1 4 Anzeigeblatt für Seckenbeim und Noesheſm. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 30 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. Anzeigen: Die einſpaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 59. Mittwoch, den TI. Juli 1907. 7. Jahrgang Etwas, was jeder wiſſen ſollte. (Fortſetzung.) Ausgemacht iſt, daß unmittelbar vor der geſchichtlichen Zeit Kelten in dieſer Gegend wie im ganzen weſtlichen Deutſchland gewohnt haben, jedenfalls viele Jahrhunderte lang. Dieſe Kelten gehören dem indogermaniſchen Völkerzweige an, müſſen aber vor den eigent⸗ lichen Germanen ihre Heimat verlaſſen und ſich weſtwärts gewendet und dabei auch unſere Gegend beſiedelt haben. Man kann von dieſen Kelten behaupten: ſie müſſen Leute geweſen ſein, die ſich einer höheren Bildungsſtufe erfreuten, als die etliche Jahrhunderte vor Chriſti Geburt einwandernden Germanen; ſie müſſen außerdem, wenn auch von den Ger— manen unterjocht, doch die Lehrer und Bildner derſelben geworden ſein, die ihnen die erſten Anfänge einer höheren Kultur des ſeßhaften Lebens, des Ackerbaues, der Viehzucht und was damit zuſammenhängt, beigebracht haben. Das erkennt man ganz deutlich an den Namen der Haushaltungs⸗ und landwirtſchaftlichen Gegen⸗ ſtände und Gerätſchaften, die unſere deutſchen Vorfahren von den Kelten mit den Dingen ſelbſt übernommen haben. Es ſind das die Namen von Kleidungsſtücken, Geräten, Haus⸗ tieren und dergl., die ſicher von Kelten ſtam⸗ men. Wenn alſo auch die Geſchichte nichts zu erzählen wüßte vom Wohnen der Kelten in unſerem Lande und in unſerer Gegend, dieſe Namen würden es ſchon beweiſen. Allein noch ſchlagender wird dies bewieſen durch die Namen vieler Flüſſe, Bäche, Berge, Dörfer, die nur aus dem Keltiſchen, beziehungsweiſe aus den verwandten Sprachen, zu verſtehen ſind. Mone hat zuerſt darauf hingewieſen; man hat zwar fehr über ihn gewitzelt, aber wiederlegt hat man ihn meines Erachtens nicht. Laſſen Sie mich einige von dieſen Namen aufzählen. Der Name der Tauber iſt aus dem deutſchen, reſp. germaniſchen, nicht zu erklären, aber keltiſch heißt dobhar und dobhair Waſſer, Fluß, Grenzfluß; die Tauber war in der Tat immer eine Grenze der Völkerſtämme. Der Fluß Jaxt oder Jagſt hat ſeinen Namen vom galliſchen Jasg, der Fiſch; die Jaxt iſt noch heute beſonders fiſchreich. Was ſoll der Name der Kraichbach deutſch heißen? Im keltiſch⸗ galliſchen heißt creuch ſoviel als Schlamm, Leimen, alſo Kraichbach heißt Schlamm- oder Leimenbach, weil ſie wie alle Bäche des Kraich⸗ gau's durch Löß fließt und immer trübes Waſſer hat; bei Wiesloch heißt die Bach Leimbach, daß iſt die richtige deutſche Ueber ſetzung für Kraichbach und Leimen liegt dort ganz in der Nähe. Weſchnitz heißt der Bach bei Weinheim. Was bedeutet dies Wort? Es iſt nicht deutſch, es iſt keltiſch; uisge heißt Waſſer, Fluß; die Weſchnitz hieß noch im Mittelalter Uisgoz, das kommt von uisgog kleiner Fluß, das paßt ganz genau auf die Weſchnitz, die manchmal ein Bach, manchmal ein kleiner Fluß iſt. Der Name Rhein ſelbſt kommt eher vom Wälſchen rhin— Kanal, als vom deutſchen hrinnen= rinnen. (Fortſetzung folgt.) Aus Nah und Fern. )(Seckenheim, 22. Juli. Wie wir vernehmen, wird der Männergeſangverein am Samstag, 3. Auguſt ein Gartenfeſt im „Schloß“ veranſbalten, welches inſofern eine beſondere Anzehungskraft ausüben dürfte, als der Verein die beim nationalen Geſangswett⸗ ſtreit in Mannheim mit ſo großem Erfolg geſungenen Preischöre zu Gehör bringen wird, außerden werden verſchiedene Soli zum Vor⸗ trag kommen. An den geſanglich-muſtkaliſchen Teil wird ſich einem vielfach geäußerten Wunſche entſprechend— von 11 Uhr ab— ein Tanz⸗ vergnügen anſchließen. Alles in allem genom⸗ men wird das Feſt den Teilnehmern einige genußreiche Stunden bieten. 