/ — Bezugspreis: Monatlich Mk. 1.40, durch reis: M die Poſt Mk. 1.60, in der Geſchäftsſtelle am Schalter abgeholt monatl. Mk. 1.20 Anzeigenpreiſe: Die 22 mm breite Millimeterzeile 3 Pfg., im Textteil 90 mm breit 18 Pfg. Nachläſſe gemäß Preisliſte Rr. 3. Anzeig.⸗Preisliſte 3 3. Zt. gültig. Anzeigenſchluß 9 Uhr Fernſprecher Nr. 47216. Poſtſcheck⸗Konto: Karlsruhe 78439. 8 7 n 1866 amen 9 0 1 niſter Dr. Goebbels hat einmal geſagt, man Rei könne die Staatsform des Dritten Reiches als„peredel⸗ te Dem okratie“ bezeichnen. Wir haben uns dieſes Wortes wieder einmal erinnert, als wir in der vorigen Woche die Berichte über die Sitzungen der franzöſiſchen Ab⸗ geordnetenkammer laſen. Denn bekanntlich nennt ſich Frank⸗ reich eine Demokratie ſchlechthin, ja die Franzoſen betrach⸗ ten ihren Staat gerne als das Ideal einer Demokratie und eines Staates überhaupt. Die Vorgänge in der franzöſiſchen Abgeordnetenkammer während der vergangenen Woche ſind aber wenig dazu geeignet, dieſes Idealbild beſonders reiz⸗ voll zu machen. Es gab nämlich in den Sitzungen der Abgeordneten⸗ kammer nicht nur Radau⸗ und Lärmſzenen übelſter Art, ſondern auch wüſte Schlägereien und Fauſtkämpfe zwiſchen den politiſchen Gegnern. Einige Abgeordnete würden durch Fußtritte und Kopfhiebe verwundet. Kammerpräſident Her⸗ riot war nicht imſtande, mit den Mitteln der Geſchäftsord⸗ nung Herr der Situation zu werden und konnte ſich schließlich nur dadurch helfen, daß er die Sitzung ſchloß. Ein ernſthaftes Pariſer Blatt— es iſt der„Temps“— macht ſeinem Unmut über dieſe Art von Parlamentarismus da⸗ durch Luft, daß er ſeinen Bericht über die Vorgänge in die Form eines Kriegsberichts kleidet.„Die Kommuniſten“— ſo heißt es im„Temps“—„führten eine Umfaſſungsbewe⸗ gung aus. Einige von ihnen drangen in den Saal ein, dürchquerten ihn im Laufſchritt, um den nationalen Abge⸗ ordneten in den Rücken zu fallen“. Soweit der„Temps“, der es ja wiſſen muß, denn ſeine Berichterſtatter waren na⸗ türlich Augen⸗ und Ohrenzeugen der nicht gerade erheben⸗ den Szenen. Die Schimpfworte, die ſich die Herren Abge⸗ ordneten ſchon vor der„Schlacht“ an den Kopf warfen, wa⸗ ren derart, daß ſie im offiziellen Sitzungsbericht nicht ein⸗ zeln erwähnt, ſondern ſchamhaft mit dem Sammelnamen „Zwiſchenrufe“ bezeichnet werden. Aus den Zeitungsberich⸗ ten aber kann man erſehen, wie dieſe„Zwiſchenrufe“ lau⸗ teten, nämlich: Halunken, Feiglinge, Idioten, Mörder uſw. Es iſt wahrhaft ein feiner Ton, der da in der franzöſiſchen Abgeordnetenkammer herrſchte. Wir ſprechen über dieſe Dinge nicht, um uns in inner⸗ franzöſiſche Angelegenheiten einzumiſchen. Schließlich hat jedes Volk die Regierungsform, die es verdient. Aber wir verwahren uns dagegen, daß man, wie es insbeſondere von marxiſtiſcher Seite in Frankreich immer wieder geſchieht, die autoritäre Staatsform, die wir in deutſchland haben, angreift und herunterſetzt und daß man es ſo hinſtellt, als habe Frankreich die Aufgabe, dafür zu ſorgen, daß das deutſche Volk wieder der Segnungen einer„reinen“ Demo⸗ kratie teilhaftig werde. Nun, wir kennen dieſe„Segnungen“ aus eigenem Erleben zur Genüge und wenn wir ſie nicht kennten, dann würden uns gerade die neueſten Vorgänge in Frankreich zur richtigen Erkenntnis führen. Denn ſchließlich ſah der franzöſiſche Miniſterpräſident Daladier keinen anderen Ausweg aus den Schwierigkeiten, in die die franzöſiſche Politik durch dieſe Art von Parla⸗ mentarismus und Demokratie gekommen iſt als den— das Parlament ſchleunigſt in die Ferien zu ſchicken. Alſo: um überhaupt regieren zu können, mußte der Miniſterprä⸗ ſident das Parlament bis zum Spätherbſt vertagen. An er es nicht getan, dann hätten die völlig unfruchtbaren Aus⸗ einanderſetzungen in der Kammer, die Zänkereien, Stänke⸗ reien und Schlägereien, zu denen der marxiſtiſche Teil der berühmten„Volksfront“ immer wieder Anlaß gibt, jede poſitive Tätigkeit der Beben unmöglich gemacht. Schon jetzt iſt die praktiſche Be ae der Abgeordnetenkammer für die franzöſiſche Politik ſtark zurückgegangen, während der Senat— das Oberhaus des Parlaments, das nicht di⸗ rekt vom Volke gewählt wird, und aus Mitgliedern beſteht, die über 45 Jahre alt ſein müſſen— an Einfluß und An⸗ ſehen erheblich gewonnen hat. Dieſe Entwicklung wird na⸗ türlich noch gefördert, wenn die franzöſiſche Oeffentlichkeit etzt ſieht, daß die Regierung, um überhaupt arbeiten zu können, das Parlament 50 Monate hinaus b muß, weil die Kammer, die 1 eigentlich die politiſche Wil⸗ lensträgerin des franzöſiſchen Volkes ſein ſoll, glatt verſagt. Nebenbei bemerkt: durch ihre Forderung nach offener Ein⸗ miſchung in den Spanienkonflikt 5 der Bolſchewi⸗ ſten hätten die Marxiſten auch leichten Herzens einen euro⸗ pälſchen Krieg provoziert. Nein, für dieſe„reine, unverfälſchte“ Demokratie dan⸗ ken wir in Deutſchland. Wir halten es lieber mit der ver⸗ edelten Demokratie, von der Dr. Goebbels ſprach. Bei uns entſcheidet der Führer 5 Grund genauer Kenntnis der uſammenhänge und auf Grund genauer Ueberlegung. Durch ſeine Mitarbeiter, Ratgeber und durch die Partei iſt er ſtändig im innigſten Einvernehmen mit dem ganzen Volke, das außerdem von Zeit zu Zeit immer wieder auf⸗ gerufen wird in freier Abſtimmung ſeine Meinung über die holitik des Führers kundzutun. Es gibt bei uns zwar keine unnützen parlamentariſchen Redereien mehr, es gibt auch keine Saalſchlachten mehr im Parlament und keine roten Rülpeleten, kein Intrigenſpiel und keine demagogiſchen An⸗ träge, die die Arbeit der Regierung nur hemmen— aber es gibt dafür eines die Tat des verantwortungsbewuß⸗ ten Führers, die die deutſche Politik nun ſchon ſeit über fünf Jahren von Erfolg zu Erfolg geführt hat. f Das iſt unſere Art von Demokratie. Sie iſt uns lieher als die franzöſiſche, von der wir nur ſagen können: n ein wir danken. a Wer nicht Soldat ift oder im Ernſtfall werden wird, kauft ſich eine Volksgasmaske bei ſeinem NSV⸗Amts walter. Tages- und Anzeigenblatt für Mannheim⸗Seckenheim und Umgebung. Verkündblatt für den Stadtteil Mhm.⸗Seckenheim. Erſcheint täglich, mit Ausnahme der Sonn⸗ und Feiertage Betriebsſtörungen uſw. berechtigen zu keinen Erſatzanſprüchen; Druck und Verlag: Georg Zimmermann(Inh. Georg Härdley Mannheim⸗Seckenheim, Zähringerſtraße 68. Verantwortlich für die Schriftleitung, ebenſo für die Anzeigen Georg Härdle Mannheim⸗Seckenheim, Hauptſtr. 120.— D.⸗A. V. 8.1140 Dienstag, den 21. Juni 195 Hodza ſoll gehen? Slowaken fordern den Rücktritt der Regierung.— Scharfe kritik an der tſchechiſchen Verſchleppungskaktik. Prag, 20. Juni. Im„Slowak“ dem Hauptblatt der Slowakiſchen Volks⸗ partei, nimmt der Abgeordnete Sidow in ſcharfer Weiſe ge⸗ gen die neueſten tſchechiſchen Unterdrückungsmaßnahmen in N der Slowakei und gegen die Verſchleppungstaktik Prags Stellung. Weder das Verbot der„Slopfka Prawda“ noch Drohungen mit Kerker, noch Unterſchriftenaktionen. ſo ſchreibt er, werden die Verhältniſſe in der Tſchechoſlowakei konſolidieren. Dies alles ſeien negative Dinge. Von der Re⸗ gierung erwarte man dagegen Poſitives, was allein die Slowaken und die Slowakei zufriedenſtellen könnte. Zu poſitiven Handlungen ſei die heutige tſchechiſche Re⸗ gierung jedoch nicht fähig.„Warum ſieht das die Prager Regierung nicht ein und warum tritt ſie nicht zurück? Iſt die Kepubui für die Regierung oder die Regierung für die Republik da? Es bleibt bei dem, was wir von Anfang an geſagt haben: Nicht nach links, nicht nach rechts, ſondern immer vorwärts und niemals zurück. So hat es uns Lud⸗ wig Stur befohlen und Hlinka ans herz gelegt. der Weg zurück iſt unmöglich, vorwärks müſſen wir“. Bekenntnis der Deutſchen Güdmährens Am Sonntag wurde in Inaim der ſüdmähriſche Volks- tag der Kreis- Bolkstumsverbände abgehalten. Die Ver⸗ anſtaltung war ein überwältigendes Bekenntnis der deut⸗ ſchen Bevölkerung Südmährens zur Arbeik für Volkskum und Heimat und darüber hinaus zu Konrad Henlein und ſeiner Bewegung. Das Feſt wurde mit einer Aufführung des„Franken⸗ burger Würfelſpiels“ am Vorabend eingeleitet. Am Sonn⸗ tag waren 12 000 Jungmannen und Mädel zur Morgen⸗ b und Totenehrung angetreten. Den Vormittag füllte ie Gautagung des Kulturverbandes, die ebenfälls einen Maſſenbeſuch aufwies. Unter allgemeinem Jubel wurde be⸗ ſchloſſen, Konrad Henlein in einer Drahtung der Treue und Verbundenheit der Südmährer zu verſichern. Bei der Tagung wurde der Bahnbrecher des Schulſchatzgedankens im Thaya⸗Tal, Oberlehrer Horntrich, durch einmütigen Beſchluß aller Anweſenden zum Gauobmann ernannt Am Nachmittag wurde das Feſt durch einen Umzug eingeleitet, wie ihn Südmähren noch nicht geſehen hat. Mehr als 12 000 