ezember 1933 UR Kocn HEUTE arin Hardt arl Balhaus ans brausewefter Lucwia Schreider, jötz Wittgensteln in Abel mit der AMancl⸗ aꝛmonika ach dem gleich- migen Roman v. anfr. Hausmann „„„ Und das ſeschmackvolle elprogramm * s635/K Jugend hat Zunitt! * I¹ 6˙** ntet den ttelstand- Ller erte Huche haa eeeenee Sch- stlerinnen) vom hezember 4, 9 eine ae K. Plastiken 6373K sufzwang. eemeeee TvVice ersonen e runde Form u. Goldrand 1. 255 1 Service nen 45tellig mit Matigold- er Deckel- u. .455 wieder eist ing 24⁴2⁸3 PHaradeplot elhnacn spr· Verlangen Sie dungl Verlag und kreuzbanner“ er .50.„ꝗ bei Poſtbeſtellun uzügli 5 i die Träger ſowie die höhere Gewalt) verbindert, beſtebt kein Anſpruch au zuzüglich 0. riftleitung: Mannheim, K 3, 14/15. Fernruf: 204 86 eint 12mal wöchentlich und“ koſtet 13 W015 72 RM. Einzelpreis ſt die oſtämter entgegen. 5 Für ünverlangt eingeſandte wird keine Verantwortung übernommen. 314 71, Das„Haken⸗ „ bei ſtrügh üftellung 10 Relg ſtellungen eitung am Erſcheinen(lauch durch Entſchädigung. Regelmäßig erſcheinende Beilagen aus allen Wiſſensgebieten.— Ahend-Rusgahe 20 Pf Die 10geſpaltene Millimeterzeile 15 Pfg en: lung Rabatt nach aufliegendem Tarit. Sch g. Für kleine Anzei Uhr, für Abendausgabe 13 Uhr. Anzeigen⸗Annahme; Manno„ 14/15, und p 4, 1 42 am Strohmarkt. Fernruf 204 86 u. 314 71. Zahlungs⸗ u. Erfüllungsd Kannheim. Ausſchlieh⸗ licher Gerichtsſtand: Mannheim— Poſt⸗ akenkreuzbanner Lud⸗ erlagsort Mannheim. Uimeterzetle im fg. Bei Wiede Die 10gefpaltene wes Afg. 7• — lu: für————— ß der Anzen Donnerskag, 7. Dezember 1933 3. Jahrgang— Nr. 345 as deutſche Saarvolk auf der Anklagebank Am den franzöſiſchen Schulzwang für deutſche Kinder— Der Prozeß gegen Hermann Röchling Verhandlungen mit den deutſchen Auslandsgläubigern Um das Transfer⸗Moratorium— Zahlung nur bei Warenauskauſch Gaarbrücken, 7. Dez.(HB⸗Funk.) Vor ber Strafkammer in Saarbrücken findet heute gegen den bekannten Saar⸗ induſtriellen Hermann Röchling ein Prozeß ſtatt, der nicht nur im ganzen Saargebiet, ſondern auch darüber hinaus leb⸗ haftes Intereſſe erwecken wird. In der Verhandlung, zu der eine ganze Menge Zeu⸗ gen geladen ſind, dürfte der geſamte Fragen⸗ komplex, der ſich um den Beſuch der fran⸗ zöfiſchen Schule durch deutſche Kin⸗ der gruppiert, aufgerollt werden. An Hand von flichhaltigem Material wird zum erſten Mal vor Gericht unter Beweis geſtellt werden. wie ungeheuerlich der Druck der franzöſi⸗ ſchen Grubenverwaltung und der autono⸗ miſtiſchen Blätter auf die Saarbergleute ausgeübt wird, um ihre Kinder zum Be⸗ ſuch der franzöſiſchen Schulen zu zwingen. Hermann Röchling hat durch ein von ihm ver⸗ faßtes Flugblatt„Deutſche Väter, deutſche Mütter, in letzter Stunde ein ernſtes Wort“, die Saarbevölkerung aufgefordert, ihre Kinder nicht in die franzöſiſchen Domi⸗ nialſchulen zu ſchicken. Das Flugblatt war in Fortſetzung ſiehe Seite 2 Der Rdolt· Hitler- urm im Frankenvwoald Auf einem der ſchönſten Berge des Franken⸗ waldes, auf dem 710 Meter hohen Knock zwi⸗ ſchen Kronach und Hof, hat der Frankenwald⸗ verein einen 20 Meter hohen„Adolf⸗Hitler⸗ Turm“ erbaut. Er ragt inmitten alter Fichten auf und bietet dem Wanderer eine herrliche Fernſicht Berlin, 7. Dez.(Drahtber. unſ. Berliner Schriftlig.) Vergangenen Dienstag haben in Berlin im Gebäude der Reichsbank neue Verhandlungen mit den deutſchen Auslandsgläubigern begonnen. Be⸗ kanntlich wurde nach der Erklärung des deut⸗ ſchen Transfermoratoriums im Sommer mit den lang⸗ und mittelfriſtigen Gläubigern ein Abkommen getroffen, das beſtimmte deutſche Konzeſſionen enthielt. Zweck der augenblicklichen Beſprechung iſt es, für die Zeit nach dem 31. Dezember eine neue Regelung zu finden. Bei aller deutſchen Zahlungsbereitſchaft kann aber heute ſchon als feſtſtehend angenommen werden, daß Deutſchland über die bisheri⸗ gen Zugeſtändniſſe kaum herausgehen wird, va ſich die Deviſenlage nicht weſentlich ver⸗ ündert hat. Von ausländiſchen Kreiſen iſt bisher darauf hingewieſen worden, daß die Ueberſchüſſe des deutſchen Außenhandels ſeit Juni größer ge⸗ worden ſind und daß demnach eine größere deutſche Zahlungsfähigkeit vorhan⸗ den ſein müſſe. Dieſe Annahme beruht auf einem Irrtum, da der deutſche Exportüber⸗ ſchuß von zu vielen anderen Faktoren abhängig iſt, und die interpretierte Beſſerung der deut⸗ ſchen Deviſenlage nicht ſo weſentlich iſt. Bei der Beurteilung des ſeit dem Sommer erzielten Exportüberſchuſſes muß bei allem berückſichtigt werden, daß dieſe Steigerung zu einem in ſei⸗ nem Ausmaß allerdihigs nicht genau bekannten Teile auf die Anwendung des Serips⸗Verfah⸗ rens zurückzuführen ſind, bei dem es ſich be⸗ kanntlich darum handelt, zuſätzliche Exportmög⸗ lichkeiten durch die Mobiliſierung geſperrter RM.⸗Guthaben der Auslandsgläubiger zu er⸗ ſchließen. Die deutſche Zahlungsfähigkeit wird alſo auch in Zukunft ausſchließlich von dem Entgegenkommen der Gläubiger abhängig ſein. Es iſt längſt praktiſch ſo, daß Zahlungen nur dann noch erfolgen können, wenn ein Wa⸗ renaustauſch ſtattfindet. Wenn ſich das Ausland durch überhöhte Zollmauern gegen die deutſche Wareneinfuhr abſperrt, ſo wird nichts anderes übrig bleiben, als die auf deutſcher Seite getroffenen Sicherungen beizubehalten. Der Wiederaufbau im Oſten Vierjahresplan der pommerſchen Koloniſalion Stettin, 7. Dez.(Eig. Meld.). Wie zuver⸗ läſſig verlautet, haben ſich die maßgebenden Stellen des Reiches eingehend mit dem Sied⸗ lungsprogramm für die kommenden Jahre befaßt. Man iſt entſchloſſen, den Ge⸗ danken einer geſunden Siedlung mit allen zur Verfügung ſtehenden moraliſchen und wirtſchaftlichen Mitteln zu betreiben. Pom⸗ mern wird dabei an allererſter Stelle mar⸗ ſchieren. Mit einem für die nächſten vier Jahre zur Verfügung ſtehenden Siedlungsland von 270 000 Hektar rangiert es vor allen andern Ge⸗ bieten. Das erklärt ſich daraus, daß in weitem Umfange die Domänen zur Siedlung heran⸗ gezogen werden. Gerade im Augenblick iſt eine Kommiſſion auf einer Beſichtigungsreiſe unter⸗ wegs, um an Ort und Stelle zu prüfen, wieweit ſich einige Domänen für die Siedlung eignen. Schon für das Frühjahr ſteht bekanntlich ein Zehntel des für den Vierjahresplan vorgeſehenen Koloniſationslandes, nämlich 100 000 Morgen, für die ſofortige Siedlung zur Verfügung. Der Landhunger der Siedlungswilligen iſt un⸗ geheuer groß. Aus einem einzigen pommerſchen Kreis liegen allein 600 Geſuche vor, die nach eingehender Prüfung als berechtigt anerkannt werden müſſen. Die im Augenblick vorgenom⸗ mene Zählung wird zeigen, wie groß die Zahl in ganz Pommern iſt, und wird einen Begriff geben von der gewaltigen Arbeit, die noch ge⸗ leiſtet werden muß, um allen denen, die nach einer eigenen Scholle verlangen, die Möglichkeit einer geſunden bäuerlichen Exiſtenz zu ſchaffen. Um einen großen Vergleich zu ermöglichen, ſeien folgende Zahlen genannt: Pommern hat eine landwirtſchaftliche Nutzfläche von 2070 011 Hek⸗ tar, davon ſind Obſtbau 276 Hektar, Ackerland 1 583 449 Hektar, dazu kommen noch 688 629 Hek⸗ tar Forſt und 88 032 Hektar Moor und Oedland. Pommern iſt ſtolz darauf, daß es in dem Vier⸗ jahresplan der Siedlung ſeinen Aufbauwillen vom Reiche anerkannt ſieht. Der Umfang des für Pommern nun durchgeſetzten Siedlungspla⸗ nes wird gerade während der pommerſchen Ar⸗ beitsbeſchaffungswoche bekannt. Die damit er⸗ öffnete Zukunftshoffnung auf den Wiederaufbau im Oſten wird ſchon in der Gegenwart alle Kräfte anſpornen, die An⸗ ſtrengungen zu verdoppeln, Der letzte Reiter von mMars la Tour geſtorben Im Alter von 90 Jahren iſt in Lüdingworth⸗ Niederelbe der Altveteran Heinrich Bading ge⸗ ſtorben. Er war der letzte der Teilnehmer am Todesritt von Mars la Tour während des Feld⸗ zuges 1870—71. Bading hat auch noch unter dem blinden König von Hannover die Schlacht von Langenſalza mitgemacht Litwinow in Berlin Berlin, 7. Dez. Außenkommiſſar Litwi⸗ now traf heute Donnerstag früh in Berlin ein. Alfred Roſenberg zum Beſuch des ruſſiſchen Außenkommiſſars Berlin, 7. Dez. Im„Völkiſchen Be⸗ obachter“ ſchreibt Alfred Roſenberg zum Eintreffen des ruſſiſchen Außenkommiſſars Lit⸗ winow in Berlin u..: Wir begreifen naturgemäß, daß die Ueber⸗ windung des Kommunismus in Deutſchland in Moskau noch nicht verſchmerzt worden iſt und daß dortige Zeitungen deshalb alles mobiliſieren, um die Stimmung gegen Deutſchland einzunehmen. Wir ſehen dieſen Dingen mit entſprechender Ruhe zu in dem Gefühl, daß Deutſchland den Kom⸗ munismus nicht nur äußerlich, ſondern nament⸗ lich innerlich überwunden hat. Es wäre jedoch durchaus falſch daraus die Schlußfolgerungen zu ziehen, als ob der Nationalſozialismus nun dieſe weltan⸗ ſchaulichen Unterſchiede unmittelbar auf die Außenpolitik übertragen wolle Der deutſche Staat prüft die Dinge der Außen⸗ politik durchaus vom Standpunkt, ob die Lö⸗ ſung der einen oder anderen Frage im Ge⸗ ſamtintereſſe, in dieſem Falle Rußland und Deutſchland, liegt. Wir hoffen, daß dieſe ſachliche Einſtellung ſich auch in Moskau durch⸗ ſetzen wird und treten deshalb dem Vertreter des Sowjetſtaates genau ſo unbefangen gegen⸗ über, wie dem Vertreter einer anderen Macht, mit der Deutſchland durchaus korrekte Be⸗ Jziehungen zu unterhalten gewillt iſt. 3 3. We— Abend—.—.——5 „Hakenkreuzbanner“ Donnerstag, 7. Dezemb Der„Deutſche Tag!“ in New⸗„Vork Feierliche Eröffnung— Kommuni liſche Skörungsverſuche Neuyork, 7. Dez. Der infolge der Ein⸗ miſchung des Bürgermeiſters O' Brien ſei⸗ nerzeit verſchobene„Deutſche Tag“ wurde nunmehr im überfüllten„Madiſon Square Garden“ unter dem Proteltorat der Steuben⸗Geſellſchaft eröffnet. Die rieſige Hallenkuppel, ſowie die Tribünen und Logen waren ein einziges Flaggenmeer von Sternenbannern, währ end die Rednertribüne mit zwei amerikaniſchen Flaggen, der Schwarz⸗ Weiß⸗Roten und der Hakenkreuzflagge geſchmückt waren. An den beiden kürzen Sei⸗ ten der Halle waren rieſige Inſchriften ange⸗ bracht: „Haltet heilig das unveräußerliche Recht der freien Rede und der Berſammlungs⸗ freiheit.“ Die Feſtredner waren der Handelsmini⸗ ſter Roper als Vertreter des Präſidenten Rooſevelt, der deutſche Botſchafter Luther, der Profeſſor für deutſche Philo⸗ ſophie an der Columbia⸗Univerſität, Dr. Artur . F. Remy, und der Präſident der Steuben⸗ Geſellſchaft, Theodor K. Hofmann. Unter den Anweſenden ſah man ferner den General⸗ inſpekteur der amerikaniſchen Armee, General⸗ major Preſton, und den Marinediſtriktchef, Vizeadmiral Sperling, die Herren des deutſchen Generalkonſulats und Vertreter der ſlädtiſchen Behörden. Außer zahlreichen⸗ Deutſchen Neuyorks waren Abord⸗ nungen deutſcher Geſellſchaften aus New Jerſey, Pennſylvanien uſw. nachmittags auf Laſtwagen eingetroffen. 250 Poliziſten ſorgten für die Aufrechterhaltung der Ordnung. Nach den Anſprachen folgten Darbietungen des 50köpfigen Steuben⸗Orcheſters und des gemiſchten Maſſenchors der Neuyorker Ge⸗ ſangvereine, der aus 1200 Sängern beſtand. Anſchließend zeigte eine Muſterriege der Neu⸗ vorker Turnvereine ihr Können. Den Schluß bildete ein!großer Ball. Zum Gelin⸗ gen der Veranſtaltung, an der gegen 20 000 Perſonen teilnahmen, trug die Aufhebung des Alkoholverbots in hohem Maße bei. Der„D eutſche Tag⸗ nahm auf Antrag Hofmanns drei Entſchließungen an: 1. Den Ausdruck des Vertrauens und der Unterſtützung Rooſevelts; 2. die Verurteilung des Boykotts deutſcher Waren im Intereſſe der amerilaniſch⸗deutſchen Handelsbeziehungen und 3. einen ſchürfſten Proteſt gegen die verfaſ⸗ ſungswidrige Unterdrückung der Rede⸗ und Verſammlungsfreiheit. Die Polizei mußte den Madiſon Square Garden kurz nach Beginn der Kundgebung wegen Ueberfüllung ſchließen. Etwa 10 000 Perſonen warteten draußen. Einige kommuniſtiſche⸗ Störungsverſuche wurden von, der Swerzilch unter⸗ drückt. Das Dilemma der franzzſiſchen Außenpolitik nerakungen vor dem auswärtigen Ausſchuß der Kammer Paris, 7. Dez. In der Sitzung des Aus⸗ wärtigen Ausſchuſſes der Kammer kam es am Mittwoch abend noch zu einem lebhaften Wortwechſel zwiſchen dem rechtsgerichteten Abgeordneten Mbarnegaray und Herriot, wegen der Frage, ob es ange⸗ bracht ſei, im Augenblick mit 3 in Verhandlungen zu treten. Nbarnegaray erklürte ſich mit Herriot darin einverſtanden, daß die Frage des Saarge⸗ 5 im Augenblick nicht zur geſtellt würde. Frankreich habe die Wahl zwiſchen zwei We⸗ gen: Entweder es müſſe die Beſprechungen un⸗ ter einem Völkerbund aufrechterhalten, der praktiſch nicht mehr beſtehe, oder aber direkte Verhandlungen mit dem Reichskanzler aufneh⸗ men. Für dieſe Beſprechungen- müßten drei Vorbedingungen erfüllt werden: Frankreich müſſe über eine Regierung ver⸗ fügen, die wirklich die Mehrheit des fran⸗ zůſiſchen Volkes hinter ſich habe. Das franzöſiſche Heer müſſe über das notwen⸗ dige Anſehen verfügen, um ſeine Macht auf⸗ rechtzuerhalten. Die franzöſiſche Regierung müſſe Wert auf eine engere Geſtaltung der— Bündniſſe mit Polen, der Kleinen Entente und den anderen Mächten legen. Es ſei bedauerlich, daß Herriot in der Kammerſitzung nicht eine ebenſo entſchloſſene Haltung angenommen habe wie vor dem Ausſchuß ſelbſt. Herriot erwiderte darauf, daß er den Vierer⸗ pakt aus politiſchen Gründen unter⸗ ſt ü tzt habe, daß ihn aber nichts daran hindere, die gleiche Auffaſſung zu vertreten wie früher. Man dürfe vor allen Dingen den Völkerbund nicht vorzeitig beerdigen, weil er für Frankreich das bedeutſamſte Sprachrohr darſtelle. Die franzöſiſche Regierung müſſe im beſten Ein⸗ vernehmen mit England und Rußland bleiben. ———————————————————————————————————————————————————————————— 5— Pariſer Ceben dm Cafe de la Paix (Von unſerer Pariſer Mitarbeiterin) Welcher Deutſche, der je einige müßige Stunden in Paris verlebte, kennt es nicht, jenes große Café an der Ecke des Boulevard des Capueines und der Place de l Opéra in ſeinem Gemiſch von echt franzöſiſchem Caféhausbetrieb