Nr. 125 7 Vorver- or! — we, am el. 44822: 266070 * Raus t: Han 01130 —— hn lederrad ict. 1948, Preis. 00 D lach- u. n. 1 L 2.— àn. 1. 624 29 —— gen tert r — H 1 4 Veröllenl. unter Lizenz-Vr. US B 110 J. ver- anzwortliche Herausgeber: Dr. Karl Ackermann und E. Fri von Sduilling/ Redakllon. Verlag und Druck: kannheim. R 1. 4-6 femtul 44151-33/ Bankkonto: Südwestbank Mann- helm. U kasse Narkty All Bankgesellschalt lannheim Fostecheck- konten: Karlsruhe r. 800 10. Berlin Nr. 96 1 95 Erscheint: Alantag. Iliuwoch. Freſtag u. Samstag Für unverlangie Manuskripte keinerlei Cewähr 3. Jahrgang/ Nummer 126 ———— Eine Dreimächie- Militärregierung Exankfurt.(UP) Der amerikanische Plan tur Nie Schaffung einer koordinierten Prei- mächte- Militärregierung in Westdeutschland stößt, wie zuständige amerikanische Kreise zugeben, auf starken Widerstand sowohl britischer als auch französischer Stellen. Beide Staaten haben sich mit Nachdruck Segen dieses Vorhaben ausgesprochen, das die Schaffung einiger alliierter Behörden zum Ziele haben würde, die etwa dem Während des Krieges gebildeten alliierten Hauptquartier General Eisenhowers glei- chen würden. Seit zwei Monaten wird über diesen amerikanischen Plan ergebnislos Verhandelt. Gleichzeitig war amerikani- scherseits beabsichtigt, die alliierten Verwal- tungsstellen in Westdeutschland zu ver- mindern und Weitere Reégierungsfunktio- nen den deutschen Behörden zu übertragen. in Frankfurt finden zur Zeit auch Drei- mächteverhandlungen über ein Besatzungs- statut für die Westzonen statt. Sonderabgaben für Westberlin Frankfurt. ODr.-Rp.-Eig.-Ber.) Der bizo- ae Verwaltungsrat hat eine Steuervor- dase für die Berlin-Hilfe fertiggestellt. Nach dieser Vorlage sollen 1. für jede Haushalt- Stammzkarte monatlich 50 Pfennige bezahlt werden(nicht für jede Lebensmittelkarte), „ soll jeder Beschäftigte, der keine Lohn- steuer zahlt, 50 Pfennige monatlich bezah- zen. 3. oll jeder Einkommensbezieher, Lohnempfänger und Körperschaftssteuer- Ptlichtige monatlich 50 Pfennige für jede angefangenen DM 100.— seines Bruttoein- Kommens bezahlen. „ Man glaubt, damit Über 25 Millionen DRI monatlich für das finanzielle Hilfspro- sramm für die Berliner Westsektoren auf- bringen zu können. Bisher waren monat- lich 20 Millionen BDM auf dem Kreditwege durch die Länder zur Verfügung gestellt Worden, was angesichts der Finanzlage zetzt nicht mehr möglich ist. Auch wünsche die Stadt Berlin keine Kredite, sondern nicht zurückzuzahlende Mittel. Da diese Beschlüsse des Verwaltungs- dates srundsätzlich den Anregungen des Berlin-Hilfe-Ausschusses des Wirtschafts- rates entsprechen, ist an der Zustimmung des Wirtschaftsrates kaum zu zweifeln. Kriegsächtungsartikel für das Grund- gesetz vorgeschlagen un.(ęgn.-Eig.-Ber) Der Bundestag 8 Deutschen Friedensgesellschaft hat dem arlamentariscnen Rat eine Resolutſon zu- N in der vorgeschlagen wird, einen regsächtungsartikel in das Grundgesetz aufzunehmen. Wie aus Kreisen der Dele- Slerten verlautet, hat dieser Vorschlag ein günstiges Echo gefunden. Ein darüber hin- aussehender Vorschlag, auch das Kriegs- düenstvermeigerungsrecht zu einem Bestand- eil der künftigen deutschen Verfassung zu machen, fand weniger Gegenliebe. Keine Einigung über Bodenreform Köln.(En.-Eig.-Ber.) Trotz zweitägiger nektiger Debatten konnte der Landtag von Nordrhein-Westfalen nicht zu einer Eini- Suns über die Gesetze zur Bodenreform und zur Beschaffung von Land für Sied- unsszwecke gelangen. Die von dem zu- stendigen Ausschuß vorgeschlagene Fassung rah vor. alle Güter über 150 ha oder 200 000 Einheitswert zu enteignen. — Aut dem soeben eröffneten Jahreskongreß der britichen konservativen Partel gab Lord Toolton bekannt, daß sich die Mitgſlederzahl aer Partei von Ende 1947 bis Junf 1948 um über eine Million erhöht hat./ Der österreichi- dche Außenminister Dr. Karl Gruber hat ich auch Paris begeben, wo er sich um die Wieder- autnahme der Verhandlungen für einen öster- deichischen Staatsvertrag bemühen will./ Das zbanische Kabinett ist angesichts eines großen Bestechungsskandals, in den einige Kabinetts- mitglieder verwickelt sind, zurückgetreten. Der Außenminister des Staates Israel, Mosche Schertok, gab zu verstehen, daß das Palästinu- Problem auf dem Wege direkter Verhandlungen Drlschen Arabern und Juden geregelt werden Yurde./ Der schweizerische Nationalrat hatte Vor zwei Tagen mit 147 gegen 7 Stimmen der Mammumisten den Beitritt der Schwelz zun: arshallplad gebilligt. Nun hat auch der inderat den Beitritt mit 32 gegen 1 Stimme U 16 Stimmenthaltungen genehmigt./ Der bri- —.— Botschafter in Moskau, Sir Maurice eterson, ist nach einer längeren Krankheit wieder aus seinen Posten zurückgekehrt.) Ein Phweres Erdbeben in der nordest-persischen Toerine Khorossan forderte über 200 Tote und ausende von Verletzten. Dr. Otto Schniewind und Ludwig Rosenberg Werden als deutsche Vertreter der Zweizonen- hörden auf Einladung des amerikanischen Fubenministers Marshall an der am heutigen * in Paris beginnenden Sitzung der Mar- venllplan-Eänder teilnehmen./ Die Militargou- erneure Clay und Robertson werden am kom- unden Montag und Dienstag eine Besichti- Funegkahrt durch das Ruhrgebſet unternehmen. acht Missionen des Benediktiner-Ordens in utzing reisten nach Südafrika ab, um dort in der Missionsarbeit tätig zu sein. Damit gingen 3 zehn Jahren erstmalig wieder deutsche Schwestern nach Südafrika./ Eine Stuttgarter 055 uchkammer reihte den früheren Stuttgarter er bürgermeister und ehemaligen Präsiden- ten des Deutschen Auslandsinstituts, Dr. Karl Stroelin, in die Gru a f ppe der Minderbelasteten — Sechs Monaten Bewährungsfrist ein. Der 3 Düsseldorf erscheinenden Ko-Zeitung neueiheit“ wurde von dem britischen Gouver- 2 kur Nordrhein-Westfalen die Lizenz ent- .— Das in Dortmund erscheinende KPB- naß n„Neue Volkszeitung“ ist für einen Mo- lol euspendlert worden. In beiden Fällen er- dels ten diese Maßnahmen wegen Verletzung er Nachrichtenkontrollordnun N Freitag, 8. Oktober 1948 Mannheimer RI In paris sucht man eine Lösung für Berlin * Paris.(UP) Der Sicherheitsrat der Ver- einten Nationen unter dem Vorsitz des ar- gentinischen Außenministers Dr. Bra; muglia kat sich am Mittwochabend bis auf weiteres vertagt, nachdem die Vertreter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs die Klage ihrer Regierun- gen gegen die Sowjetunion begründet hat- ten. Der Vertreter der USA. Dr. Philip Jessup, der uls erster gesprochen hatte, erklärte im Namen seines Landes feierlich, daß die Vereinigten Staaten niemals vor einem russischen Druck aus Berlin zurück- weichen würden. Er schlug die sofortige Einberufung des Außenminister- rates zur Erörterung der Berliner Frage VUngünslige Almosp und der Deutschland-Frage überhaupt vor, unter der Bedingung freilich, daß die Rus- sen zuvor die Berliner Blockade aufheben. Nach ihm gab der Sprecher Großbritan- niens, Sir Alexander Cadog an, bekannt, daß sich sein Land voll und ganz hinter die Vereinigten Staaten stelle und bedauerte, daß die Sowqetunion sich geweigert Kabe, an den Verhandlungen des Sicherheitsrates über die Berliner Krise teilzunehmen. Schließlich erklärte auch Frankreichs Vertreter, Alexander Parodi, die Solida- rität seiner Regierung mit denen der beiden anderen Westmächte und warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Lage in der ehe- maligen deutschen Reichshauptstadt. häre für Abrüstung Politischer Ausschuß bildet Unterausschuß für Atomenergiekontrolle Faris.(UP) Der politische Ausschuß der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloß bei der Fortsetzung seiner De- batte über die Atomkontrolle am Donners- tagnachmittag, einen Unterausschuß zu bil- den, der die dem politischen Ausschuß bis- her vorgelegten Vorschläge erörtern und die nächsten Schritte in Richtung einer Atomenergiekontrolle festlegen soll. Dem Unterausschuß gehören die fünf Groß- mächte und Kanada, das mit seinen reich- haltigen Uranerzlagern in der Atoment- wicklung eine große Rolle spielt, sowie Bra- silien, Indien, Schweden, die Ukraine und Ecuador an, ö Im Verlaufe der vorhergegangenen De- batte hatte der sowjetische Delegierte Ja- kob Malik dem politischen Ausschuß den Vorschlag gemacht, die bisherige, über zweijährige Arbeit der Atomenergiekom- mission außer acht zu lassen und mit den Verhandlungen über die Atomkontrolle von neuem zu beginnen, um damit, wie er sagte, eine, neue und günstigere Arbeits- atmosphäre“ zu schaffen. Malik beschul- digte dabei die Westmächte, durch Fest- halten an ihren Plänen die Annahme ihrer eigenen Vorschläge zu erzwingen. Es gehe nicht an, daß sie erklären:„Entweder unser Han oder gar kein Plan“. Es müsse Raum 2865 Werden kür neue Mdallebketen. Darum wäre es am besten, mit den Ver- gen von vorne zu beginnen. Ma- lik, der keinen formellen Antrag stellte, 4 fand bei den übrigen Delegierten wenig Beifall. Am Ende der Donnerstagsitzung ergriff Andrej Wyschinski das Wort und er- neuerte den sowjetischen Vorschlag auf Reduzierung der Streitkräfte der Groß- mächte um ein Drittel. Er beschuldigte da- bei erneut die USA, die sich heute, wie schon vor 20 Jahren, an die Spitze eines ge- gen die Sowjetunion gerichteten organisier- ten Staatenblockes stellten. Er warf ihnen vor, ein„verrücktes Wettrüsten“ zu veran- stalten und sich auf einen Atomkrieg vor- zubereiten.. Anschliegend richtete der britische Dele- sierte Hector MeNeil die Aufforderung an die Sowjetunion, den Bewels dafür zu erbringen, daß ihr Abrüstungsvorschlag auf- richtig gemeint sei. Er nannte den Vor- schlag eine Prppagandaflinte, denn solange keine wirksame Kontrollmethode für den Rüstungsstand gefunden worden sei, könne auch keine Abrüstung vorgenommen wer- den. Wyschinski wisse bis auf den letzten Mann und bis auf den letzten halben Penny senau, was Großbritannien für seine Rü- stungen ausgebe, aber„kann irgend jemand hier, selbst jemand, der in noch so enger Verbindung mit Ruland steht, von sich be- 8 er wisse, über welche Streit- krätte die Sowjetunion verfügt?“ Nach der Rede MeNeils und emer An- sprache des belgischen Senators Rolins „ 805 der Sicherheitsrat auf Samstag ver- aęt. 4 i ö. Atempause in der Debatte des Sicherheitsrates Us A erklären Bereitschaft für Viererbesprechungen Der sowjetische Delegierte Andrej Wy- schinski, der tagszuvor. nachdem der Sicherheitsrat gegen seine Einwendungen die Erörterung der Berliner Krise beschlos- sen hatte, seine Nichtbeteiligung an der De- batte bekanntgegeben hatte, nahm sowohl am Vormittag wie auch am Nachmitteg an den Sitzungen des Sicherheitsrates teil, ohne jedoch das Wort zu ergreifen. Der Entschluß des Vorsitzenden des Si- cherheitsrates, in der Debatte der Berliner Krise eine Art Atempause einzulegen, wird in eingeweihten Kreisen dahingehend ge- deutet, daß den neutralen Mitgliedern des Sicherheitsrates dadurch Gelegenheit gege- ben werden soll, nach einer Formel zur Lö- sung der Berliner Krise zu suchen, die bei- der. Parteien gestatten soll, unter„Wah- rung des Gesichtes“ zu einer Einigung zu gelangen. Der Generalsekretär der N. Trygve Lie, der Präsident der Vollver- sammlung, Dr. Herbert Evatt, urid der Vorsitzende des politischen Ausschusses, Paul Henri Spa ak, erörterten am Donners- tag diese Frage. Die amerikanische Bereit- schaft, sofort nach der Aufhebung der Blok- kade Berlins durch die Russen an einer Konferenz der Außenminister der vier Mächte teilzunehmen, soll als Ausgangs- punkt für eine von den sechs neutralen Mit- gliedern des Sicherheitsrates zu formulieren; den Resolution genommen werden, durch die die Russen zumindest um eine„symbolische“ Aufhebung der Blockade ersucht werden. Doch liegen zur Stunde noch keine zuver- lässigen Nachrichten über die nächsten Schritte des Sicherheitsrates vor, und es Ist anzunehmen, daß bis zu seiner Wiederein- berufung einige Tage vergehen werden. Sturmzeichen in Finnland Helsinki.(UP) Die kommunistische Par- tei Finnlands führt augenblicklich eine neue Kampagne gegen die Regierung Fager- holm durch. Sie veröffentlicht in Allen korn munistischen Blättern einen Aufruf, in dem die finnische Arbeiterschaft zur Bekämpfung der sozialdemokratischen Regierung aufge- fordert wird. Die finnische Regierung wird in diesem Aufruf beschuldigt, von„west- ichen Imperialisten“ Befehle 8 Nengunr beten big Netter 355 55 menzuarbe J ei 8. auch, mit Hilfe„ausländischer 1* die sowjetsch- finnischen Bezle- hungen zu stören. 1 23 9 I Originalzeichnung: Wolf Strobel .und nun jungt die Geschichte wieder bei Bild I anũ Stadtverordnelenwahlen nur in West-Berlin? Clay stellt Erhöhung der Berliner Lebensmittelrationen für den Winter in Aussicht Berlin.(AWM-Eig.-Ber.) Die Wahlen der Berliner Bezirks- und Stadtverordneten sind von den Westalliierten für den 14. No- vember genehmigt worden. Eine Stellung- nahme des sowjetischen Stadtkommandan- ten steht zu dieser Entscheidung noch aus. Bei den westberliner Parteien sind Mei- nungsverschiedenheiten aufgetreten, ob die Wahlen 1 Westsektoren auch dann ab- gehalten werden sollen, wenn die Sowjets eine Durchführung von Wahlen im Ostsek- tor tatsächlich verhindern. Während die Versorgung mit einem Mi- nimum an Lebensmitteln durch die Luft- brücke gesichert erscheint, bedroht West- berlin die winterliche Kälte in einem durch die Flugtransporte nicht zu bewältigenden Ausmaß, falls ein harter Winter eintritt. Daher haben die Westberliner Kommandan- ten zur Beschaffung weiteren Brennmate- rials eine weitgehende Abholzung der Wäl- der in der Nähe Berlins. aber auch der Bäume in den Straßen und Alleen der Stadt, in Ausicht genommen. Zwei Drittel dieser Wälder und jeder zweite Baum in der Stadt sollen gefällt werden. um die Haus- halte der Westsektoren mit je vier Zent- ner Brennholz beliefern zu können. Die vor der Währungsreform auf Grund von Han- delsabkommen gesicherten Lieferungen von Brennholz aus der Ostzone wurden auf Ver- anlassung der Sowjets nicht durchgeführt: Die„Volkspolizei“ in der Ostzone er- hält immer mehr einen bedrohlichen Cha- rakter. Am 1. November soll sie eine Plan- stärke von 400 000 Mann erreicht haben. Wegen ihrer Ausbildung mit allen automa- tischen Waffen kann sie schwerlich als ein Polizeiorgan angesprochen werden, son- dern erscheint vielmehr als eine getarnte Wehrmacht. Die sowjetischen Behörden in Berlin ver- ständigten die alliierte Luftsicherheitszen- trale davon, daß längs des Luftkorridors nach Berlin umfassende sowjetische Luft- derne viermotorige Bombenflugzeuge der sowjetischen Luftwaffe wurden erstmalig bei sowjetischen Luftmanövern über Thü- ringen sowie bei einem Uebungsangriff auf die Stadt Erfurt eingesetzt.: Clay vor der Presse Die Militärgouverneure Ca 5, Robert- son und Koenig kamen im Gebäude der amerikanischen Militärregierung zu einer längeren Besprechung zusammen. Ueber den Inhalt der Besprechungen wurde noch nichts bekanntgegehen. Auf einer Pressekonferenz stellte Generàl Clay eine Erhöhung der Ber- liner Lebensmittelrationen für den Winter in Aussicht. Die von den westdeutschen Ministerpräsidenten vorgeschlagene Evaku- ierung von Kranken, Kindern und alten Leuten aus Berlin müsse allein von den zu- ständigen Verwaltungsstellen erwogen und entschieden werden. Transportmöglichkeiten seien durch die Luftbrücke vorhanden, je- doch würde dadurch eine Verminderung in den täglichen Transportleistungen eintreten. Zur Empfehlung der amerikanischen Re- gierung, das Demontage programm zu ändern, teilte Clay mit, bei dreihundert zum Abbau vorgesehenen Fabriken in der briti- schen und französischen Zone habe man die Demontage vorläufig ausgesetzt. Nach Fest- stellung ihrer Bedeutung und Notwendigkeit für die deutsche Wirtschaft werde eine Ent- scheidung über ihre zukünftige Verwendung von den zuständigen Regierungen getroffen. Eine Erhaltung dieser Fabriken werde einen günstigen Einfluß auf die Erholung der deutschen Industrie haben. Die Kosten der Luftbrücke Der General gab dann bekannt, daß in etwa 30 Tagen mit einem Uebereinkommen der drei westlichen Militärregierungen über den Entwurf eines Besatzungsstatuts für Westdeutschland gerechnet werden Tann. (Wir berichten darüber auch an anderer DENN App/ Rig. Ber. kriegsmanòver durchgeführt werden. Mo- Stelle. D. Red.) Die Argumente der Mitglie- * der des parlamentarischen Rates, daß eine Bekanntgabe des Besatzungsstatuts noch vor der Verabschiedung des Grundge- setzes notwendig sei, sagte Clay, gälten mit umgekehrten Vorzeichen auch für die Milli- tärgouverneure in bezug auf die Bekannt- Zabe des Grundgesetzes. Er wies insbeson- dere darauf hin, daß die Besatzungsmächte großen Wert guf die Garantie der Grund- rechte legten. ade aus diesem Grunde sei es notwendig, daß die Besatzungsmächte noch vor der endgültigen Formulierung des Besatzungsstatüts Kenntnis vom Inhalt des Grundgesetzes hätten. Zu den Kosten der Luftbrücke äuherte Clay, daß die Versorgungsgüter für Berlin, die bisher von den Anleihen der Länder der Bizone an den Berliner Ma- eistrat bezahlt wurden, in Zukunft aus dem Regionen Javas die Kommunisten Fonds der Kategorie-A-Importe bezahlt wer- den sollen. g Der General bezeichnete dann die in wenigen Tagen zu erwartende Unterstellung des Ein- und Ausfuhrhandels der drei west- lichen Besatzungszonen unter die IA als einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zur Vereinigung dieser Zonen! General Clay beabsichtigt, sich Ende Oktober zu Besprechungen nach den Ver- einigten Staaten zu begeben. 