deutſche Volksgenoſſen marſchierten. Reiter⸗ und Trachten⸗ ruppen miſchten ſich in das farbenfrohe Bild des Zuges. uf dem Turnplatz hielten Bezirksführer, Gauführer und Kreisleiter Ansprachen. Gubdetendeutſches Theater wird geſäubert Juden und Marxiſten erhalten ihr Geld zurück In der Generalverſammlung der Deutſchen Theaterbau⸗ 8 in Brünn wurde mit 410 gegen 10 Stimmen der eſchluß gefaßt, allen Mitgliedern der Gemeinde, die Ju⸗ den ſind oder demokratiſchen oder marxiſti⸗ ſchen Parteien angehören, ſowie den jüdiſchen Firmen die eingezahlten Beträge auf Verlangen zurückzuzahlen unter der Bedingung, daß ſie aus dem Verein„Deutſche Theater⸗ baugemeinde“ austreten. Die Zurückzahlung dürfte insge⸗ ſamt einen Betrag von 400 000 Tſchechenkronen erfordern, ſodaß dem Verein ein Vermögen von über dreieinhalb Mil⸗ lionen Tſchechenkronen verbleibt. Dieſer Beſchluß der ſudetendeutſchen Theatergemeinde iſt eine würdige Antwort auf die ſüdiſchen und marxiſti⸗ ſchen Drohungen mit dem Abzug der„demokraliſchen Gel⸗ der“ und die Behauptung, ohne dieſes Geld könne kein Theater gebaut werden. Bei den Juden und den Vale Sozialdemokraten hat dieſer Beſchluß denn auch großes Wutfgeheul ausgelöſt. Bemerkenswertes Eingeſtändnis Prag beſtätigt Terrorregiment der Soldateska. Freiwaldau, 21. Juni. In der endloſen Reihe der Verfolgungen und Mißhand⸗ lungen Sudetendeutſcher durch die tſchechiſche Soldateska wurde kürzlich über einen brutalen Terrorakt in Freiwaldau berichtet. Tſchechiſche Soldaten fielen über einen Sudeten⸗ beutſchen her und verletzten ihn, als er zwei Jugendlichen zu Hilfe eilen wollte, die von den Soldaten bedroht wurden. Außerdem kam es zu wilden Ausſchreitungen betrunkener Soldaten in verſchiedenen Gaſtſtätten. Die Empörung unter der Bevölkerung zwang die amt⸗ lichen tſchechiſchen Stellen, eine Unterſuchüng über dieſe unerhörten Vorfälle einzuleiten, über deren Ergebnis jetzt eine Meldung veröffentlicht wird, die ein grelles Licht auf die eigenartige Disziplin tſchechiſcher Soldaten wirft. Es wird in dem amtlichen iſchechiſchen Bericht zugegeben, daß ein bee Soldat ſich auf einen er Lehr⸗ ling ſtürzte, als dieſer mit erhobenem Arm einen Gruß aus⸗ tauſchte. Wie es in dem Bericht weiter heißt,„ſchüttelte“ der Soldat den Jungen. Als ihm ein in der Nähe ſtehender Ar⸗ beiter Vorhaltungen machte, wurde ihm von einem anderen Soldaten einfach ins 9 geſchlagen. Dieſes Eingeſtändnis lſchechiſcher Stellen ſpricht für ſich. Tü ſches litär maß ſich ee e der ſude⸗ kendeutſchen Bevölkerung an. Einmal iſt es die Fauſt, das andere Mal das Bajonett, die die Sudetendeutſchen durch die Soldateska zu ſpüren bekommen. Wenn Prag auch in nigen Fällen, ſo auch in dem vorliegenden, nachträglich eine 1 afung der bekreſfenden Soldaten ankündigt, ſo laſſen dieſe Gewaltakte iſchechiſcher e 5 doch 2 bezeichnenden Schluß auf die Aukorität und Disziplin des kſchechiſchen Militärs zu. 5 Nr. 142 . Gcapa Flow r heldenhafte Abſchluß des Seekrieges am 21. Juni 1919. NSbgt. Am 11. November 1918, zwei Tage nach dem Ausbruch der roten Revolution in Deutſchland, wurde im Walde von Compiegne der Waffenſtillſtandsvertrag unter⸗ zeichnet. Sein Artikel 23 ſah die ſofortige Abrüſtung der Kriegsſchiffe der deutſchen Hochſeeflotte vor Nach der Ab⸗ rüſtung ſollte der Hauptteil der Flotte in neutralen, oder falls ſie nicht verfügbar wären, in Ententehäfen interniert werde. England beſtimmte als Appellplatz für die abgerü⸗ ſtete deutſche Flotte den Firth of Forth Hierhin ſetzte ſich am 19 November 1918 der Ueberführungs⸗Verband, zuſam⸗ mengeſetzt aus 11 Linienſchiffen, 5 Panzerkreuzern und 50 Torpedobooten in Marſch. Unmittelbar nach der Ueberprüfung der Abrüſtung ließ England im Widerſpruch zu der Beſtimmung des Waffen⸗ ſtillſtandsvertrages den deutſchen Verband nach dem briti⸗ ſchen Hafen von Scapa Flow bringen. Hier wurden den deutſchen Schiffen die Lie eplätze angewieſen, die ſie Mongte hindurch beibehalten ſollten Die deutſche Kriegs⸗ flagge mußte eingeholt und durfte nicht mehr geſetzt werden. Die Bewachung übte ein britiſches Geſchwader von 5 Linien- ſchiffen und Zerſtörerverbänden aus, das durch armierte Hilfsſchiffe verſtärkt wurde. Abgeſchloſſen von aller Welt, nur auf die kümmerlichen verſpäteten Nachrichten aus der Heimat angewieſen, wo die rote Revolution ihre Zerſtö⸗ rungswut austoben ließ, durchlebte der Führer des Inter⸗ nierungsverbandes mit ſeinen wenigen Getreuen Wochen und Monate qualvoller Ungewißheit. England verhielt ſich nicht ſo, wie es der von ihm geprägte Begriff des Gent⸗ lemans erfordert hätte. Den deutſchen Beſatzungen war nicht nur der Verkehr von Schiff zu Schiff, fondern auch jeder Landgang unterſagt. Gerade darin lag, beſonders für die Mannſchaften der 50 Torpedoboote, die monatelang auf engſtem Raum zuſammengedrängt waren eine ungerecht⸗ fertigte Härte. Durch Zeitungsnachrichten hatte der Führer des Inter⸗ nierungs⸗Verbandes erfahren, daß am 16. Juni 1919 der deutſchen i eine fünftägige Friſt, zur Annahme oder Ablehnung des Friedensvertrages ge⸗ ſtellt worden war Aus früheren Meldungen glaubte er ent⸗ nehmen zu müſſen, daß dieſer unmenſchliche ſogenannte Friedensvertrag abgelehnt werden und damit der Kriegs⸗ zuſtand wieder eintreten würde. Am 21. Juni lief die Friſt ab. Nach den deutſchen Kriegsbefehlen durfte kein Seebe⸗ fehlshaber oder Kommandant ein deutſches Kriegsſchiff un⸗ verſehrt in die Hand des Feindes fallen laſſen. Der Weg war alſo klar vorgezeichnet. Ebenſo klar wurde gehandelt. So ging am 21. Junj mittags das ſchon früher ver⸗ einbarte Signal am deutſchen Flaggſchiff hoch:„Schiffe ſofort verſenken!“ Auf allen Schiffen wurden die Flutventile geöffnet. Zum letzten Male ging die Kriegs⸗ flagge hoch, und während das Waſſer ſich rauſchend in das Innere der gewaltigen Stahlfeſtungen ergoß, machten die Mannſchaften die Boote klar oder ſprangen über Bord. Von 12.16 Uhr mittags bis nachmittags 5 Uhr ſank eines nach dem anderen der im Kriege unbeſiegten deutſchen Schiffe, ſank die ſtols deutſche Flotte in ihr Wellengrab. Das Verhalten der rg ac be ſetzte allem was der Krieg an Greueln hervorgebracht hatte, die Krone auf. Offiziere und Mannſchaften, ſa ſogar Ziviliſten der Hilfs⸗ ſchſſe feuerten aus Gewehren Ma hnenkehren und Pi⸗ ſtolen auf die ee im Waſſer. Man wollte ſie zwin⸗ gen, an Bord der ſinkenden Schiffe zurückzukehren. urch die ſinnloſe, wütende Schießeref wurden ein Offizier und ſteben Mann buchſtäblich hingemordet, drei Offiziere und 16 Mann ſchwer verwundet. Immer jedoch wird der 21. Juni 1919 fortleben in der Erinnerung eines Volkes, deſſen Waffenehre noch in den Tagen des Umſturzes rein blieb, und das mit einer letzten mannhaften Tat ſeine tapfere Geſinnung noch im Unter⸗ gang bekräftigte Welchen Nervenproben die ſudetendeutſche Bevölkerung unterworfen iſt, zeigt eine Reihe weiterer kleinerer, aber außerordentlich charakteriſtiſcher Vorfälle an der neuen Elbebrücke in Bodenbach. Ein Soldat von der Maſchinengewehrmannſchaft aus dem oberhalb der Zrücke ſtehenden Ausſichtspavillon hatte ſich in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auf die Brücke begeben, um ſich in anſcheinend echt tſchechſſcher Weiſe zu„beluſtigen“ Er hielt zuerſt einmal einen Arbeitsloſen aus der Bielger Gegend an, der mit Feldblumen hauſierte. Der Soldat ohrfei gte den Arbeitsloſen, dem es erſt nach längerer Zeit gelang, zu flüchten. Die Hilferufe des Mißhandelten hatten ſedoch einen zweiten Soldaten herbeigelockt, der im Ver⸗ ein mit ſeinem uniformierten Volksgenoſſen die pärlichen Paſſanten beläſtigte, die über die Brücke wollten. So wurde einem alten Mann ein Bein geſtellt und ſein Sturz mit brüllendem Gelächter begleitet. Dann wurde ein Lie⸗ bespaar angerempelt. Später kamen zwei Männer, die die Soldaten paſſieren ließen, um ſie wenige Augenblicke ſpä⸗ ter anzuſchreien. Als die Ueberraſchten ſich umdrehten, ſahen ſie ſich den gefällten Bajonetten der Soldaten ge⸗ genüber. Ihr unwillkürliches Erſchrecken quittierten die „Vertreter der Staatsgewalt“ wieder mit brüllendem Ge⸗ lächter. Später geſellte ſich zu den Soldaten noch eine junge Tschechin, die ſich an den„Späßen“ lebhaft beteiligte. Im Verlauf von einer halben Stunde wurden fünf ⸗ zehn Fälle beobachtet, in denen Paſſanten auf die widerlichſte Art beläſtigt wurden In allen Fällen wurden die Proteſte der Betroffenen dadurch beantwortet, daß ihnen die Soldaten die Bajonette an die Br u ſt ſegzten Freude vermitteln Eine wichtige ſtaatspolitiſche Aufgabe Wien, 20. Juni. Aus Anlaß der Reichstheater⸗Feſtwoche wurde auf der Jeſuitenwieſe in Wien das erſte große Volks⸗ feſt gefeiert. 