2. Seckenheim, 23. Juli. Das Gau⸗ turnfeſt des Bad. Pfalzturngaues, das in den Jahren wo kein Kreisturnfeſt ſtattfindet, abge⸗ halten wird, wurde in dieſem Jahre der Turn⸗ genoſſenſchaft Rheinau übertragen und hat am vergangenen Sonntag, den 21. d. Mts. unter allgemein ſtarker Beteiligung, ſowohl der ſich beim Feſte aktiv beteiligten Turner, als auch ſonſtiger Feſtbeſucher ſtattgefunden. Der Verlauf des Feſtes war ein der Sache entſprechend würdiger, wozu auch die überaus günſtige Witterung weſentlich beitrug. Dem Feſte, das von einigen Kleinigkeiten abgeſehen, in allen Teilen gut vorbereitet war, ging am Samstag Abend 8 Uhr beginnend eine Sitzung des Kampfgerichts voraus, in welcher über die dieſen Teil des Feſtes(das Wetturnen) betr., Beſtimmungen durchberaten wurden und die Einteilung der Kampfrichter an die einzelnen Geräten erfolgte. Hieran anſchließend fand im Saale zum„goldenen Hirſch“ ein Feſtbankett ſtatt, das ſehr gut beſucht war und ein reich⸗ haltiges Programm, das den Erwartungen entſprach, gelangte zur Abwicklung. Der Haupt⸗ tag des Feſtes ſollte nun den Vereinen Gele- genheit bieten, ſich gegenſeitig nach ihren Kräften zu meſſen und um dies in jeder Hinſicht zu ermöglichen, mußte ſchon früh 3/46 Uhr zum Einzelwetturnen in Ober- und Unter⸗ ſtufe angetreten werden und zwar wickelte ſich dieſes in folgender Weiſe ab. Zum Einzel⸗ wetturnen in der Unterſtufe ſind alle Turner des Gaues berechtigt, welche nicht auf dem letzten Gau- oder Kreisturnfeſt ſich einen Kranz errungen haben und ſind deshalb auch die aus⸗ zuführenden Pflichtübungen an den Geräten leichter gewählt als in der Oberſtufe, auch hat in der Unterſtufe jeder Turner nur an jedem Gerät je eine Pflichtübung und eine ſelbſtge⸗ wählte Kürübung auszuführen und außerdem zu zwei volkstümlichen Uebungen anzutreten, während dem in der Oberſtufe jeder Turner an jedem Gerät(Reck, Barren und Pferd) je zwei vorgeſchriebenen Pflichtübungen und je eine Kürübung und 3 volkstümliche Uebungen aus⸗ zuführen hat, zuſammen alſo 12 Uebungen. Da dieſe Uebungen was Schwierigkeit und Ausdauer betrifft, die Leiſtungsfähigkeit auch der beſten Turner hart ſtreift, bedarf es kaum noch einer beſonderen Erwähnung, daß in dieſer Klaſſe nur derjenige Turner auf einen Sieg rechnen kann, der durch unermüdliche, intenſive Uebung ſeinen Körper allſeitig durch⸗ gebildet und geſtählt hat und über eine erſtau⸗ nenswerte Gewandheit, eiſerne Zähigkeit und Ausdauer verfügt. Gilt es doch hierbei Uebungen in Schwung und Kraft an den Geräten und Weithoch-, Stabhochſpringen und Gewichtheben in den volkstümlichen Uebungen auszuführen. Zu dieſen beiden Einzelkämpfen traten nahezu 200 Turner an. Nach Beendi⸗ gung derſelben um 10 Uhr wuede mit dem Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. Schultze war aber anderer Meinung. „Ich halte das doch für unwahrſcheinlich“, ſagte er, wenn der Betreffende wirklich ein ſo ſchwerer Verbrecher iſt, wie Sie angeben, wird er ſich nicht ſo ohne weiteres in die Offent⸗ lichkeit wagen. Daß der Gründe hat, ſich zu verbergen, deutet ja ſchon der geheimnisvolle Briefwechſel an Wollen Sie nun einmal vor— läufig die Station und deren Umgebung im Auge behalten; das können Sie ja von dem Reſtaurant aus, in dem ſich Ihre Damen be— finden. Ich ſelbſt werde einmal im Ort nach weiteren Spuren forſchen.“ Winter war damit ſehr einverſtanden und ging zu ſeinen Damen indeß ſich Schultze weiter ins Dorf begab. Nach etwa einer Stunde kam er wieder. Er war über und über mit Schmutz bedeckt und völlig durchnäßt. Seine Augen leuchteten aber, denn er war der Meinung, gute Nachricht zu bringen. Unter dem Vorgeben, ihm ein wenig behülflich bei der Inſtandſetzung ſeines Aeußeren ſein zu wollen, ging Winter mit ihm in ein anderes Zimmer. „Nun“? fragte er geſpannt. 1 E „Ich glaube, ich habe die Spur“, er⸗ wiederte Schultze.