0 Osteuropäische Union? Prag. DENA-REUTER) Wie aus Krei- sen der tschechoslowakischen Hauptstadt verlautet, bereiten die kommunistischen Par- teien der osteuropfischen Staaten wärtig eine engere formelle Bindung der Vollksdemokratien an die Sowjetunion vor. Es wird immer mehr die Ansicht vertreten, daß Moskau als Antwort auf die Bildung der westeuropͤischen Union zur Teit eine osteuropäische Unſon zu bilden be- absichtigt und möglicherweise in Kürze deren Bestehen bekanntgibt. 8 gegen- Ceschälisstellen: Schweningen, Rorl-Theodor- Siraſhe 3. Teleion 645; Weinheim, Hauptstr. 63. Tel. 2241: Heidelberg. Ploch 3. Telelon 4960. Ludwigshalſen am Rhein. Rheinstraſſe 32. Bezugspreis monatlich DM 2.40 einschhellnch Trögetlohn: Postbezugspteis monat UI 2.76. einschllelllich Zustellgebühr. Kreuꝛdandbezug DM 3.25/ Z. Z. gi Anzeigenpreielüste Nr. 5/ Bel Adnericheinen inlolge höherer Cewall bestem kein Anspruch a. Rückerstanung d. Bezuhsgelde: Einzelpreis 0. 20 DM Offensive gegen die Negierung Queuille Faris.(UP) Die anhaltende Streikwelle in Frankreich droht die Wirtschaft des gan- zen Landes lahmzulegen. Der Ausstand der 350 000 nord französischen Kohlenbergarbei- ter hat schon zu einem Förderausfall von einer halben Million Tonnen Kohlen ge- führt. Ein Ende des Streiks ist noch nicht abzusehen; obwohl die nichtkommunisti- schen Gewerkschaften inzwischen von der Streikparole abgerückt sind, können ihre Mitglieder angesichts der kommunistischen Streikposten nicht zu ihren Arbeitsplätzen gelangen. Der Industrie- und Handelsmi- nister Robert Lacoste erklärte in einer Rundfunkansprache, die Regierung sei be- reit, alle„erforderlichen Maßnahmen“ zu treffen, falls der Streik in den Kohlengru- ben andauere. Ihre Geduld sei nun bald zu Ende. Sie werde alle Verhandlungen abbre- chen, wenn die Kommunisten nicht das ehr- liche Bestreben nach einer Uebereinkunft zeigten. Inzwischen sind auch die französischen Seeleute in einen 24stündigen Warnungs- streik getreten, um ihren Forderungen auf einen Mindestmonatslohn von 15 000 fres Nachdruck zu verleihen. In Nord frank reich hat sich der Streik der Eisenbah- ner auf zahlreiche Städte wie Calais, Bou- logne, Dünkirchen ausgedehnt. In Paris baden sämtliche Taxifahrer die Arbeit nie- dergelegt. Mit weiteren Streiks ist nach Lage der Dinge zu rechnen.. Ministerpräsident Henri Queuille hat sämtliche Präfekten Frankreichs nach Paris beordert, um alle Maßnahmen zur Unterdrückung eventueller Unruhen vorzu- bereiten. Der„Monde“ schreibt zu der ernsten Lage:„Wenn der Bergarbeiterstreik an- dauere, wird Frankreich seine letzte Chance in Europa verlieren“. Udssk verlangt italienische Schiffe Moskau. DENA-REUTER) Die Sowjet- union hat Italien mitgeteilt, daß sie dle so- tortige Auslieferung der ihr auf Grund des italienischen Friedensvertrages zustehenend italienischen Kriegsschiffe wünscht. Die so- wetische Forderung ist in einer Note ent- halten, die der sowjetische Außenminister Molotow am 4. Oktober dem italienischen 8 Manilo Bros io ausgehändigt Großbritannien und die Vereinigten —= 1. ihre 3 auf italieni- Kriegsschiffe un der Bedingung ihrer Verschrottung xurückgezagen, während Frankreich auf einen Tell der ihm zustehen dien Schiffe verzichtet hat. Die italienische Regierung soll eine ähnliche Haltung von sowjetischer Seite erwartet haben. Spanische Exilgruppen einigen sich London.(Ap) Das britische Außenamt gab bekannt, daß die spanischen Exilgrup- pen der Monarchisten und Republikaner eln Abkommen zur Beilegung ihrer Diffe- renzen geschlossen haben Dem Bericht kommt im Hinblick auf das amerikanische Interesse an Spanien als an einem möglichen Bollwerk der westlichen Verteidigung im Falle eines Krieges erhöhte Bedeutung zu. Einzelbeiten des Abkommens waren nicht sofort verfügbar. Die Reglerungen der drel Westmächte hatten im März 1946 zu- Sesagt. qener annehmbaren spanischen Zwi- schenreglerung in Nachfolge Francos ſhre Unterstützung zu gewähren. Falls Franco abdanken sollte, wäre der Weg frei für britisch- amerikanisch- französische Ver- handlungen mit Spanien über die Errichtung von Stützpunken der Westmächte südlich der Pyrenäen. James Farley, der ehemalige Vor- sitzende der demokratischen Partei der USA, hat am Donnerstag Generalissimus Franco in seiner Residenz el Prado in Madrid besucht. Farley erklärte nach der Unterredung, er habe Franco gegenüber die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dag binnen kurzer Zeit zwischen den USA und Spanien„die freundschaftlichsten Bezie- hungen“ bestehen würden. Außerdem habe er Franco versichert, daß die USA ihre o- Utix gegenüber Rußland verschärfen und Berlin nicht verlassen würden. „Chaos in Indonesien“ Batavia.(UP) Das Hauptquartier der holländischen Streitkräfte in Indonesſen hat einen Bericht über die Lage in der Indo- nesischen Republik veröffentlicht, in dem testgestellt Wird, daß dort augenblicklich ein„kommunistisches Chaos“ herrsche. Während in den südlichen und östlichen eine Guerilla, Taktik anwenden, treten sie in den nördlichen Gebieten in größeren. gut orga- nisierten, bewaffneten Gruppen auf. Die Kommunisten sollen, diesem Bericht zufolge, augenblicizlich einen Angriff auf die Haupt- stadt der“ Indonesischen Republik, Jogja- karta, vorbereiten. Die Konferenz der Delegierten der Staa- ten und autonomen Gebiete, die nicht zur Indonesischen Republik gehören, und der Vertreter der holländischen Regierung, die in der 2. Hälfte des September eröffnet Wurde, hat ein Uebereinkommen über die l Errichtung einer provisorischen Bundesre- glerung erzielt und damit„den ersten Schritt zur Errichtung der Vereinigten Staaten von Indonesien“ unternommen. An der Spitze dieser provisorischen Re- glerung soll ein niederländischer hoher Kommissar stehen, der die Souveränttäts- rechte ausübt, die Holland bis zur Bil- dung der Vereinigten Staaten von ludone- tien zustehen: Zu dem Aufgabenkreis dieses hoben Kommissars gehören die Augenpo- litik, die Verteidigung, der Staatshaushalt und verschiedene wirtschaftliche Fragen. 9 8 3 8 9 ten. ORC E Kommentar N Freitag, 8. Oktober 1948 L*—— 4 Glied in einer langen Keile Die in den letzten Tagen umstrittene Frage über die Abhaltung der Stadtverord- netenwahlen in Berlin wurde nunmehr in den Westsektoren insofern geklärt, als die Westallilerten Stadtkommandanten das Er- suchen des Magistrats, am 14. November, oder um diesen Zeitpunkt herum, Wahlen abzuhalten, gebilligt haben. Welche Haltung der sowjetische Kommandant, Generalmajor Kotikow, einnehmen wird, kann mit ziem- licher Sicherheit vorausgesagt werden, nachdem die sowjetische Zentralkomman- dantur bisher die technischen Wahlvorbe- reitungen, die Kartothekarbeiten in den Be- zirksämtern und den Druck von Plakaten auhberst erschwert hatte. Erst vor kurzen! hatte der SED-Stadtverordnete, Kärl Ma- ron, öffentlich die Ansicht vertreten, die SED dürfe die Wahlen in Berlin nicht zu- lassen, da eine Wahlordnung nur nach Ge- nehmigung durch die alliierte Kommandan- tur in Kraft gesetzt werden könne. Obwohl bekannt ist, daß die Berliner Kommandan- tur nach dem Auszug der sowjetischen De- legation seit dem 16. Juni faktisch nicht mehr in Erscheinung tritt, wurde von der SED versucht, mit dieser Behauptung eine juristische Klausel vorzuschieben, hinter der sich aber politisch nur zu deutlich die Ab- sicht versteckt, die Wahlen der Stadtverord- neten, deren Mandate am 20. Oktober ab- laufen werden, um jeden Preis hinauszu- schieben. g Bei der Auseinandersetzung um die Sitze im Stadtparlament geht es aber um mehr als nur um die Mandate. Die beab- sichtigte Verzögerun der Wahlen ist eng verknüpft mit der internen Wandlung der SED, die augenblicklich, den von ihr selbst herausgegebenen Verlautbarungen zufolge, einem sehr starken Wandel unterworfen ist. Erst jüngst wurde auf einer Funktio- nürkonferenz in der Ostzone eine Resolu- tion gefaßt, in der die Umbildung der SED zu einer„aktiven Kampforganisation“ an- gekündigt wurde. Zu dieser Prozedur ge- hören die„Säuberungen“, die dazu dienen sollen, die Partei von den ihr unerwümsch- ten Mitgliedern und Einflüssen freizuhal- Es liegt auf der Hand, daß sich die SED während eines solchen Umschichtungs- prozesses in ihren Reihen nicht gerne in einen Wahlkampf einlassen möchte, ganz abgesehen davon, daß ihr das Resultat einer Abstimmung wohl mehr als HKopfzer- brechen allein bereiten dürfte. Aus diesem Grunde hatte sie auch angestrebt und er- reicht, daß die Gemeinde- und Kreistags- wahlen in der Ostzone, die in diesen Wo- chen ebenfalls fällig gewesen wären, auf Anweisung der SMW auf das nächste Früh- jahr verschoben wurden. 5 Wenn man die im Schutze der sowieti- schen Militärverwaltung betriebene Ob- struktionspolitik der SED nicht mehr als überraschendes politisches Moment an- sleht und auch die Tatsache nicht unbeach- 0 regierung — 4—— tet läßt, daß die SED eine ganz bestimmte außenpolitische Entwicklung erhofft, kann Unterbindung der Wahlen auch im Ber- liner Ostsektor nicht überrascht sein. Aber sle ist erneut wieder ein Fingerzeig im hin- und herwogenden Ringen mächtiger Kräfte, deren Duell wir voller Sorgen. N Sch—er. Demokratie auf Abwegen Der württembergisch- badische Landtag hat vor kurzem das neue Betriebsrätegesetz verabschiedet Um dieses Gesetz ist im Par- lament heiß gerungen worden. Besonders dle Bestimmungen des Gesetzes, die, den Artikeln 22 bis 28 der Verfassung entspre- chend, mit dem Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und Angestelten unsere Wirtschaft auf eine neue Grundlage stellen und eine neue soziale Ordnung begründen sollen, 5 konnten erst durch langwierige Verhand- lungen in ihre endgültige Form gebracht werden. Es Überrascht nicht, daß analog den Vorgängen um das hessische Betriebsräte- gesetz, durch den Direktor der US-Militär in Württemberg- Baden, Mr. LaFollette, der Teil der Gesetzes, der die Mitbestimmung der Arbeitnehmer an der Verwaltung und Organisation von Privat- unternehmen festlegt, suspendiert wurde, bis mit einer noch zu schaffenden westdeut- schen Verfassung neue, über den Länder- bereich hinausgehende Rechtsgrundlagen, gegeben sind. Die Begründung, mit der die amerika- nische Militärregierung die für die Arbeit- nehmerschaft wichtigsten und entscheiden- gesetzlichen Bestimmungen des Be- ˖ vorläufig außer Kraft setzt, entbehrt zweifellos nicht der Stichhal- tigkeit. Die Entscheidung LaFollettes schließt gich durchaus der Meinung an, die General Clay vor einem Monat in einem Schreiben an den hessischen Ministerpräsidenten Stock niederlegte und in dem Clay darauf hinweist, daß das hessische Betriebsräte- gesetz Funktionen vorsehe die über den Rahmen der mit Kontrollratsgesetz Nr. 22 umrissenen Aufgaben der Betriebsräte hin- ausgehen. Außerdem hielte et es, wie es in dem Schreiben weiter heißt, tür einen Feh- ler, wenn Über die verschiedenen Wirt- schaftsformen in den einzelnen Ländern ge- trennt entschieden würde, ehe nicht ein wWestdeutsches Grundgesetz. entscheidende Bestimmungen festlege. Bei aller Bereitschaft, die von der Mili- türregierung vorgebrachten Einwände anzu- erkennen, gibt die von ihr eingeschlagene Praxis der tellweisen Suspendlerung von Gesetzen, die in den Länderparlamenten mit großer Mehrheit angenommen worden sind, doch zu denken. Wir sind kein souve- ränes Volk— das wissen wir. Und wir sind im Begriff, erst allmählich wieder eine De- mokratie aufzubauen. Die Verfassungen einzelnen Länder sind die Grundgesetze, nach denen das Volk sein Geschicle selbst bestimmt. Die Länderparlamente sind als ge- betzgebende Körperschaft das oberste Selbst- destimmungsorgan. Aber es berührt eigen- 3 gerade dann die Militärreglerung als letztentscheidende Instanz in das Selbst- bestimmungsrecht eingreift, wenn Beslim- mungen Gesetzeskraft erlangen sollen, die tatsächlich eine grundlegende Aenderung un- l formulierte, die menschliche man über die vermutlich zu erwartende Anwachsen der serer Wirtschaftlichen und sozialen Ordnung herbeizuführen imstande sind. Denn um was geht es letzten Endes bei dem wirtschaftlichen Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte? Doch darum, daß, wie der Direktor der Verwaltung für Arbeit im Zweizonenwirtschaftsrat, Arbeitskraft des ihr immer noch anhaftenden Charakters der Ware entkleidet und der Mensch im Be- trieb nicht mehr als seelenloser Produk- tionsfaktor, sondern als Wesen angesehen wird, das mit dem Recht der Mitbestimmung auch die Pflicht der Mitverantwortung auf sich nimmt und dessen Leistung nicht zu- letzt auch von der seelischen Reaktion auf Anton Storch, es Freitag, 8. Oktober 1948/ Nr. 126 die Betriebsatmosphäre abhängig ist. Es steht außer allem Zweifel, daß die Aner- kenntnis einer solchen grundsätzlichen An- schauung den Beginn einer völlig neuen so- zialen Ordnung bedeutet. Und es ist richtig, der Arbeiter(um in diesen Begriff alle Ar- beitnehmer überhaupt zusammenzufassen) will nicht mehr nur lebendes Werkzeug des Unternehmers sein. Er will mitbestimmen, wo er mitarbeitet. Es soll hier kein Kompendium ge- geben werden über die mit dem Mitbe- stimmungsrecht zusammenhängenden Auf- gaben der Verantwortung der Betriebsräte. Aber eine Frage drängt sich auf: Wenn die in den verschiedenen Ländern der West- zonen durch die Parlamente beschlossenen Gesetze infolge der Zustimmungsverweige- rung durch die Militärregierung keine Ge- setzeskraft erlangen können, obwohl die Parlamente in ihrer Beschlußfassung nur dem Willen des Volkes sichtbaren Ausdruck geben, gerät nicht'msere ganze Demokratie dabei in Mißgkredit? Und wird durch das Verhalten der Militärregierung nicht den Kreisen, die ohnehin dem demckratischen Gedanken nicht gerade gewogen sind, bil- liger Agitationsstoff geliefert? Die Organe der Militärregierung mögen sich über diese Fragen hinwegsetzen können. Ob sie dem Ansehen der Demokratie damit dienen, das mögen sie selbst bedenken. EK. Billigere Genüsse auch Hoffnungen für die Staatskasse Zwei Milliarden Steuergelder nach der Senkung der Verbrauchssteuern erwartet Auf den Tischen der Militärgouverneure legen die Drucksachen 601 bis 604 des Wirtschaftsrates.„Betreff: Senkung der Tabak-, Kaffee-, Bier- und Branntwein steuer.“ In die Alltagssprache übersetzt be- trifkt dies für jeden die Achtpfennig-Zi- garette, den Zwölfmark-Kaffee und das Glas Bier zu dreißig Pfennig, für die Staats- kasse aber betrifft es fast zwei Milliorden Steuergelder, die als befruchtenter Strom die leeren Kassen füllen sollen. In sieben Monaten 1300 Millionen von den Rauchern, 240 Millionen von den Kaffee- und minde- stens 100 Millionen von den Bjertrinkern, zusätzlich der Staatsgewinne aus dem Branntweingenuß— 80 lautet die hoff- nungsvolle Rechnung des Fiskus. Sie ist allerdings bei weitem geringer als die erste, die auf Grund der bis jetzt bestehenden hohen Verbrauchssteuersätze aufgestellt war; dafür jedoch ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Der Verbraucher hat einen dicken Strich durch die Verbrauchssteuern gemacht. Er ist zum Nichtverbraucher ge- worden. Die Achtelkaffeetüten zu drei Mark kanden keine Liebhaber vor den Laden- tischen, die Raucherkarten blieben in den Taschen, die Biergläser blieben leer, die Branntweingläser verstaubten in den Tke- ken, und in den Amtsstuben der Steuerbe- hörden schrieb man betrübt den lapidaren Satz in die Begründung der Steuersen- kungsanträge:„Es kann kein Zweifel be- stehen, daß die Gründe für den Umsatz- rückgang in den hohen Kleinverkaufsprei- sen zu suchen sind, die ihre Ursache in den überhöhten Steuersätzen haben. Die Folge ist ein nahezu völliges Ausbleiben eines Aufkommens aus den Steuern.“ Der Steuersatz stellte sich zwischen did Ware und den Verbraucher und zwischen die Steuerhoffnung und die Steuerwirklich- keit. Und der Konsument, der nicht so viel ausgeben wollte, und der Fiskus, der zu wenig einnehmen konnte, fanden sich zu einer„Einheitsfront“ zusammen.