loesheiner kiget Anzeigeblatt für Seckenheim und Noesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 80 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. Helfrich in Seckenheim. An f eigen: Die einſpaltige Petitzeile oder der n Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 65. Mittwoch, den 14. Auguſt 1907. 7. Jahrgang Unehrlich Handwerk in alter Zeit. Wenn man von jemand ſagt, er ſei ein „ehrlicher Kerl“, ſo iſt das an ſich noch kein Lob, denn es iſt jedermanns verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ein ehrlicher Menſch zu ſein. Sagt man aber von ihm, er ſei kein ehrlicher Kerl, dann iſt das eine arge Beleidigung, die niemand, der die Haut rein hat und etwas auf ſich hält, auf ſich ſitzen laſſen wird. In frühe⸗ ren Jahrhunderten hatte das Wort„ehrlich“ und„unehrlich“ noch eine Nebenbedeutung, es gab ganze Stände, die überhaupt nicht als „ehrlich“ galten, wenn ſie auch zwiſchen mein und dein noch ſo gewiſſenhaft unterſchieden und kein Menſch dieſe Eigenſchaft an ihnen bezwei⸗ felte. Es war das in der Zeit der Zünfte, als ſich die einzelnen Gewerbe von einander abſchloſſen und die Vertreter des einen Gewer— bes ſich beſſer dünkten, als die des andern, und das hatte zur Folge, daß beſtimmte Zweige des Handwerks ein für allemal als„unehrlich“ galten. Ein beſtimmter, feſtumriſſener Kanon war darüber nicht vorhanden, vielfach waren nur die materiellen Intereſſen maßgebend, um dies oder jenes Gewerbe ſozuſagen in die Acht und ſeine Vertreter in eine Art Parlaſtellung zu bringen. In vielen Gegenden galten z. B. die Leinenweber als unehrlich, es waren ſolche Gebiete, wo ſie durch Anzahl und Reichtum kein ſchweres Gewicht in die Wagſchale der Zunftherrlichkeit zu werfen in der Lage waren. In Orten, wo die Leinenweber zahlreich und gewichtig aufmarſchieren konnten, waren ſie dagegen durchaus ehrlich und, wo ſie es konn⸗ ten, ſtlempelten ſie unterdrücklich andere Gewerbe zu unehrlichen. Dagegen galten als unehrlich von vornherein alle Leibeigene und unehelich Geborene, dieſe konnten deshalb keine Auf- nahme in die Zünfte finden, ſie hatten keine vollen Rechte und keine volle Ehre, insbeſondere keine Waffenehre, die dem alten Germanentum als die hoͤchſte galt. Wer als Familienvor⸗ ſtand keinen„eigenen Rauch“ hatte, alſo kein Eigen beſaß, hatte auf dem Lande abſolut keine Ehre. In den Städten änderte ſich dies anfänglich gleiche Verhältnis im Laufe der Zeit, das ſich die keinen Grund und Boden beſizenden Bürger ihre Rechte im heißen Kampfe eroberten. Wenn ein Gewerbe längere Zeit vorwie⸗ gend oder zum Teil von Höͤrigen betrieben wurde, ſo war für die zünftige Entwicklung ein Grund mehr gegeben, ein ſolches als unehr⸗ lich und minderwertig zu erklären. Urſprüng⸗ lich, noch zur Zeit der fränkiſchen Herrſcher, wurden die Handwerke in Deutſchland faſt nur von Hörigen betrieben, aber ein Jahrhundert der Entwickelung ſeit Heinrich dem Städtegrün⸗ der genügte, jede Erinnerung an dieſe unange⸗ nehme Vergangenheit bei den Handwerksgenoſſen auszulöſchen. Nur für einige Gewerbe wurde gewaltſam die Erinnerung an jene Hörigkeits⸗ epoche aufrecht erhalten. Dies war beſonders der Fall bei den Hirten und Schäfern. Nur dadurch ließ ſich deren mittelalterliche Unehr— lichkeit herleiten; die Beſchäftigung ſelbſt brachte ſie durchaus nicht mit ſich. Viele Söhne freier Deutſcher hüteten das väterliche Vieh, ohne den geringſten Makel auf ſich zu laden. Vieh⸗ hüten war eine landwirtſchaftliche Arbeit wie jede andere, eines freien Mannes durchaus würdig. Die Unehrlichkeit der Schäfer und Hirten war auch durchaus keine allgemeine, in vielen Gemeinden nahmen ſie ſogar eine großere Vertrauensſtellung ein. Im Jahre 1120 behielt ſich Herzog Berthold von Zähringen bei der Gründung der Stadt Freiburg ausdrücklich das Beſtätigungsrecht des Gemeindehirten vor, ſo wichtig dünkte ihm deſſen Amt. Auch die Müller galten als unehrlich. In älterer Zeit war das Privilegium einer Mühle