Jr. 280 —— seinen e be- uf die Pfeife nserer iktigen Maler Bon- ꝛerfort „Nur Maler. beteu⸗ Mahrt. v Oder ver- zeiten, a8 ge⸗ noch n uns euerte 5 t Ha- Maler die sagen, reg ö mtags 2 wel nder Meris k. Sie allem ne in mei- e die ug 20 mern 0 daß Ssene nach lang- jeris- dliese die und ische sten F gard Wal- der des ichen ichen und ifall, Auf- ten Wa. 5 1. Er karre aden eren gabe chen nzu- veise Zeit als bin- gen- tte ven- wie nuh⸗ eder teu 0 als klei- itten hul- ver- vohl ück⸗ Weg rde nter tuhl An- lag ild- Nen me, ver- im- ehn tion mes War lerz olgt verlag. alliierten Wafkenstillstandsdelegation, rausgeber: Mannheimer Morgen Druck: Mannheimer Groß- druckerei. Verlagsleitung: H. Bauser; Chefredakteur: E. F. von Schilling; stellv.: Dr. K. Ackermann; Politik: Dr. E. Kobbert; Wirtschaft: F. O. weber; Feuillet.: W. Gilles. K. Heinz; Lokal: M. L. Eberhardt; Kommunal: Dr. F. W. Koch; Ludwigshafen u. Sport: l. Schneekloth; Land: C. Serr; Sozial- redaktion: F. A. Simon; Chef v. D.: O. Gentner. 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Dezember 1932 Schuman sucht Hilfe für Indochina Appell des französischen Außenministers an den Atlantikrat/ Vietnam ebenso wichtig wie Korea Paris.(dpa/ UP) Der französische Außenminister Schuman und Indochina Minister Letourneau appellierten am Dienstag an den atlantischen Rat in Paris, Frankreich im Indochinakrieg zu unterstützen. Schuman sagte, daß sein Land nunmehr konkrete Beschlüsse und klare Entscheidungen in dieser Frage erhoffe. Frankreich ver- trete die These, daß die Kämpfe in Vietnam einen ebenso wichtigen Platz in der Abwehr des Kommunismus einnehmen wie der Koreakrieg, und daß die atlantischen Staaten durch ihre Hilfe ein„Zeugnis der Solidarität Schuman wies in diesem Zusammenhang i darauf hin, daß eine Unterstützung in Indo- china auch Frankreichs Stellung innerhalb der Europaischen Verteidigungs-Gemeinschaft verbessern würde. Nach Angabe eines Spre- chers der Organisation des Atlantikpakts bekundeten mehrere der versammelten Mi- nister ihre Sympathie mit dem französischen Anliegen und bezeichneten es als wesentlich, die„Bastion“ Indochina für die westliche Welt zu erhalten. Die Beratung über diese Frage soll heute, Mittwoch, fortgesetzt werden. Die französischen Minister wiesen in ihrer eindringlichen Schilderung der von Frank- reich im Fernen Osten zu tragenden Lasten der freien Völker“ ablegen könnten. darauf hin, daß sich das französische Expe- ditionskorps auf 175 000 Mann belaufe und bis zum 1. Oktober dieses Jahres bereits 90 000 Mann an Toten und Verwundeten ver- joren habe. In Vietnam kämpften 26 Prozent des gesamten französischen Offlzierskorps 8000 Offiziere— und 30 000 Unteroffiziere, Was 37 Prozent des gesamten Unterofflziers- korps ausmache. Frankreich müsse 60 Pro- zent der gesamten Kriegskosten aufbringen und habe von 1945 bis Ende 1952 bereits 1547 Milliarden Francs(etwa 18 Milliarden Mark) für den Kampf um Indochina ge- opfert. Die Hilfeleistungen der Vereinigten Staaten seien erst vor zwei Jahren ange- laufen und machten in diesem Jahr 33 Pro- zent der Kriegskosten aus.. Mountbatten Oberkommandierender im Mittelmeer Der Atlantikrat stimmte der Errichtung eines NATO-Flottenoberkommandos im Mit- telmeer unter Leitung des britischen Admi- rals Lord Mountbatten zu. Mountbat- ten untersteht in seiner Eigenschaft als NATO-Ober kommandierender im Mittel- meer dem NATO- Oberbefehlshaber in Europa, General Ridgway. Churchill sagte im Unterhaus, durch diesen Beschluß Reber unterrichtete Acheson Paris.(UP) Der amtierende amerikani- sche Hohe Kommissar in Deutschland, Sa- muel Reber, unterrichtete den amerika- nischen Auhen minister Aras On arm Dienstag über die politische Situation in der Bundesrepublik. Reber, der vor seiner Reise Rach Paris eine lange Unterredung mit Bun- deskenmer Dr. Adenauer hatte, teilte dem Außenmmister mit, daß die Aussichten auf eine Ratifizierung der deutsch- alliierten Verträge durch den Bundestag gut seien. Dr. Adenauer sei viel daran gelegen, die Verträge bald unter Dach und Fach zu bringen. Acheson kommt heute, Mittwoch, erneut mit dem französischen Außenminister Schuman und seinem britischen Folle- gen Eden zu einer privaten Konferenz zu- sammen, um die EVG zu erörtern. Eden und Acheson sind sich darin einig, daß es am besten wäre, das EVG-Abkommen zu- nächst von Deutschland. Italien und den Benelux-Ländern ratiflzieren zu lassen, be- vor der Vertrag der französischen National- versammlung zur Zustimmung vorgelegt wird. Schuman seinerseits drängt Eden, eine engere Verbindung zwischen Groß- britannien und der EVG zu bewerkstelligen und verlangt von der britischen Regierung das Versprechen, mindestens während der nächsten zwanzig Jahre britische Truppen auf dem Kontinent zu belassen. f We ee, Stuttgart. Der Ministerrat von Baden-Würt⸗ temberg erließ am Dienstag eine Verordnung über die Errichtung eines dem Innenministe- dium unmittelbar unterstellten Autobahnam- tes, dem die Verwaltung der Bundesautobahn für das gesamte Landesgebiet obliegt. München. Ein amerikanisches Gericht in München verurteilte den 42jährigen Jugoslawen Darko Circowicz wegen Spionage zu zehn Jah- ren Gefängnis. Er wurde für schuldig befun- den, dem sowietischen Geheimdienst wichtige Inlormationen und Nachrichten zugeleitet zu aben, die die Sicherheit der amerikanischen Streitkräfte in Europa gefährden könnten. Prag. Die Aenderung der Statuten der Kom- munistischen Partei der Tschechoslowakei ist der Hauptpunkt der Tagesordnung eines KP- Nationalkongresses, der am Dienstag in Prag erörknet wurde. Der Entwurf der neuen Sta- kuten entspricht den Statuten, die vor einigen Wochen von der KP der Sowjetunion auf 4555 Kongreß in Moskau angenommen wur- Paris. Ein Gespräch des MRP-Politikers Bidault mit General de Gaulle über eine neue krenzösische Regierungskoalition auf Resistance- Grundlage ist gescheitert. de Gaulle hatte Bidault die Unterstützung für einen solchen Plan unter der Bedingung zugesagt, daß die uropapolitik des Außenministers Schuman zugegeben wird. Hierzu ist das MRP— die a 85 des Außenministers jedoch nicht At. Washington. Der Oberste amerikanische Ge- richtshof in Washington hat festgestellt, daß eine Beteiligung am Koreakrieg für die USA nicht verfassungswidrig ist. Das Gericht lehnte einen Antrag ab, in das Verfahren gegen Stan- ley Dale Sydow einzugreifen, der zu drei Jah- zen Gefängnis verurteilt worden war, weil er einem Einberufungsbefehl nicht nachkam. Tokio. Die Zahl der Todesopfer bei der Zeren Meuterei, die ern Sonntag in dem wilgefangenenlager der UNO auf der koreani- schen Insel Pongam ausgebrochen war, hat sich mwischen von 82 auf 84 erhöht. 85 Panmunjon. Der nordkoreanische General Nam II protestierte am Dienstag in einem an Generalleutnant Harrison, den Leiter der 5 gerich- ten Schreiben scharf gegen das Vorgehen amerikanischer und südkoreanischer Truppen egen die auf der Insel Pongam untergebrach- Gefangenen. P/ dpa) des Atlantikrates seien zwei für Großbri- tannien wesentliche Dinge erreicht worden: einmal die britische Verantwortlichkeit für das„Empfängerende“ von jenseits des At- Ianitiks, zweitens die wirksame Kontrolle der Seeverbindungen im Mittelmeer, die die Wahrnehmung der Verpflichtungen im Nahen Osten und den einheitlichen Einsatz aller britischen Stützpunkte und Streitkräfte in diesem Raum ermögliche. Churchill be- tonte, daß das Kommando Mountbattens auch Luftstreitkräfte einschließe. Der Admi- ral werde für die Sicherung der Verbin- dungswege Großbritanniens nach dem Nahen Osten auch weiterhin den britischen Stabschefs verantwortlich sein. Berichte über die Sowjetunion Weiterhin standen zwei umfassende Be- richte über die Sowjetunion, von denen sich der eine mit den Gegebenheiten des sowie- tischen militärischen Potentials beschäftigt, während der andere die möglichen politi- schen Ziele des Kreml zum Inhalt hatte, auf der Tagesordnung der Dienstag- Sitzung. Der militärische Bericht. der von dem NATO- Militärausschuß fertiggestellt wurde, betont, daß die Sowjetunion ihre Streitkräfte in letzter Zeit in hohem Maße modernisiert und mit besseren Waffen ausgerüstet habe. Die sowjetische Rüstungsindustrie sei mit Hilfe von deutschen Technikern weiter aus- gebaut und in vielen Fällen in weniger leicht erreichbaren Gegenden der Sowjet- union verlegt worden. Die Gesamtstärke der sowjetischen Streitkräfte von etwa 175 Di- Visionen sei zwar nicht erhöht worden, da- für habe aber die Schlagkraft dieser Trup- pen durch bessere Bewaffnung und gestei- gerte Beweglichkeit zugenommen. In dem politischen Bericht wurde dar- gelegt, daß in nächster Zeit kaum die Hoff- nung auf ein Nachlassen der politischen Spannung bestehe. Die Sowiets versuchten mit allen Mitteln den Druck auf die freie Welt aufrechtzuerhalten. Hierbei müsse be- sonders mit weiteren sowjetischen Maßnah- men gegen das freie Berlin gerechnet wer- den. Weiterhin wird auf die letzten Erklä- rungen des sowjetischen Staatschefs Sta- lin hifigewiesen, aus denen hervorgehe, daß die Sowjets die kommunistischen Parteien in den anderen Ländern dazu benutzen Wollten, um in der freien Welt Unruhe zu schaffen. Der amerikanische Außenminister be- tonte, daß es bei den Verhandlungen im NATO-RAT nicht darauf ankommen könne, ob die Spannung zwischen Ost und West zwanzig oder nur fünf Jahre anhalte. Viel- mehr sei es wichtig, sich die nackten Tat- sachen vor Augen zu halten, die darin be- stünden, daß sich die Sowjetunion als Außerst stark gerüstet darstelle in einer Haltung, die darauf schließen ließe, daß sie nicht die Absicht habe, den Druck auf die freie Welt zu verringern. Hieraus ergebe sich, daß der Westen seine eigenen Streit- kräfte verstärken und seine Einigkeit festi- gen musse. 2 Für engere soziale und wirtschaftliche Bindungen Der Atlantikrat sprach sich ferner in einer Geheimsitzung für engere soziale und Wirtschaftliche Bindungen zwischen den 14 Mitgliedstaaten aus. Dem Beschluß lag eine von dem italienischen Finanzminister Pella eingebrachte Entschließung Zu- grunde. Pella Wies auf Wirtschaftliche Schwierigkeiten der Mitgliedstaaten hin, wie zum Beispiel Italiens, wo Arbeitslosig- keit und Ueber völkerung herrsche. Er for- dert liberalere Ein wanderungsbestimmun- gen derjenigen Länder, denen Arbeitskräfte fehlen. Außerdem schlägt er einen larigfri- stigen wirtschaftlichen Aktionsplan vor. Pella hatte bereits am Montag einen stär- keren Austausch überschüssiger Arbeits- kräfte unter den NATO-Staaten gefordert. Großbritannien wird helfen Großbritannien wird, wie Außenminister Anthony Eden am Dienstag im Atlantikrat erklärte, Frankreich soweit wie möglich in seinem Kampf gegen den Kommunismus in Indochina helfen.. Fünf Forderungen der CDU Bundesvorstand für baldige Ratifizierung der deutsch-alliierten Verträge von unserer Bonner Redaktion Bonn. Die zweitätige Sitzung des Partei- Vorstandes der Christlich-Demokratischen- Union schloß mit fünf Forderungen, die die Zustimmung aller Beteiligten fanden. Man einigte sich auf folgende Gesichts- punkte: 1. Die Ratifizierung der deutsch- alliierten Verträge muß im Interesse Deutsch- lands und Europas so schnell wie möglich erfolgen. 2. Das Bundesverfassungsgericht darf um der inneren Entwicklung Deutsch- lands willen keinesfalls weiter Gegenstand politischer Auseinandersetzungen werden. 3. Vorzeitige Neuwahlen, wie sie die SPD gefordert hat, sind um der innen- und außenpolitischen Stabilität willen außerhalb jeder Diskussion, 4. Das Verhältnis zwischen den Regierungsparteien und der Opposition muß um des staatlichen und der demokra- tischen Entwicklung willen einer endgül- tigen Klärung zugeführt werden. 5. Der Bundesvorstand der CDU billigt die Haltung der Bundestagsfraktion und der Bundes- regierung. Er bittet sie, ihre Politik klar und entschlossen fortzusetzen. In der anschließenden Pressekonferenz wirkte die außergewöhnliche Zurückhaltung der Sprecher überraschend. Nach den Vor- gängen der letzten Wochen erwarteten die überaus zahlreich anwesenden Journalisten des In- und Auslandes Sensationen, die je- doch völlig ausblieben. Alle Meldungen der vergangenen Tage, die von Neuwahlen, neuen Verhandlungen, großer Koalition und wich- tigen nationalen und internationalen Ver- schiebungen gesprochen hatten, wurden in keiner Weise bestätigt. Es zeigte sich deut- lich, daß die Christlich- Demokratische Union keinesfalls daran denkt, ihre bisherige Linie zu verlassen. Im Mittelpunkt aller Erklä- rungen stand das„Ja“ zu der Vertragspolitik des Bundeskanzlers und zur Fortführung der bisherigen Linie. 5 Zu dem Verhältnis zur Opposition betonte der Bundestagsabgeordnete Tillmanns, daß um des Staates willen bei allen sachlichen Gegensätzen doch eine Atmosphäre geschaf- ten werden müsse, die eine vernünftige Zu- sammenarbeit ermögliche. Auf die Frage, ob am eine„große Koalition“ gedacht werde, er- klärte Tillmanns, mit derartigen Erwägungen könne man sich erst nach den nächsten Bun- destagswahlen beschäftigen, die planmäßig, so wie es das Grundgesetz vorschreibe, durch- geführt werden sollen. Im übrigen trat auf der Pressekonferenz der Wille zu Tage, dem Bundesverfassungs- gericht aus seiner sehr heiklen Situation, in die es durch die politischen Spannungen der letzten Wochen hineingeraten ist, heraus- zuhelfen. Der Bundestagsabgeordnete Kie- singer hob ausdrücklich als Mitglied des Direktoriums der CDU hervor, daß an eine Reform des Karlsruher Gerichtes erst gedacht werden könne, wenn die gegenwärtigen Aus- einandersetzungen ausgetragen seien. In den politischen Kreisen der Bundes- hauptstadt wurde im Anschluß an die Presse- konferenz und die Veröffentlichung der Ent- schließungen des CDU-Parteitages das Schlag- wort geprägt:„Adenauer zwischen Eisen- hower und Ollenhauer“. Das bedeutet, was auch auf der Pressekonferenz sichtbar ge- worden ist, daß die gegenwärtige politische Entwicklung vielartige Hintergründe hat, sowohl außenpolitischer wie innenpolitischer Natur. Sie lassen eine klare Definition ge- genwärtig noch nicht zu. Woyschinski wünscht ein gutes neues Jahr Der sowjetrussische Außenminister, Wyschi nski, hat Neu Vork, wo er an der Vollver- sammlung der Vereinten Nationen teilnahm, mit einem französischen Schiſf uieder verlas- sen. Von der Arbeit der Weltorganisation auf inrer letzten Tagung hält Wyschinski nickt viel, sagte er beim Abschied: aber er wünschte allen friedliebenden Menschen ein gutes neues Jahr. ( Keystone-Bild) Dibelius macht sich. mißliebig Die Ostberliner Presse setzt Angriffe gegen den Bischof fort Von unserem Korrespondenten A. N. in Berlin Berlin. Die Rede des Vorsitzenden des Rats der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Bischof D. Dr. Otto Dibelius, auf der Tagung des Weltkirchenrates in Denver (USA), hat in Ostberlin eine Verstimmung ausgelöst, deren Folgen noch nicht abzusehen sind. Bischof Dibelius, der sick kurz vor der Absage seiner Reise nach Moskau gegen die Absage seiner Reise nach Moskau in London gegen die Zwangsarbeit in der Sowjetzone aussprach, hatte in Washington erklärt, nur fünf Prozent der Deutschen in der Zone seien überzeugte Kommunisten. Die Ver- hältnisse in der Sowjetzone hatte er scharf Kritisiert. Wie aus Ostberlin bekannt wird, haben sich die zuständigen Referenten für Kirchen- fragen bei der sowjetzonalen Regierung mit den Aeußerungen des Bischofs beschäftigt, die für umso schwerwiegender angesehen wür- den, weil sie in Amerika gemacht wurden. Das in der Sowjetzone gültige Gesetz zum „Schutze des Friedens“, nach dem die Aeuße- rungen von Dibelius als Boykott-Hetze gelten können, gäbe den Behörden die Möglichkeit. die Tätigkeit des Bischofs in ihrem Gebiet einzuschränken oder ganz zu verbieten. Wie verlautet, wurde erörtert, der evangelischen Synode Berlin- Brandenburg und der Bischofs- konferenz der Sowjetzone nahezulegen, zu den Aeußerungen Dibelius' Stellung zu neh- men. Damit würden die in der Sowjetzone arbeitenden kirchlichen Institutionen ge- zwungen, sich für oder gegen den Landes- bischof von Berlin-Brandenburg zu entschei- den. Es wird auch damit gerechnet, daß die SED die erneute Verschärfung im Verhältnis von Kirche und Staat in der Sowjetzone, für die der Bischof auf Grund seiner„staatsfeind- lichen Aeußerungen“ verantwortlich gemacht wird, benutzen will, um die Bemühungen zur Entwicklung einer staats freundlichen Kirche zu verstärken. Bereits am Sonntag hatten— wie schon gemeldet— einige sowjetisch lizenzierte Zei- tungen den Bischof des„nationalen Verrats“ bezichtigt. Die evangelische Kirchenleitung von Ber- lin und Brandenburg hat am Dienstag„mit Entschiedenheit“ die jüngsten heftigen An- griffe der Sowietzonen-Presse gegen Bischof Dibelius, wegen seiner in den USA gehalte- nen Rede über das Oostzonenregime zurück- gewiesen. In einer Presseerklärung empfahl die Kirchenleitung. zunächst die für Ende dieser Woche erwartete Rückkehr des Bi- Ueberall wo Flüchtlinge in Not sind Lutherischer Weltdienst richtet„Flüchtlingsdienst“ ein Hannover.(dpa) Unter der Leitung des Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof D. Dr. Hanns Lil j e, trat am Montag und Dienstag der Lutherische Welt- dienst zu seiner konstituierenden Sitzung in der Evangelischen Akademie in Loccum bei Hannover zusammen. An der Sitzung nahmen vierzig Vertreter der lutherischen Kirchen aus Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich, England, Holland, Italien, Oesterreich, den USA und Deutschland teil. In den zweitägigen Beratungen wurden vor allem die Fragen geklärt, welche Kir- chen in besonderem Maße helfen können. Welche Mittel aufgebracht werden können und welche Notstandsgebiete besonders be- rücksichtigt werden müssen. Wie Landes- bischof D. Dr. Lilje anschließend ausführte, wird auch in Zukunft eine der Hauptauf- gaben des Lutherischen Weltdienstes die Flüchtlingshilfe sein. Zu diesem Zwecke wurde eine eigene Unterabteilung „Flüchtlingsdienst“ eingerichtet. Er wird sich 0 ncht nur auf Europa beschränken, sondern überall dort in Kraft treten, wo Flüchtlinge in Not sind. D. Lilje bezeichnete es als eines der Merk- male des Lutherischen Weltdienstes, daß er sich nicht auf Lutheraner beschränkte, son- dern überall dort Helfe, wo Not herrsche. Als eine zweite große Aufgabe bezeich- nete Lilje die Errichtung von Kirchen in den Gebieten, in denen Vertriebene neu aàngesie- delt werden, wie in Südamerika, Kanada oder Australien. Alle Hilfe des Lutherischen Weltdienstes müsse aber immer unter dem Gesichtspunkt geschehen, den FHilfsbedürf- tigen eine Initiativhilfe zu geben, um den Weg für die Eigenhilfe zu ebnen. Der Landesbischof unterstrich die bis- berigen Hilfeleistungen der Lutherischen Kirche mit dem Hinweis, daß allein die Lutherische Kirche in den USA seit Kriegs- ende 45 Millionen Dollar und die schwe- dische Lutherische Kirche 35 Millionen Dol- lar für Hilfsmaßnahmen aufgebracht haben. schofs aus den Vereinigten Staaten abzu- warten, um nachprüfen zu können, ob die verbreiteten Aeußerungen von Dibelius mit dem Wortlaut seiner Reden wirklich über- einstimmen. Die Kirchenleitung„hält es im übrigen für ummöglich, aus einzelnen und unvollständigen Mitteilungen, ohne sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. so schwer- wiegende Folgerungen zu ziehen, wie dies geschehen ist“. In Wirklichkeit liege „authentisches Material über den Wortlaut der von Bischof Dibelius gehaltenen Anspra- chen bisher nicht vor“. 5 BONNER Kurt Der französische Hohe Kommissar Frangois- Poncet hat am Dienstag im Namen der fran- zösischen Regierung Bundeskanzler Dr. Aden- auer ein Schreiben des französi- schen Außenministers Schuman z ur Saarfrage angekündigt. Das Schrei- ben soll unmittelbar nach der NATO-Konfe- renz dem Bundeskanzler übermittelt werden. 8 Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Gesetzesvorlage über die Errichtung des Bundes versicherungsamtes verab- schiedet. Damit sollen die Aufsicht über die Versicherungsträger und die Zuständigkeiten des Bundes und der Länder in der Sozialver- sicherung geregelt werden. 0 eIeqramm 2 5 Der Verband der Heimkehrer hat die alli- ierten Hohen Kommissare zum Weihnachtsfest um eine umfassende Gnadenak tion für die 900 Deutschen gebeten, die sich noch in alliiertem Gewahrsam befinden. Im Namen der zwei Millionen Mitglieder aller deutschen Kriegsopferverbände und der über sechs Millionen Unterzeichner der Kriegsge- fangenen-Treuelistenaktion des Heimkehrer- verbandes werden die Hohen Kommissare in einer Entschließung gebeten, bei ihren Regie- rungen eine schnelle Freilassung der noch In- haftierten zu erwirken. 5 * Die vom Vorsitzenden des Verbandes der Vertriebenen(ZVD/ BVD), Dr. Linus Käther, gegründete„Treuhand gesellschaft der Vertriebenen mbH,“ ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Bonn einge- tragen worden. Die Gesellschaft hat ein Stamm- kapital von 100 00 DM und erwartet, daß sie tür ihre Projekte drei Millionen DM aus ERP- Mitteln erhält. Sie will vor allem Flüchtlings⸗ betriebe produktiver Art errichten und be- stehende Betriebe sanieren. * Bundeskanzler Dr. Adenauer ist bei der alliierten Hohen Kommission vorstellig gewor- den, um An werbungen von Deut- schen für die französische Frem demlegion zu verhindern. Der Schritt Dr. Adenauers erfolgte auf Grund des deutsch- französischen Grenzzwischenfalls bei Schwei⸗ gen, wo am 13. November ein französischer Gendarmerieofflzier die Durchfahrt eines mit angeworbenen deutschen Fremdenlegionären besetzten französischen Omnibusses erzwungen hatte. * Der Bundesvorstand der CDU beschloß am Dienstag in Bonn, den nächsten Partei- tag der CD U nicht schon Fnde Januar, son- dern erst vom 19. bis 21. April nächsten Jah- res nach Hamburg einzuberufen. 