und vornehmem Reſtaurantweſen? Wer hat dort nicht ſchon gedanken⸗ und zeitlos glücklich geſeſſen und dabei vielleicht über die Frage meditiert, zu welcher Zeit der Aufenthalt dort am intereſſanteſten iſt? Die ſchwierige Löſung dieſer Frage hatte auch mich zu einem regelrech⸗ ten Stammgaſt des„Paix“ werden laſſen, bis . darüber ſpäter. Jeder Landsmann, den ich in Paris herum⸗ zuführen habe, wird von mir einmal dorthin bugſiert, und auf die Frage des Wiſſensdurſti⸗ gen, was man dort tut, antworte ich ſtets „man ſchaut die Leute an“, und damit iſt eigentlich alles geſagt. Im Sommer, in der drückendſten Hitze, von Staub⸗ und Benzinwolken umhüllt, ſitzt man ſich Kühlung zufächelnd auf den großen Ter⸗ raſſen; im Winter rückt man fröſtelnd, aber zu⸗ frieden lächelnd, in die Nähe der großen Brenn⸗ öfen, denn auch in der kalten Jahreszeit bleiben die Straßenterraſſen in Betrieb. Große Glas⸗ ſcheiben werden aufgeſtellt, um die dem ärgſten Luftzug zu ſchützen, große Kohlenöfen täuſchen eine und einige klagebehörde erhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit Gäſte vor angenehme Er ſei wohl Anhänger einer deutſch⸗franzöſi⸗ ſchen Verſtändigung, aber man müſſe verlan⸗ gen, daß das Ziel auf beiden Seiten mit ehr⸗ lichen Waffen werde. Sfurmlauf gegen die Finanzpläne Chautemps Paris, 7. Dez. Miniſterpräſident Chau⸗ temps empfing heute eine Abordnung der dem lionen RM Bedarfsdeckungsſcheine. Linksparteien, mit der er über die morgen be⸗P Gegen ginnende Finanzdebatte verhandelte. die Finanzpläne der Regierung wird von ver⸗ ſchiedenen Wirtſchafts⸗ u. Steuerzahlerverbän⸗ den Sturm gelaufen. Das nationale Komitee für wirtſchaftliche Verſtändigung hat an den Finanz⸗ und den Budgetminiſter ein Schrei⸗ ben gerichtet, in dem die Miniſter für den wirtſchaftlichen Zuſammenbruch verantwortlich gemacht werden, falls die von ihnen vorgeſchla⸗ genen finanziellen Maßnahmen angenommen würden. Auch der franzöſiſche Steuerzahler⸗ verband proteſtiert gegen die Finanzvorlage. Ein Schlichtungsausſchuß zur Be⸗ reinigung der kirchenpolitiſchen fonfliktsfälle — Berlin, 7. Dez. Wie der„Evangeli⸗ ſche Preſſedienſt“ erfährt, hat das geiſt⸗ liche Miniſterium zur Bereinigung der aus kirchenpolitiſchen' Kampf ent⸗ ſtandenen Konfliktsfälle einen Schlich⸗ tungsausſchuß eingeſetzt. Der Ausſchuß ſoll unter dem Vorſitz eines Juriſten, des Ober⸗ kirchenrats Dr. Ewers, ſtehen und hat zu weiteren Mitgliedern die Pfarrer Heidenrauch und Jacobi⸗Berlin. Der Ausſchuß hat ſeinen Sitz bei der Reichskirchenregierung. 30 Millionen RM. Bedarfsdeckungs⸗ ſcheine für Preußen Berlin, 7. Dez. In dem Geſetz zur [Verminderung der Arbeitsloſig⸗ keit vom 1. Juni 1933 iſt bekanntlich die Ge⸗ währung von Bedarfsdeckungsſchej⸗ nen an Wohlfahrtsarbeiter und ſon⸗ ſtige Hilfsbedürftige vorgeſehen. Wie der Parlamentsdienſt der Telegraphen⸗Union meldet, iſt nunmehr die Verteilung des zur Verfügung ſtehenden Betrages erfolgt. Preu⸗ ßen erhält insgeſamt für rund 30 Mil⸗ Die Unterverteilung auf die einzelnen Provinzen iſt im Gange. Der Zeitpunkt der Ausgabe der Bezugsſcheine, die die Empfänger zum Erwerb von Kleidung, Wäſche und Hausgerät in den zugelaſſenen Verkaufsſtellen berechtigen, iſt den Bezirksfürſorgeverbänden überlaſſen. Das deutſche Saarvolk auf der Anklagebank Fortſetzung von f 1 Orten bes Sacrgebiees Verteih worden. Zwei Bergleute, Dorſchaid und Kohler, die ihre Kinder in die franzöſiſche Schule gehenn laſſen, fühlten ſich den Inhalt des Flug⸗ blattes„getränkt“. Die Anklagebehörde iſt nun der Auffaſſung, daß der Inhalt des Flugblattes grobe Be⸗ leidigungen und„provolatoriſche Drohun⸗ gen“ gegen die Eltern der Dominiallinder enthaltel Ferner behauptet die Anklage, daß durch die Ausführungen Röchlings die Bevölkerung des Saargebietes„gegeneinander reizt“ worden ſei. Außerdem hat die An⸗ die Verordnung zur Aufrecht⸗ im Saargebiet vom 20. Mai 1933 herangezogen. Nach dieſer Verordnung müſſen politiſche Flug⸗ blätter 24 Stunden vor der Verbreitung der Behörde zur Kenntnis vorgelegt werden. Sie verbietet auch„andere durch Verruf⸗ und Aechtungserklärungen an der Ausübung der ſtaatsbürgerlichen Rechte zu verhindern oder zu verhindern zu verſuchen.“ Neben Röchling ſind angeklagt Verlagsdirektor Hall von der iche Gemeinderäte, aufge⸗„D Saarbrücker Landeszeitung als Drucker und die Flugblattwerteiler„Merſcher, Hill⸗ mann und dibo* Ein bezeichnender Vorgang Maſſeneintritte in die„Deutſche Front“ Saarbrücken, 7. Dez. In dem ſaar⸗ pfälziſchen Dorf Walsheim haben ſämt⸗ darunter auch fünf Sozialdemokraten, geſchloſſen ihren Beitritt zur Deutſchen Front erklärt. Nachdem jetzt auch in ſämtlichen Gemeinden der Bürgermeiſtereri Medelsheim die eutſche Front“ gebildet worden iſt, haben alle Gemeinderäte ſich vorbehaltlos zur Deutſchen Front erklärt. Sie haben ſich unterſchriftlich verpflichtet, ihre ganze Kraft dafür einzuſetzen, daß die Heimat wieder zum deutſchen Vaterland zurückkehrt. Dieſer Vor⸗ gang iſt um ſo bemerkenswerter, als es ſich ausnahmslos um Gemeinden handelt, die dicht an der lothringiſchen Grenze gelegen ſind, und von denen die Gegenſeite ſtets behauptet, daß die Stimmung unter der Bevölkerung hier zum mindeſten„geteilt“ ſei. Aus der SA Der Stabschef der SA hat eine V erlaſſen, nach der der Zugehörigkeit von hörigen der SA und Ss zur Arbeiter ſationen nichts mehr 5 Wege ſteht. Der der S gibt bekannt: Aus mir zugegangenen Nachrichten ich, daß von gewiſſen Organiſationen Ver und Verbände ehemaliger Heeresangehörig unter Androhung der Auflöſung der Verein oder unter anderem Zwang Anſchluß gefordert werden. Ein Anſchluß an ſolche Organiſationen von den Vereinen nicht freiwillig gewü wird, hat in Zukunft nicht mehr ſtattzufin Weitere Anordnungen über einen Zuſam ſchluß der Vereine zu„Mitteilungszwecke werde ich erlaſſen. Ich habe Veranlaſſung, auf die Verfüg der Oberſten SA⸗Führung über„Ver meierei“ beſonders hinzuweiſen. Der Oberſtlandesführer: gez.: Reinhard. Zu dem Erlaß des Skabschefs nöhm über die politiſchen Klubs Berlin, 7. Dez. Auf verſchiedene An fragen über die Auswirkungen des vo Stabschef Röhm ausgegebenen Erlaſſes die politiſchen Klubs wird von maßgeben Seite erwidert, daß dieſer Erlaß ſo klar un eindeutig ſei, daß jeder SA⸗Mann ih verſtehen könne. Grunoſätzlich ſeien dem Erlaß nur die politiſchen Klubs gem und zwar ſowohl die nationalſozialiſtiſ Klubs, die ſich Sonderintereſſen widmeten, g auch die anderen politiſchen Klub Sportklubs fallen nicht unter das Verbot. Vorkrag Neuraths bei Hindenburg Berlin, 7. Dez. Reichspräſident Hindenburg empfing am Donnerstag d Reichsminiſter des Auswärtigen, Freiherrn vo Neurath, zum Vortrag über me 00 Fragen. Reichsminiſter Dr. Goebbels Bor ſihender des Preisgerichts im Journaliſtenwetltbewerlb Berlin, 7. Dez. Der Reichsminiſter Volksaufklärung und Propaganda und P dent der Reichskulturkammer Dr. Joſef Goe bels, hat den Vorſitzdes Preißg richts in dem, Journaliſtenwettbewerb Mit Hitler in die Macht“ übernommen, der von Reichspreſſechef der NSDAp Dr. Otto Di rich für die deutſchen Journaliſten und Zei⸗ tungsleſer ausgeſchrieben worden iſt. Bekannt⸗ lich handelt es ſich bei dem Wettbewerb um 3000 Mark aus dem Erträgnis des Bun „Mit Hitler in die Macht“, Reichs-Univerſität Königsberg Die kulturellen Stützpunkte in Oſtpreußen Berlin, 7. Dez. Auf einer Veranſtaltun des Kampfbundes für deutſche Kultur teilte · Oberpräſident Koch⸗Königsberg im Rahme eines Vortrages über„Oſtpreußen als Eckpfe ler deutſcher Kultur“ mit, daß in Oſtpreußen demnächſt zwei große kulturelle Stützpunkte er⸗ richtet würden. Die Königsberger Univerſiti werde Reichsuniverſität und die Marienburg werde eine große nationalpolitiſche Erziehungs⸗ ſtätte aufnehmen. Es werde dann in Zukun lein Akademiker mehr zum Staatsexamen zu gelaſſen werden, der nicht wenigſtens ein Se⸗ meſter im deutſchen Oſten ſtudiert habe. Temperatur vor. Man ſitzt auf einem engen Stühlchen, gedrängt, eingezwängt in eine Menge ſchwatzender, lachender, flirtender Men⸗ ſchen, erwartet Neuankömmlinge, ſchaut den Fortgehenden nach und lauſcht auf das Brau⸗ ſen des Verkehrs, das Raſſeln der Signalklin⸗ geln, das Geſchrei der Zeitungs⸗ und Erdnuß⸗ verkäufer und der indiſchen Teppichhändler. Ruhiger und gedämpfter, aber nicht minder intereſſant iſt es im Innern des Cafées. Engländer und Italiener, Amerikaner und Deutſche, Skandi⸗ navier und Türken, kurz alle Raſſen und Nationen geben ſich hier ein Stelldichein, aber porherrſchend war doch von jeher das deutſche Element, und ſelbſt Franzoſen bezeichneten daher das Café de la Paix als „Café des Allemands“.— So häuslich der Deutſche ſonſt veranlagt ſein mag, hier im glänzenden, lachenden Paris gewöhnt er ſich dieſe Eigenſchaft äußerſt ſchnell ab.— Zu⸗ erſt noch etwas ſchüchtern und linkiſch ſitzt er da, hat das Gefühl, daß bei ſeinem Eintritt ſich aller Augen auf ihn richten und lebt in ſtändi⸗ gem Kampf mit Stuhl⸗ und Tiſchbeinen; aber ſchon nach kurzer Zeit gibt er ſich unge⸗ zwungener und freier, hat bald ſeinen Lieblingsplatz und ſeine beſtimmte Cafeéſtunde, und das Café de la Paix iſt um einen Stammga ſt reicher. Für den Franzoſen ſpielt ſich das halbe Leben im Café ab, und ohne dieſes wüßte er wenig mit ſich und ſeinem Daſein an⸗ zufangen. Verſtändlich alſo, daß im„Cafe de la Paix“ zu jeder Tages⸗ und Nachtzeit im⸗ mer„Betrieb“ iſt; es iſt der Studienplatz für intereſſante Typen und elegant gekleidete Menſchen, namentlich abends nach Schluß der Theater erreicht die Eleganz ihren Höhepunkt, und der Reſtaurant⸗Teil iſt dann dicht beſetzt. Aber ſchon des morgens ſitzt der Deutſche dort, ißt mit Behagen ſein weichgekochtes Ei und lieſt dabei die Tageszeitungen, bevor er das Tagesrennen beginnt.— Zwiſchen elf und zwölf Uhr, wenn der Verkehr auf der„Avenue de'Opéra“ und den großen Boulevards lebens⸗ gefährliche Formen annimmt, flüchtet man hierher, um por dem Eſſen einen Porto oder einen Pernod zu nehmen.— Die Kellner flitzen ſchneller hin und her, die Gäſte halten ſich nur kurze Zeit auf.— Ab zwei Uhr iſt die Zeit der Müßiggänger beiderlei Geſchlechts. Man ſchlürft mit Behagen die ſtadtbekannte gute Schokolade und erwartet gemächlich die Stunde des Apeéritif; ich möchte ſagen, daß dieſe Zeit, ſo zwiſchen halb ſechs und halb acht Uhr abends, zu den angenehmſten Erinne⸗ rungen des Pariſer Lebens zählt, möge man nun in angenehmer Geſellſchaft ſein oder auch allein beobachtend einen Apsritif oder eine Zigarette genießen. In dieſen Abendſtun⸗ den, wenn die Dunkelheit hereinbricht, die Lich⸗ ter der Stadt aufflammen, der Verkehr in den Straßen, das Gedränge auf den Fußwegen ſich zu verdoppeln ſcheinen, dann empfindet man das Fluidum dieſer rätſelhaften Stadt am tief⸗ ſten, dann erſcheinen die Geſichter der Menſchen heiterer und ſchöner, und ihre Stimmen erwar⸗ tungsvoller und weicher. Dann iſt die groß Stunde des„Café des Allemands“, und auch ich zog dieſe Zeit allen anderen vor, beſonders am Samstag nachmittag, wenn man, aller Welt freundlich geſinnt, einem ſchönen Abend und freien Sonntag geruhſam entgegen träumte. Ich ſage, ich zog ſie vor, denn heute iſt mir und vielen anderen Landsleute unſer Stelldichein dort vergrämt. Wohl herrſcht die deutſche Sprache dort vor, aber es ſind keine Deutſchen.„ core un Juif allemand“— noch ein deutſche Jude mehr, nicht ſelten hört man dieſen A ſpruch dört jetzt auch aus dem Munde Franzoſen. Sie belegen die beſten Plä gleichſam mit Beſchlag, und es iſt wenig freulich, über dem leiſen, ſtetigen aber disk Geſumme plötzlich laut näſelnde Stim men zu hören, die ſich über deutſche Sperr mark und ſonſtige„Geſchäfte“ unterh Ja, ja, ſo ſchön und anziehend wie ehedem es nicht mehr im„Café de la Paix“; es iſt ſaſt mehr ſemitiſch als international, Schlendert man aber am Samstag nachmittag die großen Boulevards hinunter, dann trifft ſich eben doch zufällig immer wieder, daß mat um ſechs Uhr auf der Place de'Opeéra ſt und einen unbezwinglichen Drang verſpürt nac einem Apééritif im ſchönſten Café von Par den zur gene K ahlen kam Parteien u ezember 1883 A ine Verfügung teit von Ange ⸗ beiter⸗Organi · ſteht. SA⸗Reſerve II richten erſehe ionen Vereine resangehöriger g der Vereine Anſchluß auf⸗ niſationen, der llig gewünſcht ſtattzufinden. ſen Zuſammen⸗ ilungszwecken“ ie Verfügung her„Vereins er: hefs nöhm Klubs ſchiedene An⸗ gen des von Erlaſſes über maßgebender z ſo klar und »Mann ihn lich ſeien mit klubs gemeint, Uſozialiſtiſchen widmeten, als chen Klubs, r das Verbot. indenburg räſident v. onnerstag den Freiherrn von zußenpolitiſche bels vor⸗ ichts im werb )sminiſter für a und Präſi⸗ Joſef Goeb⸗ Preisge⸗ tbewerb„Mit „der von dem Otto Diet⸗ ſten und Zei⸗ iſt. Bekannt⸗ ettbewerb um des Buches — nigsberg Oſtpreuſſen Veranſtaltung Kultur teilte im Rahmen n als Eckpfei⸗ n Oſtpreußen dtützpunkte er⸗ er Univerſität Marienburg e Erziehungs⸗ n in Zukunft tsexamen zu⸗ ſtens ein Se⸗ t habe. iſt die großhe “, und auch hor, beſonders „ wenn man, inem ſchönen ſam entgegen⸗ n heute it Zandsleuten grämt. che dort noch ten Plätze iſt wenig er⸗ ber diskreten nde Stim⸗ utſche Sperr⸗ unterhalten. vie ehedem iſt “; es iſt jetzt international. ig nachmittag dann trifft es der, daß man lOpera ſteht verſpürt nach von Paris. E. H. Berichterſtatter des„Völkiſchen Beobachters“ gibt eine ausführliche Schilderung der Zu⸗ ſäünde im Konzentrationslager ſicht führt ein Polizeikommiſſär, der alle vier⸗ ſind der Abſchaum der Heimwehr. Die aus, welche ihrerſeits mit dem Gerichte über⸗ haupt noch nichts zu tun hatten. Von den An⸗ gehaltenen ſind nur fünf vorbeſtraft, Auflaufes, boshafter Sachbeſchädigung durch Zettelankleben und Preſſevergehen. Sie ſind von bder Außenwelt völlig jeder ſchriftliche oder mündliche Verkehr mit ihnen iſt unterſagt, die Bevölkerung der Fabrilanlage und ein Nachtwächter, der die ver⸗ ziählten, daß ſie für ihre Kaninchen Futter Dieſe Zuſtände verſchlimmerten ſich weſentlich Am Tage, nachdem dieſe Flucht etndeckt wurde, trieb man die Häftlinge bei Morgengrauen zu⸗ femmen und bearbeitete ſie mit Kolben⸗ 2 66 „Hakenkreuzbanner“ Donnerstag, 7. Dezember 19³8 —— Berlin, 7. Dez.