ein ſo wichtiges, daß gemeinhin nur Klöſter oder die Grundherrn im Beſitze eines ſolchen waren. Dieſe ließen aber ihre Mühle durch Hörige be⸗ treiben. Zu dieſem Makel kam aber, als ſie zuerſt frei geworden, noch ein anderer. Man klagte im Mittelalter ganz allgemein über die „unehrlichen“ Müller. Sie„molterten“, d. h. ſie nahmen von dem zu mahlenden Getreide mehr für ſich, als ihnen eigentlich zukam. Schon zu den Zeiten Karls des Großen ſtanden ſie in einem ſo ſchlechten Rufe, daß ihren Söhnen auch alle geiſtlichen Aemter und Würden ver⸗ ſchloſſen waren. Doch war auch die Unehrlich— keit der Müller durchaus nicht allgemein, vieler— orts galten ſie als durchaus ehrlich und ihre Zunft zählte den reichſten und angeſehenſten, z. B. in Hamburg und Zürich. Bei den Leinewebern hatte die Unehrlich⸗ keit einen ähnlichen Grund; man behauptete, es ergeben ſich jedesmal eine Differenz zwiſchen dem geſponnenen Garn und der Leinwand zu Gunſten des Webers. In älterer Zeit mußten, z. B. in Baden, die Weber auch ſchimpflicher⸗ weiſe den Galgen bauen, die Müller aber die Galgenleitern dazu liefern,„von wegen den langen Finger, die beide Handwerke hätten.“ (Schluß folgt.) Aus Nah und Fern. Mannheim, 11. Aug. Eine wackere Tat vollführte der Hafenarbeiter Heinrich Heid. An der neuen Neckarbrücke ſchwamm ein 13 jähriger Junge mit untergebundenen Schweins blaſen im Fluß, als er die Blaſen plötzlich verlor. Er tauchte unter und ſchien verloren. Da warf ſich Heid, ohne ſich lange zu beſinnen, in voller Kleidung ins Waſſer und es gelang ihm, den Knaben vor dem ſicheren Tode zu bewahren. Mannheim, 12. Aug. Das Reichs⸗ gericht hat heute die Reviſton des Ausläufers Ronellenfitſch, der vom Mannheimer Schwur⸗ gericht wegen dreifachen Mordes, begangen an ſeiner Frau und ſeinen beiden Kindern, zum Tode verurteilt worden war, verworfen. Mannheim, 12. Aug. Wegen ver⸗ ſchmähter Liebe ſuchte ſich der ledige Schreiner Auguſt Boll heute nacht hier zu erſchießen. Der Selbſtmordkandidat hatte aber eine alte gänzlich verroſtete Piſtole gewählt und dabei — wahrſcheinlich um ſich nicht wehe zu tun— ſtatt einer Kugel nur einen Papierpfropfen als totbeingendes Geſchoß benutzt, ſo daß er ſich an der linken Hüfte nur unbedeutend verletzte. Schwetzingen, 11. Aug. Bei der Ab⸗ ſtimmung wegen des 8 Uhr⸗Ladenſchluſſes haben ſich 3 Ladeninhaber für, alle anderen gegen dieſen Zeitpunkt ausgeſprochen. Es bleibt alſo bei der ſeitherigen Schließungszeit. Donaueſchingen, 12. Aug. Am Freitag abend wurde in Schwenningen der 11jährige Johs. Widmann vom Motorwagen der Geſellſchaft Donaueſchingen⸗Schwenningen überfahren und erlitt ſchwere Verletzungen am Kopf, welche den ſofortigen Tod zur Folge hatten. Der Knabe hatte ſich an ein Fuhr⸗ werk gehängt, ſprang von demſelben ab und Eine dunkle Tat. Original-Roman von Carl Braunfels. 1 Im Jahre 1843 befand ſich Kreuznach an der Nahe in großer Aufregung. Früh am Morgen des Tages war einer der Badegäſte, der Rentier Buſchmann, in dem kleinen Teiche, welcher ſich inmitten der für die Badegäſte errichteten Anlagen befand, durch den Bade— diener tot aufgefunden worden. Die Kunde des Unglücks hatte in außerordentlich kurzer Zeit die ganze Stadt durchlaufen und be— ſchäftigte alle Gemüter. Buſchmann hatte bereits mehrere Sommer in Kreuznach verlebt und war allen bekannt. Er gehörte zu jenen Naturen, welche durch ihr heiteres Weſen einen jeden für ſich einnehmen, und es konnte wohl mit Beſtimmtheit ange⸗ nommen werden, daß er in Kreuznach keinen Feind beſitze. Ohne ſich in irgend einer Weiſe vorzudrängen, hatte er an allen Vergnügungen Teil genommen und gewiſſermaßen den Mittel⸗ punkt derſelben gebildet, obſchon dies nie in ſeiner Abſicht lag, denn trotz ſeines Vermögens war er beſcheiden und anſpruchslos. Er ſcherzte mit allen Herren und war auch ungeachtet ſeines bereits ergrauenden Kopfes der Liebling der Damen, weil er ihnen bei jeder Gelegen⸗ heit ſinnige Aufmerkſamkeiten erwies, ohne je eine von ihnen beſonders auszuzeichnen. Ueber die Art und Weiſe ſeines Todes war noch nichts aufgeklärt. Daß er ſich ſelbſt das Leben genommen haben könnte, hielt niemand für möglich, denn er war noch am Nachmittage und Abende des Tages zuvor ſehr luſtig gweſen und warum ſollte er eine ſolche Tat begangen haben, da er keine Sorgen kannte und in jeder Lebenslage ruhig und zufrieden war?