en ar uf g⸗ n, lit g⸗ ur De Nr. 262 Reckar⸗Bote(2. Blatt) Dienstag, 8. November 1938 Don Doulſch langs Ofmarft Auf Anregung und unter Führung von Gaupreſſe⸗ amtsleiter Foerſter unternahmen ſaarpfälziſche Schriftleiter eine Studienfahrt in die Oſtmark. Ueber den Verlauf der Fahrt haben wir bereits be⸗ richtet. Die nachfolgenden Schilderungen eines Fahrt⸗ teilnehmers ſollen dieſen Bericht ergänzen. Die Schriftleitung. 1 Deutſches Land— deutſche Menſchen K. D. Durch des Führers tatkräftiges Handeln iſt die alte Oſtmark zu Beginn dieſes Jahres wieder reichsdeutſcher Boden geworden. Jede Fahrt durch dieſe deutſchen Gaue ſteht unter dem überragenden Eindruck dieſes großen politiſchen Geſchehens. Der Beſucher empfindet ſtolze Freude, daß dieſe herrlichen Lande wieder zum Reich gehören, und er ſiehk und hört ſich um, wie die Wiedervereinigung auf die deutſchen Men⸗ ſchen da drüben und auf die Verhältniſſe und Zuſtände ge⸗ wirkt hat. Selbſtverſtändlich kann ein achttägiger Aufenthalt nicht Einblicke in alle Einzelheiten gewähren, deren Kenntnis von Bedeutung iſt. Das iſt ſelbſt dann nicht möglich, wenn jede Minute dieſes Aufenthalts ſo ausgenützt wird, wie das bei der ausgezeichnet organiſierten Schriftleiter⸗ Studienfahrt in die Oſtmark der Fall war. Aber man kann auf einer ſolchen Reiſe doch eine unendliche Fülle von Eindrücken gewinnen, man kann ſich ein Geſamtbild der Lage machen, man iſt imſtande, zu erkennen, um was es bei den Oſtmarkproblemen eigentlich geht. Das wichtigſte dieſer Probleme— das iſt der beherr⸗ ſchende Eindruck, den der Beſucher mitnimmt— iſt aller⸗ dings bereits gelöſt und zwar glücklich und endgültig ge⸗ löſt: der Anſchluß an das Reich. Wer früher ein⸗ mal im Heſterreich der Nachkriegszeit weilte und wer heute die Oſtmark betritt, dem ſpringt der himmelweite Unter⸗ ſchied zwiſchen einſt und jetzt ſofort in die Augen. Er be⸗ merkt dieſen Unterſchied vor allem, wenn er die Menſchen der Oſtmark betrachtet und ſich mit ihnen unterhält. Früher eine müde Reſignation, beſtenfalls das berühmte„Fort⸗ wurſteln“ und das Warten auf Hilfe von außen her. Von oben herunter kamen nur Vertröſtungen, gelegentlich wur⸗ den auch einmal unzulängliche Experimente gemacht, die aber nur immer wieder beweiſen konnten, daß die künſt⸗ liche Konſtruktion eines„ſelbſtändigen“ öſterreichiſchen Staa⸗ tes— wie wenig ſelbſtändig war er doch in Wirklichkeit!— auf die Dauer einfach nicht zu halten war. Damals alſo Zerfall und Zermürbung— ein unhaltbarer Zuſtand, der aber freilich auch Vielen die Augen öffnete und ihnen zeigte, daß der Anſchluß an das Reich kommen müſſe, wenn das Land nicht völlig zuſammenbrechen und untergehen ſollte. Es iſt das geſchichtliche Verdienſt der öſterreichiſchen Nationalſozialiſten, dieſe Erkenntnis wachgehalten und im⸗ mer weiterverbreitet zu haben— auch als der Kampf für die großdeutſche Idee aus einem Kampf der Geiſter zu einem Kampf mit Waffen wurde, der viele, viele Blut⸗ opfer forderte. Heute iſt das alles vorüber. Heute iſt das Gehenlaſſen von früher dem friſchen Zupacken gewichen, das wir im alten Reiche ſchon ſeit der Machtergreifung kennen und das jetzt auch den Menſchen der Oſtmark ſichtlich Freude macht. Sie ſehen, daß ſeitens der verantwortlichen Stellen tatkräf⸗ tig gehandelt wird und das gibt auch ihnen den Impuls zur Tat. Längſt pulſiert das wirtſchaftliche Leben wieder kräftig, das große Heer der Arbeitsloſen iſt verſchwunden, die Schlote rauchen wieder, überall werden Straßen neu gebaut oder ausgebeſſert(gerade auf dem Gebiete des Straßenbaues ſind viele Verſäumniſſe der früheren Zeit gutzumachen!), die Fremdeninduſtrie— ein für die Wirt⸗ ſchaft der Oſtmark beſonders wichtiger Zweig— hat nach Jahren völliger Stagnation wieder einen guten Sommer hinter ſich und hofft auf einen mindeſtens ebenſo guten Winter— kurz es iſt überall ein Vorwärts und Aufwärts feſtzuſtellen. Auf Schritt und Tritt ſpürt der Beſucher aus dem Altreich dieſen Auftrieb. Der Zuſammenſchluß iſt im richtigen Augenblick durchgeführt worden, denn die Ver⸗ hältniſſe drängten zu einer Löſung und es wäre nicht mehr lange ſo weitergegangen, wie es vordem war. Noch iſt ſelbſtverſtändlich lange nicht alles getan, was getan werden muß, aber überall— nicht nur auf wirt⸗ ſchaftlichem, ſondern auch auf kulturellem Gebiet— iſt man in der Aufbauarbeit ſchon mitten drin, und die Ener⸗ gie, mit der ſich die Kräfte regen, imponiert auch dem „Mann auf der Straße“. Er erkennt, daß die Oſtmark als Teil des großen und mächtigen Deutſchen Reiches andere Entwicklungsmöglichkeiten hat, als ſie das Oeſterreich der Nachkriegszeit beſaß, das ſich ſelber nicht helfen, aber eben⸗ ſowenig auch von den Verſprechungen