„Ein Mann von der Er⸗ ſcheinung Hochſtettens, deſſen Eintreffen ſchon der Bahnſteigſchaffner beſtätigte, iſt um das Dorf herum auf dem Fußpfad der Waldwieſe noch einem einſamen Häuschen gegangen, das in der Nähe des Tegeler Weges gelegen iſt. Aus dieſem Hauſe iſt er nach kurzer Zeit mit einem zweiten, deſſen Aeußeres nur mit der Erſcheinung unſeres Verdächtigen übereinzu⸗ ſtimmen ſcheint, gekommen. Und die beiden ſind dann langſam den Tegeler Weg hinauf⸗ gegangen. Der von uns als Hochſtetten ange⸗ ſehene hat, wie ich auch in Erfahrung brachte, eine Rückfahrkarte zweiter Klaſſe gehabt, war alſo der Abſicht, von Hermsdorf aus wieder nach Berlin zurückzukehren. Ich vermutete, daß die beiden auf dem einſamen Wege ein Geſpräch führen werden, das ſie den vier Wänden eines Hauſes nicht anvertrauen mochten. Praktiſch wäre es nun vielleicht, wenn Sie mit Ihren Damen als anſcheinend harmloſe Spazier- gänger auch den Weg hinauspromenierten. Der Doktor wird Sie wohl nicht wieder erkennen, und ſelbſt wenn dies der Fall iſt, kaum Ver⸗ dacht ſchöpfen. Der ſogenannte Molski kennt Sie überhaupt nicht, und die beiden Damen gehen ja tief verſchleiert. Haben Sie die Ge⸗ wißheit, daß die Perſönlichkeit des zweiten Mannes mit des von Ihnen geſuchten identiſch iſt, ſo kehren Sie vielleicht auf einem Neben⸗ wege ſchnell zurück, damit wir das weitere ver⸗ anlaſſen können. Aus den Krallen ſoll er uns dann nicht mehr kommen, dafür ſetze ich meine Berufsehre ein“. Winter erklärte ſich mit dieſen Vorſchlägen einverſtanden, und wenige Minuten ſpäter ſtapfte er mit ſeiner Frau und Maria auf dem auf⸗ geweichten und unbequemen Fußweg dahin. Beide Frauen wußten jetzt, zu welchem Zweck dieſer„Spaziergang“ unternommen wurde. Etwa eine Viertelſtunde waren die Drei weitergegangen, als auf einmal Menſchenſtimmen vernehmbar wurden. Es regnete fein. Ueber einem Hügel kamen zwei Männer in eifrigem Geſpräch. Wiewohl ſie ziemlich laut redeten, konnte man doch bei dem herrſchenden Winde nichts Genaues verſtehen. Winter erkannte in dem einen ſofort den Doktor, und als Maria plötzlich wie hilfeſuchend nach ſeinem Arm griff, wußte er auch, wer der andere war. „Er iſt's“, hauchte das Mädchen. „Jetzt ruhig vorbeigehen und keine Auf⸗ merkſamkeit erregen“, flüſterte der Rechts- anwalt. Schweigend und anſcheinend gleichgültig blickend paſſterte man die beiden. Winter wandte ſein Geſicht zur Seite, um zu ver⸗ hindern, daß ihn Hochſtetten möglicherweiſe er⸗ kenne. Aber der Doktor, der ſichtlich aufgeregt war, achtete der Gruppe weiter gar nicht. Molski dagegen prüfte die drei mit 3 Sehenhrinet Aweiget 5 1 1 Vereinswetturnen begonnen, hieran beteiligten ſich 24 Vereine. Es war nahezu 1 Uhr als das Wetturnen beendigt war und mancher Tropfen Schweiß war in Anbetracht der großen Hitze die Stirn der, um nichts anders als die Ehre den ſchlichten Eichenkranz aufs Haupt geſetzt zu bekommen, Kämpfenden herabge⸗ floſſen. Und es war eine Freude für jeden Freund körperlicher Gewandheit, zu ſehen wie hier in formvollender Weiſe die Turner ſpielend ihre Glieder in allen Stellungen, Lagen und Bewegungen beherrſchten. Um 2 Uhr nahmen die Vereine Aufſtellung zu einem ſtattlichen Feſtzug der ſich durch die verſchiedenen Orts⸗ teilen Rheinaus in beſter Ordnung bewegte. Auf dem Feſtplatze angelangt ſtellten ſich die aktiven Turner 4 Säulen zu je 4 Reihen auf, zur allgemeinen Stabübung. Die Aufſtellung gelangte unter der geſchickten Leitung des 1. Gauturnwarts Herrn Bitter flott zur Aus— führung. Ein überwältigens Bild bot ſich dem Auge des Zuſchauers als auf Komando die über 500 Stabturner die Ueberkleider ablegten und alles in blendendem Weiß daſtand. Die Stabübungen wurden, nachdem dieſelben von 2 Vorturner vorgeturnt waren, mit Muſikbe⸗ gleitung einheitlich und ſchneidig ausgeführt. Mittlerweile war es halb fünf Uhr geworden und die jetzt noch vorhandene kurze Zeit konnte der Erholung gewidmet werden, die ſelbſtver— ſtändlich wohlbekam, nachdem man von Moecgens ½6 Uhr faſt ohne Unterbrechung ſich der Arbeit in äußerſter Anſtrengung gewidmet hatte. Nach 6 Uhr erſchien das Kampfgericht, alles ſtrömte nun nach der Bühne erwartungsvoll und ſpannend den Moment erwarternd wo das Reſultat der Wettkämpfe bekannt gegeben wird. Man war um ſo ſpannender auf das Reſultat, weil dieſes Jahr bei jeder Kampfrichtergruppe ein auf dieſem Gebiet durch langjährige Praxis durchaus erfahrener, urteilsfähiger, ausgebil⸗ deter Turner vom Turnverein Mannheim als unparteiiſcher Kampfrichter zugeteilt war und. ſomit jeder Einzelne genau ſeiner Leiſtung ent⸗ ſprechend ein Reſultat zu erwarten hatte. Das Ergebnis war nach der Rangliſte geordnet folgendes:„1. Vereins wetturnen.