— Aus Verſehen konnte Buſchmann nicht in den Teich geſtürzt ſein, denn derſelbe lag wohl gegen fünfzehn Schritte vom Wege entfernt und Buſchmann lebte ſehr mäßig, außerdem war das Waſſer des Teiches ſo niedrig, daß ein Mann kaum in ihm ertrinken konnte, wenn er nur die geringſten Verſuche machte, ſich zu retten. Es blieb eigentlich nur die eine Annahme übrig, daß der Rentier durch eine andere Hand in den Teich geworfen, daß er ermordet worden war. Gegen dieſe Annahme ſträubten ſich die Bewohner von Kreuznach am meiſten, denn eine ſolche Tat mußte dem Badeorte entſchieden nachteilig ſein, und wer ſollte dieſelbe begangen haben, da Buſchmann keinen Feind gehabt hatte? Als trotzdem ein Badegaſt auf die letztere Möglichkeit hinwies, traten die Be⸗ wohner von Kreuznach ihm auf das Ent⸗ ſchiedenſte entgegen. Das Dunkel, welches noch über der Tat ruhte, gab zu den verſchiedenartigſten Gerüchten Veranlaſſung, von denen indeſſen kein einziges auf beſondere Glaubwürdigkeit Anſpruch machen konnte. Der Badediener, welcher den Toten ge⸗ funden, hatte ſofort bei dem Bürgermeiſter, welcher zugleich die Polizei von Kreuznach vertrat, Anzeige gemacht, der Leichnam war in ein Zimmer des alten Badehauſes gebracht worden und der Bürgermeiſter war ſofort zur nahen Hauptſtadt gefahren, um dem dortigen Gerichte von dem Geſchehenen Anzeige zu machen und einen tüchtigen Polizeikomiſſär zur Unterſuchung zu holen. Die ſchien freilich dafür zu ſprechen, daß der Bürgermeiſter ein Verbrechen vermutetete, die Bewohner von Kreuznach behaupteten jedoch, er ſei nur deswegen zur Hauptſtadt gefahren, um durch die dortige Polizei und das Gericht dactun zu laſſen, daß kein Verbrechen vorliege. Währenddem ergingen ſich ſämtliche Bade⸗ dalle und die Hälfte der Einwohner in den ulagen und warfen ſcheue Blicke auf den Teich, als befürchteten ſie, daß ein zweiter Toter auf ſeinem Waſſer zum Vorſchein kommen könne. Vor dem alten Badehauſe ſtand der Badediener und ein Poliziſt, um die Neugierigen von der Sätte, an welcher der Tote lag, fern zu halten. Um die Mittagszeit kehrte der Buͤrger⸗ meiſter zurück, kurze Zeit nach demſelben kamen lief direkt in das herankommende Auto hinein. Den Führer desſelben trifft keine Schuld. aldshut, 12. Aug. Hoch klingt das Lied vom braven Mann! Geſtern nachmittag war die Frau des Amtsdieners Zorn unterhalb der Mühlegaſſe mit Waſchen beſchäftigt und hatte ihr zweijähriges Kind in einem Kinder⸗ wagen bei ſich. Plötzlich rollte der Wagen mit dem Kinde in den Rhein. Die Mutter, einen furchtbaren Schrei ausſtoßend, ſprang dem Kind ſofort in die Fluten nach, verlor aber infolge der ſtarken Strömung den Boden und beide trieben rheinabwärts. Im Augenblick der höchſten Not und Gefahr, eilte Fiſcher⸗ meiſter Brudſche herbei, ſprang ins Waſſer und mit großer Mühe gelang es ihm, Mutter und Kind dem ſicheren Tod zu entreißen und auf das rettende Land zu bringen. Man wundert ſich hier allgemein, ſo ſchreibt unſer Korre⸗ ſpondent, daß Brudſche, der ſchon zahlreiche Perſonen vom Tode des Ertrinkens rettete, noch nie eine Auszeichnung(Rettungsmedaille) erhielt. Aus dem Murgtal, 11. Aug. Auf originelle Art wurde kürzlich hier ein Auto⸗ mobil„zur Strecke gebracht“. Es fuhr in dem bekannten Tempo, mit dem dieſe Wagen ge⸗ wöhnlich durch das ſchöne Murgtal raſen, durch den Ort Schönmünzach und überfuhr einen einem hieſigen Holzhändler gehörenden wertvollen Hühnerhund, ſelbſtverſtändlich ohne ſich weiter darum zu kümmern. Der Beſitzer des Hundes telep)onierte den Vorfall jedoch ſchleunigſt einem Bekannten nach