(Eig. Meld.) Der Wiener Wöllersdorf bei Wien, in dem jetzt an die 100 politiſche Häftlinge, zumeiſt Na⸗ lionalſozialiſten, untergebracht ſind. Der Bericht entſtammt einer Veröffentlichung des Bundes rheitsorganiſation zur Befreiung Oeſter⸗ keichs vom ſchwarzen Terror“. Es heißt darin u..: In Wöllersdorf werden die Inhaftierten von Heimwehrleuten bewacht, welche, 100 Mann ſtark, daſelbſt als Aſſiſtenzformation kaſerniert ſind. Die Oberauf⸗ zehn Tage ausgewechſelt wird, weil er„nicht ſcharf“genug iſt. Das Leben in dieſem„Lager“ iſt eine Hölle. Nicht nur, daß die Aufenthaltsräume nicht heizbar ſind und auch nicht Raum genug da iſt, um ſich durch Belebung warm zu hal⸗ ten, fehlen ſämtliche ſanitären Anlagen. Das Waſſer muß kübelweiſe von einem jahrelang unbenutzten Brunnen geholt wer⸗ den und eignet ſich daher nicht zum Trin⸗ len, die Kloſetts ſind einfache, bretterüber⸗ deckte Gruben, welche vorſchriftsmäßig alle drei Tage mit Kalt beſtreut werden ſollten, aber nicht werden. Die Schlafſtellen ſind Pritſchen, nur die Bevorzugten erfreuen ſich eines Strohſackes, die meiſten müſſen auf den Brettern ſchlafen. Die Behandlung iſt unbeſchreiblich. Die zur Aufſicht beſtellten 100 Heimwehrleute Wächter laſſen ihre geſellſchaftswidrigen In⸗ ſtinktemit wahrer Wolluſt an Menſchen und zwar wegen Wachebeleidigung, öffentlichen abgeſchnitten, Umgebung darf nicht auf Sichtweite an das Lager heran. Immerhin wohnen doch Leute dort, ein Portier, verſchiedene Arbeitsloſe in den ehemaligen Arbeitshäuſern einer verwaiſten bliebenen Maſchinenanlagen bewacht. Dieſe Leute haben übereinſtimmend erzählt, daß man die Häftlinge ſehr oft ſchreien und jammern hört, namentlich abends, nach dem bei Eintritt der Finſternis abgehaltenen Appell. Manchmal gäbe es ſolche Szenen auch in der Nacht. Zwei Arbeiterfrauen er⸗ ſuchen wollten und auf ihre Bitten von den Wachen etwas näher an die Umzäunung herangelaſſen wurden. Sie hätten deutlich mehrere Häftlinge geſehen, die Spuren kräftiger Säbelhiebe und blutige Beulen an KRaopf und Händen aufwieſen. ſeit der geglückten Flucht zweier Lagerinſaſſen. Die Schande von Wöllersdorf die habsburger Henkersknechle an der Arbeit— Säbelhiebe, folben ſtöße und Fußtritte gegen Deutſche hieben, Bajonettſtichen und Fuß⸗ tritten mit genagelten Kommiß⸗ ſchuhen. Infolge dieſer Verletzungen mußte ein Häftling per Rettungsauto in ein Spital in Wiener⸗Neuſtadt gebracht werden, wo er nach Wien in ein Krankenhaus übergeführt wurde. rechten Hüfte ſowie eine Prellung des rech⸗ ten Knies. Die beiden Entflohenen, die mittlerweil⸗ glücklich befreundetes Ausland erreicht haben, mußten daſelbſt nach einer Unterſuchung durch Er wies bei ſeiner Einlieferung drei ge⸗ brochene Rippen links, eine rechts, herrüh⸗ rend von Fufßtritten, auf, eine Durchtren⸗ nung der Kopfhaut mit leichter Verletzung der Schädelbaſis, ſowie zahlreiche Schnitt⸗ wunden an Bruſt und Oberarm, herrührend von Säbelhieben, eine Quetſchung an der Dollfuß unterdrückt die Wiſſenſchaft Diſziplinarunterſuchung gegen den berühmten Soziologen Prof. Spann Starke Erregung in der deutſchen Studenlenſchaft Berlin, 7. Dez. Wie aus ſicherer, Quelle verlautet, iſt gegen den bekannten Nationalöko⸗ nomen und Soziologen der Wiener Univerſität, Profeſſor Otmar Spann, eine Diſziplinar⸗ Unterſuchung eingeleitet worden. Studenten der Dollfuß⸗Richtung ſchwärzten ihren Lehrer beim Miniſter an wegen ſeiner Kritik, die er mehrfach am Dollfuß⸗Syſteim geübt haben ſoll. Die Diſziplinarunterſuchung Profeſſor Spanns erregt in Wien erhebliches Aufſehen. Sie hat unter der nationalen Studentenſchaft große Erregung ausgelöſt, Profeſſor Spanns wiſſenſchaftliche Arbeit gilt der Soziologie und Wirtſchaftslehre des neuen Staates. Seine Werke, die in über 200 000 Bänden verbreitet ſind, ſind u. a. auch ins eng⸗ liſche, ſchwediſche und ſogar ins indiſche und japaniſche überſetzt. Großdeulſche Beſchwerde gegen das Willkürregiment Bundespräſident Miklas für politiſche Amneſtie? Wien, 7. Dez. Eine Abordnung der groß⸗ deutſchen Fraktion im Nationalrat ſprach am Mittwoch beim Bundespräſidenten vor. „Na scön!“ Böß und Brolat, die würdigen Ver⸗ treter der Reichshauptſtadt des alten Sy⸗ ſtems, haben in Moabit eine Gaſtrolle gegeben. Es handelt ſich immer noch um den Komp⸗ lex von Strafverfahren, der ſich um den berühmteen Sklaret⸗Sktandal zu⸗ ſammengeballt hat. Auch die Sklareks waren geladen, höchſt perſönlich in Zuchthauskleidung, aber ſonſt mit den alten Manieren des dumm⸗ frechen Sichausredens. Sie empfanden die Vernehmung als Zeugen höchſtens als eine willkommene Unterbrechung ihrer Zuchthaus⸗ ſtrafe. Auf der Anklagebank ſitzt der frühere Stadt ⸗ rat Benecke, gegen den die Stadt An⸗ zeige wegen Betrugs erſtattet hat. Die Affüre hat deshalb beſonderes Aufſehen erregt, weil die Frau des Stadtrats in den wieder blutige Zufammenſtöße in Spanien den zur genauen Feſtſtellung des Wahlergebniſſes notwendig gewordenen ſpaniſchen n—5 es—7 zu blutigen Zuſammenſtößen zwiſchen Angehörigen der verſchie⸗ denen Parteien und der Polizei. Unſer Bild zeigt eine Schlägerei in den Straßen von Ma⸗ drid beim zweiten Wahlgang— lung begeben, da mehrere ihrer Wunden ſtark vereitert waren. Ungeachtet der Empörung der Bevöl⸗ kerung über die Schande von Wöllersdorf will die öſterreichiſche Regierung dieſes Lager noch erweitern, und zwar auf einen Faſ⸗ ſungsraum für 500 Mann. Sie führte Beſchwerde über die immer zahl⸗ reicher werdenden Mißgriffe im Verwal⸗ tungsſtrafverfahren und über die Will⸗ kür der Geiſelaushebungen, die bekann⸗ ten Verhältniſſe bei den„Aſſiſtenzkörpern“ und die zunehmende Rechtsunſicherheit infolge der Ausbreitung des Angebertumes. Weiter führte ſie Klage über das unberechtigte Vorgehen gegen die deutſchen Turnvereine und gegen Schutzvereinsortsgruppen, was im Gegenſatz zu den wiederholten Verſicherungen der Regierung ſtehe, das nationale Vereinsleben in Oeſterreich nicht behindern zu wollen. Der Bundespräſi⸗ dent wurde dringend erſucht, Abhilfe zu ſchaf⸗ fen. Ferner wurde er gebeten, den inneren Frieden durch eine umfaſſende politiſche Am⸗ neſtie anläßlich der bevorſtehenden Weihnachten einzuleiten. Der Bundespräſident erklärte darauf, das Recht zur Amneſtie im ordentlichen Strafver⸗ fahren ſtehe ihm nur auf Antrag der Juſtiz⸗ verwaltung zu. Er erklärte jedoch, daß er den Gedanken einer politiſchen Weihnachtsbefriedung begrüße und ſoweit es in ſeiner Kraft ſtehe, dieſen Schritt der großdeutſchen Ab⸗ Böß gibt eine Gaſtrolle Jur Soziologie der Syſtem⸗Bonzen geordneten unterſtützen werde. dringenden Berdacht geraten war, Zeugen beeinflußt zu haben. Sie ſoll ihre Schwägerin beſtimmt haben, im Gegenſatz zur Ausſage in der Vorunterſuchung zugunſten des Stadtrats auszuſagen. Am Mittwoch erſchienen nun in der Verhandlung Herr Brolat und Herr Böß. Beide befinden ſich ſchon ſeit langem nicht mehr auf freiem Fuß. Brolat, der frühere Direktor der Ber⸗ liner Verkehrsgeſellſchaft, verbüßt zurzeit eine Gefängnisſtafe wegen eines im Zrſammenhang mit der Sklarekaffäre geleiſteten Meineids. Sein ehemaliger Chef, der frühere Oberbürger⸗ meiſter von Berlin, Böß, ſitzt in Unterſuchungs⸗ haft. Man muß ſagen, daß der ehemalige Ober⸗ bürgermeiſter auch jetzt noch nicht gelernt hat, ſich vor Gericht zu benehmen, wie es ſich ge⸗ hört. Es iſt betannt, daß er während des Sklarek⸗Prozeſſes, in dem er als Zeuge auf⸗ treten mußte, die Geſchmackloſigkeit hatte, mit den Angeklagten Sklareks, die vor Gericht be⸗ haupteten, bettelarm geworden zu ſein und keinen Pfennig mehr zu beſitzen, nächtliche Vergnügungstouren durch die Berliner Luxuslotale auf Koſten der Stklarets zu machen. Als er am Mittwoch vor Gericht er⸗ ſchien, begrüßte er den Richter mit dem deut⸗ ſchen Gruß erhobener Hand. Er ſollte darüber ausſagen, wie ſich der Stadtrat Benecke verhal⸗ ten hat, als er die Nachricht über den Stlarek⸗ Skandal erhielt. Benecke und Böß ſowie andere Stadtvertreter befanden ſich damals auf jener berühmten koſtſpieligen Amerikareiſe. Böß er⸗ tlärte, ſein Gedächtnis habe in der letzten Zeit außerordentlich ſtark gelitten. Was Böß ſach⸗ lich ausſagt, iſt von geringem Intereſſe. Es intereſſtert ja nur die Perfönlichkeit des Zeugen Böß, für deren Verſtändnis folgendes Intermezzo charakteriſtiſch iſt. Bei der Vereidigung ſpricht der Richter ihm den Eid in religiöſer Form vor. Der Richter beginnt:„Bei Gott, dem Allmächtigen und Allwiſſenden—“ Hier unterbricht der Zeuge das Nachſprechen des Eides und erklärt, er wünſche den Eid„in weltlicher Form“ abzulegen. Als ihn der Vorſitzende darauf aufmerkſam macht, daß die weltliche Form nicht geſtattet ſei und der Eid nur noch in religiöſer Form abgelegt werden dürfe, erklärte Herr Böß mit einer den Amtsarzt ſich ſofort in Spitalbe hand⸗ d. Schlegel Der Reichspräſident hat dem evangeliſchen Feld⸗ probſt des Heeres und der Marine, D Schlegel, die Amtsbezeichnung„Evangeliſcher Feldbiſchof der Wehrmacht“ verliehen Die Gefahren des Froſtes Zwei Reichsbahnbeamte infolge des Glatteiſes tödlich verletzt Kiel, 7. Dez. Am Mittwoch gegen 21 30 Uhr wurde auf dem Bahnhof Suchsdorf bei Kiel der Zugführer Johannes Hillers des von Flensburg nach Kiel fahrenden Perſznen⸗ zuges 1018 überfahren und getötet. Es iſt an⸗ zunehmen, daß Hillers bei der Abfahrt des Zuges von Suchsdorf beim Einſteigen infolge des Glatteiſes ausgerutſcht und unter den Zug geraten iſt.— Etwa 20 Minuten ſpäter nach Einfahrt des um 21.49 Uhr in Suchsdof eintreffenden Güter⸗ zuges wurde der als Fahrdienſtleiter auf dem Bahnhof Suchsdorf dienſttuende Bahnhofsvor⸗ ſteher Paul Kröger tot im Gleis auf⸗ gefunden. Anſcheinend iſt er beim Ein⸗ treffen des Güterzuges ebenfalls infolge des Glatteiſes ausgeglitten und überfahren worden. Beide Unfälle ſtehen in keinerlei Zuſammen⸗ hand und ſind lediglich auf das Glatteis zurück⸗ zuführen. Glatteis in Düſſeldorf Die Stadt eine einzige Eisbahn Düſſeldorf, 7. Dez. Am Donnerstag früh ſetzte in Düſſeldorf ein ganz feiner Regen ein, der zuſammen mit niedergehen⸗ dem Nebel die Straßen und Plätze mit einer Glatteisſchicht bedeckte. Die ganze Stadt gleicht einer einzigen Eisbahn; beſonders zwi⸗ ſchen 5 und 7 Uhr als noch nicht geſtreut war, herrſchte lebensgefährliche Glätte. Die Frühauf⸗ ſteher mußten zu ihren Arbeitsſtätten im wahr⸗ ſten Sinne des Wortes balan⸗ieren. Ein rich⸗ tiges Gehen war überhaupt nicht möglich. Auch der Fahrverkehr wurde ſtark behindert. So wie in der Stadt war es auch in den Außenbezirken. Aehnliches Glatteis hatte Düſſeldorf am Heili⸗ gen Abend des Jahres 1931 zu verzeichnen. Damals kamen Hunderte von Unfällen vor. Auch der heutige Morgen wird nicht ohne Unfälle abgelaufen ſein. —— Porzellan⸗Moufang zu 6 Monaten Gefängnis verurkeilt Berlin, 7. Dez. Die 16. Große Strafkam⸗ mer des Berliner Landgerichts verurteilte am fünften Verhandlungstag den früheren Direktor der Staatlichen Porzellanmanufak⸗ tur Dr. Nikola Moufang wegen Untreue zu 6 Monaten Gefängnis. Die Unterſuchungs⸗ haft wurde angerechnet, Der Sarg als Beit Paris, 7. Dez. In Resdin in der Nähe von Boulogne⸗ſur⸗mer ſtarb am Mittwoch ein Grundbeſitzer im Alter von 63 Jahren. Der Tod dieſes Mannes erregte inſofern beſonderes Aufſehen als er ſich ſchon im Alter von 30 Jahren einen reich verzierten Sarg hatte vauen läſſen, den er als Bett benutzte und in dem er nunmehr auch geſtorben iſt. Der Sarg harte jedoch ſo große Ausmaße, daß es unmöglich war, ihn in einem gewöhnlichen Grab beizu⸗ ſetzen. Die Angehörigen ließen deshalb einen kleineren in gleicher Weiſe reich verzierten Sarg herſtellen. Enklaſſungen aus der Schutzhaft Ueber 500 Entlaſſungen in Bayern München, 7. Dez. Die bayeriſche pplitiſche Polizei teilt mit: Aus Anlaß des überwäl⸗ tigenden Sieges des Nationalſozialismus am 12. November 1933 und des herannahenden Weihnachtsfriedens hat der politiſche Pplizei⸗ kommandeur Bayerns die Entlaſſung von über 500 Schutzhaftgefangenen in ganz Bayern verfügt. Grundſätzlich werden nur ſolche Schütz⸗ haftgefangenen entlaſſen, die ſich bisher ein⸗ wandfrei geführt haben und von denen auch zu erwarten iſt, daß ſie ſich wieder als nützliche Mit⸗ Aeinen Handbewegung:„Na ſchön!“, Halieder der Volksgemeinſchaft exweiſen werden 2 Grund zur Tat dürfte in Familienzwiſtigkeiten taler Straße vorgenommenen Prüfung des ried eine goldene Herren⸗Armbanduhr mit 24⸗ Stunden⸗Zeit, Schweizer Fabrikat mit Leder⸗ ein Paket, enthaltend vier Herrenkittel, ſchwarz „ter und der Firmenbezeichnung:„Roſenbaum Wohnung in Neckarau zwei Kammgarnſtoffe für Damenmäntel, marineblau und zwei Stoffe für Herrenanzüge, marineblau und grau.— „Aus einem Siedlungshaus in ſchwarzer Herrenmantel mit Monogramm F.., „ring mit zwei roten und einem weißen Stein, Die bekannte Verlagsbuchhandlung Spemann »in Stuttgart bringt auch für das Jahr 1934 zwieder eine Reihe Kalender für mancherlei kul⸗ turelle, künſtleriſche und ſportliche Gebiete her⸗ zaus. So gibt es einen Alpen⸗, „Kunſt⸗, Literatur⸗, Muſik⸗, Natur⸗, Walhalla⸗, „Wander⸗ und einen Graf⸗Zeppelin⸗Kalender. 4 Enachtsgeſchenk machen. Alle oben angeführten Arbeitsjubiläum. immerhin erfreulich auf der einen Seite für die die es ſich hierbei handelt, genau beurteilen zu ument). Eine genaue Warenkenntnis iſt not⸗ Ge. Mann, ſich von einem Züt der OEG. überfah⸗ r beanſtandet. taſche, zwei Paar wollene Damenhoſen, Gr. 4/5, beide in Fa. Hugo Stinnes, Niederlaſſung in Rheinau, können auf eine ſehr beachtenswerte werten zu können. Warenkunde beruht auf der -mein porhanden ſein müſſen. 