“ Es erhielten Auszeichnungen J. Abteilung J. Klaſſe: 1. Turnverein Seckenheim, 2. Turnerbund Jahn Seckenheim, 3. Turnverein Rohrbach, 4. Turn⸗ verein Altlußheim. II. Abteilung J Klaſſe: 1. Turngeſellſchaft Plankſtadt, 2. Turnverein Plankſtadt, 3. Turngenoſſenſchaft Rheinau, 4. Turnverein Reilingen, 5. Turnverein Neu- - lußheim. III. Abteilung J. Klaſſe: 1. Turn⸗ verein Germania St. Ilgen, 2. Turnerbund Rohrbach. J. Abteilung II. Klaſſe: 1. Turn⸗ verein Hockenheim, 2. Turnverein Leimen, 3. Turnverein Schwetzingen, 4. Turnverein Wal⸗ dorf, 5. Turngeſellſchaft Plankſtadt, 6. Turnverein Wieblingen, 7. Turngeſellſchaft Schwetzingen, 8. Turngeſellſchaft Friedrichsfeld, 9. Turnverein Roth, 10. Turngeſellſchaft Oftersheim. 11. Turnerbund Ketſch, 12. Turnerbund Fried⸗ richsfeld. Einzelwetturnen: 1. Ober⸗ ſtufe. 6 Kampf: 1. Sieger Georg Volz J, Turnverein Seckenheim, 2. Weber, Leimen, 3. Hoffmann, Hockenheim, 4. Ad. Wohlfart, Turn⸗ verein Seckenheim, 5. Phil. Schnabel, Turner⸗ bund Jahn Seckenheim außerdem wurde in dieſer Stufe noch Joh. Erny, Turnverein Seckenheim 9. Sieger. 2. Unterſtuafe: 1. Sieger Weber, Turnverein Leimen, 2. Volk, Plankſtadt, 3. Schreck, Turnerbund Jahn Seckenheim, 4. Volgler, Turnerbund Jahn Seckenheim, 5. Kittemann, Leimen, außerdem wurden vom Turnverein Seckenheim noch Sieger Volz Jakob 11., Klumb Karl 21., Hartmann Jak. 29., Gebauer Max 30. und Vogler Sebaſtian 31. Mannheim, 22. Juli. In hifloſem Zuſtande wurde heute früh unter dem erſten Bogen der neuen Neckarbrücke ein hier wohn⸗ hafter verheirateter 26 Jahre alter Taglöhner aufgefunden, er war im Geſicht und am linken Bein verletzt; ſeine Kleider waren durchnäßt, ſo daß anzunehmen iſt, daß er in betrunkenem Zuſtande von der Brücke, die er unberechtigt paſſierte, herabgefallen iſt. Karlsruhe, 24. Juli. Nach mehr⸗ tägiger Verhandlung des hieſigen Schwurgerichts wurde der Rechtsanwalt Hau, welcher beſchul⸗ digt war, ſeine Schwiegermutter in Baden— Baden meuchlings erſchoſſen zu haben, zum Tode verurteilt. Niefern(A. Pforzheim), 20. Juli. Einen unheimlichen Fund machten einige Erd— arbeiter hier beim Abgraben eines Garten— platzes. Sie fanden nacheinander 3 menſchliche Skelette von Männern in einer Tiefe von einem Meter. Vom Oberrhein, 21. Juli. Ein aufregender Vorfall wird vom Rheinfall ge— meldet. Ein junger Burſche beſtellte ſein Ge— liebte zu einem Stelldichein auf die den Strom oberhalb des Falles überſetzende Brücke. Dem Mädchen kam die Sache aus irgend einem Grunde nicht geheuer vor und erſchien deshalb mit einer Freundin. Zwiſchen dem Liebespaar entſpannen ſich bald heftige Auseinander- ſetzungen, die damit endeten, daß der Burſche verſuchte, das ihn abweiſende Mädchen über das Geländer in den toſenden Strom zu ſtürzen. Infolge des lebhaften Wiederſtands des ſich am Boden anklammernden und von der Freundin kräftig unterſtützten Mädchens blieb der Verſuch des Burſchen erfolglos. Als derſelbe nun ſah, daß alle ſeine Anſtrengungen vergeblich, ſtürzte er ſich plötzlich vor den Augen der entſetzten Mädchen mit einem wilden Satz in den raſenden Strom, wo er alsbald zwiſchen den Wellen und Felſen verſank. Die Leiche wurde noch nicht aufgefunden. Poſen, 22. Juli. Ein Soldat des 19. Infanterie-Regiments, der in Begleitung eines Ziviliſten aus der Stadt nach dem Vorort Winiary ging, wurde von 10 angetrunkenen