jede Waffe von ihm fern. 1 u Male einen ſolchen Verſuch wagen, ſo feſſeln Sie ſeine Hände. Ich mache Sie dafür Anzeigeblatt für Seckenheim und Ilvesheim. Erſcheint Mittwoch und Samstag. Abonnement: Monatlich 30 Pfg., durch die Poſt bezogen vierteljährlich Mk. 1.10. Redaktion, Druck und Verlag von J. helfrich in Seckenheim. 8 a A use! en: Die einſpaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg bei Wiederholungen entſprechenden Rabatt. Nr. 73. Mittwoch, den 11. September 1907. 7. Jahrgang Aus Nah und Fern. * Seckenheim, 10. Sept. Das vom Großherzog für 30jährige Dienſtzeit geſtiftete Ehrenzeichen wurde dem Werkmeiſter der Cigar⸗ renfabrik Seitz dahier, Herrn Johann Georg Volz, verliehen. Aus dieſem Anlaß wurde dem Jubilar ſeitens des Arbeitgebers, Herrn Cigar⸗ renfabrikant Seitz, ein anſehnliches Geldgeſchenk und ſeitens des Perſonals ein ſchöner Ruhe- ſeſſel überreicht. Dem Jubilar unſere beſten Glückwünſche! Mannheim, 8. Sept. Nachdem jetzt dem zum Tode verurteilten Familienmörder Ronellenfitſch bekannt gemacht iſt, daß das Reichsgericht die eingelegte Reviſion verworfen hat, iſt Ronellenfitſch, wie ein hieſiges Blatt zu melden weiß, in ſtrenge Einzelhaft gebracht worden, wo er Tag und Nacht durch Schutz⸗ leute und Gendarmen bewacht wird. Der Delinquent ſieht ſehr blaß aus, doch iſt er nicht abgemagert; tagsüber trägt er ein apa⸗ thiſches, ruhiges Weſen zur Schau, er be— ſchäftigt ſich zur Zeit mit dem Falten von Papierſervietten. Nur des Nachts iſt er ſehr unruhig; ſein Schlaf wird oft durch unruhige Träume geſtört, aus denen er mit lautem Schrei erwacht. Adelsheim, 8. Sept. In der zwiſchen Roſenberg und Oberburken liegenden Talmühle des Herrn Adam Graſer wurde in der Nacht des 5. September ein frecher Einbruchsdiebſtahl verübt. Der Dieb ſtieg durch das Fenſter eines unbewohnten Zimmers, durchwühlte dort Schränke und Kommode, entwendete Kleidungs— ſtücke, Schmuckgegenſtände und andere Dinge und entkam wieder, ohne bemerkt zu werden. Man vermutet allgemein, daß der Dieb mit den Oertlichkeiten bekannt ſein muß.— Schon vor acht Tagen wurde bei Herrn Oberförſter Imgrund in Roſenberg Geld und eine Uhr geſtohlen am hellen Tage. Die Uhr wurde ſpäter wieder gefunden, jedoch in demoliertem Zuſtande. Baden⸗ Baden, 8. Sept. Der 22 Jahre alte ledige Holzhauer Wilhelm Schmeißer aus Staufenberg verunglückte, als er mit einem mit Prügelholz beladenen Hornſchlitten den Waldhang am Hundsrücken herunterfuhr. Er verlor die Steuerung und wurde gegen einen Baum gequetſcht, wobei ihm der Bruſtkorb eingedrückt, beide Arme und der linke Ober⸗ ſchenkel gebrochen wurden, ſodaß der Tod ſofort eintrat. Gengenbach, 8. Sept. Der verheiratete 55 Jahre alte Bremſer Joſeph Hauſert von Schutterwald(ſtationiert in Offenburg) geriet beim Rangieren unter eine Zugabteilung und wurde überfahren. Er war ſofort tot. Der Bedauernswerte hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern. Frankfurt, 6. Sept. Heute früh um 8 Uhr ſollte der Laden des Metallwarenhändlers Detzert in der Haſengaſſe geoͤffnet werden. Man hatte aber dabei überſehen, die Sicherung eines Selbſtſchuſſes in Ordnung zu bringen, die der Ladeninhaber zum Schutze gegen Einbrecher hatte anbringen laſſen. Der Schuß ging los und die Ladung drang dem Gemüſehändler Heinrich Schlöttler aus Oberurſel in die Beine. Er hatte etwa 30 große Schrotkörner im Ober⸗ ſchenkel und wurde von der Rettungswache in die Klinik verbracht. Lyck, 9. Sept. Bei einer in Groß⸗ Neuhof abgehaltenen Felddienſtübung des 4. Grenadier-Regiments ſollte der Gefreiter Thiele den ſtark angeſchwollenen Guber-Fluß an einer Leine durchſchwimmen, als plötzlich die Leine ſeinen Händen entglitt und er verſank. Der die Uebung leitende Hauptmann ſprang ihm nach, wurde aber von der Strömung erfaßt und kam ſelbſt in Gefahr, zu ertrinken. Er konnte nur mit vieler Mühe gerettet werden. Thiele iſt ertrunken. St. Gallen, 9. Sept. Wer etwa glauben