5 9 g Der zivile Luftschutz sei ein wich⸗ tiges Glied in den allgemeinen Maßnahmen zum Schutze der Zivilbevölkrung, heißt es in einem Geleitwort des Bundesinnenministers Lehr in der ersten Nummer einer neuen Mo- natszeitschrift„Ziviler Luftschutz“. Er sei eine Vorsorgemaßnahme, von der heute keine ver- antwortungsbewußte Regierung entbunden werden könne.. MORGEN Mittwoch, 17. Dezember 1952/ Nr. 20 Kommentar Mittwoch, 17. Dezember 1952 Für oder wider den Sultan Frankreich hat die Elektrizität nach Ma- rokkO Sebracht. Frankreich ist stolz darauf. dieses Mittelalter von Seeräubern und Raubrittern, diese verwilderten Bergstämme nerd revoltierenden Palastsklaven der Zivi- Usation gewonnen zu haben. Aber Frank- reich tat dies um ein Jahrhundert zu Spät. Marokko wurde erst 1912 französisches Protektorat, zu einer Zeit also, als es be- Teits klar zu Tage trat, daß Kolonialpolitik aufgehört hat, auf die Dauer ein gutes Ge- schäft zu sein, und daß es höchst gefährlich ist, Völker mit Maschinengewehren vertraut zu machen, die bisher kaum mit Handfeuer- Waffen umzugehen verstanden. Frankreich erntet heute die bitteren Früchte einer historischen Verspätung. Es ist gar kein Zweifel, die Aufbauarbeit, die von der Großen Nation in ihrem Protek torat geleistet wurde, ist gewaltig. Casa- blanca, das Zentrum der heutigen Unruhen, Vor vierzig Jahren ein Nest ohne Hafen, ist heute eine bedeutende Großstadt mit mo- dernsten Bauten. Straßen und Eisenbahnen durchziehen das Land. Das Schulwesen ist seit 1989 bedeutend gefördert worden. Ma- rokko ist ein gewaltiger Aktivposten in der Tramzösischen Wirtschaftsrechnung. Aus diesem Grunde will sich der Kolo- nisator heute auch nicht ohne Not aus einem Lande herausdrängen lassen, das seinen ge- samten Wohlstand französischer Initiative und kranzösischem Kapitalexport verdankt. Dennoch meinen sachkundige Berater der Pariser Regierung, dag es auf die Dauer nicht möglich sei. sich mit Gewalt in Nord- afrika zu halten. und daß die Politik der Separerten Faust, wie sie im Augenblick den marokkanischen Nationalisten gezeigt Werle, keinen Erfolg haben könne. Marokko sei irmerlich unabhängig geworden und er- trage imperiale Maßnahmen um so weniger, Als es am 8. November 1942 mit eigenen Augen gesehen hätte. wie die französische Militärmacht in Casablanca kapitulierte und damit den Nimbus ihrer Unbesiegbarkeit verlor. Darnals sei eine neue Zeit angebro- chen, eine Epoche ohne nationale Vorrechte und Kolonisatorische Ambitionen. Es sei an der Stunde, daraus die Konsequenzen 2u Ziehen und Afrika ähnlich zu pazifizieren, We Indien von Großbritannien e befriedet Worden sei. Zumal Amerika als bedrohlicher Erbe im Himtergrund stehe und nicht zu- sehen werde, wie sein Mittelmeer- Flugzeug- Mutterschifk aus purer militärischer und Wirtschaftlicher Engstirnigkeit aufs Spiel ge- setzt werde. Demgegenüber wird von konservativen Kreisen Frankreichs darauf verwiesen, daß die Behauptung von der nationalen Ver- Sklavung der Nordafrikaner eine ebenso maß- lose amerikanische Uebertreibung und Ver- zerrung des Tatbestandes darstelle wie die angeblich so makellose amerikanische Frei- heit. Paris behandle die Marokkaner als fran- 2068ische Staatsbürger und dulde keine Ein- mischung in seine inneren Angelegenheiten, Wie dies aus höchst durchsichtigen Gründen von außen her versucht werde. Weder in Tunis, wWwo die Dinge einigermaßen anders Hegen, noch in Marokko habe die UNO ein Recht zur Einmischung. In Marokko stehe die übergroße Mehrheit der Bevölkerung zur Politik Frankreichs, und während die arabi- sche Liga sich anmaße, Klage gegen eine euro- päische Vormacht zu führen, habe der Pascha von Casablanca und die Spitze der marokka- nischen Gesellschaft dem französischen Gene- ralresidenten für seine besonnene Haltung gedankt. Schließlich sei es noch in jedermanns Erinnerung, wie leicht Marokko durch einen neuen Abd el Krim an den Rand der Anarchie gebracht werden könne. Aber die Herrschaft Frankreichs in Afrika ist Zweifellos krank. Darüber täuschen auch die schönsten Deklamationen nicht hinweg. Nicht als ob die Drohung mit einem„Heiligen Erieg' von arabischer Seite verfangen könnte. Schlieglich fehlt dieser Drohung im zwanzig- sten Jahrhundert jede elementare Kraft. Auch die gelegentliche Anspielung der ameri- Kanischen Besatzer des East Atlantie Com- mands bei Port Lyauthey, Marokko ernsthaft zu demokratisieren, kann nur auf ein nach- sichtiges Lächeln der Franzosen stoßen. Wie würde sich wohl eine Demokratie in der Hand einer Schicht von Dorfältesten und Aristo- Kraten ausnehmen, die von Regieren noch ziemlich robuste Vorstellungen haben? Aber Frankreich wird auf die Dauer doch nicht über die kämpferische Armee verfügen, die einen Kalten Krieg der nationalistischen Be- Wegung des IJstiqulal auszuhalten vermöchte. Darum wird es sich wohl dazu bequemen, die Forderungen des Sultans auf Revision des Protektoratsvertrags und Bildung einer Re- Slerung seines Vertrauens anzunehmen. Täte es dies nicht, so wären die Folgen allerdings nicht abzusehen. Nicht allein daß Marokko bei einem Bruch wieder in den Zustand eines Barbareskenstaates zurückflele und die ganze alliierte Mittelmeerpolitik über den Haufen werfen könnte— woran Moskau sicher nicht un interessiert ist— würde es auch Frank- reich selbst in seine schwerste innere Krise stürzen. Kaum ein zweites Mal wird man mit den berittenen Berbern des Pascha von Marrakesch den Sultan in die Knie zwingen Körne. Die Marokkaner haben die mora- lische Unterstützung der asiatisch-afrikani- schen Staaten, des Sowijetblocks wie auch ver- schiedener lateinischer Republiken und der USA. Selbst ein aussichtslos rebelllerendes Marokko würde Paris soviel Opfer an Geld, Material und Truppen kosten, wie es ange- sichts der Krise in Indochina und Tunesien gar nicht mehr ertragen könnte. Frankreich wird es vorziehen, im Sultan von Rabad einen friedlichen Verbündeten zu behalten, dem es seinen kolonialen Reichtum zur Mit- nutzung überläßt, als einen fanatischen Feind zu bekommen, der es auch im Falle seiner Niederlage in den wirtschaftlichen und stra- tegischen Ruin triebe. Br. Der Bey von Tunis will weiter verhandeln Tunis.(UP/ dpa) Wenige Stunden, nachdem der französische Generalresident in Tunis, Graf Jean de Hautecelocque, nach Paris zu neuen Besprechungen abgereist war, traf auf seinem Amtssitz in Tunis eine Note des Bey ein. Aus Kreisen, die dem Hof des tune- sischen Nominalherrschers nahestehen, ver- lautet, die Note enthalte das Ersuchen, die Verhandlungen über die Reformpläne für Tunesien wieder aufzunehmen. 5 Die französischen Behörden setzten am Dienstag ihre Aktion gegen die Nationa- listen in Marokko fort. Etwa 400 Polizisten und Soldaten nahmen bei einer Razzia 18 Marokkaner fest. Der„Große Rat der Ulema“ hat am Diens- tag die Mohammedaner der ganzen Welt aufgerufen, ihren Brüdern in Tunis, Marokko und Algerien bei ihrem Kampf gegen die französische„Unterdrückung“ materiellen und moralischen Beistand zu leisten. Die „Ulema“ sind die Rechtsgelehrten des Islam, die eine Art Klerus bilden. Ihr großer Rat gilt als die mächtigste religiöse Institution der islamischen Welt. Nationalversammlung will Nordafrika-Debatte Paris.(UP) Die französische Regierung er- litt am Dienstag in der Nationalversamm- lung eine empfindliche Abstimmungsnieder- lage. Die Versammlung wies zwei Vor- schläge der Regierung, eine Debatte über die Situation in Tunesien und Marokko auf unbestimmte Zeit zu verschieben, mit knap- per Mehrheit zurück und beschloß, schon in der nächsten Woche eine derartige De- batte abzuhalten Ein Vorschlag Außenmi- nister Schumans, die Debatte über Nordafrika vorläufig nieht stattfinden zu lassen, wurde mit 310 gegen 303 Stimmen Abgelehnt. Ein gleichartiger Antrag Mini- sterpräsident Pinays fiel mit 329 gegen 290 Stimmen durch. Brasilien bringt Marokko- Resolution ein New Vork.(UP) Brasilien legte den Ver- einten Nationeri am Dienstag die Marokko- Resolution der latein- amerikanischen Staa- ten vor, in welcher Frankreich und Ma- rokko aufgefordert werden, so bald wie möglich direkte Verhandlungen aufzuneh- men mit dem Ziel, freie politische Einrich- tungen“! für das marckkanische Volk zu schaffen. Diese Marokko- Resolution gleicht im we sentlichen der Tunesien- Entschließung der latein- amerikanischen Delegation, die vom politische Sonderausschuß der UNO-Ge- neralversammlung in der vorigen Woche mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen Wurde. Dem Ausschuß liegt ferner der Ent- wurk einer Entschließung des arabischen Blocks vor, der inhaltlich der latein- ameri- kanischen Resolution entspricht, jedoch die Souveränität des Sultans von Marokko un- terstreicht. Max René Hesse gestorben Buenos Aires.,(dpa) Der deutsche Schrift- steller Max Renèe Hesse, der in Argen- tinien lebte, ist im Alter von 67 Jahren in Buenos Aires gestorben. Hesse wurde besonders bekannt durch seinen Roman„Morath schlägt sich durch“, der mit autobiographischen Anklängen das Schicksal eines jungen deutschen Arztes in Argentinien schildert F ·. 2 0 gebe, eee, en r e . 9 „e 8 8 6 8 Ae. 7 FERIEN * Nurel aber „. Al Gefechtspause im Irak Die Herrschaft der Armee überbrückt ein politisches Vakuum Von unserem Mitarbeiter in Bagdad W. Krause Bagdad. In der alten Kalifenstadt Bagdad am Tigris, der Stadt Harun al Raschids und der Erzählungen in Tausendundeiner Nacht, ist nach blutigen Tagen wieder Ruhe eingekehrt. Zwar kontrollieren noch Militärpatrouillen die Straßen, an den Hauptverkehrspunkten hocken noch hinter Sandsäcken Maschinen- gewehrnester, aber das alte-bunte orientali- sche Leben hat wieder eingesetzt. Immer mehr Geschäfte öffnen und vor den vielen zertrümmerten anglo- amerikanischen Dienst- stellen haben die Aufräumungsarbeiten be- gonnen. Kettenreaktion der Revolution Aber Wiederkehr äußerer Normalität und ein Kommuniqué des Palastes,, daß die Ord- nung durch die Armee hergestellt ist“, dürfen nicht zu dem Trugschluß verleiten, daß sich damit die Sturmwolken über Irak verzogen haben. Es ist weiter nichts als eine gefährliche Windstille zwischen den Gewittern eingetre- ten: man trauert nach arabischer Sitte laut um die Toten— man wartet darauf, was die Regierung mit über 3000 Aufständischen in überfüllten Gefängnissen tun wird— und man lauscht mit Leidenschaft auf die vielen arabischen Sender außerhalb Iraks, die un- verhohlen die Forderungen der vier Millionen Einwohner des Landes unterstützen. Nach dem Verbot aller Parteien und von 16 Tageszeitungen des Landes sind die Kaffeehäuser und Moscheen zur öffentlichen Meinung geworden. Die letzte, aufhetzende Drohung der Zeitung„Ali Ahali“ ist zum gefährlichen Schlagwort geworden, das man über Nacht an die Wände gemalt hat:„Unsere Forderungen! Oder wir gehen noch weiter in unserem Kampf!“ Man will es den leuchten- den Vorbildern wie Naguib in Aegypten, Schischakly in Syrien, Mussadegh in Persien Sleichtun. Es ist offensichtlich, daß die Ketten- reaktion des revolutionären Aufbruchs in der arabischen Welt nunmehr auch Irak, das alte Mesopotamien, erfaßt hat! Die britische Erbschaft Es war naheliegend, daß der Irak mit seiner strategischen Bedeutung für das Briti- sche Imperium mit der Zeit ein britisches Gewand anzog, das natürlich immer stärker die Ressentiments leidenschaftlicher Nationa- listen aufstacheln mußte. Englisch ist heute die zweite Landessprache; englisch ist eine durch Briten eingeführte hochstehende städti- sche Zivilisation auf den Gebieten der Er- ziehung, Technik, Hygiene. Die tragenden Säulen dieses britischen Stützpunktes im Vorderen Orient erweisen sich als pro- britische: der„ewige“, seit dreißig Jahren immer wiederkehrende Ministerpräsident haben—„wie Mussadegh dem britischen Löwen in den Schwanz kneifen“, Man Will Nuri es Sai d, ein alter Kampfgenosse von weiter die Vorherrschaft der Effendis brechen T. E. Lawrence; der durch Großbritannien 1920 inthronisierte Haschemiten-Palast mit den Königen Faisal, Ghazi, Faisal II und dem Regenten Abdullilah. Und die Basis dieser Säulen ist eine britisch eingestellte kleine Feudalklasse der Effendis, die praktisch mit Sklaventum und indirektem Wahlsystem Bevölkerung und Politik be- herrschen. Was aber die britischen Ratgeber nicht voraussehen konnten oder wollten war, daß sich eines Tages mit Hilfe ihrer eigenen Erziehung das soziale Gewissen der städti- schen Intellektuellen regen und zusammen mit der ganzen delikaten Problematik der Rassen- und Glaubensspaltungen im Irak zur heutigen, unausweichlichen Krise führen würde. Denn im Irak wohnen Assyrer, Arme- nier, Kurden und die religiösen Todfeinde Schiiten und Sunniten unter dem gleichen Dach. Eeine endlose Kette blutiger Aufstände zieht sich durch die Geschichte der letzten Jahrzehnte. Nationaler Radikalismus Im Irak gibt es keine kleinbürgerliche Mittelschicht, die ausgleichend zwischen den Extremen wirken könnte. Es gibt nur wenige sehr Reiche und die zu 90 Prozent aus An- alphabeten bestehende, bettelarme Masse. Die gesellschaftspolitischen Gefahrenherde sind damit nur angedeutet und es ist nur zu nahe- liegend, daß sich neben der rein nationali- stisch- extremen nun auch die kominformisti- sche Propaganda eingeschaltet hat. Die Schlagworte liegen sichtbar auf der Straße: „Gegen Ausbeuter— gegen Imperialisten— für Reformen— für Panarabismus.“ Zentren bilden die Städte und die Olfelder um Kirkuk, Basra und Mossul. Auch im Irak sind, wie im benachbarten Iran, die fanatischen Nationalisten ohne wei- teres bereit, ihrem Extremismus offensicht- liche wirtschaftliche Vorteile zu opfern. Denn der Irak erhält von der aus gleichen amerika- nischen, britischen, französischen, holländi- schen und armenischen Anteilen bestehenden Erdölgesellschaft 50 Prozent des Gewinns ausgezahlt. Dieses allerdings erst seit einem halben Jahr, nach den Erfahrungen mit dem Iran und dem amerikanischen Beispiel in Saudi-Arabien. Um das direkte Wahlsystem Die Opposition will die„Nationalisierung der eigenen Bodenschätze“ und— um auch ein populäres Schlagwort für die Massen zu Polen folgt sowjetischem Beispiel Verschärfung des Regierungskurses nach den neuen Wahlen Von Professor D Der mit der notwendigen 99prozentigen r. P. H. Seraphim schreckend und einschüchternd wirken! Bes Zustimmung gewählte polnische Seim trat zeichnend ist auch, daß das vom polnischen und die Massen aus einem unbeschreibliche geradezu oft mittelalterlichem Dasein führen Um diese Ziele zu erreichen, kämpft die Oppo- sition gegen das bestehende Wahlsystem, daz nur eine indirekte Wahl zuläßt. Das Volk hat Vertreter zu wählen, die wiederum ihre Ver. treter für Oberhaus und Parlament bestim- men. Das Volk wählt also praktisch im per. petuum mobile immer wieder seine Scheichz und Landeffendis, die wiederum in Perm. nenz die Geschicke des Landes im Sinne des Palastes und seiner britischen Ratgeber lenken. Als der Palast die Einführung des direkten Wahlsystems mit der Begründung Ablehnte „das Volk sei für einen derartigen Vorgang noch nicht reif genug“, wurden die Massen von ihren Führern auf die Straßen Seschickt, um diese„demokratischen Rechte mit Gewalt zu erzwingen“. So entstand die Segenwärtige Krise, die wiederum vom Palast aus durch den gehorsamen General Nuriddin mit Ge- Walt begegnet wurde. Aber man braucht heute auf der arabischen Halbinsel kein Prophet 2u sein, um mit Sicherheit Vorauszusagen, daß damit zwar eine revolutionäre Entwicklun wohl unterbrochen, aber für die gegenwärti⸗ gen Machthaber früher oder später unaus- weichlich ist. Die Entwicklung im Irak deutet jedenfallz auf das Heer, das bislang als neutraler Faktor zwischen Palast und Volk stand. Man Weih, daß das untere Offizierskorps und die Mann- schaften anti- britisch sind. Viele Anzeichen Sibt es dafür, daß man von dieser Seite ein gewichtiges Wort in den Staatsaffären mit⸗ zusprechen wünscht. So bahnen sich im gegenwärtigen Augenblick eines Politischen Vakuums gleichermaßen Kompromiß und Staatstreich an. Es ist die Frage, ob sich Volk und Heer mit sozialen Zugeständnissen in einem Augenblick zufrieden geben Werden, Wo die benachbarte arabische Welt vom Na- tionalismus entflammt ist. Pafiser Jeleſonai. Was ist„Infrastruktur“? Von unserem Pariser Korrespondenten A. Lang Faris. Bei der Konferenz der Minister von vierzehn zur atlantischen Gemeinschaft gehörenden Nationen im Pariser Palais de Chaillot spielt die„Infrastruktur“ eine Sroße Rolle. Dieses so geheimnisvoll klin- gende Wort, das ebenso in rollendem Eng- lisch oder mit dem gedehnten„Strücktühr“ der französischen Sprache— der es ent- stammt— gesprochen wird, bedeutet prak- tisch nichts anderes als die Anlage fester, ständiger, militärischer Einrichtungen und Bauten, vor allem von Flugplätzen, Haupt- quartieren, Baracken und Nachrichtenzen⸗ 1. e, e K Filer 3 Ci K. 2 5 Wer?? 2 4. 5D TERRITO RHE Nur am 21. November zu seiner ersten Sitzung zusammen und vollzog die durch die vor wenigen Monaten verabschiedete polnische Verfassung vorgeschriebenen Wahlen zum Staatsrat und die Ernennung des Minister- präsidenten.* Bierut führt Bierut, der bisher das— nunmehr abge- schaffte— Amt des Staatspräsidenten inne- gehabt hatte, wurde mit der erwarteten Ein- stimmigkeit zum Ministerpräsidenten er- nannt, während Aleksander Zowadzki, Mitglied des Politbüros, zum Präsidenten des Staatsrates ernannt wurde und damit for- melles Staatsoberhaupt geworden ist, da der Staatsrat in Polen die Funktion des Ober- sten Sowjets in der Sowjetunion übernom- men hat. Die faktische Macht liegt nach wie vor bei Bierut, der ein 30köpfiges Kabinett von Fachministern ernannte, in dem 27 Mit- lieder führende Persönlichkeiten der kom- munistischen Partei sind. Im I5köpfigen Staatsrat sind 11 Sitze von Kommunisten be- Setzt, der Rest entfällt auf die gleichge- schalteten Parteien. Säuberungsak tion bevorstehend Aus den Ankündigungen des neuen Re- gierungschefs kann entnommen werden, daß allen„trotzkistischen, titoistischen und zio- nistischen Abweichungen“ erbitterter Kampf angesagt wird. Man erwartet daher mit Recht einle umfassende Säuberungsaktion der Partei. Der große Schauprozeß gegen den frühe- ren„Minister für die Westgebiete“ Go mulk a, der seit längerer Zeit in Haft ge- halten wird, steht unmittelbar bevor. Er wird ein Pendent zum Prager Prozeß gegen Slanski und Genossen bilden und soll ver- mutlich durch die Härte der Urteile ab- ebase U 6 2 7 0. * 2, 8 8 5 Pn 7 ICNESIEN 2. fle K: Eiof. Ph. Piana, L- Hun f tig olle, Feri 8 Mine 2 ien Y 805 Hu On dau Lana, Migan L. Ein Hall. Celiſei. 4 J Farlament beschlossene Amnestiegesetz prak- tren, Ursprünglich wurde die Bezeichnung tisch alle politischen Delikte von der Amne- in Frankreich für die Eisembahnanlagen ver- stie ausnimmt, da„Diversanten, Spione, wendet. Vielleicht ist es gerade der dunkle Terroristen, Saboteure, Landesverräter und und wissenschaftliche Elang dieses kaum Personen, die sich am Volksvermögen be- übersetzbaren Ausdrucks, der ihn 80 popu- reichert haben“, grundsätzlich von der Am- lär gemacht hat, daß bei Manövern im Be- nestie nicht betroffen werden. rufsqargon atlantischer Luftwaffenverbände 5 schon vom„Zerbomben der feindlichen Fortgesetze Bolschewisierung Infrastruktur“ geredet wird. Der Begriff Die wirtschaftliche Gleichschaltung Po- umfaßt jedenfalls die strategisch so wich⸗ lens kommt darin zum Ausdruck, daß in die- tigen rückwärtigen Anlagen einer Streit- sen Monaten die Reste des privaten Klein- macht. Wegen der dominierenden Bedeu- handels in Polen ausgemerzt werden. Den tung der Luftwaffe im modernen Krieg Kleinhändlern wird unter mannigfachen war den Flugplätzen im bisherigen Infra- Vorwänden die Lizenz entzogen; ihre Be- strukturprogramm absolute Priorität ein- triebe werden der staatlichen Handelsorga- geräumt. Es ist jetzt soweit, daß bereits nisation oder dem staatlichen Genossen- rund neunzig Prozent von insgesamt 130 in schaftsapparat eingegliedert. Die Kollekti- Westeuropa vorgesehenen Rollfelderu fer- vierung der Landwirtschaft macht weitere tiggestellt sind oder kurz vor ihrer Voll- Fortschritte. Man rechnet, daß es bis zum endung stehen. Frankreich rangiert mit 41 Ende dieses Jahres rund 5000 Kolchosen n Flugplätzen an erster Stelle, gefolgt von Polen geben wird— davon weit mehr als Westdeutschland mit 30, deren Bau aller- die Hälfte in den ostdeutschen Gebieten dings bisher nicht aus dem internationalen Auch die Beziehungen zwischen Staat und Fonds, sondern aus dem Besatzungsbudget Kirche haben sich in der letzten Zeit erheb- bestritten würde. lich verschärft. Die Ernennung des Erz- 2 5 5 5 bischofs von Gnesen- Warschau und Primas Ständig stiegen die bereitzustellenden von Polen, Wyschinski, zum Kardinal, wurde Summen, was aber nicht nur auf das An- mit scharfen Angriffen gegen den Episkopat Wachsen der Weltpreise in den letzten zwei in der polnischen Presse beantwortet. Jahren. sondern hauptsächlich auf die stän- Das ausgehende Jahr 1952 zeigt jeden- dige qualitative Verbesserung und technische falls mit aller Deutlichkeit, daß der Bolsche- Verfeinerung der militärischen Anlagen wisierungsvorgang in Polen mit Riesen- zurückzuführen ist. Neberi diesen internatio- schritten voranschreitet und dag dem Jabr nal bestrittenen Aufwendungen entstehen 1953 nicht mehr sehr viel zur Beendigung noch zusätzliche Kosten für die einzelnen dieses Weges übrig bleiben wird. Mitgliedstaaten, die beispielsweise bei der Finanzausschuß bewilligt Millionen Stuttgart.(tz.-Eig.-Ber.) Der Finanzaus- schuß der Verfassunggebenden Landesver- sammlung stimmte am Dienstag der Aus- zahlung einer steuerfreien Weihnachtsbeihilfe an die Arbeiter des öffentlichen Landesdien- stes in Höhe von 52 Wochenstunden zu. Diese Beihilfe soll noch vor den Festtagen ausge- zahlt werden. Außerdem bewilligte der Aus- schuß erhebliche Beträge zur Durchführung von Notstandsmahnahmen in den Städten Kehl, Breisach und Neunburg. Ferner wurden die Mittel für Beihilfen an Wasserversorgungsgruppen und Ge- meinden zum Bau von Wasserversorgungs- Errichtung von Luftbasen für das Terrain und die Versorgung mit Strom und Wasser nicht entschädigt werden Gerade in den nordeuropäischeri Agrarstaaten bereitet, wie Wir in Deutschland zur Genüge wissen, die Ueberlassung größerer und landwirtschaft- lich wertvoller Flächen zuweilen erhebliche Schwierigkeiten. Jeder der 130 westeuro- päischen Flugplätze erfordert Baukosten zwischeri sieben und zehn Millionen Dollar. Noch weiß niemend, in welcher Höhe der bevorstehende vierte Abschnitt des Infra- strukturprogramms festgesetzt werden soll, an dem jetzt auch die jüngsten Atlantik- paktstaaten, Türkei und Griechenland, teil- nehmen. anlagen um 500 000 Mark erhöht. Umfang- 5 5 Vorbewilligungen wurden auch zum Seeleute mit Hubschraubern gerettet Ausbau von Instituten und zur Beschaf- Livorno.(dpa) Die gesamte Besatzung des kung von Einrichtungsgegenständen der amerikanischen Kühlschiffs„Grommet Ree- Universitäten Heidelberg und Tübin- fer“, das— wie schon gemeldet— am Mon- gen und der Technischen Hochschule Karls- tag in stürmischer See vor der Hafeneinfahrt ruhe sowie anderer wissenschaftlicher In- von Livorno(Italien) in zwei Teile aus- stitute bewilligt. So erhält die Universi- einandergebrochen war, ist in Sicherheit. tät Heidelberg 380 000 Mark. Für die Nachdem 17 Mitglieder der Mannschaft bis Sortenbereiniigung im Obstbau zur Verede- Dienstagmittag unter schwierigsten Verhält- jung von rurid 70 000 Bäumen wurden nissen von dem abgebrochenen Heck an Lan 200 000 Mark freigegeben. geseilt bzw. von einer Motorbarkasse an Land gebracht worden waren, sind die übrigen 24 Nochmals Halt für Weihnachtslastzug Seeleute am Dienstagnachmittag von ameri- Darmstadt.(dpa) Der Lastzug der ame- kanischen Hubschraubern gerettet worden. rikanischen Luftwaffe mit Weihnachtspaketen Die Rettungsaktionen, die in der Nacht für Waisenkinder, der, wie berichtet, meh- zum Dienstag bei Scheinwerferlicht vonstat- rere Tage vermißt war, und schließlich in ten gingen, bereiteten wegen des stürmischen Heidelberg wiedergefunden wurde, ist Wetters größte Schwierigkeiten. Sie. auf der Weiterfahrt nach Aschaffenburg er- von einer großen Zuschauermenge beobachte neut Opfer eines Mißverständnisses gewor- Die gesamte Mannschaft befand sich Zur den. Ein Kraftfahrer, der den Lastzug am Zeit des Unglücks im Heck der„Grommet Montag im Odenwald sah, aber nicht Reefer“, das auf einem Felsenriff krestliegt. Wußte, das das vorübergehende Verschwin- Das abgeborstene Vorschiff wurde am Diens“ den inzwischen aufgeklärt war, benachrich- tag ebenfalls vom Sturm an Land getrieben tigte die Polizei. und liegt nun auf Strand. „ 8 MORGEN K. 91/ Mittwoch, 17. Dezember 1952 . Was sonst noch geschab Eine dreitägige Weltweihnachtsfeier, die von der amerikanischen Gesellschaft Freundschaft unter den Kindern und Ju- gendlichen“ in Salzburg veranstaltet wurde, fand am Sonntag in Oberndorf, dem Ort, d das Lied„Stille Nacht“ entstand, ihren Höhepunkt. Nach einem Festzug der Gäste aus elf Ländern zur„Stille-Nacht-Kapelle“ tand an der Geburtsstätte des Liedes eine Weihnachtsfeier statt, bei der die Teineh- mer das bekanntestè aller Weihnachtslieder in ihren Muttersprachen sangen. .