Kloſter⸗ reichenbach, mit der Bitte, wenn möglich die Nummer des Wagens feſtzuſtellen. Dieſer ließ ſofort einen beladenen Langholzwagen quer über die Straße fahren und ſperrte ſie ſomit völlig ab. Als das Automobil ankam, mußte es notgedrungen halten. Seine Nummer konnte dann feſtgeſtellt werden. Seinen Namen zu nennen, weigerte ſich der Automobiliſt. Er iſt aus Mannheim. Mosbach, 12. Aug. Vor einigen Tagen verunglückte an der bekannten Obrigheimer Steige ein Radfahrer aus Mannheim. Des Weges unkundig fuhr er in ſcharfem Tempo die Steige herunter. An der zweiten Biegung verlor er die Gewalt über ſein Rad und ſauſte die Böſchung hinunter gegen einen Nußbaum. Schwer verletzt wurde er von Obrigheimer Männern ins Ort geſchafft. Nachdem ihm von Mitgliedern der Sanitätskolonne ein Not⸗ verband angelegt war, ſchaffte man den Ver⸗ letzten nach Mosbach. Nach Ausſagen des Arztes iſt der rechte Schulterknochen ſchwer verletzt. Bis vor kurzem war oberhalb der Steige eine Warnungstafel angebracht, ſo daß fremde Radfahrer ſich auf die gefahrvolle Strecke gefaßt machen oder abſteigen konnten. Vielleicht tragen dieſe Zeilen dazu bei, daß wieder eine ſolche Tafel erſtellt wird. So viel bis jetzt in die Oeffentlichkeit gedrungen iſt, ſoll die Straße verlegt und die ſteile Strecke umgangen werden. Das wäre die beſte Löſung um weitere Unfälle zu verhüten.(B. P.) Aus der Pfalz, 9. Aug. In Boben⸗ heim a. Rh. wurde eine Familie Sproß von ſchweren Schickſalsſchlägen heimgeſucht. Eine 22 Jahre alte Haustochter ſtarb an Tuberkuloſe. Ein 18jähriger Sohn erlag darauf einem Krebsleiden. Der 30 Jahre alte Bruder begab ſich vom Grabe des Vecſtorbenen an den Rhein und ſuchte den Tod in den Wellen. Aus Württemberg, 12. Aug. Ein hübſches Geſchichten wird aus Schwaben erzählt: Kam da kürzlich ein Mann in der Nahen— gegend, der den Tag über zumeiſt im Wirtshaus zugebracht hat, abends ſpät nach Hauſe. Seine brave Hausfrau lag ſchon längſt im Bette. Vor dem Bette der Gemahlin angekommen, empfand der Hausvater plötzlich heftiges Durſt⸗ gefühl und er ſprach:„Weib hol mir no en Stein Bier!“„J moin, Du häbeſt heut Bier genug g'hat.„Mach, daß Du ins Bettt kommſt!“ war die Antwort.„Holſt mir koin?“„Noi i könnt's it ſaga! Du hoſcht Bier genug g'hat!“ Was tat der Durſtige. Er, ſeines Zeichens Ortsböllerer, der„Böller⸗ lipp“ genannt, holte einen Böller, lud ihn, ſtellte ihn unters Bett ſeiner Hausfrau und ſprach:„Stand auf oder du fluigſt mit ſamt am Federnbette in D'luft nauf!“ Noch nie ſoll die Frau ſich ſo raſch erhoben haben; aber einen Stein holte ſie jetzt mit Fleiß net.— Hoffentlich hat ſie dem Gemütsathleten von Mann tüchtig die Meinung geſagt. Wiesbaden, 8. Aug. Bei dem vor⸗ geſtrigen ſtarken Gewitter benutzte auf dem Hofe des Gefängniſſes der Strafgefangene Bender die plötzliche Verwirrung, beſtieg eine Leiter, ſchang ſich über die Mauer hinweg und verſchwand. Die ſofort aufgenommene Verfol⸗ gung des Bender, der noch 9 Monate zu ver⸗ büßen hat, blieb erfolglos. Ein den Zug Bad Berlin, 12. Aug. Elſter⸗Berlin begleitender Eiſenbahnbeamter zündete während der Fahrt das Licht in den Coupes von den Dächern der Wagen aus an. Er ſtieß dabei unweit der Station Zahna gegen eine eiſerne Brücke und wurde an derſelben zerſchellt. Der Lokomotivführer transportierte die Leiche ſogleich mit dem Zuge in langſamer Fahrt nach Wittenberge zurück. Inzwiſchen war der Zug von einem anderen in ſchneller Fahrt daher kommenden eingeholt worden und es brach unter dem Publikum eine große Panik aus. Man ſprang in wilder Haſt aus den Coupes und gab dem heranbrauſenden Zuge Zeichen, ſodaß ein weiteres Unglück ver⸗ hindert werden konnte. Vermiſchtes. . Seckenheim, 13. Aug. Das am vergangenen Sonntag vom Medizinalverband im Schloß abgehaltene Gartenfeſt war wider Erwarten gut beſucht, was man hauptſächlich den eingeladenen Turn- und Geſangvereinen zu verdanken hat. Die Arrangierung des Feſtes war im allgemeinen, wie gewöhnlich, muſterhaft; die