100 000 Wiener Volksgenoſſen hatten ſich ein⸗ gefunden um dieſen Tag gemeinſam zu begehen. Kurz vor 17 Uhr traf, ſchon auf ſeiner Fahrt durch die Stadt freudig begrüßt, Réichsminiſter Dr. Goebbels auf der Feſtwieſe ein. Von ſtürmiſchem Jubel begrüßt, er⸗ klärte er, daß er nicht beabſichtigt habe, auf dieſem Volks⸗ feſt das Wort zu ergreifen. Nachdem er jedoch in der aus⸗ ländiſchen Preſſe geleſen habe, daß in der Wiener Bevölkerung und Parteiorganiſation ſchwere Kriſen aus⸗ gebrochen ſeien(ſtürmiſche Heiterkeit), habe er ſich jedoch entſchloſſen, einige Worte zu ſagen. „Dieſe Berichterſtattung der Auslandspreſſe iſt nun nicht neu. Wir kennen ſie. Möge ſie dieſe Methode ruhig weiter anwenden, uns bekommt ſie recht gut. Ich aber, ſo erklärte Reichsminiſter Dr. Goebbels, bin hierher gekom⸗ men, um mit Ihnen allen zuſammen ein wahres Feſt der Freude zu feiern. Dies hat an ſich garnichts mit Politik zu tun und iſt doch im tiefſten Sinn des Wortes polttiſch. Oft erklären uns Beſſerwiſſer und Miesmacher, daß wir eigentlich in dieſen ernſten Jeiten überhaupt keine FJeſte feiern dürften. Dieſen Kritikern möchte ich ſagen, daß, je ſchwerer die Zeit iſt, um ſo mehr Veranlaſſung beſteht für eine wahre Volksführung, dem Volke Freude zu vermitteln. Ja, gerade in ſchweren Zeiten wird dieſe Tätigkeit zu einer wichtigen ſtaatspolitiſchen Aufgabe. Daher haben wir auch die Organiſation, der dieſe Arbeit zufällt,„Kraft durch Freude“ genanni. Die Menſchen lieben es, ſich der Freude hinzugeben, und gerade in einer Stadt, die zu Lebensluſt und Freude ge⸗ radezu einlädt, in einer ſolchen Stadt muß ſich die Füh⸗ rung des Volkes immer wieder die Aufgabe angelegen ſein laſſen, Lebensfreude zu vermitteln und zu erhalten. Das heißt aber nicht, daß wir über der Freude die Arbeit ver⸗ geſſen. Wir tun unſere Pflicht und nach erfüllter Pflicht wollen wir uns nach echter deutſcher Art unſeres Lebens freuen. Autobahn Holland— Berlin Den Haag, 21. Juni. Am Montag wurde im Kurhaus Scheveningen der 8 Internationale Straßenkongreß, an dem über 40 Nationen teilnahmen, in Gegenwart des Prinzen Bernhard der Niederlande feierlich eröffnet. Der Führer der deutſchen Delegation, Generalinſpektor für das deutſche Straßenweſen Dr. Todt, überbrachte dem Kongreß die Grüße der Reichsregierung und des deutſchen Volkes. Straßen ſeien die beſten Diplomaten. Dieſe Ueberlegung habe die Regierung Adolf Hitler veranlaßt, ein großzügiges Skraßenbauprogramm zu verwirklichen. Wenn Holland nun in Zuſammenarbeit mit Deutſchland die Straßenverbindun⸗ gen bis zur Grenze nach modernen Grundſätzen ausbauen wolle und wenn in wenigen Jahren eine Kraftfahrkſtraßen⸗ verbindung vom Haag bis nach Berlin beſtehen werde, dann werde dies ein weiterer großer Beitrag zur gegenſeilſgen Zuſfammenarbeit der Völker ſein. Die Börſen judenfrei! Juden nicht mehr zugelaſſen. Berlin, 21. Juni. Der Reichswirtſchaftsminiſter hat mit Erlaß vom 20. Juni 1938 die Abänderung der Börſenord⸗ nugen ſämtlicher deutſchen Börſen und amtlichen Groß⸗ märkte dahingehend veranlaßt, daß Juden nicht mehr zum Börſenbeſuch zugelaſſen werden. Damit entfallen zugleich die bisherigen Zulaſſungen von Juden. Um den fortſchreitenden Ariſierungsprozeß bei den zum Börſenhandel zugelaſſenen Firmen nicht zu ſtören, iſt bis auf weiteres die Möglichkeit gegeben, daß ſich die jüdiſchen Firmen durch nichtjüdiſche Prokuriſten oder Bevollmächtigte an den Börſen und Großmärkten vertreten laſſen. Politiſches Allerlei Am fünften Jahrestag des Parkeiverbotes in Wien. Am fünften Jahrestag des Verbotes der NSDAP in Deſterreich wurden durch den Polizeipräſidenten von Wien, ee e Steinhäufl, Polizeipräſidenten/ berführer Fitzthun und den Kommandeur der Wiener Schutzpolizei, Oberſt Becker, auf den Gräbern der in Ju Haie ahn mit den Juli⸗Ereigniſſen 1934 hingemordeken Polizeibeamten Oberwachmann Ludwig Maitzen, Oberwach⸗ mann Franz Leeb, Polizeiwachmann Erich Wohlrab und Polizeiwachmann Joſeph Hackl auf dem Matzleinsdorfer, Doeblinger, Hernalſer und ee Ange niederge⸗ legt. Der Gedenkhandlung wohnten die Angehörigen der Blutopfer bei. König Carol von Rumänien in Iſtanbul. König Carol von Rumänien nahm an einem ihm zu Ehren veranſtalteten Eſſen des türkiſchen Staatspräſidenten Atatürk auf der Jacht„Savarona“ teil. Am Sonntag be⸗ gab ſich König Carol mit einem Mokorboot des Staats- räſidenten zum Poloſt von Dolma 1 der ae e Atatürks wo er längere Zeit verweilte. Um die Mittagszei ſtattete Staatspräſident Atatürk auf der Jacht des rumä⸗ niſchen Königs einen Gegenbeſuch ab. Fiſcherei unter Flottenſchutz? Der ſapaniſch-ſowjetruſſiſche Fiſchereikonflikt. Tokio, 21. Juni. Nachdem Moskau ſich bis heute. hat, die Vor⸗ ausſetzungen für eine gütliche Beilegun s durch ſowjet⸗ ruſſiſche Schikanen hervorgerufenen Fiſcherekonfliktes zu ſchaffen, wurde dieſe Frage am Montag von Vertretern des Auswärtigen Amtes, der Kriegsmarine und der Landwirt⸗ ſchaft erneut geprüft. Man kam dabei zu dem Beſchluß, Moskau eine letzte Gelegenheit zu bielen, ſeine ange A ändern, bevor die japaniſche Regierung entſcheidende Maßnahmen gegen die Sowjetunion ergreifen würde. In politiſchen Kreiſen iſt man davon überzeugt, daß die Ausübung der 1 1 reirechte in den nördlichen i ſern andernfalls nuter dem Schutz der Kriegsmarine erfolgen werde. Die Wirtſchaftsverhandiungen mit England Berlin, 21. Juni. Die vor einigen Wochen in Berlin begonnenen deutſch⸗engliſchen Wirtſchaftsverhandlungen, die über Pfingſten eine kurze Unterbrechung erfahren hat⸗ ten, werden nunmehr in London fortgeſetzt. Appell an die Weltöffentlichkeit Nationalſpanien gegen den Lügenfeldzug Bilbao, 20. Juni. Anläßlich des Jahrestages der Befreiung Bilbaos hielt der nationalſpaniſche Innenminiſter eine längere Rede, in der er zunächſt unterſtrich, daß der Krieg nur einen ein⸗ zigen Ausgang, nämlich den reſtloſen Sieg Fran⸗ cos, hoben könne. Der Innenminiſter befaßte ſich ſodann mit den Gegnern des nationalen Spanien und beleuchtete dabei u. a. die Methoden der franzöſiſchen katholiſchen Zei⸗ tung„La Croix“, die unter dem Mantel des Chriſtentums eine verabſcheuungswürdige Agitation be⸗ treibe. Der Innenminiſter forderte Vertreter der Zeitung auf, Nationalſpanien zu beſuchen und dort die Gefangenen⸗ lager zu beſichtigen, um ſich von menſchlichen Einſtel⸗ lung der nationalen Kreiſe zu überzeugen. Andererſeits müſſe er darauf hinweiſen, daß die gleiche Zeitung ſich nicht geſcheut habe, während des Weltkrieges zu fordern, daß die deutſchen Kriegsgefangenen wie Verbrecher behan⸗ delt würden. Es ſei mehr als ſeltſam, daß dieſes Blatt ich nun zum Anwalt der Menſchlichkeit aufwerfe! Zum Lügenfeldzug einer gewiſſen Auslandspreſſe über die Tätigkeit der nationalſpaniſchen Luftwaffe verſicherte der Miniſter, daß die nationalen Flieger nie⸗ mals andere als ausgeſprochen militäriſche Ziele angegrif— fen hätten. Leider hätten die Bolſchewiſten z. B. in Bar⸗ celong über 250 militäriſche Objekte, wie Waffenlager, Munitionsfabriken uſw, mitten in einer zivilen Umgebung errichtet. Der Miniſter zeigte an Hand einer Karte die Lage dieſer verſchiedenen militäriſchen Objekte auf. Wenn man von Unmenſchlichkeit ſpreche, ſo ſei es in erſter Linje von ſeiten der Bolſchewiſten unmenſchlich, Waf⸗ fen⸗ und Munitionslager mitten in einer Großſtadt zu er⸗ richten. Die bolſchewiſtiſchen Flieger hätten dagegen offene Städte wie Pamplona, Alfaro uſw. angegriffen, die nicht ein einziges militäriſches Objekt in ihren Mauern hätten. Außerdem ſeien die bolſchewiſtiſchen Flugzeuge zum Teil auch noch von jenſeits der Pyrenäen gekommen. Was die Schiffe anbelange, welche Kriegsmaterial in die Sowjet⸗ häfen brächten, ſo ſeien dieſe nach dem Kriegsrecht mili⸗ täriſche Ziele. Der Innenminiſter wandte ſich nun im Namen der nakionalſpaniſchen Regierung an die Regierung von Groß⸗ britannien mit der Bitte, den Lügenfeldzug der engliſchen Preſſe einzudämmen Die Londoner Kegierung werde ge⸗ beten ihre Aufmerkſamkeit den Greueln zuzuwenden, die der Redner als ehemaliger Gefangener der bolſchewiſtiſchen Tſcheka mit eigenen Augen habe beobachten können. Der Innenminiſter appellierke auch an die Wellöffentlichkeit, ſich mit den Greuelkaten der ſpanſſchen Bolſchewiſten, wie ſie zuletzt noch in Caſtellon vorgekommen ſeien, wo un⸗ zählige Einwohner unker den ſchrecklichſten Amſtänden er⸗ mordet wurden, zu befaſſen. Ein Jahr befreites Bilbao Wiederaufbauarbeit der Nationalſpanier Zu den Feiern anläßlich der Befreiung Bilbass, die vor einem Jahre erfolgte, waren die Straßen der Stadt durch zahlloſe Säulen mit dem ſpaniſchen Adler und durch eine unabſehbare Menge von Fahnen feſtlich geſchmückt. Im Rahmen der Feier fand auch die Grundſteinlegung für meßtrere Brücken ſtatt, die anſtelle der von den Volſche⸗ wiſten zerſtörten bereits in Jahresfriſt dem Verkehr über⸗ geben werden ſollen. Das ſoziale Hilfswerk übernahm die Patenſchaft aller Kinder, die Sonntag geboren wurden, und ſchenkte ihnen vollſtändige Säuglingsausſtattungen. Die Verwundeten in Hoſpitälern erhielten zur Feier des Tages Geldgeſchenke. Die Bergbaukammer von Biskaya gab bekannt, daß ſie den Bergleuten die Löhnung erhöht habe. Gleichzeitig gewährte ſie Familienzulagen für Kinderreiche und Ver⸗ 1 für den Fall von Krankheit und Arbeitsloſig⸗ i Der Anblick Bilbaos war während der Feiern ſo feſtlich, daß niemanden der Gedanke kommen konnte, daß die Stadt erſt vor Jahresfriſt von den Bolſchewiſten zum großen Teil zerſtört worden war. Auf dem Wege nach Sagunt Jortſchritte an allen Fronten. Bilbao, 20. Juni. An der Teruelfront konnten die Truppen des Generals Varela in geſamker Frontbreite bis zu 10 km Tiefe auf die Hauptſtraße nach Sagunt vorrücken. Sie gelangken dabei ungefähr 3 km vor Sarrion, umgingen den Ort und konn⸗ ten ſo verſchiedene feindliche Widerſtandsneſter zur Ueber⸗ gabe zwingen. 