* a Der 24jährige belgische Student Philippe Auduin traf am 13. Dezember in Saigon ein. nachdem er auf einem Motorroller die 30 000 Ellometer lange Strecke von Belgien über beutschland, den Balkan, Vorderasien, Per- sien, Indien und Hinterindien zurückgelegt date. Auduin verlor bei seiner Reise vier- zehn Kilogramm an Gewicht, ist aber sonst del bester Gesundheit. Die Klage der„Gesellschaft zur Wahrung der Schönheiten Frankreichs“ gegen den Architekten Le Corbusier wurde von dem angerufenen Gericht in Marseille abgewie- sen. Die Gesellschaft hatte die vor kurzem eingeweihte ultramoderne„Wohneinheit“ Le Corbusiers„die strahlende Stadt“ als un- zsthetisch und das Landschaftsbild verschan- deind bezeichnet und einen Schadenersatz von zwanzig Millionen Francs gefordert. * Umfangreiche Restaurierungsarbeiten“ am mittelalterlichen Breslauer Rathaus sind jetat, wie der polnische Pressedienst meldet, beendet worden. Der spätgotische Bau sei dabei von„nachträglichen stilfremden Zu- bauten befreit“ und nach alten Plänen und Deichnungen in der ursprünglichen Form wieder hergestellt worden. 5 * Etwa 350 Bergleute ertranken am Montag mn der philippinischen Provinz Camarines Norte auf Luzon, als mehrere Stollen eines Goldbergwerks einbrachen und Wasser eines nahegelegenen Flusses die Gänge überflu- tete. Nach Mitteilung eines Sprechers der Bergwerksgesellschaft waren zunächst 69 Bergleute eingeschlossen. Etwa 20 von ihnen konnten sich retten. Frau Ivy Bourne, die 27jährige Gattin eines englischen Bergarbeiters in Bloxwich Fngland), hat innerhalb eines Jahres fünf Eindern das Leben geschenkt und besitzt nunmehr nach achtjähriger Ehe insgesamt 9 Kinder. Frau Bourne wurde am 27. No- vember 1951 von Drillingen— alles Mädchen entbunden. Am 22. November 1952 gebar sie Zwillinge. Ihre übrigen Kinder sind zwei, wier. künf und sieben Jahre alt. 5* Nach einer Mitteilung des britischen stati- stischen Amtes werden die 53,3 Millionen Ein- wohner Großbritanniens gegenwärtig von 607 000 Aerzten und Dentisten betreut. Die kleinste Berufsgruppe Großbritanniens sind die Geistlichen. Sie umfaßt 26 000 Personen. * Australische Minister für die Luft- bel seiner Rückkehr aus Süd- Ostasien, die Montebello Inseln, auf denen die erste britische Atombombe erplodierte, seien jetzt noch— ell Wochen nach dem Experiment lebensgefährlich radioaktiv. * om das künstliche Niveau der in den Straßen und Höfen der Stadt Amsterdam dargebotenen Straßenmusik auf der Höhe zu erhalten, hat die dortige Polizei eine Leistungsprüfung für ambulante Musiker eingeführt. Außerdem besteht ein Numerus clausus“ für Straßenmusikanten: grundsätz- lich werden nicht mehr als 45 Bewilligungen kür„Solisten“ und sechs für„Ensembles“ ausgegeben sowie 15 Lizenzen für Leier- kastenmänner, die als einziges musikali- sches Metier noch keinen Befähigungsnach- weis zu führen brauchen. um ihr Geld„im Handumdrehen“ zu verdienen.. 5* Ein Handbuch mit umfassendem Material über die Erziehungssysteme von 57 Ländern wurde jetzt von der Erziehungs-, Wissen- schafts- und Kultur-Organisation der Ver- einten Nationen(UNESCO) herausgegeben. Das Handbuch enthält vollständiges stati- richtungen der einzelnen Eänder sowie er- Kuternde Texte, in denen die oganisato- Lische, finanzielle und verwaltungsmäßige . dieser Einrichtungen behandelt eitkräfte, William MeMahon, er- stisches Material über die Erziehungsein- Weltraumfahrt-Fr Gedanken zur Rede von Professor Dr. von Fortsetzung. Unsere politisch bewegte Zeit fordert von jedermann immer ein sichtbares Bekennen einer Ueberzeugung. Unsere führenden Raumfahrttechniker sehen sich vor ein Dilemma gestellt: entweder man verschreibt sich einem militärischen Projekt und begibt sich hinter die Mauern absoluter Geheim- haltung oder proklamiert sich gegen jeg- liche militärische Raketenentwicklung und weiht sich friedlichen Zwecken. die, das wolle verstanden werden, den Mann nicht immer sättigen und ihn— in der Sprache der Aemter—„zweckent fremden“. Die Vor- stellung einer weltweiten militärischen Aus- ein andersetzung, in der moderne Raketen mit allen Schikanen ihre völkervernichtende Rolle spielen., ist von absurder Furchtbar- keit und kann nur mit Mühe zu Ende ge- dacht werden. Solange es aber zur gegen- wärtigen Weltstunde keine allgemeine Ab- rüstung gibt, so lange wird die militärische Raketenentwicklung in Führung bleiben. Indes aber wird die militärische Weiter- entwicklung von Groß- und Fernraketen niemals auf die von der freien Wissenschaft betriebene Grundlagenforschung verzichten können. Charles Kettering, der Entwick- lungschef des riesigen Konzerns der General Motors, dem der heutige Kraftwagen mehr Verbesserungen verdankt als irgend einem anderen heute lebenden Ingenieur. erklärte, daß durch die Mauern der militärischen Geheimhaltung aus einem Versuchsfeld oder Labor mehr Wissen ued Erkenntnis ausge- schlossen als zugelassen oder eingeschlossen werde. Die Raumfahrttechniker werden aus dieser Aeußerung einige Hoffnung zu be- ziehen wissen. Der Schöpfer der ersten Atombombe, Dr. Robert Oppenheimer. äußerte. daß mit dem Beginn des ersten Atombombenprogramms jegliche schöpferische Tätigkeit auf dem Felde der Kernforschung zum Erliegen ge- kommen sei. Die treibende Kraft aller For- schung sei Neugier, das Suchen nach Zu- sammenhängen in gottgeschaffener Natur. Aus diesem Trieb entstand Einsteins Rela- tivitätstheorie, Plancks Quantentheorie, Bohrs Atommodell, Schrödingers Wellen- mechanik, Heisenbergs Matrizenmechanik, Fermis Quantenstatistik und Hahns Uran- spaltung. Diese Erhellungen sind nicht in militärischen Instituten geschaffen worden. Sie wurden kurzerhand hereingeholt. Von Braun weist mit Dringlichkeit auf die auch heute noch bestehende Möglichkeit freier Forschungsarbeit, die er der Inter- nationalen Federation der Raumgesellschaf- ten anheimgestellt wissen Will. hin. Aktive Großgraketenentwicklung ist Sache der Groß- mächte. Die Durchführung eines technischen Entwicklungsvorhabens verzehrt Millionen. Andererseits scheint von Braun die indivi- duelle Unabhängigkeit jener Wissenschaftler, „die, unabhängig vom Engpaß der Zeit, in der Stille ihrer Studierstuben sich den man- nigfachen Problemen widmen können“, zu beneiden. Es seien, um zu Ergebnissen zu gelangen, auch gar keine großen Geldmittel Nötig; und nun stellt Professor von Braun den Studierenden der Technischen Hoch- Im Film gesehen. Wernher von Braun anläßlich des III. Intern und Universitäten eine Reihe und Doktorarbeiten schulen Themen für Diplom- zur Verfügung. Ein Bostoner Architekturstudent der TH von Massachusetts habe unlängst eine glän- zende Diplomarbeit über Bauart. Einrich- tungen und Ausrüstung einer Forschungs- station auf dem Mars eingereicht. Wir Bun- desdeutsche vermerken das Adjektiv„glän- zend“ und sind im übrigens durchaus bereit, Professor Dr. v. Braun weiter zu folgen. Da allerdings bricht jetzt manches Ding, das men da und dort bisher als erreicht, vorhan- den und erprobt angenommen und von dem man nicht nur in Zukunftsromanen gelesen hat, jämmerlich zusammen. Die Steuerung oder Drehung eines an- triebslos durch den leeren Raum treiben- den Raumfahrzeuges in eine gewünschte Achsenlage ist ein noch der Lösung harren des Problem. Aus der Literatur. wohl- iedensaufgabe internationaler Zusammenarbeit ationalen Astronautischen Kongresses F. L. Neher(Gesellschaft für Weltraumforschung) gemerkt aus der Literatur. sind zwei Steuerverfahren bekannt, kleine Rückstog- motoren oder, es handelt sich ja immer um eine Dreiachsensteuerung, drei mit ihren Achsen aufeinander senkrecht angeordnete Schwungscheiben oder Kreisel. Von der physikalischen Idee bis zu einer für die praktische Raumfahrt brauchbaren Einrich- tung ist der Weg weit. Sehr weit. Der Bis- sen ist schwer, er ist als Raumlagen-Steuer- apparatur durchaus geeignet, einer ganzen Generation von jungen Ingenieuren die Köpfe zu zerbrechen. Ob die beschränkten Werkstatt-Einrichtungen durchschnittlicher Technischer Hochschulen ausreichen, eine solche Apparatur zu bauen., das ist auch bei stärkstem Optimismus zu bezweifeln. Der Ingenieur lebt übrigens im Kraftfeld beider: des Optimismus und des Zweifels, und hat Lösungen zu suchen, die keine Kompromisse sind. 5 5(Schluß folgt) Leben und Lieben der„Unzertrennlichen“ Siamesische Zwillinge einst und heute Die„Homberger Zwillinge“ sollen, wenn eine Operation zur Trennung ihrer zusam- mengewachsenen Köpfchen sich als unmög- lich oder zu gefährlich erweist, mit ihrem Vater als Manager auf eine Weltreise gehen. Zwei Negerkinder in den USA mit ähn- lichem Schicksal— auch sie sind mit den Köpfen zusammengewachsen— haben auf diese Weise schon einige hunderttausend Dollar„verdient“. Sie werden das Geld später gut brauchen können. Siamesische Zwillinge dieser Art brauchen dadurch, daß ste niemals richtig werden stehen und gehen können, mindestens soviel Pflegepersonal wie Patienten in einer Eisernen Lunge, und das ist die kostspieligste Pflege, die es gibt. Etwas leichter hatten es andere berühmte Zwillingspaare, die am Rumpf zusammen- gewachsen und sich wenigstens zusammen frei bewegen konnten. Um die Jahrhundert- wende waren die böhmischen Schwestern Rosa und Josepha Blazek die Sensation der Varietébühnen. Bei ihnen war die untere Wirbelsäule verwachsen, und sie hatten so- gar noch einiges andere gemeinsam, aller- dings keine inneren Organe. Mit Straußen- federfächer und Perlenketten überreich im nicht gerade besten Geschmack ihrer Zeit dekoriert, wußten sie kokett den Rocksaum zu raffen, wenn sie auf den Brettern stan- den. Rosa bekam sogar, als beide 32 Jahre alt waren, ein Kind. Das Merkwürdige war, daß auch Josepha bei der Geburt dieses Kindes die Wehen bekam und später das Kind mit stillen konnte. Millie und Christina, zwei Negerzwil- linge in Südkarolina, waren auf gleiche Weise zusammenge wachsen. Sie entzückten ihre Besucher durch gut vorgetragene Songs und hießen deshalb die„doppelköpfige Nachtigall“. Von den„ungarischen Schwe- stern“ Helena und Judith, die Anfang des 18. Jahrhunderts lebten, ist nur noch das ... in Wäldern bei Augsburg nachgemacht Einen raffinierten Trick hatten sich kürz- lich drei Augsburger Jungen im Alter von 17 bis 19 Jahren und zwei gleichaltrige Mäd- chen ausgedacht. Die beiden Mädchen sprachen abends amerikanische Soldaten auf den Straßen an, lockten sie in die bewaldete nahe Umgebung der Stadt und versprachen ihnen einen netten Abend in ihrer Wohnung. Am Rande eines Waldes wußten die Mäd- chen es immer so einzurichten, daß sich die Pärchen trennten und ihre Spaziergänge auf einsamen Pfaden einzeln fortsetzten. An einer besonders dunklen Stelle krachte dann plötzlich ein Schuß aus einer Tränengas- pistole, der die amerikanischen Soldaten vorübergehend„kampfunfähig“ machte. Diese Zeit nutzten die Mädchen zusammen mit den hinzuspringenden Jungen, um die Soldaten auszuplündern. Auf diese Weise erbeuteten die fünf in einigen Fällen erhebliche Dollar- beträge. Ein amerikanischer Soldat erkannte jetzt eines der Mädchen wieder und ließ es fest- nehmen. Bei der Vernehmung gab es die Namen seiner Komplizen an. Auf die Frage, wie sie auf einen so raffinierten Trick ge- kommen seien, erwiderten die Jungen bei mrem ersten Verhör:„Wir sahen den Trick in einem amerikanischen Gangsterfilm. Da machten wir ihn nach“. Der Prozeß gegen die jugendliche Räuberbande wird voraus- sichtlich am 13. Januaf vor einem amerika- nischen Gericht in Augsburg beginnen. Ende bekannt. Auch sie waren mit dem Kreuzbein verwachsen. Die eine der beiden Schwestern bekam mit 22 Jahren eine Lungen- und Gehirnentzündung. Die andere fühlte sich zunächst nicht krank. Trotzdem sollen beide im gleichen Augenblick den letzten Atemzug getan haben. Am berühmtesten sind die Brüder Chang und Eng aus Siam geworden, die ersten siamesischen Zwillinge. Sie wurden 1811 nicht weit von Bangkok geboren. Als sie acht Jahre alt waren, starb ihr Vater. Die Mutter war arm. Die Zwillinge mußten schon früh zum Unterhalt der Familie bei- tragen. Sie stellten Kokosnusöl her und hausierten damit. Außerdem betrieben sie die Entenzucht und den Fischfang. Sie konn- ten gut rudern und ebenso gut schwimmen. Ein Kapitän Hunter machte mit ihnen das größte Geschäft seines Lebens, als er Chang und Eng 1829 mit nach Boston nahm und sie in den USA und England für Geld sehen ließ. Als der Vertrag abgelaufen war, mach- ten sich die Zwillinge selbständig und er- warben auf Schaureisen durch Amerika, England, Frankreich und Holland endlich selbst ein Vermögen. Als reiche Leute ließen sie sich auf einer Farm in Karolina nieder und heirateten mit 37 Jahren die Schwestern Sarah und Adelaide Bates. Jeder von ihnen brachte es auf neun Kinder. Im amerikanischen Bürgerkrieg wurde ihr Besitz und Vermögen vom Winde ver- Weht, ihr Farmhaus eingeäschert. Sie waren gezwungen, mit fast 60 Jahren erneut auf eine Welttournee zu gehen. Damals kamen sie auch nach Deutschland. Der ausbrechende Krieg von 1870 verdarb ihnen etwas das er- hoffte große Geschäft— immerhin reichten die Einnahmen, um sich erneut in ein Land- haus auf einer eigenen Farm in Karolina zurückzuziehen, Im Kreis ihrer Frauen und zahlreichen Kinder sind sie dort im Alter von 63 Jahren gestorben, zuerst der eine, drel Stunden später der andere Zwilling, Sie wollten keine Trennung und waren im- mer mißtrauischer geworden, wenn die Krate, denen sie sich gelegentlich vorstell- ten, den armdicken Muskelstrang zwischen ihnen, der sie etwas über der Gürtellinie zusammenhielt, allzu neugierig befühlten. Nach ihrem Tode zeigte sich, daß sie mit dem Verzicht auf die Operation recht ge- habt hatten: auch die Lebern beider Brüder waren durch Blutgefäße miteinander ver- bunden. Raubtiere in Paris ausgebrochen Herbeigeeilte Polizisten brauchten nicht zu schießen In der Gegend der Place Clichy in Paris herrschte am Montag während einer Stunde wilde Aufregung. Einer rief es dem anderen zu: Aus einem Zirkus, der in der Nähe sein Zelt aufgeschlagen hatte, war der Großteil der Menagerie ausgebrochen: Zwei Löwen, drei Tiger, vier Bären, zwei Hyänen, vier Wölke und drei Seehunde. Schneemassen auf dem Zeltdach hatten den Hauptmast iris Wanken gebracht, so daß er schließlich umbrach. Die mit Maschinengewehren herbeigeeil- ten Polizisten wurden von der Zirkus- besitzerin Jeanette Macdonald flehentlich gebeten, nicht zu schießen, wenn es nicht unbedingt nötig sei. Es erwies sich durchaus nicht als nötig. Denn ähnlich den Touristen, die den Verkehr in der französischen Haupt- stadt nicht gewöhnt sind, schienen auch die Tiere großen Respekt zu haben, sie drückten sich angstvoll am Bordstein zusammen. Nur der größte Löwe fühlte sich von dem Dunkel eines U-Bahn-Einganges angezogen. Er war gerade im Begriff die Stufen zu einer Station herabzusteigen, als man ihn abfing. Als alle Tiere wieder in Gewahrsam waren, kamen langsam die Passanten wieder aus den Hauseingängen heraus, in denen sie Zuflucht gesucht hatten. Mayer, der am 8. August d. J. zusammen mit der achtzehnjährigen Elisabeth Heiz- mann die kleine Evelyne Sieber aus Mün- Jagd durch das Bundesgebiet in Kassel ver- haftet worden war, versuchte am Montag in der Zelle des Untersuchungsgefängnisses modernen Gesundheits unterrichte Seite 8 Blick ins Land 5 Kindesentführer versuchte Selbstmord 5 München. Der 26 Jahre alte Wilhelm chen entführt hatte und nach aufregender Stadelheim bei München Selbstmord zu ver- üben. Mayer brachte sich erhebliche Schnitt- verletzungen an den Handgelenken bei und wurde sofort in die Krankenabteilung ver- legt.. 5 Mehr Fluggäste 5 Frankfurt. Die 72 Flugzeuge zählende Flotte der holländischen Luftfahrtgesell- schaft KLM hat in diesem Jahr 540 000 Fluggäste befördert. Das sind rund 20 000 mehr als im vergangenen Jahr. 5 „Vater sein für einen Tag“ Landstuhl. Unter der Devise„Vater sein für einen Tag“ bewirteten am Sonntag 76 Offlziere und Soldaten des 86. Jagdbom- bergeschwaders der amerikanischen Luft- streitkräfte auf dem Flughafen Landstuhl 62 Kinder aus einem Heim bei Frankenstein (Kreis Kaiserslautern). 125 Weihnachtsmann„auf Abruf“ Kiel. Unter der Rufnummer 4 08 21 kön- nen sich die Kieler zum Heiligen Abend telefonisch einen Weihnachtsmann bestellen. Wie im Vorjahr, will das Studentenwerk an der Christian-Albrechts- Universität vierzig Weihnachtsmänner„auf Abruf“ bereit- halten. 15 6 Für„offene Türen“ im Strafvollzug Düsseldorf.„Im deutschen Strafvollzug besteht die Tendenz, möglichst viele Türen verschlossen zu halten. In den USA ist d genau umgekehrt.“ Mit diesem Vergleich faßte Robert Barnes, der seit 24 Jahren fi die bauliche Gestaltung der amerikanischen Strafanstalten verantwortlich ist, in Düs- seldorf die Eindrücke seiner Besichtigungs- reise durch die Bundesrepublik zusammen. Ganze Wälder vom Sturm„gefällt“ Trier. Die durch den Orkan am Samstag in den Wäldern im Hunsrück und in der Eifel verursachten Schäden seien noch nicht zu übersehen, erklärte ein Sprecher des Re- Sierungsforstamts in Trier. Besonders auf den Hochflächen seien nach Angaben ört⸗ licher Forstämter zum Teil ganze Wälder vom Sturm„gefällt“ worden. 2 Generalsekretär des CVIM gestorben Kassel. In Kassel starb am Wochenende der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Verein Junger Männer Deutsch- lands(CVJM), Georg Herde, im Alter von 67 Jahren. Herde stand seit 1907 als deutscher Vertreter in der Weltorganisation des YMCA. 0 Lehrmittel für Gesundheitsunterricht Köln. Das Deutsche Gesundheits- Museum stellt jetzt in seinen Werkstätten wi N das Lehrmaterial her, das sich fü entbehrlich erwiesen hat. Anliegender spekt unterrichtet im einzelnen über d derzeitige Angebot. 1 Starke Belegung der Jugendherbergen Dortmund. Mehr als 5 Millionen Ueber- nachtungen sind im Jahre 1952 in den 61 Jugendherbergen der Bundesrepublik gezählt worden.. Mit diesem Ergebnis wurde di- Uebernachtungsziffer des Vorjahres um rund eine halbe Million übertroffen. Der Jugen herbergsverband rechnet damit, dag im kom- menden Jahr eine weitere Steigerung der Uebernachtungen eintreten wird. Anerkennung für umsichtigen Jungen München- Gladbach. Der Leiter der Po- lizei München- Gladbach überreichte dem siebenjährigen Jürgen Bell als Anerken- nung für umsichtiges Verhalten ein wert⸗ volles Tierbuch. Der allgemeine Deutsche Automobil-Club schenkte ihm eine große Packung Pralinen. Jürgen Bell sah am 27. November morgens auf seinem Schulweg einen Mann auf der Fahrbahn liegen, dei infolge der Glätte gestürzt war. Jürgen er- faßte sofort die Lage, stellte sich auf die Mitte der Straße, hielt einen auf ihn zu kommenden Kraftfahrer an und bat den Fahrer, den Verunglückten ins Kranken- haus zu schaffen. 23 Aulmänlich bessern und klären sich die Aussichten für deutsche Bauern, Flüchtlings- Bundesregierung hat mit dem„Zwischen- staatlichen Komitee für die Auswanderung in urops“ einen Vertrag abgeschlossen. Danach insbesondere ohne zahlenmäßige Kontingen- tierungen an den Verhandlungen mit allen Einwanderungsländern beteiligt, und zwei- Prozent der Passagekosten getragen. Neue Lebens möglichkeiten auern und Landarbeiter im Ausland. Die wird Deutschland erstens vorbehaltlos und tens werden von deutscher Seite nur zwanzig Auf dieser Basis wird beispielsweise mit Paraguay über die Ansiedlung des Hauptteils der noch heimatlosen 60 000 Bessarabien- Deutschen und mit Bolivien über die Auf- nahme von weiteren 25 000 Angehörigen von Flüchtlingsbauern-Familien verhandelt. Beide Länder haben sich auch mit zusammen- aängenden gruppenmäßigen Ansiedlungen bereit erklärt. AKehnliche, wenngleich be- schränktere Möglichkeiten bestehen in Chile und anderen südamerikanischen Staaten. Demgegenüber schließen sich die USA, Kanada, Australien und Südafrika nur der individuellen Einwanderung und Ansiedlung von deutschen land wirtschaftlichen Kräften stärker auf. Hinsichtlich der USA hat dabei nach wie vor eigentlich die sogenannte„Ruf- Passage“, das heißt die Einwanderung auf Grund persönlicher Beziehungen, nennens- werte Aussichten. Aehnlich liegen die Ver- hältnisse in Südafrika. 5 Größere Spielräume für Aufstieg und bäuerliche Ansiedlung durch Pachtung sind indessen vor allem in Kanada und in abseh- barer Zeit wahrscheinlich auch in Australien gegeben. Kanada wirbt zur Zeit 10 000 land- Wirtschaftliche Facharbeiter und 5000 weib- Siedeln · in Uebersee oder Europa? auf weltweiter Grundlage liche Landarbeitskräfte in Deutschland an, die sich bei gutem fachlichem Können und beständigem Arbeitswillen zweifellos zu tech- nischen Spezialisten oder sogar zu selbständi- gen Farmern entwickeln können. Gleichzeitig aber reift das Problem der Ansiedlung von deutschen Bauern in Frank- reich. Das Problem der in unserem westlichen Nachbarland unbewirtschafteten 250 000 Bau- ernhöfe wird mehr und mehr im Zusammen- hang mit den deutschen Flüchtlingsbauern, aber auch unter der Perspektive der deut- schen Kleinbauern gesehen, die hierzulande keine Entwicklungs möglichkeiten mehr fin- den. Die 60 000 Deutschen, die heute schon in Frankreich tätig sind, haben das Eis ge- brochen. Die kirchlichen Stellen, die sich in Zusammenarbeit mit der, Studiengesellschaft für deutsche Siedlung im Ausland“ und mit der„Gesellschaft zur Förderung der inneren Eolonisation“ um eine einwandfreie politische und wirtschaftliche Grundlage deutscher Bauernsiedlungen in Frankreich bemühen, werden dank des guten Rufs jener Deutschen in ihrer neuen Wahlheimat gut zum Ziel kommen. Diese günstigen Perspektiven werden zweifellos nicht nur den 200 000 noch berufs- und besitzlosen Flüchtlingsbauern, sondern der einmal wahrscheinlich recht großen Masse überzähliger einheimischer Klein- und Split terbauern zugute kommen. Die deutsche Landwirtschaft muß sich ja auch in der Breite des Bauerntums früher oder später entschlie- Ben, rationell zu produzieren. Dazu gehören aber auch leistungsfähige Betriebsgrößen und arten! 5 Indessen müssen noch viele Entscheidun- gen richtig getroffen werden, wenn sich alle diese Perspektiven auf die Dauer nicht als trügerisch erweisen sollen. Ein Hauptproblem steht dabei im Vordergrund! Die deutschen Bauern und Landarbeiter werden draußen in der Welt das Rennen nur dann machen, wenn ihre Ausgangsbasis, die heimische Landwirt- schaft, auf einen optimalen Stand der betrieb- lichen, technischen und beruflichen Entwick- lung geführt wird. In der engen Bundesrepublik ist das aber nicht gut möglich. Hier sitzen die Menschen, namentlich in den Dörfern, viel zu eng. Was liegt also näher als der Versuch, im europäi- schen Rahmen und namentlich auf der Basis Frankreichs und Deutschlands ein fortschritt- liches Bauerntum aufzubauen? Dabei werden viele deutsche Bauern in Frankreich eine Heimat finden. 