Leiſtungen der beiden Turn⸗ vereine haben wieder bewieſen, daß Seckenheim eine Muſterriege zu ſtellen vermag, die man weit und breit ſucht; beſonders das Jockey⸗ Turnen des Turnerbunds„Jahn“ muß hervor⸗ gehoben werden. Die geſanglichen Leiſtungen der Geſangvereine, auch die des Rheinauer Geſangvereins hatten bedeutende Anziehungs⸗ kraft gewonnen. Ein wahres Freudenfeſt für die Kinder bildete abwechslungsweiſe das Wurſt⸗ ſchnappen, Sacklaufen, Kinderpolonaiſe und Ver⸗ teilung von über 4000 Bretzeln an dieſelben. In gewohnter Weiſe war von ſeiten des Schloß⸗ wirts für Küche beſtens geſorgt und kann man das Lob ausſprechen, daß der Medizinalverband es verſteht, Feſte zu veranſtalten, die im Allge⸗ meinen für Jung und Alt hocherfreulich ſind. — Die Stadt Karlsruhe hat beſchloſſen, von ſämtlichen mit Schreibarbeiten beſchäftigten Beamten und Bedienſteten der Stadtverwal⸗ tung die Kenntnis der Gabelsbergerſchen Steno— graphie zu verlangen. Auf der Alſter Hamburg, 12. Aug. kenterte geſtern ein Ruderboot. Die beiden Inſaſſen, junge Leute von 18—20 Jahren, ertranken. Berlin, 10. Aug. Der Student der Techniſchen Wiſſenſchaften an der Univerſität New⸗York Emile Jerome Simon, der am 9. Juli d. J. auf der Chauſſe zwiſchen Wolters⸗ dorf und Luckenwalde eine Arbeitersfrau mit dem Automobil überfahren hat und weiter ge⸗ fahren war, ohne ſich um die Ueberfahrene zu kümmern, wurde vom Potsdamer Landgericht wegen fahrläſſiger Tötung zu 3 Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt. Ein Antrag auf Haftent⸗ laſſung gegen eine Kaution in beliebiger Höhe wurde abgelehnt, da der Verurteilte Aus⸗ länder ſei. Verſaille, 11. Aug. Der Chauffeur des Prinzen Murat wurde zu 4 Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt, weil er kürzlich zwei junge Leute überfahren hat, von denen der eine auf der Stelle tot war. — Die Tragödie am Hochzeitstage. In Pimlico, einem der ſüdlichen Teile Londons, iſt eine junge Frau an ihrem Hochzeitstage ver⸗ brannt. Die Hochzeit war am Vormittag geweſen und die eben verheiratete Frau war mit ihrer Schweſter beſchäftigt, das Hochzeits⸗ eſſen zu bereiten, während der Ehemann mit mehreren Freunden eine Ruderfahrt auf der Themſe unternahm. Plötzlich fiagg das Kleid der Braut Feuer und der leichte Stoff brannte mit einer ſolchen Geſchwindigkeit, daß die Schweſter, die ſofort aus dem Nebenraum herbeikam und ihr einen Mantel umwarf, die Flammen erſt ſo ſpät erſticken konnte, daß die Unglückliche lebensgefährliche Brandwunden davontrug. Sie wurde ſofort in das Hoſpital gebracht. Als der Mann mit ſeinen Freunden nach Hauſe kam, ſtand eine gewaltige Men⸗ ſchenmenge vor dem Hauſe, von welcher er erfuhr, was geſchehen war. Er eilte ſofort nach dem Hoſpital, wo er ſeine Frau in den 1 15 Zügen fand; eine Stunde ſpäter war e tot. in einem zweiten Wagen der Staatsanwalt Heppner, der Polizeikommiſſär Degen und der Gerichtsarzt Hartung. Sie fuhren ſofort vor dem alten Badehauſe vor und traten in das⸗ ſelbe ein. Der Tote lag in einem Zimmer auf einer Bank. Ehe er unterſucht wurde, ließ der Staatsanwalt den Badediener eintreten, um von ihm zu erfahren, wann und in welcher Weiſe er den Ertrunkenen gefunden habe. „Ich ging heute Morgen um 4 Uhr hier durch die Anlagen, um mich zu dem neuen Badehaus zu begeben“, erzählte der Diener. „Als ich an dem Teiche vorüberſchritt, blickte ich zufällig zur Seite und ſah einen dunklen Gegenſtand auf dem Waſſer. Ich trat nun näher und erkannte, daß es eine Mütze war, welche dort ſchwamm. Es ſtieg in mir der Verdacht auf, daß ſich jemand in dem Teiche ertränkt haben könne, ich ging an dem Ufer hin und fand ſchon nach wenigen Schrittten den Toten. Er lag unmittelbar am Ufer, ſo daß ich ihn mit der Hand erfaſſen konnte.“ „Zogen Sie ihn ſofort aus dem Waſſer?“ warf Heppner ein. „Nein, ich war zu ſehr erſchreckt, denn ich erkannte in dem Toten den Rentier Buſchmann, der ſchon mehrere Sommer hier zugebracht hat. Ich eilte fort, um den Herrn Buͤrgermeiſter zu holen, und erſt als derſelbe mit mir kam, zog ich den Toten aus dem Waſſer.