jungen Burſchen ohne Grund durch 3 Meſſer— ſtiche ſo ſchwer verletzt, daß er auf dem Transport zum Garniſons-Lazarett verſtarb. Sein Begleiter wurde gleichfalls lebensgefährlich verletzt. Die Täter entkamen. Vermiſchtes. — Eine niedliche Wettgeſchichte. Einer der Kaiſerſöhne traf unlängſt auf den Pots⸗ damer Militärſchießſtanden einen jungen Offi⸗ zier, der auf Ringſcheibe ſchoß und ſofort nach dem Abziehen den Schuß mit:„Neun rechts“, „Zehn unten“ noch vor dem Anzeigen zu⸗ treffend anſagte. Der Prinz ſprach ſeine Ver⸗ wunderung über dieſe Sicherheit in der Beur⸗ teilung des Schuſſes aus, nannte es aber Zufall und bot dem Offizier eine Wette an, er könne nicht vorher das Reſultat von fünf Schuß hintereinander richtig angeben. Schmun⸗ zelnd erklärte ſich der Schütze damit einver— ſtanden; auf zwei Flaſchen Sekt ging die Wette. Fünf Patronen wurden ausgezählt, und der Leutnant begann. Erſter Schuß: „Vorbei.“ Der Gefreite am Ziel ſchwenkte den Anzeigeſtock zum Zeichen des Fehlens hin und her. Zweiter Schuß:„Vorbei.“ Dritter Schuß:„Vorbei“; ein vierter Schuß:„Auch vorbei“, erklärte richtig der junge Offizier. Ja, aber was machen Sie denn? Ich glaubte, Sie ſchöſſen auf die Scheibe,“ fragte der er— ſtaunte Prinz.„Gewiß: ich ſchieße aber ſo, um meinen Sekt zu gewinnen“, lautete der trockene Beſcheid. Eine weitere„Treffer“probe wurde nicht verlangt. Der Prinz ſchrieb abends im Kaſino einen Bon auf zwei Flaſchen Sekt. — Das 25⸗jährige Dienſtjubiläum eines Briefträgers hat zu folgender Berechnung Anlaß gegeben: Schätzungsweiſe legt ein Brief⸗ bote täglich 32 Kilometer zurück. Da er nun jährlich 335 Dienſttage zählt, ſo durchmißt er in einem Jahre rund 11000 Kilometer. In 25 Dienſtjahren beträgt mithin der von ihm zurückgelegte Weg 275000 Kilometer. Vergleicht, man damit den Umfang der Erde, der am Aequator 40000 Kilometer beträgt, ſo kommt man zu dem Ergebnis, daß der Briefträger ſiebenmal die Erde umſchritten hat. Nimmt man ferner das Gewicht ſeiner Traglaſt an Briefen, Zeitungen(die immer umfänglicher und damit um ſo ſchwerer werden) u. ſ. w. mit 20 bis 25 Kilogramm an, ſo hat er in den 25 Dienſtjahren 200000 Kilogramm Papier in die Häuſer ſeines Dienſtbezirks geſchafft. — Der Kampf im Berliner Baugewerbe dauert ſchon annähernd zwei Monate. Die Unternehmer haben jetzt die Ausſperrung wieder aufgehoben, ſo daß nur noch der Streik der verſchiedenen Bauarbeitergruppen beſteht. Die Unternehmer haben ſich zu dieſem Schritt ent⸗ ſchloſſen, weil ſie bei verſpäteter Fertigſtellung der Bauten nach den abgeſchloſſenen Bauver⸗ trägen wohl bei der Ausſperrung, nicht aber beim Streik zu Konventionalſtrafen herange⸗ zogen werden können. — Durch einen Walfiſch zum Kentern gebracht wurde daß Schiff Vaerge aus San⸗ defjord. Als das Schiff Bellſundan der Weſt⸗ küſte von Spitzbergen kreuzte, ſchoß plötzlich ein rieſiger Walfiſch auf das Schiff los und be⸗ ſchädigte es derart, daß es ſofort ſank. Die Blick und ſein feiſtes Geſicht wurde um einen Schein bleicher. Als ſie außer Hörweite der Drei waren, ſagte er ärgerlich: „Der Teufel ſoll mich holen, wenn der Kerl da nicht der Rechtsanwalt Winter aus Gent war,— oder mein untrügliches Perſonen⸗ gedächtnis müßte mich im Stich gelaſſen haben!“ „Und wird's auch wohl“, brummte Hoch⸗ ſtetten.„Wie ſollte er denn plötzlich bei dieſem Schmutzwetter in den märkiſchen Kiefernwald kommen“?