5 Land wirtschaftliches Beratungswesen Das Iaternationale Zentrum für Argar- wissenschaft in Wageningen(Holland), eine nach dem Kriege aus europäischer Initiative entwickelte Institution. veranstaltet 1953 einen Sommerkursus, in dem die Beratungs- methoden der einzelnen Länder dargestellt und diskutiert werden sollen. Belichtungs versuche 2 u En di vien 1951 wurden in Holland Belichtungsver- suche zu Endivien durchgeführt. Im Januar im Gewächshaus ausgesäte Endivien wur- den vor dem Auspflanzen in warmen und kalten Kästen belichtet. Ab Mitte März be- kam ein Teil der Pflanzen Kurztagsbe- handlung. Die zusätzliche Belichtung vor dem Auspflanzen führte zu einer stärkeren (50 Prozent) Blattentwicklung. Dadurch war die Blattzahl bei der Ernte der belichteten Pflanzen viel höher(50 Prozent), gleichzeitig des Weltwirtschaftsinstituts Kiel, stieg das Gewicht erheblich(50 Prozent)! die Neigung zum Schossen wurde geringer. Die optimale Erntezeit wurde allerdings nicht beeinflußt. Zusätzliche Wärme bringt eine krühere Ernte. Bei normaler Tageslänge be- trägt die Ernteverfrühung 13 Tage, bei Kurz- tagsbehandlung 20 Tage. Auch die Ernte war um 10 Prozent höher. Kurztagsbehand- lung führt im allgemeinen zu einigen Tagen Ernteverzögerung; im kalten Kasten mehr als im warmen, die Erntemenge liegt stets unter der normalen. Die Kombination von zusätzlicher Belichtung und Wärme führt sowohl im Gemüse- als auch im Samenbau zu den besten Ergebnissen. Die Kurztagsbe- Handlung hat keine praktische Bedeutung. Brot für ganz Europa Von Professor Fritz Baade, dem Leiter ist im Verlag Paul Parey, Hamburg, ein Buch unter dem Titel„Brot für ganz Europa“ erschie- nen. In einer umfassenden Uebersicht auf „Die Zeit der Gespannbauern ist vor- über, der Schlepperbauer beginnt das Feld zu beherrschen“, sagte Professor H. Haus- hofer auf der Tagung des Verbandes der deutschen Diplomlendwirte in Kiel. Schon der Fortschritt der Technik allein bedinge, daß sich in Zukunft nur„schlepperfähige“ Bauern behaupten werden. Dabei werde die Größe der Bodenfläche, die einen eige- nen Schlepper wirtschaftlich trägt, nach den Markt- und Verkehrsverhältnissen wie nach den Boden- und Klimabedingungen Wohl verschieden sein. Auf keinen Fall aber könne ein mit unzulänglichen technischen Mitteln ausgestatteter Bauer oder Gärtner mehr bestehen, Früher oder später gelte das 1 5 300 Seiten mit 50 graphischen Darstellung werden die Grundlagen und Entwicklungs- möglichkeiten der europäischen Landwirt- schaft behandelt. 6 Dänische Schlepperserien Dänemark hat die Serienproduktion nes ersten eigenen Traktor-Modells aufg. nommen. Es handelt sich um einen kleinbe trieblichen Typ, der vier Pferde erset: soviel wie ein Pferd kostet. 8 8 Geistige Ausbildung für Landwirte 5 Für die geistige Ausbildung der L. wirte müsse mehr getan werden, sagte L wWirtschaftsminister Oskar Stübinger auf de 4. Hauptversammlung des Verbandes en maliger Landwirtschaftsschüler von land-Pfalz in Koblenz. Er fordert. verstärkten Besuch der Fachschule den Ausbau der Betriebe. 8 Gebiete fortgeschrittener, verdichteter strialisierung. Europa rangiert dabei erster Stelle. 5 Die Ursache für die Ablösung der trieblich zu klein gewordenen Kuh- Einpferd- Bauern durch flächenmäßig genü gend fundierte motorisierte Betriebe werd also nicht etwa in der bevorstehender Agrarunion liegen. Aber auch sie müsse dar auf abzielen, daß innerhalb des euro ischen Raumes die unwirtschaftlich gewor denen Betriebsgrößen und Bodenlagen au dem allgemeinen Produktionsplan gest chen werden. 8 . MANNHEIM Mittwoch, 17. Dezember 1952/ Nr. 1 Die„Mexikuner“ erzühlten 1 vom Benz- Triumph Die Daimler-Benz-Niederlassung Mann- Beim feierte im Rosengarten Mannheim die Rückkehr ihrer„Mexikaner“, das heißt jener Männer, die bei der Carrerra Mexicana den uten Ruf des deutschen Autosportes, der deutschen Automobilerzeugung und somit Westdeutschlands in aller Welt verbreitete. Rennleiter Neubauer, die Fahrer Kling, Lang und Klenk konnten gar nicht genug Mren Freunden der Mannheimer Nieder- assung von Daimler-Benz von den erlebten Abenteuern und erworbenen Triumphen be- Lichten. Was Wunder, wenn sich die Sitzung infolge des Erzählertalentes von Rennleiter Neubauer bis in die späte Nacht hinzog. Aus Philadelphia kamen Kleider Im Mannheimer Ordenance Depot über- gaben gestern Colonel Hendler als Gruppen- befehlshaber mehrerer amerikanischer De- Pots und Colonel Burkett als kommandieren- der Offizier des Mop 38 Kisten mit ge- spendeten Kleidungsstücken an die Feuden- heimer Pfarrer der beiden Konfessionen und Vertreter des Jlvesheimer Blindenheims und des Waisenhauses in Rheinau. Die zum Teil sehr farbenfrohen Gewänder waren auf Bitten mehrerer dort beheimateter US- Okflajere in Philadelphia gesammelt worden und knen vor zehn Tagen in Mannheim an. Colonel Hendler sagte, daß durch dieses Geschenk in erster Linie der gute Wille ge- zeigt werden solle, und daß er hoffe, inner- halb des nächsten halben Jahres auch außer- Halb der besonderen Gelegenheiten wie Weih- nachten weitere Beispiele für eine deutsch- amerikanische Freundschaft und das große Interesse an den deutschen Wohlfahrtsein- ichtungen geben zu können. Er würdigte be- sonders die Verdienste des deutschen MOD- Birektors Scheidel um diese Weihnachts- Aktion, der sich große Mühe gebe, den Kontakt Zwischen beiden Völkern in seinem Wir- kungskreis zu vertiefen. hwWb Deuischlunds schönster Kindergurten wurde gestern eingeweiht 80 Kinder der Schönau-Siedlung haben das„Paradies“ gefunden 130 000 DM für einen Kindergarten! Eine Zahl, die erschrecken könnte. Aber für Kin- der sollte keine Mark zuviel sein. Und immerhin: Etwa 800 neue Wohnungen stehen um den Kindergarten herum, ebenfalls von der„Gemeinnützigen“ gebaut. Schönau wird eine richtige, kleine Stadt. Ein Gemeinde- Sekretariat dürfte bald fällig sein. * 5 Wie mit dem Lineal ausgerichtet stehen sie da, die hellen, lichten Wohnblocks, in Nord- Südrichtung; rechteckig und unerbitt- Unser Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Das Crundgeselz- eine„vorläufige Verlussung“ Beginn einer Vortragsreihe für die Oberstufe der höheren Schule Um die Gemeinschaftskunde, für die die Stoffülle der Lehrpläne gegenwärtig(leider) kaum eine Lücke läßt, auch in die zumin- dest Oberklassen der) höheren Schulen hin- einzutragen, ist eine Vortragsreihe arran- giert worden, die Dr. H. Hertz, Städt. Inge- mierschule, mit einer Lesung über Das Grundgesetz“ gestern abend in der Sickin- gerschule eröffnete. Dr. Hertz sagte, das Grundgesetz sei eine vorläufige und zwar(im Gegensatz zum eng- schen Gewohnheitsrecht) geschriebene Ver- Tassürig, lege die Rechte und Pflichten des Bürgers gegenüber dem Staat fest und re- gele die Organisationsform und Machtgren- zen des Staates. Diese am 10 April 1949 er- Jassene„vorläufige Verfassung“ kann sich noch nicht zuf die volle Souveränität des defikschen Staates und Volkes stützen, son- dern ist durch das Besatzungsstatut abge- S Trotzdem, fuhr Pr. Hertz fort, bietet das Grundgesetz gewisse Freiheiten für den ein- zelnen Bürger, insbesondere die Freiheit der Person, der Rede, der Versammlung, der Re- gion, des Wohnsitzes. Wenn diese Rechte auch vielleicht selbstverständlich anmuteten, die wahre Größe ihrer Bedeutung lasse sich erst durch Vergleich mit Völkern ermessen, denen sie geraubt wurden. 5 Von den Organisationsformen der Bun- desrepublik nach dem Grundgesetz ausge- hend, kam Dr. Hertz dann auf die auf Mon- teste zurückgehende Gewaltenteilung (Gesetzgebung. Rechtsprechung, Verwaltung) Zu sprechen, die den demokratischen Rechts- staat sd sehr vom absolutistischen des 18, Jahrhunderts und dem modernen totali- tären Staat unterscheidet. Der Sprecher er- Wähnte Bundestag(als 402 Personen-Parla- ment des Bundes) und Bundesrat als Län- Wohin gehen wir? Mittwoch, 17. Dezember: Nationaltheater 19.30 bis 22.00 Uhr:„Der Barbier von Sevilla“; Mozartsaal 11.15 bis 13.15 Uhr:„Der eingebil- det Kranke“(Schülervorstellung), 19.30 bis 21.45 Uhr: Der Biberpelz“: Capitol:„Wild- euer“; Alster 14.00, 16.00, 18.15 Uhr:„Meine Lieblingsfrau“, 20.30 Uhr:„Fantasia“: Kunst- Balle 19.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung Das Bild der Welt“(für die Theatergemeinde), 17.00 Uhr: Vortrag von Dr. med. Richard Ham- mer, Mag:„Aktuelle Fragen der Gesetzgebung für die Heilberufe“(Wirtschafts- und Sozial- politische Vereinigung); Amerikahaus 14.30, 16.00, 18.00 Uhr: Film für Erwachsene:„Presse in USA, 20.00 Uhr:„American poetry of the twWentieth century“, 19.30 Uhr: Schallplatten- Korzert: Weinnachts-Historie“ von H. Schütz: Gswerkschafshaus 19.30 Uhr:„Die Güter der Erde“, Spr.: Paulus(Gewerkschaftsjugend der Gewerkschaft Ofkentliche Dienste, Fransport und Verkehr). Wie wird das Wetter? Unbeständig, aber erneute Milderung Vorhersage bis Donnerstag früh: Bei kräftigen und zeitweise sehr stark böigen südwestlichen Win- den vorwiegend starke Bewöl⸗ kung und zeitweise Nieder- schläge, die bis in die Gipfel lagen des Schwarzwaldes hinauf in Regen Ubergeben. Nochmals stellenweise Glatteis. Im Laufe des Tages aber Milderung und Tempe- raturen in der Ebene bis über Plus 5 Grad an- steigend. der vertretung(mit 38 Abgeordneten) im Zu- sammenhang mit der mehr repräsentativen Figur“ des Bundespräsidenten(der im Ge- gensatz etwa zum US-Präsidenten keine Wesentlichen Rechte an die Regierung hat) als die gesetzgebenden Körperschaften auf lich maßgetreu. Vor einem Dreivierteljahr gab es hier nur eine Sandwüste. Menschen- hand verwandelt die Natur, prägt ihr eine neue Schönheit auf. Schönheit die auf Reiß- brettern geboren wurde. * In flachem Halbrund unterbricht der Kin- dergarten die gleichförmige Aesthetik der Rechtecke und schafft ein geheimes Wechsel- spiel architektonischer Formen, das dem Auge Wohltut. Eine Keramikwand mit lustigen Tieren, bunt und glatt, hält den Blick auf die der drei Gruppenrũume. Foto: Häußer Bundesebene und nannte die Unabhängigkeit der Rechtsprechung eines der fundamentalen Prinzipien der Demokratie. Er vergaß auch nicht zu erwähnen, daß sich die Verwaltung auf Bund und Länder mit letzteren als ihren Hauptträgern verteilt. Eingangs hatte Dr. Hertz die Bedeutung der Gemeinschaftskunde für die Primaner als die künftigen Wähler und— hoffentlich — positiv tätigen Mitarbeiter am Staats- leben herausgestellt. Dud. Kein einzelner ist ohne Cemeinschuft Professor Franz Joseph Brecht sprach in der Kunsthalle Das Thema ist nicht auszurotten, es bewegt die Geister, die sich mit keiner konventio- nellen Antwort begnügen. Professor Franz Joseph Brecht von der Universität Heidelberg und der Wirtschaftshochschule Mannheim Wagte eine„Begriffsverflüssigung“ im Sinne seines Lehrers Heidegger, 5 Einem schlichten Hörer wurde früher ein griechisch-lateinisches Begriffsnetz über den Kopf gestülpt, heute wird der Sprache die in ihr niedergelegte Weisheit„im denkenden Vermögen“ abgelauscht. Durchgesetzt hat sich eine Gegenüberstel- lung des Einzelmenschen und des Massen- menschen, die so nicht haltbar ist. Man hat dem Einzelmenschen Persönlichkeit“ mit Führungsanspruch unterstellt, dem Massen- menschen Personalität abgesprochen und seine„Preisgegebenheit“ bedauert. Aber die Massenhaftigkeit reicht bis in die zentralen Bereiche des Liebens und Leidens und macht vor niemand halt. Der organisierte Bildungs- betrieb der Schulen und Hochschulen ist un- verbindlich und täuscht nicht über den Ver- lust der personalen Eigentlichkeit. Nicht Be- kassen mit geisteswissenschaftlichen Kultur- gütern ändere etwas daran, sagte äußerst ge- wagt Professor Brecht, den Grund erschüt- ternd, auf dem auch er steht. Das seien idealistische, groß bürgerliche Vorurteile, die einer„wirklichkeitsgemäßen Anthropologie“ nicht standhielten. Auch der Massenmensch im härtesten Getriebe müsse, um Brechts Darlegungen durch ein Bild zu verdeutlichen, von jedem Punkt der Peripherie zum Mittel- punkt, zum Herz des individellen Daseins (Augustinus, Pascal) kommen. Die Beschäfti- gung mit den forschenden und erklärenden Wissenschaften und mit den großen Dichtern Kann seine Sprache artikulieren, aber nicht den Weg nach Innen zum Ursprung des Selbstseins im Herzen ersetzen. Schon immer hat der Volksmund„wahre Hérzensbildung“ gepriesen und den kaltschnäuzigen Intellek- tuellen verachtet. Gegen alle Erschwerungen, die Massen- dasein im Industriezeitalter mit sich bringt, rief Professor Brecht die Ur-Erlebnisse des Menschen auf, seine Nähe zum Ursprung. Auch im Gedränge des Massendaseins dürfe sich der Einzelne jederzeit als„mögliche Person“ begreifen. Gemeinschaft gehöre zur Grundverfassung des Menschen, jedes Leben sei Dasein durch und für andere, Vereinzelung und Vereinsa- mung seien Anzeichen für Störungen. Also keine Furcht vor der mit der Massenhaftig- keit gegebenen Diktatur des„man“— man trägt das, man findet das, alle finden es so jederzeit kann der sich aufraffende Mensch durchstoßen zum Grunde, und sein Herz ist unruhig so lange, bis er die Verkrustungen verschlagen Bat. Der ungewöhnliche Vortrag in der Vor- lesungsreihe„Akademischer Winter“ fand lebhaften Beifall. F. W. K. Nordfront fest, löst den Bann der weißen Strenge der Fassade und macht die Seele leicht. Wir betreten Kinderland, das Land voll Zauber, Phantasie und glückhafter Unschuld. * Raffinierte Technik, Psychologie, Päda- gogik und Einfühlung in die Kinderseele haben Pate gestanden. Mit Können und Liebe wurde gebaut an diesem Haus, von dem die Fachleute sagen, es sei das schönste seiner Art in Deutschland. Da ist eine Tee- küche: Putzig, bunt und kindgetreu in den Massen, mit farbigem Bakelitgeschirr in den Schränken und allem, was man braucht, um Essen zu wärmen oder Getränke zu bereiten. * Es sind drei Grupppenräume— 80 Kin- der sollen hier fröhlich und unbeschwert sein—, mit Vollglastüren zum riesigen Garten, der noch ein Plantschbecken erhal- ten wird, mit niedlichen, kippsicheren Stühl- chen, mit großen Schaukästen aus Glas und Keramik, mit Blumen und lustigen Figuren, Wasserspielen; es fehlen nicht die kluge Jalousie, die dem Licht und der Sonne„an- gemessen“ werden kann, die schallschluk- kende Decke, daß es auch noch bei größtem „Krach“ auszuhalten ist, die gasgespeiste, thermostatische Zentralheizung, die zugfreie Diagonalentlüftung, der„federnde“ Fuß- boden, der auch dem geflicktesten Hosen- boden nichts anheben kabn. Möbel, glatt, ohne„gefährlichen“ Zierat und doch schön, wurden eigens entworfen und eingebaut. 12 000 DM hat die Stadtverwaltung als ihren Beitrag springen lassen. Im Wasch- raum mit den großen, weißen Becken und den blitzenden Hähnen reihen sich ringsum bunte Bechef mit Zahnbürsten und finden sich Fuß- Waschbecken. Von Kopf bis Fuß ist gesorgt. Von Mensch zu Mensch „Vor kurzem ging ich frühmorgens glg 70 jährige Rentnerin bei strömendem Regen zum Friedhof, um als alte Mann- heimerin das Grab meiner Eltern 2 schmücken. Auf der Käfertaler Straße hatte ich in einem Laden etwas abzuge- ben. Die Geschäftsfrau wunderte sich daß ich bei solchem Wetter— sie sah 755 an meinem Erikastock— auf den Fried- hof wanderte ohne Schirm, ohne Schutz. Die Frau ging vom Laden ins Zimmer, brachte mir ihren Schirm, ohne mich im Leben noch nie gesehen zu haben; von solch edlem Handeln überrascht, wollte ich der Frau 3, DM als Pfand da lassen. „Nein“, wehrte die Frau ab,„nehmen Sie Ihr Geld zurück, Ihnen sehe ich an, daß Sie mir meinen Schirm wieder zurück. bringen.“ Nach zwei Stunden habe ich dies auch mit vielem Dank getan.“ ek In Schubläden, Kästen und Schränken schlummern unzählige Spiele, einfache, dis Phantasie anregende Spiele, Liegestühlchen, Weiche Decken, Kissen, Bälle, Rhythmus- und Musikinstrumente, für ein Kasperltheater ist schon Sorge getragen, ein Rutschbahn bringt Bewegung. Aber: alles mag noch so trefflich eingerichtet sein— es bleibt„tot“, Wenn liebende und kluge Erwachsene das ihnen Anvertraute nicht zum Leben zu erweckten verstehen. 5 5 Die Leiterin und ihre zwei Kindergärtne- rinnen haben einen idealen„Arbeitsplatz“ ge. kunden, doch auch eine große, schwere Ver. antwortung auf sich genommen. An gutem Willen fehlt es nicht. Aber der allein ist zu Wenig für Kinder. Doch die drei„Großen“, die da im Kinderland sein dürfen, wissen es Sul Geplant 18t⸗ n Umorganisation des Wohnungsumtes Der Stadtrat diskutiert morgen die neuen Vorschläge Unmittelbar vor Weihnachten wartet der Stadtrat am Donnerstag im Börsensaal mit einer Tagesordnung auf, die öffentliches Interesse verdient und zuläßt. Punkt 8 befaßt sich mit„Aenderung der Organisation der Wohnungsbewirtschaftung“. Aha, sagen die Bürger, das geht aufs Wohnungsamt. Gegen das Wohnungsamt haben sie was. Aber so ist das nun wieder nicht; die Her- ren tun ihr Bestes, sie können nur verteilen, Was von anderen gebaut wurde. Wenn 19 686 Wohnungsuchende mit 32 993 Personen vor der Tür stehen, können die hinter den Türen es nie allen recht machen, weil das Angebot zu knapp ist. 4000 Wohnungen werden Jahr für Jahr erstellt, da müßte in fünf Jahren die Schlange der Suchenden sehr klein geworden sein, aber es ziehen Jahr für Jahr 9000 in Mannheim zu, das macht die Sache kompli- ziert. Wohnraumbewirtschaftung ist daher immer noch unentbehrlich. Bürgermeister Trumpfheller und Bei- geordneter Dr. Fehsenbecker schlagen eine verbesserte Dringlichkeitsordnung, eine Re- form des Vergabesystems und eine Um- organisation des Wohnungsamts vor. Die 22 Bezirkswohnungsausschüsse sollen, weil nicht mehr zweckmäßig, den Ueberblick hindernd Und aus bezirksbegrenzten Gründen zu Fehl- leitungen führend, durch zwei Ausschüsse ersetzt werden. Der Amtsausschuß soll aus sechs qualiflzierten Bediensteten sowie einem Beamten des Referats III bestehen. Der eigentliche Wohnungsausschuß soll aus Stadt- räten gebildet werden. Er ist gedacht als Kontrollorgan, das darüber wachen könnte, ob der Wohnraum nach der Dringlichkeit der Fälle vergeben wird. Der Vorlage ist zu ent- nehmen, daß die bisherigen Ausschüsse, denen 131 Personen angehören, sich viermal im Monat mit der Wohnraumvergabe be- schäftigen und dafür jährlich 40 000 DM Sit- zungsgelder empfangen. Auch das kommende Bundes wohnraumbewirtschaftungsgesetz sieht Wohnungsausschüsse nicht mehr vor. ARrcu nc.„% BESCNHWFENDEN Warum? Aus den Veröffentlichungen Ihrer Zeitung ist zu erfahren, daß die Stadtsparkasse am Parade- platz ein neues Verwaltungsgebäude erstellen Will. Als Kunde der Stadtsparkasse frage ich mich, welche Gründe zu diesem Vorhaben be- stehen. Das jetzige Gebäude der Stadtsparkasse War verhältnismäßig rasch instand gesetzt, ob- wohl es über die vorgesehene Bauflucht hin- Ausragt; es genügt den Ansprüchen, die man an ein derartiges Institut stellt, vollauf, wenn auch der Baustil nicht ganz dem heutigen Zeit- geschmack entspricht. Es wäre interessant zu wissen, wie viele schulpflichtige Kinder die Herren des Verwaltungsrates haben. Es können wohl nicht viele sein, denn sonst hätte man den Aufbau einer dringend notwendigen Schule vor den völlig unnötigen Neubau eines Spar- kassengebäudes gestellt. E. H. „OEG durch die Stadt?“ Zu der Leserzuschrift, in der angeregt wurde, die OEG wieder durch die Stadt fah- ren zu lassen, ist zu sagen, daß dem Wun- sche des Einsenders aus folgenden Gründen nicht entsprochen werden kann: Der Wagenpark der OEG ist in den Hauptverkehrszeiten von 6 bis 8 Uhr und von 16 bis 19 Uhr restlos für den Berufsverkehr eingesetzt. Es wäre völlig ausgeschlossen, auch nür einen Wagen aus dem jetzigen Fahr- plan herauszuziehen, um die Stadtstrecke be- dienen zu können. Auch die Fahr- und Wendezeiten sind so auskalkuliert, daß kein Wagengewinn mehr zu erzielen ist. Um den Stadtverkehr in der früheren Form wieder aufzunehmen, müßte die OEG für die Heidel- berger Linie einen Ganzzug und für die Wein- heimer Strecke mindestens zwei Trieb- und Beiwagen neu beschaffen und zusätzlich Per- sonal einstellen. Hierzu fehlen aber die er- forderlichen Mittel. Abgesehen von dem Wa- genmangel haben sich aber auch die Ver- kehrs verhältnisse innerhalb des Ringes gegen- über früher so grundlegend geändert, daß es nicht mehr ratsam wäre, die OG durch die Stadt zu leiten. Der Straßenverkehr in der Breiten Straße und in den Planken ist jetzt so stark, daß vor allem in den Hauptver- kehrszeiten die OEG-Züge den Fahrplan nicht einhalten könnten und der so viel gerühmte pünktliche OEG- Verkehr darunter leiden würde. Trumpfheller, Bürgermeister Leere Plattform Es ist mir schon mehrmals aufgefallen, daß bei den gegen 0.45 Uhr am Paradeplatz ab- fahrenden Straßenbahnen die vordere Platt- form des Triebwagens völlig leer ist, während sich die. Fahrgäste, von denen sicherlich einige noch nach den Vororten möchten, die Bahn von außen ansehen können. Letzten Samstag um diese Zeit erklärte mir an der Haltestelle Kur- pfelzbrücke ein Kontrolleur mit einem zwar unhöflichen, dafür aber um so lauteren Ton, daß die vordere Plattform für das Personal reserviert sei. Eine solche Anordnung ist durch- aus verständlich. wenn Sie einen Zweck er⸗ füllt. In diesem Falle erfüllte sie aber keinen, denn auf der Plattform stand lediglich der Wa- genführer Ich glaube nicht, daß in den Wagen der übrigen Linien der Sachverhalt ein an- derer war. Ist es wirklich nötig, daß der Fahr- gast 80 respektlos behandelt wird? Ich er- spare es mir aus Höflichkeit, die Worte hier wiederzugeben, die mir sowohl der Kontrol- leur als auch der Wagenführer nachriefen, als ich es wagte, sie in Anbetracht der überfüllten Bahn zu bitten, mich und einige andere Fahr- gäste aàuf der vorderen Plattform zu beför- dern. E. H. Pünktlichkeit Seit ich Besucher unseres Mannheimer Theaters bin, überlege ich mir. woran es wohl liegen mag, daß die Anfangszeiten der Auf- führungen so verschieden verstanden werden: vielleicht, so überlegte ich, sind Ouverturen nur geschrieben, um den Zuhörern die Mög- lichkeit zu geben, noch zum ersten Akt zurecht zu kommen. Man kann sich dann in Ruhe noch zwischen die Reihen schieben, nicht ohne den eigentlich viel zu früh Darsitzenden auf die Füße, sanft oder unsanft, je noch Körper- gewicht, zu latschen.— Die Pause ist ein Be- standteil der Aufführung. Sie hat nur einen Haken: sie ist für viele Leute anscheinend zu Kurz. Also kommt man wieder zu spät— trotz diesmal nicht vorhandener Ouverture. Traurig, traurig, wenn man bedenkt, daß sich das Mann- heimer Theater einstmals eines großen Rufes erfreute und daß die Mannheimer das Ins- Theater-Gehen“ mit der Milchflasche einge- klößt bekommen. Aber selbst wenn zur Zeit das Gebäude ein auf Theater frisiertes Kino ist. so missen doch nicht die Theatergänger auf das Niveau der Kinobesucher herabrut- schen. B. S. Das Wohnungsamt soll eine Kartei der Wohnungsuchenden auf Basis der neuen Dringlichkeitsordnung anlegen, mit kfünk qualifizierten Fachkräften besetzt werden, wodurch zwölf Nichtfachkräfte für andere Zwecke frei werden. In dem Vorschlag für neue Dringlichkeits- stufen wurde beanstandet, daß Fachkräfte für Wirtschafts förderung und öffentliche Be- dienstete„in besonders gelagerten Fällen“ auf Anordnung des Oberbürgermeisters ohne Rücksicht auf die Punktzahl mit Wohnraum versorgt werden können. Diesen Ermessens- Spielraum will niemand beliebig weit ziehen, wahrscheinlich wird sich gegen ihn noch mehr Widerstand einstellen als gegen die anderen Punkte, die als grundlegende Neuerungen und fast zu kühne Vereinfachungen empfun- den werden. F. W. k. Fahrrad, Geld und Heizkörper Wurden gestohlen 5 Um einen rabiaten Burschen handelt es sich bei einem 18jährigen, der einem Gleich- altrigen in der Nähe der Rhein-Neckar-Halle das Fahrrad stahl und bei Zurredestellung dem Bestohlenen mit einem Messer in die Hand stach. Mit Gewalt war ein Unbekannter in Feu- denheim in eine Wohnung eingebrochen. Als Beute flel ihm ein Geldbeutel mit etwa 100 DM Bargeld in die Hände. In der Eile nahm der Dieb nur das Kleingeld von etwa 10 DM heraus und warf dann den Geldbeutel in den Garten. Die 90 DM Papiergeld hatte der Ein- brecher offenbar übersehen. Ausgerechnet das Gebäude des Jugend- sozialwerks auf der Blumenau hatten sich drei junge Leute zu einem Diebstahl aus- gesucht, um dort einen Heizkörper auszu- bauen und zu stehlen. Vermutlich handelt 5 sich um die gleichen Täter, die kurz zuvor in dem gleichen Gebäude schon drei Heizkörper gestohlen hatten. Das Trio wurde ins Landes- gefängnis eingeliefert. Tödlicher Arbeitsunfall. Auf dem Gelände eines Unternehmens auf dem Waldhof liel ein 51jähriger Rangierarbeiter neben einigen Waggons her, die zuvor von der Werks- lokomotive abgestoßen worden Waren, rutschte aus und stürzte so unglücklich aul die Gleisanlagen, daß er tödlich überfahren wurde. Mit Gewalt mußte sich die Polizei in der Schwetzingerstadt Zugang in eine Woh- nung verschaffen, in der sich ein 60 Jahre alter Mann das Leben nehmen wollte und nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, 80 daß er sofort ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Nach Mitteilung von dort be- steht Lebensgefahr. Der Mann hatte Tablet- ten eingenommen. 