haben. Ganz ähnlich müſſen uns nun die oberſten Schichten des Bodens ſagen, ob auch Menſchen und welche Menſchen damals gelebt haben, was ſie für Werkzeuge gehabt, welche Tiere ſie etwa gejagt, gezähmt, gehalten haben, was ſie überhaupt getrieben, wo und wie ſie gewohnt, wie und wovon ſie gelebt und wie ſie begraben worden ſind. Das ſind viele Fragen, aber auf alle dieſe Fragen geben uns die Fundſtücke und Ueberreſte, die jene ſonſt namenloſen Menſchen zurückgelaſſen haben, ganz ſichere Auskunft. Dies zu unterſuchen, zuſam⸗ menzuſtellen, zu ordnen, iſt die Arbeit wieder einer anderen, noch ziemlich neuen Wiſſenſchaft, oder vielmehr einer Reihe von Wiſſenſchaften, die man„Urgeſchichte der Menſchheit“, Archäo⸗ logie, wohl auch ſpeziell„Praehiſtorie“, d. h. Vorgeſchichte nennt. Dieſe Wiſſenſchaft ſagt uns nun über die älteſten menſchlichen Bewoh⸗ wohner der Erde folgendes: 1. Das erſte Auftreten des Menſchen auf der Erde dürfen wir in die letzte Stufe der Tertiärzeit anſetzen. Wir wollen hier nichts von ſeiner Entſtehung oder Schöpfung ſagen; wir reden auch nicht von ſeiner Entwicklung nicht von ſog. Menſchenraſſen, nichts von etwaigen erſten Wohnſitzen, nichts von Sprachen und Entſtehung der Sprache— obgleich das alles ſehr intereſſant iſt und ſehr viel darüber zu ſagen wäre, ſondern ich will jetzt nur dar⸗ ſtellen, wo man die Spuren des erſten Daſeins vom Menſchen gefunden hat und was ſie uns ſagen. (Fortſetzung folgt.) Aus Nah und Fern. Mannheim, 5. Juli.(24. Deutſcher Weinbau⸗Kongreß) Vom 24. bis 28. Auguſt ds. Js. findet in Mannheim der 24. Deutſche Weinbau⸗Kongreß(Generalverſammlung des Deutſchen Weinbauvereins) ſtatt, der nach den bisherigen Vorbereitungen einer der bedeutendſten Kongreſſe des Jubiläumsjahres ſein wird. Mit dem Kongreß, der von zahlreichen unſerer hervorragendſten Weinproduzenten und Händlern beſucht wird, iſt eine Ausſtellung von Geräten und Bedarfsgegenſtänden für Weinbau, Wein⸗ behandlung und Kellerwirtſchaft verbunden, die in den Räumen des Roſengartens und in den anſchließenden Gartenanlagen ſtattfindet. Wir machen hierauf Intereſſenten ganz beſonders aufmerkſam, mit dem Bemerken, daß der An⸗ meldetermin am 10. Juli abläuft. Die Gruppen⸗ einteilung für die Geräte-⸗Ausſtellung iſt folgende: 1. Wein⸗ und Obſtpreſſen, Trauben⸗ und Obſtmühlen, Transmiſſionsteile und Anlagen für Kellereien, 2. Weinpumpen, Korkmaſchinen, Kapſelmaſchinen, Filtriermaſchinen, Flaſchen⸗ ſpülmaſchinen, Weinſchläuche, Flaſchenkapſeln, 3. Weinflaſchen, Weingläſer und Weinkühler, 4. Fäſſer, Faßhölzer, Rollreife und Faß⸗Dampf⸗ Bruͤhapparate, 5. Flaſchenſchränke und Flaſchen⸗ geſtelle, 6. Flaſchenkiſten, 7. Verſchiedenes zum Weiabau- und Kellerwirtſchaft gehörend, 8. Flaſchen⸗Etiketts und Flaſchenpapiere, 9. Lehr⸗ mittel, Apparate, für Weinunterſuchungen, 10. Weibau⸗Geräte, Rebpfähle, Pflüge ꝛc. Wie mit jedem Weinbau⸗Kongreß ſo iſt auch mit dem jetzigen wieder eine große Weinprobe ver⸗ bunden, die ſich in dieſem Jahre auf die Badiſchen Weine erſtrecken wird. Die Wein⸗ probe wird am Montag, den 26. Auguſt in der Wandelhalle des Noſengatten⸗ ſtattfinden. Es wäre im Intereſſe des badiſchen Wein⸗ handels ſehr erwünſcht, wenn ſich derſelbe an der Weinprobe recht zahlreich beteiligt und durch vorteilhafte Bemuſterung auszeichnet. Anmeldebogen und Bedingungen für die Geräte⸗ Ausſtellung und die Weinprobe ſind in der Geſchäftsſtelle Mannheim Friedrichsplatz 14 er⸗ hältlich. Heidelberg, 4. Juli. Ein ſchweres Gewitter mit heftigen Regenfällen entlud ſich geſtern nachmittag über unſere Stadt. Auf der Molkenkur ſchlug der Blitz in den zum Betrieb der Bergbahn dienenden Motor, wodurch der Anker zerſtört und der Verkehr eingeſtellt, nach erfolgter Reparatur bezw. Erneuerung heute morgen jedoch wieder aufgenommen werden konnte. Die Wagen, die unterwegs waren, blieben mitten auf der Strecke ſtehen. Durch Handkraft, welche am großen Schwungrade auf der Maſchinenſtation an der Molkenkur eingriff, wurden die Wagen ſchnell bis an die Schloß⸗ ſtation weitergewunden, ſo daß die Fahrgäſte ohne jede Fährlichkeit und in aller Ruhe und Das schöne mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. „Nun“, fuhr der Anwalt fort; es iſt ein ſeltenes Mädchen; ganzen Herzen Glück. Unter ſolchen Umſtänden ift wohl kaum je ein Menſchenpaar zuſammen⸗ gekommen. So! Nun bin ich aber Ueber⸗ bringer einer Nachricht, die nicht viel wert iſt. hr Prozeß wird am 10. Dezember ſchon zur erhandlung kommen. Das iſt ein ſehr früher Termin; faſt ſcheint es, als wolle Herr Smet mir die Beſchaffung neuen Entlaſtungsmaterials erſchweren. Wollen Sie mich nun nicht in die Geheimniſſe einweihen, die Ihre Perſon um⸗ eben? Wenn ich energiſch in Ihrem Intereſſe ade ſoll, muß ich klar ſehen, ſonſt ſind mir die Hände gebunden.“ „Das ſollen Sie auch“, ſagte Erwin warm.„Ganz abgeſehen davon, daß Sie als Verteidiger Anrecht auf meine Offenheit haben, verdient auch ein Mann, der wie Sie ſelbſtlos und aufopfernd an mir gehandelt hat, nicht durch Geheimniskrämerei befangen gehalten zu werden. Alſo vernehmen Sie: Ich bin unter einem falſchen Namen und mit falſchen Papieren verhaftet worden. Ich heiße in Wirklichkeit Erwin von Hornow nnd bin auf Gut Betzdorf ich wünſche Ihnen von Maß meiner Schuld überzulaufen. Nun wäre geboren. Mein Vater, urſprünglich ein ſchwer reicher Mann, ſtand wenige Jahre nach meiner Geburt vor dem wirtſchaftlichen Zuſammen⸗ bruch. Dieſen Schlag überlebte er nicht. Meine gute Mutter hatte ich ſchon im zweiten Lebensjahre verloren. Gegen alles Erwarten ergab die Teilung der Hinterlaſſenſchaft etwa 50000 Mark zu meinen Gunſten. Meine Tante, Generalin Berg, welche mich an Kindes- ſtatt angenommen hatte, ſchickte mich auf das Gymnaſium. Später ſtudierte ich Jura, machte mit Auszeichnung mein Referentar⸗Examen und mehrere Jahre nachher den Aſſeſſor. Wenn man nun ein Amt hat, darf man moͤglichſt keine eigene Meinung haben oder, wenn man ſich nun einmal ſolchen Luxus leiſtet, ſie doch nicht gegen ſeine Vorgeſetzten und in der Ge⸗ ſellſchaft, in der man nun einmal lebt, äußern. Wäre ich damals ſo einſichtsvoll wie heute ge⸗ weſen, würde ich manche Unklugheit nicht be⸗ gangen haben; aber mit meinem Beſtreben, abſolut der Wahrheit zu dienen, legte ich mir viele Steine in den Weg. Es dauerte nicht lange, bis ich allgemein für