leben konnte, die ihm der ſelber ohnmächtige Genfer Bund gelegentlich machte. Die deutſchen Menſchen der Oſtmark drängten aber nicht nur aus wirtſchaftlichen Erwägungen zum Reich, ſtärker noch war die Stimme des Blutes. Weil ſie ſich im⸗ mer— auch zu Zeiten, da die damaligen Machthaber den leeren Begriff vom„öſterreichiſchen“ Menſchen und ſeiner beſonderen Aufgabe erfanden— als Deutſche fühlten, ſehn⸗ ten ſie den Anſchluß herbei und ſind glücklich darüber, daß ſie heute vollberechtigte Volksgenoſſen im Dritten Reiche ſind. Herzlich und aufrichtig ſind daher auch die Gefühle des Dankes und der Verehrung, die ſie Adolf Hitler ent⸗ gegenbringen, dem großen Sohn der Oſtmark, der das Werk der Wiedervereinigung ſchuf. Es ſei in dieſem Zu⸗ ſammenhang vermerkt, daß man in der Oſtmark mit großer Anerkennung auch von der Tätigkeit des Gauleiters und durch e Bürckel ſpricht, der es verſtanden hat, durch ſeine friſche Tatkraft, die keine bürokratiſchen Hem⸗ mungen kennt, ſich das Vertrauen aller Kreiſe zu erwer⸗ ben. Er hat in der Tat Brücken zwiſchen Weſtmark und Oſtmark geſchlagen, die dauern werden. Und es iſt zweifellos nicht zuletzt ſein Verdienſt, wenn die Eingliederung der Oſtmark in das Reich, die doch eine Fülle ſchwieriger Pro⸗ bleme brachte, ſo glatt vor ſich ging, wie das tatſächlich der Fall war und iſt. Deutſch ſind alſo die Menſchen der Oſt⸗ mark und deutſch iſt die Landſchaft nichts und niemand kann die glückliche Wiedervereinigung dieſer ſchönen Gaue mit dem Reich ſtören— das iſt der beglückende Ge⸗ ſamteindruck, den die Teilnehmer an der Studienfahrt in die Oſtmark mit nach Hauſe brachten.— Ueber Einzelein⸗ drücke berichten wir in den noch folgenden Aufſätzen. Ein neuer Jahrgang tritt an Net In dieſen Tagen und Wochen haben die Angehöri⸗ gen des Jahrganges 1914 den feldgrauen Rock ausgezogen und ſind wieder zurückgekehrt in ihre bürgerlichen Berufe, nachdem ſie als erſte der zweijährigen Dienſtpflicht genügt haben. Wieder ſtehen im erſten Drittel des Novembers die Neueinberufungen zum Dienſt in der deutſchen Wehrmacht bevor, und Tauſende und aber Tauſende junger deutſcher Männer werden für zwei Jahre den Hammer und den Spaten mit dem Gewehr vertauſchen, ſtatt an der Werkbank werden ſie am Geſchütz ſtehen, und den Schreibtiſch werden ſie vertauſchen mit dem Torniſterfunkgerät. Wir, die wir jetzt unſere zweijährige Dienſtpflicht er⸗ füllt haben, wiſſen, daß dieſer Schritt vom bürgerlichen Le⸗ ben zum Soldatentum nicht leicht iſt. Wir kennen auch die Anfangsſchwierigkeiten, mit denen jeder werdende junge Soldat fertig zu werden hat. Aber wir wiſſen zugleich, daß es letzte Erfüllung der ſtolzen Verpflichtung, die jeder junge Deutſche gegenüber Volk und Idee hat, bedeutet, wenn er ſich in dem Augenblick, in dem er das feldgraue Kleid an⸗ zieht, darüber klar wird, daß er jetzt nur noch Soldat und nichts anderes iſt. Die jungen Menſchen, die in dieſen Novembertagen durch die großen Kaſernentore ſchreiten und den Kompanien und Batterien zur militäriſchen Ausbildung und Erziehung zugeteilt werden, haben bereits eine klare politiſche und körperliche Schule hinter ſich, auf die die Angehörigen des „Jahrgangs 1914“ nicht alle zurückblicken konnten. Sie, die „Neuen“ haben zum größten Teil die Hitlerjugend durch⸗ laufen, in der Partei ihre politiſche Willensbildung erfah⸗ ren und wurden im Arbeitsdienſt mit den Anſprüchen vertraut gemacht, die das Leben in enger Gemeinſchaft an jeden einzelnen Angehörigen dieſer Gemeinſchaft ſtellt. Sie ſind politiſch einheitlich ausgerichtet, ſie wiſſen, was Gemein⸗ ſchaftsdienſt und Gemeinſchaftsgeiſt bedeutet, und ſie werden jetzt in zweijähriger harter Arbeit die letzte Schule des deut⸗ ſchen Mannes durchlaufen, die ihn zu dem männlichen ent⸗ ſchloſſenen Kämpfer mit der Waffe bilden ſoll, und die ihm zugleich die innere ſoldatiſche Haltung geben wird, die er dann nach zwei Jahren Dienſtzeit wieder mit hinübernimmt in das bürgerliche Leben und in die Formationen der Par⸗ tei, um hier die männliche Tatkraft und Entſchloſſenheit weiterleben zu können. Daß dieſe zwei Jahre, die den jungen Wehrpflichtigen jetzt bevorſtehen, hart und ſtreng ſein werden, iſt klar und iſt verſtändlich. Soldatſein iſt keine Spielerei und ſoll keine Spielerei ſein. Soldatſein ſoll Pflichterfüllung bis zum letz⸗ ten bedeuten. Daß ſich hierüber jeder, der in der Wehrmacht Dienſt tut, klar ſein muß, iſt eines der wichtigſten Erforder⸗ niſſe. Denn mit dem Augenblick, wo ſich der junge Soldat dieſe Tatſache por Augen hält, wird er die notwendige in⸗ nere Bereitſchaͤft beſitzen, um ſich der Erziehung unkerzu⸗ ordnen, die für die Ausbildung des Heeres notwendig iſt. Das Ziel