ſollte, die Adler ſeien in den Alpen mehr oder weniger ausgerottet, der befindet ſich im Irr⸗ tum. Zur Zeit kann man z B., ſo läßt ſich der„Schwäb. Merkur“ berichten, am Klauſen⸗ paß geradezu von einer Adlerplage reden; der König der Vögel räumt in jener Gegend unter dem Wild wacker auf und macht ſich nebenbei auch über junge Schafe und Ziegen. Man erzählt, daß in der Kammlialp ein Adlerpaar von ſeltener Größe Schaden anſtifte, ohne daß man es bis jetzt mit einer Kugel erreichen konnte. Die Tiere bedrohen ſelbſt die kleinen Kinder, die man keinen Augenblick mehr ohne Bewachung im Freien laſſen könne. Auch im Kanton Glarus hat man eine merkliche Zu⸗ nahme der Steinadler feſtgeſtellt; ſo iſt faſt täglich ein ſolcher über Oberblegi zu ſehen, und auch in den Freibergen und im Schlltgebiet horſten einige Paare. Man freut ſich im allgemeinen darüber, denn der Schaden, den die Steinadler anzurichten vermögen, wird reichlich aufgewogen durch den Anblick eines hoch in den Lüften kreiſenden Adlers. Petersburg, 8. Sept. Die zwanzig⸗ jährige Tochter des Generals Cholſchewnikow hatte ſeinerzeit den ruſſiſchen Kriegsminiſter General Rödiger um ſeine Vermittlung ge⸗ beten, da ihr Vater wegen Ungehörigkeiten im fernen Oſten vor Gericht geſtellt werden ſollte. Bei dieſer Gelegenheit verliebte ſich der Kriegs⸗ miniſter in die junge Dame, und das Ende vom Lied war, daß Roͤdiger ſich von ſeiner Frau, mit der er ſchon 25 Jahre zuſammen lebte, trennte und ſich mit Fräulein Cholſchew⸗ nikow vorgeſtern trauen ließ. Seiner erſten Frau vermachte er ein Haus und ſetzte ihr 6000 Rubel Jahresrente aus. Das junge Ehepaar hat ſich gleich nach der Hochzeit ins Ausland begeben. Windau, 8. Sept. Auf dem Windau⸗ fluſſe treibt infolge des hohen Waſſerſtandes zur Flößung beſtimmtes Bauholz im Werte von etwa einer halben Million Rubel dem Meere zu. Es wird verſucht, das Holz durch eine aus Flößen hergeſtellte Staubrücke auf⸗ zufangen. Falls die Brücke den Druck aushält, hofft man, das Holz retten zu können. Haag, 4. Sept. Die„Wochenzeitung“ ſchreibt: Im Palaſthotel zu Scheveningen wohnen die Friedenskonferenz Delegierten von 16 Staaten; 15 davon haben in dieſem Hotel offizielle Diners gegeben und zwar insgeſamt 66; davon entfallen auf: die Vereinigten Staaten 13, Deutſchland 9, Braſilien und Frankreich je 8, Oeſterreich 7, Argentinien 5, China 3, Cyile, Peru, Rußland, Columbia und Türkei je 2, Schweden, Niederlande und Cuba je 1. Die Koſten eines jeden Diners be⸗ liefen ſich auf 710000 Gulden. Das teuerſte Menu gab Braſilien: ohne Wein 20 Gulden per Couvert. Man ſieht: der Welt⸗ friede muß teurer er... eſſen werden. Budapeſt, 9. Sept. Die Stadt Rab war heute der Schauplatz einer großen Brand⸗ kataſtrophe. Auf bisher unaufgeklärte Weiſe Eine dunkle Tat. Original⸗Roman von Carl Braunfels. Dornberg lag da mit geſchloſſenen Augen und feſt aufeinander gepreßten Lippen. richtete mehrere Fragen an ihn, er wortete auf keine einzige, ſeine Bruſt holte ſchwer Atem. Es war ſeine Abſicht geweſen, ſich das Leben zu nehmen, nun dies mißlungen, ſchien ſein Mut und ſeine Kraft gebrochen. Die Wunde, welche er ſich beigebracht, blutete nur wenig, ſie war zu gering, als daß ihretwegen ein Arzt nötig geworden wäre. Der Bürgermeiſter ſandte zwei Polizei⸗ diener, um welche Degen ihn erſucht hatte. Dornberg ſchlug die Augen nicht auf, als die Männer in das Zimmer traten, es ſchien ihm vollſtändig gleichgiltig, was mit ihm vorge⸗ nommen wurde, dumpfe Verzweiflung hatte ſich ſeiner bemächtigt. Der Kommiſſär zog die beiden Männer zur Seite und prägte ihnen auf das Strengſte ein, Dornberg nicht einen Augenblick aus den Augen zu laſſen. „Er hat ſoeben verſucht, ſich das Leben zu nehmen“, fügte er hinzu,„halten Sie deshalb Sollte er zum Degen ant⸗ verantwortlich, daß er ſich kein Leid zufügt.“ Die Männer verſprachen es. „Sie laſſen ferner Niemand, wer es auch ſein mag, zu ihm“, fuhr Degen fort.