„Um Ein- nahmen überhaupt zu erzielen, ist es un- vermeidlich, die Steuern unverzüglich in einem Umfange zu senken, der einen trag- baren Preis für den Verbraucher ermög- licht“. Das war die neue Parole, aus der Praxis der leeren Kassen gezeugt. Die Steuerreferenten verwandelten sich in sorg- same Hausväter und rechnende Hausfrauen und rechneten aus, welche Preise sich der Normalverdiener 1948 für Zigaretten und Bier leisten könne und welchen Betrag für Kaffee die Hausfrau in ihrem Haushalts- buch eintragen würde. Sie kamen zur BI- lanz, daß nicht ganz zwei Mark je Kopf Bürokratie muß ständig kontrolliert werden Das Verhalten der Bevölkerung gegenüber den Behörden in den USA Unter dem Thema„Demokratische Mit- tel zur Beeinflussung der Verwaltungsma- schinerie“ behandelte die amerikanische Mi- litärregierung für Württemberg-Baden in einer ihrer letzten Sendungen über Radio Stuttgart ein Kapitel, das von besonderem Interesse ist. Scheint es doch, daß sich die Verwaltungsmaschinerie durch ihre Vergrö- gerung mehr und mehr zu einer komplizier- ten Bürokratie entwickelt, der eine starke Neigung zur Diktatur nicht abgesprochen werden kann. Der bekannte Professor für politische Wissenschaften an der Universität New Jersey, Dr. 8 M. 5 8 4 ter Fachmann auf dem Gebiete der parla- kerne Wk wies in d Vortrag daraut hin, daß die Frage, wie das 97 er Bürokratie müt demokrati- scher Kontrolle in Uebereinstimmung ge- bracht werden könne, die Rerntrage aller demokratisch- parlamentarischen Systeme darstelle. Der Sprecher nannte eine Reihe von Möglichkeiten, die eine ständige demo- kratische Kontrolle über die Bürokratie er- laubten. In den Vereinigten Staaten 2. B. habe jeder Abgeordnete täglich eine Un- menge Briefverkehr mit den Bewohnern seines Wahlbezirkes zu bewältigen, durch den er dauernd mit den kleinen und großen Anliegen der Bevölkerung auf dem Laufen- den gehalten werde, Auf der anderen Seite Meine Frau- müsse er fortwährend Rechenschaft über seine parlamentarische Tätigkeit geben. Ge- rade dieser Briefwechsel zwischen den Ab- geordneten und der Bürgerschaft habe zur Folge, daß alle Gesetze und dergleichen auf einer breiten Unterstützung der Bevölkerung aufgebaut seien. Der Kongreßmann sei lau- fend über die Handlungsweise der Behör- den in seinem Wahlkreis unterrichtet. Will- kürlich handelnde Bürokraten würden da- durch immer sehr hald zur Rechenschaft ge- zogen werden. Auch sei es in den USA üb- ch, daß jede Dienststelle und jede Behörde die Briefe jedes einzelnen Bürgers beant- worte, ohne irgendwelche Gebühren zu er- heben. Verwaltungsstellen und gesetzgeben- de Organe seien überdies sehr empfindlich gegenüber den Regungen der öffentlichen Meinung. Nett ss Neanagte Ein weiteres geeignetes Mittel zur Kon- trolle der Bürokratie biete die jeweilige Verabschiedung des Staatshaushaltes. So müßten beispielsweise die Leiter jeden Amtes persönlich vor dem Finanzausschuß des Kongresses erscheinen und sich einem eingehenden Verhör über die Verwendung der zugeteilten Geldmittel unterziehen las- sen. Es sei ferner selbstverständlich, daß kein Mitglied des Finanzausschusses gleich- zeitig Angestellter einer Behörde sein dürfe. 1 Tereda Eine ergötzliche Ehegeschichte von E. Fechner Mit der freundlichen Genehmigung der Universitas, Deutsche Verlags-Aktlengesellschaft. Berlin 14. Fortsetzung pfui Teufel! entgegnete ich aus tiefstem Herzensgrunde. Teresa warf mir einen prüfenden Blick Zu. Nimmst du mich ernst? forschte sie arg- wöhnisch. Selbstredend, liebes Weib. wie sollte ich nicht? Mogeln, sagte Teresa. ist für Kinder das- selbe, wie Unterschlagen für Erwachsene! Kein anständiges Kind mogelt! Demnach waren also Trudi und Annie keine anstündigen Kinder? fragte ich schau- dernd. Nein, nickte Teresa traurig. leider nicht! Sie gehörten eigentlich auch gar nicht zu unserm Kreis.. nur einmal. keiner von uns da war, ging ich über den Affenplatz im Zoo, um jemand zum Spie- jen zu suchen.. und da traf ich Annie und Trudi... und Annie fragt: Woll'n wir mal Letzt?— Das war nämlich so ein Fachaus- druck, weißt du, und bedeutete. daß der, der fragte, zuletzt nach dem Strich schieben durfte, und das war wichtig. wie wichtig, versteht nur einer, der selbst Murmeln ge- spielt hat!).. Und jeh antwortete: Ja, Vor- letzt!— denn Trudi war ja auch noch da, und die mußte nun zuerst schieben, und dann kam ich dran, und schließlich Annie, und ich war dem Strich am nüchsten, und durfte deshalb von dort als erste nach dem Kreis schieben, in dem die Murmeln waren, und ich traf gleich.. und da stürzt Annie sich plötzlich auf den Kreis. nimmt ihren Einsatz heraus und ruft: Das gilt nicht! Teresa schwieg empört. Na und? Und ich fragte natürlich ganz erstaunt: Wieso denn nicht? Aber Annie hatte die Murmeln schon eingesteckt und, Trudi auch. und dann kam ire Kinderfrau und sagte: die beiden hät- ten ganz recht, und sie sollten nicht mit mir splelen, ich sel ein ungezogenes Kind! Teresas Stimme zitterte in Erinnerung an dlese schreiende Ungerechtiskeit. 1 8 was tatest du? Ich? als gerade Mein Weib zuckte die Achseln. als wollte sle andeuten, daß sie derartigen Machen- schaften nicht gewachsen gewesen sei. Ich drehte mich um und ging fort! Vielleicht, meinte ich versöhnlich, haben sich die beiden inzwischen gebessert! Aber Teresa schüttelte düster ihr Köpfchen. Glaub' doch das nicht. Jackiechen, er- widerte sie, sieh mal, entweder man ist ein Gentleman, oder man ist keiner!— Sowas ist angeboren! J Ich mußte ihr recht geben. Seitdem haben wir noch Dutzende von Harrys, Hedis, Kurts, Ottos. Ernas, Ewalds und Tommies getroffen. mit denen Teresu Murmeln gespielt hatte. und ich habe mir lange abgewöhnt, zusammenzuzücken, wenn sie plötzlich von wildfremden. bürtigen Männern mir nichts, dir nichts, als von Fritz oder Hans redet, vielmehr frage ſch sofort voller Interesse: Habt ihr zusammen Mur- meln gespielt? Und wenn ja: Mogelte er. oder ist sr ein Gentleman? Hast du den Prozentsatz. der dabei her- auskommt, statistisch erfaßt? erkundigte sich Eddi neuglerig. Leider nein, erwiderte ich. Ich habe mich so schnell daran gewöhnt, die Dinge mit Teresas Augen zu betrachten, daß ich fürchte, für die Beschäftigung mit so seriö- sen Dingen wie Statistſken endgültig ver- loren zu sein. Dagegen hättest du als“ gewissenhafter Mensch beizeiten ankämpfen müssen, ta- delte Eddi, schließlich muß man sich als Mann behaupten! Ich habe es unglücklicherweise versäumt! gestand ich seufzend. Ich glaube, meine Ver- anlagung kommt Teresas Art zu sehr ent- gegen, als daß ich dabei auf einen Erfolg hätte rechnen können.— Sie vereinfacht das Leben auf geradezu erstaunliche Weise, selbst Mißhelligkeiten, die serlöse Leute ra- send machen, bekommen noch eine spaßige Note, wie die Geschichte von den Neubauwohnungen schlagend beweist. Die Musik, sagte ich nachdenklich, die für den Kaffee im Monatsbudget einge- stellt werden könnten und man dafür i.n- merhin 85 Gramm geben müsse, und sie beschlossen, die Kaffeesteuer auf ein Drit- tel zu senken. Von 15, auf 5 Mark je Pfund. Es herrscht die Ueberzeugung, daß der Raucher von 1948 doch drei von vier Zigaretten des Rauchers von 1939 genießen wird, wenn diese Zigarette acht oder zehn Pfennig kostet, wenn— so wird klar dar- gelegt— der normale Stundenlohn von 80 Pfennig wenigstens zehn Zigaretten ein- bringt. Wenn die Steuersenkung eintritt, so erhofft der Fiskus die Ausgabe von 38,50 Mark je Kopf im Monat für Tabak. Er hält dies allerdings für die Grenze der Lei- stungsfähigkeit des Geldbeutels von heute und stellt resigniert fest, daß der Raucher von heute über das doppelte für weniger ausgeben muß als sein glücklicher Vorfahre 4 der Vorkriegszeit. Aus dem Kapital Rechmung in die Kassen der Tabakhändler kliegen soll, fischt sich die Steuer nach mren Vorschlägen 1300 Millionen und der Raucher kann das trostreiche Gefühl ha- ben, sein nicht einmal Scherflein für die Staatskasse beizutragen. unbescheidenes von 2300 Millionen, das in den sieben Monaten der fiskalischen Per Fiskus will nunmehr den Schwarzhänd-. lern nicht nur durch die Polizei verfolgen, er will inn auch preismäßig unterbieten und mit der legalen Zehnpfennigzigarette die illegale Dreißigpfennigzigarette stechen. o Beim Bier allerdings genügt die Billig- aus- keit allein nicht, damit die Steuerbehörde N wieder mit Wohlgefallen auf den Tri blickt. Das Bier muß nicht nur billiger, es muß auch besser werden, und so haben in er den Begründungen der Steuervorlagen auch Abhandlungen über den Stammwürzege- halt ihren rechten Platz Der Rückgang des gefunden. Bier verbrauchs teln als die höchste Schrumpfung in der Genußmittelskala vorausgesehen. l Allerdings steht in Idealkonkurrenz zum Bier der Branntwein in den Steuerbüchern und auch der Branntweintrinker soll den Vorteil genießen, die Flasche gewöhnlichen Trinkbranntweins wenigstens für 6,50 DM zu erhalten.„Die Erwartung erhöhter Steuereinnahmen durch erhöhte Steuersätze gegenüber der Vergangenheit wird mit fast zwei Drit- ist bisher enttäuscht worden und wird wei⸗-- terhin enttäuscht werden.“ Diese Erkennt- nis hat das Kommando zur Abkehr von den überhohen Sätzen geboren und wegen die- ser Erkenntnis liegen jetzt die Drucksachen 601—604 auf den Tischen der Militärgou- verneure. A. R. Die Großstadt auf dem Kartoffelacker Salzgitter ist das Produkt Einst nannte man sie nach den„Reichs- werken“, denen sie ihr Leben verdankt, die „Hermann-Göring-Stadt“. Meute heißt der einer schlechten Phantasie „Reichswerke Hermann Göring“ auf 2 Beine. Als acht Hochöfen fertig und sechs davon im Betrieb waren, verkündete man, Ort nach dem größten seiner vierzig Teile, daß sei nur die erste Ausbaustufe; mat Salzgiter. Die Stadtverwaltung haust in Le- benstedt. Oeffentliche Gebäude gibt es dort micht. Das„Rathaus“ ist in einem jener Wohnblöcke von Drei- und Vier-Zimmer- Wohnungen untergebracht, wie sie hier zu Dutzenden über ein weites Gelände verstreut sind. Einzelne Behörden hausen in Berak- ken, das Stadtbauamt in der ausgebauten Scheune eines Bauernhofs. Nur Schulen hat man— vernünftigerweise— als erstes er- richtet. Phantasielosigkeit ist der Stil des Ortes.„Abschnitt II“ rufen in Lebenstedt die Autobusschaffner, oder„Abschnitt V“; etwas anderes ist den Paten des Ortes nicht eingefallen. Sechs solcher„Abschnitte“ zählt man, dazu das„Dorf“, das sich um ein Kirchlein gruppiert und dessen Bauern nur sehr notgedrungen gute Miene zum bösen Spiel der forcierten Industrialisierung des Gebietes machen. Salzgitter, vor ewas mehr denn einem Jahrzehnt eine friedliche kleine Stadt, ist in seiner jetzigen Form ein Resultat der Autarkle- Politik des Dritten Reiches. Es Wird aller Voraussicht nach auch künftig mit dem deutschen Schicksal verbunden bleiben. 2,5 Milliarden Tonnen Erze lagern nach den Schätzungen der Fachleute hier im Boden, genug für 200 oder selbst 300 Jahre. Nur einen Fehler(um von den andern zu schwel- gen) hat dieses Erz; es bésitzt 30 Prozent Eisengehalt gegenüber den hochwertigen 60- prozentigen Schwedenerzen. So fanden sich niemals Privatinteressenten, die bereit ge- wesen wären, die kostspieligen Investierun- gen für eie Errichtung eines großen Hütten- Werks zu übernehmen. Erst der staatliche Eingriff brachte 1937 die sogenannten * Musik ist ohne Zweifel ein Geschenk des Himmels! Gewiß, erwiderte Tersa, besonders, wenn sie laut ist! Was das betrifft, meinte ich, so bleibt wohl kaum etwas zu wünschen übrig! Teresa nickte, und wir lauschten den Klängen des Pilgerchors aus Tannhäuser, der mit nicht zu übertreffender Lautstärke zu uns herunterdröhnte. Zu hübsch, so ein Radio in der Nachbar- wohnung! sagte Teresa nach einer Weile träumerisch. Du zahslt nichts dafür, du hast keine Mühe damit... es spielt ganz einfach von selbst... vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein!— Ununterbrochen! „ ob du willst oder nichtl fügte ich mit diabolischem Grinsen hinzu. Teresa lächelte mit einem Stich Melancholische. Bedenke nur, fuhr ich enthusiastisch fort, welch ein Triumph der Technik!— Stell dir bitte mal vor, ein Mensch sollte von neun Uhr morgens bis Mitternacht derartig brül- len.— Nicht eine halbe Stunde hielte er es aus! 5 Möglich! sagte Teresa ohne Begeisterung. Das Radio oben ging aus dem Pilgerchor in Walters Preislied über. Die Uhr schlug 9.30. Seltsam, murmelte Teresa, wie wider- ins standsfähig die menschliche Natur sein muß! Wie meinst du das? 8 Ich meine, erläuterte Teresa, daß die Leute über uns eiserne Nerven haben müssen! ö Nicht bessere als wir! knurrte ich. Das Radio schmetterte jetzt Siegfrieds Rheinfahrt. Ich schwärme für Wagner, sagte Teresa, wetten, daß danach die Walküre kommt? Aber ich wollte nicht wetten. Ich sagte, ich sei nicht dazu aufgelegt, ich fühle mit nachtwandlerischer Sicherheit, daß Rienzi folgen werde, und es widerstrebe einer ge- dlegenen Natur wie der meinen, jemanden, dr noch dazu mein mir angetrautes Weib sel, hereinzulegen. Ein plötzliches Rauschen und Plätschern unterbrach mich, es klang, als stürze ein mittlerer Gebirgsbach einten steilen Hang hinab. 5 Teresa fuhr zusammen. Ein Rohrbruch! stammelte sie. Ich warf einen Blick auf die Uhr und lächelte müde. e a Beruhige dich, Geliebte, sagte ich, du vergigt, daß es die Stunde ist, um die Fräu- lein Meyer aus dem dritten Stock ein Bad zu nehmen pflegt. 2 5 werde 32 Hochöfen bauen(in ganz Deutsch-* land gab es damals 127) und die„Reichs- werke“ würden größer werden als das größ- te Werk an der Ruhr. Die Pläne für die Unterbringung der Ar- beierschaft standen denen für das Werk nicht nach. Die„Göring-Stadt“ sollte selbst-. verständlich das nahe Braunschweig an Ein- wohnerzahl übertreffen, und von repräsen- tativen Bauten wimmelte es nur so auf den Plänen. Der, Reichsmarschall“ hatte alles höchstpersönlich entschieden. Gebaut wurde auch wirklich, und zwar an mehr als einer Stelle. Doch eine Stadt ist aus diesem krampfhaften Ansätzen nicht geworden. Salzgitter besteht heute aus 24 Gemeinden und Teilen von 16 weiteren Gemeinden, außer dem eigentlichen Landstädtchen Salz- gitter alles Bauerndörfer eines fruchtbaren Gebietes Dr. Gerhard Weise Bomhenzielplatz Helgolanßceg Berlin.(UP) Die britische Militärregie- rung hat den Protest der Regierung Schies- wig- Holsteins, Niedersachsens und Ham- burgs gegen die Verwendung der Insel Hel- goland als Ziel für Bomberübungen zurück- gewiesen. 5 „Jedermann“-Schuhe Mitte November Frankfurt. Or.-Rp.-Eig.-Ber.) Die er- sten Waren der neuen Massenproduktion 1 von Schuhen und Textilien in der Art des englischen Utility-Programms werden Mitte November auf den Markt kommen. werden ein besonderes Kennzeichen tragen und voraussichtlich„Jedermann“-Ware heißen. Die Musik paßte sich der veränderten Situation an, indem sie die Rheintöchter in- tonſerte. 2 Köstlich, dieses innige Beieinander von Mensch zu Mensch, das so eine Neubau- wohnung ermöglicht! Ich würde mir grenzenlos verlassen vorkommen in der lautdichten Abgeschlossenheit meterdicker Mauern! Du warst von jeher eine gesellige Na- tur! bestätigte ich. Was hältst du übrigens davon, den Herrschaften da oben gelegent- lich ein paar Dankesworte zu sagen wegen der unbekümmerten Großzügigkeit, anit der sle andere an ihren musikalischen Genüssen teilnehmen lassen? Keine üble Idee! erwiderte Teresa ge- dankenvoll.- Und dann gingen wir in ein Café. Teresa bestand darauf. Sie habe, sagte sie, ungeachtet ihrer geselligen Veranlagung, zuweilen einsiedlerische Gelüste. Und ge- rade in dem raffinierten Nebeneinander des perlenden Lebens in unserer Wohnung un der idyllischen Ruhe des Cafés, liege ein nicht zu unterschätzender Reiz. Als uns am nächsten Morgen um sieben Uhr ein munteres Marschlled weckte, be- schloß ich, meine am gestrigen Abend von Teresa gebilligte Absich tin die Tat um- zusetzen und griff zum Telephon. 8 Gestatten Sie, gnädige Frau, sagte ich zu der Dame, die über uns wohnte, zu Ihrem Lautsprecher beglückwünsche! Zweifellos stellt er eine Spitzenleistung auf diesem Gebiet dar! Es bliebe nur zu erfor- schen, ob er in der entgegengesetztn Rich- tung— ich meine, was die Diskretion der Klangfürbung betrifft— eine ähnliche Voll- kommenheit besitzt! Aber die Dame schien keine Freundin von Komplimenten zu sein. Sie sagte, sie müsse sich derartige Be. lästigungen am frühen Morgen doch ein für allemal verbittenl Sie, ihrerseits, besähe lei- doch habe ihr Mann be- ihr eins zu Weinnach- ten zu schenken!— Da aber gerade von stö- renden Geräuschen die Rede sei, so wolle sie mir nur mitteilen, daß das Geschrei unserer Zwillinge sie jede Nacht empfindlich störs und daß sie sich nur wundern müsse, wie eln— dem Aussehen nach— honettes, jun“ ges Ehepaar so rücksichtslos sein könne. seine Kinder stundenlang schreien zu lassen. ohne zu bedenken, daß es auch Menschen gäbe, dle unglücklicherweise Über einen we niger gesunden Schlaf vertügten als die be- neidenswerten Eltern! der kein Radio, stimmt versprochen. Fortsetzung folgt Sie N — Max 81 beiden tischen schmü⸗ Veppig Schöpf. Mozart mischt Werten dier We Vitalit Schlag deutsc Dritter denker meinse e daß ich Sie der M sich b zukun sein, gebe Nr. 126 5 prfahre lionen, schen ändler nach nd der hl ha- tragen. zhänd- folgen, rbieten eidenes 4 Nr. 128/ Freit-4, 8 Oktober 1948 Mor GgEN er Gedanke, verschie- dene Kunstgattungen miteinander in Be- ziehung zu bringe nd aus solchem Ver- garette gleich die großen Ent- aus- Wicklungslinien der otkfenbar so vielgestaltigen zeitgenössi- Billig- chen Kulturepoche aufzuspüren, hat un- Afansst zu einer verblüffenden Paarung ge- t: zur Paarung Strawinskys und Picas- os. Geht man diesen Weg weiter, so findet dich, wenn auch auf anderer Ebene, ein Pendant hierzu: das Paar Richard Stra ug Max Slevogt. Beide gehören etwa der gleichen Gene- kation an— 1864 geboren, der Schöpfer des »Rosenkavaliers“, am 8. 