5 5 Zentralverband der Arbeitsinvaliden, Wit⸗ wen, Unfall- und Angestelltenrentner, 17, De- zember, 15 Uhr, Lokal„Flora“ Weihnachtsfeier, Gewerkschaft der Eisenbahner. Ab 7. De- zember wird an Rentner und Penslonäre, deren monatliche Renten und Ruhegehälter einschließlich A-Renten 200 DM nicht über- steigen, eine Weihnachtsbeihilfe von 20 DM im Gewerkschaftshaus ausbezahlt. Wir gratulieren! Anna Hübler, Mannheim, Cannabichstrage 31, wird 80 Jahre alt. Die Ehe- leute Fritz Glatz und Frau, Mhm.-Feudenheim. Andreas-Hofer- Straße 15. konnten diamantene Hochzeit feiern. Karl Trützler. Mum. Käfertal, Winzerplatz 3, kann auf eine 40jährige Tätig- keit bei den Städtischen Verkehrsbetrieben zurückblicken. „ . UD ERBAR0 vel 25, erm der Zur hau ord. Stre Met 6 1 der leuen künk rden, adere reits räkte Be · len“ ohne raum sens- ehen, mehr ren ngen un- W. k. näre, älter iber Him deim, Ehe- eim, mene tal, ätig⸗ eben * 11/ Mittwoch. 17. Dezember 1952 MORGöEN . Zehn Jahre Zuchthaus für den Stuttgart, Das Schwurgericht Stuttgart verurteilte am Montagnachmittag den 7 Jahre alten Eugen Mettang, der am 25. Juni d. J. einen sechsjährigen Knaben ermordet hatte, unter Zubilligung mildern- der Umstände wegen erheblich verminderter Zzurechnungsfähigkeit zu zehn Jahren Zucht- haus und zehn Jahren Ehrverlust. Außerdem ordnete es die Einweisung des Angeklagten in eine Heil- und Pflegeanstalt nach der Strafverbüßung an, um zu verhindern, daß Mettang in ähnlichen Situationen später der- artige Verbrechen wiederholen kann. pfab zer Taqetuch Ludwigshafen. Vor 40 Jahren, am 17. De- zember 1912, wurden die„Pfalzwerke“ ge- gründet. Mit der Leistung von 350 Millionen kWh bei einer Spitzenbelastung von rund 100 000 kW wurde die geplante Leistungs- fähigkeit weit übertroffen. Ein Netz von 2500 km Leitungen mit zahlreichen Kraft- und Umspa desi zieht PA. m allen Richtungen., In 993 Ortsnetzen Wer- den 347 000 Enwohner direkt, in 278 Orts- netzen 655 000 Einwohner indirekt mit Strom versorgt. Außerdem werden 527 industrielle Großabnehmer direkt mit elektrischer Ener- gie beliefert. Zum sechsten Male in ihrer mehr als 1000“ jährigen Geschichte wurde die protestan- tische Kirche in Ludwigshafen-Oppau wie- deraufgebaut. Die frühere„Martinskirche“ erhielt nun den Namen„Auferstehungs- kirche“. Gimmeldingen. In diesen Tagen wird der UKW-Sender Weinbiet in Betrieb genom- men. Als erster deutscher Sender hat der Weinbiet eine automatische Schaltung, die Störungen und Unterbrechungen ausschließt, auch wenn kein Bedlenungspersonal zur Stelle ist. Das Programm wird von zwei Sendern in der gleichen Frequenz auf einer Antenne ausge. fällt, wird der andere arbeiten. durc die Vorweihnachtliches Mannheim Foto: Leix Ius Nerger über Hänseleien zum Mörder geworden Knabenmörder von Kirchheim Der Angeklagte, der während der ganzen Hauptverhandlung völlig teilnahmslos auf der Anklagebank gesessen hatte, nahm das Urteil ebenso apathisch entgegen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er Revision ein- legen oder das Urteil annehmen wolle, ent- gegnete er zunächst gar nichts, dann erklärte er, er müsse sich zunächst mit seinem Ver- teidiger darüber unterhalten. Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er sagte, die Kinder hätten ihn wiederholt gehänselt und einen „Dackel“ genannt. In den Augen der Kinder sei er der Dorftrottel gewesen. Aus Aerger darüber habe er den Entschluß gefaßt, den sechsjährigen Reinhold Wolf, der sich an den Hänseleien beteiligt habe, zu ermorden. Am 25. Juni habe er, nachdem er abends seine Arbeit als Knecht auf dem Schafhof beendete, Reinhold mit anderen Kindern in der Nähe der elterlichen Wohnung spielen gesehen, Er sei zu dem Buben hingegangen, habe sich von ihm den Roller geben lassen und dann das Kind mit diesem Spielzeug in den Wald gelockt. Nach der Tat sei er in ein Gasthaus gegangen und habe einige Gläser Bier genossen, um sich wieder zu beruhigen. Nach den gerichtlichen Ermittlungen hatte Mettang den Knaben zunächst erwürgt, dann mit einem Prügel geschlagen und Schließlich so lange mit den Stiefeln getreten, bis der Tod eintrat. Am nächsten Tag hatte er nach seiner Festnahme die Tat sofort ge- Standen.. Heidelberger Stadtrat wieder im historischen Rathaussaal Heidelberg. Der Heidelberger Plenarsitzungen bisher raum der Stadthalle ab. Stadtrat wird am kommenden Donnerstag zum ersten Male seit Kriegsende wieder im historischen Saal des alten Rathauses tagen. Der Saal war 1945 beschlagnahmt und seitdem von einem amerikanischen Gericht als Verhandlungs- raum benutzt worden. Der Stadtrat hielt seine i in einem Verwal- tungsgebäude der Stadt oder in einem Neben- Mit dem Pfalzorchester unterwegs: Jeden zweiten Tug dul einem anderen Konzertpodium verdienen die Musiker ihr Geld„spielend“?/ 1000 Kilometer in vier Wochen Ludwigshafen. Wir fahren nach Landau Mit zwei Omnibussen. Ich sitze zwischen der„Flöte“ und dem„Horn“, hinter mir plaudern„Baß“ und„Pauken“. Natürlich nicht in Tönen, nicht in„allegro“ oder „molto vivace“, wie sie es heute abend mit ihren Instrumenten in der schönen„Fest- halle“ machen werden, sondern ganz„zivil“ über Lebensmittelpreise, die neue Zigaret- tenisorte und den frechen Dackel des Kon- zertmeisters. Immer wieder kommt das Gespräch auf die Musik. Wie könnte es auch sein, stehen sie nicht alle im Dienst ihrer „Frau Musika?“ Sie schenkt ihren Vasallen beglückende Schätze edler Harmonien, aber es ist nicht leicht, ihr zu dienen: Täglich Proben am Vor- und Nachmittag, um die zahlreichen Aufführungen vorzubereiten. Während der Saison Rund 1000 Kilometer sind durchschnittlich 14 Konzerte innerhalb von vier Wochen zu spielen— jeden zweiten Tag wird dann aus der mühevollen Probe-Arbeit das so mühe- los scheinende„Spiel“. Notfalls mit der Taxe Heute geht es nach Landau, dann nach Neustadt. Nach Worms, zur Sendestelle Hei- delberg, nach Friedrichsfeld zum Werkskon- zert, am frühen Sonmtagmorgen in den Lud- wigshafener Pfalzbau zu einer Felerstunde. legt das„Rollende Orchester“ in vier Wochen zurück. Seit 21 Jahren sind es hierbei die Omnibusse der selben Gesellschaft— Treue für Sicherheit, Kameradschaft zwischen Kunst und Techn-k. Sind die Musikanten denn immer alle Die ältesten Weihnuchiskrippen Deuischlunds Eine Ausstellung im Freiburger Augustiner-Museum Freiburg. Für die vielen Krippenbauer ist mit den Vorweihnachtstagen die schönste Zeit des Jahres wieder angebrochen. Er- leuchtete Felshöhlen erstehen in dunklen Schlackenbergen, Stallräume, ausgestattet mit allen Geräten bäuerlichen Wirkens, werden mit Hammer und Säge gebastelt, und Künstlerhände formen die kleinen Fi- guren, die zur bildhaften Darstellung der Evangelienworte aufgestellt werden. Bis weit in das Mittelalter reicht der Gedanke des Krippenbaues zurück; er hat sich bis zum heutigen Tage lebendig erhalten. Davon zeugt in anschaulicher Weise die große Krippenausstellung im Freiburger Augustiner-Museum. Sie bringt neben zeit- genössischen Weinnachtskrippen auch einen Blick in die ganze Entwicktungsgeschichte der Krippen im Laufe der Jahrhunderte überhaupt. Es ist der Museumsleitung gelungen, eine der ältesten deutschen Krippen, die sich in Freiburger Privatbesitz befindet, für die Dauer der Ausstellung zu erhalten. Diese oberbadische Krippe, die um 1490 entstand, beschränkt sich mit einem einfachen, be- scheidenen Stallgebäude auf die Darstellung der Anbetungsszene. Von dieser rührenden Einfachheit, die in so ergreifender Weise eine tiefe Ehrfurcht und Frömmigkeit aus- strahlt, wenden sich die Krippen späterer Jahrhunderte ab. Mit einer Ueberschwäng- lichkeit, die nur jener Epoche eigen war, weitet der Barock den Krippenbau zu einer Szenerie aus, in der Festzüge mit Reitern und Fuß volk, mit Prozessionen und Gast- mahldarstellungen eine bunte, fast wir- belnde Fülle schaffen. Die Anbetungsszene geht in diesem quirlenden Treiben fast unter oder wird von der Darstellung an- derer Themen beinahe erdrückt. Noch das ausgehende 18. und das beginnende 19. Jahrhundert lieben diese festliche, üppige Prachteritfaltung, die in manchen der aus- gestellten Krippen gar seltsame Blüten treibt. Schalmeienkapellen. Bürgermilizen und allerlei Dorfleute sind auf den Krip- Peri àus dem Breisgau unterwegs, als ob es ein großes Dorffest zu feiern gelte. Die neueren Krippen, zum Teil von einheimischen Künstlern ausgestellt, zeigen wieder eine Konzentration auf das Wesent- liche der weihnachtlichen Zeit: auf die An- betungsszene. Selbstverständlich geht dabei der Zauber und die Kraft der Phantasie nicht verloren. Immer noch liefert der Wald Moos, Tannenreis und dunkelgrünes Gras, urid über die Felspartien schäumt immer noch der Bach aus Silberpapier. Auf blit- zenden Spiegeln tummeln sich Enten und Schwäne, und die Beleuchtungskünstler bringen nicht nur den Holzstoß der Hirten zum Erglühen, sondern strahlen auch die Höhle oder den Stall indirekt mit mancher- lei Farbwirkungen an. Panoramakrippen zeigen ganze Schwarzwaldlandschaften, in denen tief verschneite Dörfer die Stille Nacht erwarten. Es ist ein Reich der Phantasie und der liebenden Hingabe, das der Besucher dieser Schau die einzigartig in ihrer umfassenden Vielseitigkeit sein dürfte, tief beeindruckt durchwandert. Nichts könnte besser seine eigene weihnachtliche Stimmung heben. Buden-Württemberg braucht mehr Obstbuuschulen Südwestdeutschland verfügt über ein Tübingen. Der Leiter der staatlichen Obst- bauschule Nürtingen, Landwirtschaftsrat H. Gruft, beanstandete dieser Tage auf einer Tagung der Baumwarte des Kreises Tübin- gen, daß in Baden- Württemberg, das mit 21 000 Hektar über ein Drittel der Gesamt- obstanbaufläche des Bundesgebiets verfüge, nur eine Obstbauschule besteht. Gruft wies auf das Beispiel Hollands hin, wo es bei einer Obstanbaufläche von 6000 Hektar 32 Obstbauschulen gebe. Der Mangel an Schulen und Ausbildungs- möglichkeiten zeige sich nicht zuletzt darin, daß in Baden- Württemberg der Durch- schnittsertrag je Baum mit 126 kg niedriger liege als in andern, vergleichbaren Ländern. So betrage der Durchschnittsertrag in Däne- mark, das den Obstbauern ebenfalls bessere Ausbildungsmöglichkeiten biete, 132 kg Obst je Baum. „Ruhestörender Lärm“ Konstanz. Die Verkehrswacht von Kon- stanz, wo man sich wegen des sommerlichen Drittel der Gesamt-Obstanbaufläche Verkehrslärms am Bodensee immer größere Sorgen macht, stellt in einer Statistik folgende Reihenfolge der Ursachen für ruhestörenden Lärm fest: 1. Motorräder; 2. laute Nacht- bummler, 3. schnellfahrende Autos, 4. Last- kraftwagen, 5. unnötiges Hupen und 6. Kir- chenglockengeläut. An siebter Stelle rangiert erst die Müllabfuhr und an achter Stelle Hundegebell. Einheimische Bevölkerungs- kreise sind über die Aufzählung des Kirchen- geläuts in diesem Zusammenhang empört. Wieder fast ein Meter Schnee im Schwarzwald Freiburg. Nach neuen Schneefällen am Montag und Dienstag hat der Schnee in den Gipfellagen des Südschwarzwalds wieder fast einen Meter erreicht. Auf Pulverschnee wer- den überall gute bis sehr gute Schneeverhält- nisse für den Wintersport angetroffen. Auch in der Rheinebene hat sich eine geschlossene Schneedecke gebildet, so daß Abfahrten bis ins Flachland möglich sind. Im Hochschwarz- wald sind neue Schneefälle zu erwarten. pünktlich zur Stelle?— Ehrensache. Neulich verpaßte doch einer den Bus Mel dete er sich „krank“, leistete er sich einen ruhigen Abend? Nein— er fuhr mit der Taxe nach Kalserslautern und blätterte 60 Mark aus seiner mageren Brieftasche. Aber er War da — er ließ seine Kollegen nicht im Stich. wie am Schnürchen Wir sind in Landau angekommen Da steht der große Wagen, der die Instrumente brachte. Ste sind schon ausgepackt, die Pulte stehen, die Noten sind aufgeschlagen. Da parkt ja auch der„M 12“ des„Chefs“. Er ist mit dem Solisten vorgefahren. „Der Borries hat es leicht, der hat seine Geige immer bei sch. Aber neulich, die Pianistig. Alles schmunzelt Damals hatte es eine große Aufregung gegeben der Flügel war einen halben Ton zu tief. Und keitei Klavierstimmer weit und breit. Die Solistin mußte, ohne Orchesterbegleitung, etwas aus ihrem Solo- Repertoire spielen. Und wenn der Solist in zwölfter Stunde absagt? Der Konzertmeister des Orchesters ist bereit,„einzuspringen“. Glückliche Idealisten „Ihr verdient doch„spielend“ Euer Geld, wird oft im Scherz gesagt. Spielend?— Es ist eine schwere Arbeit, die die ganze Kraft, das Herz, die Nerven verlangt. Mit Konzert- schluß ist der lange Arbeitstag nicht beendet. Eine halbe Stunde wird eingepackt, eine oder zwei Stunden dauert die Fahrt durch die Nacht. Wann endlich kann die Spannung abklingen, die am Morgen bei der Probe wieder frisch und elastisch sein soll. Entspricht die Bezahlung der Arbeits- leistung? Nein, sie verdienen nicht viel. Sie sind recht„kleine Beamte“. Aber sie sind Idealisten— und deshalb sind sie reich. Die gute Interpretation einer Komposition macht sie glücklich, ein Wort der Anerkennung macht sie„reich“.„Hut ab vor der Leistung dieses 60-Mann- Orchesters“, sagte unlängst einn Mitglied der„Berliner Philharmoniker“. „So eine Anerkennung macht Spaß“, sagt „die Oboe“ und probiert eine schwierige Kadenz. In wenigen Minuten beginnt das Konzert 8 Etwas ungewohnt, aber es ging doch ganz prächtig, als gestern Weltrekordmann Wil- helm Herz(Kreuz) bei der Einweihung sei- ner Tankstelle den Mercedes- Fahrern Karl Kling und Hermann Lang in die NSU-Sättel half. Links, Deutschlands Schwimmgröße Herbert Klein, der ebenfalls mit von der Partie war. Zu dritt durchfuhren sie das weiße Band an den Zapfstellen in der Mun- denheimer Straße in Ludwigshafen. Hoher Blutdruck Arterienverkalkung Herzunruhe, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlafmangel, Reizbarkeit, Rückgang der Leistung yermindern Lebenslust und Schaffensfreude. Dagegen hilft Antisklerosin · eine Blutsalzkomposition an- gereichert mit den biologisch wirksamen Heilpflanzen Weißdorn und Mistel, dem bluteigenen Rhodan und dem aus Buchweizen gewonnenen Medorutin, welches die Adern wände elastischer macht. Antisklerosin senkt den Blutdruck, fördertden Kreislauf. beruhigt Herz und Ner-. ven. Seit 40 Jahren wird Antisklerosin in vielen Ländern gebraucht. Packung mit 60 Dragees. 2.4), Kurpackung mit 360 Dragees 11.80 in allen Apotheken erhältlich. Verstleigefungen vermerkt getragen 0 e 6 N Weihnachts wunſch iſt leicht erfüllt durch ⸗Utquell⸗ mit dem Schinkenbild 855 5 0 N e e stücke- zu. Lgb.-Nr. das Grundstück waren, Versteigerung hat, 16 615a, Schulstraße 99. Schätzungswert: 51 700,— DM Zubehör: 140,.— DM Mannheim, den 13. November 1952 Zwangs versteigerung Im Zwangsweg versteigert das Notariat am: Mittwoch, dem 4. Februar 1953, um 14.30 Uhr, in seinen Diensträumen, in Mannheim, Schlag, link. Flügel, Zimmer 129, des Fritz Denk, Kaufmann in Mannheim-Neckarau, Schulstraße 99, auf Gemarkung Mannheim. Die Versteigerungsanordnung Rechte, die zur selben Zeit noch nicht im Grundbuch ein- Versteigerung vor der Auf- forderung zum Bieten anzumelden und bei Widerspruch des Gläubigers glaubhaft zu machen: sie werden sonst im geringsten Gebot nicht und bei der Erlösverteilung erst nach dem anspruch des Gläubigers und nach den übrigen Rechten berücksichtigt. wurde am 7. März 1952 sind spätestens in der Grundstücks beschrieb: Grundbuch von Mannheim, Band 432. Blatt 8. 3 à 08 am, Hofreite mit Gebäulichkeiten. Neckarau, Notariat V als 5 Verloren f Gold. Gliederarmband(ziseliert) ver- loren. Abzugeben geg. Belohng. b. Bayer, Richard-Wagner- Straße 62, Telefon 4 33 68. 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MED, HERMANN FINZ ER Mannheim, den 16. Dezember 1332 Augusta-Anlage 3 2. Z. Hrch.-Lanz- Krankenhaus, Abt. Dr. Trion zeigen hocherfreut an 8 Das ideale Weihnachts- Am 15. Dezember 1952 wurde durch einen tragischen Unglücksfall während der Arbeit unser Belegschafts- mitglied, Herr Karl Kunze aus unseren Reihen gerissen. Der Verstorbene gehörte unserem Werk seit 1947 an und hat sich in dieser Zeit durch seinen Fleiß und seine Zuverlässigkeit sowie durch sein besonnenes und hilfs- bereites Wesen die Anerkennung seiner Vorgesetzten und Arbeitskameraden erworben. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitarbeiter, dessen Andenken wir in unseren Herzen bewahren werden. Werksleitung und Belegschaft der VEREINIGTEN GLASWERRE WERK MANNHEIM-WALDHOF Bestattung: Freitag, 19. Dezember 1952, um 11.00 Uhr, Haupt- friedhof Mannheim. Bestattungen in Mannheim Mittwoch, den 17. Dezember 1952 Hauptfriedhof Zelt Bun Fulle, Huben erase 1 9.0 Naumer, Theresia, Windmühlstrage 13-1s 10.00 Dudde, Max, Waldhofstraße 22ꝶ/22 1.90.30 Friedrich, Heinrich, Waldhof. Welzenstraße 1. 11.00 nnr r. Killinger, Rosa, Eichendorftstraße c 13.00 Krematorium Gehrig, Elisabeth, Leutershausen, Altersheim 13.30 ß/. Friedhof Sandhofen Baumann, Heinz, Karlstraße. 14.15 Nene, Feier, erense n„14. Friedhof Käfertal Dattinger, Franziska, Reiherstraße 00 13.30 Ahl, Anna, Waldhof, Wachtstraße 22 14.00 Rihm, Adam, Waldhof, Sonnenschein 112 134.30 Maas, Eugenie, Waldhof, Spiegelfabrik 311„ 15.00 Mitgetellt von der Friedhofverwaltung der Stadt Mannheim Ohne Gewähr Kaufgesuche Briefmarken Eine Sammlg. od. Sätze u. Einzelst. p. bar ges. Angeb. u. 07074 a. d. V. Völlig unerwartet verschied heute frün 9 Uhr meine liebe Gattin, unsere Tante und Ku- sme, Frau Anna Boch geb. Wagenblaß um Alter von 7d Jahren 8 Mo- naten. Elektr. Christbaumbeleuchtung und Eisenbahn, 220 V, zu kf. gesucht. Angeb. unt. 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Herr Ruh- wann hat den Platz ein gutes halbes dutzend- wal geprüft und sogar die Wetterwarte, die Regen und Sturm voraussagte, zu kate gerogen, bevor er das Spiel abblies. Diese Entscheidung erfolgte etwa einein- halb Stunden vor dem festgesetzten Spielbe- ginn, einem Zeitpunkt, der sich später als zu ſrün erwies, denn einmal blieb der von den Vetterfröschen angesagte weitere Regen aus, und der anhaltende Wind wirkte innerhalb ener Stunde auf dem Spielfeld Wunder, Ver- ttandlich, daß die inzwischen eingetroffenen Stuttgarter ein durchaus passables Feld vor- tanden und im Verein mit nicht wenigen Fuß- dall-Experten kein Verständnis für die Ent- gcheidung des Siedsrichters aufbringen konn- een. Peinlich war es auf jeden Fall, daß Herr Ruhmann sein„nein“ in Abwesenheit des VfB sprach, und wie üblich in solchen Fällen wur⸗ den allerhand Vermutungen angestellt. Nun stimmt es auf keinen Fall, wie von orlizleller VfB-Seite behauptet wird, die Ein- tracht hätte an diesem Tag auf mehrere Spie- ler verzichten müssen(die Elf wäre komplett angetreten) und deswegen größtes Interesse en einer Absage gehabt hätte, aber man sieht. wohin die Dinge führen. Wenn die Eintracht über die Absage nicht böse war, dann in erster linie nur wegen der Sorge um den neuen platz, der unermeßlichen Schaden gelitten bütte. Der VfB kündigt eine Beschwerde bei der zuständigen Instanz an. Neues Spiel am Neujahrstag? Es ist selbstverständlich, daß die Neu- ansetzung des Spiels so schnell wie möglich er- folgen muß. Da die Eintracht über Weihnach- ten in Aegypten weilt, die Rückrunde bereits am 4. Januar beginnt und der erste Spielfreie Sonntag erst am 8. März folgt, wird man prüfen müssen, ob nicht der 1. Januar in Frage kommt. peinlicher K. o. auf dem Bieberer Berg Den Ofkenbacher Kickers wird allgemein bescheinigt, daß sie gegen Mühlburg schlechte Verlierer waren und selbst das Mißfallen jener zuschauer erregten, die mit größter Liebe an den Kickers hängen. Die Reihe der Unsport- lichkeiten krönte Offenbachs Nationalmann- gchaktsanwärter Weber mit einem klassischen . o. gegen Strittmatter, der„weit über die Zeit“ zu Boden ging. Da das Vergehen sich hin- ter dem Rücken des Schiedsrichters abspielte . batte, entging der k.o.-Schläger seiner ver- dienten Strafe. Vorläufig wenigstens. Wir wis⸗ sen nicht, ob so maßgebende DFB-Persönlich- keiten wie Dr. Eckert und Dr. Kandry, die auf der Tribüne saßen, eine nachträgliche Bestra- kung herbeiführen können. Die Vereinsleitung der Kickers hat die Möglichkeit auf jeden Fall. Für sie muß es peinlich gewesen sein, ange- sichts so vieler Ehrengäste, unter denen Hes- seng Innenminister Zinnkann war. eine der- artige Entgleisung erleben zu müssen, vor al- lem für den greisen Kickers-Ehrenvorsitzen- den, der noch wenige Tage vorher stolz auf die Tatsache hinwies, daß seit Jahren kein Kickers- Spieler bestraft zu werden brauchte. Theo Bourquin Nord- Südblock- Quoten. Elferwette: 1. Rang(zehn richtige Tips): 80 DM. 2. Rang: 5,70 DM. 3. Rang: 1,10 DM., Achter wette: 1. Rang: 32,50 DM. 2. Rang: 2,60 DM. Bay e- risehe Neuner-Auswahlwette: 1. Rang: 47,80 DM. 2. Rang: 3,40 DM. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Wett- zchein des Württemberg-Badischen Totos im Nest-Süd- Block bei. Die 12zer-Wette brachte bisher die höchsten Quoten, die leichte 10 er- Wette viele lohnende Gewinne. und der befragte Linienrichter nichts gesehen Adam ließ die wenigsten Jore dureh Ein Querschnitt durch die Oberliga-Tabellen an Halbzeit besiegt wurden Eintracht Frankfurt, 1. FC Von den 77 erstklassigen Mannschaften der Bundesrepublik ist keine mehr unge- schlagen. In Ostdeutschland dagegen hat Motor Dessau bereits 13 Spiele ohne Nieder- lage überstanden und nur einmal einen Punkt abgegeben. Kölns Siegeszug wurde im 13. Spiel gestoppt, Eintracht Frankfurt, ebenfalls 12 Spiele ohne Niederlage, kam um die ominöse 13 dadurch herum, daß das Spiel gegen VfB Stuttgart abgesetzt wurde. Angeblich wegen unbespielbaren Platzes. Wirft man noch einen Blick auf die„Zweit ⸗ klassigen“ vVertragsspielervereine, so muß man feststellen, daß ganz im Verborgenen der 2. Liga Südwest noch ein verein blüht. Der ASV Landau beendete die 15 Spiele der Vorrunde mit 13 Siegen und zwei Unentschieden ebenfalls unbesiegt. Nur einmal Neuendorf, nur zwei Niederlagen hat Borussia Dortmund. Köln, 1. FC Kaiserslautern und Tus Einer der traditionsreichsten deutschen Ver- eine ist Hertha-BSC Berlin. Die Mannschaft, unter Hanne Sobek groß geworden, stand von 1926 bis 1929 viermal im Endspiel und wurde schließlich 1930 und 1931 Deutscher Meister. Berlins Fußball- Triumphe der Vorkriegszeit sind unlösbar mii dem Namen Hertha-BSC verbunden., Diese Mannschaft. nach dem Kriege nie so richtig in Schwung gekommen, steht heute in Berlin am Tabellenende und droht, in die zweite Klasse abzurutschen. Das wäre ebenso bedauerlich wie wenn im Süden der „Club“ von diesem Schicksal betroffen würde. In 13 Spielen schossen die Hertha- Stürmer nur elf Tore Die Neuen sorgen für Wirbel In der Oberliga Nord ist die Neulingsmann- schaft von Altona 93 seit vielen Wochen unbe- siegt. In dieser Elf stehen mit dem Ex-HSVler Spundflasche und Hinsch zwei Routiniers, die die Mannschaft zu großen Leistungen beflü- geln. Sie liegt nur einer Punkt hinter Kiel und HSV. Mit insgesamt 43 erzielten Treffern 18 sie die schußfreudigste Elf im Norden. Ein an- derer Neuling, der von sich reden macht, ist im Südwesten der FV Speyer. An dieser zähen Mannschaft beißen sich stärkste Mannschaften die Zähne aus. Mit 15:13 Toren und 12:12 Punkten wird den Speyerern„Eisenbeton“ nachgesagt. Hinsichtlich der Torausbeute stehen Süd- west und Nord an der Spitze. Dabei nimmt der I. FC Kaiserslautern mit 74 Treffern eine überragende Stellung ein. Rund 30 Tore mehr schossen die Walters als die übrigen erfolg- reichsten Mannschaften, die da sind: Altona, Borussia Dortmund je 43, Stuttgarter Kickers, Tus Neuendorf, Viktoria 89 Berlin je 42, Göt⸗ tingen 05, 1. FC Köln je 41 Tore. Die Liste der besten Torschützen führen an: Willimow- s K i, VfR Kaiserslautern, und Schlegel, Göttingen, je 18, vor Fritz Walter. 