(Winter hatte natürlich beim Beſuch in der Sprechſtunde einen fingierten Namen genannt.) „Ich möchte wünſchen, daß ich mich irre“, verſetzte Molski darauf,„aber möglich iſt ja alles“. Daß Winter Erwins Verteidiger war, wußte er ſelbſtverſtändlich nicht, ſonſt hätte er wohl noch mehr für möglich gehalten. Als Winter mit ſeinen Damen die Anhöhe überſchritten hatte, über welche die Zwei ge—⸗ kommen waren, ſagte er: „Wir wollen nun langſam umkehren. Ich ſehe aber zu, daß ich mich im Gebüſch in der Nähe der beiden Verbrecher heranſchleichen kann. Möglicherweiſe höre ich doch noch das eine oder andere. Geht ihr nur langſam zurück. Furcht braucht Ihr nicht zu haben. Ich bin ja auf jeden Fall in Eurer Nähe. Und allzuweit ſind wir ja auch vom Orte nicht entfernt“. Eiligſt lief er zwiſchen den Bäumen hindurch den beiden Männern nach. Wiewohl er ſich bis in ihre Nähe zu ſchleichen vermochte, konnte er doch kein Wort von ihrer Unter- haltung verſtehen. Plötzlich ſchwenkte Molski mit ſeinem Begleiter in einen entgegengeſetzten Seitenpfad ein. Das ſcharfe Auge des Dicken hatte nämlich in den Kiefern uad Fichten⸗ ſtämmen doch den Verfolger erblickt, und Molski wußte jetzt ſicher, daß Gefahr im An⸗ zuge war. Der Spaziergang durch den Wald hatte nun Winter zum wenigſten die Gewißheit gebracht, daß der Dicke aufgeſpürt war. Nun galt es, ſich ſeiner Perſon zu bemächtigen. Daß dies ſo einfach nicht ſein würde, wußte der Rechtsanwalt. Er beauftragte den Detektiv mit den weiteren Beobachtungen in Hermsdorf und verpflichte ihn, dem Dicken ohne Verzug überall dahin zu verfolgen, wohin ſich dieſer begeben würde. Darauf fuhr Winter mit den beiden Poe nach Berlin zurück und eilte auf das olizeipräſidium. Einer der höheren Beamten der Kriminalpolizei war ihm von der Univer⸗ ſität her bekannt und befreundet. Dieſem teilte er den Fall und ſeine dazu gemachten Beob⸗ achtungen mit. Der Beamte, ein Dr. Gräber, zeigte ſich auf das lebhafteſte intereſſiert. „Sie haben uns da einen unſchätzbaren Dienſt erwieſen“, ſagte er freundlich.„Wir haben nämlich dieſen Hochſtetten ſchon lange unter Beobachtung. Das iſt ein ganz windiger Bruder. Er hat ſchon mehrermale ein ge⸗ wiſſes vergittertes Haus geſtreift. Das erſte Mal machten wir bei einem großen Spieler⸗ prozeß ſeine Bekanntſchaft. Er war eigentlich auch hinein verwickelt, aber es gelang ihm noch einmal den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Das zweite Mal war er an einer Wechſel⸗ ſchieberei⸗ Angelegenheit beteiligt, kam aber wieder mit einem blauen Auge davon. Diesmal aber hoffe ich, den Patron feſtzubekommen.“ „Darf man erfahren, um was es ſich handelt“? fragte Winter. „Gewiß“, ſagte Dr. Gräber,„und zwar umſomehr, als Ihre und unſere Angelegenheit in einem inneren Zuſammenhange ſtehen. Sie wiſſen wohl, daß Ihr Klient und unſer Doktor hier eine gemeinſame Tante haben, die Generalin Berg. Dieſe alte Dame gilt für ſehr reich und iſt es auch wohl. Dr. Hoch⸗ ſtetten iſt, ſeit damals mit Ihren Klienten die dummen Geſchichten paſſiert ſind, Alleinerbe ihres Vermögens und er ſcheint Geld ſehr nötig zu gebrauchen. Vergangene Woche iſt nämlich im Hauſe der Generalin ein Vergiftungsfall vorgekommen, der zwar eine Dienerin betraf, aber es ſcheint uns doch, als ſei der Verſuch gegen die alte Dame gerichtet geweſen. Hoch⸗ ſtetten hat jetzt nämlich mehr wie einen Grund, ihr baldiges Ableben zu wünſchen. (Fortſetzung folgt.) — Begreiflich. „Haſt Du gehört, daß dem Hurzel das rechte Ohr auf der Treibjagd durchlöchert worden iſt?“„Ja, deſſen Ohren ſind aber auch die reinſten Schützenſcheiben!“ 1 1 9 * Beſatzung konnte durch einen anderen in der Nähe ſich aufhaltenden Walfiſchfänger gerettet werden. Eingeſandt. Bericht über die% ährige General-Oersamm- lung des Medizinal-Uerbandes. . Nachdem das Protokoll genehmigt war, erſtattete der Vorſitzende, Herr Hch. Kuby, den Geſchäftsbericht, aus dem wir folgendes entnehmen: Stand der Mitgliederzahl am Ende des Jahres 1906: 212 Familien, 27 einzelne Mitglieder mit zuſammen 906 Köpfen; ſcharf kritiſterte derſelbe das Verhalten der Gemeinde— behörde bezüglich einen jährlichen Zuſchuß an den Verband zu leiſten, worüber dieſelben aus prinzipiellen Gründen unſerm Geſuche nicht entſprechen können, trotzdem im Voranſchlag für gemeinnützige Vereine 600 Mk. und für allgemeine Vereine 270 Mk. bewilligt worden ſind; es ſoll im Laufe der nächſten Zeit noch mals ein Geſuch ein die Gemeinde gerichtet werden, was einſtimmige Annahme fand. Aus⸗ ſchußſitzungen fanden ſechs ſtatt inkl. 2 Sitzungen unter Hinzuziehung der Herren Aerzte und Herrn Apotheker Ketterer; über verſchiedene Neuregelungen innerhalb des M.