10. 1868, vor 80 Jah- den also, der Maler. Wie Strauß den Neu- donnern gegenüber als Sachwalter und genia- ler Epigone des 19. Jahrhunderts auftritt, s0 behörde 10 Trinker ger, es ben in en auch ürzege- Der genüber i Drit- in der 2 zum büchern Stand Slevogt im Ansturm des Expressionis- dll den mus, Kubismus, der neuen Sachlichkeit oder mlichen. s Surealismus im wesentlichen unberührt 50 DM u seiner farbensprühenden Staffelei. Beiden rhöhter Semeinsam ein sozusagen dunkeltoniger Be- 1ersätze(Strauß mit seiner„Elektra“ und der rd wei⸗„Salome“, Slevogt mit der Böcklin-Periode), rkennt-- i on den* en die- csachen tärgou- A. R. 1 1 Das Werk Max Slevogts sprühender als der feingeistige, silber fädrige Liebermann, virtuoser, affektierter, intellek- tueller aber auch als der dynamische, lühende, bohrende Corinth, steht Slevogt in der Mitte. Während Liebermann dem fran- zö6sischen Impressionismus noch am nächsten steht, Corinth in Bildern wie dem„Prophe- ten“ schon die seelisch- ekstatischen Zerreiß- proben der folgenden„Ismen“ ahnen läßt, bricut bei Slevogt in periodischer Stärke die Neigung zur Romantik durch. Eine Romantik treilich, die auf den Einfluß der Franzosen hinweist, in der dramatisch- lebendigen The- matik und Farbskala eines de la Croix oder eines Daumier ihre Wurzeln hat. Slevogts „Impression“ zielt auf mehr als auf das Auf- fangen von Atmosphäre, von Licht und Luft Es gibt von seiner Hand nur wenige Bilde: — und diese sind nicht seine besten—, die als eine reine Uebersetzung des französischen Impressionismus angesprochen werden kön- nen. Er ist unbedenklicher, vitaler als ein Manet oder Renoir, ist her auch patheti- scher und vermittelt nicht den reinen, sphä- renhaften Klang der Franzosen. Slevogt, der Maler, hat Slevogt, den Zeichner, selten ver- gessen. Wie er keine Landschaft malt, ohne ein erzählerisches Moment einzuschalten, 80 gibt es andererseits auch kaum ein Porträt von ihm, das sein Charakteristikum nicht auch aus der Umgebung, aus der Harmonie oder aus der Spannung zueinander empfängt. Man sehe sich die pfälzischen Landschaf- ten, aus deren reicher Zahl einige der besten Stücke in der Mannheimer Kunsthalle hän- gen, nur einmal an: Hinter dem Flimmern und Flirren des Lichtes und der Luft steckt eine oft nervöse Erregung, die gleichsam ei dramatisches Geschehen, eine latente Krisis in sich birgt und sich in den Farben wie im Pinselstrich ausdrücken. Slevogts impressio- nistischer Realismus ist mit bersten-wollen- Klang des Dieseits Als man 1897 dem Karlsruher Hoftheater Puccinis neueste Oper„La Bohèeme“ zur Prü- fung einsandte, schrieb Felix Motti über die Partitur:„La Boheme“ habe ich gelesen. Ein armseliges, miserables Machwerk, welches in der kürzesten Zeit der ewigen Vergessenheit gewidmet sein wird“. Felix Mottl war damals ein berühmter Mann in Deutschland und später in München und Bayreuth die größte Dirigen- tenpersönlichkeit. In seinem Urteil über Pue- eini hat er sich geirrt. Und alle anderen nach ihm. In vierzig Jahren sind die kritischen Stimmen nicht verstummt, die Puceinis Opern dls dekadenter und raffinierter Mache den bal- digen Tod prophezeiten, aber sie haben Welt- kriege und Revolutionen überlebt und steher heute noch, da Europa durch die Hölle ge- schritten ist, hinter Verdi und Wagner an drit- ter Stelle der Opernspielpläne. Eine solche Prüfung hat aber entscheidendes Gewicht. Es muß doch etwas von innerer Wahr- baftigkeit leben in dieser Musik, etwas, was über zeitbedingte Stilform binweg die echte rschütterung im Hörer wachruft. Eine Ant- wort hierauf versucht Frank Thiess in seiner Puccinibiographie(Wolfgang Krüger, Ham- burg 1947. 186 Seiten) zu geben, die er im Un- tertitel„Versuch einer Psychologie seiner Musik“ nennt. Die Betonung liegt also nicht beim Menschen Puccini, wie man bei diesem Autor zunächst vermuten könnte, sondern im Aufspüren der musikalischen Substanz. Puccinis Musik rührt nicht den Geist an, sondern die Nerven.— Denn dieser Puccini ist schon dem Realis- mus unseres 20. Jahrhunderts verhaftet, das— wenigstens bis zu unserer Sicht— ein Jahr- hundert des Leidens und der Qual zu sein scheint. Was in Puccini Klang geworden ist. übrigens dem Letzten einer Familie, der fünf Generationen hindurch Musik zum Schidcsa! wurde, ist Trauer, ist die Schwermut eines Weltgefünls, das„stets einen großen Sack Me. lancholie mit sich herumschleppt“. Sie spiegel sich in seiner Angst, nie fertig zu Werden, in seiner Ruhelosigkeit, die den Gefelerten in Paris und in Wien, in New Vork und in Rio de Janeiro heimwehkrank nach Torre del Lago zurückfliehen läßt, sie spiegelt sich in selner Scheu vor fremden Gesichtern, in seinem Migtrauen, und sie spiegelt sich in seiner Flucht in das erotische Spannungsfeld der Frau der Frau als dem Symbol des Lebens. Die Liebe und die Schönheit sind als einzig leuchtende Sterne in die Nacht dieses grau- samen Lebens gestzt: Manon, Mimi, Tosca Cho-Cho-San. Um sie blüht eine Musik sinn- licher Bereitschaft, die Thieß in ihrer inneren Struktur absolut weiblich nennt.„Das unde finierbar Berückende und Kapriziöse ihrer Melodik, der verspielte Charme ihrer gleich- sam um sich selbst kreisenden Bewegung. geistgeführt und besonnen die Heftigkeit welche niemals erhabenen Zielen zuströmt, ihrer tief sinnlichen Passionen, doch nicht minder die abgründige Schwermut, deren Duftwolke noch über ihren Tänzen liegt, de sogar die vulkanische, gottferne und brutale Härte, mit der sie uns in den Strudel wieder- und Künstler Teile in der Behandlung vernachlässigt, mit dessen Werk ist es schlecht bestellt. Alles muß und kann mit Sorgfalt ausgeführt wer- den, ohne daß jeder Teil sogleich zu sehen sich aufdringt. Die wahrhafte Unterordnung liegt nicht in der Vernachlässigung der Nebensachen zur Hauptsache, sondern in der Anordnung der Dinge und Verteilung von Schatten und Licht. a Wie groß ist die Zahl derer, so sich Künstler nennen, ohne zu ahnen, daß noch etwas ganz anderes dazu gehöre als bloße Geschicklichkeit der Hand. Daß die Kunst aus dem Inneren des Menschen hervorgehen muß, ja von seinem sittlich religiösen Wert abhängt, ist manchen ein töricht Ding. Aber wie nur ein reiner ungetrübter Spiegel ein reines Bild wiedergeben kann, so kann auch nur aus einer reinen Seele ein wahrhaftes Kunstwerk hervorgehen. * Wenn der Maler nichts als die tote Natur nachzuahmen versteht; oder richtiger ge- sagt, nichts als die Natur tot nachahmen kann, dann ist er nicht viel mehr als ein ge- bildeter Affe oder steht mit einer Putz- e man, man eutsch- Reichs- s größ- er Ar- N Werk selbst-. m Ein- dräsen- uf den e alles wurde 5 s einer diesem orden. e 5 251 einden einden, Max Slevogt: Selbstbildnis Photo: Mbr-Archiv n Salz- tbaren beiden gemeinsam die Neigung zum Drama- Weise ischen, die Lust am Erzählen und Aus- Schmücken, die Freude an einer barocken Veppigkeit. Beiden gemeinsam auch eine e schöpferisch werdende Liebe zur Musik A darts. Virtuosität des Handwerklichen Ham mischt sich bei beiden mit einer staunens- 1 Hel- Werten Fülle genialischer Einfälle, und bei- urück-⸗ der Wesen wird bestimmt von der Kraft und Vitalität, vom derb-unbekümmerten Puls- Schlag ihrer gemeinsamen Heimat, des süd- ember daeutsch- bayrischen Kulturraumes. An einen ie er- Dritten in diesem Bunde könnte man noch uktion denken, an Max Reger, mit dem Slevogt ge- rt des meinsam hat, daß sein Werk, auch wenn es Mitte der Mittel eines vergangenen Jahrhunderts sie dich bedient, doch in einem tieferen Sinne tragen zukunftsweisend ist. Ware Max Slevogt ist in München geboren(als Sohn eines Forstbeamten) und in Würzburg, 1 mitten der Fresken Tiepolos und der Bau- ten Balthasar Neumanns, groß geworden. In derten der Akademie München lernte er bei Diez ter in · das Handwerk. In das Jahr des Abschledes 2 nel der Skandal, der zuerst seinen Namen r von ekannt machte: Der Skandal um die ubau-„Danae“, diesen klobigen Frauenakt mit der mir niedrigen stumpfen Physiognomie der Alten, der die den Goldregen auffängt, ein Bild also, dicker von dem man begreifen kann, daß es den traditionsgeheiligten Naturalismus eines e Na- Spießigen Bürgertums vor den Kopf stieß. rigens Nach einem mehrmonatigen Intermezzo in agent rankfurt geht Slevogt 1901 endgültig nach wegen] Berlin, wo ihn Max Liebermann erwartet it der und mit ihm der französische Impressionis- züssen mus. Im Jahre 1913 unternimmt er eine ise nach Aegypten, von der er gerade noch a ge- Lor Ausbruch des ersten Weltkrieges zurück- kehrt. Immer stärker zog es ihn in die Pfalz, die er schon aus häufigen Ferienaufenthalten eagte während seiner Schulzeit kannte, und dort, ung. in Neukastel, in einem Landhaus, ist er auch .— am 20. September 1932 gestorben. ö g und Dit Max Liebermann und Lovis Corinth 0 ein Sehört Max Slevogt zum Terzett der deut- schen Impressionisten. Kraftvoller, nerviger, eben! „ be- b 1 eber Kunst 8 ö Von Caspar David Friedriech m Se Die einzig wahre Quelle der Kunst ist ische! unser Herz, die Sprache eines reinen kind- g auf chen Gemütes. Ein Gebilde, so nicht aus erfor- dem Born entsprungen, kann nur Künstelei Rich- sein. Jedes echte Kunstwerk wird in ge- n der Weſhter Stunde empfangen und in glück- Voll- cher geboren, oft dem Künstler unbewußt Aus innerem Drange des Herzens. undin* g 1 Schließe dein leibliches Auge, damit du Be. mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein n 2 Bild. Darn fördere zu Tage, was du im e lei] Dunkeln gesehen, daß es zurückwirke auf be. andere von außen nach innen. 1— 0 ** Der Maler soll nieht bloß malen, was er serer Lor sich sieht, sondern auch was er in sich störe zieht. Sieht er aber nichts in sich, 30 unter- ie Ss er auch zu malen, was er vor sich sieht. jun- 97 werden seine Bilder den Spanischen Inne. unden gleichen, hinter denen mar nur * Kranke oder gar Tote erwartet. chen. we- Nebensache hin, Nebensache her! Nichts be- iet Nebensache in einem Bilde, alles gehört mumgänglich zum Ganzen; darf also nichts tolgt Lernachlässigt werden. Wer dem Hauptteile seines Bildes nur dadurch einen Wert zu geben weiß, daß er andere, untergeordnete macherin gleich: diese putzt die Frau Gräfin an, jener die Zimmer des Herrn Grafen aus, dies ist der ganze Unterschied. Seite 3 Ein Gedenkblatt zu seinem 80. Geburtstag der Spannung geladen, ein Feuer brennt in ihm, anders als das selbstverzehrende eines van Gogh, ein Feuer, aus dem die freche Lache Don Juans aufsteigt. em wilden Jebermut ist die Dämonie des UDebersinn- lich-Tragischen verwandt, taumelnd über- Illustrator, aufgestachelt. Ueber diesen Blät- tern und Skizzen fließen ihm die Gesichte zu, da spürt man, wie die Hand nicht rasch ge- nug arbeiten kann, um der Phantasie Herr zu werden. Wie Perlen in einem Sektglas strudeln die Einfälle nach oben, Einfälle, deren Humor, deren freche Laune auch dem Betrachter noch ins Blut gehen und ihn zwingen, mitzuschwingen wie die Mohren- sklaven im Takt dieses anderen„Glöckchen- spiels“. Von Rembrandt hatte er gelernt, das zchäumender Lebenslust folgt der Sturz in den Abgrund. ö Hat Mozarts Don Juan den Maler Sle- vogt gereizt— der schwarze und der weiße 80 kühlte sich durch die bunte Märchenwelt der „Zauberflöte“ der Zeichner Slevogt, der Andrade, Don Juans Höllenfahrt— „ Sprechende eineni Situation, einer Gebärde mit knappem, vorstellungsgeladenem Strich zu bannen, Stieg jener in die Tiefe, um die Seelen zu deuten, so blieb Slevogt an der bunten Oberfläche, deren tausendfach gebro- chenes Licht er mit grandioser Virtuosität einzufangen wußte. Er war nicht zimperlich, je handfester es zuging, desto schneller packte sein Zeichenstift zu. So ist er der graphische Märchenerzähler unserer Zeit geworden.„Ali Baba“, „Sindbad der Seefahrer“, vor allem aber die„Leder- strumpf-Illustrationen“ ge- hören heute schon zum un- vergänglichen Besitz der großen deutschen Graphik. Wenn die Mannheimer Kunsthalle am 17. Oktober des 80. Geburtstages von Max Slevogt mit einer gro- Zen Ausstellung gedenkt, so mag ihr als Begrüßung ein bekenntnishaftes, den Menschen wie den Künst- ler kennzeichnendes Wort Slevogts entgegengebracht werden:„Kunst ist Gestal- tung; was sie nicht deuten kann, versagt sich ihr. Eine auf den Kopf gestellte Um- welt wird den Menschen tief treffen, den Darsteller Slevogt: Illustration aus dem„Lederstrumpf“ sprechender Empfindungen reißt— das alles ist eine Dynamik des Urweltlichen Urweib- lichen.“ Stets aber und leiderfüllt hat die Liebe gegen die übermächtige Welt des Bösen zu kämpfen, und es verblüfft, welche Entwicklung des bösen Prinzips Thieß in Puccinis Schöp- fungen aufzeigt:„in„Manon Lescaut“ tritt es noch in dem primitiven Gegensatz zwischen een Carl Hofer Zu seinem 70. Geburtstag Carl Hofer, der Leiter der Berliner Hochschule für bildende Künste, eine der bedeutendsten Erscheinungen der zeitgenös- sischen Malerei, begeht am 11. Oktober sei- nen 70. Geburtstag. An den äußeren Stationen seines Lebensweges lassen sich zugleich die Stufen seines künstlerischen Werdens ablesen. Ausgehend von der Spät- romantik eines Thoma und Böcklin, gibt ihm der Süden die Erkenntnis der Form, um die er unermüdlich ringt und die er braucht, um die Fülle seiner Gesichte zu bannen, und auch die an Auflösungstendenzen reiche Zeit des späten Impressionismus in Frank- reich vermag ihn in seiner Auffassuns vom Photo: Duhnkrack Curl Hofer: Mädchen mit Orange „gebauten Bild“ nicht zu erschüttern. Das von ihm unbeirrt gewahrte Gleichgewicht der Farbwerte wie das Festhalten am— allerdings immer in seiner Hintergründig- keit geschauten— Gegenständlichen hat die zünftigen Aestheten zeitweilig in Verlegen- heit gebracht. Wo, sollte man diesen eigen- willigen, einmaligen Künstler einreihen? Man hat ihn gelegentlich einen„verkappten Expressionisten“ genannt. Er ist aber ein echter Expressionist, wenn man Expressio- nismus nicht gleichsetzen will mit Zer- störung der Naturerscheinung und genialisch aufgemachter Hemmungslosigkeit! Hinter seinen Menschen, hinter den„Masken“, von denen er viele gemalt hat, steht das für den tiefer Schauenden unheimlich auf- glühende Antlitz unserer Zeit, der Zeit, die für Hofer bereits mit dem Zusammenbruch von 1918 anhebt. Seitdem ist die Deforma- tion dieses Antlitzes immer weiter fortge- schritten, bis es in Hofers„Totentanz“ von 1946 eine schonungslose Enthüllung erfah- ren hat. Die Mannheimer Kunsthalle hat ihren Bestand an zeitgenössischen Meistern neuerdings durch die Erwerbung von Carl Hofers 1933 entstandenem Oelbild„Mäd- chen mit Orange“ ergänzt. Das Bild, von dem wir hier eine Reproduktion brin- gen, ist gegenwärtig mit drei anderen Hoferbildern in der Kunsthalle ausgestellt. Hofers terstadt Karlsruhe wird den Künstler àus Anlaß seines siebzigsten Ge- burtstages zum Ehrenbürger der Karlsruher Kunsthochschule ernennen. o. o. e. og. * — abstoßen“. Photo: MM-Arctuiv Kurt Heinz Zu Frank Thiess Puceini-Buch Von Hubert Doerrschuck Individuum und Staat in Erscheinung: in „Tosca“ personiflziert das Böse sich in einer intriganten Figur; in„Madame“ Butterfly“ ist der Vertreter des bösen Prinzips. Linkerton, bereits quristisch' schuldlos, und das Böse hat sich in die Hintergründe der naiven Brutalität einer oktroyierten Rechtsordnung zurückgezo- gen; im„Mantel“ wirkt es als finstere Leiden- schaft, sowohl im Schuldigen wie im Unschul- digen, und ist kaum noch von der Liebe selbst abzulösen; in„Gianni Schicchi“ kleidet es sien in das Gewand witzigen Betrugs und befindet sich bereits im Gegensatz zur habgierigen Dummheit; in„Turandot“ endlich, wo das böse Prinzip zum erstenmal in Puceinis Gesamt- schaffen im Weibe verkörpert erscheint, ver- wandelt es sich am Ende in die Welt, welche es bekämpft und haßt, es wird selbst zur Liebe!“ Diese„Turandot“ ist sein letztes Werk und die größte Aufgabe, die er sich gestellt hat. Da er um dies eisgepanzerte Herz ringt, bis es sich dem Opfer der Liebe öffnet und alle Grausamkeit der Welt gesühnt scheint, betritt Puccini erstmals das Bereich des Metaphysi- schen und zum erstenmal überkommt ihn die Angst des Nichtgenügens.„Turandot quült mich.. ich lebe in einer ständigen Folter Bin ich im Ende? Bin ich gerichtet?..