jeder militäriſchen Erziehung iſt die Schaffung eines kriegstüchtigen Heeres, wobei der Begriff der Kriegs⸗ tüchtigkeit eine Summe von Tatſachen enthält, die den Wert des Soldaten und damit den Wert der Wehrmacht beſtimmt, nämlich Geiſt, Disziplin und kampftechniſches Kön⸗ nen. Der Soldat erwirbt dieſe Dinge nicht automatiſch in dem Augenblick, wo er den feldgrauen Rock anzieht und Schlips und Kragen ablegt; nein, ſie ſind das Ergebnis eines ein⸗ ehenden und nachdrücklichen Erziehungsvorganges. Da die⸗ 25 aber auf die Kampftüchtigkeit der Wehrmacht, die ſich entſcheidend immer nur in einem Kriege offenbaren wird, ausgerichtet iſt, ſo wird dieſe Erziehung im Sinne von An⸗ leitung und Belehrung nicht nur von der rein geiſtigen Füh⸗ rung zu den ſoldatiſchen Tugenden der Treue, der Pflicht⸗ erfüllung, der Kameradſchaft, ſondern auch von der prak⸗ tiſchen ſoldatiſchen Ausbildung beſtimmt. Gerade unſer heutiges Volksheer aber muß neben diefer raktiſchen Ausbildung beſonderen Wert auf die geiſtige orbereitung des jungen Soldaten, auf ſeine ſoldatiſchen Aufgaben legen. Er 1 15 zum überzeugten Träger der gro⸗ ßen Gedanken, die die Wehrmacht im nationalſozialiſtiſchen Staat verkörpert, werden, er muß ſtolz auf ſein Soldaten⸗ tum und auf ſeinen feldgrauen Rock ſein, wenn er ein wirk⸗ lich vollwertiger Soldat ſein ſoll. So iſt modernes Soldatentum nur in Beziehung zu Volk und Idee zu betrachten, eine Tatſache, die ſich die jungen Wehrpflichtigen, die jetzt eingezogen werden, immer vor Augen halten mögen. Es mag ſein, daß ihnen hier und da einmal ein kleines dienſtliches Unrecht geſchieht. Das kann vorkommen in dem großen Dienſtbetriebe der Wehr⸗ macht, deren Arbeit nicht ſo ſehr auf den einzelnen wie auf die Erziehung des geſamten Truppenverbandes ausgerichtet ſein muß. Aber darüber möge ſich jeder klar ſein, daß die Zeit der„üblen Schleiferei und Schikane“, wie ſie uns pazi⸗ fiſtiſche Volksbeglücker des Novemberdeutſchlands einmal ſchildern wollten, vorbei iſt. Offiziere und Unteroffiziere, alſo die Ausbilder des jungen Rekruten, ſind beſeelt von dem Willen, in dem jungen Menſchen die innere Bereitſchaft zum Dienſt zu erhalten und zu fördern, die in ihm ſchon während ſeiner Zugehörigkeit zu den nationalſozialiſtiſchen Formationen vor dem Wehrdienſt geweckt wurde. Daß das nichts zu tun hat mit Verweichlichung und Schlappheit, muß 155 einmal ganz klar herausgeſtellt werden. Denn Schärfe, rter, ſtrammer Dienſt und rückſichtsloſe Beanſpruchung bis zum äußerſten müſſen die Forderungen der Wehrmacht ſein, wenn ſie das ſcharfe und ſtählerne Inſtrument ſein will, das der Führer braucht. Soldatentum und 11 0 ſind der Ausdruck für den Selbſterhaltungswillen eines Volkes, und wie im Lebens⸗ kampf der einzelnen Menſchen nur der beſteht, der die größ⸗ ten und härteſten Anforderungen an ſich ſelbſt zu ſtellen und zu erfüllen gewillt iſt, ſo beſteht im Kampfe der Völker nur die Nation, die ihre Wehrmacht am beſten ausgebildet und in der ſtraffſten Disziplin erzogen hat. Darüber möge ſich in dieſen Tagen noch einmal jeder derer, die mit dem Geſtellungsbefehl oder dem Freiwilligen⸗ ſchein in der Taſche jetzt zu ihrem Truppenteil gehen, klar⸗ werden. Denn es iſt notwendig, den Soldaten nicht nur mit den politiſchen Anſprüchen ſeines Landes vertraut zu ma⸗ chen, ſondern ihm auch die Erforderniſſe der militäriſchen Erziehung vor Augen zu führen. Dann erſt wird ihn die Wehrmacht zu einem bewußten Kämpfer der großen Grund⸗ gedanken ſchulen können, auf denen ſich unſer Reich auf⸗ baut. Sie wird ihn dann, wenn dieſe innere Bereitwillig⸗ keit bei jedem einzelnen der jetzt zu den Fahnen eilenden Soldaten vorhanden iſt, zu einem einſatzbereiten Verteidiger des Reiches machen und all die einzelnen zu einer untrenn⸗ baren Einheit— kampftechniſch und geiſtig— ſchmieden, die unſer Volksheer ſein muß. Herbert Staake. Die Ehrenwachen in München Gemeinſame Wachktpoſten der/ und der Wehrmachk. München, 7. Nov. Am 8. November beziehen vor dem Galgen bayeriſchen Kriegsminiſterium zu München chrenwachen, gebildet aus Männern der/ Standarte „Deutſchland? und Soldaten des Infanterie⸗Regiments Nr. 61 ihre Poſten. „Die Anregung zu dieſem ſeit der Machtübernahme jähr⸗ lich wiederholten ſymboliſchen Wache⸗Aufziehen geht vom Reichsführer Himmler aus, der am 9. November 1923 hier als Fähnrich der„Reichskriegsflagge“ eingeſetzt war. Die Wachpoſten bekunden damit an dieſer Stelle, wo vor 15 Jahren die Nationalſozialiſten Caſella und Fauſt ihr Leben gaben, ſymboliſch in der Einheit von Wehrmacht und Bewegung die Erfüllung des Auftrages jener Opfer in Deutſchlands entſcheidender Schickſalsſtunde. Aus der Unerbittlichkeit eines ſchweren Todes wuchs die einigende Kraft der Idee, die das Volk eroberte, das Reich ſchuf und ſomit Deutſchland die Kraft ſeinen Gegenwart gab. Eine neue GA⸗Neiterſchule Die SA als Trägerin der vor- und nachmilitäriſchen Aus⸗ bildung für Reiter und Fahrer. Hannover, 7. Nov. Der Stabschef der SA und Ober⸗ präſident der Provinz Hannover, Viktor Lutze, legte in Hannover den Grundſtein zur größten SA.