einen Querkopf verſchrieen war, wiewohl mich die beſten Ab⸗ ſichten von der Welt beſeelten. Als ich nun auch— wenigſtens in den mir näherſtehenden Kreiſen— gegen die Sünden und Gedanken⸗ loſigkeiten der Geſellſchaft zu Felde zog und manches nur zu wahre Wort ſprach, das aber beſſer ungeſprochen geblieben wäre, begann das auch das noch, was ich in privaten Kreiſen ſagte und tat, wohl unverbindlich und ohne Einfluß auf mein berufliches Leben geweſen, denn amtlich hatte ich mir nie etwas zu ſchulden kommen laſſen— aber unglücklicherweiſe waren meine Vorgeſetzten Pedanten und Bureaukraten vom reinſten Waſſer. Meinen Präſidenten hatte ich mir dazu zum Feind gemacht durch eine beißende, freilich wahre Außerung über ſein ſchreckliches Juriſtendeutſch. Ich wurde nun auf allen Wegen gequält und chikaniert, aber— wie man ſo ſagt— das Genick ge⸗ brochen hat mir folgende Angelegenheit. Auf einer von dem Militärkommandanten unſerer Stadt veranſtalteten Abendgeſellſchaft kam u. a. die Rede auf dem Anarchismus. Ich war, wie über alle politiſchen Fragen ſo auch über den Anarchismus beleſen und bemühte mich, einige Mißverſtändniſſe und Unrichtig⸗ keiten aufzuklären und dadurch kam ich in Wortwechſel mit einem jüngeren Kollegen und das Ende war, daß er mir am andern Tage ſeine Zeugen ſandte. Ich wies ſie höflich und entſchleden ab und ſtellte mich ſomit auf den Rechtsboden, hatte von nun an aber alle aka⸗ demiſchen Kreiſe und auch das Offizier-Corps gegen mich. Ich wurde allſeitig gemieden, galt für einen Anarchiſten und alles mögliche Schlimme, ja ich erfuhr ſogar, daß eine Disziplinar⸗ Unterſuchung gegen mich eingeleitet werden ſollte. Dieſer kam ich nun dadurch zuvor, daß Trockenheit dort ausſteigen konnten. Der Vorfall bewies die große Sicherheit des Bergbahnbe— triebes; ohne eine einzige der drei Bremſen, welche bei einer Lockerung des Seiles automatiſch und mittels Handgriffes des Maſchiniſten und Wagenführers eingreifen, blieben die Wagen beim Verſagen der Triebkraft auf der Stelle ſtehen. Treſchklingen(A. Sinsheim), 2. Juli. Letzte Woche iſt ein Dienſtknecht in dem be⸗ nachbarten Maſſenbach ſpurlos verſchwunden, ohne daß der Dienſtherr nach ihm fragte. Nun fand man lt.„Ldb.“ die Leiche des Vermißten mit einer Kofwunde in einem Getreideacker, in dem er anſcheinend ſchon mehrere Tage gelegen hatte. Der Dienſtherr und deſſen Sohn wurden verhaftet. Neuſtadt i. Schw, 3. Juli. Von ſchwerem Unglück wurde geſtern abend die Familie des Schmiedes Knöpfle hier betroffen. Die beiden Kinder, die 13jährige Emma und der 10 Jahre alte Gebhard, wollten abends in dem von Knöpfle geſteigerten Holzſchlag Leſeholz holen. Die Kinder gingen über einen Lagerholzplatz, woſelbſt auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weiſe mehrere Stämme ins Rollen kamen. Der Knabe wurde von den Stämmen totgedrückt, während das Mädchen nur leicht verletzt wurde. Aus der Pfalz, 4. Juli. Einen ſon⸗ derbaren Scherz leiſtete ſich dieſer Tage ein Unbekannter, indem er eine Strohpuppe auf das Schienengleis der Lokalbahn zwiſchen ich meinen Abſchied einreichte, der mir belei— digend ſchnell bewilligt wurde. Nun ſtand ich ohne