-V. wurde auf Gegenſeitigkeit unter Vorbehalt der Genehmi— gung der Generalverſammlung ein Vertrag ler⸗ ſcheint in nächſter Nr.) mit den Herren Aerzten abgeſchloſſen. Auf Anregung der Herren Aerzte, wieder nach Talon zu zahlen, wurde ſtattgegeben, ebenſo mit denſelben und Herrn Apotheker Ketterer /zjährliche Zahlung vereinbart, ſodaß wenigſteus einige Mark Zinſen inanbetracht der großen Ausgaben(welche dieſes Jahr durch Eintreten verſchiedener Kinder-Krankheiten er⸗ wuchſen) herausſpringen; weiter wurde auf unſern Vorſchlag, daß die Herren Aerzte die Rezeptſcheine ſelbſt ſtellen ſollen, in anerkennens⸗ werter Weiſe befürwortet. Bei etwa vorkom⸗ menden Krankheiten, wie Ohrenauslaufen, kleinen Verwundungen uſw. ſollen zur Erleich⸗ terung der Aerzte, die Krankenſchweſtern beige⸗ zogen werden. Auf Anregung der Vorſtand⸗ ſchaft, betreffend Zurückgabe der Medizingläſer und Töpfe uſw., was den Verband jährlich viel koſtet, wurde dies von ſeiten der Aerzte und Apotheker aus hygieniſchen Gründen verworfen; es ſoll nochmals mit Herrn Apotheker Ketterer Rückſprache genommen werden, ob unſer Vor— ſchlag nicht auf die eine oder andere Weiſe geregelt werden kann, wofür ſich ein Mitglied, das in der Reinigung der Gläſer beſonders bewandert iſt, bei der nächſten Sitzung mit hinzugezogen werden ſoll. Verſchiedene Ver— waltungsangelegenheiten wurden von dem Vor⸗ ſitzenden noch bekannt gegeben. Es entſpann ſich eine längere Diskuſſion ſpeziell über den Vertrag mit den Herren Aerzten, wonach der— ſelbe in einzelnen Punkten beanſtandet und ſcharf das Vorgehen der Herren Aerzte in demſelben kritiſtert wurde; der Vertrag ſoll nochmals gemeinſchaftlich mit den Herrn bera— ten und der nächſten Generalverſammlung zur Genehmigung vorgelegt werden. Damit war der Geſchäftsbericht erledigt. Den Kaſſenbericht erſtattete Herr Kaſſier Anton Ruf und wurde demſelbe für ſeine prompte Pflichterfüllung auf Antrag der Reviſoren Decharge erteilt und gab derſelbe noch die Mitgliederzahl im 1. Halbjahr wie folgt bekannt: 239 Mitglieder mit zuſam⸗ men 893 Köpfen; eingetreten ſind 6 Familten und 2 einzelne Perſonen, ausgetreten ſind 9 Familien. Unter Punkt Verſchiedenes wurde vom Vorſtand bekannt gegeben, daß die vereinigten Medizinal⸗Verbände Mannheims ein diesbezüg⸗ liches Rundſchreiben ergehen ließen, wonach die umliegenden Orte, wo ein Medizinalverband beſteht, durch Zuſammenſchluß zuſammenge— ſchmolzen werden ſollte; es ſoll in allernächſter Zeit eine Sitzung behufs weiterer Beratung in Mannheim einberufen werden und wurde als Delegierter zu derſelben der Vorſitzende dazu beſtimmt, der dann nach Notwendigkeit eine außerordentliche Generalverſammlung einzu— rufen hat; ferner ſoll bekannt gegeben werden, daß nach Abänderung des Statuts, 8 2, Per⸗ ſonen über 50 Jahre alt nicht mehr aufge- nommen werden. Zum Schluſſe gab der Vor⸗ ſitzende noch bekannt, daß am 11. Auguſt im Schloßhofe ein Gartenfeſt ſtattfindet und die 3 Medizinalverbände Mannheims auf Einladung ihre Beteiligung zugeſagt haben; als beſondere Kommiſſion außer dem Vorſtande wurden die Mitglieder Weimert, Schwarz, Seltenreich, Hermann, Saam und Huber dazu herangezogen und als Feſtmuſik die Seckenheimer Kapelle angagirt. Nachdem der Vorſttzende die Inte⸗ reſſenloſigkeit vieler Mitglieder durch Fern⸗ bleiben von der Generalverſammlung kritiſirte und bekannt gab, daß nächſtes Jahr das 10jährige Stiftungsfeſt gefeiert wird, ſchloß er mit dem Wunſche, daß die noch fernſtehenden Mitglieder() durch rege Agitation dem Ver— bande beitreten mögen und daß hauptſächlich die nächſte Generalverſammlung beſſer beſucht wer den ſoll, die Zſtündige Verhandlung. — Das Nützliche mit dem Unangenehmen. Erſte Dame:„Heute habe ich mich zum erſten⸗ mal mit meinem Manne gezankt und zum Andenken daran einen Baum gepflanzt.