⸗Reiterſchule Deutſchlands. Stabschef Lutze kam in ſeiner Rede bei der Grundſteinlegung auf die beſonders ſchweren Schäden zu ſprechen, die die deutſche Pferdezucht durch die einkretenden Beſtimmungen in den Zeiten des Verfalles erfahren habe. „Mit der Machtübernahme“, ſo führte der Stabschef u. a. aus,„ſetzte auch hier, wie überall, neues Leben ein. Die neue Wehrmacht konnte gar nicht genug Pferde be⸗ kommen. Der Reitſport lebte wieder auf. Die Gliederungen der Partei ſtellten ſtarke Reitereinheiten auf. Aber wir dürfen nicht mit dieſer Entwicklung zufrieden ſein, ſondern müſſen dann erſt recht unſer Augenmerk auf die Arbeit an dem Pferd und auf die Reiterei lenken. Heute iſt es noch nicht ſo, wie wir es wollen. Aber es iſt ja auch erſt der Anfang. Denn erſt 1936 hat uns der Füh⸗ rer dieſe Aufgabe gegeben. Doch mußte ich gerade heute an dieſer Stelle feſtſtellen, nicht für mich, ſondern für meine Kameraden, für meine Männer: Ich bin ſtolz auf das, was 9 wurde und was erreicht wurde. Wenn heute die S A⸗ Reiterei 80 v. H. des außermilitäriſchen deutſchen Pferdeſportes umfaßt, wenn allein z. B. nur im Bereiche der Gruppe Niederſachſen ſechs ſtarke Reiterſtandarten ſtehen, wenn wir in eineinhalb Jahren von ungefähr 2600 Reiterſcheinen auf 29 500 pro Jahr geſtiegen ſind, dann, glaube ich, werden Sie meinen Stolz verſtehen. Mit 1447 erſten Siegen, mit 1331 zweiten, 1083 dritten und 2023 weiteren Preiſen der SA⸗Reiterei im Jahre 1937 bis Okto⸗ ber 1938 glaube ich, von Leiſtungen ſprechen zu können, vor allem, wenn man dabei bedenkt, mit welchen geringen Mitteln an Pferden und an Geld dies geſchafft wurde. Be⸗ ſonders freut es mich, daß bei dieſen Siegen ſehr viele Mannſchaftsſiege ſind.“ FFFPFPPPPUUFCVCVCVCVCTCTVTCVTVTVTVDVCVUDVDVUVUVUVUVUVUVUVUVUVUVUVUVVVA— Du ſollſt nicht töten! Fahre vorſichtig! Neue Reichsautobahnſtrecken Von Württembergs und Badens Gauleitern eröffnet. Die Teilſtrecken Stuttgart Südweſt— Pforz⸗ . ſt der Reichsautobahn München— Karlsruhe und tuttgart/ Weſt— Ludwigsburg der Reichsauto⸗ bahn München— Karlsruhe wurden dem Verkehr übergeben. Aus 5 Anlaß fand wenige Stunden zuvor eine öffent⸗ liche Abnahme der neuen Strecken durch die beiden Reichsſtatthalter in Württemberg und Baden, Gauleiter Wilhelm Murr und Gauleiter Robert Wagner, ſtatt, die gegen 11 Uhr beim Ausgangspunkt zu Stuttgart/ Südweſt zuſammentrafen. Hier meldete Baudirektor Kern von der Oberſten Bauleitung Stuttgart den Gauleitern die Fertig⸗ ſtellung der obengenannten Bauabſchnitte, worauf die ge⸗ meinſame Fahrt zunächſt nach Ludwigsburg, dann nach Pforzheim angetreten wurde. An zahlreichen Stellen der Autobahn, welche die Wagen⸗ kolonne an den hervorragendſten Bauwerken langſam durch⸗ fuhr, wurden die Gauleiter mit ihrer Begleitung, unter der ſich u. a. auch der Inſpekteur der Ordnungspolizei für Würt⸗ temberg und Baden, Oberſt der Gendarmerie Ruoff, und Oberſtaffelführer Hubl vom NS. befanden, von der Schuljugend und der Bevölkerung der benachbarten Orte mit brauſenden Heilrufen begrüßt. Gegen Mittag hatte das anfänglich ziemlich regneriſche Wetter aufgeklärt und die Sonne für kurze Augenblicke die Wolkenwand durchſtoßen, als der württembergiſche und badiſche Gauleiter in der Gegend von Rutesheim die Vorbeifahrt von rund 3000 am Bau der Reichsautobahn beteiligten Arbeitern ent⸗ gegennahmen. Hunderte von Omnibuſſen, Laſtkraftwagen und Perſonenkraftwagen defilierten vorbei und ihre Val ſen, die ſoeben ein weſentliches Stück von dem im Vau des Monats Dezember zur Eröffnung kommenden 3000 km der Straßen des Führers zu Ende gebracht haben, waren ſichtbar ſtolz auf die ihnen zuteil gewordene Ehre. Die Weiterfahrt durch das ausgedehnte Waldgelände des Ha⸗ genſchieß war bei dem vielfarbigen Herbſtkleid der Laub⸗ und Nadelhölzer ſowie bei der prächtigen Fernſicht auf den Schwarzwald ein auserleſener Genuß. In Pforzheim/ Oſt wurden die württembergiſchen und badiſchen Gäſte durch den Kreisleiter und den Oberbür⸗ germeiſter der Goldſtadt feierlich eingeholt und herzlich will⸗ kommen geheißen. Bei dem ſich anſchließenden Imbiß über⸗ brachte Oberbürgermeiſter Kürz den beiden Gauleitern und ihrer Begleitung die Grüße der Stadt Pforzheim. Er ge⸗ dachte dabei beſonders des Schaffens und Wirkens der Män⸗ ner, deren Fleiß, Willen und Kraft einen weiteren Teil der herrlichen Straßen des Führers vollendet habe. Voll Bewunderung ſtehe man erneut vor dieſem genialen Werk und allen denen, die es geſchaffen. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Menſchen, die dieſe Straßen benützen, nie leichtfertig darüber hinwegfahren, ſondern ſich ſtets derer erinnern möchten, die ſie erbaut haben. Indem er zum Schluß ſeiner Anſprache noch die große Tat des Führers würdigte, durch die in einem einzigen Jahr zehn Millionen Deutſcher ins Reich heimgefunden haben, gab er die Verſicherung, für das Werk des Führers zum Segen unſeres ganzen Volkes in Zukunft noch fafgatiſcher und noch einſatzhereiter einzuſtehen als bisher. 1 e hieran a 1 1 Gastgeber amera getragenes frohes Zuſammenſein Gaſtge und Gäſte zu anregendem a 3 Münchener Dichterpreis 1938 Jeierlicher Abſchluß der Erſten Großdeutſchen Buchwoche München, 7. November. Die Erſte Großdeutſche Buchwoche wurde mit einer Kundgebung abgeſchloſſen, zu der der Reichsminiſter für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, und der Oberbürgermeiſter der Hauptſtadt der Bewegung, Reichs⸗ leiter Fiehler, geladen hatten. Zunächſt behandelte der Ober⸗ bürgermeiſter Sinn und Bedeutung der Buchwoche und be⸗ tonte dann, daß die Hauptſtadt der Bewegung ſeit 1933 ihren Stolz darein geſetzt habe, das Schrifttum durch Maß⸗ nahmen aller Art zu fördern. Nach Beratung mit den Lite⸗ raturbeiräten habe er für 1938 an die Stelle eines das Ge⸗ ſamtſchaffen eines Dichters würdigenden Preiſes drei Aner⸗ kennungspreiſe zu verleihen beſchloſſen. Unter lebhaftem Beifall der Verſammlung überreichte dann der Oberbürger⸗ meiſter die Urkunde und die Geldbeträge dieſer Anerken⸗ nungspreiſe: 1. dem Kreisleiter Franz Buchner für das Werk:„Ka⸗ merad, halt aus“ als die mitreißende Chronik des nationalſozialiſtiſchen Kampfes im Kreiſe Starnberg. 2. An den bekannten Münchener Erzähler Alfons Czi⸗ bulka für ſeine Novellenbände„Würfelſpiel“, die eine erhebende Darſtellung der Tapferkeit und ſoldatiſcher Tugenden ſind. 3. An den SA⸗ Gruppenführer und Hauptamtsleiter Hannes Kremer für ſein Werk„Gottesrunen“, in dem der Dichter unter lebendiger Schilderung des Rin⸗ gens einiger Menſchen ein lebensvolles Bild der ge⸗ waltigen Zeit der Erweckung und des Aufbruches un⸗ ſeres Volkes gibt. Sodann ſprach Reichsamtsleiter Hagemeyer, der für den verhinderten Reichsminiſter Ruſt erſchienen war. Die Schlußanſprache hielt der ſtellvertretende Leiter der Abteilung Schrifttum im Reichsminiſterium für Volksauf⸗ klärung und Propaganda, Regierungsrat Schlecht. Er führte u. a. aus:„Das Buch ſtand eine Woche lang im Blickpunkt unſeres Volkes. In Weimar gab einer der be⸗ kannteſten deutſchen Lyriker dem überheblichen liberalen Zeitalter eine treffende Lehre. Er bekannte freimütig, daß er faſt zwei Jahrzehnte lang nur für den Schreibtiſch ge⸗ arbeitet habe und nahe am 1 war, als der Natio⸗ nalſozialismus ihm mit einem Schlage bei dem deutſchen Volke Gehör verſchaffte. Wir haben darin das größte Lob für unſer Wirken erblickt; und es ſtellt unſer erfolgreiches Bemühen unter Beweis, dem deutſchen Buch eine dankbare Gemeinde zu verſchaffen. Beſonders ſtolz können wir in die⸗ ſem Jahre über das reiche dichteriſche Schaffen der Oſtmark und des Sudetenlandes ſein.“ Huberiusfeier der Jägerſchaſt Der großzügige Aufbau. Braunſchweig, 7. Nov. Der in prächtigem Herbſtſchmuck prangende Hainberg, der ſchon zur traditionellen Stätte der alljährlichen Hubertusfeiern der deutſchen Jägerſchaft ge⸗ worden iſt, ſtand auch am Sonntag im Zeichen der deutſchen Jäger Erſtmals führte in dieſem Jahr der Jagdgau Braun⸗ ſchweig für die geſamte deutſche Jägerſchaft die Feier durch, an der zahlreiche der übrigen Jagdgaue durch ihre Vertre⸗ ter beteiligt waren. Staatsſekretär Generalforſtmeiſter Al⸗ pers gab ſeinem lebhaften Bedauern Ausdruck, daß erſt⸗ mals in dieſem Jahre der Reichsjägermeiſter Generalfeld⸗ marſchall Göring der Feier fernbleiben mutzte. Am Huber⸗ tustag denke die Jägerſchaft zurück und blicke auf die Ent⸗ wicklung der letzten Jahre. Wie auf allen Lebensgebieten unſeres Volkes, ſo hat ſich auch auf dem Gebiet der Jagd eine Ordnung vollzogen, die vielleicht die Beſten unter den Jägern einmal als Wunſchbild ſich im Geiſte hinſtellten, die aber beiſpiellos iſt und von niemand vorhergeſehen werden konnte. Die Großzügigkeit unſerer Jagdgeſetzgebung, die in der ganzen Welt anerkannt wird, iſt allein die Geſetzgebung des Reichsjägermeiſters Hermann Göring. Deshalb gilt unſer Dank ihm.— Alsdann wurde in Braunſchweig auf dem Burgplatz im Rahmen einer ſchlichten Feierſtunde die Strecke der Braunſchweiger Jägerſchaft dem Winterhilfs⸗ werk übergeben. 