“ „Befand ſich derſelbe noch in derſelben Lage?“ fragte der Staatsanwalt. „Ganz in derſelben Lage. Auf den RF Befehl des Herrn Bürgermeiſters trug ich ihn mit einem Arbeiter hierher und legte ihn hier nieder.“ „Haben Sie keine Belebungsverſuche ange⸗ ſtellt?“ wandte ſich der Staatsanwalt an den Bürgermeiſter.. „Nein, der erſtarrt.“ „Haben Sie ihn unterſucht?“ „Nein, Toten ſo zu übergeben, wie er gefunden wurde.“ Es iſt naturlich Niemand weiter zu ihm gekommen?“ „Niemand, ich habe dies Zimmer ver⸗ ſchloſſen und zwei Wächter vor das Haus geſtellt. Wie ich Ihnen bereits mitteilte, kann ich nicht annehmen, daß der Tote, den ich ſehr genau kannte, ſich ſelbſt das Leben genommen hat, und die Vermutung, daß er aus Verſehen in den Teich geſtürzt ſei, ſcheint mir ebenſo fern zu liegen.“ „Ich bin Ihnen für Ihre Vorſicht ſehr dankbar“ entgegnete der Staatsanwalt.„Ich kann mir bis jetzt natürlich noch kein Urteil bilden, die Unterſuchung wird hoffentlich nähere Anhaltspunkte ergeben.“ Er bat den Doktor Hartung, den Toten zu unterſuchen. „Laſſen Sie mich zuvor die Kleidung des Toten durchſuchen“, warf der Kommiſſär Degen ein und trat, ohne eine Antwort abzu⸗ warten, an den Rentier heran. Das Reſultat ſeiner Unterſuchung war Tote war bereits völlig es lag mir daran, Ihnen den folgendes: in den Taſchen des Toten, fanden ſich nur einige Schlüſſel, eine ſehr wertvolle Uhr nebſt goldener Kette und mehrere Briefe, deren Schrift durch das Waſſer vollſtändig verwiſcht war. Es war auffallend, daß weder eine Börſe noch ein Portemonnaie gefunden wurde. Schweigend nahm der Staatsanwalt die wenigen Gegenſtände in Empfang. Doktor Hartung trat an den Toten heran. Er öff⸗ nete die Kleidung desſelben, ohne irgend eine auffallende Wahrnehmung zu machen. Die Bruſt zeigte keine Verletzung. Er unterſuchte den Kopf, und ſein Geſicht nahm plötzlich einen anderen Ausdruck an. „Der Tote iſt erſchlagen und nicht er⸗ trunken!“ rief er. Sowohl der Staatsanwalt wie der Poli⸗ zeikommiſſär traten näher heran. „Woraus erſehen Sie dies?“ Heppner. „Hier“, fuhr der Arzt fort,„der Kopf hat eine ſehr ſtarke, mit Blut unterlaufene Geſchwulſt, ich fühle ſogar Knochenſpitzen hindurch, der Schädel iſt alſo verletzt, zer⸗ ſchmettert. Es muß ein ſehr kräftiger, mit einem ſtumpfen Inſtrumente geführter Schlag geweſen ſein, der eine ſolche Wirkung hervor- gerufen. Wenn dieſer Schlag nicht ſofort tötlich wirkte, ſo hat er doch unbedingt betäubt. Der Tote iſt erſt nachher in den Teich ge⸗ worfen worden.“ (Fortſetzung folgt.) fragte Detroit(Michigan), 12. Aug. Ein mit Dynamit beladener Wagen explodierte in Eſſex North(Ontario) und zerſtörte den neuen Per— ſonenbahnhof der Linie Michigan(Central). Es gab mehrere Tote und viele Verwundete. Mitteilungen aus der Seckenheimer Gemeinderats⸗Sitzung. (Vom 6. Auguſt 1907.) 3 Anzeigen über abgeſchloſſene Fahrnis⸗ verſicherungen bleiben unbeanſtaadet. Das Verſetzen von 3 Sinkkaſten in der Friedrichſtraße wird an Baumeiſter Leonhard Volz dahier um das Angebot übertragen. Das Bezirksamt teilt mit, daß Bürger⸗ meiſter Volz als ſolcher verpflichtet wurde. Das Bezirksamt teilt mit, daß dem Be⸗ ſchluſſe des Gemeinderats das Kirchweihefeſt am 3. Sonntag im Oktober abzuhalten, die Ge⸗ nehmigung erteilt worden ſei. Die Darſtellungen der Gemeindekaſſe auf Ende Juli d. Js. werden zur Kenntnis ge⸗ bracht; desgleichen die Protokolle über die bei den Rechnern am 1. Auguſt d. Js. vorge⸗ nommenen unvermuteten Kaſſenſtürze. Herrn Stabhalter Wöllner wird auf die Dauer bis 1. September d. Js. beurlaubt. Herrn Leonhard Volz und A. Wieland wird die Genehmigung zum Anſchluß ihrer Wohnhäuſer in Rheinau an die Kanaliſation erteilt. Mit den Herren Karl Renning und Jakob Roßrucker werden wegen Reinigung der von ihnen gemieteten Schulſaale ein Vertrag abge⸗ ſchloſſen. Der vom Buͤrgermeiſteramt vorgelegten