30 3, Fahrgaug— Abend⸗Ausgabe „ akenkreuzbanner⸗ Donnerstag,* Dezeuiber 15335 Was alles geſchieht Hartnäckiger Lebensmüder. In den geſtrigen Morgenſtunden verſuchte in der Nähe der Ried⸗ bahnbrücke ein in Neuoſtheim wohnender ren zu laſſen. Der Zugführer brachte den Zu jedoch noch rechtzeitig zum Halten. Hietauf ſprang der Lebensmüde in den Neckar; doch konnte er durch einen den Zug begleitenden Schaffner ans Land gebracht werden. Er fand im Allgemeinen Krankenhaus Aufnahme. Der zu ſuchen ſein. Belaſtungskontrolle. Bei einer auf der Käfer⸗ Kraftfahrzeugverkehrs wurden 4 Führer von Laſtkraftwagen angezeigt, weil ſie ihre Fahr⸗ zeuge erheblich überlaſtet hatten. Ferner wur⸗ den 9 Kraftfahrzeuge wegen techniſcher Mängel „Diebſtahls⸗Chronik. Entwendet wurden: Aus einem PaW. vor O6 eine braunlederne Akten⸗ taſche, enthaltend eine ſchwarzlederne Brief⸗ und zehn Kragen, Gr. 43, blaukariert und ge⸗ ſtreift.— In einem Arbeitslager im Herzogen⸗ band.— Aus einem PRW. auf dem Friedrichs⸗ platz ein ſchwarzer, glatter Damenmantel mit Fiſchgratmuſter, Keulenärmel, zwei Knöpfen und der Firmenbezeichnung:„Hermann Rei⸗ chert, Hardheim“.— Aus einem Lokal in Q4 ein dunkelbrauner zweireihiger Damenmantel mit braunem Seidenfutter und echtem Alaska⸗ füchskragen.— Von einem Kraftrad vor N 4 mit hellen Streifen, dunkelbraunem Seidenfut⸗ und Cahn, Mannheim, C 2, 20“.— Aus einer Neckarau ein ein brauner Herrenanzug, ein goldener Finger⸗ ſechs Alpaka⸗Kafſeelöffel, acht weiße Taſchen⸗ tücher, ein weißes Handtuch mit zwei blauen Streifen, eine Damenunterhoſe und 50 Eier. Foto⸗, Frauen⸗. Die ausgezeichneten Bilder werden den Kalen⸗ der auch heuer wieder zu einem beliebten Weih⸗ Kalender koſten.40 Mk., mit Ausnahme des letzten, der bereits für 2— Mk. zu haben iſt. Die Arbeiter Franz Koch ſen. und Wnterhalter, Mannheim, langjährige Tätigkeit(Koch auf 28 Jahre, Win⸗ terhalter auf 25 Jahre) als Kohlenarbeiter bei der Firma Hugo Stinnes zurückblicken. Es iſt Tapferen, ſolange in Arbeit und Brot ohne Unterhrechung geſtanden zu haben, aber auf der anderen Seite noch erfreulicher für einen Unternehmer, ſolch tapfere und treue Mitarbei⸗ ter zu beſitzen. Wir gratulieren. In einer großen Spannung lebt in dieſen Wochen die ganze Kinderwelt. Für ſie iſt ja noch der ganze Märchenzauber lebendig. Ins Dunkel der Nacht hinaus ſpähen ſie, um viel⸗ leicht einen Schimmer von Chriſtkindleins wei⸗ ßen Flügeln zu erhaſchen. Ein alter Mann im Schatten könnte Knecht Ruprecht ſein. Die Schuhe ſtehen vor der Tür und warten, ob nicht der Niklas am Ende ſchon einmal eine Ab⸗ ſchlagszahlung auf das Weihnachtsfeſt hinein⸗ legt. Mit ſeiner Rute für die böſen Kinder, das iſt ja ein bißchen gruſelig— aber am Ende doch wohl nicht ſo ſchlimm. Hat man auch dies oder das ſchon auf dem kleinen Gewiſſen— es wird ja auch gar ſo viel von Eltern und Leh⸗ rern verlangt!— der gute alte Märchenmann im Bilderbuch ſieht nicht gerade menſchenfreſſe⸗ riſch aus. Der Sternenhimmel, den die Kinder im Sommer verichlafen, tut ſich jetzt am frühen Nachmittag ſchon mit aller Pracht auf. Wenn dann auch Frau Holle noch ihre Betten ſchüttelt, daß die weißen Federn auf die Erde ſtieben und die Bahn für den Schlitten oder das Kampfmaterial für luſtige Schneeballſchlachten liefern, da iſt Freude und Spannung dieſer er⸗ wartungsvollen Zeit auf der Höhe. Wir Erwachſenen leben in keiner Märchenwelt mehr und haben doch teil an der frohen Span⸗ nung in unſerer Art; genießen die Neugier, die Ungeduld, die Freuden der Kinderphantaſie mit und machen uns für uns ſelbſt eigene Gedan⸗ ken. Hat nicht das Weihnachtsfeſt jedem etwas zu bringen? An keinem Feſt iſt der Austauſch der freudigen Gefühle ſchöner als unter dem ſtrahlenden Weihnachtsbaum. Sind wir auch keine Kinder mehr und ſehen wir auch hinter den lachenden Feiertagen den Ernſt des Lebens „Wogl niemand— mit Ausnahme der Wetter⸗ kundigen natürlich— hätte um dieſe Zeit eine derartige Kälte erwartet, wie ſie gegenwärtig in ganz Europa herrſcht. Man muß ſchon ſagen, der Winter hat ſich ganz energiſch in ſeine Rechte eingeſetzt und jene frühlingshaften Ah⸗ nungen, die man noch in den milden November⸗ tagen haben durfte, gründlich zerſtört. Die ein⸗ zigen Blumen, die uns noch begegnen, ſind die Eisblumen an den Scheiben, die einzigen Far⸗ ben, die man auffallend häufig ſieht, ſind das Rot und Blau frierender Naſen. Bereits über⸗ ziehen ſich die Pfützen, die Teiche, aber auch ſchon die Seen und ſogar die Flüſſe mit Eis. Wir haben alle Ausſicht, uns wieder einmal zum Kältepol zu entwickeln und Sibirien mit noch nie dageweſenen kalten Temperaturen zu übertrumpfen! Begeiſtert von dieſer Ausſicht dürften wohl die wenigſten Leute ſein. Denn einmal muß man die Oefen kräftig füttern, um in den Zimmern eine erträgliche Wärme zu haben, zum anderen aber iſt es auch draußen nicht angenehm, wenn einem fortwährend ein ſchneidend kalter Oſtwind Der Zauber der Adventszeit Ein geſtrenger Winter weitergehen, ſo erhoffen ſchließlich auch wir et⸗ was und glauben an Fortſchritte, an Erfolge, an Zwecke unſeres Mühens und Schaffens. Unſer eigenes Schickſal wiſſen wir dabei ab⸗ hängig vom Schickſal unſeres Volkes. So weitet ſich unſer Blick. Was wird aus unſerem deut⸗ ſchen Vaterlande werden? In tiefſte Tiefen hat es das Unglück geſchleudert. Ungeheuer Schweres liegt hinter uns. Die Feſſeln eines unehrlichen und unklugen Friedens ſchneiden unſerer Heimat tief ins blutende Fleiſch. Das kann, das darf nicht mehr ſo bleiben. Neue Hoffnung erfüllt uns in dieſem Winter. Unſer Glaube iſt unerſchütterlich wie der unſerer Kleinſten an Weihnachtsmann und Weihnachts⸗ feſt. Auch unſeres Volkes Weihnachten wird einmal kommen. Die Hoffnung auf Weihnachten iſt die Hoff⸗ nung auf den Sieg des Lichts trotz dunkler Winternacht. Das Licht aber iſt das Sinnbild für alles Gerechte und Vernünftige, für alles Gute und Göttliche. So blitzen auch uns die Sterne mit Hoffnung aus der Ewigteit an. Es mag mit unſerem eigenen Leben nun ſo oder ſo geſchehen, es mögen ſich unſere eigenen Wünſche und Hoffnungen kurz über lang oder manchmal auch gar nicht erfüllen: irgendwie ſind wir doch immer mit unſerer Vergänglich⸗ keit eingeordnet in ewiges Geſchehen. Irgend⸗ wann gibt es doch eine Löſung deſſen, was uns jetzt in der irdiſchen Begrenztheit noch wider⸗ ſpruchsvoll quält. Das wahre Weihnachten liegt hinter und über unſerem kurzen Erden⸗ daſein. Unſeres ganzen Menſchenlebens flüch⸗ tige Jahre ſind zuletzt auch nur eine Advents⸗ hoffnung und ein Geſpanntſein auf die Er⸗ löſung im ewigen Licht. um die Ohren pfeift. Das eine koſtet Geld und dernd. Man muß ſich ſchon recht nachdrücklich in den Mantel, die verſchiedenen Schals und Handſchuhe hüllen, um einigermaßen im Freien beſtehen zu können. Der Tierfreund bemerkt bezeichnenderweiſe, daß die Raben bereits bis in die Peripherie der Stadt geflogen kommen und hier ihr hungriges Geſchrei erſchallen laſ⸗ ſen. Und wieder ergeht der Appell an alle, der hungernden Tiere nicht zu vergeſſen, aber auch nicht der frierenden Haustiere, wie Pferde und Hunde. Miſiglückter Einbruch. In der Nacht von Samstag auf Sonntag verſuchte eine bis jetzt noch nicht bekannte Perſon in der Belchenſtraße durch ein Parterrefenſter einzuſteigen. Die Frau erwachte durch das verurſachte Geräuſch und ſchaltete das Licht ein. Der Gauner nahm ſo⸗ fort Reißaus. Die am letzten Sonntag durchgeführte Ein⸗ topfgericht⸗Sammlung erbrachte insgeſamt rund 350.— RM. Den Spendern herzl. Dank. das andere iſt zumindeſt nicht geſundheitsför⸗ MANNHEI verkaufszeit an den Sonnkagen vor der Geſchã und Schrei häuſer) in 4. Am Sonnt pier⸗ kreuze“ in Briefmarken bekannt ſein. Auf der 3⸗Pfennig⸗ 4. 6. 1912 in ſolche Marke Dieſe aus marke dürfte körpern handeln. 2. Am Sonntag, 17. Dezember: 3 geſchäfte in der Zeit von 11—18 Uhr; alle übrigen Geſchäfte(einſchließlich der Waren⸗ Weihnachten In teilweiſer Abänderung meiner Anordnung vom 8. 11. 33 wird die Vertaufszeit an den Sonntagen vor Weihnachten im Dezember 1933 wie folgt feſtgeſetzt: Es ſind geöffnet: 1. Am Sonntag, 10. Dezember: Von 13—15 Uhr alle Ladengeſchäfte(einſchließlich der Waren⸗ häuſer) mit Ausnahme der Drogengeſchüſtez fte, die ausſchließlich oder über⸗ wiegend mit Lebens⸗ oder Genußmitteln, Tabakwaren, Wein und Spiritnoſen, Papier⸗ bwaren, Blumen oder Feuerwerks⸗ Die Zigarren⸗ der Zeit von 13—18 Uhr. 3. Am Sonntag, 24. Dezember: Die Geſchäfte, die ausſchließlich oder überwiegend Lebens⸗ mittel, Genußmittel oder Blumen verkaufen, von 11—18 Uhr; alle übrigen Geſchäfte(ein⸗ ſchließlich der Warenhäuſer) in der Zeit von 11—17 Uhr. ag, 31. Dezember: Die Zigarfen⸗ geſchäfte in der Zeit von 11—18 Uhr; die an⸗ deren unter Ziffer 1 genannten Geſchüſte (Drogengeſchäfte; lich oder überwiegend mit Lebensmitteln und Genußmitteln. Wein und Spirituoſen, Pa⸗ und Schreibwaren, Feuerwerkskörpern handeln) in der Zeit von 13—18 Uhr. Sämtliche übrigen Geſchäfte ein⸗ ſchließlich der Warenhäuſer ſind geſchloſſen. Geſchäfte, Blumen oder Der Polizeipräſident. Briefmarke und Hakenkreuz Bekanntlich werden in der nächſten Zeit die neuen deutſchen Briefmarken mit dem Waſſer⸗ zeichen„Halenkreuz“ erſcheinen. Es iſt dies in deutſchen Philatelie eine Neuerung, die hei Spezialſammlern reges Intereſſe erwecken wirb Daß es jedoch ſchon vor dem Kriege„Halen⸗ Form von Durchlochungen auf gegeben hat, dürfte nicht allgemein abgebildeten Reproduktion einer Germaniamarke, die eine Dußch⸗ lochung mit dem„Hakenkreuz“ aufweiſt und am Berlin abgeſtempelt iſt, wird eine gezeigt. 4 dem Jahre 1912 ſtammende Brief⸗ von einigem Intereſſe ſein, zumal um genannte Zeit das Hakenkreuz in Meutſch⸗ land noch wenig bekannt geweſen iſt. 1 Vielleicht iſt einer der Leſer in der Lage, über die Bedeutung des„Hakenkreuzes“ auf genann⸗ ter Marke näheren Aufſchluß zu geben. ——————————— Verein für Nakur⸗ kunde In der Aula der Handelshochſchule A 4, 1 971 Profeſſor der Handelshochſchule, Dr. V. Pöſchl, einen hochwiſſenſchaftlichen Vortrag über das Thema: „Die Aufgabenkreiſe der wiſſenſchaftlichen 5 Warenkunde“. Der Redner führte aus:„So anſpruchsvoll der Menſch im allgemeinen iſt, ſo beſcheiden iſt er in der Auffaffung des Begriffs der Waren⸗ kunde. Den Menſchen aber, die mitten im Wirt⸗ ſchaftsleben ſtehen, kann eine ſolche Auffaſſung nicht genügen, ſie müſſen verſuchen tiefer in die Materie einzudringen, um die Objekte, um können, das ſind Natur und Verbraucher(Kon⸗ wendig, um ſie am rechten Platze richtig ver⸗ Zufſammenfaſſung von Kenntniſſen, die allge⸗ um ſolche Kenntniſſe auf breiteſter Baſis zu vermitteln, iſt die Warenkunde als Lehr⸗ gegenſtand auch an einer ganzen Reihe von Schulen eingeführt. Es muß hervorgehoben werden, daß die Waren⸗ lunde im heutigen Wirtſchaftsleben für ſich eine gewiſſe Bedeutung in Anſpruch nehmen kann, weshalb verſucht werden ſoll, ſie heute in ihren wichtigſten Problemen darzuſtellen. Warenkunde iſt in ihrer Grundlage eine Naturwiſſenſchaft, zugleich eine Sammelwiſſenſchaft, da zahlreiche ———* Wiſſenſchaften in ſie hineinreichen, und darüm als Teilwiſſenſchaften der Warenkunde bezeichnet werden können. Die Warenkunde beſitzt große Gegenwarts⸗ bedeutung, denn ſie greift ſelbſt in die Po⸗ litik über, und findet in gewiſſen Pro⸗ grammpunkten der Wirtſchaft Berückſichti⸗ gung. griff der Vortragende ein Problem heraus und zwar das der Flachs⸗ und Leingewinnung. Ausführlich wurde die Gewinnung und Ent⸗ wicklung dieſes Kulturproduktes anhand von zahlreichen Apparaten und Lichtbildern vorge⸗ führt, und die Bedeutung des Flachſes an ſich, ſowie des Wergs und der Schäbe gewürdigt. Der Anbau erſtrebt entweder die Gewinnung von viel Oel oder vieler Flachsfaſern. Während Weſteuropa ſich faſt ausſchließlich auf den An⸗ bau von Faſerlein beſchränkt, baut Amerika hauptſächlich nur den Oellein an. Rußland und ſeine Randſtaaten bevorzugen den Anbau bei⸗ der Arten. Die weiteren Ausführungen befaß⸗ ten ſich mit der Verarbeitung der gewonnenen Faſern in Spinnereien und Webereien zu Ge⸗ brauchsgegenſtänden und 13 Leinwand. Die Abfallſtoffe gehen zum Teil in die Induſtrie über zur Papierbereitung. Dann zeigte der Redner den Uebergang von der Natur zur Ware auf. Die Bedeutung des Flachſes ſpielt bei vielen andern Produkten in der Geſamtheit der Wirtſchaft die gleiche Rolle. Sehr wichtig ſind dabei auch insbeſondere Baumwolle, Jute und Seide. Die Waren, die in der Weltwirtſchaft die größte Bedeutung haben, nehmen den vorderſten Platz ein, wäh⸗ rend andere weniger wichtige zurücktreten müſ⸗ ſen. Welche Wiſſenſchaften greiſen in die Wa⸗ renkunde hinüber? Da wäre die Statiſtik zu nennen, ohne die auch die Warenkunde nicht auskommen kann. Die Geſchichte ſtellt z. B. den Flachsbau als altes Gewerbe dar, das ſchon ſeit undenkbaren Zeiten ſehr mit dem Volkstum verbunden iſt. Die Reichsregierung beabſichtigt deshalb im nächſten Jahre eine Produktionsſteigerung auf dieſem Gebiet. Neben der Geographie ſteht auch die Eth⸗ nologie in enger en mit der Warenkunde ebenſo die Pſychologie und Sprachwiſſenſchaft. Die Bezeichnung der Waren im Sprachgebrauch muß wahr, klar und einfach ſein. Die Zerlegung und Zergliede⸗ rung bilden zugleich eine hervorragende Me⸗ um in die noturwiſſenſchaftlich- geiſtige Seite der Lehre von der Warenkunde einzuführen, thode zur Erlenntnis der Warengruppen. Die Monnzelmer Handelsſchule hat es ſich ſo z. B. zur muhern geſtellt, die Einteilung des Spiel⸗ warenſyſtems in 25 Hauptgruppen und Gattun⸗ gen vorzunehmen. Gleich großem Intereſſe be⸗ gegnen die Lehrmittel, die eine bedeutende Ex⸗ portware bilden. Wenn auch auf dem Gebiet der Warenkunde ſchon viele Einzelheiten ge⸗ ſammelt wurden, ſo muß dieſe Wiſſenſchaft noch weit größere Arbeiten leiſten, die aber erſt im Laufe der Jahre heranreifen müſſen, bevor damit an die Oeffentlichkeit getreten werden kann. Mit einem Hinweis auf die Anfänge der Warenkunde, die ſchon auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurückgehen, wo der Deutſche Johann Beckmann(1739—1811) die Grund⸗ lagen dazu geſchaffen hat, konnte der Vortra⸗ gende ſeinen beifällig aufgenommenen Vortrag beenden. Ldi Deulſcher Advenk— Lebensadvenk Feierſtunde im VWA Die Mitglieder des Verbandes weib⸗ licher Angeſtellter hatten ſich mit ihren Freunden und Angehörigen am Dienstag abend im Friedrichspark zu einer Advents⸗Feierſtunde eingefunden. Nach herzlichen der hie⸗ ſigen Geſchäftsführerin, Frl. Margarethe Hirſch, ſprach zunächſt Fräulein Betty Hepp ſehr eindrucksvoll das ſchöne Gedicht „Heilige Tage“ von Zulu Strauß und Torney. Daran ſchloß ſich an:„Hymne an die Nacht“ von Beethoven, geſungen von der Geſangs⸗ gruppe des VWA. Die Vortragsfolge war mit großer Liebe und Sorgfalt zuſammengeſtellt, und unſere einhei⸗ miſche Konzertſängerin, Frau Nora Vogel⸗ Zimmermann, hatte bekannte Künſtler für den Abend gewonnen. Wir hörten in wundervollem Harfenſpiel Fräulein Grete Erl:„Legende“ von Zabel und„Menuett“ von Poſſe, was ſo begeiſterte, daß eine Zugabe gewünſcht wurde. Otto zu Gehör.