7 e eee. Die A ufersi Hun⁰g des Mr. Tree „Nein..., antwortete Stone, ſichtlich verwirrt durch 5 Art der Frageſtellung,„ich raſierte ihn täglich.“ Oberinſpektor Robin, der eingehend die Skizze ſtudiert hatte, hob intereſſiert den Kopf, denn er fühlte, wie die Luft um den Diener dick wurde. f„Um wieviel Uhr?“ ſetzte Barton ſein ſcharfes Verhör ort. „Wenn er nicht gerade unpäßlich war, dann raſierte ich ihn um neun Uhr morgens vor dem Bad.“ „Mit dem Meſſer?“ 0 „Und wann raſierten Sie ſich ſelbſt und wie oft?“ „Täglich, ſofort nach dem Aufſtehen.“ „Ohne Ausnahme?“ „Ohne Ausnahme!“ „Um wieviel Uhr?“ „Bein Wecker läutet ſtets um Punkt ſechs Uhr, aber ich bin Frühaufſteher und werde immer ſchon eher munter. Wenn der Wecker ſchreit, dann ſtehe ich ſchon vor dem Spiegel und raſiere mich.“ „Täglich.“ „Gewiß!“ Der Infpektor ſtand auf und brüllte, daß jedes ſeiner Worte wie ein Hammerſchlag klang:„und warum haben Sie ſich heute nicht raſiert?“ „Ich— ich—, stotterte der Diener,„ich war zu auf⸗ geregt wegen des Verbrechens.“ „Ach so“, ſagte Barton nun wieder ganz ruhig,„das iſt ja ſchließlich verſtändlich. Sagen Sie, wann kamen Sie eigentlich auf den Gedanken, daß es ſich um ein Ver⸗ brechen handeln könnte?“ „Für Dr. Taylor war ein Fremdenzimmer zurecht⸗ gemacht worden, da er die Durchſicht der Papiere des Ver⸗ ſtorbenen noch in dieſer Nacht beenden wollte und es ſehr pat werden würde. Er hatte mir noch den Auftrag ge⸗ geben, ihn um halb ſieben Uhr mit dem Frühſtück zu wecken. Ich ließ daher heute morgen das Fruhſtück in der Küche zurechtmachen und trug es um punxt halb ſieben Uhr ins ROMAN VON RALPH URBAN Aneinem Tag vertilgenſie 100000 Inſekten Ameiſen, die Feinde des Ungeziefers.— Kopfloſe Flucht der Grillen und Schaben.— Ueberfall der Siafus. Der engliſche Zoologe Forel hat berechnet, daß die 400 000 bis 500 000 roten Waldameiſen, die bei uns in einem Ameiſenhaufen von mittlerer Größe zuſammen⸗ leben, an einem einzigen Tage mindeſtens 100 000 Inſek⸗ ten vertilgen. Dadurch erklärt es ſich auch, daß in Forſten, die an Raupenplagen ſchwer zu leiden hatten, ſich die von dieſer roten Ameiſenart bevölkerten Stellen wie grüne Oaſen aus der kahlgefreſſenen Umgebung abheben. Leider iſt es unmöglich, dieſe von den Forſtleuten ſehr geſchätzten Kerbtiere in Gärten zu verpflanzen, in denen es an Gebüſch fehlt. Läßt man ſich aber die Mühe nicht verdrießen, einen ganzen Ameiſenhaufen mit allen ſeinen Bewohnern in einen Gemüſegarten zu überführen, wo die Raupenplage überhandgenommen hat, dann iſt er in kur⸗ zer Zeit überhaupt von allem Ungeziefer geſäubert. Die Chineſen wiſſen das ſchon ſehr lange; ſie ſollen ſchon im 12. Jahrhundert gewiſſe Ameiſenarten gezüchtet und beſonders in Schutz genommen haben, um dadurch ihre Mandarinen⸗ und Orangenbäume raupenfrei zu hal⸗ ten. Es hat ſich zu dieſem Zweck in China ſogar ein be⸗ ſonderer Beruf, der des Ameiſenſammlers, herausgebil⸗ det. Ganze Arbeit im Vertilgen des von dem Baumwoll- pflanzer gefürchteten„Boll weevil“ liefert namentlich in Texas auch die ſo biſſige Feuerameiſe, denn ſie vertilgt nicht nur dieſen ſchädlichen Käfer ſelbſt, ſondern holt auch ſeine Larven und Puppen aus den Baumwollſtauden heraus. In der Lombardei, beſonders in der Gegend von Mantua, pflegte man früher bei der Abholzung von Eichenwäldern die Baumſtümpfe ſtehenzulaſſen, an deren Fuß ſich Ameiſenneſter befanden. Hatten ſich dann in den folgenden Jahren die Ameiſen in dieſem ſelbſt eingeniſtet, ſo verpflanzte man beide in die Obſtgärten. Auf Java wird die Kultur der herrlichen Manga⸗ frucht in vielen Gegenden ſehr erſchwert durch einen Käfer der Gattung Cryptorrhynchus. Um ihn von den Manga bäumen abzuhalten, ſammeln die Eingeborenen im Walde die Baumneſter einer großen und ſehr bösartigen Amei⸗ ſenart und hängen ſie dann in dem ſchattigen Gezweig auf. ö Nicht nur von Inſekten und anderem kleineren Un⸗ geziefer, ſondern auch von Mäuſen und Ratten, Schlangen und anderen Kriechtieren, die auf und im Erdboden leben, ſäubert die oſtafrikaniſche Wander- und Treiberameiſe die Gegend. In kilometerlangen Reihen ziehen ſie dahin. Allenthalben, wo ſie erſcheinen, wird's lebendig. Was an Grillen, Schaben, Spinnen und Tauſendfüßlern, Raupen, Maden, kurz, an kleinen und großen, wehrhaften und wehrloſen Lebeweſen ſich in der Erde, unter Steinen, in morſchem Holz oder im Gras und Buſch wohlgeborgen glaubte, ſucht in kopfloſer Flucht dem unerbittlichen Heer zu entfliehen, ſoweit ihm ſeine Natur Eile erlaubt. Selbſt das Hausgeflügel des Anſiedlers fällt einem Ueberfall der Siafus häufig zum Opfer— endend unter wahren Höllenqualen, da der Biß dieſer ſich ausſchließlich von Fleiſch ernährenden Raubtiere