„Er darf dies Zimmer nicht verlaſſen und mit Niemand ſprechen. Beobachten Sie ihn genau.“ Er ſteckte die Brieftaſche mit dem Geld, welches Dornberg von Buſchmann empfangen haben wollte, zu ſich und verließ das Zimmer 0 Der Staatsanwalt ſaß im Kurhauſe und erwartete mit Ungeduld Degen's Ankunft. Herr v. Taſchner hatte ſich zu ihm geſetzt und eine Flaſche feinen Wein kommen laſſen. Er hatte Heppner gebeten, mit ihm zu trinken; dieſer hatte es anfangs zurückgewieſen, ſchließlich aber den freundlichen Bitten nachgegeben, um nicht zu beleidigen. Als die Flaſche geleert war, hatte Heppner eine zweite bringen laſſen, da es ihm widerſtrebte, von einem Fremden be— wirtet zu werden. Der Wein hatte ſie angeregt, ſo daß ſie in die lebhafteſte Unterhaltung geraten waren. Taſchner konnte außerordentlich liebens⸗ würdig ſein und bewies es dem Staatsanwalte gegenüber. J Heppner ſah wiederholt nach der Uhr, weil ihm das lange Ausbleiben des Kommiſſärs auffiel. „Halten Sie es für möglich, daß der Herr Kommiſſär ſo ſchnell eine Spur des Verbrechers auffinden kann?“ fragte der Guts⸗ beſitzer. „Weshalb nicht?“ gab der Staatsanwalt zur Antwort.„Er beſitzt ſehr reiche Er⸗ fahrungen und einen außerordentlich ſcharfen Blick. Hat er einmal die richtige Spur entdeckt, ſo verfolgt er dieſelbe mit einem Scharfſinne, den ich ſchon oft bewunderte.“ „Ich habe keine Ahnung von ſolcher Tätigkeit“, fuhr Taſchner fort.„Wenn mir die Aufgabe geſtellt würde, den Mörder zu entdecken, ſo wüßte ich in der Tat nicht, was ich beginnen, womit ich anfangen ſollte.“ „Es wäre Ihre Aufgabe, zuerſt die Ver⸗ hältniſſe des Ermordeten zu erforſchen, mit wem er verkehrte, mit wem er zuletzt zuſammen geweſen“, erwiderte der Staatsanwalt lächelnd. „Oft ſind ſcheinbare Geringfügigkeiten von der größten Bedeutung. Der Mörder kannte den Rentier jedenfalls und wußte, daß er eine nicht unbedeutende Summe bei ſich trug; es gilt alſo, zu erforſchen, wer darum gewußt hat und wem eine ſolche Tat zuzutrauen iſt. „Daß er in der vergangenen Nacht ſo viel gewonnen, konnten nur wir, welche mit ihm ſpielten, wiſſen“, bemerkte Taſchner. „Auch das iſt noch nicht erwieſen“, gab Heppner zur Antwort.„Die Moglichkeit, daß auch ein Anderer auf irgend eine Weiſe Kenntnis davon erhielt, iſt nicht ausgeſchloſſen.“ „Mir iſt das Ganze noch ein Rätſel, da ich nicht zu begreifen vermag, wie Jemand im Stande iſt, eine ſolche Tat zu begehen“, warf der Gutsbeſitzer ein.„Ich kann mir denken, geriet die große Backſche Dampfmühle während des Betriebes in Brand. Die in der Mühle anweſenden über 100 Arbeiter flüchteten panik⸗ artig, konnten jedoch die brennenden Ausgänge nicht mehr paſſieren und ſprangen zum großen Teil vom vierten Stockwerk in die Sprung⸗ tücher der Feuerwehr, die jedoch teils ſchlecht gehandhabt wurden, teils riſſen, ſo daß die meiſten Arbeiter getötet oder lebensgefährlich verletzt wurden. Bis abends wurden acht Leichen geborgen und 40 Schwerverletzte und etwa 20 leichter Verletzte ins Spital gebracht. Etwa 40 Arbeiter fehlen; die meiſten dürften den Flammentod gefunden haben. Zur Stunde wütet der Brand noch fort. Reichenhall, 9. Sept. Der 36jährige Münchener Rentier Katſch, der ſich mit dem Automobil auf der Hochzeitsreiſe befand, ſtürzte geſtern in der Nähe von Golling mit ſeinem Automobil über einen Anhang in ein reißendes Gebirgswaſſer, den Lammerfluß. Der Reifen war geplatz, ſodaß der Lenker die Gewalt über den Wagen verlor. Katſch wurde drei Kilo⸗ meter weit fortgeriſſen und wurde tot aus dem Waſſer gezogen. Seine Frau und der Chauffeur waren aus dem Wagen geſchleudert und leich— ter verletzt worden. Volksfeſt in der mannheimer Ausstellung. So viel zahlende Beſucher hat die Aus⸗ ſtellung bisher noch nicht an einem Tage gehabt, wie am geſtrigen Sonntag, wo das Eintrittsgeld bei aufgehobenem Abonnement auf 30 Pfg. herabgeſetzt war. War doch auch an dieſem„Volksfeſt“, das die beliebte Karne⸗ vals⸗Geſellſchaft„Feuerio“ zuſammen mit der