— Zweite Dame:„Wie geſcheit! Wir hätten bereits einen Park, wenn wir es ebenſo gemacht hätten!“ Seckenheim, 23. Juli. Der heutige Ferkelmarkt war mit 110 Stück befahren und wurden 100 zum Preiſe von 16-22 Mk. pro Paar abgeſetzt. — Die Loſe der von der hohen Regierung genehmigten Baden-Badener Geld-Lotterie ſind zur Ausgabe gelangt. Bei dieſer ſehr günſtigen Lotterie kommen über 3000 nur Geldgewinne im Geſamtbetrage von Mk. 45 000, Hauptge⸗ winne Mk. 20 000, 5000 u. ſ. w. bar ohne Abzug zur Auszahlung. Die Ziehung findet bereits am 3. September ſtatt. Wer ſich mit dem geringen Einſatz von nur 1 Mk. für das Los, 11 Loſe 10 Mk. ein Anrecht auf obige Gewinne erwerben will, der wende ſich an das Generaldebit J. Stürmer, Straßburg i. Elſ., Langſtr. 107 oder an die mit Baden-Badener Geldloſen und Plakaten verſehenen Verkaufs⸗ ſtellen. Näheres beſagen die Inſerate. Zubiläums⸗Ausſtellung Mannheim 1907. Internationale Kunst- und grosse Gartenbau- Ausstellung. Am nächſten Freitag, den 26. Juli, findet an Stelle der bisher angekündigten Gartenbe⸗ leuchtung ein großes Feuerwerk im Ver⸗ gnügungspark ſtatt. Volksbad Seckenbeim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. Bekanntmachung. Die weltliche Feier der Sonn- und Feiertage betr. An die Bürgermeiſter⸗ und Stabhalterämter des Nr. 92 859 1. Amtsbezirks. Nach§8 1 und 5 der Lh.⸗V.⸗O. vom 18. Juni 1892, die welt⸗ liche Feier der Sonn- und Feſttage betreffend, iſt es verboten, an den Sonntagen und den gebotenen Feſttagen in der Landwirtſchaft öffentlich zu arbeiten. Nur die in Folge der Witterungsverhältniſſe unverſchieblichen Ar⸗ beiten der Ernte fallen nicht unter dieſes Verbot und ſind ohne weiteres zuläſſig. Sonſtige unverſchiebliche Arbeiten in der Landwirtſchaft können ausnahmsweiſe von der Ortspolizeibehörde geſtattet werden. Nachdem in letzter Zeit im Amtsbezirk wiederholt beobachtet wurde, daß dieſe Beſtimmungen nicht durchweg eingehalten werden, bringen wir dieſelben hiermit in Mannheim, den 11. rinnerung. Juli 1907. Gros. Bezirksamt, Abteilung IV: Eppelsheimer. Nr. 4686. Seckenheim, 20. Juli 1907. gürgermeiſteramt J. V.: Hoerner. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. auf Wunſch zugeſandt. Anmeldungen ſind längſtens bis 1. Oktober ſchriftlich bei dem An ſtaltsvorſtand einzureichen. Denſelben iſt ein Geburtsſchein, ein Leu⸗ mundszeugnis des Aufzunehmenden, ſowie die ſchriftliche Einwilligung des Vaters oder Vormunds zum Beſuche der Schule und zur Ueber“ nahme der daraus erwachſenden Koſten anzuſchließen. Statuten werden Hochburg bei Freiburg, im Juli 1907. a Groh. Ackerbauſchule: gez. Th. Schittenhelm. Nr. 4596. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 18. Juli 1907. gürgermeiſteramt J. V.: A. Hoerner. Nr. 4689. Pfähle. Versteigerung. Die Verſteigerung verſchiedener Fahrniſſe betr. Am Donnerstag, den 25. Juli 1907, Vormittags 10 Uhr werden auf dem Rathauſe gegen Baarzahlung verſteigert: 1 Partie Bretter(von der Fohlenweidshütte) beim Fröſchloch, 3 Brunnen⸗Stöcke(von verſchiedenen Brunnen) und eine Partie Seckenheim, den 23. Juli 1907. Ratſchreiber Ritter. Gemeinderat: J. V.: Hoerner. Bekanntmachung. Aufnahme von Zöglingen in die Ackerbauſchule Hochburg betr. Das Schuljahr beginnt am 4. November. Die Aufzunehmenden müſſen das 17. Lebensjahr zurückgelegt haben, die Kenntniſſe eines guten Volksſchülers beſitzen, vollkommen geſund und für anhaltende Feldarbeiten körperlich hinreichend erſtarkt ſein. Der Kurs iſt zweijährig. Das Lehr- und Penſtonsgeld für die ganze Lehrzeit beträgt 450 Mk.— Zöglingen, welche die volle Lehrzeit zur Zufriedenheit zurückgelegt haben, wird als Gegenwert für die von ihnen geleiſtete Arbeit an dem Lehrgeld der Betrag von 100 Mk. durch das Großh. Miniſterium des Innern nachgelaſſen. 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