5 An der Caſtellonfront wurde das Gelände ſüd⸗ lich Villareal geſäubert; weſtlich der Stadt konnten die Na⸗ tionalen ihre Stellungen vorverlegen. Hier wurden 351 Ge⸗ fangene gemacht. f An der Andaluſienfront wurden das Traviesna⸗ und das Sierpe⸗Gebirge erobert. Die gegneriſchen Verluſte ſind ſehr ſtark; die Zahl der Gefangenen beträgt 263. Nach den Angaben des Heeresberichtes hat die na⸗ tionale Luftwaffe in den letzten Tagen erfolgreiche F e gegen kriegswichtige Objekte in der feindlichen Etappe durchgeführt, die Hafenanlagen von Valencia und Barcelona bombardiert, in der Nähe von Sagunt Eiſenbahnzüge, Bahnanlagen, Kriegsmaterialdepots und anderes vernichket. Am Sonntag wurden acht bol⸗ E Flugzeuge im Luftkampf abge⸗ choſſen und ein neuntes durch die Flak heruntergeholt. Der Heeresberichterſtatter des nationalen Hauptquar⸗ tiers ergänzt, daß die Roten bei ihren verzweifelten An⸗ griffen bei Villareal ſtarke Verluſte erlitten haben und daß ihr Widerſtand infolgedeſſen bereits nachgelaſſen hat. An der Teruelfront beherrſchen die Truppen des Ge⸗ nerals Varela die meiſten Straßen zwiſchen Mora de Ru⸗ bielos und der Hauptſtraße Teruel— Sagunt. Abgeſägt oder abgeſchoſſen? Neue Namen in der Ukraine. Moskau, 20. Juni. Die„Prawda“ gibt Sonntag die Mitglieder der„neugewählten ukrainiſchen Parteileigung“ (Politbüro) bekannt. Es iſt bezeichnend, daß ſich darunter kein einziger Funktionär mehr befindet, der der erſt im vo⸗ rigen Jahr zuſammengeſtellten alten Parteileitung der Ukraine angehört hatte. i Auch das bisherige ukrainiſche Staatsoberhaupt Pe⸗ trowſki wurde nicht„wiedergewählt“, ein Umſtand, der die in Umlauf befindlichen Gerüchte über ſeinen Sturz beſtätigt. Hainan wird angegriffen Paris und Moskau liefern Waffen gegen Japan Tokio, 20. Junk. „Der Sprecher des japaniſchen Außenminiſteriums er⸗ klärte, um alle 5weifel über die Abſichten Japans hinſichti⸗ lich der Inſel Hainau zu beſeitigen, es ſei abſolut notwen⸗ dig, das befeſtigte und milikäriſche wichtige Hainau anzu⸗ greifen. Die Operationen gegen dieſes Gebiet ſeien ein wich. tiger Teil des japaniſchen Programms, das die Jerſchla⸗ gung des Regimes Tſchiangkaiſcheks zum Ziel habe. Erläuternd fügte der Sprecher hinzu, daß Hainau rein chineſiſches Gebiet ſei und garnichts mit dem japaniſch⸗ franzöſiſchen Pakt von 1907 zu tun habe. Mithin ſei Japan auch nicht verpflichtet, Frankreich über ſeine militäriſchen Abſichten in dieſem Gebiet zu unterrichten. Alle Angriffe gegen Hainau ſeien mehr gegen militäriſche Einrichtun⸗ gen gerichtet und bezweckten nicht die Eroberung der Inſel, da Japan keinerlei territorialen Abſichten habe. An die Pariſer und Moskauer Adreſſe richteten ſich weitere Erklärungen des japaniſches Sprechers über neue Waffenlieferungen für China. In Kanton ſeien anfangs Juni 30 franzöſiſche und 60 ſowjetruſſiſche Bomber einge⸗ troffen. In Jünnan ſeien überdies franzöſiſche Flieger ge⸗ landet, die direkt aus Spanien gekommen ſeien. Alle in Kankon befindlichen Flaks ſeien ſowjetruſſiſcher Herkunft und aus Odeſſa eingeführt worden. Mit verſchärſten Mitteln Ankerbindung der Kriegsmaterialzufuhren. Tokio, 21. Juni. Der japaniſche Außenminiſter richtete ein Rundſchrei⸗ ben an die diplomatiſchen Vertreter aller Staaten, in dem Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Lebens und des Eigentumes der fremden Statsbürger in China empfohlen werden. In dem Rundſchreiben wird darauf hingewieſen, daß die Kriegszonen in China in der nächſten Zeit erheblich ausgedehnt werden könnten. Das Außenminiſterium bezeichnete als das vorausſicht⸗ liche Frontgebiet die Linie von Sianfu über Pakho an die Südküſte. Die japaniſche Regierung lehne jede Verantwor⸗ tung für das Eigentum fremder Staatsbürger ab, wenn es von den Chineſen für militäriſche Zwecke benutzt werde. Eingehende Beſprechungen des Kriegsminiſteriums mit dem Fürſten Konoye und dem ſtellvertretenden Kriegsminſ⸗ ſter ſollen eine Uebereinſtimmung in dem Sinne ergeben haben, daß der Krieg mit verſchärften Mitteln und unker Ausdehnung der Kriegszonen forkgeſetzt werde. In polili⸗ ſchen Kreiſen rechnet man beſonders nach den letzten Er⸗ klärungen der Regierung mit einer Akkion gegen Hainan, um die Zufuhren von Kriegsmaterial für die Thineſen zu unterbinden. Nachrichten aus chineſiſcher Quelle zufolge rech⸗ net man in Hankau auch mit einer großen Je Aktion gegen die Provinz Schenſi. Die Kataſtrophe in China Das Waſſer zwiſchen den Heeren Schanghai, 20. Juni. Wie der japaniſche Vertreter bei der Erläuterung der Lage im Kataſtrophengebiet erklärte, fließt ſchätzungsweiſe nur noch ein Zehntel der Waſſermengen des Gelben Fluſſes im alten Bett. Die übrige Flut hat ſich neue eigene Wege gebahnt. Ein Dutzend neuerſtandener Flüſſe, die eine Tiefe bis zu Am erreicht haben, fließen etwa parallel zur Hankau—Tſchengtſchau⸗Bahn von Kaifeng in ſcharfer, ſüd⸗ öſtlicher Richtung. Die Fluten haben bereits die im Zuge der erſten Verteidigungslinie liegende Stadt Tſchaukiatau — etwa 150 km ſüdlich von Kaifeng—, die von der 143. chineſiſchen Diviſion beſetzt war, erreicht. Das Hochwaſſer zwang die chineſiſchen Truppen zur Aufgabe der Stadt, verhinderte aber ebenſo eine Beſetzung durch die Japaner. Bei einer weiteren Ausdehnung des Hochwaſſers iſt die Möglichkeit gegeben, daß die Gegner in wenigen Tagen durch einen breiten Ueberſchwemmungs⸗ ſtreifen in dem Gebiet zwiſchen Gelbem Fluß und Jangtſe getrennt werden. Cholera in Tſchifu Die Nachricht, daß in Tſchifu Cholera ausgebrochen iſt, 15 in Peking ernſte Beſorgnis erweckt. Aus Dairen, ientſin und Peking ſind japaniſche Aerzte in Flugzeugen zur Unterſtützung der Behörden in Tſchifu abgereiſt. Das Hochwaſſer des Hoangho hat das Gebiet von Tſchautſchiaku, etwa 120 km ſüdlich des Stromes, er⸗ reicht und wendet ſich nun mehr nach Oſten. Japaniſche Sachverſtändige äußern ſich jetzt etwas optimiſtiſcher über die weitere Entwicklung im Kataſtrophengebiet. Die Be⸗ flutungen daß die noch erwarteten ſaiſonmäßigen Ueber⸗ lutungen diesmal früher einſetzten, wird hier nicht geteilt. Die nach den vielen Deichbrüchen erfolgte Senkung des Stromſpiegels erleichtert die Reparaturarbeiten an der großen Hoangho-Brücke bei Tſchinanfu. Expreßzug ſtürzt in den Fluß Schweres Eiſenbahnunglück in Us A— Viele Tote und Verletzte. Newyork, 20. Juni. Bei Miles City im Staate Mon⸗ kana ere Rage ſich eine ſchwere Eiſenbahnkataſtrophe, die nach den bisherigen Meldungen 28 Todesopfer und 65 Ver⸗ letzte gefordert hat. Mit einer Erhöhung der Verluſtzahlen iſt jedoch noch zu rechnen. Es handelt ſich um einen der ſchwerſten Anfälle in der Geſchichte der amerikaniſchen Eiſenbahnen. Das Unglück ereignete ſich dadurch, daß eine Brücke, über die ein Expreßzug fuhr, einſtürzte, ſo daß ein Teil des Zuges in den Fluß ſtürzte. Der e Zug war einer der neueſten Stromli⸗ nienluxuszüge der Chicago⸗Milwaukee⸗ und der Pazific Eiſenbahnlinie. Er beſtand aus elf Wagen und war mit den allermodernſten techniſchen Neuerungen verſehen. Er 958 eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 100 Stkm. In er Gegend des Unglücks waren ſchwere Wolkenbrüche nie⸗ dergegangen und der Bach, über den die Brücke führte, war zu einem reißenden Strom geworden. Der Lokomotivpfüh⸗ rer war 0 nicht gewarnt und fuhr den Zug, mit un⸗ verminderter Geſchwindigkeit über die Brücke. Gerade in dem Augenblick, als die Lokomotive die andere Seite er⸗ reicht hatte, brach die Brücke, deren Pfeiler von den Waſ⸗ e en 0 worden waren, zuſammen, Lokomotive, ender und ſieben Wagen ſtürzten in den Fluß. Nur der Speiſewagen, zwei Schlafwagen und der am Schluß 15 rende Ausſichtswagen blieben auf den Gleiſen ſtehen. Als Rettungszüge eingetroffen waren, ſchlugen deren Mann- ſchaften die Fenſter der ins Waſſer geſtürzten Wagen ein und es gelang ihnen, einen großen Teil der verwundeten Reiſenden herauszuholen. Unter den Verwundeten befin⸗ den ſich zahlreiche Frauen und Kinder. 