Lebensberuf. Die alte Dame hätte ſich nun wohl auch mit meinem Ausſcheiden aus dem Juſtizdienſt ausgeſöhnt— mir blieben ja bei meiner juriſtiſchen Bildung eine Reihe von Berufen offen— aber ſte erfuhr gerade um dieſe Zeit, daß ich von meinem Kapital 15000 Mark erhoben hatte und irgend ein guter Freund hatte ihr zugeflüſtert, daß ich mich dem Gelde die anarchiſtiſche Propaganda unterſtützen wollte. In Wirklichkeit hatte ich die Summe meinem Vetter Kurt von Hoch— leitten zur Deckung ſeiner Ehrenſchulden ge— ſtehen. Meine Tante verlangte von mir Auskunft über den Verbleib des Geldes; ich konnte ihr dieſe nicht geben, da ich mich ehren⸗ wörtlich zum Schweigen ihr gegenüber ver— pflichtet hatte. Die gute Dame wurde ſehr böſe, verweigerte mir den ferneren Zuſchuß und erklärte, mich auch enterben zu wollen, ſowie ihr noch ein ungünſtiges Gerücht über mich zu Ohren kommen ſollte. Alle dieſe Vorkommniſſe hatten mich ſehr gereizt und unfähig gemacht, vorläufig eine andauernde Beſchäftigung auf anderem Gebiete zu ſuchen. (Fortſetzung folgt.) Oppau und Frieſenheim legte. Der Arbeiter⸗ zug, der zwiſchen 6 und 7 Uhr die Strecke paſſierte, mußte zum Stehen gebracht werden, um den„Lebensmüden“ zu beſeitigen, zum großen Ergötzen aller Fahigäſte. Stuttgart, 4. Juli. Hier wurden in der letzten Zeit vielfach Mädchen und Frauen von einem Unbekannten beläſtigt oder gar durch Meſſerſtiche verletzt. Großes Aufſehen erregte es beſonders, daß am 9. Januar am hellen Nachmittag auf dem Staffelweg bei der Wiederholdſtraße eine Gouvernante ſchwer ver⸗ wundet wurde. In dieſem Falle gelang es, den ruchloſen Burſchen zu ermitteln. Er ſtand ſoeben in der Perſon des verheirateten 30 Jahre alten Zementarbeiters Karl Eblen von Rohr⸗ acker vor den Geſchworenen. Die Anklage lautete auf verſuchten Totſchlag. Geladen waren 29 Zeugen, mehrere Sachverſtändige und ein Dolmetſcher. Der Attentäter Eblen wurde von ſeinen Arbeitgebern als fleißiger und tüchtiger Mann geſchildert. Mehrere Zeu⸗ gen bezeichneten ihn aber als leicht erregbaren und brutalen Menſchen. Der Vater des Eblen war ein Säufer geweſen. Die Geſchworenen ſprachen den Angeklagten nach kurzer Beratung ſchuldig, ohne Zubilligung mildernder Umſtände. Das Urteil lautete ſodann auf 7 Jahre Zucht⸗ haus und 5 Jahre Ehrverluſt. Eſchwege, 2. Juli. Ein originelles Ge⸗ ſuche um Strafaufſchub hat ein zu vier Wochen Gefängnis verurteilter Landbewohner im Januar an den Kaiſer gerichtet.—„Ich beuge mich vor der Majeſtät ſeinen Füßen,— ich habe 4 Wochen Gefängnis abzubüßen.— Das iſt für mich eine große Laſt,— ich möchte ſie ab⸗ machen, wenn es mir paßt.— Sr. Majeſtät zu ſeinem Geburtstag ein dreifach donnerndes Lebehoch!“ Stettin, 3. Juli. Der Bankier Knorr in Anelam iſt auf Antrag der Staatsanwalt⸗ ſchaft verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte wegen dringenden Verdachts der Depots⸗ unterſchlagung von 400000 Mk. Newyork, 3. Juli. Der Schnellzug Newyork-Buffalo verunglückte, indem er mit einem ſtillſtehenden Güterzug zuſammenſtieß. Das Unglück wurde durch die Unachtſamkeit eines Eiſenbahnbeamten verurſacht, welcher den Schnellzug auf dasſelbe Gleis brachte, wo der Güterzug