“ Meh- reremale will er den ganzen Stoff verwerfen. Dabei würgt ihn schon der Tod. Der Kehlkopf- krebs ist ins letzte Stadium getreten und auch die Operation in Brüssel bringt keine Rettung mehr. Als er am 29. November 1924 stirbt, ist die„Turandot“ unvollendet geblieben. Das Bildnis, das uns Frank Thies von Puccini gegeben hat, füllt eine Lücke. Dag es aber von einem Dichter gegeben wurde, ist das erfreulichste daran. Ceheimnis des Erfolges Von Kor fiz Holm Lovis Corinth, der sich zwar damals noch nicht Lovis nannte, sondern nur von Freunden so gerufen wurde, weil er seinen Vornamen Louis gern in altrömischen Versalien LOvIS) schrieb, erzählte mir einmal— es war in einem von den ersten Jahren unseres Jahrhunderts— eine Geschichte, so aufhellend für das Wesen des Erfolges, wie der Umstand, daß er dies wohl jedermann zum besten gab, bezeichnend kür ihn selber war: für seine un verdorbene FTlugheit, die das eigene Werk. auch wenn es ihm Erfolg errungen hatte, sachlich ansah, und für seine jedem geschwollenen Getu ent- schieden abgeneigte Ehrlichkeit. eigentlich die Münchener Maler wegen seines Mangels an Routine nie so richtig ernst genom- men hatten, war das Jahr vorher durch die Ausstellung seiner„Salome“ in der Berliner Sezession mit einem Schlag berühmt geworden. Er hatte daraufhin, zum Teil aus Dankbarkeit, zum größeren Teil aus praktischen Erwägun- gen, sein Arbeitsfeld von München nach Berlin verlegt. Nun kehrte er, zum erstenmal als einer, der„was vorstellte“— 50 drückte er es selber mit naiver Freude aus—, für ein, paar Sommermonate in seinen alten Münchener Kreis zurück. Als ich ihm da beim Wiedersehen herzlich Eratulierte. lachte er und sagte in dem breiten Ostpreußisch. das er sich über die Pariser und die Münchener Jahre unverfätscht hinweggeret- tet hatte:. Nu, es war sehr nett und hat mich auch jefreeut. Das sonderbare aber daran 18 doch, daß ich den Erfolg nich dem verdanke, was an Können in dem Bilde steckt; sondern — passen Sie mal auf— dem Jejenteeil. Sie Wissen ja, daß meeine Salome dem Haupte des Johannes mit dem Zeeijefinger an dem seinen Augenlide pulkt. Nu war das Bild vorijes Jahr in allem übrigen längst fertig, als ich immer noch auf Deeiwel komm heraus am Blick der Solome herumzupinkern hatte. Denn das Luder eee Dämmerung am Fenster Von Dirks Paulun Der Regen fließt. Ganz langsam dunkelt ein Werktag in die Nacht hinüber. Die trübe Luft wird immer trüber. Das Pflaster glänzt. Ein Fenster funkelt— es scheint uns strahlend zu verkünden: im Winter kommt das Licht von innen Und das ist Grund genug zum Sinnen, bis die Laternen sich entzünden. eee sollte den Johannes dabei ankucken, aber das bekam ich eeinfach nicht heraus, solang ich auch probiert hab und probiert. Immer kuckte die Marjell so schepp darüber weg. weein Gott wohin. Ich war direkt verzweeifelt und manch- mal vor Wut schon drauf und dran, den ganzen Schinken wieder abzukratzen. Aber da, an seinem schönen Tage im April, klopft's an die Tür von meeinem Atelier— und wer tritt eein? N Keein anderer als Walter Leeistikow von der Berliner Sezessſion mit seeiner Frau, die ich schon von jeher als sehr jescheeite Dame schätze, und die den Berliner Rummel aus dem Eff-eff kennt. Nu. schön, ich zeeije ihnen meeine Salome, und denken Sie mal an!— das erste, was die Leelstikow davon zu sagen weiß. is: O, famos! Ein starkes Bild! Das Feeinste aber daran is, wie sich die Salome trotz all ihrem Sadismus doch nicht überwin- den kann, den tig anzukucken, obgleeich sie ganz entschie- den will, daß es so wirkt.“— Da sah ch aber Land und dachte mir: Schluß weeiter setz ich keeinen Pinsel an— soll's jehen, wie es jeht!— und., hat sie nu die Frau Leeistikow? nich recht behalten, Was ich für ne Verzeeſchnung das. hat den Erfolg gemacht. nich jezwungen, weeil es mich zwang nich wahr?“ hielt, jerade Ich hab ihn also (Aus Korn: Holms Erinnerungsbuch„Farbiger 2 Nymphenburger Verlagshandlung, Seorg Kulenkampff f Nur fünfzig Le- densjahre waren Ge- org Kulenkampff be- schieden. Fast dreiſlig davon sahen ihn im Licht hohen künstle- rischen Ruhmes, der ihm treu geblieben ist bis an die Schwelle seines allzu frühen Todes. Noch vor weni- gen Monaten, an einem Juliabend, war Gg. Kulenkampff im Rosengarten Gegen- Rosengarten Gegen- stand begeisterter Hul- digungen des Mannheimer Konzertpublikums, und vor wenigen Wochen offenbarte sich der ganze Zauber seines begnadeten Künstlertums noch einmal im Zusammenspiel mit Edwin Fischer und Enrico Meinardi beim Inter- nationalen Musikfest in Luzern, wo Kulen- kampff seit 1945 am Konservatorium als Leiter einer Meisterklasse für Violine tätig war. Mitten aus diesem Wirken heraus ist er abberufen worden. Am Freitag voriger Woche spielte er, nach einem Bericht aus Zürich, trotz hohen Fiebers in Schafthau- sen. Unmittelbar nach dem Konzert mußte er ins Krankenhaus gebracht werden, wo sich sein Zustand rasch derart verschlim- merte, daß er schon am Sonntag als hoft- nungslos angesehen wurde. Am Montag abend war Georg Kulenkampff tot— eine Kunde, die in der gesamten musikalischen Welt schmerzlichst empfunden werden wird. Kulenkampff war unbestritten einer der bedeutendsten Geiger der Gegenwart. Zu Anfang der zwanziger Jahre ging der Stern des jungen Bremer Musikers, der schon als Fünfund zwanzigjähriger den Professortitel trug, strahlend auf.„Den Kampf für die neuen Meister der eignen Zeit“ hat er früh- zeitig schon als seine schönste und wichtigste Aufgabe bezeichnet. Komponisten wie Re- ger, Hindemith, Debussy, Ravel, Strawinsky und anderen Meistern der Moderne, die es schwer hatten, sich durchzusetzen, hat Ku- lenkampff auf seinen Komertreisen durch die ganze Welt unermüdlich wertvollste Pio- nierdienste geleistet. Er, der in die unter- schiedlichsten Stil- und Empfindungswelten intuitiv eindrang, war weder ein„sentimen- taler“ Geiger noch etwa der Prototyp lee- ren Virtuosentums. Sein Interpretations- ideal gipfelte vielmehr in der überlegenen geistigen Formung der musikalischen Sub- stanz eines jeden Kunstwerks mit dem Ziel der stilgestrengen Aufspürung des eben diesem Kunstwerk innewohnenden grund- Foto: MM-Archiv derart, menden Winter em Gasts Titelrolle der bekannten Prätorius“ legenden Klangerlebnisses und seiner glas- „Alles Persönliche der klaren Weitergabe. eigenen Auffassung darf sich nur im strikten Gehorsam gegen das originale Werk ent- kalten, und das Geheinmis des individuel- len Interpretationsstiles lebt von diesem Respekt!“— Nichts spiegelt eindringlicher als diese strenge Forderung Kulenkampffs gegen sich selbst ˖ der Mission des reproduktiven Künstlers wider. Mit ihm starb ein in Demut Dienen der der Kunst. Er wird nicht vergessen werden. 8 3 2 0 benden Werken von Joh. Brahms 8 8 tur vier gemischte 8—9—5 Mit einer reichhaltigen Auswahl uus dlesen Wer- ken bestrickte in der Wirtschaftshochschule das zus Leni Neuenschwander und Pa Koelliker, Claude Gafner und Salva Salvati bestehende vokal-Guartett in Aula Wr tachlich interessierten Hörer a zwei Zugaben, unbegleitete alt- italienische Vokalsätze nötig erschienen. Signore Salvati stand den meisten Zuhörern noch N seiner Lehrtätigkeit an der Mustkhochschule Erinnerung, ebenso seine schwander. Der besondere Reiz des Quartetts liegt im Zusammenkla züglich geschulten Stimmen, von zelne auch zu solistischem Hervortreten defähigt lat, wie denn auch Brahms ein solches Heraus- von vier vor- treten stellenweise erfordert. Einen wesentlichen 75 mann Antell an dem Erfolg hatte Jula Kauf als sehr zuverlässige, auch rein planistisch t 0 Begleiterin am Flügel. N W Neue Diskusslonsstunde im Nationaltheater. Die Wiederholung der ersten Morgenveranstal 2 Nationaltheaters,„Bildungstheater oder Theater der Gegenwart“ wird versuchen, mit dem Publi- kum in eine frele Auss rache Über das Thema zu Belangen, wozu sich durch die Erstaufführung von Thornton Wilders„Wir sind noch einmal vongekommen“ genügend Stoff bietet. Dr. Hart- laub, Professor Langer und Dr. Kütemeyer wer- den in die Diskussion eingreifen. Abschluss der Veranstaltu buget die Aufführung der „Brücke von San Luis Rey“. Die Akademiekonzerte im Ufa- Palast. Wie uns mitgetellt wird, finden dank des Entgegenkom. mens der Militärregierung die Akademie konzerte künftignin im Ufa-Palast statt. Damit ist 5 vielfach geäußerten Wunsche der Konzertbesu g der„Mustkalischen Akademie“ entsprochen* den. Auch konnte dadurch weiter eine Anzahl billigerer Plätze geschaften werden. e Dichterlesuntz in der Christuskirche. Die fri. sche Dichterin Slever Johanna Meyer- A bie las am Sonntagabend in der Christuskirche aus Mmrem Epos„Foelke Kampana“, In prächtiger Diktion gab sie einen Guerschnitt dureh ihr gro- Bes Werk, das einen dankbaren Hörerkreis in sel- g wurde von zwei! öonig gesungenen Liedern um nen Bann zog. Die veranstaltun von Frau M. K rahmt. 3 Lustspiel-operette in Heidelberg. In Heidelber wird Samstag, 18.30 Uhr, im Stadttheater abs Lustspielo tte von Carl! Heinz Rudolph un Paul Thieg.„Gitta“, mit der Musik von Bern- dard Stimmler erstaufgefünrt. Titelpartie: Eva- Maria Petersen, e Willy Birgel als Dr. med. Prätorius. Das Neue Schauspielhsus in Wien kündigt für den kom- tel Winy Birgels omòdie„Dr. med. von Curt Götz an. Corinth, den Kopf des Jochanaan auch rich- sondern bin hereeinjetappt, 8 seine hohe Auffassung von Carl Onno Eisenbart Das salvati-Quartett in Mannhelm. Zu den retz- uch beim ersten Hören sich leicht der in Assistentin Leni Neuen- Salvati- enen jede ein- in der 8 0 1 1 0 Seite 4 MornrcEN 1. 10 — Preitag, 8. Oktober 1948/ N Neugeborener Schuldscheinmarkt üb erschlägt sich Wirischuft sucht Gläubiger Der bayerische Ministerrat billigte am Mittwoch auf Vorschlag des bayerischen Wirt- schaftsministers, Dr. Hanns Seidel, die Emission von Inhaber-Schuldverschreibungen durch gewisse bayerische Bankinstitute. Im einzelnen handelt es sich um die folgenden Emis- sionen von 5ꝙDigen Hypotheken-Pfandbriefen bezw. 5% igen Kommunalschuldverschrei- bungen: a) Bayerische Hypotheken- und Wechselba nk, München: sieben Millionen D-Mark, b) Bayerische Vereinsbank, München: 3,5 Millionen D-Mark, c) Bayerische Handelbank, München: 3,5 Millionen D-Mark, d) Süddeutsche Bodenkreditbank, München: 3,5 Millionen D-Mark, e) Vereinsbank in Nürnberg: 1,5 Millionen 5 D-Mark, f) Bayerische Landwirtschaftsbank e. G. m. b. H. München: 2 Millionen D-Mark, g) Bayerische Gemeindebank München: 4 Millionen D-Mark. Dr. Seidel teilte ferner mit, daß die Bayern Werke A. G. die Emission von sechsprozenti- gen Obligationen im Gesamtbetrag von zehn Millionen D-Mark beabsichtigen. Der baye- rische Ministerrat erteilte auch hierzu seine Genehmigung.(dena) Die Schuldschein-Emissionen der bayeri- schen Banken kommen nicht überraschend. Dr. Volkmar Muthesius, der Chefredakteur der„Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“, kündigte sie bereits in einem Sonderdruck sei- ner letzten Ausgabe an. Nach seinen Ausfüh- rungen handelt es sich vorläufig um Probe- Emissionen mit geringfügigen Emissionsbe- trägen. Es sei geplant, Tranchen von fünf bis 7 zehn Millionen DM auszugeben, um den Markt abzutasten. 5 In den Vordergrung der Diskussionen auf f dem Wertpapiermarkt, die über Neuemissio- nen geführt werden, steht allerdings die von dem Generaldirektor der Eisenbahnen in der Bizone, Dr. Fritz Busch, angekündigto In- vestitionsanleihe der Reichs bahn. 5 Inzwischen verlautet, daß die Reichsbahn die 7 Auflage einer 100-Millionen-DM-Anleihe mit 3,5 proz. Verzinsung beabsichtigt. Alle diese Emissionen bergen eine große Gefahr in sich, die darin besteht, daß die Fi- » nanzierung der geplanten„Wiederaufbau- bank“, die ja notgedrungen ebenfalls von der Ausgabe von Schuldscheinen abhängig ist, vorbelastet sein wird. Diese Wiederaufbau- bank, deren endgültiges Zustandekommen durch die Voreingenommenheit regionaler Kre- ditinstitute verzögert wird, wird den Kapi- talmarkt in erheblichem Ausmaße anstrengen. Selbst wenn ihr Grundstock von dem 650 Mil- lionen DM betragenden Investitionsanteil. der 0 1 aus den Festkonten absorbiert wurde, ge- bildet wird, ist doch zu beachten, daß die Aufnahmefähigkeit an Krediten für diese Bank mit rund zwei Milliarden DM festgesetzt ist. In deutschen Finanzkreisen wurde davon gesprochen, daß die Obligationen der Wie- 5 deraufbaubank mit 6—9 Prozent verzinst wer- den könnten, um einen Anreiz für die Zeich- ner zu schaffen. Ein solches Vorhaben würde jedoch die Kostenfrage des Wiederaufbaus sehr ungünstig beeinflussen. Es ist fraglich, ob der ganze Plan des Wiederaufbaues bei diesen enormen Zins- sätzen verwirklicht werden könnte. 185 Mit dieser Krise des deutschen Geldmarktes Scheinen jene ausländischen Stellen zu rech- . nen, die sich bereit erklärten, der deutschen Wirtschaft mit Geldkrediten im Betrage von 3,5 Milliarden Mark zu Hilfe zu eilen. Damit droht jedoch Ueberfremdung der Wirtschaft. Reine Warenkredite in dieser Höhe, deren Be- zahlung zu Investitionsfinanzierungen verwen- det werden können, wäre vielleicht eine ge- eignete Hilfe. Zweifellos müßte aber vorerst festgelegt werden, wie die Rückerstattung die- ser Kredite ohne Störung, ohne Ausverkauf der deutschen Wirtschaft vonstatten gehen könnte. Fleischwirrwarr im Ver- waltungswirrwarr Späte Erkenntnis der VELF Um der seit einiger Zeit sehr schleppenden Viehablieferung zu begegnen, hat die Ver- waltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Jahressoll für die Viehablieferung in Monatsquoten aufgeteilt, die den Kreisen und Gemeinden als verbindliche Ablieferungs- pflicht auferlegt werden. An die Länder sind bereits entsprechende Anweisungen ergangen. Die monatliche Aufteilung soll zusammen mit den erhöhten Viehpreisen wieder eine gleich- mäßige Fleischversorgung in allen Teilen der Blzone sichern. Nach den jüngsten Erfahrun- gen hat sich die bisherige Regelung, bei der den Bauern der Zeitpunkt der Ablieferung überlassen wurde, nicht bewährt, so daß auf den Zwang der monatlichen Erfüllung des Solls nicht verzichtet werden kann. Niedersachsen wird energisch Um die Krise in der Fleischversorgung zu beheben, beabsichtigt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium durch energische Maßnahmen dafür zu sorgen, daß keinerlei Fleisch mehr durch unkontrollierte Kanäle ab- kließt. Vergehen gegen die Bewirtschaftungs- bestimmungen sollen unnachsichtlich bestraft werden. Augenblicklich stellt sich die Situa- tion in Hannover und anderen niedersächsi- schen Städten so dar, daß sich vor manchen Fleischerläden, in denen geringe zugeteilte Fleischmengen vorhanden sind, riesige Schlan- gen von Leuten bilden, die ihre Marken be- liefert haben wollen. Andererseits verkaufen viele Geschäfte, die kein bewirtschaftetes Fleisch vorrätig haben, zu gleicher Zeit die verschiedensten Fleischsorten frei und zu er- heblichen Ueberpreisen. Hessen ist am Ende In Hessen ist dle Ausgabe der vorgesehe- nen Monatsration von 400 Gramm Fleisch in Frage gestellt, weil Bayern nach einem Be- richt des Landwirtschaftsministeriums an die Militärregierung voraussichtlich seine Liefer- verpflichtung in Höhe von 700 Tonnen monat- ich nicht erfüllen wird. Außerdem sei mit einem weiteren Rückgang der Viehablieferung zu rechnen. Deutsche kommen nach DP. Die Us-Militärre- glerung für Hessen hat mit einem Schlachtverbot für Hessen gedroht, falls die für DP's vorgesehe- nen Fleischmengen von den Schlachthöfen nicht geliefert werden, teilte der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer mit. Sofortfreigabe— sofort verzögert Die Bank Deutscher Länder gibt zu dem Gesetz Über die Festkonten(Viertes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens) folgendes bekannt: Die nach dem Militärregierungsgesetz Nr. 65 freigegebene Quote von zwei Zehnteln der * Lündernüchstenliebe erlorderlich Föderalismus oder Zentralismus— Kampfruf der Finanzminister 1 Seit der Vereinigung der beiden West- zonen zu einem einheitlichen Wirtschafts- gebiet befassen sich die übergebietlichen FPinanzverwaltungsstellen mit dem Problem des vertikalen Finanzausgleichs zwischen den 3 Ländern. Bislang scheiterten die bereits 40 vom„Gemeinsamen Deutschen Finanzrat“ im Jahre 1946 begonnenen Verhandlungen an der mangelnden Solidarität der einzel- nen Finanzminister, von denen ein jeder die Worte„Geben“ und„Nehmen“ mit unter- schiedlich großen Buchstaben schreibt. Der britische Zonenhaushalt, der durch die Koh- lensubventionen mit einem Defizit von . ca. 2 Milliarden Mark belastet war, stieg 12 bel den süddeutschen Finanzministern auf keine mitleidsvolle Gegenliebe, wiewohl die . Staatshauptkassen der süddeutschen Länder Ueberschüsse von etwa 2 Milliarden . Mark aufwiesen. . Die Währungsreform hat nun die Finanz- lage der Länder gründlich gewandelt. Einige Länder, besonders jene, die über großes Tabaksteueraufkommen verfügen, sind ge- genüber den anderen Gebieten im Vorteil, aber die Möglichkeit etwaige Defizite über Kredite zu überbrücken, die bislang bestand, ist durch das Verbot der Währungsgesetze, Deflzitwirtschaft zu betreiben, unterbunden. 5 8 Es ist daher notwendig, einen selbstlosen, echten Finanzausgleich zwischen den Län- dern herbeizuführen, der jedoch mit Rück- sicht auf die dezentralisierte Verwaltung in horizontaler Richtung erfolgen müßte, d. h. es muß jedes Land seine Kassenüberschüsse entweder über eine zentrale Finanzleitstelle oder aber unmittelbar an Länder abgeben, die in ihrer Ausgabenwirtschaft Defizite auf- weisen. Erst nach Beendigung der Beratun- gen des Parlamentarischen Rates in Bonn kann zu einer vertikalen Durchführung des Ausgleiches geschritten werden, d. h. zur Aufteilung des zentral erfaßten Steuerauf- kommens an die Bundesländer. Es ist häu- . Einwand erhoben worden, daß der danke der zentralen Finanzverwaltung dem föderalistischen Gedanken widerspricht. Diesen Einwand zu widerlegen, liegt in den Händen der Finanzminister, denn auch ohne zentrale Finanzverwaltung, auch ohne verti- kalen Finanzausgleich kann eine gerechte und der Finanzwirschaft dienende Auftei- lung der öffentlichen Einnahmen und Aus- gaben erfolgen, wenn die regionalen Finanz- behörden das erforderliche Maß von Solida- rität aufbringen und sich nicht weiterhin von der St.