1. FC Kai- serslautern 17, Ottmar Walter. 1. FC Kaisers- lautern und Hetzel,, Meiderich je 16. Der er- folgreiehste Torhüter ist zweifellos der Neuendorfer Adam. Er ließ erst elf Gegentreffer zu. Im Tor der Nationalelf mußte er noch nie den Ball aus dem Netz holen! Nach ihm sind zu nennen: Strempel. 1. FC Saar- brücken und— siehe da— Erlenbach, Speyer je 13, Steinbeck. Tennis- Borussia 14 und Böge- lein, VfB Stuttgart 16. Nationaltorwart Turek. Düsseldorf wurde in Meisterschaftsspielen sei- ner Fortuna bereits 35mal geschlagen. Ein auf- fallend schlechtes Torverhältnis(38:36) hat der Hamburger SV als Tabellenz weiter der Nord- liga. UiIsk) Nund um das Sporigeschelien Jugoslawen kommen Freitag Iimr Wunsch: Unterkunft in Stadionnähe Die jugoslawische Fußballexpedition wird in den frühen Abendstunden des Freitags in Lud wigshafen eintreffen. Am Donnerstag machen die Jugoslawen in München Station, wo Sie als Gtiste des DFB in der Sportschule Gründwald wohnen. Ihr besonderer Wunsch seht dahin, ein Hotel in der Nähe des Stadions beziehen zu können. Jugoslawien wohnt also weder in Edenkoben noch Bad Dürkheim, sondern im Hotel„Victoria“, das knapp zehn Minuten vom Stadion entfernt ist. Zum Empfang am Bahnhof wird der DFB u. a. den 2. Vorsitzenden Hans Huber(Mün- Ein Bravo für„Karle“ Weimer Karl Weimer hielt als einziger der deutsch- holländischen Mannschaft durch Im Autodrom von Buenos Aires vollzog sich in Schlußakt der Argentinien-Rundfahrt. Das rad sportbegeisterte Publikum, aushielt, war in Hochstimmung. Man sah darüber hinweg, erhebliche organisatorische Mängel gegeben hatte, man war der Landstraße“ zu feiern. Schon bei der Wahl der„Rund- Wellen der Begeisterung hoch und für den Holländer Voorting, treften der Fahrer stundenlang daß es auf dieser 2800-kKm-Fahrt nur gekommen, um die„Helden fahrt-Königin“ schlugen die der ein Einlage-Einzelfahren vor dem Deutschen Weltmeister viel Beifall. Aber was war das alles gegenüber jenem Jubel, der die belgische Sieger Rik van Steenbergen wurde umarmt Mannschaftssieg davongetragen hatten, einem Blumenregen bedacht, Unwillkürlich wurde man in diesem Manuel Fangio er innert, der hier im Autodrom von Buenos Aires Volant mit ähnlicher Ekstase gefeiert wurde.„Argentinien hat nicht mannschaft von Buenos Aires, die den Kränzen behangen und mit Begeisterungsrausch an Juan nach seinen Siegen am Anwesenheit von Präsident Peron der das bis zum Ein- Müller gewonnen hatte, gab es „Giganten“ empfing! Der die Fahrer der Stadt- wurden mit und abgeküßt, nur großartige Automobilrennfahrer wie Fangio und Gonzales, es hat auch erstklassige Rad- rennfahrer wie Sevillano und Varisco, so schrieben die Blätter der Hauptstadt. „Preis der Zähigkeit“ 75 Fahrer waren vor Wochen gestartet und hatten alle Mühlsale dieser schweren Prüfung — vor allem eine Bullenhitze, Staub und teil- weise erbärmliche Straßen in den Pampas auf sich genommen. 51 hielten durch. Und alle 51 wurden gefeiert wie die Kô Unter ihnen auch Karl Weimer, Ahrige wackere Schwabe Was mag wohl sein Landsmann, der Träger des Weltmeistertrikots. Heinz Mäller, gedacht haben, als er Zeuge des Jubelsturmes um den„Senior“ dieses Riesenrennens wurde? Der Stuttgarter war nicht unter den Ersten des Gesamlklassements, aber er hatte zäh und verbissen, so wie man ihn in seiner engeren Heimat kennt, durchgehalten. Niemand. der ihn unterstützt hätte! Der„Karle“ mußte auf die Zähne beißen, wenn er jeden Tag aufs neue in den Sattel stieg. Er war der einzig „Ueberlebende“ der ganzen deutsch-hollän- dischen Marmschaft, nachdem zuletzt auch noch Faanhof infolge eines Sturzes aufgeben mußte. Nicht sein 43. Platz im Gesamtergebnis ist ent- scheidend, viel wichtiger war das Durchhalten den Dritten und Fünften der, Vuelta de Argentina!“ dieses einzigen, noch im Rennen befindlichen Deutschen. Der älteste Fahrer hat sich damit jenen Preis verdient. für- den es leider keine Pesos gab: den„Preis der Zähigkeit“. Das Echo in der Heimat Daß über dieses Durchstehen zu Hause in der Familie Weimer in der Bahnhofstraße in Asperg, bei seiner Frau, seinem Kind und sei- nen vielen Freunden. Freude herrscht, ist ver- ständlich. Man weiß dort. daß Weimer seit 1928 seinen Radsport Über alles liebt und daß ihm seit seinem Uebertritt ins Profilager 1939 nichts geschenkt worden ist. Als er 1947 aus der Gefangenschaft in Rußland 2Urückkehrte, war er ein menschliches Wrack, unfähig für jede Arbeit. Der Arzt verbot ihm jede Betätigung. Doch schon damals ließ er sich nicht unterkrie- gen. Er stieg wieder in den Sattel urid stellte seine Zähigkeit in vielen Straßen-, Aschen- bahn- und Sechstagerennen unter Beweis. Für seine Freunde kam darum auch das Durchhal- ten in Argentinien nicht von ungefähr. Darum: Ein Bravo für„Karle“, den wackeren Schwa- ben“. g chen) und seinen Generalsekretär Dr. Xa ndr y entsenden. DFB-Präsident Dr. Peco Bauwens be- grüßt am Samstag auf dem Frankfurter Rhein- Main-Flughafen seinen alten Schiedsrichter- Kollegen, den spanischen Verbandskapitän Pedro Escartin, der dem Länderspiel als Beobachter und naturgemäß auch als Sport- Journalist beiwohnen wird. Toni Sailer schwer verletzt Oesterreichs größte Hoffnung im alpinen Skilauf, der 17 Jahre alte Toni Sailer, er- litt am Montag beim Training eine schwere Verletzung. Sailer zog sich bei einem Sturz einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und wird daher bis März außer Gefecht sein. Toni Sailer hat in diesem Jahr bereits den Eröff- nungs-Torlauf auf dem Zugspitzplatt gewon- nen. Die österreichischen Alpinen trainieren zur Zeit in Zürs am Arlberg. Deutsche Alpine trainieren in St. Anton Die deutsche alpine Spitzenklasse traf àm Montag in St. Anton am Arlberg zum Trai- ning unter dem österreichischen DSV-Trainer Engele Halder ein. Unter den Rennläufern befinden sich Beni Obermüller, Willi Klein, Heini Bierling, Hias Maier, Sepp Behr und Pepi Schwaiger. Potzernheim vor Hijzelendoorn Bei den nur schwach besuchten Amateur- radrennen in der Münsterlandhalle kam der deutsche Meister und Olympiadritte Werner Potzernheim im Gesamtergebnis des Flieger- kampfes(15 Zweierläufe und Runden-Zeitfah- ren) vor Hollands Meister Hifzelendoorn auf den ersten Platz. Hifzelendoorn hatte zwar seinen Lauf gegen Potzernheim gewonnen, aber der deutsche Meister sicherte sich im Zeitfahren noch den Sieg. Westmeister Braun ohne Sieg In der Zwischenrunde um den Deutsch- landpokal der Tischtennis-Verbandsmann- schaften errang am Samstagabend in der Kasseler Stadthalle die Vertretung von Hes- sen(Seifert. Lentföhr. Mallon) einen über- raschend klaren 5:1-Sieg über Westdeutsch- land. Der Weltmeisterschaftsteilnehmer Braun Düsseldorf), der am vergangenen Wochenende in Hennef sich noch drei west- deutsche Meistertitel geholt hatte, erlitt gegen Seifert und Mallon zwei klare Nie- derlagen. — p c 7— 0———— —. ̃ ̃ͤ0ẽ—ñ Man sagt, die Menschen unserer Zeit seien vorwiegend optisch orientiert. Der Drang zum Kino, der darin zum Ausdruck kommende Hunger nach bildlich dargestell- ten Abenteuern, beweise es. Und ebenso die vehemente Entwicklung des Fernsehens in Amerika und England, wo schon die Besorg- nis laut geworden ist, das gebannte Starren aut die Fernsehbildscheibe schließe allmäh- lich das Gespräch von Mensch zu Mensch zus, die Besinnung auf sich selbst, die Be- schäktigung mit etwas, das erst in der Phan- tale bildhaft zu werden vermag, zum Bei- spiel: das Lesen von Büchern. Wie dem nun auch sei: aus vorweihnacht- licher Stimmung sei der Kinofreudigkeit un- serer Zeitgenossen Rechnung getragen und eine Reihe von neuen und neu aufgelegten Büchern einmal als Film-Programm serviert. Uicht aus, Vorhang auf! Nach der Reklame und der Wochenschau pflegte früher regel- mägig der Kulturflim zu kommen, was heute leider nur noch hin und wieder geschieht. a wäre nun einiges anzubieten. Zum Bei- iel ein paar Musikbücher: Joachim Mosers Fünte ikgs schichte in 100 Lebens- lldern“ Reclam Verlag, Stuttgart), ein Streitzug durch die Entwicklung der abend- Undischen Musik, lebendig gemacht an sehr einprägsam und alles Wesenbafte einfangen- den Grogaufnahmen der bedeutendsten Kom- *— von Walther von der Vogelweide is zu Carl Orff und Paul Hindemith. Aus 5 8 Notizen und Texten Mozarts hat r. Hans Walter Bähr, hier gleichsam in der 5 des Regisseurs, Das Zauber- Lich meines Lebens“(Heliopolis erlag, Tübingen) zusammengestellt, den gaht Weroman Mozarts, von ihm selbst er- bud, Dem Genius Beethovens wiederum uldigt in einzigartiger, erlebnistiefer Weise 1 5 Rolland mit seinem„Dank an ber dene ene Gechtie Verlas, Bg gen Dicht orlage einer Rede, die der französische 405 85 beim Wiener Beethoven-Fest 1927 über 8 hat und hier durch zwei Aufsätze Nett omain Rolland von Professor Dr. Paul und Hanns Arens ergänzt ist. Leben lebte f 8 1 bte, gewirmen in dem hervorragenden bio- Fraphischen Buch Joseph Haydn“ von 8 Eduard Jacob(Christian Wegner mein Haniburg) eine bei diesem Genre 18 eben häufig anzutreffende geistvolle 1 ungemein bereichernde Anschaulichkeit. . wendet sich T. W. Adorno mit sei- böch een über Wagner“! 8p st gescheiten und in großer geistiger imweite angelegten Ausführungen — uud Werle Haydns und die Zeit, in der er Buntes Filmprogramm mit neuen Büchern (Suhrkamp Verlag, Berlin und Frankfurt) doch wohl mehr an die Kulturphilosophen und Musik wissenschaftler denn an ein brei- teres Publikum. Ein authentisches Bild des zeitgenössischen Musikers„Igor Stra- WI ns k y“ ist in der nicht sehr umfang- reichen aber doch gründlichen und mit schönen Fotos ausgestatteten Biographie sei- nes Sohnes Theodore Strawinsky(B. Schott's Söhne, Mainz) eingefangen. Auch„1 Jugend großer Deutscher“— von iimen selbst erzählt(Insel Verlag, Wies- baden) gehört hierher; von Götz von Ber- lichingen über Hufeland, Seume, Siemens bis zu Hindenburg, Hauptmann und Barlach reicht der von Rudolf G. Goldschmidt-Jent- ner ausgewählte Kreis. Doch nun ist es wohl an der Zeit, zum Spielfilm zu kommen. Drei Gongschläge bitte! Wo aber soll man da beginnen? Die Auswahl ist begreiflicherweise schier un- übersehbar. Vielleicht dürfen's zuerst ein paar historische Stoffe sein. Nis Petersens Roman aus dem Rom des Kaisers Mare Aurel „Die Laternenmacher-Gasse“(jetzt im 11. bis 20. Tausend bei Albert Langen- Georg Müller, München) ist zum Beispiel ein prachtvolles, farbiges, mit schönen menschlichen Bezügen ausgestattetes Lebens- bild aus der antiken Welt. Ebenfalls in ur- alte Zeiten führt Johannes Tralows„Mal- chatun“ Delta Verlag, Berlin- Schönberg), die Liebes- und Lebensgeschichte Malchatuns und Osmans, des Begründers des nach ihm benannten osmanischen Weltreichs der Tür- ken. Eine Komödie der Unsterblichkeit nennt Ernst Penzoldt sein Bühnenstück„Die Portugalesische Schlacht“(Biblio- thek Suhrkamp), in der ein„wunderlicher Heiliger“, der blutjunge und schwärmerische König Sebastian von Portugal, an seinem Aller Realität spottenden Traum vom König- tum zerbricht und doch in der Legende un- sterblich wird. Auch Alfred Neumanns faszi- nierender Roman Der Teufel!“(als Li- zenz ausgabe im Taschenbuchformat beim Alfons Bürger Verlag) gehört in dieser Gattung zu den Beispielen von bleibendem Wert. Wie beim Film, so ist auch auf dem Buch- markt das Angebot an ausländischen Pro- duktionen groß. Nur hat man den Eindruck, daß bei den Büchern vor der deutschen Be- Arbeltung und Drucklegung doch ein bißchen Kritischer sondiert würde. Enitzückend als Film wie als Buch ist„Clochemerle“ (Stahlberg Verlag, Karlsruhe), der unter dem (synchron- deutschen) Titel„Die liebestolle Stadt“ verflimte, in charmanter Freimütig- keit geschriebene Roman einer kleinen Stadt, in der um eine neu errichtete öffentliche Be- dürfnisanstalt für Männer heftige Skandale und persönliche Fehden entbrennen. Eben- falls aus Frankreich kommen zwei Liebes- romane: Von Germaine Beaumont der tra- zählerisch mit großem Können gestaltet; ein schönes Werk des unlängst mit dem rhein; land- pfälzischen Literaturpreis ausgezeich- neten Schriftstellers. Horst Langes„Ein Schwert zwischen uns“(Scherz& Goverts Verlag, Stuttgart): ein zeitnaher gisch umschattete„Engel am Abend uestoff, voll starkem Klang in der Schilderung (Verlag Otto Erich Kleine, Braunschweig) und von Monique Saint-Helier die zwischen Haß und Liebe in intensiver Spannung glü- henden Strohreiter“ Suhrkamp Ver- lag, Berlin und Frankfurt). Aus Ernstem und Heiterem,„wie eine Conférence des Lebens selber“, ist das im Kabarett- und Varieté- Milieu vieler Landeshauptstädte spielende Buch Nie vergessenes Lied!(Hoff- mann und Campe Verlag, Hamburg) der Hol- ländischen Autorin Ly Corsari zusammen- gefügt. Willem Elsschots„Kaas“(Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf) wiederum führt ins Flandrische, in jene üppig wu chernde, schelmenhaft deftige Fabulierwelt. Streuvels und Timmermans', die auch dieser Geschichte vom Hilfsbuchhalter Frans Laar- mans, der als Käsegroßhändler über Nacht reich wird, ihren unwiderstehlichen Reiz gibt. Und nun sei schließlich noch übergeblendet in den angelsächsischen Raum. Zu F. Scott Fitzgeralds Roman„Z ärtlich ist die Nacht“(Lothar Blanvalet Verlag. Berlin), einem glänzend gemeisterten Gesellschafts- stück auf„medizinischer Grundlage“ Ooktor Richard Diver, die Hauptperson, ist Psychia- ter), und zu Thornton Wilders ebenso ge- danklich wie poetisch tiefer, in der zu Ende gehenden griechischen Antike angesiedelten Erzählung„Die Frau aus Andros“ (S. Fischer Verlag, Frankfurt). G. R. Ste- warts„Leben ohne Ende“(C. Bertels- manm Verlag, Gütersloh) ist ein utopischer Stoff, der sich mit der Frage beschäftigt, wie es wohl werden würde, wenn die ganze Menschheit zugrunde ginge, bis auf einen Mann und eine Frau, die dann wieder von vorn, wie Adam und Eva, beginnen müßten. Ein in unserer Zeit und vor allem in Ame- rika beliebtes Thema. Der Aufruhr in Oxford“ von Dorothy L. Sayers(Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen und Stuttgart) verbindet Elemente sowohl des Gesellschafts- wie des Kriminalromans in glücklicher, stilistisch gepflegter Weise. Und die deutsche Produktion? Hermann Hesses„Morgenlandfahrt“(Biblio- thek Suhrkamp): ein hoher Genuß noch im- mer für jeden, der nicht nur nach Aben- teuerlichkeit und Spannung jagt. Stefan Andres“ Die Hochzeit der Feinde“ (R. Piper& Co. Verlag, München): die Lie- besgeschichte zwischen einer jungen Deut- schen und einem französischen Offizier, adlig in seinem völkerversöhnenden Anliegen, er- einer fragwürdigen Welt von Schiebern und zwielichtigen Menschentypen. Erich Maria Remarques Der Funke Leben“ Ger- lag Kiepenheuer& Witsch, Köln und Berlin): ein in seiner Aktualität— die Handlung läuft im Inferno eines deutschen KZ ab brennendes, aber doch nicht unwidersprochen gebliebenes Buch. Jlla Andreaes„Wo aber Gefahr ist“(F. H. Kerle Verlag, Heidel- berg): die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die aus Einsamkeit und Leid zu sich selbst findet. Günther Weisenborns„Die Furie“(als Taschenbuchausgabe beim Paul List Verlag, München): ein abenteuerliches, farbiges und dabei doch tief menschliches Buch. Damit es nun endlich auch mal heiter und fröhlich wird und das vielgeliebte Lust- spiel zu seinem Recht kommt, sei von Alex- ander Spoerl, dem talentierten Sohn vom „Maulkorb“-Spoerl,„Ein unbegabter Liebhaber“ angeführt R. Piper& Co. Verlag, München). Da geht es nun recht munter zu, um Herrn Pr. Martin Leberecht, dem zwar ständig verliebten, aber reichlich unbegabten Liebhaber. Ob nicht auch aus diesem Spoerl bald ein Film wird? Einen Kriminalstoff in Edelmontur, spannend in seiner Handlung und dabei unversehens in menschliche Tiefen führend bieten„Die Inseln unter dem Winde! von Alex- ander Lernet- Holenia(S. Fischer Verlag, Frankfurt) dar.. Für eine Sonntag-Matinée seien zwei Märchenbücher angeboten: Die Märchen deutscher Dichter der Gegen- wart“(Bechtle Verlag, Eßlingen) mit Bei- trägen von Alverdes, Bonsels, Flake, Hesse, Mühlberger, Rinser und vielen anderen und mit zahlreichen hübschen Illustrationen von Fritz Fischer. Ueber 100„Sagen aus Deutschland“ Verlag Carl Uberreutter, Wien und Heidelberg) lassen uralten Väter- glauben, Heidnisches und Christliches, Ge- mütvolles und Furchtbares neu lebendig wer- den; Regie: Universitätsprofessor Dr. Eugen Fehrle. 5 Und damit ist das Programm zu Ende. Man wähle nun nach seinem Gusto. Einen Spiel- oder Kulturfilm, etwas, was von drau- Ben hereinkommt, oder wieder ein anderes, das unserem Grund und Boden entsprungen ist. Und wo die Bilder fehlen, da springe die Phantasie ein und erwecke den, toten Buchstaben“ zu bildhaftem Leben. hz- Wilkommene Weinnachtsgabe * 6% ö * *, Aus der großen Fölle der bei kngelhorn dargebotenen Go: ben nennen Wir lhnen heute nur 2 Beispiele. Ein Gang durch das Engelhorn · Haus sagt ih. nen mehr als tousend Worte. * Zünftige Anoraks Aus den bewährtesten Baum: woll- popelines hergestellt, mit und ohne futter, in verschie- denen flotten Schnittformen und vielen Forbtönungen: Kinder OM 26.“ 32. 38.9 Damen DM 26.9 38.9 44.0 Herren DM 29. 38.“ 49. .— Warme ausjacken aus molligen Flauschstoffen, samten undkamelhqorstoffen in bequemen Schnitten, teils mit Agraffen · Verschnürung. Großauswahl in vielen forben und Mustern, ollen Größen zu DM 48. 59. 75. und höher. Das Bekleidungsbous seit 1890 Mannheim I 5, I- h An den Planken * F Seite 8 INDUSTRIE- UND HANDELSBI ATT Mittwoch, 17. Dezember 1952/ Nr. 291 Rentenschwindel-Eindruck erweckender Renten- Dschungel (Ei) Der Fraktionsgeschäftsführer der Freien Demokraten im Bundestag, Fritz Niebel, erklärt im Pressedienst der FDP, die seit der Währungsreform auf den verschie- densten Rentengebieten mehrfach erfolgte Anpassung, die an sich erfreulich sei, habe andererseits den Nachteil, daß man durch die Verflechtung und Verfilzung der Materie heute geradezu von einem„Rentendschungel“ Sprechen müsse. Jede Aenderung einer Ren- tenleistung führe automatisch zu einer Ket- tenreaktion. Treffe beispielsweise eine In- Validenrente mit einer Unfallrente zusammen, so Werde sie gekürzt; werde eine Angestell- tenrente erhöht, so werde die Erhöhung bei der Ausgleichsrente nach dem Bundesver- sorgungsgesetz wieder abgezogen usw. Eine solche Verknüpfungsmethode, die streng juristisch durchaus in der Ordnung sei, habe die Gefahr heraufbeschworen, daß der Staatsbürger das Ganze für einen groß- angelegten Schwindel halte und an der Moral des Staates zu zweifeln beginne, da er die rechtlichen Zusammenhänge nicht mehr verstehe. Ein zweites Negativum sei, daß der Be- hördenangestellte, der über den Renten- antrag zu entscheiden habe, einen großen Teil seiner Arbeitszeit auf das Studium von Vorschriften verwenden müsse, während die Anträge monatelang liegen bleiben würden. Wenn man die verschiedenen Leistungen, die, in 65 Jahren organisch gewachsen seien, auch nicht in einem Topf sowietisch-mar- xistischen Musters vermengen dürfe, so sei es doch notwendig, wieder klare, übersicht- liche und auch für den Laien durchschaubare Verhältnisse zu schaffen. Niebel schließt mit der Feststellung, daß das Bundesarbeits- ministerium schon seit Monaten die Auflage erhalten habe, einen sozialpolitischen Beirat für diesen Zweck zu berufen, der jedoch bis heute noch nicht zusammengetreten sei. Auch die Ministerien sollten einmal zum Jahres- wechsel einen jener guten Vorsätze fassen, die dann machmal auch in die Tat umgesetzt würden. Mannheimer Einzelhandel im Wirtschafts ministerium Am 13. Dezember empfing der badisch- württembergische Wirtschaftsminister Dr. Veit im Beisein seiner zuständigen Mitar- beiter die Verteter der Einzelhandelsver- bände Baden- Württemberg zu einer länge- ren Besprechung über besonders dringliche Fragen ihres Berufszweiges. r Mannhei- mer Einzelhandel war bei dieser Bespre- chung durch den ersten und zweiten Vor- sitzenden des Verbandes, Stadtrat Barber und Wilhelm Braun(Gebr. Braun AG.) ver- treteri. 5 Im Vordergrund der sehr eingehenden Aussprache standen Fragen des Gewerbe- rechtes, einer Uebergangslösung für die nördlichen Teile des Bundeslandes und der endgültigen Schaffung einer Berufsordnung, bzw. eines Berufsausbildungsgesetzes, wirk- same Maßnahmen einer Mittelstandspolitik zur Vermeidung volks wirtschaftlicher uner- erwünschter Veränderungen der bisherigen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsbetätigung der Regiebetriebe, Werkshandel und Wan- derlagerunwesen und eine fühlbare Kredit- Effektenbörse Mitgeteilt von: Rhein- Main-Bank AG. in Mannheim, Mannheim Börsenverlauf:(Frankfurt a. M., am 16. Dez. 1952) Von I1G.-Farben ausgehend, die mit 91½ ein- setzten, Tendenz allgemein freundlicher. Umsätze belebt. Renten gut Sehalten. Um- Tageskurs e eee Stellg. 15. 12. 10. 12. ::. 01/5 30 F ĩͤ 134 133) 4103 20 20 0 Conti Gummi 3 2 92* Aimler- Benn 0 75 B. Erdöl* 8 11 89% 891/1 7G ů I 115% 114% 1) Dt. Linoleumwerke 121 14⁰ 140) Durlacher Hot. 33 4 44 Eichbaum-Werger 10.7 6⁵ 65 Enzinger Union 34 67 67 V8 875 90/8 Felten& Guilleaume 34 74 2%, Grün& Bilfinger. 1 15 7 Harpener J 137 245 240./ Heidelberger Cement 11— 132 771700 158½ 157 EKlöcknerwerke 3— 1 190 10.7 33 Mannesmann 1˙2 136% 138% Rheinische Braunkohlenn 17⸗ 17⁰ Rhein elektra 11 9⁵ 94 9 PCP 121 99 99 Seil wolf!!! 11 38 38 Siemens& Halske 333 104 103* Südd. Zueker 1˙1 115 114 Ver. Stahlwerke 188 180% Zellstoff Waldhor. 4.3 50 B 38 Badische Bank 24 24 Sommerzbanxk 21 45 4⁵ Deutsche Banne. 