ſtand. Der Stoß war furchtbar. Die Wagen des Schnellzuges türmten ſich über⸗ einander und fielen dann zu einem Trümmer⸗ haufen zuſammen. Die genauen Verluſte ſind noch nicht feſtgeſtellt, es ſteht aber feſt, daß viele Reiſende getötet und verletzt ſind. — Infolge des Genuſſes von verdorbenem Schweinefleiſch erkrankten in Ebersberg (Roſenheim) mehrere Familien ſehr bedenklich. Eine Perſon iſt bereits geſtorben. — Ungebühr vor Gericht. In einer Privatklageſache vor dem Schöffengericht in Jena äußerte die Privatklägerin, als ſie ſich zur Zurückziehung ihrer Klage genötigt ſah: Die Wahrheit gilt ja doch nicht mehr!“ Wegen dieſer Aeußerung wurde die Privat⸗ klägerin wegen Ungebühr vor Gericht in eine ſofort zu verbüßende Haftſtrafe von einem Tage genommen. Als die Frau hörte, daß ſte abgeführt werden ſollte, wandte ſie ſich noch einmal den Richtern zu und rief:„Es iſt das beſte, Gott tut die Erde auf und läßt das ganze Jenaer Amtsgericht verſchwinden!“ Darauf hob der Gerichtshof die eintägige Un⸗ gebührſtrafe auf und verwandelte ſie in eine dreitägige. Nun rief die Verurteilte den Richtern in ironiſchem Tone zu:„Ich danke ſchoͤn, ich danke ſchön— Sie ſind ſehr freundlich!“ Dann wurde ſie abgeführt. Der Vorſitzende ſprach ſein Bedauern darüber aus, daß eine weitere Erhöhung der Strafe nicht möglich ſei. — Immer Geſchäftsmann. Bewerber: „Und darf ich mir die Frage geſtatten, wieviel Ihre Tochter Mitgift bekommt?“ Kommer⸗ zienrat:„Meine Tochter bekommt eine halbe Million abzüglich 20 Prozent Skonto bei ſo— fortiger Auszahlung.“ — Unteroffizier(zum Einjährigen Medi⸗ ziner, dem das Griffeüben ſehr ſchwer fällt): „Ja ja, Einjähriger, hier iſt's nicht wie in der Anatomie, hier heißt's die Knochen zuſammen⸗ nehmen.“ — Kindermund. Frau(zu ihrem Manne): „Es wäre vielleicht beſſer, du ließeſt das Skat⸗ ſpielen endlich ſein, bei deinem ſchlechten Spielen verlierſt du ja immer.“— Der kleine Georg: „Wenn Papa ſo ſchlecht ſpielt, dann muß er Nachhilfeſtunden bekommen.“ — Man kann ſie nicht eſſen.„Nun, Elschen, biſt du mit dem Geburtstagsgeſchenk zufrieden?“— Elschen:„Ach, ja, Onkel, aber manchmal wünſchte ich doch, die Puppe, die du mir geſchenkt haſt, wäre ein Erdbeerkuchen mit Schlagſahe.“ — Der klein Diplomat. Lehrer(der ſoeben die Sanftmut und Bezähmung von Rachegelüſten ſeinen Kindern empfohlen hat): „Nun, Karlchen, was würdeſt du nun tun, wenn dich ein anderer Junge einen Lügner ſchimpft!“— Karlchen(nach einigem Ueber⸗ legen unſchlüſſig):„Wie groß iſt denn der Junge?“ — Stimmt auch. Feldwebel(zum Re⸗ kruten):„Was macht die ganze Kompagnie, wenn Zimmerviſtte angeſagt iſt?“— Rekrut: „Alle ſchimpfen!“ Volksbad Seckenheim. 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Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Beſitzer von Tauben verpflichtet ſind, letztere während der Ernte— zeit, das iſt vom 8. Juli bis 5. Auguſt, einzuſperren und daß Zuwider⸗ handlungen beſtraft werden. Seckenheim, den 1. Juli 1907. Bürgermeiſteramt J. V.: A. Hoerner. Uniform-Lieferung. Die Gemeinde Seckenheim beabſichtigt, für ihre freiw. Feuerwehr ca. 80 neue Uniformen 1. Garnitur anzuſchaffen.. Dieſelben ſind aus blauem Militärtuche herzuſtellen, gefüttert mit einer Reihe(8) Knöpfen, Achſelklappen, Paſſepoils am Kragen, an den Aufſchlägen und vornherunter, Stehkragen und Aufſchläge aus ſchwarzem Tuche, hinten verſtellbare Strippe. Für prima Stoff und tadellosen Sitz muss jede Garantie geleistet werden. Angebote hierauf ſind innerhalb 10 Tage an das Bürgermeiſteramt Seckenheim zu richten. Seckenheim, 5. Juli 1907. 