Ausſtellungs⸗Leitung veranſtaltet hatte. Um die erwarteten Volksmaſſen auch unterzubringen, war der Ballonplatz mit einem daran angren⸗ zenden Landſtreifen mit in die Ausſtellung hineingezogen worden, und hier hatte der „Feuerio“ unter Mitwirkung zahlreicher Wurſt⸗ markt⸗Induſtrieller einen rechten und echten Juxplaßz errichtet. Ehe dieſer jedoch in Be⸗ trieb genommen werden konnte, mußte der Luftballon wegen ſeiner Feuergefährlichkeit ent⸗ fernt werden, und dies geſchah dadurch, daß man ihn— fortfliegen ließ. Um 11 Uhr vor⸗ mittags ging die Frei⸗Fernfahrt des Ballons „Mannheim“ vor ſich. Der Andrang zu dieſer „Freifahrt“ war ſchon Tage vorher ſehr groß. Als jedoch die Reflektanten— darunter auch eine 60jährige Apfelfrau— erfuhren, daß ſie die Bedeutung dieſer„Frei“⸗Fahrt doch falſch aufgefaßt hätten, zogen ſie ſich enttäuſcht wie⸗ der zurück. Trotzdem war der Ballon im Augenblicke ſeines Aufſtieges gut beſetzt. Außer dem Führer Guſchka enthielt er vier Paſſagiere, alles Herren, die ſich das Vergnügen einer ſo eigenartigen Fahrt zum erſten Male leiſteten. Als ſich der„Mannheim“ im Beiſein einer großen Zuſchauermenge hob, blies die Muſik einen Tuſch und daran anſchließend:„Muß i' denn, muß i' denn, zum Städtli hinaus“ und die Zurückbleibenden begrüßten mit Tücher⸗ ſchwenken die frohgemuten Paſſagiere. Bald ſtieg der Ballon zu einer Höhe von 12⸗ bis 1500 Meter, wurde um 12 Uhr bei Worms von einem Mannheimer Automobilisten geſich⸗ tet und verfolgt und iſt— wie eine Depeſche meldete— um 3 Uhr bei Grünſtadt(Pfalz) glücklich gelandet. Nach der Auffahrt des Ballons begann ſofort der Betrieb auf dem Juxplatze, während das Volksfeſt offiziell erſt um 3 Uhr 11 Minu⸗ ren ſeinen Anfang nahm. Es wurde durch die feierliche Uebergabe des goldenen Schlüſſels der Ausſtellung— eines Gegenſtandes von der Größe einer Reiterſtandarte— eröffnet, daran ſchloß ſich dann die Kinderpolonaiſe an, und von da ab herrſchte auf dem Juxplatze, wie überhaupt in der ganzen Ausſtellung, das leb⸗ hafteſte Treiben. Die vielen einzelnen Beluſti⸗ gungen, mit denen der„Feuerio“ ſeine Gäſte unterhielt, einzeln aufzuführen, wollen wir uns erſparen. Wir wollen nur hervorheben, daß ein Bockstanz, ein Kindergeſangswettſtreit, ein Eſelswettrennen, ein Zirkus und drei Juxbuden für das humoriſtiſche Bedürfnis der Maſſen zu ſorgen berufen waren. Der Betrieb dehnte ſich bis ſpät in die Nacht aus. Die Beſucherzahl läßt ſich, da Kinder frei waren, nicht mit abſoluter Sicher- heit feſtſtellen, ſie wird auf 60 80000 geſchätzt. Auszug aus den Standesregiſtern der Gemeinde Seckenheim. Auguſt. Geſtorbene: 4. Peter, S. d. Werkmeiſters Johann Georg Schläfer u. ſ. E. Eliſabetha geb. Steiner 4 Monate 25 Tage alt. 6. Totgeborener Knabe des Schmiedmeiſters Martin Bürgy. 16. Rudolph,. S. d. Landwirts Jakob Volz u. ſ. E. Albertine genannt Marie geb. Karl, 6 Monate 28 Tage alt. 19. Eliſe, T. d. Signalwärters Albert Kammerer u. ſ. E. Albertine geb. Wenz, 6 Monate alt. 20. Roſa Katharina, T. d. Maurers Karl Heinrich Klumb u. ſ. E. Anna Barbara geb. Volz. 1 Monat 1 Tag alt. 27. Albert, S. d. Grundarbeiters Johann Wittmann u. ſ. E. Marie geb. Enger, 7 Monate 7 Tage alt. 31. Totgebo rener Knabe des Tünchers Johann Erny. Vermiſchtes. Berlin, 9. Sept. Der Direktor der Kaffee⸗Automaten-⸗Betriebsgeſellſchaft m. b. H., James Norden, iſt ſeit Donnerstag verſchwun⸗ den und mit ihm der Kaſſenbeſtand und das Bankguthaben von der Geſellſchaft in Höhe von 40 000 Mk. Bochum, 9. Sept. In Holſterhauſen bei Herne wurde nach einem Streit der Arbei⸗ ter Erner von ſeiner Hausnachbarin, der Frau des Handlangers Litzner, mit einer Flaſche erſchlagen. Die Täterin wurde verhaftet. — Lebendig begraben. Daß v on Zeit zu Zeit immer noch Fälle vorkommen, wo Schein⸗ tote begraben werden und dann im Grabe wieder zum Bewußtſein kommen, beweiſt ein Vorfall, über den wir nachſtehende Meldung aus Trier erhalten: In Kauſen in Lothringen hörte