5 7 — e. ren eee re * Badiſche Chronik Zwei pfer bei einem Motorradunfall. Heidelbe Ortsausgang von Mingolsheim raſte ein or Le etztes Motorrad in⸗ folge übermäßige 5 der Kurve über die Straßenböſchu Der Fahrer, der ledige Hans Lackner von Mingolsheim, war ſofort tot, ſein Mitfahrer ſtarb kurze Zeit nach dem Unfall. Das Motorrad der beiden, die ſich auf einer Urlaubsfahrt befanden, ging faſt völlig in Trümmer. Heidelberg in Feſtbeleuchtung. Aus Anlaß des Deutſchen Studententages 1938 vom 21. bis 25. Juni wird Heidelberg am Mittwoch, den 22. Juni, abends in Feſtbeleuchtung erſtrahlen. Die ganze Innen⸗ ſtadt wird illuminiert ſein, wenn ſich der große Fackelzug, den die Studentenſchaft zu Ehren der Heidelberger Bevöl⸗ kerung veranſtaltet, durch die Straßen der alten Aniverſitäts⸗ ſtadt bewegt. Den feſtlichen Abſchluß dieſes Tages wird die große Schloß⸗ und Brückenbeleuchtung mit Feuerwerk bilden. Ein Toter im Federbach. () Karlsruhe. In Daxlanden, unterhalb der ſteinernen Brücke, die nach Rappenwörth führt, wurde der in den 40er Jahren ſtehende verheiratete Bruno Beyer aus Daxlanden tot aufgefunden. Allem Anſchein nach handelt es ſich um einen Unglücksfall. Beyer lag tot im Federbach, neben ihm lag ſein Fahrrad. Er hatte offenbar bei dem Sturz das Genick gebrochen. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Tragiſch iſt, daß der Tote etwa zehn Meter von ſeinem Haus aufgefunden worden iſt und die Frau ihren Mann die ganze Nacht geſucht hatte, als er nicht nach Hauſe zu⸗ rückkehrte. Beſichtigungsreiſe des Reichskriegerführers. ) Karlsruhe. Wie der NS.⸗Reichskriegerbund(Kyff⸗ häuſerbund) e. V., Gebietsinſpektion Baden, mitteilt, muß die Beſichtigungsreiſe des Reichskriegerführers SS.⸗Grup⸗ penführer Generalmajor a. D. Reinhard infolge ſeiner Er⸗ krankung ausfallen. Der ſpätere Termin ſeines Beſuches ſteht noch nicht ſeſt. Deutſch⸗franzöſiſche Tagung Willen zur Verſtändigung. Baden-Baden, 21. Juni. In dieſer Woche findet die zweite deutſch⸗franzöſiſche Tagung ſtatt, dieſes Mal auf deut⸗ ſchem Boden in Baden-Baden, nachdem die erſte Tagung im vergangenen Jahre die Freunde der Deutſch⸗Franzöſiſchen Geſellſchaft in Paris zuſammengeführt hatte. Zu Beginn der Eröffnungsſitzung am Montag wurde mit Genugtuung die zahlreiche Beteiligung aus dem Nachbarſtaat feſtgeſtellt. Der Vorſitzende der Deutſch-Franzöſiſchen Geſellſchaft in Baden, Freiherr von Duſch, eröffnete die Tagung im Runden Saal des Kurhauſes. Das in Paris Begonnene ſoll nunmehr vertieft und ausgebaut werden. Gerade nach den letzten ſchwierigen Wochen hätten die Freunde jenſeits des Rheins ihren feſten Willen bekundet, dem Frieden und der Verſtändigung ihre Mitarbeit zu leihen, um damit die man⸗ cherlei Schwierigkeiten zu beſiegen. In Deutſchland wiſſe man dieſen Beweis des guten Willens zu ſchätzen und danke herzlich dafür. Der Vorſitzende des Comitee France⸗Allemagne, der auch in Deutſchland ſehr gut bekannte Leiter der franzöſiſchen Kriegsblinden, Georges Scapini, dankte für den ſehr freundlichen Empfang in Baden⸗Baden. Scapini legte die Motive und Zieſe der deutſch⸗franzöſiſchen Verſtändigungs⸗ arbeit dar unter Betonung der Verantwortlichkeit des Schrifttums, beſonders der Preſſe Er folgten zwei Vorträge. An die mit ſehr lebhaftem Beifall aufgenommenen Vor⸗ träge ſchloß ſich eine Aussprache, die teils von franzöſiſchen, teils von deutſchen Tagungsteilnehmern beſtritten und in den Nachmittagsſtunden des Montag fortgeſetzt wurde. (— Säckingen. Ein Paddelbootunglück trug ſich dieſer Tage kurz unterhalb Wallbachs auf dem zurzeit hochgehenden Rhein zu. Zwei Wallbacher Einwohner hatten ſich in ſpäter Abendſtunde noch zu einer Paddelbootfahrt entſchloſſen. Bei der reißenden Strömung kenterte bald das Boot und der in den 50er Jahren ſtehende Knecht Müller ging in den Fluten unter, während ſein Kamerad ſich noch mit Aufbie⸗ kung ſeiner letzten Kräfte ans Land retten konnte. Das Boot wurde zertrümmert am Stauwehr des Kraftwerkes Schwörſtadt angeſchwemmt. Aus den Nachbargauen Ait Perſonenkraftwagen von einer Lokomokive erfaßzk. Ein Stuttgarter Perſonenkraftwagen wurde abends auf einem unbeſchrankten Bahnübergang bei Sonthofen von einem Zug der Lokalbahn erfaßt und ſchwer beſchädigt. Der Kraftfahrer, der den herannahenden Zug zu ſpät bemerkt hatte, konnte ſeinen Wagen trotz ſcharfen Bremſens nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringen. Er wurde mit ſchwe⸗ ren Kopfverletzungen in das Krankenhaus in Sonthofen übergeführt. Nach neun Jahren vor Gericht Bonn, 20. Juni. Am Monkag begann vor dem Schwurgericht in Bonn der Prozeß gegen das Ehepaar Land aus Rheinbach, das unter der ſchweren Anſchuldigun ſteht, im Jahre 1929 den erſten Mann der Frau Land, den Anſtreichermeiſter Heinrich harkmann, durch Gift umge⸗ bracht zu haben. Die beiden Angeklagten haben bisher jede Schuld be⸗ ſtritten. Im Krankenhaus 1928 war der Anſtreichermeiſter Hartmann unter ſeltſamen Krankheitserſcheinungen er⸗ krankt. Die Aerzte vermuteten eine Bleivergiftung, doch kam man zu keiner ſicheren Krankheitsfeſtſtellung. Wäh⸗ rend des Krankenhausaufenthaltes trat bei Hartmann eine auffällige Beſſerung ein, ſodaß er wieder nach Hauſe entlaſ⸗ ſen werden konnte. Hiet traten aber bald wieder erneut die⸗ ſelben Krankheitsſymptome auf. Hinzu kamen Lähmungs⸗ erſcheinungen, ſtarker Haarausfall und Erblindung. Im März des Jahres 1929 iſt dann Hartmann geſtorben. Das Trauerjahr war noch lange nicht herum, als die Witwe Hartmann, die Mutter von ſechs Kindern war, den bedeu⸗ tend jüngeren Gehilfen ihres Mannes, Heinrich Land, hei⸗ ratete. In Rheinbach wurde viel über den Tod Hartmanns und über die ſchnelle Wiederverheiratung der Frau ge⸗ redet. Frau Land zeigte eine Nachbarin wegen übler Nach⸗ rede an, doch wurde die Stimmung im Ort gegen das Ehe⸗ paar Land dadurch nur noch gegenſätzlicher. Um dieſe Zeit hatten ſich in Bonn, Mainz und Wuppertal vor Gericht Giftmörder zu verantworten, die ihre Opfer mit einem Me⸗ tallgift umgebracht hatten. Ein Bruder des verſtorbenen Hartmann erſah nun aus den Prozeßberichten, daß bei die⸗ ſen Vergifteten die gleichen Krankheitsſymptome aufge⸗ treten waren, wie bei ſeinem Bruder. Der ganze Fall wurde ſchließlich von der Staatsanwaltſchaft aufgenommen. Die Leiche des Hartmann wurde ausgegraben und die chemiſche Unterſuchung ergab tatſächlich Spuren des Metallgiftes. Im Verlauf der Unterſuchung verwickelten ſich die Eheleute Land mehrfach in Widerſprüche. A Verhängnisvoller Sturz durch die Decke. Ein eigen⸗ artiger Unfall ereignete ſich im Dorf Partenheim Als eine Frau auf dem Stallboden beſchäftigt war ſtürzte plötzlich die Decke ein und die Frau fiel in den darunterliegenden Kuhſtall Sie landete auf einer Kuh und zwar ſo unglücklich, daß ſie ſich an den Hörnern des Tieres aufſpießte und ſchwer verletzte. A Auto gegen einen Baum geraſt. Auf der Brühler Landſtraße in Köln kam ein Perſonenkraftwagen vermut⸗ lich durch Platzen des Hinterreifens ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum Eine Mitfahrerin aus Solingen wurde ſo ſchwer am Kopf verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat Von den übrigen drei Inſaſſen trugen zwei ſo ſchwere Schädelverletzungen und andere körperliche Schä⸗ den davon daß ſie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten Der Fahrer kam mit leichteren Verletzungen da⸗ von. i Berkehrsübergabe der neuen Moſelſtraße Winnin⸗ gen— Metternich. In dem Moſelort Winningen wurde die erſte Teilſtrecke der neuen linken Moſeluferſtraße, die über 8 km von Metternich bis Winningen führt, durch den Ge⸗ neralinſpekteur für das deutſche Straßenweſen Dr. Todt dem Verkehr übergeben. Gauleiter Guſtav Simon würdigte die Bedeutung der neuen Straße. Generalinſpekteur Dr. Todt kündigte in ſeiner Anſprache an, daß der Weiterbau der Uferſtraße möglichſt bald durchgeführt werde. * In der Sandgrube verſchüttel. In Rheydt ſtarb der 60 Jahre alte Inhaber einer Sandgrube, der in ſeiner Grube durch plötzlich hereinbrechende Sandmaſſen ver⸗ ſchüttet worden war. Seinen beiden Söhnen war es zwar gelungen, den Vater noch lebend