„ für Violine, von Karl Zi ſar(Violin Trunk, das »derfreund“ Adam, das (Grete Erl). auf Wunſch man bedenkt zonnet, Geſ Vogel⸗Zimm des Abends Advent— badiſchen La ner kurz ein deſſen erſchie Adventszeit er ein altes Bücher brachte Improviſation über Max lied vortrug. ſpielten Fräulein Oskar Gritzer(Cello). Das„Trio D⸗Dut Cello/ und Klavier“ von Haybhn, und das„Trio für Violine, Harfe und Cello“ mmer wurde von Fräulein Mafeg herrlichen Sopran Weihnachtslied„Chriſtus der Kin⸗ Saale ſingen mußte). ramms bildete„Weihnachtsglocken“ pon Regers„Maria⸗Wiegenlied“ von Schmalſtich Andante religioso“ von Goltermann Grete Erl ), Fräulein Erl, Oskar Grißer und Otto Bücher ſehr eindrucksvoll vorgetragen. Frau Vogel⸗Zimmermann ſang mit „Advent“ von Richard von Peter Cornelius, dann noch den wunderſchönen„Weihnachtsgeſang“ von letztere mit Begleitung: Violſſe (Fräulein Maſſar), Cello(Oskar Gritzer), Harfe Der„Weihnachtsgeſang“ wurde -wiederholt(ein ganz beſonderes Entgegenkommen ſeitens der Künſtlerin, wenn „ daß ſie in einem faſt ungeheizten angasgruppe des VWA, deren Le tung bekanntlich in den Händen von Frau ermann liegt.— Im Mittelpuntt ſtand die Anſprache Deutſcher Lebensadvent von 8 direktor Dr. Hans Stempel(Landau⸗Pfalz) Von der Verbundenheit der Pfälzer nde ausgehend, erzählte der Red⸗ W. Kriegserlebnis, wie badiſche und pfälziſche Kameraden ſchwerverwundet zuſam⸗ men tag⸗ und nächtelang auf den heißerſehnten Retter warteten, der aber n der Feind Ueberleitend auf die und die ausſchließ⸗ 45 wurde hieſigen reich (Harfe) und ihrem Den Schluß des Pro⸗ ausblieb. Statt 2 Sahran Fjühr JIn der i —— Vorſitzende, fenen Jahr zeder Na enken in den Sitzen Schriftfül resbericht f der ein ous und erfolgr⸗ derung de— zur Weiterb rende zeitge. grund ſtand folgie Wied Mannheimer Wegen der durch Schwi durch eim Bezirk Frage der Mannheim( n 1 ſchön verlauf hoſpiz und die geſelliger Oberdamm ſenbericht bel geſtellt iſt. antragte St und Belege i Dem Geſam mige Entlaſti Der mit de inſpektor Fri herigen bewe zum Führer. Zukunft die? lieder mit“ itarbeitern Stellvertreter rer und Fri ihel, Heinr kuriſt Schömb Stachelhaus. lebhaften Bei Heil auf Adt lied beendete genommenen weſentliche Ve ſtandſchaft, w beachtenswert Im weitere der Führer n Monats Jant chif Lichtbilde liche Entwickl Schiffsbaukun ten werde. F daß der Verei nes 40jähriger Antrag von Winternothilfe Oberdammeiſt⸗ Kinderſchifferh St. Anton wi Der Jahresbei ten erhoben w. nähere Mitteil front. Peter Küh eregt verlau reuegelöbnis ſeiner Regieru Fahr 1934 für eſtalten Deutſchlandlied ſammlung für ——————— ihre Bedeutung auf das Menſchenleben. hielt der Redner ſeinen Vortrag! 3 und erging ſich vor einem ſehr aufmerkſamen Publikum in ſeinen Adventsbetrachtungen. Mit einem Bild, das die poeſievolle Chriſt⸗ mette an einem oberbayeriſchen See ſchilberte und mit dem Hinweis auf den ſymboliſchen Gehalt dieſer Sitte, ſchloß der Rednex, indem von Teuler ſtainmendes Adyents⸗ ziner 4 aufszeit an de Dezember 1933 —18 Ühr; alle lich der Waren⸗ -18 Uhr. : Die Geſ wiegend Le umen verkaufen, n Geſchäfte lein⸗ in der Zeit vo Die Zigarren⸗ —18 Uhr; die an⸗ innten Geſchüſte die ausſchließ⸗ bensmitteln un Spirituoſen, Pa⸗ Blumen ode in der Zeit vo en Geſchäfte ein⸗ ſind geſchloſſen. olizeipräſident. kenkreuz nächſten Zeit nit dem Waſſe . Es iſt dies uerung, die bei ſe erwecken wird Kriege„Halen chlochungen au e nicht allgemei roduktion einet und hrgang— Abend⸗Ausgabe „Hakenkreuzbanner“ ührerwahl im mannheimer Schifferverein in der im Vereinslokal„zur Rheinſchanze“ bgehaltenen Generalverſammlung gedachte der tſitzende, Peter Kühnle, der im abgelau⸗ men Jabre durch Tod ausgeſchiedenen Mit⸗ Raſtert und Bildſtein, deren Ge⸗ denken in üblicher Weiſe durch Erheben von den Sitzen geehri wurde. Schriftführer Heinrich Klein gab den Jah⸗ kesbericht für dos Vereinsjahr 1933 bekannt, der ein ousfülrliches Bild über die vielſeitige und erfolgreiche Täuigkeit des Vereins zur För⸗ derung der Berufe⸗ und Standesfragen und zur Weiterbildung der Mitglieder durch beleh⸗ kende zeitgemäße Vorträge ergab. Im Vorder⸗ und ſtand die auf Wunſch des Vereins er⸗ folgie Wiedereinführung der Hafenbezirke im innheimer Hafen. Wegen der Beläſtiguno der Schiffe und Boote urch Schwimmer und Paddler im Sommer er⸗ Kame durch eine weitere Eingabe Beſchwerde beim Bezirksamt und der Rheinpolizei. i aunheim hat der Verein erſt in ſeinen letzten n wiederum erneut behandelt. Ein ſchön verlaufener Familienabend im Wartburg⸗ oſpiz und eine„Fahrt ins Blaue“ bildeten die geſelligen Veranſtaltungen. Oberdammeiſter Fritz Klank gab den Kaſ⸗ ſenbericht bekannt, der in ſparſamſter Weiſe auf⸗ geſtellt iſt. Namens der Rechnungsprüfer be⸗ antragte Staab Entlaſtung, da Bücher, Kaſſe elege in muſtergültiger Ordnung waren. Dem Geſamtvorſtand wurde hierauf einſtim⸗ mige Entlaſtung erteilt. Der mit der Führerwahl beauftragte Schiffs⸗ inſpektor Fritz Heckler ernannte ſodann den bis⸗ herigen bewährten Vorſitzenden Peter Kühnle zum Führer. Dieſer dankte und gelobte, auch in ukunft die Belange des Vereins und der Mit⸗ lieder mit Nachdruck zu vertreten. Zu ſeinen itarbeitern ernannte er Fritz Heckler, zum Stellvertreter, Heinrich Klein als Schriftfüh⸗ ter und Fritz Klank als Kaſſier. Zu Bei⸗ —— wurden wiederum beſtimmt: Martin Reihel, Heinrich Jooſten, Chriſtian Bretzel, Pro⸗ kuriſt Schömbs, RA Dr. Morgenroth und Herm. Stachelhaus. Sämtliche Ernennungen riefen lebhaften Beifall hervor. Ein dreifaches Sieg⸗ —5 auf Adolf Hitler und das Horſt⸗Weſſel⸗ ed beendete die Wahl. Die vom Führer vor⸗ genommenen Ernennungen brachten keinerlei weſentliche Verſchiebungen der bisherigen Vor⸗ andſchaft, was auch als höchſt erfreulich und beachtenswert bezeichnet worden iſt. Im weiteren Verlauf der Verſammlung teilte der Führer mit, daß in der erſten Hälfte des Monats Januar Ingenieur Schütze von der hieſigen E iffs⸗ und Maſchinenbau⸗AG, einen ichtbildervortrag über die geſchicht⸗ liche Entwicklung des Schiffsbaues von der Schiffsbaukunſt zur Schiffsbauwiſſenſchaft hal⸗ ten werde. Fernerhin wurde bekannt gegeben, daß der Verein im nächſten Jahr die Feier ſei⸗ nes 40jährigen Beſtehens begehen kann. Auf Antrag von Prokuriſt Kaiſer werden der Winternothilfe 50 Mark und auf Antra von Oberdammeiſter Fritz Klank dem evange 105 Kinderſchifferheim und dem Knabenwaiſenhaus St. Anton wiederum je 25 Mark überwieſen. Der Jahresbeitrag ſoll in Zukunft in zwei Ra⸗ 3 ten erhoben werden. Fritz Heckler machte noch elt iſt, wird eine ammende Brief 4. Mitteilungen über die Deutſche Arbeits⸗ Peter Kühnle ſchloß hierauf die ſehr an⸗ eregt verlaufene Verſammlung mit einem Treuegelöbnis zum Führer Adolf Hitler und ſeiner Regierung und dem Wunſche, daß das Jahr 1934 für Volk und Vaterland ſich ſegens⸗ reich geſtalten möge. Mit dem Geſang des Heuiſchlandliedes erklärte der Führer die Ver⸗ ſammlung für geſchloſſen. Die e Mannheim der Techniſchen Nothilfe e. V. hatte im Alten Rathausſaal in F1 3 abends 8 Uhr einen zweiten Probe⸗ alarm für das Jahr 1933 feſtgeſetzt. Dieſer Probealarm trug den Charakter einer Vollverſammlung, bei welcher Gelegenheit eine gleichzeitige Sichtung der Teno⸗Mitglieder durchgeführt werden konnte und die Schlagkraft bezüglich eines eventuellen Einſatzes der TN. einer ſtichhaltigen Kontrolle unterzogen wurde. Eine beſondere Note erhielt der Abend durch nähere Unterrichtung der Erſchienenen in An⸗ gelegenheiten des Luftſchutzdienſtes. Nachdem der Spielmannszug und eine Ab⸗ teilung uniformierter Nothelfer einmarſchiert waren, eröffnete der Ortsgruppenführer, Pg. 3 Ingenieur Ernſt Geßner, die Verſamm⸗ ung, um 1 und Nothelfer zu begrüßen. Unter den erſteren befanden ſich der Beauf⸗ tragte der Techniſchen Nothilfe, Landesleitung Baden⸗Württemberg, Herr Dr. Paul Witt⸗ ſack, ſowie Herr Diplom⸗Ing. Dr. Schrö⸗ der, der Geſchäftsführer des Reichsluftſchutz⸗ bundes, Ortsgruppe Mannheim. Der Ortsgruppenführer erläuterte kurz den Zweck des Abends und erteilte dem Mitglied des Ortsgruppenſtabes, Herrn Kaufmann Alb. Wihler, das Wort für ein geſchäftliches Re⸗ ferat. Herr Wihler ſchilderte in längeren, ver⸗ anſchaulichenden Ausführungen die Tätigkeit der einzelnen Abteilungen der„Teno“ im lau⸗ fenden Jahr und gab über alle Angelegen⸗ heiten, die die Nothelfer intereſſierten, hierbei erſchöpfenden Aufſchluß. Er brachte die kürz⸗ lich erſchienenen neuen amtlichen Richtlinien der TN. nochmals zur Verleſung. Ferner be⸗ richtete er über die mit der Reichsregierung von ſeiten der Reichsführung der TN in Ber⸗ neuen, nationalen Staat getätigten lungen. Der Redner ſchloß ſeine usfü rungen mit dem Gelöbnis an den Aufſichtführenden der Reichsregierung, Herrn Reichsinnenmini⸗ ſter Dr. Frick, ſowie den Reichsführer der Teno, Herrn Lummitzſch, in altbewährter Treue die Tradition der TR. zum Nutzen des deutſchen Volkes und des deutſchen Vaterlandes weiter⸗ hin zu wahren. Dies bekräftigten die Erſchie⸗ nenen ſtehenden Fußes mit erhobener Hand und freudig ſtimmten ſie in das dreifache Sieg⸗ Heil ein, das der Zukunft Deutſchlands und der„Teno“ ſelbſt galt. Der Ortsgruppenführer gab dann in knap⸗ pen ſachlichen Erläuterungen den Zweck des Luftſchutzdienſtes bekannt und beleuchtete die den einzelnen Gruppen des zivilen Luftſchutz⸗ ieee eeeeee re ne3 e Exploſion bei Stotz⸗Konkakt 4 Verletzte. In dem Fabrikanweſen der Fa. Stotz⸗Kon⸗ takt in Mannheim⸗Neckarau ereignete ſich eines zur Beheizungs⸗ und Warmwaſſeranlage des Trockenofens gehörigen Ausgleichgefäßes eine Exploſion. In dem Raum werden fünf⸗ zehn Arbeiter, hauptſächlich weiblichen Ge⸗ ſchlechtes, beſchäftigt, wovon 2 Arbeiter und 2 Arbeiterinnen verletzt wurden. Während ein Arbeiter bald wieder ſeine Tätigkeit auf⸗ nehmen konnte, mußten die anderen drei mit dem Krankenauto der Feuerwache 2, Neckarau, in das Allgemeine Krankenhaus eingeliefert werden. Der Sach⸗ und Materialſchaden iſt nur gering. lin bezüglich des Fortbeſtandes der„Teno“ im heute morgen, zirkg 10.20 Uhr, durch Zerplatzen reſſe ſein, zumal reuz in Deuiſch⸗ ſen iſt. n der Lage, über zes“ auf genann⸗ u geben. von Schmalſtic von Golterman (Harfe) un as„Trio D⸗Du er“ von Hayd darfe und Cello Fräulein 8 Oskar Gri voll vorgetrage ing mit ihker von Richar hriſtus der Kin 455 ane tsgeſang“ eitung: Wiolin r Gritzer), Har sgeſang“ wurde ganz beſonderes künſtlerin, wenn faſt Schluß des Pro⸗ ocken“ von 9 WA, nden von Fra Im Mittelpunk he Deutſche t von Seminar ln Zfälzer mit dem zählte der Red⸗ hie badiſche und rwundet zuſam⸗ en heißerſehnten usblieb. Stall rleitend auf di tung auf das ſeinen Vortrag r aufmerkfamen trachtungen. eſievolle Chriſt⸗ 1 See ſchilderte n. ſymboliſchen Redner, indem endes Adven probealarm der ZLechniſchen Nothilfe e. B. Ortsgruppe Mannheim dienſtes zufallenden Aufgaben, den Sicherheits⸗ und Hilfsdienſt, den Induſtrieluftſchutz und den Selbſtſchutz. Daraufhin konnte der Ortsgruppenführer die Verſammlung ſchließen, die bei Inbetracht⸗ ziehung der ziemlich erheblichen dienſtlichen Verhinderung von Nothelfern bei den nationa⸗ len Verbänden ſehr gut beſucht war. Fachtech⸗ niſches Perſonal wäre bei einem wirklichen Einſatz genügend zur Stelle geweſen und ſo konnte wieder einmal der Beweis einer vollen Schlagkraft der TN. erbracht werden. Für die Stabsmitglieder, die zu dieſem Alarm nicht einberufen waren, findet in aller Kürze eine Sonderbeſprechung ſtatt, zu der auch die behördlichen Vertreter eingeladen wer⸗ den. Eine Anzahl verdienter Nothelfer konnte zu Beginn der Verſammlung durch den Orts⸗ gruppenführer mit dem Nothelferzeichen in Gold ausgezeichnet werden. ——— Einweihung des Heimes der Deutſchen Schule für Volksbildung. Am Sonntag, den 10. De⸗ zember, wird das Heim der Deutſchen Schule für Volksbildung in Mannheim, E 7, 20(Reiß⸗ Villa), durch eine ſchlichte Morgenfeier einge⸗ weiht. Die Mitglieder der Deutſchen Schule für Volksbildung ſind zu dieſer Feier, die um 11.30 Uhr ſtattfindet, herzlich eingeladen. Der Verein ehem. 111er, Mannheim, welcher dem Kyffhäuſer⸗Bund und dem 111er⸗Regi⸗ mentsverband angeſchloſſen iſt, legt Wert auf die Feſtſtellung, daß er bereits ſeit dem Jahre 1904 beſteht. In ihm ſind die ehemaligen An⸗ gehörigen des Inf.⸗Regts. M. L. W.