-Florians-Ideologie beeinflussen lassen. 3 F. O. Weber bisherigen Festkonten kann nach 8 6 Abs. 1 des U von den Geldinstituten erst dann auf die Freikonten übertragen werden, wenn der in § 6 des UG vorgesehene Genehmigungsl scheid des zuständigen Finanzamtes vorliegt. Die im Rahmen der„Sofortfreigabe“(8 5 UG) auto- matisch oder auf Grund einer„Unbedenklich- keits bescheinigung“ des Finanzamtes entstan- denen Festkonten dürfen also erst dann auf Freikonten übertragen werden, wenn das Fi- nanzamt nach Abschluß der steuerlichen Ueberprüfung den endgültigen Freigabebe- scheid der Abwicklungsbank und dem Konto- inhaber zugestellt hat. Die beteiligten Geld- institute haben eine entsprechende Nachricht von der Abwicklungsbank abzuwarten. Hat das Finanzamt den endgültigen Freigabebescheid erteilt, so berechtigt dieser zur Uebertragung des jetzt freigegebenen Teils des Festkontos auf Freikonto auch dann, wenn das Festkonto in dem Wortlaut des Freigabebescheides nicht ausdrücklich erwähnt oder das Wort Fest- konto in dem Vordruck des Freigabebescheides etwa durchgestrichen worden ist. Zur Vor- nahme der hiernach zulässigen Uebertragung auf die Freikonten werden die Geldinstitute eine gewisse Zeit benötigen, während deren das Publikum um verständnisvolles Verhalten gebeten wird. K. H. Früchte- Pfandrecht soll werden Der Verwaltungsrat beschloß, dem Wirt- schaftsrat einen Gesetzentwurf über die Wie- dereinführung des„Früchte-Pfandrechts“ für Düngemittel und Saatgut zuzuleiten. wieder eingeführt Postsparkasse soll Zinsen zahlen Der Direktor der Verwaltung für Post- und Fernmeldungen wurde vom Verwaltungsrat be- auftragt, eine Anordgung zu erlassen, wonach der Zinssatz für Postsparkonten jeweils ein Viertel Prozent unter dem jeweils üblichen Zinssatz für Sparguthaben liegen soll. Damit soll die früher gültige Zinsstaffelung wieder eingeführt werden. Verschwundene Eier werden billiger Der Direktor der Verwaltung für Wirtschaft, Prof. Erhard, hat, wie ein Sprecher der VfW auf einer Pressekonferenz mitteilte, eine An- ordnung unterzeichnet, die den Höchstpreis für Eier auf 30 Pfennig pro Stück festsetzt. Da die Anordnung noch nicht verkündet wurde, besteht die Möglichkeit, daß sie zusam- men mit der von dem Direktor der VELF, Dr. Hans Schlange-Schöningen, vor kurzem ange- kündigten Neuregelung der Eiererfassung und -verteilung in Kraft gesetzt wird, denn mo- mentan sind bekanntlich Eier nicht einmal für 1 DM erhältlich. Mannheimer Produktenbörse Durch die inzwischen eingetretene Erhöhung der Getreidepreise hofft der Handel und die verarbei- tende Industrie, daß die bisher zurückgehaltenen Ablieferungen nun einen Auftrieb erhalten Die durchschnittlichen Erhöhungen gegenüber den frü- heren Getreidepreisen betragen bei Weizen 4,60 bis 5,20 DM. und bei Roggen 4,40 bis 5 DM. per 100 kg. Trotz dieser Erhöhungen der Brotgetreidepreise ist aber anzunehmen, daß die Erzeuger mit der unwesentlichen Erhöhung des Gerstenpreises un- zufrieden sind. Eine Steigerung des Gerstenpreises im Rahmen des Weizenpreises wäre sowohl für den Erzeuger und Handel, als auch für eine Stei- gerung der Anbauflächen von Nutzen gewesen. Am Mehlmarkt besteht infolge des Unbekannt- seins der Mehlpreise eine völlige Unsicherheit, die auf das Geschäft lähmend einwirkt. Die Nach- krage ist momentan größer als das Angebot. Der Rauhfuttermarkt bleibt ruhig bei Preisen von 12—14 DM. für Luzerneheu, und Stroh von 7,50—8,00 per 100 kg. RK. Böse Kapitalisten einmal sozial. In Stuttgart wurde die Sozialhilfe der deutschen Wirtschaft e. V. gegründet, die sich die Aufgabe stellt, mit Mitteln der Wirtschaft unverschuldet in Not ge- ratene Einzelpersonen zu unterstützen. Dem Ku- ratorium gehören führende Persönlichkeiten der württembergischen Wirtschaft an; eine Ausdeh- nung auf alle deutschen Länder wird an- gestrebt.(WID) Bauernverband Württemberg-Baden zieht um. Die Stuttgarter Geschäftsstelle des Verbandes be- findet sich jetzt in der Marienstraße 33/35. Die Telefonnummer ist die gleiche geblieben: 916 54. Pegelstand am 7. Oktober 1948. Mannheim 2.25 m(- 9), Caub 1.38 m(- 3). Druckfehlerberichtigung Im letzten Absatz unseres in der Mittwoch- ausgabe veröffentlichten Lastenausgleich-Preis- ausgekreibens kat sich ein sinnstörender Druck- fekler eingeschlichen- An Stelle des Wortes Auditorium ist das Wort Auditoren zu setzen. Messeerschöpfung- Modebelebung Am 4. Messetag hat sich bei unvermindert starkem Besu- cherandrang die Lieferfähigkeit der Firmen für manche Waren bereits erschöpft, so daß die Ge- schäfte in verschiedenen Bran- chen, wie z. B. Textilien, we- 7 sentlich zurückgingen. Einzelne Abteilungen, wie z. B. Haus- und Kuchengeräte, Glas-, Porzellan- und Steingutwaren konnten dagegen ihre Umsätze auf dem bisher erzielten hohen Stand halten. Bei kleinen Haushaltsmaschinen und-geräten, Metallgeschirren und Bürsten war der Ge- schäftsgang ebenfalls rege. Einen starken Be- such und entsprechende Nachfrage konnte die Abteilung Elektrotechnik verzeichnen, wo be- sonders Elektro- Kleingeräte, Kocher, Elektro- dampfbügeleisen, Leuchten, Oefen und Herde flott verkauft wurden. Die Interessenten in der Halle Maschinenbau erteilten hauptsäch- lich Aufträge auf Maschinen für die Holz- und Metallverarbeitung, für Präzisions werkzeuge, Meß werkzeuge und Armaturen. Die stärkste Nachfrage innerhalb der Branche Bauwesen, Heizung und Sanitäre An- lagen galt den verschiedenen Arten von Leicht- baustoffen. Büromöbel und Bürobedarfsarti- kel, vor allem Rollschränke und Schreibtische konnten auch am 4. Messetag in erheblichem Umfang abgesetzt werden. Die Hersteller von Schreib- und Buchhaltungsmaschinen erklär- ten, daß sie geradezu in Aufträgen erstickten. Bei Schmuckwaren hat sich jetzt die Nach- trage auf alle Sparten erweitert. Vor allem waren Gold- und Silberschmuck sowie Elfen- beinschnitzereien gefragt. Textilien— Le- derwaren— Cognak: Viele Firmen der Tex- tilbranche halten nach der starken Nachfrage der ersten Tage das Messegeschäüft nunmehr für abgeschlossen. Auch bei Lederwaren und Schuhen ließ die Geschäftstätigkeit merklich nach, da die Aussteller es ablehnen, Ge- schäfte abzuschließen, die nicht durch Roh- stoffe gedeckt sind. In: der Getrünkeindustrie hatten die Exportbrauereien eine rege Aus- landsnachfrage, besonders aus USA, Frank- reich und Belgien, zu verzeichnen. Bemer- kenswert ist, daß für französischen Cognak der mit besonderer Genehmigung der JE eingeführt werden kann, Bestellungen für rund 20 000 Flaschen erteilt wurden, was auf den niedrigen Preis des angebotenen Cognakg zurückzuführen ist. Frankfurts Charme-Export- Versuche Modengestaltung beeinflußt das Wirtschafts- leben in größerem Maße als es dem Laien wohl bewußt wird. Wer die gelegentlich der Frankfurter Messe veranstaltete Modenschau beobachtete, xonnte sich hiervon überzeugen. Nicht darin lag die wirtschaftlienhe Bedeutung, daß ein prachtvoller Silberfuchspelz der Vorführdame fast buch- stͤblich vom Leibe gerissen wurde und sofort nocherhobenen Hauptes von der stolzen Gattin des Erwerbers fort- und vorgeführt wurde, sondern daß Fruanxfurts Modeinstitut Anstalten macht, der neuen Modegestaltung eine ganz andersgerichtete Note zu geben. Eine Note, die zum Materiulmangel, der in Deutschland ton- angebend sein sollte, in crassem Widerspruch stent, denn an Aermeln uird mit kapriziö- sen Puffern ebensoviel Stoff verwendet, wie an Maria Therestens Brautkleid mit Reifrock. Empire ist dernier eri Frankfurts und nicht mehr Neu loobe. Die Zeiten der napoleonischen Niederlage scheinen in Deutschlands Modeschöpfung ihre Wiedergeburt zu feiern. Noch sieht man zwar glockenförmig sich nach unten wölbende Röcke, jedoch macht sich schon ein gewisses Enger- Hell- und dunkellila Coktailkleid Hellrosa Abendkleid Photo: W. Clar werden bemerlebar. Jene stoffsparenden engen Röcke, die im Vorjahr bei Gautier in Paris ebensowenig Anblang fanden wie bei Blois- savelle in Biarritz, schweben den Frankfurter 1A/ Modeschöpferinnen im Geiste vor. 5 Nachdem Wien und Pfag nicht mehr Städte tonangebender Eleganz sind und Paris sich immer mehr nach anglo- amerikanischen Vor- bildern ausrichtet, wird in Deutschland ver- sucht, den einträglichen Schönheitsexport auf- zuziehen. Der nüchternen wirtschaftlichen Betrach- tung erscheint es fraglich, ob die notwendigen Voraussetzungen, die nicht nur in Charme und Schick, sondern in einer gewissen Material- und Finanzreserve bestehen, im heutigen Deutschland gegeben sind. Wenn die deut- schen Modeschöpfer Erfolg haben wollen, dann müssen sie sich den wirtschaftlichen Voraus- setzungen, die in Deutschland bestehen, an- passen, d. h. nicht im Taumel der Aufwands- sucht untergehen wollen, sondern mit Karg- heit die Eleganz der einfachen Linie zur Gel- tung bringen. H. H. H. Lohnerhöhungen in der Nahrungs- mittelindustrie In den verschiedensten Zweigen der Nah- rungsmittelindustrie konnten im Verlauf det letzten Wochen nach langwierigen Verhand- lungen neue Lohnvereinbarungen abgeschlos- Abit sen werden. Die Industriegewerkschaft Nah- rung, Genuß und Gaststätten hatte dabei ein Am umfangreiche Arbeit zu bewältigen. Nachdem Rosenge bereits vor längerem die Löhne in der Groß- ger Mar mühlenindustrie in der Spitze für Männer vos junge b 0,97 DM auf 1,12 DM, für Frauen von 0,57 D auf 0,72 DM heraufgesetzt und für die eig, wren-, Nährmittel- und Suppenindustrie eins? Lohnerhöhung von 15 Prozent und in der N Brauindustrie eine solche von 14 Prozent(as 5 ak Ueberbrückung wurde den in der Brauindu- strie Beschäftigten außerdem die Zahlung eines Wochenlohnes in Höhe der derzeitiges Löhne zugestanden) erreicht werden konnte ktor treten nunmehr auch Lohnerhöhungen in der g nen. In Backwarenindustrie in Kraft. Die neuci Löhne cher er betragen: für gelernte Handwerker und Far ligkeit arbeiter in den Ortsklassen I-III 1,15 Df Dr. Diet 1,09 DM und 1,04 DM, für angelernte Arbeitel Leistun; 1,04 DM, 0,99 DM und 0,94 DM, für Hilfsarbe“ im Leb ter 0,92 DM, 0,87 DM und 0,83 DM. Die ge ar 8 nannten Löhne sind die der Spitzengruppe zie 2 d. h. der über 23 Jahre alten Beschäftigten Zeu Für Arbeiterinnen betragen die Löhne nach m pack der neuen Regelung 0,63 DRI, 0% Dt uns“ Ge 0,57 DM. Diese Löhne gelten für über 20 Jahr? furcht v alte Arbeiterinnen. das Geb Ein weiteres Lohnabkommen wurde außer? ppaltene dem noch mit der Konservenindustrie abg e? im N schlossen, das für Handwerker und Fact An arbeiter in den Ortsklassen I-III Löhne on ler der 1,15 DM, 1,10 DM und 1,06 DM, für Angelernt? Prof. Le 1,00 DM, 0,96 DM und 0,92 DM, für Ungelernte Abendal 0,90 DM, 0,86 DPM und 0,83 DM vorsieht. a den der angelernte Arbeiterinnen gelten ebenfalis i der Pri der Spitzengruppe(d. h. für über 21 gaht? Müne u alte) Löhne von 0,65 DM, 0, 62 DM und 0,0 DA Ugkeit für ungelernte Arbeiterinnen 0,60 PM, 0,50 PMW tonte 5 und 0,55 DM pro Stunde. Die angeführten Bil 0 Löhne beziehen sich nur auf die Spitzen ruh 5 dung pen, die Löhne der anderen Altersklassen sind] dogar gleichfalls demgemäß erhöht worden. Die in babe, der Zuckerindustrie abgeschlossenen neuen Bürgern Lohntarife sehen eine Erhöhung von durch? chulpfi. schnittlich 24 Prozent vor, in der Süßwaren rwachs industrie stehen die Verhandlungen vor dem 1 Abschluß. EER Nei Neue Gehälter für Angestellte„ Die für die Bizone geführten Lohnverhand-. Uebe lungen zwischen der Arbeitsgemeinschaft pri- find au vater Versicherungsunternehmer, der bad Verden dem Deutschen Gewerkschaftsbund GB) und Ich ist den süddeutschen Ländergewerkschaften mu? chenen den mit einem vorläufigen Abkommen age, zu leser schlossen. Danach werden die Gehälter det ra 5 Angestellten um jeweils 30 Mark monatlich? 3 höht. Bis zur Genehmigung dieses Vorschlages 9„Di durch die Hauptversammlung gewähren die Verfügt Arbeitgeber ihren Angestellten eine Ueber-»Die N gangshilfe von 100 DM.(dena) und„Ar Gewerkschaften lehnen Verantwortung ab 1 85 He Die württemberg- badischen Gewerkschaften“ bal zu haben erklärt, daß sie jede Verantwortung für Will un. Auseinandersetzungen in Betrieben ablennen, mit Rich die sich möglicherweise durch die Außerkraft- det etu setzung der Artikel über das wirtschaftliche ner une Mitbestimmungsrecht im Betriebsrätegesetz er? Die geben. Wie von Gewerkschaftsseite verlaute ,p gen i hat die Außerkraftsetzung bei der Arbeiter- 1 ist schaft Empörung hervorgerufen. Die Arbeitel elville sind der Ansicht, daß ihre in der Landesver- auf Sei fassung verankerten Rechte mißachtet werden:. den Ra Betriebsräte müssen nazifrei sein d 5 Fhemauge Mitglieder der Nspar und auch Funktionäre der deutschen Arbeitsfront kön- f Uck nen nicht zu Betriebsräten gewählt werden den erklärte Ministerialrat Pr. Herbert Engler vom 8 hessischen Arbeitsministerium. Er nahm da- mit zu einer angeblich vom süddeutschen Länderrat im Einvernehmen mit der Militär- regierung erlassenen Verordnung Stellung, derzufolge die Wahl von Mitläufern und Ent- lasteten als Betriebsräte gestattet sein soll. Eine solche Verordnung, so sagte Engler, würde im Widerspruch zum Kontrollratsgeset- Nummer 22 stehen, durch das ehemalige Par- teigenossen und DAF- Funktionäre ausdrück⸗ Uch von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind“ Ein von den vier Besatzungsmächten erlasse- nes Gesetz könne nicht auf dem Verordnungs“ weg abgeändert werden.(dena) Interzonenkonferenz soll fortgesetzt werden 1 Der Bundesvorstand des FDGB der sowie- tischen Besatzungszone und Vertreter des FDGB Groß-Berlin forderten die Aufnahme von Verhandlungen zur Fortsetzung der in Lindau abgebrochenen neunten Gewerkschafts- interzonenkonferenz. Die Zusammenarbeit der Gewerkschaftler aller vier Zonen dürfe, 80 heißt es, nicht an den Auseinandersetzungen der Besatzungsmächte scheitern. 5 Gegen Entwertung der Festkonten. Der Bundesbeirat des württemberg- badischen Ge- werkschaftsbundes hat den Gewerkschaftsrat der Bizone beauftragt, alle Maßnahmen, die gegen das von der amerikanischen Militär- regierung erlassene Gesetz über die Fest- konten ergriffen werden können, zu prüfen. Sozlalisierungsvorschläge vorgelegt. Die Ge- werkschaften von Rheinland-Pfalz haben laut Südena einen umfangreichen Entwurf zur Frage der Sozialisierung ausgearbeitet und be- reits einem größeren Kreis von Sachverstän- digen zur Prüfung vorgelegt. Es wird erwartet, daß der Gesetzentwurf bereits in Kürze dem 3 zur Stellungnahme vorgelegt wird. ena 5 Kummerfeld, Hamburg 20, Eppen- 1 Westgrossefehn, von der am 14. 10. stattfindenden Hengstkörung 5 5 N— 97 4 ich emptehle meine neuerömnete DL Seschälts.- Empfehlungen 1. a. 5 ener obstabflin dungs Brennerei——— nur anf. Chaiselongue Frisch eingetroffen: Ein Waggon 7 3 UnEN u. Reinigungen sorg g. 25 4 h moderate Appargtur ll Balena J. Bucher, Frledrichspf. 10. Kuf 44257 D 113. Osffrles. 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F Halts 1 Jahres 0,60 DM 0,58 D 4 4 führten“ engrup? sen sin Die in neuen durch? waren? . 5 ichs or des rwachsenenbildung zu ermöglichen. F. S. der ihm seit seiner Kindheit gut bekann- 1 5 1 N 3 ten 69 Jahre alten Luise Ludäscher. Er will ö. Neue Bücher im Amerika-Haus sie am 16. Februar 1947 in ihrer Wohnung erhane““ Veber 200 neue deutschsprachige Bücher lediglich um die Ueberlassung von Wein art a— aus der Schweiz eingetroffen. Damit gebeten haben. Das Geständnis, Luise Lu- 8 an lar den langersehnte Wünsche erfüllt. End- däscher ermordet zu haben, habe er in den 15 8 ur ch ist es jetzt möglich, den so oft bespro- Voruntersuchungen nur auf Drängen der n Abge,*„Dr. Faustus“ von Thomas Mann Vernehmungsbeamten der Kriminalpolizei ter de- lesen. Das Schloß“ und„Amerika“ von gemacht. lich ere anz Kafka ist da und Franz Werfel steht Die Ermordung seiner Ehefrau Else, ge- schlage? d„Die vierzig Tage des Musa Dagh“ zur borene Schmid, am 9. oder 16. September ren die] srkügung. Weiter ist Stefan Zweig mit 1947— den genauen Tag ließ das Gericht Ueber- die Welt von gestern“, die„Novellen“ infolge einiger Widersprüche offen— gab 3*„Amerigo“ vertreten. Für Feinschmecker er zu. Nach einer Auseinandersetzung will ung ab and Hölderlin und Hugo von Hoffmanns- er derartig in Raserei gekommen sein, dab chatten mal zu finden. Wer durch die Welt bummeln er, um seine Frau abzuwehren, das am e. ru il und kein Geld hat, mag dies vorerst Herd stehende Beil ergriffen und ihr damit — mit Richard Katz tun. Auch die Jugend in- auf den Kopf geschlagen haben. Einige Tage lt 8 etwas: Einige Bücher von Lisa Tetz- später reichte Scheu Scheidungsklage ein mit dete er- er und Robin Hood. 8 der Begründung, seine Frau— die er zwei lautet, Die Reihe amerikanischer Uebersetzun- Monate nach der Scheidung seiner ersten rbeiter- den ist mit Bromfield:„Der große Regen“, Ehe geheiratet hatte— sei unter Mitnahme Arbeiter wille:„Moby Dick“, Steinbeck: Autobus der Lebensmittelkarten für sich und die bei- desvors uf Seitenwegen“ sowie Werken der Auto- den aus der letzten Ehe stammenden Mä- werde zen Rachel Field, Upton Sinclair, Sinclalr dels spurlos verschwunden. in 7 2 is. Jack London, Pearl Buck, Forester Ein Zeuge berichtete, er habe in den p und d Saroyan erweitert. Nächten, nachdem er die Frau Scheu zum at. kön- 192 Auch Freunde der englischen Literatur letzten Mal gesehen hatte, den Angeklagten r unden ihren Teil: Dickens“„Oliver Twist“, mehrmals an einer bestimmten Stelle sel- er vo 4 ee nenen n i 7 3 525 e 1211 Dalaas. 