zu bergen, doch waren ihm aber bereits ſo viele Sandſtaubteilchen in die Lunge geraten, daß ſie ſeinen baldigen Tod herbeiführten. Sonnwendzeit Die Natur rüſtet zur Reife. Die Feier der Sonnenwende iſt uralt. Schon in den älteſten Zeiten galten die Sonne und ihr Künder auf der Erde, das Feuer, als lebenſpendende Macht. Bedeutungs⸗ voll war der Lauf der Sonne; er bedingte den Wechſel der Jahreszeiten, und dieſe wiederum regelten die Tätig⸗ keit des Menſchen auf dem Acker, in Haus und Hof. Das germaniſche Mittſommerfeſt iſt uns heute im Sonnwend⸗ ſeſt, im Sonnwendfeuer erhalten geblieben. Hier tritt uns älteſtes Brauchtum vergangenener Zeiten lebendig entgegen. Die Jahrhunderte, die dazwiſchenliegen, haben es nicht vermocht, den urſprünglichen Charakter der Sonnenwende zu verändern. Bei der Sommerſonnenwende rüſtet ſich die Natur nach germaniſchem Glauben zu ihrer vollen Reife, um dann langſam wieder über den Herbſt in den Winter und damit in den Todesſchlaf zurückzufallen. Ihren ſchönſten Ausdruck findet die Sonnenwende im Mythus unſerer Vorfahren. Baldur, der lichte Gott, war geſtor⸗ ben. Die Sonne wendet ſich zur Neige, langſam erliſcht der Glanz des ſtrahlenden Geſtirns, kürzer werden die Tage, und allmählich erlangen die finſteren Mächte des Winters wieder Herrſchaft über die Welt. Doch vorher zieht noch einmal der Sommerſonnwendzauber übers Land. Die Schöpfung bietet ihre letzte Kraft auf, ehe die allnährende, fruchtbringende Göttin Freya nach ihrem letzten Sonnwendumzug von dannen zieht. g Am Tage der Sonnenwende lodern auf den Höhen der Berge und Hügel gewaltige Feuerfackeln auf, grüßen einander und bilden den Flammenring der Gemeinſchaft um alles, was deutſchen Blutes iſt. Aus den Ueberliefe⸗ rungen wiſſen wir, daß die Feuer entzündet werden, in⸗ em man in der Nabe eines Rades eine Achſe drehte; ſo gilt auch hier das Rad als das Symbol der lebenſpen⸗ denden Sonne, und ſo rollen von den Hügeln und Kup⸗ pen brennende Feuerräder herunter ins Tal; ſie künden, aß nun die Sonne ſinken muß. Burſchen und Mädel pringen in kühnem Schwunge durch die Flammen, um all das zu tilgen, was feige und ſchlecht iſt. Voll rätſelhafter Geheimniſſe iſt die Mittſommer⸗ nacht; Blumen und Gräſer ſtrömen wunderſame Düfte aus und beſitzen ſeltene Fähigkeiten. Die Mädel ſam⸗ meln ſchweigend neunerlei Kräuter, winden ſie zu Krän⸗ zen und werfen ſie über die Schulter hinweg gegen einen Baum. Bleibt der Kranz hängen, ſo führt ſie noch im gleichen Jahre der Allerliebſte zum Altar. In der Mitt⸗ ſommernacht muß die Wünſchelrute geſchnitten werden und der Farnſamen geſammelt, der unſichtbar machen ſoll. Ueberhaupt gilt das Farnkraut als heilig, unter ihm blühte in der Sonnwendnacht der Springwurz, der Schlöſ⸗ ſer ſprengt und Schätze weiſt. Sogar das Waſſer ſoll an dieſem Tage geheimnisvolle Kräfte haben; ſo brachte man den Waſſergeiſtern reichlich Gaben dar, damit ſie im näch⸗ ſten Jahre kein Opfer forderten. Bodenſee, Neckar, Oder, Elbe und Spree wurden ſtets beſonders reichlich bedacht. Auch mit Märchen iſt dieſe Nacht eng verbunden. Das bekannteſte iſt wohl die Geſchichte vom Dornröschen, das in den hunderttägigen Winterſchlaf verfällt, bis es dann an einem beſtimmten Tage wieder fröhlich erwachen darf. Mittſommerzeit iſt auch dem Ring⸗ und Rolandreiten, dem Tonnenſchlagen und Fiſcherſtechen vorbehalten. Hier mußte der Burſch zeigen, daß er ein rechter Kerl war, daß er Mut und Kraft hatte. Dem tüchtigften und tapfer⸗ ſten Burſchen wurde dann die ſchönſte Maid gegeben, mit der er nach Herzensluſt über das Feuer ſpringen konnte. Es iſt ein Verdienſt der alten Jugendbewegung ge⸗ weſen, das Sonnwendfeuer wieder zum Leben zu erwecken und an dieſem Tage einmal beſinnlich auf das Vergan⸗ gene zurückzuſchauen und ſich für das Kommende zu rüſten. Heute iſt das Feuer auf dem Berge Allgemeingut der ganzen deutſchen Jugend. Ihr iſt das lodernde Feuer das Symbol der wiedererſtandenen Volksgemeinſchaft, das auch zu denen e die jenſeits der Gren⸗ zen mit der gleichen innerlichen Einſtellung an dieſem Tage ihr Bekenntnis zum Deutſchtum ausdrücken. Noch im letzten Jahr war es, daß die Jugend Deutſchöſter⸗ reichs auf den Gipfeln der Alpen in Tirol, in Kärnten, im Arlberg und in der Steiermark die Holzſtöße entzün⸗ dete, in tiefer Sehnſucht ſchaute ſie herüber ins Reich, wo die Jugend des gleichen Blutes das gleiche Sonn⸗ wendfeſt feierte. Nun iſt ihnen der heiße Wunſch erfüllt worden, der Ring der Feuer iſt in dieſem Jahre größer, er umſchließt Menſchen, die dankbar und freudig einer Zukunft entgegenſehen, die nicht mehr Not und Ent⸗ ſagung iſt, ſondern Zuverſicht und Hoffnung. Laltale Nuud cui au Die Hoch⸗Zeit des Jahres Zur Sommerſonnenwende. Ns. Schon ſtehen wir wieder an der Wende des Son⸗ nenkreislaufes, da die hellen Sommernächte nun länger werden, die Nächte ſich allabendlich kaum merklich verkür⸗ zen. So wie zur Winterſonnenwende das große Himmels⸗ licht ſich mitten im Schnee und Winterkälte ahnungsvoll zum Aufſtieg anſchickt, ſo rüſtet es ſich zur Mittſommerzeit noch im Grünen und Blühen aller Natur zum langsamen Wege bergab. Von Alters her haben germaniſche Menſchen, ehrfürch⸗ tig verbunden mit dem lichtbringenden Geſtirn, um dieſen Naturvorgang gewußt, und ſich gerade in der Mittſommer⸗ nacht zu Feſt und Feier, zu Kampfſpiel und Feuerſprung zuſammengefunden. Denn Sommenſonnenwende bedeutet „höchſte“ Zeit des Jahres, und der bäuerliche Menſch, ge⸗ bunden an ſeine Erde und den Kreislauf der Natur, ſtellt noch heute ſeine„Hoch⸗Zeit“ in dieſen Raum zwiſchen Saat und Ernte, der ihm eine Atempauſe in der Arbeit, kurze Muße zur Beſinnung und Zeit zum Feiern ſchenkt. Wende der Sonne auf ihrem höchſten Stand,— das iſt„hohe Zeit“, das iſt Sammlung und Freude zugleich auch im Menſchenleben, und die Johannisfeuer auf unſeren Höhen, die Feuerräder, die von unſeren Bergen rollen, ſind uns lodernde Zeichen dafür. Im Gleichſchritt mit ihrem Aufſtieg weckte die Sonne treibenden Saft in allem Lebenden, im kleinſten Blatt im Wald. In voller Kraft ſteht alles Leben, geſammelt und ahnungsſchwer zu jenem Vorgang, der ſich jetzt vorberei⸗ tet: Zur Bildung der Frucht, zu Reife und Ernke. Erſt vom Johannistag ab hat nach altem Glauben jedes Kraut ſeine Heilkraft. Dem Sammeln und Steigen iſt Halt geboten, doch die geſtauten Kräfte müſſen nun wirken; zur Reife geht es, wie von Blüte zu Frucht, ſo von Sehnſucht zu Tat und Erfüllung. Wenn in Sonnwendnacht die Flammen lohen, wenn unſere Jugend ſich ſammelt um ihre Feuer, dann weiß ſie ſich eins mit der großen Forderung der Na⸗ tur. Denn an jedem Sonnwendfeuer wird wieder ein An⸗ ruf gefühlt, und eine erneute Forderung ſteht vor jedem einzelnen auf: In der Hoch-Zeit des Jahres wird Beſin⸗ nung erwartet auf den Sinn allen Daſeins, wird der Schritt gefordert vom Werden zum Handeln, die Bereitſchaft zum Einſatz der Mut zu Opfer und Tat. Sind nicht deshalb olle die, die ihr Leben gaben zum Opfer für Volk und Land uns beim Sonnwendfeuer als leuchtendes Beiſpiel beſon⸗ ders nah? Hat nicht Kampfſpiel und Wagnis des Feuer⸗ ſprungs und Sonnwendfeuer einen tieferen Sinn, weil es Beweis wird für Kampf⸗ und Einſatzbereitſchaft junger Menſchen? „ Auch die Frauen, die Mädel unſerer Organiſationen fühlen ſich mit dem ganzen deutſchen Volk dem tiefen alten Sinn unſeres Sonnwendfeuers aufs innigſte nah. Auch ſie legen erneut ihr Gelübde ab zur Einſatzbereitſchaft für das größere Ganze. Die von der Natur empfangenen, vom Lichte genährten Kräfte, ſie nutzen ſie aus zur Erneuerung des Willens, zu friſcher Tat. Die Art, wie ſie die tägliche Arbeit verrichten, zum Beſtand und Wohl der Gemein⸗ ſchaft, wie ſie ihrer Sippe dienen und ihrem Volk, das iſt weithin ihr Zeichen der Kraft. In einem Jahr, da das Wunder der Volkwerdung ſo deutlich vor uns erſtand wie noch nie, nehmen ſie die große Aufgabe auf ſich, die Früchte dieſes Wachſens zu pflegen und einzubringen an der Wende des Zeitpunktes, der nach innerem Wachstum Land und Volk zu geſegneter Ernte führt. Unter den vielen ſchö⸗ nen Feuerſprüchen, die unter nächtlichem Himmel bei hel⸗ lem Feuerſchein erklingen werden, tönt's zur Sonnenwende leiſe aus deutſchen Frauenherzen mit: Sonne wendet, Alles endet, Neu beginnt der Pfad. Alte Treue Mag aufs neue Leiten unſere Tat. i 3 Sommerſonnwendfeier. Heute Dienstagabend wird auf dem Platz vor dem Seckenheimer Waſſerturm die Sonnwend⸗ feier durch SA.⸗Sturm 13/171, Trupp 1 Mhm.