(3. Bad.) Nr. 111 und deſſen Kriegsformationen zuſam⸗ mengeſchloſſen. Neben der Wahrung der Tra⸗ dition des ruhmreichen Regimentes und dem tatbereiten Einſatz für hilfsbedürftige Kame⸗ raden iſt der Verein eine Pflegeſtätte echten Kameradſchaftsgeiſtes auf nationaler und ſo⸗ zialer Grundlage. Davon zeugen die gut be⸗ ſuchten Monatsverſammlungen, welche an je⸗ dem zweiten Samstag im Monat im oberen Saale der„Landtutſche“ ſtattfinden. Wenn der Verein im nächſten Jahre ſein 30jähriges Ju⸗ biläum begeht, hofft er, daß ſich bis dahin die noch fernſtehenden Kameraden, welche die Ziele des Vereins bejahen, ihm angeſchloſſen haben. Ufa⸗Palaſt„Univerſum“. Heute wird der Erfolgsfilm der Ufa„Abel mit der Mund⸗ harmonika“ in drei Vorſtellungen zum letzten Male gezeigt. Donnerstag, 7. Dezember 1933 Friedrichsfelder Nachrichten Evangeliſche Kirchengemeinde. Heute, Don⸗ nerstag, abends 8 Uhr: Abendgottesdienſt. Volksmiſſionariſcher Vortrag über: Adventsſtt⸗ ten im Lichte des Glaubens. Die Kirche iſt bel allen Abendgottesdienſten geheizt. Nikolausabend beim Turnverein. Am kom⸗ menden Samstag veranſtaltet obiger Verein im Turnſaal„Zur Roſe“ einen Nikolausabend, der ganz von den Kindern beſtritten wird. Ein ab⸗ wechſlungsreiches Programm ſorgt für einige vergnügte Stunden, wobei die geſamten Schü⸗ ler des Vereins eine kleine Gabe vom Nikolaus erhalten. Jedermann, inſonderheit die Eltern der Kinder, iſt freundlichſt eingeladen. Geſchäfkliches Was iſt Schwan⸗Seifenpaſte? Eine weiche, weiße, reinigungskräftige Seifenpaſte aus dem ſeit über 50 Jahren bewährten Dr. Thompſon's Seifenpulver Marke Schwan nach folgendem Rezept: 1* Paket Schwan⸗Pulver in 1½ Liter kochendheißem Waſſer auflöſen, gut umrühren und erralten laſſen, ſo erhält man 3 Pund Schwan⸗Seifenpaſte, die für alle Ahfeif⸗ und Scheuerarbeiten, zum Einſeifen beſonders ſchmutzi⸗ ger Wäſche vorzüglich iſt. Dieſes Schwan⸗Seifenpaſte⸗ Rezept iſt ein Beweis für die unübertroffene Güte und die große Sparſamkeit von Dr. Thompſon's Schwan⸗ Pulver. 1 Normal⸗Paret Schwan⸗Pulver koſtet nur 24 Pfg., 1 Doppel⸗Paket nur 44 Pfa. 3 Pfund Schwan⸗Seifenpaſte, aus einem Normal⸗Paret bereitet, koſten alſo nur 8 Pfg. das Pfund. Jede Hausfrau ſollte einen Verſuch machen. 15 Buchbeſprechung Zinßer:„Staatsbürgerkunde“. Verlag Bernh. Friedr. Voigt, Leipzig. Preis.60 RM.— Millionen deutſcher Volksgenoſſen ſind aus der Maſſenlähmung der vergangenen Jahre erwacht und beginnen, ſich wiederum mit den Begriffen„Staat“ und„Volk“ auseinanderzuſetzen. Die enge Verbun⸗ denheit, die zwiſchen Staat und Volk beſtehen ſoll, verlangt Wiſſen um die Dinge von beiden. Deshalb darf die Staatsbürgerkunde nicht nur Angelegenheit von Fachgelehrten der Jurisprudenz und National⸗ ökonomie ſein, ſondern muß allgemeinverſtändlich hin⸗ eingetragen werden in die breiten Maſſen des deut⸗ ſchen Volkes. Dem ſoll das Büchlein von Zinſter dienen, das vor allem für die Jugend der Fach⸗ und Fortbildungs⸗ ſchulen, Arbeitslager und Wehrverbände gedacht iſt, darüber hinaus aber auch von jedem Volksgenoſſen, ſei er auf dem Bau oder im Kontor beſchäftigt, ge⸗ leſen wrden muß. Das Büchlein ſol an Hand knap⸗ per Zuſammenfaſſung des wichtigſten Materials der Staatsbürgerkunde das Verſtändnis für den ſtgci⸗ lichen und volklichen Aufbau der Gegenwart wecken, das Vertrauen zum Staate der deutſchen Revolution ſtärken und für die Idee des Nationalſozialismus begeiſtern. Es will ein Stück Schulungs⸗ und Er⸗ ziehungsarbeit an allen, die es leſen, leiſten und zum Nachdenken anregen. Das deutſche Reich braucht Volksgenoſſen, die bewußt am Leben ber deutſchen ſtaatlich organiſterten Volksgemeinſchaft teilnehmen. Dazu vor allem die Jugend zu erziehen, will das Büchlein beitragen. zauberwort für Kinderherzen unvergänglich deulſcher A. Alle Mütter haben große Freude an dem Ver⸗ gnügen der Ainder, wenn ſie an der häuslichen Weihnachtsbãckerei tErſtaunen über die Wunder, die Ai Gæmmerõ „Backen macht Freude“ die neue 100 Seiten ſtork mit 12 farbigen Bild⸗ teilnehmen und an vollbringt. Rezepfſommiung, iafeln, iſt für 20 Pfennig in allen Lebens ⸗ mitielgeſchäften zu haben. ——————— ————3—5 — — 5.— %%1 77 „J 7 %0 5 177* 5 4. — V * * „Hakenkreuzbanner“ Donnerstag, 7. Dezen 3. Jahrgang— Abend⸗Ansgabe „Deutſchland erwartet Dich!“ Bilder aus zwei Reichen— Von R. herminghauſen Rieſige Plakate kleben in den amerikaniſchen Bahnhofshallen. In Blau und Grün, in grellem Rot und warmem, braunem Kupfer⸗ tiefdruck ſchreien ſie es in die Welt:„Germany wants to see voul(Deutſchland erwartet Dich)“. Für eine Sekunde ſtockt der Rhythmus der Unlergrundbahn. Der Schwarzwald taucht auf, das Goethehaus in Frankfurt, Bremen zeigt ſeinen trutzigen Roland, das Deutſche Muſeum in München wird ſichtbar, und aus blaugrünem Meer taucht Helgoland empor, die Heimat des Deutſchlandliedes. Eine große Landlarte mit weitſchweifigen blauen Linien zeigt die Schiffs⸗ wege nach Deutſchland. Luftfahrpläne kleben daneben. Und über allem erhebt ſich— ſilber⸗ grau, wuchtig⸗ſchön, hinreißend in den wunder⸗ voll geſchwungenen Linien—„Graf Zeppelin“ —— den Weg zum Reiſeziel: Deutſch⸗ nd! Ein kleiner, ſchmächtiger Chineſenboy, vor 15 Monaten erſt heimlich ohne Viſum über ie mexikaniſche Grenze nach USA geſchlüpft, der engliſchen Sprache kaum mächtig, aber mit einer brennenden Sehnſucht nach Leben und ——— Schaffen im Herzen, bleibt vor den Plakaten ſtehen und buchſtabiert. Deutſchland? Er kann ſich nichts darunter vorſtellen. Der Miſſionar in der Schule ſagte zwar, Deutſch⸗ land liege in der Mitte, aber das kann nicht immen, denn das Reich der Mitte iſt 4* hina, nicht wahr? Seufzend wendet er ſi von den farbigen Bildern ab. Gibt es nicht irgendwo in der Nähe ein Reſtaurant, in dem ein Platz als Tellerſpüler frei iſt? Ein koloſſa⸗ ler Wagen rollt vorüber. Zwei iriſche Börſen⸗ männer, kräftig gebaut, wohlgenährt, mit ver⸗ biſſenen Zügen um die Lippen, das Kinn kräf⸗ tig nach vorn gereckt, werfen einen flüchtigen Blick auf das Plakat. Deutſchland? Ach ja, der Völkerbund! Schwache Erinnerungen von frü⸗ er blitzen auf— der Krieg— 1916.— die ahrt der„Libau“— der iriſche Aufſtand in ublin— die Erſchießung Sir Roger Caſe⸗ ments—, ja, ja, Deutſchland... und ſchon iſt das maſſige Auto wieder vorbei. Es dunkelt. Die Lichter am Broadway blitzen auf. Farben⸗ ſprühende Lichtreklame ſteigt in die ſchwarze Nacht, grüne und rote Windmühlenflügel ſau⸗ ſen durch die Luft, eine künſtliche Sonne er⸗ glüht, und hoch oben über allem wird von meterhohen elektriſchen Buchſtaben die feurige Mahnung von den Dächern an den Himmel geſchrieben:„Germany wants to see vou!“ Nun blendet der Film ab. Ein neues Bild ſteigt auf: Straßenſzene in der Heimat. Deutſchland. Tſching tſching, bum, bum, was h a Der Zirkus naht! Man ſchreit Hurra. Ganz vorn der Elefant im Tritt, Die Kinder jubeln alle mit, So zieht er in den Straßen ein Zur Mittagszeit im Sonnenſchein, Und ſtaunend bleibt die Menſchheit ſteh'n Das große Schauſpiel anzuſeh'n. Mit dieſem Vers, der an Schönheit manches vermiſſen läßt, dafür aber gut gemeint iſt, be⸗ grüßt der elfjährige Klaſſenölteſte einer Jun⸗ gensklaſſe den Wänderzirkus, der am Rande der Stadt ſein Lager aufgeſchlagen hat. Jetzt rüſtet man zur Nachmittagsvorſtellung. Die Kapelle bläſt Märſche, Lichter werden angezün⸗ det, Zirkusdiener in grünen Uniformen laufen hin und her, und aus den Ställen hört man das unterdrückte Knurren der wilden Tiere ſo⸗ fant das trompetenartige Gedröhn des Ele⸗ anten. Lebenshungrige Kinderaugen ſtarren zur auf der Baluſtrade empor. Zu dunderten ſtehen ſie vor dem Eingang herum, Jungens und Mädels, ihr Blick iſt gefeſſelt, ſie können ſich nicht losreißen von dem großartigen Bild, das ſich bietet. Die Bogenlampen werfen ein magiſches Licht über den großen Platz. Etwas abſeits tummeln ſich drei Geſchwiſter. Der Aelteſte zählt ſchon elf. Er hat ſchon viel Sel a iſt in der Hitlerjugend, war ſchon mit er Schule auf dem Flugplatz, Log ſogar in der „Kindermöve“, weiß, wie ein Tonfilm gemacht wird, und kann einen deutſchen von einem ausländiſchen Wagen im Schlaf unterſcheiden. Und doch hat auch ihn die uralte, geheimnis⸗ volle Zirkusſehnſucht gepackt, die ſo alt iſt wie der— ſelbſt, und den gab es ſchon bei den Römern. Daneben ſteht ein Mann in graukariertem Anzug, mit einer Reiſemütze. Er ſieht nicht auf den Zirkus, er ſchaut auf die Kleinen.„Warum geht Ihr nicht hinein?“ fragt er. Der Aelteſte will aufblicken, ſenkt dann aber mit hilfloſem Lächeln den Blick. Er ſchweigt, 435 ahnt, daß es heißt: Wir haben kein eld! „All right!“ ſagt da der Mann, nimmt die drei Göhren zur Hand und ſchreitet mit ihnen zur Kaſſe. Dann löſt er vier Karten, und ehe die überraſchten Kleinen es ſich verſehen, hat er ſie ſchon in den Zirkus geſchoben. Eine Frau hinter ihnen lächelt. Der Fremde fängt das Lächeln auf und gibt es zurück. „Was wollen Sie?“ ſagt er.„Ein jeder tut, was er. Ich lebe ſeit dreißig Jahren in Amerika, habe Frau und Tochter drüben, die Deutſchland nie geſehen haben. Dann kam die große Kriſe. Wir hörten von Deutſchlands Not, ſeinem Führer, ſeinem neuen Aufbauwillen, und als ich eines Tages vor dem großen, bun⸗ ten Plakat ſtand und mir die ſchwarze Schrift die Mahnung in den Kopf hämmerte:„Ger⸗ many wants to see vou“, da durchzuckte es mich wie ein Schlag. Ja, Deutſchland erwartet Dich! Das war richtig. Und dann ſetzte es ein, das große, unbezwingbare Heimweh, das mich hierher trieb. Verſtehen Sie das?“ „Ich verſtehe es“, ſagt die Frau,„wir haben ſelbſt drüben gelebt. Ich werde nie vergeſſen, welches Glücksgefühl mich überrieſelte, als ich plötzlich ein Bild aus Hamburg ſah, pens vorn der in Nebel getauchte Hafen mit den Lan⸗ dungsbrücken, und dahinter der große Michel.“ „Ja“, der Mann aus Amerika nickt,„ſo iſt es. Und nun ſehen Sie ſich die drei Kleinen an, wie ſie mit ſtrahlenden Augen auf die Manege blicken, wie ſie die Ohren ſpitzen, wie ſie fie⸗ bern, um ſich nichts von dem, was vorgeht, entgehen zu laſſen. Ja, es iſt ſchön, wunder⸗ ſchön in der Heimat!“ ſagt er mit feſter Stimme. Einen Augenblick herrſcht Stille. Dann lächelt die Frau und ſagt:„Es ſtimmt, mein Herr, Germany wants to see vyou..1“ Der Zwergfalk Ein König der äleinvogelwelk— Von Selmar R. Jenk⸗Erfurt Wenn im Spätherbſt und Winter der Jägers⸗ mann, der Naturfreund eines der Vor⸗ und Feldhölzer entlang wandert, dann wird ihm zu⸗ weilen ein helles, hohes Kichern oder auch ein wanderfalkenähnliches Geſchrei aufmerken laſ⸗ ſen. Was ſieht er? Einen kleinen, pfeilſchnel⸗ len Falken mit dem ſpitzſchwingigen, ſichelför⸗ migen Flugbild der Turmſchwalbe, der in kur⸗ zen, ſauſenden Runden mit fledermausartig zappelnden ſchnellen Flügelſchlägen kreiſt, jetzt im Gleitflug jäh herabſtürzt, ſei es zum Spiel, ſei es, um nach einem kleinen Vogel zu ſtoßen, oder— in ſpäter Dämmerung— auf einem hohen Baum zu landen, den er ſich als Schlaf⸗ ſtätte auserkor. Der Lerchen⸗, der Baumfall kann es nicht ſein, denn der jagt längſt im ſonigen Süden, über afrikaniſchen Gefilden. Wer alſo iſts?: Ein hochnordiſcher Gaſt, der Zwerg⸗, Stein⸗,Mer⸗ kinfalke. Seine Brutheimat: Island, die Faröer, das nördliche Skandinavien, Lappland, Finnland, Sibirien, die Gegenden um die Mit⸗ ternachtsſonne herum. Alljährlich im Spät⸗ herbſt mit den Bergfinken und anderen kleinen Nordländern(die er zum Freſſen liebt) kommt f liht abendo Krimlnalroman von Paul Glemos 23. Fortſetzung „Du glaubſt, daß die Anderſen dahinter ſteckt?“ „Erſtens wäre die Löſung zu einfach, und zweitens ſtimmt ſie nicht. Wir wiſſen, daß die Anderſen den ganzen Nachmittag über mit Iſenbeil und dann mit Lilly Behrens zuſam⸗ men war. Sie kann alſo mit der Reeſe keine Rückſprache genommen haben.“ „Wex ſollte denn ſonſt hinter Vera Reeſe ſtecken?“ „Das müſſen wir eben noch herausbekom⸗ men. Wenn wir das gefunden haben, haben wir vermutlich das Rätſel gelöſt. Die nächſte Aufgabe iſt, herauszufinden, wo Vera Reeſe ſich heute zwiſchen zehn und fünf Uhr aufge⸗ halten hat.“ „Möglich iſt, daß du die Sache zu ſehr kom⸗ plizierſt. Vielleicht war ſie zufällig im Gericht als Kriminalſtudentin, hörte dort, was vor⸗ ging, und ſetzte ſich ins nächſtbeſte Café oder die nächſtbeſte Wirtſchaft und ſchrieb die beiden Briefe. Mann kann ja Papier und Tinte in jedem Café bekommen.“ „Unwahrſcheinlich. Immerhin, wir werden dieſe Epentualität in Betracht ziehen. Ich habe aber einen ganz beſtimmten Grund, anzuneh⸗ men, daß hinter der Reeſe jemand ſtand, der ihr die Briefe faſt wörtlich diktierte.“ „Warum vermuteſt du das?“ „Erſtens halte ich die Briefe nicht für Ree⸗ ſeſchen Stil. Ich glaube nicht, daß Vera Reeſe ſchreiben würde, daß ſie lange mit ſich ge⸗ kämpft habe; ich glaube auch nicht, daß Fräu⸗ lein Reeſe ſtiliſtiſch ſich der Wendung bedienen würde:„Nicht Fräulein Anderſen gehört an⸗ geklagt, ſondern...“ Der Stil des kritiſchen Briefes kommt mir ganz natürlich vor, ſo, als ob jemand den Briefſtil der Vera Reeſe nach⸗ zuahmen verſucht, der ſonſt beſſere Briefe ſchreibt.“ „Und zweitens?“ „Zweitens klafft ein innerer Widerſpruch zwiſchen den beiden Briefen“ „Verſtehe ich nicht! Was meinſt du damit?“ „Bitte, vergleiche den Inhalt der beiden Briefe. Was ſteht in dem Brief» Lammont?“ „Daß ſie Lammont dem Gericht anzeigen wird, wenn er ſich nicht ſelbſt ſeiner Vergehen bezichtigt.“ „Wie verträgt ſich dann mit dieſem Brieſe der Inhalt des an Iſenbeil gerichteten Briefes? Warum ſchreibt ſie an Lammont, daß ſie mit ihrer Anzeige noch abwarten will, wie Lam⸗ mont ſich morgen verhalten wird? Und warum ſchreibt ſie dennoch gleichzeitig an Iſenbeil einen Brief, in dem ſie Lammont ſchon denun⸗ ziert?“ „Korkzieher!“ erwiderte Gambichler, und da⸗ mit wollte er zum Ausdruck bringen, daß ſein Kollege Probleme aus Leidenſchaft aufſpüre. „Dieſer ſogenannte Widerſpruch zwiſchen den beiden Briefen beſagt gar nichts. Frauenzim⸗ der Merlin zu uns, bleibt den Winter über, um im April wieder den heimiſchen Gefilden zuzu⸗ eilen. Ein winziger, aber kecker, pfeilſchneller Jäger. „Beſäße dieſer kleine Raubvogel ſo viel Stärke, als er Mut hat, er würde der Jagd ſehr gefähr⸗ lich ſein!