3 255*. utschen g k a Curl Nenningers Berufung zurückgewiesen d Ent? i 7 in soll. Der ehemalige Oberbürgermeister von Mannheim bleibt Belasteter Engler, gerek„Vor der Berufungskammer V in Karls- Der Verteidiger des Betroffenen hin- 50 5 1 3 fand am Mittwoch eine erneute Ver- gegen beantragte eine mildere Einstufung. aa, bandlung gegen den ehemaligen Oberbür- Renninger habe das Beste in Mannheim er- erlasse ermeister von Mannheim, Carl Rennin- strebt und aus antinazistischen Beweggrün- mungs-. statt, der am 31. März 1948 von der den Nichtnazis an wichtige Posten der 2 bruchkammer Mannheim in die Gruppe Stadtverwaltung gestellt. Im Verlauf der den 0 925 Belasteten eingereiht und für zwei Verhandlung wurden noch einmal all die worden gehre in ein Arbeitslager eingewiesen wor- Punkte diskutiert, die bereits in Mannheim 9 den war, die durch die erlittene Inhaftie- zur Sprache gekommen waren. Die Ant- n t E als verbüßt galten. Ferner war Tä- worten des ehemaligen Oberbürgermeisters der falceltsverbot im Sinne des Artikels 16 Zif- auf die Fragen des Vorsitzenden liefen dar- schafts- zer 8 auf die Dauer von fünf Jahren aus- aus hinaus, daß er sich in seinen Handlun- eit der Lesprochen worden. Der öffentliche Kläger gen stets an die Regierung und nicht an die rte, ie der Betroffene hatten gegen dieses Partei gehalten habe. Zu einer längeren zungen] Ertel Berufung eingelegt. N Debatte kam es, als der Vorsitzende, Prof. e. Der öffentliche Kläger begründete in Jellinek, den Betroffenen an den im da- u. Der Karlsruhe seinen Protest gegen Renningers maligen„Hakenkreuzbanner“ vom 20. März n Ge- aftsrat en, die Air: Fest- prüfen. ie Ge- en laut. H zur nd be- erstän- wartet, e dem wird its- rch us, ing in 189 n ankheil dernen Korpu- Frauen- lragees. form- . 39— Mos- heim: e 14 3 BRUCE N er Nah- Teig“ 1 Aexeit der Erwachsenenbildung hin und be- — AUunstufung als Belasteter, indem er erklärte, andern ein mühseliger Wiederaufbau, des- * Ar. 126/ Freitag, 8. Oktober 1948 Seite 5 Stevenson:„Die Schatzinsel“, Scott:„Talis- man“, Deeping:„Dr. Wolfe“, Wallace:„Ben Hur“, Bronte u. a. stehen in den Regalen. Auf politisch interessierte Leser warte! Wilhelm Röpke mit drei Werken:„Civitas humana“,„Die Lehre von der Wirtschaft“ und„Internationale Ordnung“. Weitere Pu- blikationen sind„Die Gesellschaft und ihre Verbrecher“ des bekannten! Genfer Soziolo- gen Dr. Reiwald, und„22 Männer um FHit- ler“ von M. Kelley, der als Psychiater im Nürnberger Gefängnis tätig war. Ueber den „Zauberer Schacht gibt ein Buch von Nor- bert Mühlen Auskunft. Neben Dawson: „Gericht über die Völker“ finden wir J. St. Mill:„Die Freiheit“. An Biographien sind neu hinzugekommen: Drei Bände„Bis- marck“ von E. Eyck,„Churchill“ von K. Hagberg und Eve Curies Biographie ihrer berühmten Mutter. Und noch ein kleiner Rundblick:„Raten, denken und lachen“,„Ich liebe Dich (Liebesbriefe von Hölderlin bis Strindberg), „Lehrbuch des Gemüsebaues“,„Operetten- führer“,„Die Sauna“, De Kruif:„Das männ- liche Hormon“ und Prokopoviez:„Rußlands Volkswirtschaft unter den Sowjets“ vermit- n Sera J Abiturienten der Abendakademie . Am Dienstag fand im Sitzungssaal des 1 g Nosengartenrestaurants eine 8 Feier 5 2 Mannheimer Abendakademie statt. Zehn age berufstätige Menschen, darunter ein adel. die ersten Abiturienten der Mann- 1 mer Abendakademie, erhielten aus der and des Leiters der Mannheimer Abend- ademie, Prof. Langer, das Reifezeugnis. K 8 Vertreter der Landesbehörde für Ku— und Unterricht war Oberregierungs- tor Dr. Dietrich aus Karlsruhe erschie- den. In einer kurzen Ansprache, bei wel- mar er an seine frühere Mannheimer Tä- keit als Schulleiter erinnerte, ermahnte ben le jungen Leute zu Arbeit und 8 ung, die allein nur im Stande seien, Leben wirklich Dauerhaftes und Brauch- es zu schaffen. Nachdem Prof. Langer 7 k 1 die Zeugnisse überreicht hatte, brachte er teln neue Aufschlüsse. Schließen wir mit Arbescenden Worten seinen Schützlingen Tolstois Krieg und Frieden“. 8 1 enen der Ehrfurcht nahe. Ehr- 5 2 t vor Gott und den Menschen, das sel * Gebot der heutigen zerrissenen und ge- 5 daltenen Menschheft! Ein Schüler dankte 1 Namen seiner Kameraden dem vertre- 8 Unterrichtsverwaltung, dem Herrn. 1 de„Tanger, den Lehrern der Mannheimer 2 ndakademie und den Damen und Her- den der Liselotteschule, die mit der Abnahme ker. Frütung beauftragt waren, für ihre e und Arbeit. Er wies auf die Schwie- Das Landgericht Mannheim verurteilte den 34jährigen Gärtner Ernst August Scheu aus Mannheim wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raup zum Tode und wegen eines Totschlages zu ate, daß der Staat, der das Recht aut lebenslänglichem Zuchthaus und zum Ver- Did 1 f lust der bürgerlichen Ehrenrechte. 5— 5 8 2 cht zur Bildung In der stark besuchten Verhandlung un- babe, alles 15. Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. urge 5 f 1 klagt. g Bürgern, auch dann, wenn sie bereits dem Silberstein überraschte der Angeklagte zunächst durch das Leugnen der— von ihm wacnhentisen Alter entwachsen sind, die vorher mehrfach zugegebenen— Ermordung 1933 veröffentlichten„Aufruf der Kommis- sare an die Mannheimer Bevölkerung“ er- innerte, der als Antwort an die Juden und Kampferklärung„an das internationale Ju- dentum“ bezeichnet wurde. Renninger er- klärte hierzu, daß der ehemalige Kommissar Wetzel der Verfasser dieses Aufrufes war und im übrigen auch in allen anderen Fäl- len als der„aktive“ Nazi bezeichnet werden müsse. Er selbst habe oftmals dem Gaulei- den Rhein Sitzung zusammen, bei der der Beauftragte des Hilfswerks, Oberregierungspräsident Franz Bögler, einen Rechenschaftsbericht gab. Der Ausschuß stimmte der ꝓls jetzt geleisteten Arbeit zu und beschloß, aus den bisher eingelaufenen Spenden weitere 600 000 DM dem Hilfswerk zu überweisen. Weiter- hin wurde entschieden, an die Hinterbliebe- nen von 24 nichtwerksangehörigen Toten, drei bis sechs Monatsgehälter zu zahlen, während die gleichen Summen an die Hin- terbliebenen der vom Werk selbst beschäf- tigt gewesenen Toten von der BASF ausge- zahlt werden. ö 5 Die Durchführung einer Betreuung von 149 Witwen und 125 Kindern auf die Dauer von zunächst zehn Jahren, für die vorläufig 750 000 DM. angesetzt werden sollen, wurde bis zur Klärung der Art und Weise des Ver- tellungsmodus' zurückgestellt. Totalgeschä- digten werden vorerst 2000 DM, allen übri- gen eine 50prozentige Entschädigung gewährt werden. Jedoch hat vorher jeder Geschä- digte eine eidesstattliche Erklärung über den tatsächlich entstandenen Schaden abzugeben. Jeder Schadensfall wird dazu noch einer örtlichen Prüfung unterzogen werden. lks Endgültige Verlustziffern 4 der e eee eee* 9 8 i N wi ken sind 206 Todesopfer, darunter n. oder rückwärts, geschweige denn mit F twerksangehörigs, zu beklagen und e und Muße etwas einkaufen.-kloth zwar 193 Männer, 12 Frauen dd ein Kind. Die Zahl der Verletzten hat sich auf 3800 Der Landeshilfsausschuß arbeitet erhönt. pi Instandsetzungskosten für be- 1 detenter dem Vorsitz von Ministerprästdent schädigte Bauten belaufen sich(außer dem Fzgler Altmeier trat der Landeshilfsaus- och 5 Werkschaden) auf etwa sieben bis cht Mil- cuz des Hilfswerks Ludwigshafen zu einer lionen DM. a — N der Betroffene sel durch gute Beziehungen Nahrpürgermeister geworden und sel im 0 men der sogenannten Säuberungsaktion — die Entlassung von insgesamt 240 An- * lienellten der Stadtverwaltung verantwort- . Schließlich habe er als erster Ober- 1 e Deutschlands in einem Tele- an oering die Schaffung einer deutschen Luftwaffe gefordert.. a Blick über Noch ein Kaufhaus wurde fertig 90 Es ist dieses Mal kein amerikanisches bornpo. wie wir vor kurzem von der Kauf- dot AG in Ludwigshafen berichten Konnten, dn letzte Etappe das„Textil. und 8 bnnschaus Nasele“ mit einer feierlichen Eu- Aunung abschlieſſen konnte. 5 9 Der Seniorchef des Hauses dankte ganz sonders den Handwerksmeistern und Ge- „ len, die das ihre getan haben, um die 5 dllendung des Neubaues in der Bismarck- * Bike in sieben Mpnsten zu ermöglichen. de Glückwünsche des Einzelhandelsverban- dle wurden mit dem Wunsch verbunden, daß . 2 Eröffnung ein erneuter Ansporn für die 1 dachwisshafener. Geschäftswelt sein möge, dbamit man recht bald nicht mehr ganz und 0 rü hinter der Schwesterstadt Mannheim zu- N auskstehen müsse. Eine kleine Modenschau zs, dem reichhaltigen Lager des Hauses bloß die Eröffnungsfeier 0 düd achtvoll War dann gegen 14 Uhr das ö weck das die„regen Anteſl nehmende“„ge- — Ludwigshafener Kundschaft“ bot * ad 1500 Menschen verstopften die Bis- Varelcstraßze, der gesamte Verkehr stockte. d im Textil- und Bekleidungshaus Nägele te nach drei Minuten kein Mensch mehr vor u . * 17 Photo: Weingart Es sind windige Zeiten Dus erste Todesurteil in Munnbeim seil Kriegsende Doppelmörder Scheu stand 13 Stunden vor dem nes Gartens gesehen— wie sich heraus- stellte über der. vier Meter tief ausgehobe- nen Kiesgrube, in die er die Leiche seiner Frau mitsamt Lebensmittelmarken una Kennkarte geworfen und die er dann zuge- schaufelt hatte. Nach einem sehr eindringlich vorgetra- genen Appell an die Vernunft des Angeklag- ten antwortete dieser auf die bereits mehr- mals verneinte Frage, ob er die Frau Lu- däscher ermordet habe, mit erhobener Stimme:„Ja“. Während einige ihr Entsetzen nicht unterdrücken konnten, zeigte Scheu auch dann noch keine Rührung, als die Sachverständige Dr. Meyer an dem weißknöchernen, präparierten Schädel sei- ner Frau den Vorgang der Ermordung re- konstruierte: Zuerst einen Schlag von oben auf die Schädelhöhe, dann mit dem zwei- händig gefaßten Beil von hinten auf den Iinken Hinterkopf— zwei daumenstarke Im- pressionen mit genau erkennbaren Kanten, wie sie dem stumpfen Keil eines Beils ent- sprechen, waren deutlich zu sehen—, und dann, als die Frau bewußtlos auf dem Boden lag, von vorn mit einem oder mehreren Schlägen in die obere Gesichtshälfte. Stirne, Augenhöhlen, Nase und Oberkiefer sind völ- lig zertrümmert. Im Fall Ludäscher wurde am rechten Hinterkopf eine 5,5 em lange, scharfrandige Wunde mit folgender Zertrümmerung der Schädelbasis festgestellt, wie sie nur von einer schweren Hiebwaffe herrühren kann. Der Direktor des pathologischen Instituts Mannheim, Dr. Willer, ergänzte diese Ausführungen und stellte fest, daß die Me- diziner an Hand der Gleichartigkeit der der Anwesenden Verletzungen die beiden Fälle bereſts in ter gegenüber erklärt, dag er sich durch nichts vom Rechtswege abbringen lasse. Zur Frage des Telegramms an Goering betonte er, daß er seinerzeit den Zeitungsmeldungen, wonach ausländische Flugzeuge über Berlin gesichtet wurden, wirklich Glauben ge- schenkt habe. Er habe jedoch mehr an die Ausbildung junger Piloten unter Berück- sichtigung von Mannheim, als Grenzstadt gedacht. Rechtsanwalt Dr. Heimerich, der Vorgänger Renningers, sagte als Belastungs- zeuge aus, Renninger sei im Herbst 1932 als Sprecher der Nazi-Erwerbslosen zu ihm ge- kommen und habe in auf dringlicher Weise von einem Projekt gesprochen odenabtra- gung auf der Friesenheimer Insel. D. Red.), wonach diesen Menschen eine Arbeitsmög- lichkeit hätte geschaffen werden können. Der Betroffene selbst dagegen erwiderte, sein Besuch habe dem Erwerbslosenproblem schlechthin gegolten. Als Wirtschaftler habe er versucht, dem Problem der seinerzeit 40 000 Arbeitslosen in Mannheim zu begeg- nen. Einen breiteren Raum nahm schließ- lich die Diskussion um die Entlassung des ehemaligen Oberverwaltungsrates der Stadt, Dr. Chlebowski, am 4. November 1944 ein. Letzterer hatte im Rahmen einer Referen- tenbesprechung am 31. Oktober 1944 eine abfällige Bemerkung über die Presse ge- macht, was zu seiner Entlassung führte. Der Ex-OB äußerte hierzu, die Bemerkung Chle- bowskis sei gegen die Regierung gerichtet gewesen. Um ihn sowie sich selbst nicht zu gefährden, habe er ihm angeraten, aus der Stadtverwaltung auszuscheiden. Von einer ultimativen Entlassung könne nicht gesprochen werden, was dadurch erhärtet würde, daß er ihm noch das halbe Jahres- gehalt ausbezahlt habe. a Entlastungszeugen schilderten den Be- troffenen als Menschen, der sich während seiner Amtszeit klar von den Machenschaf- ten der Nazis distanziert, nichtnazistische Angestellte nur nach ihren Leistungen be- urteilt, sowie Antinazis und Juden unter- stützt habe. Dr. Gunzert,„der seit 1929 der Stadtverwaltung Mannheim angehörte, er- klärte es als besonderes Verdienst Rennin- gers, daß in Mannheim als wohl einziger Stadt das Wohlfahrts- und qugendamt nicht von der NSV übernommen worden sei. Auf Antrag des Klägers sowie des Verteidigers wurden schließlich zahlreiche, den Betrof- tenen teils be- und teils entlastende Schrift- ten zur Verlesung gebracht. Die Kammer kam schließlich nach kurzer Beratung zu dem Entscheid, beide Berufun- gen zurückzuweisen. Renninger bleibt Be- lasteter und hat als Sühne ein Viertel sei- nes Vermögens, mindestens jedoch 10 000 DM zu zahlen. Die Kosten des ersten Ver- fahrens sind vom ihm ganz, die des Beru- tungsverfahrens zu 75 Prozent zu bezahlen. Der Streitwert der Verhandlung beträgt 124 000 DM. Die übrigen, oben bereits er- wähnten Sühne maßnahmen, bleiben be- stehen.. cke worden sei. Auf Anregung dieser Behörde nen sei, endeten in dem Antrag, ein psycho- Unzufriedenheit mit Frunkiurts Preispolitik Der Stadtrat ist mit einer Resolution einverstanden Ober bürgermeister Dr. Fritz Cahn- Garnier eröffnete die gestrige Stadt- ratssitzung mit der Bekanntgabe, daß die vor einiger Zeit vom Stadtrat angenom- mene Hauptsatzung der Stadt nun auch von der Staatsaufsichtsbehörde genehmigt nahm das Gremium Stellung zur Preisent- wicklung nach der Währungsreform. Nach einer detaillierten Schilderung der Preis- entwicklung bei einer Reihe von Gütern schlug der OB dem Stadtrat vor, eine Ein- gabe an das Verwaltungsamt für Wirt- schaft in Frankfurt sowie an die Länder- regierung zu machen, in der eine rigorose Aenderung der Preispolitik gefordert wird. Bürgermeister Trumpfheller betonte in diesem Zusammenhang, die Industrie arbeite schon zu einem beträchtlichen Teil nicht mehr für den täglichen Bedarf, son- dern benutze die Rô&hstoffe trotz äàußer- ster Knappheit zur Herstellung von Lu- xusartikeln. Zur Preispolitik erklärte der Redner, obwohl die Preisvorschriften der VfW knicht, beachtet würden, bringe man es auf der anderen Seite nicht fertig, Preise für in ausreichendem Maße vorhandene Waren zu senken. Nach einer eingehenden Schilderung der Preis- und Versorgungs- lage auf dem Kartoffel- und Fleischmarkt warnte Trumpfheller vor der Gefahr, daß Zustände entstehen könnten, die nicht ein- mal mehr vor dem Begriff„Privateigen- tum“ halt machten. Stadtrat Schweizer(SPD) betonte als einer der zahlreichen Diskussionsredner, wenn Frankfurt nicht in der Lage sei, eine Wende in der Preispolitik herbeizuführen, müsse man sich auf das Schlimmste gefaßt machen. Schweizer forderte erneut die Bil- dung von Kontrollausschüssen zur Preis- überwachung. Das vom Oberbürgermeister vor Beginn der Debatte erbetene Einver- ständnis für die Eingabe an das Vfw wurde 411 vom Stadtrat einstimmig gege- en. Im letzten Punkt der Tagesordnung gab Stadtsyndikus Dr. Wo l! die Liste der Ver- trauenspersonen für die in Kürze stattfin- dende Schöffen wahl für das Jahr 1949/50 bekannt. Gegen die Nominierung des O. Deschler, P. Sickinger, L. Waibel, Dr. Li- zius, P. Eimuth, K. Rothley und G. Wacker erhob der Stadtrat keine Einwände. Der Oberbürgermeister gab vor Beendigung der öfkentlichen Sitzung bekannt, daß der Stadtrat in Zukunft um 16 Uhr. und nicht wie bisher um 14.30 Uhr zusammentreten wird. cke. selen jedoch einige Aenderungen vorge- nommen worden, wonach der Oberbürger- meister berechtigt ist, nichtöffentliche Stadtratssitzungen anzusetzen, wenn es das Wohl der Bevölkerung erfordert. Nach einem weiteren Vorschlag der Staatsbehörde entfällt der Absatz 2 des Paragraphen 9 der Hauptsatzung, der es bisher gestattete, Sitzungen der einzelnen Ausschüsse des Stadtrates unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit abzuhalten. Der Oberbürgermei- ster erwiderte auf die von Stadtrat Wal- deck(CDU) zu diesem Punkt geäußerten Bedenken, in erforderlichen Fällen könne der eingangs geschilderte Paragraph ange- wandt werden. Im nächsten Punkt der, Tagesordnung Landgericht Verbindung brachten, bevor sie den Zusam- menhang kannten. 