en miniature außer⸗ ordentlich Cera ist Marktberichte Frankfurter Getreidegroßmarkt v. 7. Nov. Amtlich notierten: Weizen Feſtpreisgeb. W 9 20,20, W 11 20,40, W 12 20,50, W 13 20,60, W 16 20,90, W 17 21/10, W'ſ 19 21,30, W 20 21,50; Roggen Feſtpreisgeb. R 11 18,70, R 12 18,80, R 14 19, R 15 19,10, R 16 19,80, R 17 19,40, R 18 19,50, R 19 19,70; Weizenmehl, Type 812, Feſtpreisgeb. W 13, 16, 18, 19 und Kreis Alzey 20 je 29,35, Kreis Worms 20 29,70; Roggenmehl, Type 997, Feſtpreisgeb. R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50; Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie Feſtpreisgeb. W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenfuttermehl Feſtpreisgeb. R 19 12,50; Noggenvollkleie Feſtpreisgeb. R 19 11; Roggenkleie Feſtpreisgeb. R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50; Wieſenheu 5 bis 6; Kleehel 7 bis 750; Weizenſtroh 2,80; Roggenſtroh 2,90 bis 3 Hafer⸗ und Ger⸗ ſtenſtroh 2.40 b 3.50 Mark 5 Obergeſchoß. Als auf mein Klopfen nicht gean wurde, offnete ich ſchließlich die Tur und fand zu meinem Erſtaunen das Fremdenzimmer leer und das Bett unbe⸗ rührt.“ 5 gingen Sie zum Arbeitszimmer“, ſagte Barton barſch,„fanden die Tür verſperrt und begannen zu ahnen, daß irgend etwas nicht in Ordnung ſet?“ „Jawohl, Herr Inſpektor!“ „Um wieviel Uhr war das?“ „Um halb ſieben, wie ich ſchon, ſagte.“ „Alſo“, ſchrie Inſpektor Barton,„vor ſechs ſind Sie wegen des Verbrechens zu aufgeregt, um ſich raſteren zu können, und um halb ſieben Uhr kommen Sie erſt auf den Gedanken, daß es ſich um ein Verbrechen handeln könnte. Was ſagen Sie dazu, Stone?“ Stone ſagte gar nichts. Seine Mundwinkel verzogen ſich krampfhaft wie zu einem ſchrecklichen Grinſen, dann krummte er ſich zuſammen und fing fürchterlich zu ſchluchzen an. Er hatte einen Nervenzuſammenbruch erlitten. Der Polizeiarzt bemühte ſich um ihn und ſtellte feſt, daß vorlaufig an eine Fortſetzung des Verhörs mit Stone nicht gedacht werden konne. Man brachte ihn daher nach einem Zimmer im Erdgeſchoß und überließ ihn unter Auf⸗ ſicht eines der Poliziſten von Wembley der Ruhe.— „Das haben Sie gut gemacht, Barton“, lobte Robin und bot seinem Inſpertor und dem protokollführenden Sergeanten Mackenzie Zigaretten an.„Aber Sie ſind mit Ihrem Temperament etwas zu früh losgegangen. Sie hatten Stone erſt fertig erzählen laſſen ſonen.— Immer⸗ hin wiſſen wir jetzt, dant Ihrer vorzüglichen Fußangel, daß mit dem alten Knaben etwas nicht ganz ſtimmt. Sonſt wiſſen wir jedoch gar nichts. Wenn der blodfinnige Schluſſel nicht an der inneren Seite der Tür des Mord⸗ zimmers ſteuen würde, dann wäre die Geſchichte weſentlich einfacher. Weine langjährige Beamtenſeele ſagt mir, daß mit der Klarung dieſes Faues unſere Beförderung eine abgemachte Sache iſt, oder daß wir in den Ruheſtand ge⸗ gangen werden, wenn wir diesmal umfallen. Wieviel Dienſtjahre haben Sie eigentlich, Barton?“ „Zwolf, die Militärdienſtzeit eingerechnet“, antwortete der Inſpettor und verließ das peinliche Thema, indem er ſeinen Vorgesetzten darauf aufmerkſam machte, daß man letzt jene Miß Adlercreuz vernehmen könnte. Dom Selgcanten Wadenzte aus dem Salon gerufen, wo ſſie noch immer mit den anderen Hausbewohnern unter twortet Sportnachrichten Handball im Zeichen des WH W Die ſüddeutſchen Meiſterſchaftsſpiele im Handball wur⸗ den am Sonntag zu Gunſten der WHW⸗Spiele unterbro⸗ chen, nur in Bayern wurde die Runde ungekürzt fortge⸗ ſetzt und der Erlös der Meiſterſchaftsſpiele dem WHW zur Verfügung geſtellt. Einige ſpannende Auswahlſpiele gab es im Gau Süd weſt. Die Gauelf ſpielte in Wiesbaden gegen eine Stadtmannſchaft und ſiegte nach ſpannenden Verlauf mit 12:6 Toren. In Worms ſtand die Mannſchaft des Kreiſes Nibelungen der Darmſtädter Stadtmannſchaft gegenüber, die mit 5:7 Toren zu einem knappen Sieg kam. Eine ſehr ſpannende Begegnung gab es in Zweibrücken zwiſchen der Weſtpfalz und der Saarpfalz, die zahlreiche Zuſchauer an⸗ gelockt hatte und damit auch ihren Zweck voll und ganz er⸗ füllte. Mit 13:11 blieb ſchließlich die Weſtpfalz Sieger, nach⸗ dem es bei der Pauſe noch 6:6 geheißen hatte. Weitere Ergebniſſe waren: VfR Schwanheim— Polizei Frankfurt 619, TV Bickenbach— Germania Pfungſtadt 715. Auch im Gau Badeen waren die Gauligavereine zu den WHW'⸗ Spielen eingeſetzt worden. Einen hohen Sieg feierte der Gaumeiſter SV Waldhof über die kombinierte Mannſchaft des TV 46/ Reichsbahn SV Mannheim mit 15:3 und auch der TV Seckenheim war mit 9:2 über ſeinen Ortsrivalen Jahn glatt erfolgreich. VfR Mannheim hatte dagegen in Viernheim zu kämpfen, um mit 10:12 Toren gegen den TW Viernheim zu ſiegen und ebenſo knapp war der Erfolg des TV Leutershauſen über die kombinierte