der Totengräber beim Zuſchaufeln eines friſchen Grabes aus einem benachbarten Grabe fortgeſetzes Klopfen. Er benachrichtigte den Pfarrer und den Bürgermeiſter; das Grab wurde geöffnet und feſtgeſtellt, daß der Be⸗ grabene im Sarge wieder erwacht und dann erſtickt war. — Tödlicher Unfall. Der Tiſchlergeſelle Schwitzke glitt in der Werkſtatt der Möbel⸗ fabrik von Wagner, Lauſitzer Straße 24 in Berlin aus und fiel mit dem Kopfe gegen eine im Gang befindliche Säge, die ihm die Schä⸗ deldecke durchſchnitt. Man ſchaffte ihn nach dem Urban⸗Krankenhauſe, wo er alsbald ſeinen ſchrecklichen Verletzungen erlag. — Luftſchiffer und Zweiſchgenkuchen. Den ehrbaren Bürgern und Bürgerinnen droht neuer⸗ dings nicht nur Gefahr, auf den Straßen durch die Radfahrer und Automobiliſten, ſondern auch durch den erſt in Schwung gekommenen Luftſport. Das beweiſt folgende im„Höchſter Kreisblatt“ erſchienene Annonce einer ſchwer gekränkten und tiefbetrübten Hausfrau:„Wer kann mir ſagen, wer die Luftſchiffer waren, die am Donnerslag 7 Uhr über Nied geflogen ſind und mir durch Ausſchütten von Sand meinen friſchen Zwetſchgenkuchen total verdorben haben? Jula Schmitt, Bretzelgaſſe 11.“ Es iſt aber auch wirklich eine Rückſichtsloſigkeit von den Luftſchiffern, den ſaftigen Kuchen ſo zu ver⸗ zuckern. — Neue deutſche Poſtkarten kommen in dieſem Herbſte zur Ausgabe. Auf den neuen Karten bleibt alles wie ſonſt, nur fallen die Worte An, in, ſowie Wohnung weg. Der linke Teil der Poſtkarte kann außer zu Mit⸗ teilungen auch zum Aufdruck von Reklamen uſw. benutzt werden. — Vor der Strafkammer Tübingen hatte ſich die 34 Jahre alte Dienſtmagd Liebele, die ſchon 13 Jahre hinter Gefängnismauern zugebracht hat, wegen Diebſtahls zu verant⸗ worten. Die Angeklagte entſchuldigte ſich damit, daß ſie immer wieder einem innerlichen Drang, zu ſtehlen, zum Opfer falle. Man möge ihr dadurch zur Beſſerung verhelfen, daß man ihr jeden Monat fünfundzwanzig Prügel verab⸗ reiche. Das Gericht konnte dieſem Wunſche nicht entſprechen und verurteilte die rückfällige Diebin zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. — Unerhörte Tierquälereien. Auf einer Geflügelausſtellung in der meiningiſchen Indu⸗ ſtrieſtadt Sonneberg wurden dem Holzſchnitzer Adolf Morgenroth aus Schichtshöhe Ausſtel⸗ lungspreiſe für Hähne zuerkannt. Da die Preisrichter aber ſchon böſe Erfahrungen ge⸗ macht hatten, wurden— nach Bekanntgabe der Prämiierung— von den Preisrichtern Unterfuchungen auf unreelle Manipulationen (gefärbte Federn uſw.) vorgenommen. Als ſte daß Jemand in der Hitze des Streites ſeinen Gegner niederſchlägt, wenn der augenblickliche Zorn ihn hinreißt; der Mord an Buſchmann 1 5 jedoch nicht ohne Ueberlegung ausgeführt zu ſein.“ „Gewiß nicht, wenigſtens ſprechen alle Umſtände dafür“, bemerkte der Staatsanwalt. „Buſchmann iſt mit einem viereckigen Inſtru⸗ mente erſchlagen worden, mit einem Hammer oder einer Axt, und ein ſolches Inſtrument trägt Niemand wie einen Spazierſtvck in der Hand.“ Degen trat in das Zimmer; erſchöpft ließ er ſich auf einen Stuhl nieder. „Haben Sie etwas gefunden?“ Heppner ungeduldig. Zuſtimmend nickte Degen mit dem Kopfe. „Was? Erzählen Sie!“ „Gönnen Sie mir einen Augenblick Ruhe.“ „Wenn ich Sie ſtöre, meine Herren, ſo werde ich mich entfernen“, bemerkte Taſchner. „Bleiben Sie nur, ich möchte ohnehin einige Fragen an Sie richten“, gab der Kom⸗ miſſär zur Antwort. Er ließ ſich Wein bringen und leerte haſtig ein Glas. Dann zog er die Brieftaſche aus ſeinem Rocke. i „Iſt Ihnen dieſe Taſche bekannt?“ wandte er ſich fragend an Taſchner. Der Gutsbeſitzer blickte ſie prüfend an. „Nein“, gab er zur Antwort. „Es iſt alſo nicht Buſchmann's Brief⸗ fragte mich genau, daß die des Rentiers mindeſtens noch einmal ſo groß war.“ Degen öffnete die Taſche und nahm eine preußiſche Banknote über 25 Taler heraus. „Kennen Sie dieſe Banknote?