1 Medizinalrat Dr. Schwenninger ging in seinem psychiatrischen Bericht auf die zerrütteten Familienverhältnisse des Angeklagten ein, der gemütsarm, aber kei- nesfalls schizophren sei. Es sei auch kein Widerspruch, daß der Angeklagte— wie dies über zwei Dutzend Zeugen angaben— Fremden gegenüber außerordentlich höf- lich, seinen beiden Frauen und seinen Kin- dern gegenüber aber roh und brutal gewe- sen sei. Dies sei bei heimtückischen Ermor- dungen immer wieder festzustellen. Medi- zinalrat Dr. Hoffmann bekräftigte diese Ansicht und stellte nochmals diese über- durchschnittliche Intelligenz des Angeklag- ten fest. Das Plädoyer des ersten Staatsanwaltes, von Mühlenfeis, faßte noch einmal das ganze erdrückende Beweismaterial zu- sammen und hielt einen mildernden Aus- nahmefall nach Paragraph 211 der neuen Fassung des R StGB für nicht zutreffend, da die Ermordung in beiden Fällen aus Vorbedacht— im ersten Fall aus Habgier, im zweiten, um eine lästige Mitwisserin zu besgitigen— erfolgt sei. Er beantragte, den Angeklagten wegen Mordes in zwel Fällen, davon im ersten Fall in Tateinheit mit be- sonders schwerem Raub, zweimal zum Tode und zur Aberkennung der bürgerli- chen Ehrenrechte zu verurteilen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt VOII berg, mußte in beiden Fällen die Täter schaft Scheus anerkennen. Längere Aus- führungen, die zu beweisen versuchten, daß Scheu eventuell doch an latenter Schizo- phrenie leide und die Tat als eine Explo- sion gewisser extremer Kräfte zu bezeich- Mehr Licht! Wenn man so will, führt Sandhofen ein Doppelleben, und zwar ein Leben als Bauerndorf mit einem konservativen, alt- eingesessenen Bauerntum, das sich mit eigenen Gasthäusern und eigenem Gesang verein um die evangelische Kirche und das alte Rathaus als Kern dieser ländlichen Gemeinde gruppiert. 168 bäuerliche Be- triebe mit je über 1 Hektar Bodenbesitz und 1836 Hektar Gesamtanbaufläche gibt es hier, die auſjer ihrem Eigenbedarf Zuk- kerrüben und Tabak bauen und einen grö- geren Viehbestand besitzen als Secken- heim. Das Rathaus ist hier— noch ganz patriarchalisch im Sinn der alten Landge- meinde— das Haus, in dem man sich Rat holt, das im Notfall Streitigkeiten schlich genlegt Ansehen und Vertrauen. Sein zweites Leben führt Sandhofen Als Ansiedlung von Gewerbetreibenden, An- gestellten und Arbeitern der nahen Indu- striewerke, die ebenfalls ihre Gaststä en und Vereine besitzen. Dieser Teil Laube tens hat auf seinem Wunschzettel geschrie- ben, die Straßenbahn möge endlich mor- therapeutisches Obergutachten einzuholen. Das Gericht lehnte dies unter Verweis auf die nicht angegriffenen Gutachten der durchaus kompetenten Sachverständigen ab. nk. Kurze, MMH“- Meldungen Zwei Wohnungsbrände. Vermutlich durch Kurzschluß brach in einer Wohnung in Neu- ostheim ein Brand aus, bei dem der Fußboden und verschiedene Möbelstücke erheblich be- schüdigt wurden. Das Feuer konnte von den Hausbewohnern gelöscht werden. Gesamt- schaden etwa 900,— DM.— In K 4 entstand durch Glanzrußbildung ein Kaminbrand, der durch den schadhaften Kamin bereits auf den Fußboden einer Wohnung übergegriffen hatte. Die Berufsfeuerwehr konnte das Feuer nach etwa einer Stunde löschen. „Hoher Besuch“ und kleine Kasse, In einem Vergnügungslokal gab sich ein junger Mann als Beauftragter der österreichischen Regierung kehrs die Linie 10 mit jeweils zwei— hüngern 1KKren lassen, da die 5 —1 W—— Woldhof, die eigentlich nie enutzen sollten, di heillos überfüllen. e Ganz Sandhofen aber begehrt mehr Lichtz und zwar in zweifacher Hinsicht. Einmal mehr Erleuchtung für seine Schul- kinder, die nach Ansicht der Eltern zu we⸗ nig Unterricht erhalten, denn die Klassen sind z. Z. behelfsmäßig in drei verschie- denen Häusern untergebracht, weil das alte Schulhaus in Trümmern liegt und das groe neue noch nicht wieder hergestellt aus. Etwa 4d DM betrug seine Zeche, alz es Schnectentempo. Und die sich herausstellte, dal er überhaupt kein Geld f. ö% Sandhotener besaß, um seine Schuld zu bezahſen. türchten, dal es noch gute Weile damit hat, bis die Schule wieder einziehe Und mehr Licht wünscht man n puncto Straßenbeleuchtung, well es da bis jetzt völlig lichtlos hergeht. Da diese„Ver- dunkelung“ die persönliche Sicherheit nicht gerade erhöht, die Elgentumsvegehen aber sehr unterstützt, wünscht man mindestens eine ausreichende Notbeleuchtung. Also: mehr Licht für Sandhofen! rel. Der Sport meldet: Toni Joy ein Glückspilz Unerfreuliche Verkehrsstatistik, Auf dem Speckweg wurde ein Alterer Mann beim Ueber- schreiten der Straße von einem PRW erfaßt und schwer verletzt. Einer Auskunft des Städt. Krankenhauses nach besteht Lebensgefahr.— Die Zahl der Verkehrsunfälle ist nach wie vor sehr hoch. Die Unfallstatistik für den Stadt- bezirk Mannheim zeigt für September insge- samt 83 Verkehrsunfälle. Eine Person wurde getötet und 63 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. In sechs Fällen ist die Ur- sache auf Trunkenheit der Fahrer zurückzu- führen, während in sieben Fällen unbeaufsich- tigte Kinder gegen fahrende Kraftfahrzeuge liefen. Zwei epileptische Radfahrer flelen wäh- rend der Fahrt von ihren Rädern. Wasserschutzpollzei 20 um. Die Dienst- los, in, Wurttemberg-Baden beteiligten sich 0 mehr als 20 000 Wetter. V räume der Wasserschutzpollzei. Abschnitts- we„Von den 20 000 Tip- I 0 a pern hatte im I. Rang k leitung„Rhein-Neckar“, befinden sich seit richtig vorausgesagt. 8 3 1. 2 5. Oktober in Mannheim, L 6, Zimmer 106 bis 1064(Telephon 531 56). Ernst Roth wurde Landrat. Der ehemalige Redakteur der früheren Mannheimer„Volks- stimme“ und bisherige Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei des Saarlandes und Chefredakteur der Saarbrücker„Volks- stimme“ wurde, nachdem ihm der Landesvor- stand der SPS das Vertrauen entzogen hatte, zum Landrat in Frankenthal bestellt. Frauen auf der Schulbank. Das Frauensek- retariat des Gewerkschaftsbundes Württem- berg-Baden, Ortsausschuß Mannheim, führt im Oktober einen Wochenendschulungskurs für weibliche Funktionärinnen durch. Beginn des Kurses am 9. Oktober, 15 Uhr, im„Grohgen Hirsch“, Mannheim, 8 I. Für Hinterbliebene und Waisenkinder. Der Verband für Körperbeschädigte, Sozialrentner und Hinterbliebene veranstaltet am 10. Ok- tober* Uhr im Astoria-Theater Mannheim ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten von Hinterbliebenen und Waisenkindern unter Mitwirkung des Handharmonikavereins„Rhein- gold“, des Quartetts des Gesangvereins„Con- richtige Tipps vorausgesagt, für qie je 27 . eee während ee im 5 ei a richtigen Ti J— bene igen Tips je 32,50 DM aus oni Joy, Mannheim, hat im II. und 1 Rans gewonnen. Er kann bei einem Ensetz von 1 DM zusammen 305 DM i r ——— M in Empfang Es führt ein Sonderzug für die Sportler Zum Städte-Fugballsplel Habe—Kirlerunb am Sonntag, 10. Oktober, fänrt ein Sonderzug mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung von Mannheim nach Karlsruhe. Der Zug führt 11.30 Uhr vom Hauptbahnhof. Mannheim ab, 5 in Neckarau, Schwetzingen, Hockenheim, lesental, Graben-Neudorf und kommt um 13 Uhr in Karlsruhe an. Die Rückfahrt erfolgt um 18.04 Uhr ab Karlsruhe und die Ankunft in Mannheim um 19.30 Uhr. Anmeldung und Fahrkarten bei sämtlichen Haltebahnhöfen und Hauptbahnhof Heidelberg, sowie beim Ha- pag-Lloyd-Reisebüro in Mannheim. Beim Hei- sebüro sind auch Eintrittskarten erhältlich. Der Fahrpreis beträgt ab Mannheim 3,80 DM. cordia“ und mehrerer Solisten.. Wir gratulieren! Das Fest der silbernen eee 2 Weiter trockenes Hochzeit felerten Jakob und Else Eber, Mann- N Herbstwetter heim, Holzstraße 16. 78 Jahre wurde Anna 7 Senfert, Mannheim-Waldhof, Mittelried 3. Ihre Vorhersage bis Samstagfrüus Heiter oder leicht bewölkt, stellen⸗ goldene Hochzeit feiern Heinrich und Anna Höchst- Strohmaier, Mannheim, Am Friedhof 3—11. Anna Stumpf, Mannheim, Schafweide 51, wird 71 Jahre alt. Die Firma August Köstner& Sohn, Mannheim, Sukowstrase 6, begeht ihr 50 jähriges Geschäfttsjubllaum. 0 weise Frünnebelbildung. temperaturen 13 Grad. Nur noch vereinzelt ggeinger Bodentrost be! schwachen östlichen Winden.“ Amt fur Wetterdienst, Karlsruhe. . temperaturen 15—17 Grad, Tiefst- ten muß, selbst Ehestreitigkeiten. Denn e gens und abends während des Hauptver- Ist. Man baut wohl seit 1946 daran, aber im . Am ersten Tag des staatlichen Fußball-To- 0 Seite 6 Freitag, 8. Oktober 1948/ Nr. 126 Femillennschriehten 5 f Statt Karten a Nachruſ Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb unser Direktor Herr Alberi Döhmann im Alter von 52 Jahren. Der Verstorbene hat in 30jähriger Tätigkeit innerhalb der Rhenania-Gruppe in guten u. schweren Zeiten Hervor- ragendes geleistet. Seine Persönlichkeit war stets ein leuchtendes Vorbild an Pflichttreue und Verantwortungs- bewußtsein. Sein Leben war Arbeit und volle Hingabe an seine Berufspflichten. Sein Andenken wird bei uns unvergessen bleiben und in hohen Ehren gehalten werden. Mannheim, den 6. Oktober 1948. . KHE NANA 7 Schiffahrts- und Speditions- Gesellschaft 8 m. b. H., Mannheim Am 6. Oktober 1948 starb nach einem arbeitsreichen Leben mein treusorgender, lieber Mann und herzensguter Vater, nerr Alberi Döhmann 1 nach kurzer, heftiger Krankheit im Alter von 52 Jahren. Mannheim, den 6. Oktober 1948. Intiefem Schmerz: Grete Döhmann, Jürgen Döhmann u. Angehörige Beerdigung Samstag, 9. Okt. 1948, vorm. 9 Uhr, Hauptfriedhof. Von Beileids besuchen bitten wir abzusehen Allen Freunden u. Bekannten die traurige Nachricht, daß un- ser lieber Vater, Schwieger- vater, Bruder, Opa und Ur- großvater, Herr Valentin Geiger im Alter von 81 Jahren, wohl- Nach einem arbeitsreichen Le- ben ist unerwartet rasch meine Ib. Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester u. Oma Beria Casper geb. Heitzmann 5 im Alter von 66¼ Jahren von * uns gegangen. 1 Mannheim, Schafweide 75. g In tiefer Trauer: 5 Georg Caspers und Angeh. versehen mit den heil. Sterbe- sakramenten, sanft entschlafen ist. M.-Käfertal, obere Riedstr. 57. Die trauernd. Hinterblieb Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Groß- vater, Schwager und Onkel Peier Busch Hauptwachtmeister der Berufs- feuerwehr a. D. ist am 6. Oktober, kurz vor Vollendung seines 60. Lebens- jahres von uns gegangen. Mhm.-Käfertal, 6. Oktober 1948 Obere Riedstraße 52 In tiefer Trauer: Sophie Bitsch, geb. Feierabend: Charlotte Bitsch; Famil. Wilh. Herbold und Angehörige Beerdigung am Samstag, 9. 10. 40, 11 Uhr, Friedhof Käfertal Nach einem arbeitsr. Leben u kurzer Krankheit ist mein lb. Mann, unser gt. Vater, Schwie- gervater, Opa u. Onkel, Herr Theodor Schuck im Alter von 56 Jahren von uns gegangen. Mhm.-Waldhof, 6. Oktober 48. Freyastraße 50. Elise Schuck, Kinder u. Angeh. Beerdigung Samstag, 9. 10. 48, 10 Uhr, Friedhof Käfertal. anzuzeigen: W. IL. Ernst Armknecht Klara Armkne cht ge. Adler NMannh.-Neckarau, Plinaustr. 12 Geisenheim a. Rh., Weberstr. 12 25. September 1948 . * 8 8 mre vermänlung beehren sich — Für die uns anläßlich unserer Vermählung zugegang. Glück- wünsche danken wir herzlichst — Je wertvoller das DEU TSCH-AMERIKANISCHE vſevicl i fl leqen tf Geld. desto wertvoller Ihr Wagen · je wertvoller mr Wagen, desto mehr Fürsorge ver · dient erl Daran bei der Wahl des Motoröles zu denken. ist besonders wichtig. Geradezu unerläßlich aber ist es, wenn Sie den sdisonbedingten Olwechsel vor- nehmen lassen. Die Marke ESSOLU B ist ein ſest ver- ankerter Qualitätsbegrill. Lassen 81. sich für ihr gutes Geld ESSO LUBSeben. In ihm sind die qusschlaggebenden Eigenschaften guter Autoble vereinigt. Sie Wissen: ESSO Freunde- gut betreut. PETROLEUM- GEP SETTLSCHATT U Veranstaltungen Heinz molmelste g 1 ö ion ümbfl., Mhm., MI. 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Vorverkauf ab 15.00 Uhr. Zentral- Theater, Mannh.-Waldhof. Heute bis Donnerstag: Ein Sitten- bild von dramatischer Wucht:„Der Glöckner von Notre Dame“ mit eng don Vatardeh spielt Werke von Beethoven, Charles Laugthon, Maureen O'Hara in. u. a. Anfang: Wo. 16.15, 20.30 Uhr.. Schomenn, Debussy, Chop Sa. 17.30, 19.45, 22.00 Uhr, So. 16.00, 0 M 1.50 bis 4.— 18.18, 20.30; 14.00 Kinder vorstellung. e eee, HEINZ HOFFMEIS TER 1 Mannheim, Weylstraße 27. Leo Hauenstein und Frau Hannelore, geb. 1 1 immobilien Wohnungstausch 8 2 2 Konzertdirektion Gmbfl. Mhm. N7.s — eicul b, ge Bauplatz in Weinheim, Viernheim oder Wallstadt zu kaufen gesucht. Angeb. unt. P 0827 an den Verlag. Großes Obstbaumgrundstück in schönster Stadtlage Heidelbergs 2 Stellen- Angebote N mit 3 Zimmer-Holzhaus u. Neben- geb. gegen kleines Haus mit Gar- Fachschulingenieur f. Konstruktions- beiten bei d. Planung v. Dampf- cht. Bewerb. mit g u. mehrjähr. bote unter kraftanlagen gesu abgeschl. Ausbildun Praxis bevorzugt. 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Gleichzeitig machen wir auf den Vorverkauf von Rückfahrkarten bei der fhein-Haardtbahn-Agentur, Ludwigshafen am Ludwigsplatz. aufmerksam. Die am 9., 10. und 11. Oktober 1948 gelösten Fahrkarten berechtigen zur Rückfahrt bis 12. Oktober 1948, vorm, 9 Uhr; die am 16. und 17. Oktober 1946 gelösten Fahrkarten bis 18. Oktober 1948, vor- mittags 9.00 Uhr zur Rückfahrt. Rhein-Haardtbahn-Gesellschatt mit beschränkter Haftung.„ ν. Einfuhr von Klauentieren und Einhufern.„ demäh Prlaa des Herrn Präsidenten des Landesbezirks Baden— Abt, Innere Verwaltung— in Karlsruhe vom 22. 7. 1940, Nr. 23 063, und Erlag vom 29. 12. 47, Nr. 61 561, Kintuhr von Pferden betreffend, unterliegen die in den Landesbezirk * Baden zu Nutz- und Zuchtzwecken eingeführten Klauentiere und Ein- 5 hufer alsbald nach dem Eintreffen der amtstierärztlichen Untersuchung. Wir weisen erneut die Vieh- und Pferdehändler auf die Anmelde- pflicht eingehender Transporte hin. Mannheim, den 4. Oktober 1946. Städt. Amt für öttentliche Ordnung VI. Für die Herstellung eines Industriegleis- anschlusses bei Mannheim-Friedrichgfeld werden die Erdarbeiten zur Anlage eines Dammkörpers(ca. 14 ebm einschl. Nebenarbeiten) mit einer mittleren Förderweite von etwa 500 m und einer maximalen Förderwelte von etwa 1000 m öffentlich ausgeschrieben.. Angebots- unterlagen beim Städt. Tletbauamt, U 2, 6, Zimmer 33. Pläne können dort eingesehen werden. Eröffnungstermin: Freitag, 22. Oktober 1948, 10 Uhr, U 2, 6, Zimmer 26. Mannheim, 7. Okt. 1948. Städt. Tietbauamt. Oeftentliche Erinnerung! An die Zahlung der folgenden Steuern wird erinnert: 1. Lohnsteuer nebst Kirchenlohnsteuer ausgeschieden nach Religionsbekenntnissen unter Abgabe einer Lohnsteueranmeldung, fällig am 5. Tage nach Ablauf des jeweiligen Lohnzahlungszeitraums.— 2. Einkommensteuer- nebst Kirchensteuer- und Körperschaftsteuer- Vorauszahlung unter Abgabe einer Vorauszahlungserklärung, fällig am 11. Oktober 1948.— 3. Umsatzsteuer vorauszahlung für September 1948 unter Abgabe einer Voranmeldung, fällig am 11. Oktober 1946. 4. Ab- schlugzahlungen und Vorauszahlungen aufgrund der zugestellten 0 Steuer- usw. Bescheide.- 5. Sünnebeträge aufgrund zugestellter Suünne- bescheide bzw. Spruchkammerurteile.— Elnzelmahnung erfolgt nicht 4 mehr. Rückstände werden unter Berechnung der Säumniszuschläge, 1 Gebühren und Kosten im Vollstreckungsverfahren eingezogen. Steuer- nummer angeben! Briefsendungen, dle Schecke und sonstige Zah- lungsmittel enthalten, an die Finanzkasse und nicht an das Finanzamt richten. Die Finanzämter Mannheim, Schwetzingen, Weinheim. Personenstands- und Betriebsaufnahme 1943 in Nordbaden. Am 10. Oktober 1046 wird durch die Gemeindebehörden im Landesbezirk Baden wieder eine Personenstands- u. Betriebsaufnahme durchgeführt. Dazu wird auf folgende Sonderregelung hingewiesen: Der 10. Oktober 1940 ist ein Sonntag. Für die Bezeichnung des Arbeitsverhältnisses (Spalte 10 der Haushaltsliste) ist deshalb der Stand am Montag, 11. Oktober 1948, maßgebend. Aus demselben Grunde ist im letzten Ab- schnitt des Betriebsblattes- unter Abweichung von dem Vordruck- die 5 Zahl der Beschäftigten nach dem stand am Montag, 11. Oktober 1946, anzugeben. Karlsruhe, 5. 10. 1948. Landesflnanzamt Baden in Karlsruhe. I ONrope 44 Oeffentliche Ausschreibung. Zuverl Hastelarbeit' aus branchekund. kfm. Kraft für Büro, Lager, Eln- u. Verkauf. Angebote Ange Anzeigen- Vertreter Akquisiteure zum sofortigen Ein- tritt gesucht. Beste Verdienstmög- unter P 29329 an den Verlag. Großstückschneider Tüchtiger gut. Lohn auf Werkstatt od. Heim- arbeit gesucht. Maßschneiderei Wün. Bergdolt, Mhm., H 1, 8. Tücht. fung. sol. Kaufmann, mögl. aus d. Auto-Branche, sof. gesucht. Nur schriftliche Angebote an Auto- Haefele, Mannheim, O 7, 1. Tüchtiger, selbständiger Spengler u. Installateur gesucht. Nr. 0791 an den Verlag. ss. Kraft(evtl. 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