1 Gemeinderat: Ratſchreiber J. V.: A. Hoerner. Ritter. Bekanntmachung. Für das 2. Ouartal Umlagen ſowie für die Allmendſteuer iſt die Zahlungsfriſt abgelaufen und erſuche, bei Vermeidung der Mahnung, die Rückſtände zu bezahlen. Der Gemeinderechner: G. L. Seitz. Bekanntmachung. Nach Beſchluß der Generalverſammlung vom 2. März 1907 wird vom 1. Juli d. J. der Zinsfuß für Spareinlagen auf 3½% für Darlehen auf 4½%, für Darlehen auf laufende Rechnung auf 3½¼% bezw. 5% und für Hypotheken vom nächſten Zinsfälligkeitstermin auf 4½% erhöht. Was wir hiermit zur Kenntnis unſerer Mitglieder und Sparein— leger bringen. Seckenheim, 25. Juni 1907. Ländlicher Kreditverein Seckenheim E. G. m. u. H. Gg. Leonh. Volz Gg. Jac. Seitz Zur gefl. Beachtung! Meiner werten Kundſchaft und der verehrl. Einwohnerſchaft mache hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich am kommenden Dienstag, den 9. Juli 1907, vorgerückten Alters wegen meine langjährige 2 Bäckerei aufgeben werde und ſpreche für das mir bisher in ſo reichem Maße geſchenkte Wohlwollen meinen beſten Dank aus. Das Colonfalwarengeschäft mit Mehlhandlung wird mein Sohn Georg Ludwig über⸗ nehmen, welcher dasſelbe in unveränderter Weiſe unter der gleichen Firma weiterführen wird und bitte ich höflichſt, das mir entgegen- gebrachte Vertrauen auch auf meinen Sohn übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll Georg Leonhard Seitz, Hätzermeiſler. Bezugnehmend auf Obiges wird es mein eifriges Beſtreben ſein, meine werte Kundſchaft aufs beſte zu bedienen und bitte um geneigtes Wohlwollen. Hochachtungsvoll 1 Georg Ludwig Seitz. ö 0 0 Ginſtige Gelegenheitskäufe 19 bieten ſich im Auktionslokale N MANNHE TIN 5 in neuen und gebrachten Möbeln aller Art als: compl. 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Brauerei zum ſelbigen reiſe bezogen werden können. Ferner machem wir bekannt, daß nach Beſchluß unſerer Mitglieder— verſammlung vom 3. ds. Mts. von heute ab der Liter Schorle-Morle 70 Pf. koſtet und die ſogenannten Freiliter(elfte Liter) in Wegfall kommen. Der Vorſtand. Ansetzbranntwein in jeder Preislage. Feinspritt 90 und 96% Sämtliche Gewürze in feinſter Qualität Cognac, Arac, Rum, Tafel- u. Einmach- Essige, Burgunder-Essig, Frucht-Essig, Ohampagner-Essig, Essig-Essenz. Feinstes Salat- Oel wohlgepflegt, reinſchmeckend u. ſehr fettreich ½ Ltr. 45, 50, 60, 70 Pfg. Gebrannter Kaffee in hervorragend feiner Qualität u. ſtets friſch ½ Pfd. 50, 60, 70, 80, 90 100 Pfg. Roh ⸗Rafſee in großer Auswahl ½ Pfd. von 38 Pfg. an bis zu 80 Pfg. Friedrichsdörfer Zwieback 15 und 17 Pfg. Alberbert Biscuit, Freiburger Delikatess-Bretzel Pacet 15 Pfg. Süssrahmtafelbutter Aug. Jericho. Sammel⸗Anzeiger. 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