10:6,25 36/ 557 Dresdner Bank 106,2 57 57 Reichsbank-Anteile 882 50 59 5 PII. Notierung) ex Dividende. Y ex Bezugs- recht. hilfe für Klein- Einzelhandels. und Mittelbetriebe des Die Aussprache, die beiderseits von weit- gehendem Verständnis für die wirtschaft- ichen Nöte der Gegenwart getragen war, führte zu einer grundsätzlichen Ueberein- stimmung der Meinungen, wobei bemer- keriswert scheint, daß der Wirtschaftsmini- ster auf die soziale Lage eines erheblichen Teiles des Einzelhandels eingehend be- kannte, daß des Einzelhändlers Einkommen oft unter dem eines gelernten Facharbeiters liegt. Die Gespräche sollen fortgesetzt wer- den, um für die Detailfragen die gewünschte Klärung zu schaffen. Kohlenpreis und Montanunion Hi. Meldungen, wonach bereits zum Jahresbeginn eine Erhöhung des Inland- preises für Kohle um 5 DM je Tonne zu er- Warten sel, werden in Bonn von zuständiger Seite in dieser Form dementiert. Richtig daran ist allerdings, daß möglichst kurz vor der Errichtung des gemeisamen europäischen Kohlenmarktes eine solche Erhöhung not- wendig sein wird, weil der Inlandspreis dem Exportpreis angeglichen werden muß. Dabei werden jedoch in Bonn Zweifel dar- über laut, ob der Termin des 10. Februar 1953, der für den Beginn des gemeinsamen Mark- tes vorgesehen ist, eingehalten werden kann, weil bis zu diesem Datum noch so viele Ein- zelheiten zu regeln seien, daß die Einhaltung dieses Termines nicht als sicher gelten könne. Würde jedoch dieses Datum eingehalten wer- den können, dann wäre eine Kohlenpreis- erhöhung um voraussichtlich 5 DM je Tonne zum 1. Februar wahrscheinlich. Dabei würden jedoch die sogenannten privilegierten Grup- pen von dieser Erhöhung ausgenommen blei- ben, so vor allem also der Hausbrand, die Binnenschiffahrt usw. Zigaretten-Bilanz steuerlich„beungünstigt“ (VWD) Im Bundesgebiet wurden 1952 etwa 30 Milliarden Zigaretten umgesetzt gegenüber rund 28 Milliarden im vergangenen Jahr. Nach Ansicht des Verbandes der Cigaretten- Industrie in Hamburg ist die Umsatzerhöhung hauptsächlich auf eine Abwanderung vom Feinschnitt infolge des bei diesem bestehen- den Beimischungszwanges zurückzuführen. Auch der Verbrauch von reinen Orientziga- retten ist etwas gestiegen. Der Anteil am Gesamtkonsum dürfte jedoch nicht wesentlich über dem Satz des Vorjahres von 5 Prozent liegen. Die Tabakeinfuhr der Bundesrepublik aus Orient-Provenienzen wird von Vertretern der Zigarettenindustrie für dieses Jahr mit 16 bis 17 Mill. kg angegeben. Während 1951 nur etwa 12 Mill. kg verarbeitet wurden. Wenn es gelinge, die Tabaksteuerreform möglichst frühzeitig in Kraft zu setzen, werde sich die Einfuhr von Orienttabaken im kommenden Jahr voraussichtlich auf 22 Mill. kg erhöhen. Im Durchschnitt liegt die Verarbeitung von Orienttabaken in der Gesamtproduktion bei 40 Prozent. Trotz der Absatzsteigerung wird die Lage der Zigarettenindustrie von ihrem Verband als sehr schwierig bezeichnet. Da die seit drei Jahren angestrebte Tabaksteuersenkung immer noch nicht genehmigt ist, habe nun der sogenannte Vollstreckungsaufschub für einen Teil der Tabaksteuer die Industrie in den letzten Monaten vor einem finanziellen Zu- sammenbruch gerettet. Zwangsvorstellungs wirtschaft gefährdet Ernährung Obwohl im Bundesernährungsministe- rium Bestrebungen festzustellen sind, im kommenden Getreidejahr wiederum das Festpreissystem für Getreide einzuführen, das zu Beginn des vorjährigen Getreidewirt- schaftsjahres abgeschafft worden ist, wird demgegenüber in Kreisen des Getreidehan- dels erwogen, die Getreidepreise durch ein Richtpreissystem aufzulockern, das an Stelle der jetzigen„von— bis— Preise“ treten soll. An einem entsprechenden Entwurf für ein Getreidepreisgesetz 1953/54 wird im Bun- desernahrungs ministerium gearbeitet. Aufgabe der Einfuhr- und Vorratsstelle soll sein, innerhalb einer gewissen Marge den Markt zu beeinflussen, wobei grundsätz- lich in Nähe der unteren Preisgrenze auf- gekauft, und in der Nähe der oberen Preis- grenze verkauft werden soll. Wie hoch die Schwankungsbreite der Preise ober- und unterhalb des Richtpreises ist, steht noch nicht fest. Man glaubt, mit je 20 DM aus- kommen zu können. Innerhalb dieses Preis- spielraums soll sich die Angebot- und Nach- Richtpreise für Getreide? krageregelung abwickeln, so daß zugleich auch das bisherige System der Preisgebiete kfortfallen könnte. Beim Importgetreide soll die Abwicklung grundsätzlich vom Importeur aus erfolgen. Durch tägliche Notierungen könnte die Ein- fuhr- und Vorratsstelle bekanntgegeben werden, auf welcher Basis sie Getreide an- nimmt und wie hoch damit die Abschöpfungs- beträge oder die Zuschüsse sind, mit denen der Importeur zu rechnen hat. Die Anbie- tungs- bzw. Meldepflicht dürfte zwar be- stehen bleiben. Wenn aber die Einfuhr- und Vorratsstelle das Getreide nicht übernimmt, bleibt es dem Importeur überlassen, es am Inlandsmarkt zum entsprechenden Inlands- preisniveau unterzubringen. Nach Ansicht des Getreidehandels würde ein solcher Rah- men auch klare Bestimmungen für die Ein- fuhr- und Vorratsstelle ziehen, der es aus- schließt, daß— wie bisher— ein staatliches Getreidemonopol errichtet werden kann. Un- abhängig von dieser Regelung soll die Bun- desreserve eingelagert werden. Aus Fehlern lernen, statt Fehler zu Wiederholen Die westdeutsche Ernährungspolitik seit eh und je bestrebt, den Teufel(privat- wirtschaftliche Willkür) mit Beelzebub, der Teufel Obersten(bürokratischer Befehls- wirtschaft) auszurotten— hat bislang noch nicht Lorbeeren gesammelt bei dem Be- mühen, Ordnung zu schaffen in unserer Versorgungslage Skeptiker meinen sogar: Man rühme sich in den, den Reichsnähr- stand ersetzenden Bundesernährungskreisen, alle Anstrengungen gemacht zu haben, auf- tauchende Unregelmäßigkeiten zu bereini- gen, setzt sich jedoch nicht mit der Tat- sache auseinander, daß die Bereinigung ge- genstanmdslos gewesen wäre, hätte Bundes- nährstandspolitik nicht die Unregelmäßig- keiten heraufbeschworen. Das mag nun eine leichte Ueberspitzung sein, denn unsere Er- nährungspolitik berührt alle Gebiete des Wirtschaftslebens, ist verzahnt in der Finanzpolitik des Bundes, und in der Devi- senpolitik, beeinflußt die gewerbliche Wirt- schaft und last not least die soziale Lage. Leider hat es sich aber herausgestellt, daß die Beherrscher der Ernährungspolitik des Bundes wenig geneigt sind, diese Ver- zahnung auch als Verpflichtung zu berück- sichtigen. Leider hat es sich herausgestellt, daß diese Kreise die gesamt wirtschaftliche Verflechtung der Ernährungspolitik als Ver- pflichtung der Gesamtwirtschaft der Land- Wirtschaft gegenüber betrachten. Das mag wohl der Kardinalfehler sein. Hierbei ist es gar nicht erforderlich, auf des Heidelberger Professor Rüstow in einer neuen Schrift kürzlich formulierten Definition einzugehen, die sinngemäß etwa folgendes besagt: „Wo Gruppen einander gegenüberste- hen und eine Gruppe bestrebt ist, Ueber- gewicht über die andere Gruppe zu ge- winnen, kann keine soziale. kann keine wirtschaftliche Befriedung eintreten.“ Die Vergangenheit, die Praxis der letz- ten 28 Monate zeigte uns, daß die zum Zwecke der Schaffung einer Marktordnung im Jahre 1950 vom Bundestag verabschie- deten sogenannten Marktordnungsgesetze nicht mehr als Spielregeln angewandt wur- den, die den Schritt von der Zwangswirt- schaft in die freie Wirtschaft ermöglichen sollten, sondern als Stützpfeiler der Zwangs- wirtschaft. Die Einfuhr- und Vorratsstelle neigte bisher dazu, Roggeneinkäufe zu einem quasi „Marktpreis“ zu tätigen, der den gesetz- lich festgesetzten Höchstpreis zur Richtlinie nimmt, statt zumindest die goldene Mitte zwischen Höchst- und Mindestpreis zu Wählen. Gesetzlich waren folgende Tonnenpreise festgelegt: Höchstpreis Mindestpreis Roggen 389 DM 369 DM Weizen 429 DM 40 DM Der im letzten Sommer von der Einfuhr- und Vorratsstelle gezahlte. Preis für inlän- disches Getreide betrug je Tonne(Franko Mannheim): Roggen 410,— bis 415,.— DM Weizen 432,50 bis 438,50 DM „Auf einem so wichtigen Gebiet, wie es die Brotversorgung eines Volkes nun ein- mal ist, kann man den Schritt von der Zwangswirtschaft in die freie Wirtschaft nicht auf einmal machen“, sagte Bundes- ernährungsminister Niklas am 1. Juli 1950 bei der Beratung des ersten der sogenann- ten Marktordnungsgesetze. Keiner der zur Verabschiedung dieser Gesetze beitragenden Parlamentarier ahnte damals, daß im End- ergebnis nur eine neue, vielleicht sogar Wirksamere Bürokratie als je zuvor geschaf- fen werden sollte, um den Wettbewerb im Ernährungswesen auszuschalten. Das soge- nannte Ministerium ELF— es ist nicht das elfte Ministerium, sondern das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erschrack anscheinend selbst über die Fülle der Aufgaben, die es auf sich geladen hatte. So erschrôcken, daß es mit Preisfestsetzun- gen in Verzug gerät, Folge: Der Bauer weiß nicht, welche Preise ihm gezahlt würden. Er bleibt im Unklaren über die Verwendungs- möglichkeiten und hält zurück, wo er nur kann. So erschrocken, daß dann rasch im- Provisiert werden muß, überstürzt gehan- delt, wobei den Schaden— Ueberpreise bei Importen— der Verbraucher zu zahlen hat. Es hat ein weiser Ausländer bei diesem sogenannten„Schritt auf dem Weg in die (VoD) Der Fischeinzelhandel lehnt den Regie- rungsentwurf eines Fischgesetzes in seinen we⸗ sentlichen Punkten ab. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels erklärte am 15. Dezember, der Entwurf gehe hinsichtlich der Schaffung eines Stützungsfonds von einem staatlich festgesetzten Mindestabgabepreis aus. Nach Ansicht des Einzel- handels passe eine derartige Preisgarantie für die Reeder nicht zu einer freſen Marktwirtschaft und stehe der notwendigen Qualitäts verbesserung im Wege. Die im Gesetz vorgesehenen Maßnahmen zur Absatzförderung werden dagegen vom Einzel- handel begrüßt. freie Wirtschaft“ das Ministerium ELF mit einem an Kraftwagenverkehr nicht gewöhn- ten Provinzler verglichen, der in die Mitte einer belebten städtischen Fahrbahn ge- stellt, in die Autos hineinläuft, statt ihnen auszuweichen. Da wir in der Bundesrepublik uns ja noch immer im Aufbau befinden, da wir est die richtigen Wege und Methoden er- gründen müssen, wäre solche Entwicklung eigentlich zu begrüßen. Sollte sie doch lo- gischerweise zur Einsicht führen, daß anders Zzu verfahren ist. In etwa ist das marktwirtschaftliche Rezept zur Lösung wirtschaftlicher Schwie- rigkeiten zu vergleichen mit weiland Chri- stoph Columbus' kühner Theorie, nach dem Osten zu gelangen, indem gen Westen ge- segelt wird. Es scheinen die Einführungsworte des Ministers Niklas zum Marktordnungsgesetz von seinen ministeriellen Helfern und Bera- tern mig verstanden worden zu sein. Etwa So mißverstanden, wie es zu Kolumbus' Zeiten ein Spötter der königlichen Bera- tungskommission meinte:„Will man den Mond ereichen, dann muß man in einen Brunnen hinabsteigen.“ Was Wunder, daß berechtigte Befürch- tung besteht, bei solch törichtem Beginmen würden die Verbraucher— leider nicht nur die Angehörigen des Ministeriums ELF— in diesem Brunnen ertrinken. Tec ieee atginalien a. rinten fische Fur Linsengericht die Erstgeburt (Je) Auf einer Sitzung des erweiterten Vorstan des der vereinigung der chemischen Industrie Hessens erklärten die Vertreter der Farbwerke Hoechst Ad und der Kalle& Co. Ad, daß sie nach wie vor den angestrebten Zusammenschluß im meinsamen Interesse für unbedingt erwünscht halten, und zwar nicht nur aus Wirtschaftlichen Erwägungen heraus, sondern auch im Sinne ln höheren soHalen Sicherheit für die großen Beleg schaften. Auch die Belegschaften, so heißt 15 8˙ der Erklärung, legten großen Wert darauf 7 Kalle& Co. wieder Tochtergesellschaft 100 Hoechst werde Die Vereinigung der chemischen Industrie Hessens schloß sich diesem Standpunkt an, da heute auf dem Gebiet der chemischen For schung und technischen Entwicklung sehr 105 Probleme vorliegen, die nur durch eine Zusam. menfassung der Kräfte gemeistert werden könne. Ein Wiederzusammengehen der beiden Firmen deren Arbeitsgebiete sich ergänzten und die duc Jahrzehnte miteinander verbunden waren, sei des halb über die engeren Bereiche Hessens Ring für die gesamte deutsche Chemiewiirtschaft 15 Bedeutung. U Hettet uns vor entflechtenten Rettern“ überschrieben wir einen diesem Thema ge. wüdmeten Artikel unserer Ausgabe vom 6. Dezember. Nun hat sich indes herausgestellt, dag der Entflechtungsfanatismus sehr reale Hin. tergründe hat. Real deswegen, weil es um die Begünstigung überseeischer Wettbewer. ber der deutschen chemischen Industrie gell Vielleicht ist die Welt noch nicht so weit daß Moral und Geschäft in einem Atem. zuge genannt werden können. Vielleicht gibt es noch immer ein geschäftliches Handeln, das sich mit Moral nicht verträgt. Chateau- briand sagte ja einmal, daß nicht alles Un- recht auf dieser Welt Strafe fände, jedoch erbarmungslos alle Fehler und Irrtümer be. straft würden. Müßig daher, von Moral zu sprechen Notwendig jedoch, darüber nachzudenken (auf alliierter Seite), ob dieses— auf die westdeutsche Chemie sich beschränkendes „Entflechtung-Irren“ sich nicht auch einmal rächen würde. Etwa so rächen, wie sich die Zerschlagung von Wirtschaftskapazitäten rächte, zu deren Wiederaufbau schließlich der amerikanische Steuerzahler beitragen mußte, weil diese Zerschlagung unsinnig War. 5 Mit Befriedigung hat man in Europa manche von den USA ihren Siegeszug un die westliche Welt antretenden national ökonomischen Lehren übernommen. Beson- ders die markt wirtschaftlichen Thesen. s kann aber kein regional begrenzter Lei- stungswettbewerb sich gegen übergrobe Machtanballung im Auslande behaupten. Daran sollten die Entflechtungsapostel den- ken, daß sie im Begriffe sind, für das Lin- sengericht augenblicklichen Gewinnes einer anscheinend allmächtigen übersee- ischen Wirtschaftsgruppe die Erstgeburt — nämlich den Leistungswettbwerb— verschachern. K URZNACHRICHIEN Einzelhandels- Hoffnungen (VWD) In dem Wachsen des Verständnisses für Funktion und Leistung des Einzelhandels sieht der Präsident der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelshandels, MdB Hans Schmitz, Bad Godes- berg, das wesentlichste Ergebnis der Bestrebungen des Einzethandels im abgelaufenen Jahr. Als gün- stige Faktoren konnte der Einzelhandel 1952 u. a. seine weitgehende Freistellung von der In- Vestitionshilfeabgabe und die Errichtung einer Handelsabteilung im Bundeswirtschafts ministerium buchen. Für 1953 erwartet Schmitz günstige Aus- Wirkungen u. a., von der Rationalisierungsgemein- schaft des Handels. Die Hauptgemeinschaft werde sich im. neuen Jahr vordringlich um ein gesundes Verhältnis zwischen Groß-, Mittel- und Klein- betrieben bemüßen. Bürgschafts- Genossenschaft des Einzelhandels? (VD) Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels beabsichtigt, zunächst in Nordrhein- Westfalen eine Bürgschaftsgenossenschaft des Ein- zelhandels zu schaffen, die— ähnlich wie in der Schweiz und in Holland— dem Handel im Wege der Selbsthilfe durch die Gestellung zusätzlicher Sicherheiten den allgemeinen Kreditmarkt er- öffnen soll. Sparkassen- und Kreditgenossenschaf- ten haben ihre weitgehende Unterstützung zu- gesagt. Die Hauptgemeinschaft hält es für mög- lich, dag auf dieser Basis und bei Uebernahme von 50% der Kleinkredite durch die Kredit- institute ein Kreditvolumen von rund 50 Mill. DM in Nordrhein- Westfalen gedeckt werden kann. Später sollen Bürgschaftsgenossenschaften in anderen Bundesländern geschaffen werden. Die Schweiz als Kapitalgeber (VWD) Die Londoner„Financial Times“ berich- tet am 16. Dezember von einem wachsenden Fluß Schweizer Kapitals in Länder des Sterling-Gebiets. Nach Verhandlungen mit Südafrika über weitere Anleihe von 30 Mill. sfr stehen dem Blatt zu- folge Kreditbesprechungen zwischen emem Schwei. zer Bankenkonsortium und Australien bevor. Frankenanleihen sind für die Sterling-Länder, wie die„Financial Times unterstreicht, vorteilhafter als Dollarkredite, denn der Schweizer Franken sei in Dollar konvertierbar, könne also Dollargũter kaufen. Der Transfer von Zins- und Amortisations- beträgen an die Schweiz als EZU-Mitglied könne 8 n britischen EZ U-Ueberschüssen gedeckt Fremdwährungswechsel und Schecks WD) Die Uebersendung von Fremdwährungs- wechseln oder-schecks durch Ausländer an 5 75 dische Exporteure oder andere Inländer(Spe- diteure) zur Bezahlung deutscher Waren oder Dienstleistungen verstößt nach einer Mitteilung der Bank deutscher Länder gegen die Devisen- bewirtschaftungsgesetze. Die inländischen Emp- fänger haben daher solche Wechsel und Schecks unverzüglich einer Außenhandelsbank zum An- kauf oder Einzug zu übergeben. Besteht ein Inter. esse daran, daß das Papier nicht sofort an eine Außenhandelsbank weitergegeben wird, so Kann der Empfänger einen Belassungsantrag. bei der Landeszentralbank stellen. Die etwaige Weiter · jeitung solcher Papiere an die Order des egent ichen Begünstigten hat ebenso wie die etWal Rücksendung an den ausländischen Absender über die beteiligten Außenhandelsbanken zu erfolgen. Devisen- Erleichterungen im Reiseverkehr WD) Die Bank deutscher Länder hat die Be- stimmungen für die Devisenkontrolle an den Grenzen der Bundesrepublik vereinfacht. Nach der 4. Neufassung der allgemeinen Genehmigung Nr. 12/49 zu den Devisenbewirtschaftungsgesetzen brauchen ausländische Reisende künftig bei det Einreise ins Bundesgebiet eine Devisenkontrol erklärung nur noch abzugeben, wenn sie mehr alt 300 DM. in ausländischen Geldsorten beim verlas- sen des Bundesgebietes wieder ausführen wollen, Statt bisher 100 DM können ausländische Reisende 200 DM in deutschen Noten aus dem Bundesgebiet ausführen. Für deutsche Reisende ist der Betrag an deutschen Sorten, der ohne besondere Gene- migung und Eintragung in den Papieren bei det Aus- und Einreise mitgeführt werden darf, von 20 DM auf 40 DM erhöht worden. Marktberichte vom 16. Dezember Handschuhsheimer Obst- und Gemüsegroßmarkt (WD) Bei mitterer Anfuhr normaler Absati, Es erzielten: Tafeläpfel A 16—25, B 1015; Feld. salat geputzt 130—150, ungeputzt 104-120; Endiwien 5—10; Spinat 15—20; Rosenkohl 27-30; Karotten 1 bis 13; Knollensellerie 16—21; Lauch 25-27. Mannheimer Gemüse- und Obstgroßmarkt (VWD) In- und ausländisches Obst und Gemise ausreichend angeliefert. Die nahenden Feiertage haben sich bereits ausgewirkt, so daß für Alb. jandsgemüse— Kopfsalat, Endivien und Blumen: Kohl— gesteigerte Kaufneigung zu erhöhten Prei sen bestand. Das Obstgeschäft in Orangen und Kernobst unverändert ruhig. Zu nachfolgenden Preisen wurden umgesetzt: Gemüse: Blumenkoll Ausl. Steige 8½—9½; Karotten 12—16; Kartoffen 9½ 9; Oberkohlrabi 1014; Knoblauch 10-0 Lauch Stück 10—14, Gewichtsware 2630; Meeres tich 90.100; Petersilie 810; Rosenkohl 450; Rot- Kohl 1416; Rote Rüben 16-18; Endiviensalat aus. Steige 7-8; Kopfsalat ausl. Steige 12½—13; Schnitt. lauch 8—10; Schwarzwurzeln 7080; Sellerie Stück 25—40, Gewichtsware 2832; Spinat 16—22; Weiß Kohl 910; Wirsing 12—16; Zwiebeln holl. 242 Obst. Tafelapfel ini. 28.—38, ausl. 3040 irt schaftsäpfel 22—26; Orangen ital. blond kg 5256 dto. span. blond kg 58-60, dto. span. kernlos 60 bis 65; Mandarinen span. kg 62-64; Datteln 150 Kasta. nien 38—42; Walnüsse ausl. kg 160170; Zitronen Kiste 28—30; Stückware 13—14. und auf alles 3% Rabatt Ein Ereignis für Mannheim Viele standen vor den Schaufenstern, Tausende besuchten den laden, so daſs Wir uns gezwungen sahen, zeityeise zu schliessen. wer am Samstag in der Breiten Straße J 7, 8 die ERSFFENUN d onseres „.. da hat Schreiber nicht zuviel versprochen „ 80 bequem und schnell habe ic noch nirgends einkaufen kônnen „ phantastisch dieser laden, wirklich fortschrittlich“ Kakao, stark entölt 1 49 500 g nur noch. DM I; Welzenmehl 5 35 Type 550, 500 g nur noch BM Schweineschmalz 1 99 gar. rein, 500 g nur noch OM I; Selbstbedienungsladens 30 und ähnlich konnten wir immer wieder die Käufersfimmen hören. 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Verwaltungs gebäude 43 Zu verrechnende Bau- vorbereitungs kosten 3. Geschäftseinrichtung II. Umlauf- Vermögen: 4. Vorräte 5. Wertpapiere vermögens 7. Forderungen an Mieter 16. Bare Bestände des Umlauf- 17. Bankguthaben 8 17b Anlagekonten 18. Sonstiges Umlaufvermögen Sonstige Forderungen III. Posten der aktiven Jahres- abgrenzunn ng IV. Gefährdete vermögensposten- Wertausgleichsposten: 2) Nutzungsschäden b) Gebäudeschäden c) Wertpapiere V. Reinverlu ett 0 0 schaftsp lege Geschäftsjahres Zugang an Mitgliedern Geschäftsanteile Abgang im Geschäftsjahr schäftsanteile entflelen Der Aufsichtsrats vorsitzende: Reichelt Geschäftsstell 2a Zerstörte Wonngrundstücke 1 4. Noch nicht abgerechnete Baulosten Mitsliederbestand am Anfang des Zugang durch Gbernahme weiterer Zusammen Durch Zusammenlegung der Ge- Bestand am Ende d. Geschäftsjahres Mannheim, den 18. Dezember 1933 Gegründet 1895 Bilanz zum 31. 48 666,88 3 456 503,06 3 27 790.— 43 514,77 „„* 2* 4 000,25 0 2„ 3 „22 3 * 25 401,.— 2 31 924,17 „5 1 429,83 5 41 861,03 2„ 1 3 1.— 967,50 „„ 2* 3 823 338,94 e: Mannheim, Lenaustraße 40 Telefon 5 3484„ 1 ezember 1951 e Pas S IVa I. Geschäftsguthaben II. Rücklagen: Gesetzliche Rücklage Freie Rücklage III. Rückstellungen: Rückstellung für aufgestauten Instandsetzungs bedarf Rückstellung für Prüfungsgebühren Rückstellung für Herrichtung von Grünanlagen IV. Wertberichtigungsposten V. Verbindlichkeiten: Hypothekenschulden Zwischenkredite Spareinlagen 5 „„ 0„ Sonstige Darlehen Mieterdarlehen. Verbindlichkeiten aus Hausbewirtschaftung „„„4 e252„„ „2 20 der Verbindlichkeiten aus Bauverträgen Verbindlichkeiten gegenüber ß Sonstige Verbindlichkeiten Posten der passiven Jahres- Abgrenzun kk VI. Verlust- und Gewinn- Rechnung Aufwendungen: II. Aufwendungen aus der Hausbewirtschaftung: Abschreibung auf Anlagevermögen 44 576,85 Verwaltungs kosten 24 868,83 Betriebskosten. KR 3 86, 08 Instandhaltungskosten 32 788.87 Beiträge an die gesetzliche Berufs vertretung 1 143,50 VI. Kapitalkosten 33 230,89 VIII. Außerordentliche und betriebsfremde Aufwendungen: Unbebaute Grundstücke 886,03 Aufwendungen früherer Jahre 430,82 Aufwendungen für Mietausfall 490,36 Sonderabgaben f. d. Lastenausgleich 78 28/85 Zuweisungen zu den Rücklagen Aufwendungen für Gemein- 43 747,05 2.— 861 494,11 Erträge: 1. Gewinn- Vortrag SPA“ UND BAU VEREIN NIANNHAEINI eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht „379 434,81 „2066 264,90 „1592 121,31 456 093,08 550. 0 3000. 913 483,18 310 818,50 72 712,95 325 000,.— 92 194,68 252 678,56 32 510,62 0 10 097,87 16 190,01 „„„„„ 0 5 183,50 3 823 333,94 II. Erträge aus der Hausbewirtschaftung Nutzungsgebühren Gebühren und Umlagen VI. Kapitalerträge IX. Außerordentliche und betriebs- fremde Erträge XI. Reinverlu en Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung von Forderun tragen die entstandenen Danske eng asedldeg e JJ 8 Mitgliederbewegung Mitgl. Anteile 5 1453 1857 88 68 . 7⁰ 1521 1995 56 68 5 184 1465 1733 .——— ——— Die Geschäftsguthaben sämtlicher Mitglieder haben sich im Laufe des Geschäktsjahres un gegenüber dem Vorjahr Gesamtbetrag der Haftsumme be- 9 52 c JJC) als am Ende des Vorjahres. Von den satzungsgemäß fälligen Mindestzahlungen auf die 8 schäftsanteile waren am Schlusse des Geschäftsjahres rückständig Der Vorstand: Trumpfheller Platz „ 356 175,15 3 437,03 1870,93 „* 11.— ——— 361 494,11 — 2 618 763,08 54 944,05 vermehrt 519 900,.— 37 200.— Weniger 137 392,30 Miele Exp. 52, Kickst., weg. Wagen⸗ anschaffg. sehr Sünst. zu* evtl. langfristig zu vermieten. Adr. einzus. u. A 07042 im Verlag. BMW-Motor, 1,3 Ltr., in sehr gut. üÜberholt. Zustand gunst. 1 Anfrag. unt. Tel. 4 21 59 U. 4 29 35. sehr gut erhalten, preiswert abzugeben. Angebote unter Nr. P 73505 an den Verlag. VW,. 