⸗Secken⸗ heim, durchgeführt. Wir verweiſen auf die Ankündigung im Anzeigenteil und bitten unſere Volksgenoſſen, an dieſer Feier recht zahlreich teilzunehmen. * Rechtskraft der Gebäudeſonderſteuer. Auf die im An⸗ zeigenteil enthaltene Bekanntmachung über die Rechtskraft der Veranlagung der Gebäudeſonderſteuer, insbeſondere über die zuläſſigen Rechtsmittel und Rechtsmittelfriſten wird beſonders hingewieſen. 8 Heiterer Opernabend der Opernſchule. Die Städt. Hoch⸗ ſchule für Muſik und Theater veranſtaltet am Mittwoch, 22. Juni, abends 8 Uhr, eine Studienaufführung der Opernſchule. Die Vortragsfolge verzeichnet heitere Kurz⸗ opern. Sie wird eröffnet mit den beiden luſtigen Ter⸗ zetten„Der Hochzeitsbraten“ und die„Advokaten“ von Franz Schubert in der Bearbeitung des Direktors der Aſchaffenburger Muſikſchule, Hermann Kindigraber. Hierauf folgt die komiſche zweiaktige Oper„La ſerva padrona“ (Die Magd als Herrin) von G. Pergoleſi. Es ſind beſchäftigt die Studierenden: Hilde Hoffmann, Elfriede Berger, Karl Benz, Markus Nohe, Ernſt König, Hans Ulrich Schröder und Willi Wingertszahn. Die Veranſtaltung findet im Saale 1 1, 19 ſtatt. Karten ſind zu kleinen Preiſen in den Kartenvorverkaufsſtellen und an der Abendkaſſe zu haben. Heimfahrt öſterreichiſcher Ferienkinder. Mannheim. 500 öſterreichiſche Ferienkinder, die im Kreisgebiet Mannheim untergebracht waren, traten nach Ab⸗ lauf der Verlängerung ihres Erholungsaufenthaltes wieder die Rückfahrt in ihre Heimat an. Der zuerſt auf vier Wochen bemeſſene Erholungsaufenthalt war um weitere drei Wochen verlängert worden, da gerade zu dem urſprünglich feſtgeſetzten Abreiſetermin das Heimatgebiet der Kinder von einer Ueber⸗ e betroffen worden war. Acht der in as Kreisgebiet Mannheim kommenen Kinder kehr⸗ ten nicht mehr heim: drei von ihnen, die bereits das ent⸗ ſprechende Alter hatten, konnten in Mannheim in Aenne vermittelt werden, während fünf Kinder im Einverſtändnis mit ihren leiblichen Eltern von den Pflegeeltern an Kindes⸗ ſtatt angenommen wurden. Begleitet wurde der Rücktrans⸗ port von 15 Grazer Volksgenoſſen, die zur Abholung nach Mannheim gekommen waren, und von 15 Mannheimern, dia auf dieſe Weiſe für einige Tage in die Oſtmark kommen. r——— 2.— 2 2 f 1 8 3 — Vergebung von Aufträgen an das handwerk. Der Reichswirtſchaftsminiſter hat folgendes Rundſchreiben an die öffentlichen Bedarfsſtellen gerichtet:„Der Reichsſtand ö Ob des deutſchen Handwerks führt bei mir Klage, daß das des Kreisleiters hat darauf hingewieſen, daß die Bevölke⸗ Handwerk bei allen Vergebungen nicht in dem Umfange rung Mannheims ſich an der Reichstagung, die das Fach⸗ beteiligt wird, der ſeiner Größe entſpricht Das Handwerks⸗ amt„Chemie“ der Deutſchen Arbeitsfront in der Zeit vom kontingent iſt nur in der Höhe bemeſſen, daß ohne Betei⸗ Tagung des Fachamtes Chemie Die große Leiſtungsſchau.— Aus dem Tagungsprogramm. Mannheim. Ein Aufruf des Oberbürgermeiſters und Achtung, Kartoffelkäfer! Der N. B. P. ging von der Landwirtſchaftsſchule Laden⸗ burg folgende Mitteilung zu: Bauern und Landwirte achtet mehr denn je auf den Kartoffelkäfer! Dieſe Mahnung iſt umſo berechtigter, alz 5 5 5; e 8 5 7. 5 5 der Kartoffelkäfer geſtern an der Bergſtraße feſtgeſte 22.—25. Juni d. J. in Mannheim abhält, in ſtärkſtem Maße ligung an den Aufträgen der Kontingentsträger eine aus⸗ wurde. Wenn ſich die ganze Bevölkerung 155 den 85 ſzetsiltgt. 2er den wichtigsten Verkehrsbunkten der Stadt reichende Beſchäſtigung des Handwerks nicht gewährleiſtet der Abwehrmaßnahmen ſtellt, dann iſt ſeine Belämpfun ſind die Obeliſken und Fahnenſtangen aufgerichtet wor⸗ iſt. Um die Klagen des Handwerks, ſoweit ſie berechtigt 8 VUVVHVNVßé„ möglich. Jeder hat die Pflicht, im Kampfe gegen den Kar⸗ fog for 5 heiten Ni 98 10 Herr ü 1 werksbetriebe in Zukunft zur Abgabe von Angeboten auf-(offeltäſer mitzuarbeiten. ne ⁵ũꝛ»';̃ 5 5 175 N 60 zu werden, dann iſt der Schaden ungeheuer. Den gelblich zufordern und, ſoweit möglich, auch zu berückſichtigen. Das efärbten Käfer mit 10 ſchwarzen Längsſtreifen und einen gilt, vor allem für die Handwerksbetriebe in den Grenz- gefärbten Käfer mit e e A hr gebieten.“ 8 2 den, die Mannheim ein feſtliches Gepräge geben. In den Büros, die mit der Vorbereitung der Reichstagung„Che⸗ mie“ beſchäftigt ſind, herrſcht bis tief in die Nacht regſte Arbeit. Iſt es doch notwendig, den Tauſenden von 5 chern, die in dieſen Tagen nach Mannheim kommen, ſind, für die Zukunft zu beſeitigen, bitte ich Sie, die Hand⸗ Quartier zuzuweiſen und ſämtliche anderen Fragen und i Wünſche zu erledigen. Der Saal für die große Hauptar⸗ 8 8 8 5 5 n a beitstagung im Roſengarten wird ausgeſchmückt und ſechs, Reiſeverkehr nach der Tſchechoſlowakei. Die Be⸗ i weitere Säle, in denen die fachlichen Sondertagungen ſtatt⸗ ſchränkung, derzufolge neben genehmigten bzw. befürwor⸗ a finden. werden ebenfalls auf das Beſte für dieſen beſon⸗ teten Anforderungen für den Reiſeverkehr nach der Iſche⸗ f deren Zweck ausgeſtattet. In der Kunſthalle wird bereits choſlowakei nur noch Anträge bis zum Betrag von 50 Mark ö ſeit einer Woche Tag und Nacht i um die il 5 ant e zennehmen 1 f Leiſtungsſchau, die das Fachamt„Chemie“ hier ver⸗ om?! sbankdirektorium mit Wirkung vom 1. Juni anſtaltet, ee Hunderte 2 0 Bildern zeugen von 3038 aufgehoben worden. Infolgedeſſen nehmen die als f der vorbildlichen Arheit, welche die Betriebe der chemiſchen] Ausgabeſtellen zugelaſſenen Inſtikute Anträge auf Zulaſ⸗ N Induſtrie 5 ganz Deutſchland e haben. 55 15 0 1155 e ee 50 0 e f dellen, Bildern, Zeichnungen, Statiſtiken uſw. wir as gegen. In dieſem Runderlaß iſt der Höchſtbetrag für 0 ganze Gebiet der ſogſalpolſtiſchen Vettel der chemiſchen den Reiſeverkehr nach der Tſchechoſlowakei— nicht für Ge⸗ 8 Betriebe auch dem Laien verſtändlich dargelegt. Die drei ſchäftsreiſen—, der ohne Genehmigung für die Perſon und Muſterbetriebe aus der chemiſchen Induſtrie erhalten in den Kalendermonat über die jeweils geltende deutſche Frei⸗. dieſer Leiſtungsſchau einen Ehrenplatz angewieſen, der grenze hinaus erworben und nach der Tſchechoflowakei 1 ihrer beſonderen Leiſtung entſpricht. e 1 8 5 800 e 95 5 1 In der Hauptarbeitstagung werden die maß⸗ 8 e Vetrag kann bis zu ark le Perſon un geblichen ie a der Politik und 988 1 luder„% e e eine 9 5 5 N gers re e 1 un d aus ge e f delt enn ein amts⸗ 9255 e NSA ärztliches Zeugnis vorgelegt wird, aus dem hervorgehen 0 und Leiter der Deutſchen Arbeitsfront, Dr. Ley, ſprechen l muß, daß die Auslandsreiſe zur Abwendung oder Be⸗ wird. In den fachlichen Sondertagungen ſprechen die be⸗ ſeitigung ernſter geſundheitlicher Gefahren erforderlich iſt. f kannten Fachmänner und Wiſſenſchaftler auf ihrem Gebiet. 5 3 5 Es ſeien hier nur einige Namen genannt: In der Sonder⸗ Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille. 0 tagung der Fachgruppe Farben und Lacke ſpricht u. a. der Die Bundesführung des Reichsbundes der Inhaber der 5 Betriebsführer der Standard⸗Lackfabrik Pg. Krucken⸗ Rettungsmedaille(E. V.) in Berlin hat die Gaukamerad⸗ b berg und der Leiter des Inſtituts für Berufskrankheiten ſchaft„Südweſt“ in die Gaukameradſchaften Baden und in Berlin, Prof. Dr. Baader. In der Sondertagung der Württemberg eingeteilt. Zum Leiter der Gaukamerad⸗— 3. 5 Fachgruppe Sprengſtoffe ſpricht u. a. der Be⸗ ſchaft Baden wurde der Poſtinſpektor Joſef Eckert in Mann⸗ 8 555 55„ b triebsführer des Muſterbetriebes der Sprengſtoff. und Py⸗ heim ernannt. Die Anſchrift lautet: Reichsbund der Inhaber[Hröße von etwa 1 Zetimeter muß jeder kennen. Bei ſeinem 0 rotechniſchen Werke Neumarkt Oberpfalz. Pg. Franz Koll.] der Rettungsmedaille(E. V.), Gaukameradſhaft Baden, Auffinden iſt ſofort der Ortspoltzeibehörde Anzeige zu 1 Herhei and E malhlendahe ſorcght über dite ahen Se] Geſchaftsſtele Mannheim, platz des 30. Jansar 3.(Post, erstatten, Bedenke, daß die Nachkommenſchaft von einem d cherheit und Sprengſtoffe“. Das Gebiet der Unfallverhütung ſcheckkonto 6373, Karlsruhe, Baden). Zum Leiter der Gau⸗ Kartoffelkäferweibchen in einem Jahr 32—34 Millionen 8 wird hier ebenfalls angeſchnitten In der Sondertagung det] kameradſchaft Württemberg iſt der Direktor des Ver. beträgt und ſie zu ihrer Ernütrung das Karton; 1 gaben und die Betten nerfen enteſondere die Fu, kchrevereine Stuttgart, Major a. O. Kenz in Stuttgart⸗AR, von 6—7 badiſchen Morgen abfeißt. Deshalb größte Muß 0 gaben und die Betreuung der ſchaffenden Frauen und die Königſtr. 12, beſtimmt worden. 5 5 5 merkſamkeit und Sorgfalt bei der Begehung der Kartoffel⸗ Aufgaben des Betriebsführers“ herausgeſtellt. Die Fach⸗ felder an den Suchtagen. Der Kampf kann nur erfolgreich gruppe Photochemie weiſt ebenfalls ein umfangreiches Pro⸗ ſein, wenn jeder ſeine Pflicht tut. l gramm auf. Beſondere Beachtung findet die Gruppe Kunſt⸗ Aus dem Gerichtsſaal ſtoffe. Zum Schluß findet die Sondertagung der Fachgruppe 5. 