ortspolizeilichen Vorſchrift vom 6. Auguſt 1907 den Verkehr mit Milch in der Gemeinde Seckenheim betr. wird die Zuſtimmung erteilt. Die gegen die Aenderung des Ortsbau— plans eingelaufenen Einſprachen werden vor— geleſen und ſolche dem Gr. Bezirksamt vor⸗ gelegt. Die Beantwortung der Abhörbemerkungen zu der Rechnung der Gemeindekrankenver— ſicherung und der Ortsviehverſicherungsanſtalt pro 1905 wird gegeben. N Die Bauleitung für den Schulhausneubau in Rheinau wird infolge Rücktritts des ſeit⸗ herigen Bauleiters an Herrn Gewerbelehrer Kaltſchmidt übertragen. Die Anſtellung von 2 Schreiblehrlingen bei der Gemeindeverwaltung wird beſchloſſen. Die vorliegenden Rechnungen werden geprüft und zur Zahlung angewieſen. Jubiläums⸗Ausſtellung Mannheim 1907. Internationale Kunst- und grosse Gartenbau- Ausstellung. In der Mannheimer Ausſtellung verab⸗ ſchieden ſich am Mittwoch, 14. Auguſt, die maleriſch koſtümierten Insbrucker Schützen von dem Publikum, das den von ihnen geſpiel⸗ ten flotten Weiſen gern gelauſcht hat. Am Donnerstag(Mariä Himmelfahrt) wird im abeſſiniſchen Dorfe ein muhamedaniſches Tauffeſt gefeiert. Die Zeremonie, die dieſe Fremden aus einem fernen Weltteile dabei gewiſſenhaft ausführen, muten jeden Europäer ſeltſam an, und da zuletzt noch durch Speer werfen, Freudentänze, Fußringkämpfe, einen Umzug ſowie einen ſehr ergiebigen Schmaus die Schauluſt befriedigt wird, ſo dürfte dieſes eigenartige Feſt auch von Europäern viel beſucht werden. Am darauffolgenden Freitag wird wieder eins der durch ſeine Reichhaltig— keit und Großartigkeit berühmt gewordenen Feuerwerke der engliſchen Firma Pain& Sons abgebrannt und am Samstag wird eine Sportbindekunſt⸗Ausſtellung eroͤffnet, in der man Gefährte aller Art mit Blumen bekränzt bewundern kann. Erwähnt ſei noch, daß am Mittwoch, 14., und Samstag, 18. Auguſt, die Eintrittspreiſe um die Hälfte ermäßigt ſind.— Obige Aufzählung der beſon⸗ deren Sehenswürdigkeiten beweiſt, daß es für Mannheim keine Saiſon morte giebt, zumal im Hoftheater die beiden neuen Operetten, „Vergelts Gott“ und„Fidele Bauer“ mitein⸗ ander abwechſeln. Die Ankäufe in der Mannheimer Jubi⸗ läums⸗Kunſt⸗Ausſtellung, die ſich des allge⸗ meinen Beifalls der Beſucher erfreut, nehmen einen guten Fortgang. Insgeſamt wurden bis jetzt für ungefähr 300 000 Mk. Kunſtwerke an Galerien und an Private verkauft. Die Stadt Mannheim hat für ihre ſtädtiſche Kunſtſamm⸗ lung Gemälde von Eugen Bracht, Ludwig Drill, Egger⸗Lienz, Hans Bühler, ſowie von den franzöſiſchen Künſtlern Lucien Simon und Aman⸗Jean angekauft. Hopfenberichte. Tettnang, 10. Aug. Das Wetter iſt zurzeit beſtändig und der Pflücke des Hopfens günſtig. Auf dem Nürnberger Markt traf am Mittwoch der erſte Ballen Tettnanger Hopfen mit 70 Pfund ein, der jedoch infolge ſeiner nicht tadelloſen Beſchaffenheit nur 85 Mk. für den 9 erzielte. Geſtern trafen drei wei⸗ tere Säcke in beſſerer Ware ein, welche 95 Mk. pro Zentner erlöſten. Biſchweiler(Elſaß). Hier und in der Umgegend ſtehen die Hopfen ſehr ſchoͤn. Früh⸗ hopfen haben Dolden und Späthopfen ſteht in voller Blüte. In einzelnen Lagen zeigen ſich Spuren von Kupferbrand. Für Oktoberliefe⸗ rungen werden 70 Mk. geboten. Seckenheim, 13. Aug. Der heutige Ferkelmarkt war mit 75 Stück befahren und wurden dieſelben zum Preiſe von 20—26 Mk. pro Paar abgeſetzt. — Wie wir von zuverläſſiger Seite in Erfahrung gebracht haben, wurde das Eckhaus J 1, 1 Breiteſtraße von Herrn Otto Baum gemietet. Herr Baum eröffnet am 1. Sept. d. Js. dort ein modernes Schuhhaus worin alle einſchlägigen Artikel vom feinſten bis zum billigſten Genres Aufnahme finden werden. Volksbad Seckenheim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. L. V. S. Heute Mitgliederzuſammenkunft. 0 IT NMAT KN Tu. Mk GauEN BAU- Al5TENUINe Mal U 9 0 7 20. 