“ ſchrieb treffend der Altmeiſter der Vogelkunde, Johann Friedrich Naumann. Der Merlin ſchadet aber dank ſeiner Kleinheit der eigentlichen Jagd kaum einmal. Die Droſſeln ſind ſicher die größten Vögel, die er zu meiſtern verſteht; und wenn auch gelegentlich beobachtet wurde, daß der Knirps nach einem Birkhuhn ſtieß, ſei es aus Spielerei, ſei es, weil ihn der Hunger ein bischen verrückt gemacht hatte,— dem kann er nichts anhaben, nicht einmal einem Rebhuhn, denn Kücken gibts nur zu der Zeit, wenn er nicht bei uns weilt. Die paar Kleinvögel, die der Zwergfalk verſpeiſt, kann man ihm gern gönnen. Meiſt wird der niedliche Burſche mit dem Sperber oder dem Turmfalken verwechſelt. Der erſtere(als Habicht im kleinen) hat aber viel ſtumpfere, kürzere Flügel, was im Flug deut⸗ lich auffällt. Der Zwergfalk hingegen iſt ein mer ſind von Natur aus unberechenbar. Die Anderſen iſt ſogar vorhin in Ohnmacht gefal⸗ len, als ich ihren Todfeind verhaften wollte.“ „Hammer!“ revanchierte ſich der Korkzieher. „Man kann Probleme nicht einfach totſchlagen. Wenn Frauenzimmer auch zuweilen unbe⸗ rechenbar ſind, ſo ſind ſie in Gefühlen wie Haß und Rache doch immer konſequent. Und wenn die Reeſe den Lammont wirklich ſo gehaßt hat, wie ſie in ihren Briefen glauben machen will, dann hätte ſie den Brief an Lammont anders abfaſſen müſſen. Dann hätte ſie ihm ſchreiben müſſen, daß ſie ihn angezeigt habe; nur dadurch hätte ſie ihm den entſprechenden Schreck in die Glieder gejagt.“ „Und warum glaubſt du, daß Fräulein Vera Reeſe einen ſo gar nicht den Geſetzen weiblicher Rachſucht entſprechenden Drohbrief an Lam⸗ mont ſchrieb?“ fragte der Hammer. Und in ſeinem Ton brachte er zum Ausdruck, daß ſei⸗ ner Anſicht nach Fräulein Vera Reeſe offenbar die weiblichen Geſetze von Haß und Rachſucht anders anwandte als ein ſpleeniger Kriminal⸗ kommiſſar. Der Korkzieher blieb unbeirrt:„Der Brief des Fräulein Reeſe an Lammont bekommt aller⸗ dings beſondere Bedeutung dadurch, daß wir Fräulein Reeſe tot aufgefunden haben. Der Brief liefert uns ſozuſagen das Motiv dazu, warum Lammont Fräulein Reeſe ermordet haben könnte. Bildlich geſprochen iſt dieſer Brief ſozuſagen der Wegweiſer zu Lammont als dem Mörder. Und das mißfällt mir.“ „Verſteh ich nicht.“ „Du biſt verſchlafen“, ſagte der Korkzieher rückſichtslos.„Aber es bleibt dir nicht erſpart, die Suppe mit auszulöffeln. Strenge gefälligſt dein Hirn an!“ 25. Als Doktor Carſten ſeinem Kollegen Gam⸗ bichler ſeine Ideen entwickelt hatte, wurde die⸗ ſer kleinlaut. Und dann bekannte er:„Es geht wie gewöhnlich. Gewöhnlich haſt du recht.“ „Heute hatte ich es auch allerdings beſonders leicht,“ ſagte Doktor Carſten beſcheiden.„Es iſt keine beſondere Kunſt, Schlüſſe zu ziehen, wenn man ſchon von vornherein weiß, welches Ergeb⸗ nis herauskommen muß.“ echter Edelfalk, ein wahrer Stößer. Weſent kleiner als der Wanderfalke, ähnelt er im§ dem Lerchenfalken, der aber, wie geſagt, zun Zeit des Merlins im fernen Süden weilt. Der Turmfalk hinwieder iſt langſchwänziger, ha nicht den pfeilſchnellen Flug, liebt es auch auf der Stelle unter ſchnellem Flattern und mi geſpreiztem Schwanze zu„rütteln“. Die geſtoßene Rufreihe der Zwergfallen iſt ſchriller, heller als das Kichern des Turmfallen. Sie klingt etwa wie das Kichern des Turm⸗ falken. Sie klingt etwa wie„ki...“ oder„pi..“ ein anderer Ruf„kr()itt...“. Intereſſant iſt, daß der kleine typiſche Stößer es fertig bringt, Mäuſe zu fangen. So ſchreiben Dr. O. und Frau Magdalene Heinroth in ihrem Standard⸗ werk„Die Vögel Mitteleuropas“, daß ihnen ein⸗ mal bei hohem Schnee ein junger Merlinfalle überbracht wurde, der zwei wenig beſchädig Hausmäuſe im Kropf hatte.(Wie der Wande falke iſt auch der Merlin wintersüber nicht ſel⸗ ten Gaſt der Großſtadt.)„Es iſt mir völlig un⸗ erklärlich, wie und wo dieſer Wintergaſt eine ſoſche Beute hat machen können, und ich würd die ganze Sache nicht geglaubt haben, wenn ich ihn nicht ſelbſt geöffnet hätte“, bemerkt O. Hein⸗ roth. Seltſam fremd klingt der Name„Merlin“ allein er iſt deutſch. So wie das altdeutſche Wort„fogal“(Vogel) aus dem gelto⸗Romani⸗ ſchen in der Falknerzeit als„Falco“⸗Falle wi der zu uns kam, ſo unſer altes Wort„Schmerl (das wir hier und da heute noch für einen klei⸗ nen, zarten Kerl gebrauchen) als Merlin.— Ein Knirps iſt er allerdings. der Merlin, aber er iſt ſchon ein Kerl, iſt ein König der Klei vogelwelt. Ein Kreis aus freier hand Auf ſeiner Italienreiſe beſuchte Albrecht D rer einſtmals einige Kollegen aus Bologna. 3 ſeinen Ehren wurde eine launige Feier be⸗ gangen. In der Unterhaltung erwuchs plötzlich die Anregung, daß jeder Maler eine Probe ſeiner Kunſt ablegen ſollte. Alle drängten ſich um de Tiſch und warteten begierig auf das, was d rer, der als Ehrengaſt natürlich den Anfa machen mußte, ihnen bieten würde. Der Mei⸗ ſter nahm ein Stück Kohle zur Hand und zeich⸗ nete aus freier Hand einen Kreis. Da ſchüttelten die Zuſchauer lachend die Köpfe und meinten, das ſei doch nichts Beſon deres, ſie hätten von ihm etwas viel Beſſere und Großartigeres erwartet. „Probierss nur ſelber!“ rief Dürer ruhig, „und henn redet..“ Schmunzelnp machten ſich die anderen Künſt ler daran, es dem Meiſter gleich zu tun. ſiehe da— ſie hatten ſich gründlich getäuſcht. Keinem gelang ein Kteis, der auch nur an nähernd dem Kreiſe Dürers an Ebenmaß und dem weſentlichen Charakter glich. Und als ſie einen Zirkel zur Hand nahmen, um die per⸗ ſchiedenen Proben zu meſſen, ſtellte es ſich heraus, daß einzig und allein der Kreis des Nürnberger Meiſters vollſtändig mit der Bahn des Zirkels übereinſtimmte. Da gaben ſie ſich geſchlagen und vaten Düren für ihre unberechtigte Geringſchätzung um Ve zeihung. Dieſes Kunſtwerk Dürers aber mache noch lange Zeit von ſich reden. „Aber wie kommen die Handſchuhe in die Wohnung?“ fragte Gambichler, der wiedet munterer geworden und bei dem der Schlaf ve flogen war. „Das weiß ich auch noch nicht. Ich denke, ich werde mir Hede Lammont einmal vornehmen.“ „Alſo verlaſſe dich darauf, bis morgen früh habe ich das Auto gefunden, in dem die Reeſe ſamt Begleiter heute mittag vorfuhr. Es kan nicht ſo ſchwer ſein, ein Mietauto feſtzuſtellen „Gut“, ſagte Doktor Carſten.„Ich werde Schuring veranlaſſen, daß die Verhandlung bis Mittag zurückgeſtellt wird. Es müßte komi zugehen, wenn bis dahin nicht Licht in die An⸗ gelegenheit gebracht wäre.“ Und jetzt verabſchiedeten ſie ſich. Gambichl nahm den Weg zum Polizeipräſidium, um z veranlaſſen, daß ſämitliche Droſchkenchauffeure vernommen würden. Doktor Carſten wollte es wagen, trotz der ſpäten Nachtſtunde, Hede Lam⸗/ mont um eine Audienz anzugehen. v* Gerade dem tüchtigen Kriminaliſten iſt d Zufall wohlwollend geſonnen. Ein Zufall wa es, daß dem Kommiſſar Carſten der Weg z Hede Lammont, der überflüſſig geweſen wär erſpart blieb. Und das kam ſo: Als Doktor Carſten den Weg von der Bau ſtraße durch den Hofgarten zu Lammonts Wo nung nahm, fiel ihm im Hofgarten ein leiſes Geräuſch auf. Und weil Kriminaliſten beſon⸗ ders ſcharfhörig ſind, und weil ſie Geräuf bei Nacht mit Berufsmißtrauen aufnehme folgte Doktor Carſten dieſem geheimnisvolle Säuſeln. Als er dann feſtſtellte, daß dieſes Ge⸗ räuſch nichts anderes war als das herzze reißende Schluchzen und Wimmern einer§ war er geneigt, ſich über ſich ſelbſt luſtig machen, der er hinter dem Liebeskummer eine dummen Mädchens ein kriminaliſtiſches heimnis hatte ſuchen wollen. Aber weil er gründlich war, wollte er noch feſtſtellen, ob das Mädchen nicht am E einen triftigeren Grund für ſeine Tränen ha als die Treuloſigkeit irgendeines Liebhaber Wenn ſich nichts Kriminaliſtiſches hinter de Schluchzen verbarg, ſo doch vielleicht die gödie eines Weibes. Fortſetzung fol vo angener Jahre. uf den Höhenl urchaus günſtig den freien Hä ſchöner wa tzten Nordhä ganzen Tag ieb. Starker biet, ſowie ein gten etwas die iet des Schar „ ſonniges W er Froſt, der „ließ gegen der Vor mdlage länge ſportler unte d Freundin it interlichen Sk 3 arzwal angemeſſenen tadt Bühl hat kivolk einen n. iet der Hornis rt mit imm l, der wein bdes Bad Freiburg das B Gebie Vorträgen und bwohl die ner — Von Dr. Der Straßenl Mittelpunkt de⸗ 9 flellen, daß es e jel nicht inb r, an ſolch nd doch hat m ahrhundert, al⸗ and Straß nd der zu il kaßnahmen bef Die Wege war aſſung. Der S in einer ſeiner! lichen Verhältni —— zember 1833 r. Weſentlich lt er im Flug e geſagt, zur n weilt. Der vänziger, hat t es auch oft, ttern und mit m. wergfallen iſt s Turmfalken. n des Turm⸗ „oder„pi.“ Intereſſant iſt, fertig bringt, Dr. O. und em Standard⸗ daß ihnen ein⸗ r Merlinfalle ig beſchädigte der Wander⸗ über nicht ſel⸗ mir völlig un⸗ intergaſt eine ind ich würde ben, wenn ich nerkt O. 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Die Sportverhältniſſe waren auf den Höhenlagen etwa über 1000 Meter burchaus günſtig, in manchen Gebieten gerade⸗ zu ideal. Ein ſtarker Sturm hatte allerdings an den freien Hängen den Schnee ſtark verweht. Deſto ſchöner war der Pulverſchnee an den ge⸗ ſchützten Nordhängen. Hier herrſchte denn auch den ganzen Tag über ein ſtarker Trainings⸗ betrieb. Starker Nebel, vor allem im Feldberg⸗ gebiet, ſowie ein ſcharfer Oſtwind beeinträch⸗ lgten etwas die Freude, dagegen herrſchte im Gebiet des Schauinslandes am Nachmittag kla⸗ nes, ſonniges Winterwetter. Der Froſt, der noch am Mittag ſtark fühlbar war, ließ gegen Abend merklich nach und am NMontag morgen verzeichneten Feldberg, Schau⸗ insland und Belchen nur Kältegrade von 1 bis 3 Grad, während einige hundert Meter tiefer und im Tal 9 bis ſogar 12 Grad Kälte gemeſ⸗ en wurden. Dieſe Temperaturumkehr tritt im inter im Hochſchwarzwald nicht ſelten auf. An ſolchen Tagen herrſcht gewöhnlich klares, ſonniges Wetter und der Aufenthalt auf den Höhen iſt beſonders genußreich. Ein neues Skigelände im Nordſchwarzwald Nun iſt der erſte Schnee ja da, und aller menſchli Vorausſicht nach will dieſe Sport⸗ grundlage längere Zeit bleiben. Der zünftige 1 ſportler unterhält— bereits mit Freund und Freundin über die Vorzüge der oder jener winterlichen Skiſportlandſchaft. Im Norden des 0 wurde in einer Höhenlage vpon 850 bis 1000 Meter am Nordhang des 1012 Meter hohen Mehlis⸗Kopfes auf Anregung des Ski⸗Klubs Bühl von der Stadtgemeinde Fühl eine Waldfläche von nahezu 52000 Quadratmeter freigegeben und geräumt, und ſo ein neues Skiübungsfeld chaffen, das mit ſeinen alpinen Neigungen bis zu 37 Grad und einer pfundigen Ausfahrt allen Anforderungen gerecht wird. Auch weniger ſteile, zu Uebungs⸗ cken gut geeignete Flächen für Anfänger und origeſchrittene ſind im gleichen Raum zu fin⸗ ben. Skikurſe können jetzt ungeſtört in dem neuen Skigelände arbeiten, und die nahege⸗ legenen Gaſt⸗ und Kurhäuſer Sand, Hundseck, Herrenwies, Plättig, Wiedenfelſen uſw. wer⸗ den für eine gute und gaſtliche Aufnahme zu angemeſſenen Preiſen ſorgen. Dieſe Tat der tädt Bühl hat damit dem Nordſchwarzwälder kivolk einen neuen Anziehungspunkt im Ge⸗ biet der Hornisgrinde geſchenkt, der in kurzer 81 rt mit immer bereitſtehenden Autos von l, der weinfrohen Stadt, bequem erreicht aeuerwirtſchaftsturs bes Badiſchen Weinbauinſtituts Freiburg i. Br. Wie alljährlich, bielt kürzlich das Badiſche Weinbauinſtitut einen Fgellerwirtſchaftskurs für Winzer, Küfer und andere Intereſſenten ab, der alle wichtigen Gebiete der neuzeitlichen Weinbehandlung in Borträgen und praktiſchen Uebungen umfaßt. Obwohl die neue Weinernte in Baden unge⸗ wöhnlich ſchlecht ausgefallen iſt, war dieſer 83. Kurſus von nicht weniger als 158 Teil⸗ nehmern aus allen Teilen des Landes und aus angrenzenden Weinbaugebieten beſucht. Nur etwa die Hälfte der Kurſusteilnehmer ſetzte ſich aus Winzern vor allem des Markgräfler Landes zuſammen; unter den übrigen über⸗ wogen bei weitem die Angehörigen des Küfer⸗ gewerbes. Mit großer Aufmerkfamkeit folgten die Kurſiſten den Vorträgen der einzelnen Fachbeamten, die durch Lichtbilder und durch Experimente erläutert und belebt wurden; und die gleiche lebhafte Anteilnahme zeigte ſich bei den praktiſchen Uebungen im Laboratorium und im Keller. Eine gemeinſame Koſtprobe von 62 meiſt neuen Weinen beſchloß den anregen⸗ den Kellerwirtſchaftskurſus. Die Zahl der Teilnehmer hält ſich nun ſchon ſeit einer gan⸗ zen Reihe von Jahren auf einer erſtaunlichen Höhe. Beſucherzahlen badiſcher Kur⸗ und Fremdenorte Baden⸗Baden zählte bis zum 30 No⸗ vember insgeſamt 60 088 Kurgäſte, darunter Vor einiger Zeit weilte eine franzöſiſche Reiſegeſellſchaft zu einem kurzen Aufenthalt im Hotel Bären in Titiſee. Die Reiſeteilneh⸗ mer ſchrieben u. a. auch eine Anſichtskarte an ihre Freunde in Frankreich. Sie lautete: „Sende Ihnen und Familie meine herzlichſten Grüße. Bin in Kehl herein und in Breifach eraus. Nirgends ein Anſtoß. Leute ſehr höf⸗ ich und fromm. Alles Quatſch, was Zei⸗ tungen ſchreiben. Mit kollegialem Gruß“, Unterſchrift. Das Urteil dieſes ausländiſchen Gaſtes über das neue Deutſchland iſt ſehr wertvoll. Es widerlegt deutlich all die Lügenmeldungen, die im—— über unſer Vaterland verbreitet werden. Früherer OgK⸗Vorſitzender verurteilt. Waldshut. Vor dem Schöffengericht Waldshut fand am Dienstag und Mittwoch der Prozeß gegen den früheren Vorſitzenden der Ortskrankenkaſſe Waldshut, Wilh. Meier, ſtatt. Die Anklage warf ihm Untreue und Be⸗ trug vor. Im ganzen waren 17 Zeugen ge⸗ laden. Meier wurde wegen Verfehlungen gegen § 23, Abſ. 2, der Reichsverſicherungsordnung zu einer Gefängnisſtrafe von ſechs Monaten, abzüglich zwei Monaten Unterſuchungshaft, verurteilt. Die von der Verteidigung bean⸗ gelehr— des Haftbefehls wurde ab⸗ ge e n Mugzeugbaukurs für Lehrer an Fachſchulen Bruchſal. Das Segelflugweſen hat be⸗ ſonders bei der Jugend eine große Zahl von begeiſterten Anhängern gefunden. Der große Aufſchwung dieſes ſchönen Sports hat eine erhöhte Nachfrage nach fachlich ausgebildeten Leitern für den Bau von Gleit⸗ und Segel⸗ flugzeugen hervorgeruſen. Die Herſtellung von Schulungsflugzeugen verlangt große fachliche Erfahrung, die nicht allein aus Büchern ge⸗ wonnen werden kann. — 10 854 Ausländer.