1 5 Fed e n nder die Fig 5 ag 5 Arteile des Mannheimer Schöffengerichts feſt- Sodderöniefngeten zun J in Se und Oelinduſtrie, die Frage des Walfangs und ſeine Be⸗ nen a g 5 f 5 5 5 75 9 0 0 Fetlinduſteie 115 57 e l 95 S Ein Jahr Gefängnis erhielt der 1903 findenden 16. Deutſchen Turn⸗ und Sportfeſt wird die geborene Karl Bolack. Nach der Anklage hat der Beſchuldigte ſeinen Arbeitskameraden eines hieſigen Fabrikbetriebs die Fahrräder geſtohlen und dieſe teils ſelbſt, teils durch Verwandte veräußert und durchſchnittlich 20 bis 8 30 Mark für ein Rad erhalten. Das Gericht hielt den Ange⸗ klagten in ſämtlichen 27 Fällen für überführt. Nur einige Fälle des Betrugs wurden fallengelaſſen. Der 37jährige Adolf Kropp aus Ludwigshafen betä⸗ tigte ſich als Vertreter einer Krankenverſicherung, machte den Intereſſenten ungewöhnliche Verf rechungen, die von der Krankenverſicherung nie erfüllt werden konnten und ge⸗ langte durch dieſe Schwindelmanöver zu Provpiſionsgeldern, die ihm nicht zuſtanden. Er wurde zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Rückfallbetrüger iſt der 29jährige Kurt Weisſchu aus Mannheim⸗Neckarau, der jetzt wieder wegen mehrerer raffiniert angelegter Schwindeleien vor Gericht ſtand. Dieſes verurteilte den Unverbeſſerlichen zu anderthalb Jahren Ge⸗ fängnis. Schließlich wurden zwei Sittlichkeitsverbrecher abgeur⸗ Deutſche Reichspoſt in Stahlſtich und auf Papier ohne Waſ⸗ ſerzeichen hergeſtellte Sondermarken zu 3, 6, 12 und 15 Rpf. (Größe 24,5 mal 29,15 mm) herausgeben. Die Marken, deren Entwürfe von dem Graphiker Georg Fritz in Berlin⸗ Zehlendorf ſtammen, zeigen Breslauer Bilder, und zwar die Dominſel(3 Rpf.), das Hermann⸗Göring⸗Sportfeld (6. Rpf.), das Rathaus(12 Rpf.) und die Jahrhunderthalle (15 Rpf.). Die neuen Freimarken, die auch für Poſtſendun⸗ gen nach dem Ausland benutzt werden können, werden bez ſämtlichen Poſtämtern und Amtsſtellen vom 21. Juni an abgegeben. dem Gebiet der Fettſäureſyntheſe behandelt werden. Als letztes ſei noch erwähnt, daß ebenfalls noch Sondertagungen für die Betriebsfrauen und Jugendwalterinnen ſtatkfinden. Aufruf Für jeden Feuerwehrmann iſt bei der Brandbekämpfung und bei den verſchiedenſten Hilfeleiſtungen die Gasmaske zum unentbehrlichen Schutzgerät geworden. Der Feuerwehr⸗ mann hat das Vertrauen zu ſeiner Gasmaske, denn in vielen Fällen hat ſie ſich als treue Helferin erwieſen und ihren Träger vor mancherlei geſundheitlichen Schäden be⸗ wahrt. Es iſt für den Luftſchutz eine unbedingte Notwendig⸗ keit, die geſamte Zivilbevölkerung mit einer genügend leiſtungsfähigen Gasmaske auszurüſten. Marktberichte (Ohne Gewähr). Frankfurter Getreidegroßmarkt v. 20. Juni. An den Getreidebörſen ruht der Verkehr faſt völlig, da die Mühlen allgemein, von wenigen Ausnahmen abgeſehen, reichlich ver⸗ ſorgt ſind. Amtlich notierten: Weizen Feſtpreisgeb. W 13 die Verpaſſung der Volksgasmaske ſehr einfach und er⸗ teilt. Der 1910 in Erfurt geborene Auguſt Rolf Wunder 21, Wů 16 21,30, We 19 21,70, W' 20 21,90; Roggen fordert keine großen Umſtände. Das Tragen der Volks⸗ ſtellte ſich ſelbſt der Polizei und beſchuldigte ſich der wider⸗ Feſtpreisgeb. R 12 18,70, A 15 19, R 18 19,40, R 19 gasmaske iſt ſogar ohne beſondere Ausbildung und Uebun⸗ natürlichen Unzucht, begangen in ſechs Fällen in Düſſeldorf 19,60; Weizenmehl, Type 812, Feſtpreisgeb. W 13 29,50, gen möglich, ſo daß ſie nicht nur von Erwachſenen, ſondern und Mannheim. Der Mitangeklagte Lothar Walter Ham⸗ Wᷣ16 29,60, W 19 29,60, W̃ 20 29,95; Roggenmehl, Type auch von Kindern und alten Leuten benützt werden kann. mer, 1916 in Mannheim geboren, beſtritt ſeine Verfehlungen, 1150, Feſtpreisgeb. R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, Ihre Haltbarkeit iſt bei verſtändnisvoller Aufbewahrung die er zuſammen mit W. begangen hat. Hammer hat nach R 19 23,50 Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie Feſt⸗ 5 und Pflege jederzeit gewährleiſtet, ſofern die bei der Aus⸗ dem Geſtändnis des Wunder dieſen zu erpreſſen verſucht preisgeb. W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 gabe mitgegebenen Behandlungsvorſchriſten beachtet werden. und ihm an einem Abend 18 Mark herausgelockt und for⸗ 14,20; Roggenkleie Feſtpreisgeb. R 122 9,95, R 15 10,15, Darum Volksgenoſſe, unterſtütze die Organiſation des Zivil- derte weitere 10 Mark zwei Tage ſpäter. Statt die 10 Mark] R 18 10,40, R 19 10,50; Treber 147 Heu 5,50; Weizen⸗ gasſchutzes und erwirb eine VM 37. in Empfang zu nehmen, wurde er von der Polizei verhaftet. und Roggenſtroh geb. 3, drahtgepr. 3,30 Mark. Baurat Dipl. Ing. gez.: Kargl Wunder erhielt ein Jahr drei Monate, Hammer ein Jahr Mannheimer Getreidegroßmor! v. 20. Juni. Sämtliche Städt. Berufsfeuerwehr Mannheim. Gefängnis. 5 Notierungen unverändert.. 5 5 4 d a) für alle erſt nach der Ver⸗ J 00 ͤdwßßbßbßßßpcßcßßßß00ßbö0ßb0TbTbTbbb Amlihe Pekanmmagnugen anne bes gehe Jen[Verſammlungs⸗ Kalender. onnwendöſeier. 0 der Stadt Mannheim. 1 ene 0 Das Aenderungsgeſetz zum Ge-[zin deb gudeſonderſteuer mit dem] Tp. 1898. ite abend 8 Uhr treffen ſich alle Turner Heute Dienstag abend um 9.30 Uhr führt der SA⸗ Wiesen eee e 3. Juni 8 5 1 85 an dem 9755. I Tier nnen die 5 am 9 5 5 beim Kreis. Sturm 13/⁰171, Trupp 1, Mhm.⸗Seckenheim, die Son n⸗ 5 1938, das mit Wirkung vom 1. April ee g n en turnen in Mannheim beteiligen, in der Turnhalle. wend feier auf dem Platz am Waſſerturm uni Jun b Gaſch- und Verb keine Zuſtellung erfolgt, bekannt um 9 Uhr Zuſammenkunft aller Abteilungsleiter Sämtliche Gliederungen der Partei und deren auge 0 blatt veckündet worden it, geworden iſt oder als bekannt ge⸗ und Leiterinnen. ſene Verbände treten um 9 Ühr am Ortsgrupp l 7 55 die Vollzugsanordnung des macht gilt(d. i. mit dem dritten Tbv.„Jahn“. Mittwoch abend 8.30 Uhr Zufammenkunft gebäude an. Weißling, Sturmführer. Finanz⸗ und Wirtſchaftsminiſters 55 fir de e en aller Aktiven im„Kaiſerhof“ betr. Singſtunde für 5.— 0 und 117 aun des Innern vom anlagungen zur Gebüudeſonder⸗ Werbeturnen und Breslau. f Läufer⸗ 7. 110 u ide ee ſteuer für das Rechnungsjahr 1988 5 ſch 7 25 e 9 her dle Lege ee ſowie für alle noch nicht verjährten Parteiamtlichen Mitteilungen entnommen: weine 4 5 e uU ung der Gebäudeſonderſteuer ſowſe[Veranlagungen für frühere Jahre Ne V. Die Zellen und Blockwalter ſowie der Stab nehmen(80110 Pfund) 5 e d ber das Rechtsmittelverfahren unit dem Tag nach der Verkündigung heute an der Sonnwendfeier der NSDAP. teil. An⸗ eingetroffen. 1 bil tandere 1 1. Vom 1. April 1939 an it diefdes Geſetze(4, Juni 1980). treten 20.45 Uhr an der Geſchäftsſtelle, Zähringer⸗ Y i Gebäudeſonderſteuer in der gleichen, 3. Als Rechtsmittel iſt die bei 80.. Ludwig Volz, 5 8 f zeiſe det Skenerbeſchei glelhenſdem Vorſitzenden des Bezirksrats ſtraße 80. 5 Hauptſtraße 173 i Weiſe mit Steuerbeſcheid anzufor⸗ u erhebende Klage oder die Be⸗ n uſig 0 1 V ſchwerde an die Aufſſchesbehhrde 3 1 f 8 een vülbad Fil Austrager Schlacht- ö nforderung ſowohl mlt Steuer⸗ Rechtsmittels ſchlleßt bünfti 5 rst 2 S f g das Le e eee e der l ee de Ans erſte Spülbad Sil N ehe . eſchwerde und der Klage am zu verkaufen. S alle 0 0 91 5 die Beſchwerde hinein, ſchnell Wiro die 1 We 8 Staufenerstr. 27. a Veranlagungen zur Gebäudeſonder⸗ a 1 19 1 2 belelts 911 20 5 5 in„CCC i Fü gten Ber⸗ i im—. 1205 t e a 1. 9. e zur Gebäudeſonder⸗ Wa che klar und lein; 5 Schlacht- a i 1b 11 1 1 K 1100 bon inſteuer für das R 0 1938 5. ö l 1 Recht 1900 Fun ii und die früheren Jahre wird die ſonſt— Fahrrad erforderl. 0 ſtehenden Fiſſer 3 Agkifſen 19 5 für jede rechtskräftige Steuerver⸗ 1 f Offerten ſofort u. 8⁰ Well 0 ußerdem erlangen auch alle Ver⸗ſanlagung nach S 211 der Reichsab⸗ Faverläffige, gunges Ruhiges kinderl. Rr. 829 an d. Ge zu verkaufen. anlagungen ur; Gedadbeſon de a porgeſchriebene Feſte] ſaubere, ehrliche kinderl. Ehepaar Ehepaar ſucht Nr. Ves Zu erfragen in der feuer für die Fel vor dem 1. Apel Rechten iteldelehrung die in ahl Frau duc zimmer h. Küche. e d. Bl Seſchiftet d. B. 5 5 2 9* 5 5 22 einem Mana Reſhtabrafz. on eichen Fillen fehlen wid algenein od. Mädchen Zimmer n autem Haufe Terglohn- Zettel b 2. Oſe Friſt von einem Monat] durch dieſe Bekanntmachung erſetzt. kagl von 8.11 Ahr und Küche. Pünztl. Zahler. für Banhandwerker 6 ur Einlegung eines Rechtsmittels Mannheim, den 17. Juni 1938. eſucht Adr. an d. Zu erfragen in der Angebote an die werden schnellstens angefertigt N . Der Oberbürgermeiſter. Geſchäftsſt. d. Bl.] Geſchäftsſt. d. Bl. Geſchäftsſt. d. Bl. in der Neckar-Bote- Druckerei. 8