0M F 1 Y MANNH EIN Bekanntmachung. Die Aufſicht auf die Gemeinde⸗ vermögensverwaltung betr. Nr. 5778. Der Nechenſchaftsbericht zu den Rechnungen der Kaſſen der Gemeinde für das Jahr 1906 iſt aufgeſtellt und liegt zur Empfangnahme durch die Bürger und umlagepflichtigen Einwohner auf —— Rathauſe in Seckenheim und dem Gemeindehauſe in Rheinau ereit. Seckenheim, den 13. Auguſt 1907. Gemeinderat: Ratſchreiber Volz. Ritter. Bekanntmachung. Den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege betr. Nr. 107679 J. Hiermit bringen wir nachſtehend das Reichsgeſetz, betr. den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege, vom 28. Mai 1894(R.⸗G.⸗Bl. 1894 S. 463) wiederholt zur öffent⸗ lichen Kenntnis. Mannheim, den 1. Auguſt 1907. Grof. e Abt. ll. rr. 81. Die Vorſchriften der Landesgeſetze, nach welchem das Recht, Tauben zu halten, beſchränkt iſt, und nach welchem im Freien betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen, finden auf Militär⸗ brieftauben keine Anwendung. Dasſelbe gilt von landesgeſetzlichen Vorſchriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer des letzteren gehören. g 8 2. Inſoweit auf Grund landesgeſ. Beſtimmungen Sperrzeiten für den Taubenflug beſtehen, finden dieſelben auf die Reiſeflüge der Militär⸗ brieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Militärbrief— tauben nur einen zuſammenhängenden Zeitraum von höchſtens 10 Tagen im Frühjahr und Herbſt umfaſſen. Sind längere als zehntägige Sperr⸗ 3 eingefuhrt, ſo gelten für Militärbrieftauben immer nur die erſten 0 Tage. 83 Als Militärbrieftauben im Sinne dieſes Geſetzes gelten Brief— tauben, welche der Militär⸗(Marine)-Verwaltung gehören oder derſelben gemäß den von ihr erlaſſenen Vorſchriften zur Verfügung geſtellt und welche mit dem vorgeſchriebenen Stempel verſehen ſind. N 3 1 23. Privatperſonen gehörende Militärbrieftauben genießen den Schutz dieſes Geſetzes erſt dann, wenn in ortsüblicher Weiſe bekannt gemacht worden iſt, daß der Züchter ſeine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung geſtellt hat. 8 4. Für den Fall eines Krieges kann durch Kaiſerliche Verordnung beſtimmt werden, daß alle geſetzlichen Vorſchriften, welche das Toten und Einfangen fremder Tauben geſtatten, für das Reichsgebiet oder einzelne Teile desſelben außer Kraft treten, ſowie daß die Verwendung von Tauben zur Beförderung von Nachrichten ohne Genehmigung der Mili⸗ tärbehörde mit Gefängnis bis zu drei Monaten zu beſtrafen iſt. Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und bei⸗ gedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel. Gegeben Neues Palais, den 28. Mai 1894. E gez. Wilhelm. gez. Graf v. Caprivi. Nr. 5111. Vorſtehendes beingen wir zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 9. Auguſt 1907. gürgermeiſteramt Volz. Bekanntmachung. Die Kanaliſation in Ladenburg betr. Nr. 110 483 J. Infolge der Ausführung einer Kanalanlage am Kreisweg Nr. 1 von unterhalb dem Elſenbahndurchgang bis zum Gaſt⸗ haus zum Schiff in Ladenburg iſt dieſe Straße vom 8. ds. Mts. ab bis zum 7. September l. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt. Die zwiſchen Ilvesheim und Ladenburg verkehrenden Fuhrwerke können während dieſer Zeit den Weg über Wallſtadt nehmen oder aber den unterhalb dem Baͤhndurchgang abzweigenden Feldweg durch die Gewann „Anfeld“ benützen. 0 Mannheim, 9. Auguſt 1907. Groſſh. gezirksamt, Abt. V Eppelsheimer. Nr. 5139. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 10. Auguſt 1907. Hürgermeiſteramt Volz. Sammel- Anzeiger. Uur für Mitglieder der Ein und Perkaufsgenoſſenſchaft Lecken heim. Jakob Ding hat einen leinenen Wams gefunden. Georg Sauer, Schneidermeiſter, hat ein Ritſchholſ gefunden. Heiurich Heitz, Luiſenſtraße, hat ein Paar Windlöffel gefunden. Freſe Fahrt internationale Kunſt- und große Gartenbau-Ausſtellung. Wir vergüten auswärtſgen Kunden bei Einkauf von 10 mk. an ein Billet für Hin- und Rückfahrt ill. Rlasse bis G. m. b. H. ee Namens 1 0 abet Jubiläums⸗Ausſtellung e ——— 10 Rilometer, bei Einkauf von 20 mk. an bis 20 Kilometer Entfernung. 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