“ fragte er. Taſchner nahm ſie in die Hand und ſprang überraſcht auf. „Das iſt ſie, wahrhaftig das iſt ſie, ich kenge ſie genau wieder, es müßte ſonſt zwei ganz gleiche geben!“ rief er.„Dieſer Kopf Louis Napoleon's war darauf gezeichnet, ich ſah ihn geſtern Abend ſehr genau, als ich die Banknote in der Hand hielt. Woher haben Sie dieſelbe?“ „Degen, Sie haben den Mörder bereits entdeckt rief gleichzeitig der Staatsanwalt. „Es iſt möglich“, gab der Kommiſſär halb ausweichend zur Antwort. „Bei wem haben Sie dieſe Banknote ge⸗ funden?“ fuhr Taſchner fragend fort. Degen zögerte einen Augenblick mit der Antwort; war es klug, den Gutsbeſitzer in ſeine Entdeckung einzuweihen? Dornberg's Verhaftung konnte freilich kein Geheimnis bleiben. „Bei Dornberg“, entgegnete er. „Ha! Bei Dornberg! Unmöglich, un⸗ möglich!“ rief Taſchner.„Er ſollte den armen Rentier ermordet haben! Ich kann es nicht glauben!“ „Hat er die Tat eingeſtanden?“ fragte der taſche?“ „Nein, beſtimmt nicht, denn ich erinnere „Wie gelangte er in den Beſttz dieſer Banknote?“ forſchte Heppner weiter. Der Kommiſſär teilte die Ausſage Dorn⸗ berg's mit. „Das iſt mehr als unwahrſcheinlich“ rief der Staatsanwalt.„Wie war ſein Be⸗ nehmen?“ „Sehr ängſtlich und erſchreckt. Als ich ihm ſagte, daß ich ihn verhaften müſſe, ver⸗ ſuchte er ſich das Leben zu nehmen, es mißlang zum Gluͤcke.“ „Verlangen Sie noch mehr Beweiſe für ſeine Schuld? Wie ſollte er zu einem ſolchen Schritte gekommen ſein, wenn er unſchuldig wäre?“ Degen ſchwieg. Er wußte ſehr wohl, daß alles gegen Dornberg ſprach, dennoch hielt er ſeine Schuld nicht für vollſtändig erwieſen. Taſchner hatte während dieſes Geſpräches ſchweigend dabeigeſtanden. „Ich kann nicht glauben, daß ein Mann, mit dem ich ſo oft verkehre, den ich gern habe und für gutmütig halte, eine ſolche Tat be⸗ gehen kann!“ ſprach er.„Und doch kann ich auch nicht glauben, daß Buſchmann ihm das Geld gegeben hat!“ „Weshalb nicht?“ fragte Degen. Taſchner zögert mit der Antwort, er ſchien mehr geſagt zu haben, als ihm lieb war. (Fortſetzung folgt.) Staatsanwalt. f „Nein— er leugnet ſie.“ f Hähne Morgenroths unterſuchten, entdeckten ſie, daß der Ausſteller, um für ſeine fehlerhaften Tiere Preiſe zu erlangen, falſche Sichelfedern künſtlich eingefügt und dieſe mit Stecknadeln in dem Fleiſch der armen Tiere befeſtigt hatte. Weiter waren zur Verbergung der„Stein— ſchwänze“ tierquäleriſche Vorkehrungen ſcheuß— licher Art an den ausgeſtellten Hähnen getrof— fen worden. Die Preisrichter ſtellten Straf— antrag gegen ihn wegen Betrugs und Tier— quälerei. Das Schöffengericht in Sonneberg verurteilte Morgenroth zu ſechs Wochen Ge— fängnis. In der Berufsinſtanz vor der Ferien— ſtrafkammer in Meiningen wurde die Strafe, da es ſich nach Anſicht der Richter nur um einen Betrugsverſuch() handelte, auf drei Wochen Gefängnis ermäßigt. — Ein ſeltener Fall. Aus Stettin wird berichtet: Im Wiederaufnahmeverfahren wurde der frühere Unteroffizier Schmidt vom Pomm. Train⸗Bat. Nr. 2 in alle ſeine Rechte wieder eingeſetzt. Schmidt wurde von dem Kriegsge— richt im vergangenen Jahre zu ſieben Monaten Gefängnis und Degretation verurteilt wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, das er im Früh⸗ jahr 1906 auf dem Traindepot in Altdamm auf der Wache begangen haben ſollte. Seine Berufung wurde in allen Inſtanzen abgewieſen, und er verbüßte die Strafe. Im Bewußtſein ſeiner Unſchuld begann Schmidt nach ſeiner Strafverbüßung aufs neue ſeine Sache zu füh— ren und er ſetzte das Wiederaufnahmeverfahren auch mit Erfolg durch. Es war deshalb jetzt ein Kriegsgericht in Altdamm zuſammengetre⸗ ten, das ſich in zweitägiger Sitzung unter Ver⸗ nehmung von faſt 30 Zeugen aufs neue mit der Anklage beſchäftigte. Das Ergebnis war ein Freiſpruch. Schmidt wurde in alle ſeine Rechte wieder eingeſetzt, ſeine Wiedereinſtellung in das Heer ausgeſprochen, außerdem wurde ihm für die unſchuldig erlittene Unterſuchungs⸗ und Gefängnisſtrafe eine Entſchädigung zuge⸗ billigt. — Hundepolizei in früheren