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Wir haben Dr. von Holst ge- beten, seinen Vortrag zu einem Aufsatz für den„Mannheimer Morgen“ zusammenzufas- sen, den wir hier abdrucken. Die Rheinzone, von Basel bis Utrecht, ist altes Grenzland und hat immer wieder der Kunstbesitz durch Bergungsmaßnahmen, politische Ehen und Kriegsereignisse einge- büßt. 1632 entführten die Schweden Grüne Wald- Altäre aus dem Mainzer Dom; 1800 kamen Kölner Kunstschätze vom Rhein an die Seine; 1870 verbrannten die mittel- Alterlichen Handschriften der Bibliothek Straßburg. Auch das alte Territorium Kur- Pfalz, zu dem in der Zeit seiner größten Ausdehnung als niederrheinisches Nebenland auch ein Teil des heutigen„Nordrhein- Westfalen“ gehörte, hat Zerstreuung und Abwanderung der bedeutenden Kunst- sammlungen seiner Fürsten hinnehmen müssen. Doch ist es heute möglich, alte ver- Silbte Inventare und zur Zeit in München und Bamberg, in London und New Lork befindliche Kunstwerke einander zuzuordnen und so die alten Sammlungen anschaulich zu rekonstruieren. Der erste deutsche Kunstsammler Am Ausgang des Mittelalters führt, zu- erst in Italien, die neue weltliche Renais- Sance- Gesinnung zur Schätzung des Kunst- Werks als Eigenwert. Die Kunst. bis dahin im Dienst der Kirche, sucht nach neuen Auf- traggebern und Freunden. Jetzt erst tritt der Typ des Kunstsammlers auf. Nur geistig selb- ständige Persönlichkeiten der Oberschicht, die zudem begütert und durch Politik wenig in Anspruch genommen sein müssen, ge- hören— nördlich und südlich der Alpen— zum Vortrupp der ersten Kunstsammler. In Deutschland hat Ott Heinrich, der im Mit- telmeer-Gebiet gereist ist, zeitlich den Vor- rang, Er liebt Gemälde altdeutscher und italienischer Meister seiner Zeit. doch besitzt er auch„alte gemalte Tafeln“, also Kunst aus Väter- und Großväterzeit. Er sammelt antike Münzen und nennt„gegossene Anti- cuitäten“ sein eigen. vermutlich padua- Nische Kleinplastik seiner Zeit. die in grlechisch- römischem Stil gearbeitet wurde. Erfolgsgeheimnis von Sandor Hunvady Ein ungewöhnlich heftiger, wütender Haß Rerrschte zwischen den beiden amerikanischen Schriftstellern MeDougall und O' Kelly. Beide mußten noch jung sein, denn ihre Namen tauchten erst vor kurzem in den Spalten der Tageszeitungen und Literaturzeitschriften auf. O' Kelly schrieb Romane unc Erzählungen, und sobald eines seiner Werke erschien, stürzte sich der Kritiker MeDougall wie ein Berserker auf den unglücklichen Autor, Was mußte dieser Sich nicht alles sagen lassen! Was für Be- schimpfungen, Verleumdungen und Verdäckti- gungen hagelten auf sein armes Haupt! Der bitteyste Sarkasmus, die beißendste Ironie, Be- schuldigungen des Plagiats, der Talentlosigkeit nichts fehlte in diesem grimmigen Angriff. Der Kritiker ließ leinen guten Faden an dem Autor. Das Publikum war Überrascht von dem vulkanischen Ausbruch dieser nie versiegen- den Schmähkraft. Doch es empfand es als amuùsant, daß jemand so heruntergemacht wurde, und noch dazu so schwungvoll.„Haben Sie das schon gelesen?“ fragte einer den ande- ren,„das nenne ich gepfeffert! Sie müssen das unbedingt lesen.“ i Und man beeilte sich daraufhin, auch das Buch selbst kennenzulernen, um dessentwil- len diese forsche, giftige Kritik geschrieben wurde. Die Verleger wußten, daß O'Kellys Werke nicht unbemerkt blieben, und druckten inn gerne. Aber ebenso willig druckten die anderen Verleger die Kritiken MeDougalls, da Sie ihrerseits wußten, daß auch sie vom Pubi- kum beachtet und eifrig verschlungen wur- den.„O'Kelly wird eines Tages MeDougall er- morden“, prophezeiten die Leser. Als ich einmal zufällig ein kleines, abge- legenes Café betrat, sak ich sie beide- MeDou- gall und O' Kelly— gemeinsam in friedlicher Eintracht zu Abend essen. Auf meinen er- staunten, fragenden Blick hin, erklärte MeDou- gall gelassen:„Es ist für uns beide die ein- zige Möglichkeit, das Publikum zu erobern und bekannt zu werden. Und O' Kelly fügte Rinau:„Wollen Sie hören, wie er mich mor- gen verreißt? Großartig, sage ich Ihnen! Dies- mal hat er sich selbst übertroffen! Nehmen Sie Platz und hören Sie zu (Uebersetzung Kurb Wagensei Das erste Tizien-Bild, das über die Alpen Wandert, gelangt in die Hände Ottheinrichs. Auch das Kolumbus-Porträt des Venezianers Sebastiano des Piombo, das in einem Inven- tar des Heidelberger Schlosses im 17. Jahr- hundert genannt wird., dürfte eine Erwer⸗ bung Ottheinrichs gewesen sein; dies Bild, das als verschollen galt, konnten wir im New LVorker Museum ermitteln. Besonders interessant ist die Tatsache, daß Ottheinrich — nach einer Urkunde von 1545— auch „geschnitzte Altartafeln“ in seinen Wohn- gemächern um sich hat; es muß sich um spätgotische Arbeiten aus protestantisch ge- Wordenen Kirchen gehandelt haben. So rundet sich das Bild: Kunstwerke aller Art, kirchlicher oder weltlicher Bestimmung, einheimischen oder fremden Ursprungs, altere oder zeitgenössische Arbeiten all das umgibt den Renaissance-Fürsten Ottheinrich in seinem schönen Heidelberger Schloß. Liselotte und„an Wellm“ Etwa hundert Jahre lang. vom Tode Ottheinrichs bis zur Geburt der Liselotte, hören wir wenig von der Erweiterung der Sammlungen in Heidelberg. Die Notizen des Kunstgelehrten Sandrart von 1679 und ein Inventar von 1685 belehren uns jedoch darüber, daß immer wieder Erwerbungen gemacht wurden, zum Beispiel 1674 in Vene- dig. Liselotte spricht in einem ihrer berühm- ten Briefe ausdrücklich von„der Gallerie im Schloß Heydelberg“. Beim Aussterben der Linie Pfalz-Simmern ist offenbar der Lö- Wenanteil der Heidelberger Schloßggalerie der in Frankreich an den Herzog von Oléèans verheirateten Liselotte zugefallen. Mit Unterstützung der Beamten des Louvre- Museums konnten wir in diesem Sommer Inventare der Sammlung Orléans durch- sehen., in denen altberühmte Gemälde der Heidelberger Schloßgalerie wieder auf- tauchen. Wir nennen u. a. den„Tod der Maria“ von Saraceni. heute in der Abtei Ampleforth(England), und das„Bildnis des Kardinals Richelieu“ von Philippe de Champaigne, heute in der Londoner Natio- nal Gallery. Die Linie Pfalz-Neuburg, die 1690 die pfälzische Rurwürde antritt. stellt mit ihrem ersten Vertreter sogleich einen leidenschaft- lichen und bedeutenden Kunstsammler: er repräsentiert besser als alle deutschen Für- sten seiner Zeit den Idealtyp des Kunst- freunds der Barockepoche. Das alte. übrigens im Krieg gerade verwüstete Heidelberg sagt Geist und Die verhältnismäßig junge Stadt Mann- heim hat Glück mit der Geschichtsschrei- bung. Friedrich Walter schrieb die Stadt- geschichte umfassend und sachgetreu, Ernst Leopold Stahl die Theatergeschichte ange- nehm lesbar und anekdotenreich, und der einer Mannheimer Familie entstammende, am 18. Dezember 1887 hier geborene Histo- riker Franz Schnabel hat zunächst in eins knappen Grundriß für Schulen und dann in mehrbändiger Darstellung Deutschlands Ge- schichte im 19. Jahrhundert, genauer: in der Zeit von 1789 bis 1919, vorgetragen. Nicht nur den Ablauf der politischen Ereignisse von der Französischen Revolution bis zu Deutschlands Zusammenbruch, sondern die Schichtung der religiösen, kulturellen, wirt- schaftlichen und sozialen Bewegungen. Das Wirken am Gymnasium und an der Technischen Hochschule hat die geschmeidige Diktion der Schnabelschen Geschichtsbücher beeinflußt, die sich an„echte“ Leser wenden. Wie wir aus vielen Mannheimer Vorträgen wissen, ist Schnabel ein zündender Redner, der mit wenigen Sätzen das reich entfaltete Bild einer Zeit oder einer Persönlichkeit zu entwerfen pflegt. Seine Fähigkeit, geistige Strömungen in ein klares Licht zu rücken, macht Wert und Reiz seiner Bücher und Vorträge aus. In keinem Geschichtswerk findet sich ein stärkeres Eingehen auf die technische, wis- senschaftliche und wirtschaftliche Entwick- lung. Politik, wissenschaftliche Leistung und Technik waren auf die praktische Lebens- gestaltung der bürgerlichen Gesellschaft ge- richtet. Die Leistung des Bürgertums ist für dem Geschmack Johann Wilhelms nicht zu: er möchte, wie sein Zeitgenosse, der fran- zösische Sonnenkönig, ein majestätisch in der Ebene sich ausbreitendes Residenzschlog bewohnen; so siedelt er nach Düsseldorf über, das nun für kurze Zeit Hauptstadt der Pfälzischen Lande wird. Hier entsteht in wenigen Jahren eine Gemäldesammlung, die schnell europäischen Ruf erhält. In ihr domi- niert Rubens mät 40 Gemälden: es folgen flämische Maler, die wie Rubens bewegtes Leben vergegenwärtigen. Von Rembrandt erwärbt„Jan Wellm“, wie er in Düsseldorf heißt, nur pathetische Frühbilder. Von Zeit- genossen ist der leidenschaftliche Neapoli- taner Luca Giordano in der Galerie reich vertreten. So entsteht eine relativ geschlos- sene Barockgalerie, in der z. B. kein einzi- ges altdeutsches oder frühitalienisches Werk Aufnahme findet. Die Mannheimer Schloß galerie Auf Johann Wilhelm, den Düsseldorfer, kolgen die Mannheimer Kurfürsten Carl Philipp, Max Joseph III. und Carl Theodor. Wir befinden uns im 18. Jahrhundert: das barocke Pathos klingt ab. die freundlich- idyillischen Ideale arkadischen oder still- beschaulichen Lebens treten in den Vorder- grund. Zwar entsteht in Mannheim noch ein riesiges repräsentatives Schloß: doch der „Sammler-Geschmack“ am Mannheimer Hof deckt sich- nicht mehr mit dem der Barock- epoche: als 1758 die Düsseldorfer Gemälde vorübergehend wegen Kriegsgefahr nach Mannheim gebracht werden. tun Rubens und Jordeans hier keine besondere Wirkung: sobald die Zeiten es gestatten. läßt man die alte Sammlung des„Jan Wellm“ wieder an den Niederrhein zurückgehen. Unter den wenigen flämüschen ee der Mannheimer Galerie tritt mit“ einem Hauptwerk der verfeinert- elegante van Dyck, ein Lieblingsmaler des Rokoko, in den Vordergrund. Die klein- bürgerlichen Hol- länder, Dou, Terborch und wie sie heißen, gewinnen jetzt auch in Fürstenschlössern Wohnrecht. Unter den Landschaftern finden wir den empfindsam-elegischen Albert Cuyp. der erst im Jahrhundert Rousseaus gewür- digt wird. Auch die„Feinmaler“ der Spät- renaissance Elsheimer. Rottenhammer, Jan Bruyghel— tauchen in Mannheim wie- der auf. Als Vorboten der Romantik ver- zeichnen wir Gemälde, die Schongauer, Dürer, Holbein zugeschrieben werden. So zeigt die Mannheimer Galerie, vergleichbar den in jener Zeit neuentstandenen Samm- Gerard Terborch: Ein Knabe flöht seinen Hund Foto: Bayerische Staats- gemäldesammlungen lungen an den Höfen von Karlsruhe, Kas- sel, Potsdam und Petersburg, einen Charak- ter, in dem sich die mannigfachen geistigen Richtungen und Interessen des 18. Jahr- hunderts spiegeln. Um 1800 gelangten die Schätze der Düs- seldorfer und der Mannheimer Galerie, ins- gesamt 1200 Gemälde, nach München. Dort sind heute im„Haus der Kunst“ etwa 40 von ihnen ausgestellt, weitere hundert in den staatlich- bayrischen Filialgalerien von Schleißheim, Augsburg, Rotenburg. Bamberg, Bayreuth, Füssen und anderswo. Etwa 1000 Bilder ruhen bis auf weiteres im Depot. Sollte es nicht möglich sein. einen Sommer lang die schönsten Gemälde aus altem kur- pfälzischen Besitz in einer Ausstellung in Mannheim zu zeigen? Die Galerieleiter, von New Vork, London und München dürften ihr Einverständnis kaum verweigern. Dr. Niels von Holst Geschichte des 19. Jahrhunderts Zum 65. Geburtstag Franz Schnabels Schnabel der Inhalt der deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert. Ihrem tragischen Ver- lauf widmet Schnabel höchstes Interesse: Sobald die von Wissenschaft und Technik entfesselten Kräfte im stürmischen Fort- er franz Schnabel Dem Bildwerk„Das geistige Gesicht Deutsch- lands“(Union Deutsche Verlagsgesellschaft) ent- nommen. Foto: Erich Retzlaff schritt nach souveräner Geltung strebten und selbst ihren Sinn zu vernichten drohten, er- wiesen sich die Gegenkräfte aus alter und echter Bürgerkultur als zu schwach und dem Untergang ausgesetzt. Schnabel zeigt, wie dieses Zeitalter eines grenzenlosen Indivi- dualismus aus seinen Voraussetzungen alle Konsequenzen für sich in Anspruch genom- men hat und wWie Hiergegen die ererbten und erneuerten religiösen Kräfte sich gewehrt haben. Schließlich schildert Schnabel mit dem Bild der Entwicklung Mannheims von der Barockresidenz zur Industriestadt vor Augen jenen großen revolutionären Gang des Jahrhunderts in eine vom kapitalistischen und materialistischen Denken bestimmte Welt. Er schildert dieses alles, ohne den Weg aus der Weite des klassischen Geistes in die Enge der Ressorts— Tragikomödie der deutschen Bildung— mitzumachen. 1936 wurde Schnabel„entpflichtet“, nach- dem ihn das Zentralorgan der tausendjähri- gen Partei einer scharfen Kriegserklärung gewürdigt hatte. 1945 übernahm er die Neu- ordnung des Schulwesens in Nordbaden. Im Sommer 1947 folgte er gemäß dem unge- schriebenen, aber getreulich befolgten Ge- setz, daß der Prophet nichts gilt in seinem Ländchen, der Berufung auf den Lehrstuhl für neuere Geschichte in München. Seine 500 Hörer machen ihm Freude, sie binden aber auch seine Kräfte, die der Vollendung der Deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert und der lang erwarteten Sammlung seiner Aufsätze und Vorträge gewidmet sein müß- ten. Die Ernte eines reich erfüllten Lebens Will eingebracht werden. f. W. k. bühne, die in köstlicher Weise die vielfalt. Mittwoch, 17. Dezember 1952/ Nr 2 . Klaiber inszeniert in Zöric „Der Widerspenstigen Zähmung“ von Goc Auf einem Sofa in der Proszeniums og liegend, todkrank und uneingestanden vid. leicht gänzlich verzweifelt, wohnte Hermam Goetz am 11. Oktober 1874 im Mannheim Hof- und Nationaltheater der Urauffü seiner Lustspiel-Oper„Der Widerspenstigen Zähmung“ bei. Sie war ein großer Erfolg und wenn man weiter Zeugnisse seiner Zeil. genossen durchliest, muß man sich woll fragen, weshalb die Werke des 1840 h Königsberg geborenen, 1876 in Zürich per- storbenen Komponisten— etwa die F. dur. Symphonie Opus 9, das Klavierquintett Opu 16, die„Nänie“ für gemischten Chor un Orchester Opus 10 oder auch neben de „Widerspenstigen“ die zweite Oper:„Frau cesca da Rimini“, die Brahms einmal ab die reifste und gelungenste Arbeit von Goen gerühmt hat—, weshalb alle diese Wer im Konzertrepertoire wie in den Theater, Spielplänen so stiefmütterlich behande Werden. Nun hat das Stadttheater Zürich den Ib. lichen Versuch unternommen, die liebens werte, von dem Schweizer J. V. Widmam aus Shakespeares handfester Realistik n Heiter-Gemütvolle entführte Oper„De Widerspenstigen Zähmung“ der unverdien. ten Vergessenheit zu entreißen. Der frene tische Beifall, mit dem das allerdings nic sehr zahlreich erschienene Züricher Publi- kum diese Premiere aufnahm, läßt wielleieh doch die Möglichkeit offen, daß die Theate sich wieder dieses Werkes erinnern. Mit feinem Einfühlungsvermögen ha Victor Reinshagen als musikalischer Leitet die erhebend- fröhliche, nur in gewissen wenigen Partien von Schumannscher Melar- cholie und Tristesse überschattete Mus zum Klingen gebracht. Als Regisseur vad vom Mannheimer Nationaltheater Joachim Klaiber als Gast verpflichtet worden, Sein Inszenierung, zu der Max Röthlisberget treffliche Bühnenbilder beigesteuert bah zeigt vorzügliche, werkgetreue Arbeit. Neben den besten Kräften der Zürcher Open gen Figuren des Shakespearischen Lustspiel stimmlich und darstellerisch beleben, stan- den für die beiden anspruchsvollen Haup- rollen zwei ungemein kultivierte Künste zur Verfügung, die den Hauptanteil de spontanen Applauses für sich in Anspruch nehmen können: Nora Jungwirt als Kath. rina und Matthias Schmidt als Petruchio. Walter Griedet Das Studio Fellner, Heidelberger Zimmel galerie, zeigt ab Sonntag, 21. Dezember, in einer Ausstellung„Brücke der Völker“ graph. sche Arbeiten von Miha Males, Ljubljana. — FEANZ WER El. Copyright by S. Fischer Verlag, Frankfurt 4. Fortsetzung Ernst war sogar hinter dem Jüng- Uingskopf das Gewölk, das die Stirn feier- lich zu runzeln schien. Nun war das gute und das fromme Werk getan, dessen Ver- dienst einzig ihr angehörte. Mußte der Herrgott selbst ihr nicht dankbar sein? Nur durch ihre entbehrungsvolle Treue wurde jetzt täglich in der Welt eine Messe mehr gelesen; eine Hand mehr spendete den Leib des Herrn aus. Sie, die Köchin Teta Linek, hatte somit die Dienerschar Christi auf Erden vergrößert und das Heil der Welt vermehrt. Sie atmete tief und bekreuzte sich. Dann aber nahm sie Brief, Bild und Zeugnis und ging damit zu Livia Argan. Sie machte ihren altgéwohnten Rnix und bat, die Gnädige möge ihr den Lohn eines Jahres im voraus und auf einmal bezahlen. Die Herrin las die Dokumente aufmerksam durch und empfing von Mojmirs Stil und den Begleitumständen einen Eindruck., über den sie selbst nicht gleich ins klare kam. Livia aber wäre nicht Livia gewesen, hätte sie die Bitte ihrer Magd abgeschlagen. So Wanderte ein schöner runder Tausender zu dem jungen Priester, damit er in würdig neuer Ausrüstung sein Amt antrete. Die Argans bezahlten, ihrer großherzigen und leichtsinnigen Art gemäß, ihr Personal besser als andere Häuser. Teta zum Bei- Spiel erhielt damals einen Monatslobhm von hundertdreißgig Schilling. Sie war in einem gastfreien Hause, das mittags und abends nur zu oft einer Einkehrstätte glich. Dies verdoppelte und verdreifachte ihre Arbeit, so daß die Alternde manchmal gar nicht mehr nachkommen konnte. Mit verdrieg- licher Hast fuhrwerkte sie in ihrer Küche herum und verfiel solcher Unpünktlichkeit, daß man ihr heimlich den Minutenzeiger der Uhr vorrückte. Andrerseits aber verging kein Tag, an dem es nicht üppige Trink- gelder regnete. Die Kasse der gewiegtesten aller Sparerinnen füllte sich daher schnell Wieder auf. Eine Zeitlang fehlten in den ebenso schwungvoll verfaßten wie kalligraphierten Briefen des jungen Kooperators die leidi- gen Nachschriften, obwohl in Nebensätzen jedesmal auf„Mutter Sorge“ hingewiesen wurde, die ihn nicht freigab. Die Gewöh- nung aber hatte sich schon so tief in Tetas Seele eingegraben, daß sie immer wieder Liebesgaben herrichtete und dann und wann auch kleine Geldgeschenke sandte. Sie tats jedoch nicht nur aus Gewöhnung und weib- licher Obsorge, sondern auch aus einer dunklen Angst, sie könnte die Verbindung mit ihrern Mittler plötzlich verlieren, dessen große Aufgabe ja noch lange nicht vollendet War. Täglich am Morgen und am Abend starrte sie sein Bild an, das nun über ihrem Bette hing, stets mit edlen Blumen ge- schmückt. Noch immer war in ihr keine Liebe zu dem Ziehsohn erwacht, den sie durch ihrer Hände Arbeit erworben hatte, ohne ihn mehr als ein einzigesmal im Leben gesehen zu haben. An Stelle der früheren Gleichgültigkeit aber trat jetzt eine mütter- lich eitle Schwärmerei für ein geweihtes und unendlich überlegenes Wesen, das zwar nicht ihrem Schoß, dafür aber um so mehr mrem Willensentschluß entsprungen war. Sie allein hatte es vermocht, den sommerspros- sigen Bauerntolpatsch in diesen ätherisch sirmierenden Jüngling zu verwandeln, der beinahe dem betenden Einsiedler auf ihrem geliebten Farbdruck glich. So vergingen einige Jahre, in denen der Neffe in geräumigen aber regelmäßigen Ab- ständen über seine Gehilfentätigkeit an der Pfarrkirche von Straschnitz Bericht legte. Er klagte darüber, daß diese Tätigkeit zu- meist sehr düstere Amter beinhalte, als da sind Einsegnungen, Begängnisse, Grabreden und Seelenmessen. Auf ihm laste alle Ar- peit, während die Trauergebühren und die von den Hinterbliebenen freiwillig entrich- teten Geschenke zumeist dem älteren Herrn zugute kämen. So stehe auch hier wie über- All anders das grimmige Alter der auf- strebenden Jugend feindlich im Wege. Teta war nicht übel zufrieden mit diesen düsteren Amtern, bildeten sie doch eine glänzende Vorschule für den wichtigsten Dienst, den der Berufene ihr selbst einst Werde zu leisten haben. Einmal wäre es fast zu einem Besuche Mojmirs gekommen. Der Neffe teilte mit eifrigen Worten mit, daß er sich sehne, ihr endlich Aug in Aug gegenüberzustehen, und jetzt gerade habe er Zeit und eine billige Möglichkeit der Reise nach dort. und sein Herz poche vor Freude beim Schreiben, und das Ganze lasse sich unschwer mit zwei Hunderten bewerkstelligen. Teta warf einen langen Bläck auf das Bild des Brudersobnes, darm aber setzte sie sich hin, nahm eine der gewohnten Postkarten und lehnte mit ihrer schiefen, ungelenken, kindhaften Kurrent- schrift das Anerbieten dieses Besuches ab. Diese Ablehnung hatte recht verwickelte Ursachen. Ihr ganzes Wesen sträubte sich gegen eine Geldausgabe ohne praktischen Zweck sowie gegen eine freudige Begegnung, die sie sich selbst bezahlen mußte. Und dann? Würde es überhaupt eine freudige Begegnung werden? Da war eine plötzliche unbehagliche Scham in ihr. Was sollte sie, die Köchin, in der Küche zwischen Herd und Abwasch mit dem Hochwürdigen an- fangen, mochte dieser auch seine gelehrte und geweihte Lebenshöhe nur ihr allein verdanken? Sie kostete die Lächerlichkeit vor— ein geistlicher Herr auf dem Küchen- schemel— und ihre eigene quälende Ver- legenheit dazu. Allzu tief lebte in ihr der angeerbte Standestakt des dienenden Vol- kes alter Generation, Doch darüber hinaus wars noch ein dunkleres Unbehagen, das ihr die absagende Feder führte. Hochwürden Mojmir Linek, der gehörte bisher ihren Ge- danken allein. Warum sollte sie den makel- losen Hochwürdigen ihrer Gedanken dem Hochwürdigen der Wirklichkeit entgegen- Stellen? Noch wars ja nicht notwendig. Noch nicht Hochwürden nahm die Zurückweisung mt freundlicher Ergebenheit hin. Tantchen habe Recht wie immer, seufzte er schrift- lich, der Himmel wolle es nicht leiden, daß sich die Armgeborenen ihre irdische Prü- fungszeit durch die Erfüllung lieber Wünsche erleichtern. Nicht viel später aber geschah etwas Großes, das wie ein Blitz die un- ruhig emporstrebende Seele Mojmirs be- leuchtete und Teta in heftige Erregung ver- setzte. Sie erhielt einen dicken unfrankier- ten Brief, für den sie ein beträchtliches Strafporto entrichten mußte. Ich selbst habe den Brief bei Kaplan Seydel in Paris ge sehen. Wir unterhielten uns lange über die Geschichte der alten Magd, die einen Be, rührungspunkt zwischen uns bildete. eine Geschichte übrigens, in der sich eine Gre teske mit einer Legende verschlingt. Ich bit daher in der Lage, diesen Brief i rekonstruieren zu können, Mag auch 10 Wortlaut da und dort anders sein, Sinn Un Ton entsprechen genau dem Original: „Meine liebe Tante“, schrieb der Neft „ich bin gezwungen, Ihnen einen Schment zu bereiten, wie ich hoffe, das erstemel Leben. So wehe mir dieser Schmerz. tut, ich kann nicht anders. Ich ertrage diese so wenig verdienstvolle und so Sehr 9 weilige Leben nicht länger. Noch bin iel jung. Noch ist die Flamme des Ideals 5 erloschen in mir. Zum untergeord e Bürokraten der letzten Dinge des Mens kühl ich mich zu gut. Nein noch 80 heiee Herz treibt mich an. nach näheren din gen sten zu greifen, die einst nicht nur 0 dern auch Ihnen zugute kommen 1 Tantchen. Teile daher mit, daf ich 1 widerruflich entschlossen habe, in die 10 sion zu gehen. Die Väter von Sankt 1 bereiten eine Expedition nach eee vor. Dies ist das sog. Feuerland. Wo e. cht keine Hitze, sondern große Kälte 1 denn es grenzt an das südliche Polarse. Das ist auch der Grund, warum die B ch liche Ausrüstung jedes Missionars auf 2 0 zig englische Pfunde zu stehen komimt, 195 1 Tausender in Eurem Gelde. Damit Wer für nur die allernotwendigsten Bedürfnisse. drei Jahre gedeckt Jeder Teilnehmer 8 diese Summe erbringen. Für alles an für kommt Sankt Gabriel auf. Einige Posten Ich junge Missionare waren ausgeschrieben. Sie habe mich bereits gemeldet, verzeihen mir.“ Fortsetzung folgt Ste ent