Mannſchaft von TV Großfachſen und TW Hohenſachſen mit 7:9. TG Ketſch war in Friedrichsfeld gegen den dortigen TW mit 9:14 Toren erfolgreich Die zugkräftigſte Begegnung in Württemberg war das Meiſterſchaftsſpiel zwiſchen dem Meiſter SW Urach und den Stuttgarter Kickers. Auf eigenem Platze reichte es dem Meiſter zu einem äußerſt knappen 10:9⸗Sieg, mit dem er weiterhin ſeine Favoritenſtellung verbeſſerte, während die Kickers wohl endgültig aus dem engeren Wettbewerb ausgeſchloſſen ſind. Die wichtigſten WHW⸗Spiele waren hier: TV Kornweſtheim— TB Marbach 8:8, Tſchaft Schramberg— Tgd. Schwenningen 7:6, Stadtelf Ulm— TW Altenſtadt 5:20. Mit einem vollen Meiſterſchaftsprogramm wird der Gau Bayern wohl den beſten Erlös für das Winter⸗ hilfswerk des deutſchen Volkes erzielt haben. Poſt Mün⸗ chen ſchloß nun zur Spitze auf, denn am Sonntag gelang der Meiſtermannſchaft gegen Poſt Nürnberg endlich ein überzeugender Sieg Mit 13:1 wurde der Namensvetter aus Nürnberg nach Hauſe geſchickt. Die beſten Mannſchaf⸗ ten in der Tabelle trennten ſich diesmal unentſchieden und zwar jeweils 6:6. Der TV Milbertshofen konnte zu Hauſe gegen 1860 München nicht gewinnen und auch 1860 Fürth reichte es gegen die SpVg. Fürth nur zu einem Unentſchie⸗ den. Der Lokalkampf in Bamberg endete mit einem Z31s⸗ Erfolg der Bamberger Reiter, während der RSV Mün⸗ en durch einen 1:8⸗Sieg über Polizei Nürnberg wieder 2 ſeinem Namen als Ueberraſchungsmannſchaft Ehre machte. Schw emmfeſt in Heidelberg Das in Heidelberg ausgetragene reichsoffene Schwimm⸗ feſt brachte bei ſeiner ausgezeichneten Beſetzung und gutem Beſuch die erwartete gute ſportliche Ausbeute. Bei den Männern behaupteten ſich in der Kraullage die Stutt⸗ . Schwaben durch Laug witz in der kurzen trecke, wie auch die große Kraulſtrecke nach erbittertem Zweikampf ſchließlich zu einem einwandfreien und klaren Sieg über Nikar Heidelberg führte. In der Bruſtlage aller⸗ dings ſtellte Minnich vom EFSc Tden Sieger im Allein⸗ gang. Recht raſſig und ſpannend verliefen auch die Kämpfe der übrigen Klaſſen. Bei den Frauen ſicherten ſich die Nikar⸗Mädel den Löwenanteil der zu vergebenden Siege, wie es ihnen gelang, in der Frauenkraul⸗ bezw. ⸗Bruſtſtaffel 6 mal 2 Bahnen durch Inge Reinhard neue Bahnbeſtleiſtungen aufzuſtellen. Viel Beifall fand das von 192 Mannheimer Springerſchule gezeigte Kunſt⸗ pringen. Aufſicht ernes Poltzeſten gewartet hatte, betrat Meiß Adler⸗ creuz das Speiſezimmer zum Verhör. Sie war ein großes, vollſchlaukes Madchen von auffallender Schönheit, mit ſtrahlenden blauen Augen, goldblondem Lockenhaar und herrlichen Zähnen. Bei ihrem Eintritt bekam Mackenzie einen langen Hals, Robin ſträubte ſein Schnurrbärtchen wie ein freundlicher Kater, und Barton ſprang hoch und ſchob ihr einen Stuhl zurecht, obwohl er dienſtlich Frauen nicht leiden mochte. „Ich heiße Margaret Adlercreuz, bin dreiundzwanzig Jahre alt, ſchwediſche Staatsbürgerin, befinde mich ſeil drei Jahren in England und ſeit zwei Jahren hier im Haus als Privatſekretärin in Stellung“, erklärte die Dame in 121 Engliſch, ohne eine Aufforderung abzu⸗ warten. „Sehr gut“, meinte darauf Robin,„Zeit iſt Geld.— Wann kamen Sie geſtern aus London zurück?“ „Um acht Uhr abends.“ „Haben Sie da noch Dr. Taylor geſehen?“ „Nein, aber als ich heimkam, begegnete ich in der Halle dem Bruder des Arztes, der eben das Haus verließ Eugene Taylor ſagte mir, daß ſich ſein Bruder im Arbeits⸗ zimmer befinde, wo er ſich wahrſcheinlich bis ſpät in die Nacht hinein mit der Durchſicht der Papiere des Verſtor⸗ benen beſchäftigen würde. Er möchte dort auch nicht ge⸗ ſtört werden. Ich ließ mir dann das Abendeſſen von Stubenmädchen hier im Speiſezimmer ſerdieren und ging gegen neun Uhr zu Bett. Es mochte gegen elf Uhr ge⸗ weſen ſein, als ich plötzlich erwachte; es war mir, als hätt, ich im Schlaf einen Schrei vernommen. Ich lauſchte an. geſtrengt, konnte aber nichts mehr vernehmen. Nach etwa einer Stunde, ich ſchlief gerade wieder ein, hörte ich draußen irgendein Geräuſch. Da ſprang ich aus dem Bett, ging zur Tür, öffnete ſie leiſe und ſah durch einen kleinen Spalt hinaus. Die Tür des Arbeitszimmers von Mr. Tree ſtand in dieſem Augenblick offen, und zwiſchen ihr erſchien die Silhouette eines Mannes. Weil nur dahinter im Zimmer Licht brannte, konnte ich nicht erkennen, wer es ſei; ich nahm aber an, es wäre Dr. Taylor, der aus irgendeinem Grund auf den Gang hinausblickte⸗ tf. Schlafe auf Papier!„Schlafe auf Papier!“ iſt die neue Deviſe, die die New⸗Horker Hausfrauen glücklich machen ſoll. Billige Kiſſen aus Papier, die ebenſo haltbar und weich ſein ſollen wie Stoffkiſſen, werden als die neueſte Erfindung auf den amerikaniſchen Markt gebracht, —