Zeiten. Daß die Frage der Verwendbarkeit von Polizeihun⸗ den nicht von geſtern datiert, beweiſt ein inte⸗ reſſantes Dokument, das von einem franzöſi— ſchen Blatte ausgegraben worden iſt: Schon 1155 unterhielt die Stadt Saint⸗Malo eine Anzahl Doggen, die unter dem Namen„Wach⸗ hunde“ bekannt waren. Sie waren nicht, wie früher behauptet worden iſt, zum Schutze der Stadt beſtimmt, ſondern mußten in der Nacht am Strand herumſtreifen, um die Diebe, die auf den im Hafen geſtrandeten Schiffen Beute machen wollten, in reſpektvoller Entfernung zu halten. Wenn abends die Stadttore geſchloſſen wurden, band der Feuerwächter ſeine Doggen feſt, bei hohem Seegang am„Sillon“, bei niedriger See an der Bojenbrücke. Wenn dann die Feierabendglocke zu läuten aufhörte, ließ er die Hunde los. Früh morgens, eine Stunde vor Tag, blies ſie der Wächter mit einer kupfer⸗ nen Trompete zurück, gab ihnen ihre Suppe und ſperrte ſie bis zur Nacht im Hundeſtall ein. Dieſer Hundeſtall exiſtierte lange Zeit, und das enge Gäßchen, in dem er lag, wurde nach ihm„Venelle-aux⸗Chiens“ genannt. Später(1674) brachte man die Doggen unter⸗ halb der Holland-Baſtei unter; dann baute man ihnen auf dem Sillon eine Hütte, die „Cabane⸗des⸗Chiens“ hieß. Ein entſetzliches Vorkommnis war die Veranlaſſung zur Ab ſchaffung dieſer Hundepolizei. Am 7. März 1770 wurde ein junger Marineoffizier, Ans quer de Kerouarfs, der noch nach Toresſchluß in die Stadt gehen wollte, von der wütenden Meute überfallen, zerriſſen und verſchlungen. Das Seegericht ließ darauf die Wachhunde vergiften. 615 Jahce lang hat Saint⸗Malo den Schiffs⸗ polizeidienſt durch Hunde beſorgen laſſen und iſt dabei, wie es ſcheint, ſehr gut weggekommen. — Ein Sohn Morengas, des Häuptlings, der Deutſchland ſchon viele Schwierigkeiten be⸗ reitet hat, befindet ſich, wie wohl nur wenigen bekannt ſein dürfte, ſeit Jahren in Deutſchland. Er kam auf Empfehlung mehrerer Schutz truppenoffiziere vor etwa funf Jahren zu einem Schloſſer in Hamburg in die Lehre. Die ſtrenge Zucht im Hauſe ſeines Lehrherrn behagte jedoch dem Jungen nicht und ſo ſuchte er ſich ander⸗ weitig eine Beſchäftigung, die er ſchließlich als Tierwärter bei Hagenbeck fand. In wenigen Tagen geht er mit Zirkus Buſch als Wärter einiger kleiner Elefanten, die ſich durch be— ſondere Dreſſur auszeichnen, nach Berlin. — Der angeſtrichene Bulle. Eine er⸗ götzliche Geſchichte von der Nehrung weiß die „Elb. Ztg.“ zu erzählen. Vor Pillau liegt bei Peiſe als Fahrzeichen eine Leuchttonne, die wegen ihrer Größe bei der Schifferbevölkerung und in Seglerkreiſen unter dem Namen „Peiſer Bulle bekannt iſt. Der Malermeiſter des Dorfes hat die Tonne anſtreichen müſſen und reicht ſeine Rechnung(den Peiſer Bullen zweimal mit Oelfarbe angeſtrichen... 8 Mk.“) bei der Hafenbauinſpektion ein, wo man an dem bekannten Namen keinen Anſtoß nimmt und dem Mann das Geld bezahlt. Da aber kommt am Jahresſchluß von der Oberrech⸗ nungskammer an die Hafenbauinſpektion in Pillau folgende Anfrage:„Hält die Hafenbau⸗ inſpektion in Pillau auf Peiſe einen Bullen? Und wenn, warum iſt dieſer Bulle zweimal mit Oelfarbe geſtrichen?“ — Am 1. September trat im Staate New⸗PYork ein neues Scheidungsgeſetz in Kraft; es beſtimmt, daß der Gatte, der ſich einer ehelichen Untreue ſchuldig macht, zu 6 Monaten Gefängnis oder einer Geldſtrafe von 10 000 Mark verurteilt wird. Es bleibt dem Richter überlaſſen, ob er auf eine dieſer Strafen oder auf beide zuſammen erkennen will. Es wird angenommen, daß unter dem Druck dieſes Geſetzes die Eheſcheidungen um annähernd 75 Prozent zurückgehen werden, namentlich dürfte ſich die Zahl der Scheidungen verringern, bei denen der Ehebruch in gemeinſamer Ueberein— ſtimmung der beiden Gatten ausgeführt wurde, weil ſie ſich beide von dem ehelichen Joch be— freien wollten, denn es iſt niemandes Sache, ſich 6 Monate einſperren zu laſſen,— ſelbſt um eine böſe Frau los zu werden. — In den 525600 Minuten des Kalen⸗ derjahres werden nach ſtatiſtiſchen Berechnungen der Unfallgeſellſchaften durchſchnittlich 1051200 Menſchen verletzt oder ſterben eines gewalt⸗ ſamen Totes. An dieſer Millionen Unfälle iſt ſeit Beendigung des Krieges in Oſtaſien der Heeres- und Flottendienſt aller Länder nur geringfügung beteiligt. Rußland allein macht eine Ausnahme, indem die amtliche St. Peters⸗ burger militäriſche Verluſtliſte für den Monat Juli die folgende Verluſte aufweiſt, welche die „Erhaltung der öffentlichen Ordnung“ gekoſtet hat: tot 54 Offiziere, 95 Mann; verwundet 74 Offiziere, 52 Mann. — Die Jagd in Frankreich. Die Fran- zoſen ſind eifrige Jäger, und die Zahl der Leute, die ſich einen Jagdſchein löſen, iſt ſtän⸗ dig im Wachſen. 1844 wurden 125,000 Jagd⸗ ſcheine ausgegeben, 1884 bereits 400,000, und heute ſind es ſchon 550,000. Bei dieſer ſtatt⸗ lichen Zahl der Jäger ſteht natürlich die In⸗ duſtrie, die ſich mit der Fabrikation der Jagd⸗ waffen und der Herſtellung von Jagdanzügen befaßt, in hoher Blüte. Aber auch der Staat zieht aus der Jagd einen recht anſehnlichen Nutzen. Im Jahre 1903 erhielt er z. B. von den Jägern 8,723,286 Franken, und die Ge⸗ meinden, die die Jäger gleichfalls nicht unbe⸗ ſteuert laſſen, erhielten 4,846,270 Franken. Dazu kommen noch 300,000 Franken für den Verkauf von Stempelpapier. Seckenheim, 10. Sept. Der heutige Ferkelmarkt war mit 97 Stück befahren und wurden davon 50 zum Preiſe von 1015 Mk. pro Paar abgeſetzt. Volksbad Seckenheim. Heute Mittwoch für Frauen geöffnet. Bekanntmachung. Die Sonntagsruhe in der Induſtrie hier, im Metzger- und Wurſtlerhandwerk betr. Nr. 116 920 J. Durch Beſcheid des Bezirksrats vom Heutigen Turnerbund„Jahn“ Seckenhbeim. Einladung. Am Donnerstag, den 12. ds. Mts., Abends ½9 Uhr erhielt Ziffer 4 unter A der Anordnung des Bezirksrats vom 21. März 1895, die Ausnahme von dem Verbot der Sonntagsruhe in der Indu— ſtrie und im Handwerk, in der Faſſung der Bekanntmachung vom 2. September 1904, nachſtehende Faſſung: In dem Fleiſcherei- und Wurſtlereigewerbe wird die Beſchäftigung von Arbeitern an allen Sonn- und Feſttagen, ausgenommen am 1. Oſter⸗, Pfingſt⸗ und Weihnachtstag, ſowie am Karfreitag a) vom 1. Mai bis 30. September in der Zeit von 5—9 Uhr morgens b) vom 1. Oktober bis 30. April in der Zeit von 6 bis 9 Uhr morgens unter der Bedingung geſtattet, daß, wenn die Sonntagsarbeiten länger als 3 Stunden dauern, die Arbeiter a) entweder an jedem dritten Sonntage volle 36 Stunden oder b) an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder c) in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages und zwar ſpäteſtens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit freizulaſſen ſind, wobei in dem unter o genannten Fall den Arbeitern mindeſtens an jedem dritten Sonntag die Gelegenheit zum Beſuch des Gottesdienſtes zu gewähren iſt. Mannheim, 22. Auguſt 1907. Groh. gezirksamt, Abteilung IV. Eppelsheimer. Nr. 6403. Vorſtehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Seckenheim, 9. September 1907. gürgermeiſteramt Volz. findet im Lokale zur Pfalz unſere Vorſtands-Sitzung ſtatt, wozu wir alle Vorſtandsmitglieder, Turnwarte und Vorturner freundlich einladen. Der Turnrat. Kaninchenzucht-Verein Seckenheim. Genannter Verein hält am 15. September ſeine diesjährige Ausſtellung auf dem Platze des Herrn Albert Fölluer, Hauptſtraße 149, ab, verbunden mit Verloſung von Zuchttieren und Gegenſtänden. Eintritt für Erwachsene 20, Kinder 10 Pfg. Die Preiſe ſind von Sonntag, den 8. September ab bei Herrn Bäckermeiſter Dehouſt ausgeſtellt. Zu zahlreichem Beſuche ladet ein das Ausſtellungskamite. Hochfeine Tourenräder Mk. 275..— an Hochfeine Rennräder Mk. 120.— an, Fahrradzubehörtelle ſtaunend billig Fahrradreparaturen ſtaunend billig P.& H. Edelmann, Mannheim, D 4, 2, Tel. 1416. Größte Spezialwerkſtätte für Fahrradreparaturen am Platze. Elektriſcher Kraftbetrieb. 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