— In Freiburg i. Br. übernachteten im Monat Oktober insgeſamt 11 192 Fremde. Im Oktober 1932 betrug dieſe Zahl 12249. Unter den Beſuchern befanden ſich 1261 Ausländer(1932: 1391). Die höchſte Be⸗ ſucherzahl unter den Ausländern ſtellte die Schweiz mit 562(1932: 540) Gäſten.— Neu⸗ ſtadt i. Schwarzw. zählte in den Monaten Januar bis Oktober 1933 insgeſamt 8822 Gäſte (1932: 7691 im gleichen Zeitraum), darunter waren 2186 Dauergäſte(1932: 1331) und 6706 Paſſanten. Die Geſamtzahl der Uebernachtun⸗ 3 betrug 24 615(1932: 17803). Die Zahl der uslandsgäſte betrug in der angegebenen Zeit 572 mit 905 Uebernachtungen. Treibeis auf Main und Moſel, die Lahn zugefroren. Frankfurt a. M. Der plötzliche Kälteein⸗ bruch hat zu einer ziemlichen Vereiſung der Nebenflüſſe des Rheins geführt. Schon am Montag konnte man auf Main, Lahn und Moſel vereinzelt kleinere Eisſchollen ſehen. In⸗ wiſchen hat ſich das Treibeis bedeutend ver⸗ ärkt Auf dem Main treiben bei Schweinfurt, Würzburg und Lohr Eisſchollen zu Tal, die eine Lahmlegung der Schiffahrt ührten. Die Lahn trägt ſchon vielerorts eine feſte Eis⸗ decke. Bei Limburg, Diez und an der Lahn⸗ mündung iſt der Fluß bereits zugefroren. Ein intereſſanter Kartengruß aus Titiſee Aus dieſen Erwägungen heraus hat das ba⸗ diſche Kultusminiſterium einen Schulungs⸗ kurs für den Gleitflugzeugbau an der Gewerbe⸗ ſchule in Bruchſal eingerichtet, der unter der Leitung des Studienrats, Diplom⸗Ingenieur Koch, ſteht, der eine Reihe von fliegeriſchen und flugbaulichen Ausbildungskurſen in der Rhön und an anderen Orten durchgeführt hat. Wie ſtark die Anteilnahme in Lehrerkreiſen der Fachſchulen an der fliegeriſchen Betätigung unſerer Jugend iſt, geht aus der Zahl von nicht weniger als 77 Meldungen für dieſen Kurs hervor. Dieſer vermittelt neben gründ⸗ lichem theoretiſchem Verſtändnis der fliegeri⸗ ſchen Aufgaben beſonders flugbautechniſche Kenntniſſe und praktiſche handwerkliche Schu⸗ lung. Er umfaßt 16 Teilnehmer, die in der Kaſerne des Arbeitsdienſtes untergebracht ſind. Zwei Schmuggler im Bremſerhäuschen Steinwenden. Im Nachtzug von Glan⸗ münchweiler nach Steinwenden wurden von Apllen zwei Schmuggler in einem Brem⸗ erhäuschen bemerkt. Bei der Ankunft in — ver⸗ unden. Fünf Pakete mit Schmuggelwaren, die zwiſchen Obermohr und Steinwenden abge⸗ erlen worden waren, konnten Wa von der Gendarmerie aufgefunden und beſchlagnahmt werden, ebenſo zwei Herrenfahrräder, die ver⸗ mutlich zum Fortſchaffen der Schmuggelware benutzt werden ſollten. Die Schmuggler ſind vermutlich kurz vor der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof abgeſprungen und im Dunkel der Nacht entkommen. Katzenſeuche. Maulburg(Amt 83 Seit Wochen herrſcht hier und in anderen Orten unter den eine Krankheit. In Maulburg ſind in letzter Zeit mindeſtens 100 Tiere an der Seuche Die Krankheit tritt in der Weiſe auf, 5 die davon befallenen Tiere—— jede ahrungsaufnahme Nahr verweigern un ſchließlich eingehen. —————————————————————————————————— „mördergruben für Mann und Pferd“ wie man ſich früher gegen den Strafſenbau wehrte —5 Von Dr. Hans Plettenberg der Straßenbau ſteht in Deutſchland im Mittelpunkt des wirtſchaftlichen Geſchehens. Geht doch von dieſer Stelle der rieſenhafte Kampf gegen die Arbeitsloſigkeit aus, mit dem 7 dem grauen Geſpenſt der Sorge endgül⸗ ig den Garaus zu machen. Kann man ſich vor⸗ ſtelen, daß es einen Deutſchen gibt, der dieſes inbrünſtig herbeiſehnt? Es fällt chwer, an ſolche Querköpfigkeit zu glauben. Und doch hat man vor ziemlich genau einem Jahrhundert, als ein großer, allerdings ſieg⸗ eicher Krieg zu Ende gegangen und vielerorts im Lande Schmalhans Küchenmeiſter war, ſich mit Händen und Füßen gegen den Straßenbau ir Wehr geſetzt, den weitblickende und Kiſe iſt alſo in mehr als einer Hinſicht von großem ZIniereſſe für uns Heutige, die Berichte aus ener Zeit zu ſtudieren, die ſich mit dem Zu⸗ fand der Straßen in der Provinz Weſtfalen und der zu ihrer Ausbeſſerung getroffenen Maßnahmen beſchäftigen. Die Wege waren in einer jammervollen Ver⸗ affung. Der Staatsrat Kunth ſchrieb damals neiner ſeiner Relationen über die wirtſchaft⸗ ülichen Verhältniſſe Weſtfalens:„Ein mäßiger Fußgänger kommt meilenweit ſchneller fort als die Extrapoſt.“ Ein ſo fortſchrittlich geſinnter Mann wie der berühmte Induſtrielle Friedrich Harkort, der ſchon im Jahre 1825 den Bau von Eiſenbahnen befürwortet hat, nannte die Stra⸗ ßen des Siegener Hüttenreviers„Möwergruben für Mann und Pferd“. Und— wie Doktor Adolf Adolf Trende in„Aus der Werdezeit der Provinz Weſtfalen“ mitteilt— im Jahre 1805 legte der Kammerpräſident Vincke zur Eröff⸗ nun des märkiſchen Landtages lieber drei Vier⸗ telmeilen zu Fuß nach Münſter zurück, als daß er ſich einem Wagen anvertraut hätte. Die Geſtalt des Freiherrn von Vincke mutet uns an, als ſei ſie nicht vor einem Jahrhundert über die deutſche Erde gewandelt, ſondern als habe dieſer Mann die jüngſte mit uns erlebt. Als Präſident von ünſter und Hamm war er 1804 Nachfolger des Frei⸗ herrn vom Stein geworden, als dieſer in das preußiſche Miniſterium eintrat. Nach dem Ein⸗ marſch der Franzoſen, der ſich damals nicht auf das Ruhrgebiet beſchränkte, ging Vincke nach um dort für die Belange des Vater⸗ landes einzutreten. Dann kehrte er in die Hei⸗ mat zurück, ſchrieb„Ueber die Verwaltung Großbritanniens“, wurde aber aus tiefer Zu⸗ rückgezogenheit heraus von den Franzoſen ver⸗ haftet, ſeiner Papiere beraubt und auf das linke Rheinufer verwieſen. In den Freiheits⸗ kriegen zeichnete er ſich beſonders bei der Or⸗ ganiſierung des Kampfes gegen den korſiſchen Friedensſtörer aus. Und in der Folgezeit er⸗ warb er ſich außerordentliche Verdienſte durch die Anlage einer Menge Kunſtſtraßen, ſelbſt durch die Moräſte des Münſterlandes. Die Weſerkommunikation wurde bedeutend erleich⸗ tert, die Lippe bis Hamm ſchiffbar gemacht und bei Ruhrort ein großer Rheinhafen angelegt. Der Widerſtand, der ſich in damaliger Zeit gegen den Straßenbau erhob, erſcheint uns Heutigen geradezu unglaublich. Sogar ein ſo ausgezeichneter Staatsmann wie der Freiherr Franz von Aabb 1 der das völlig verſchul⸗ dete und erſchöpfte Münſterland einer neuen Blüte entgegengeführt und der die uſch und vorzüglichſte Medizinalordnung Deutſchlands herausgegeben hat, huldigt der ſeltſamen An⸗ ſchauung, der beſte Schutz des Landes gegen —* Einbruch des Feindes ſeien ſchlechte ege. Da kann man ſich nicht wundern, wenn der Widerſtand in den verſchiedenſten Kreiſen der Bevölkerung recht groß war und daß die aus⸗ gefallenſten Gründe gegen ein heute mit Recht geprieſenes Werk ins Feld geführt wurden. Man betrachtete die Kunſtſtraßen nach den Worten von Vincke„als ein Uebel, welches jeder te, Rich von ſich entfernt zu halten beſtrebte; nicht bloß die unmittelbar durch die Linie Betroffenen, welche von ihrem Lande ge gen Entſchädigung dazu hergeben ſollten, deren Grundſtücke etwa gar———.—— wurden, bo⸗ ten alles auf, dieſes von ſich abzuwenden; auch die nicht unmittelbar Betroffenen ſahen lauter Unglück darin, ſich bei entſtehendem Krieg da⸗ durch mit—————*+— und Einquartierung überzogen“. Kennzeichnend iſt in dieſer Hinſicht Bericht der öffenklichen Wetterdienſt⸗ fſtelle Frankfurk a. M. Die von Norden nach Deutſchland eingedrun⸗ genen milderen Luftmaſſen haben nun auch den Süden erfaßt. Sie brachten auch bei uns Be⸗ wölkung und Niederſchläge(teilweiſe Regen) ſowie Froſtmilderung. Durch das kräftige nörd ⸗ liche Hochdruckgebiet wird jedoch raſch vom Nordoſten Europas neue Kaltluft nach Deutſch⸗ land geſteuert, die bald bei uns eintreffen und neue Froſtverſchärfung bringen wird. Ifnoch, C. Oαher G,&Uh. O vowentos O bener. ꝙnam degeent. o womi o degecnt oneges Sehnee A zubein„ Mebel RGewitt. G Winostine.O sel leienter 0s1 nassiger zuosUu)WesI dor mtzehe · Zorowesl die biene megen mn dem winde. die dergen Skatlonen stenengen Zöb⸗ len geden cie Temperatur an. bie Uinen verbinden orte mid glelehech eul NeereSnWE%,a meechaeten Lufldruck Die Ausſichten für Freitag: Wieder vielſach aufheiternd und im weſentlichen trocken. Bei lebhaften nordöſtlichen Winden neue Froſtver⸗ ſchärfung. .„„ unb für Samstag: Fortdauer ſehr kalten Winterwetters. Rheinwaſſerſtand 6. 19. 33 f 7. 12. 89 Waldshut ο οο Rheinielden 190 188 Breisacechn 9⁴ 9⁰ ein 2²⁵ 220 MHaxanun 3⁵ 355⁵ Mannleim„ ο 2¹⁵ 211 128 128 Köln e% O O„„ 92 8⁰ Neckarwaſſerſtand 6. 12. 33 f 7. 19. 89 Jagstield e οο ο ο ο 38 80 Heilbronn„ O 114 114 Plochingen„ ο ο ο ο ο Oο 8 5 Diedesheiin 5² 47 Mannheln% 0 202 winffiſenf Naturwein-Ausschank · Hiere vom fal rtittassige und preiswerte Küche —— LAnstler-Kenzen das Verhalten der Stadt Dortmund, über daß Stälter in einer Abhandlung über den weſt⸗ fäliſchen Chauſſee⸗ und Wegebau der Vincke⸗ ſchen Verwaltungsperiode berichtet. Der Frei⸗ herr vom Stein hatte vorgeſchlagen, daß die Stadt von der erſten Chauſſee des Gebietes be⸗ rührt werden ſollte. Aber Dortmund wehrte ſich mit Händen und Füßen. Man hielt die Terri⸗ torialrechte für gefährdet. Man glaubte, nun würden die Einwohner auch mal anderswo kaufen als an ihrem Wohnſitz. Schmiede und Wagenbauer befürchteten eine Schädigung ihres Handwerks, wenn die Fuhrwerke nicht mehr wie in der guten alten Zeit unter den miſerablen Wegen leiden würden. Die Fuhrleute hatten ihren Vorteil davon, wenn die Straßen ſo ſchlecht waren, daß Vorſpann geleiſtet werden mußte. Und den Gaſtwirten war es natürlich nicht unlieb wenn die Reiſenden 4 dem elen⸗ den Pflaſter liegen blieben. Dazu kam die in allen Zeiten vorhandene Trägheit, die ſich allzu ſehr an das von den Vätern Ueberlieferte klammert. Die Anlage jeder Meile koſtete damals zwi⸗ ſchen——— und fünfzigtauſend Taler. Sumpfige e verteuerten das Werk. Um die Apbeitsloſen und Hilfsbedürftigen zu unter⸗ ſtützen, wurden die Chauſſeearbeiten in dem Notjahr 1832 ſelbſt im Winter fortgeſetzt. Un⸗ ter den vielen hundert Menſchen, die im Re⸗ gierungsbezirk Münſter an den Arbeiten teil⸗ nahmen, befanden ſich ſogar Frauen und Kin⸗ der. 1842 aber konnte Freiherr von Vincke feſt⸗ ſtellen, daß ſein Werk gelungen war. Dòs begehrteste Weinnachtsgeschenk Ipdòr gute, vorzuglich pdsSende Mænnheim Càrl FrĩtZ. Cie Breitestr H4.8. Umtauschnacoh dem Fest vereitwilligst B. Jahrgang— Abend⸗Ausgabe „Hakenkreuzbanner⸗ Donnerstag, 7. Dezember 189 Arbeiterfragen im„Zanner“ ViIIMaammmnnmmmmnmnmnnmnnnnnnnmsnnnmnmnnnnmiunmnnnnnumnnmnmmmmlnnnnnagnmmmnnnmnnnnnmnnmnnnnmnnmnnnmmnnnnnunmmnnnmnnnunnnnunmnmnnnnmnnnnnnnnmanamm⸗g Feſtſpiele gelöſt worden, wo Tauſende bon bedürftigen SA⸗ und SS⸗Männer, bezw. Par⸗ neugeburt des deutſchen Arbeiters Der Nationalſozialismus hat in der Deut⸗ ſchen Arbeitsfront gleichzeitig zwei große Auf⸗ gaben in Angriff genommen, an die ſich im vergangenen Syſtem niemand gewagt hat. Für den großen Zuſammenſchluß der deutſchen Ar⸗ beit eine völlig neue Organiſationsform zu ſchaffen und dieſer Organiſation im gleichen Augenblick eine neue kulturelle Aufgabe zu geben. Damit iſt der entſcheidende Schritt zur Ueberwindung der Gewerkſchaft im marxiſtiſchen Sinne getan. Das Verhältnis zwiſchen Arbeitnehmer und Arbeitgeber wurde angeſehen als ein Wirt⸗ ſchaftskampf von Klaſſen, die nur Gegenſätze kannten, aber nichts Gemeinſames. In Wirk⸗ lichkeit aber konnten ſie nur durch Einheit zu einer wahren wirtſchaftlichen Geſundung kom⸗ men. Der eine ſah die Frage einſeitig nur an vom Standpunkt der Preisregulierung und Börſennotierungen, der andere kannte nur das Problem des Tarifs, des Lohnes, der Arbeitszeit. Die Organiſationen, die geſchaffen wurden, Ge⸗ werkſchaften und Wirtſchaftsverbände, verſuch⸗ ten von der Börſe und vom Tarif die geſamte Politik zu beſtimmen, politiſchen Einfluß zu gewinnen. Der Nationalſozialismus iſt daran gegangen, die wirtſchaftlichen Pro⸗ bleme zu löſen. Zugleich aber hat er die Politik von der Beherrſchung durch die Wirt⸗ ſchaft befreit und ein neues Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, eine Entſpan⸗ nung zwiſchen beiden Gruppen geſchaffen. Nicht mehr Tarifkampfgruppen werden orga⸗ niſiert, ſondern eine Einheit aller ſchaffenden, arbeitenden Deutſchen. Bildung und Kultur wandten ſich im libera⸗ len Staat einzig an eine ſchmale Schicht Intellektueller. Dem Marxismus iſt es nie ge⸗ lungen, das Vorrecht der Beſitzenden auf die Kulturgüter des Volkes zu beſeitigen. Wiſſen⸗ ſchaft und Kunſt verloren die Beziehung zum Vollk. Die nationalſozialiſtiſche Bewegung, die aus der Tiefe der völkiſchen Kräfte heraus⸗ brach, hat dieſen Zuſtand beſeitigt. Rundfunk und Theater, Film und Buch ſind nicht mehr in den Dienſt einer kleinen Schicht,, ſondern der Geſamtheit geſtellt. in der Volksgeſamtheit. Das kann nicht allein geſchehen durch Beſſerung ſeiner wirtſchaft⸗ lichen Lage. Er muß erkennen, daß er Glied einer großen Einheit des Blutes, der Ge⸗ ſchichte und der Kultur iſt. Teilhaben ſoll er an allem, was das Weſen und den Wert ſeines Volkes ausmacht. Das Haus der deutſchen Arbeit in jeder Stadt ſoll Mittelpunkt des Kulturlebens werden. Nicht nur für ihn, ſon⸗ dern auch für ſeine Familie. Genau wie der deutſche Bauer in ſeinem Boden verwurzelt iſt und daraus ſeine uner⸗ ſchöpflichen Kräfte empfängt, ſo ſoll der Ar⸗ beiter zurückgeführt werden zu Heimat⸗ und Stammestum. Der Marxismus hat in Sow⸗ jetrußland den Typ des Nomadenarbeiters geſchaffen, der Flugſand im Winde iſt, der ieine Beziehung zu der Stätte ſeines Schaf⸗ ſens, der Stadt hat, wo er wohnt. Jedes bie kulturelle Bildung des deutſchen Arbeiters Der Bildungsinhalt Ein ſozialdemokratiſches Büchlein„Arbeiter⸗ bilbdung und Voltsbildung“ von den Genoſſen Leipart und Erdmann ſchließt mit der Auf⸗ forderung:„Alle, die ihre Bildungsſtätte auf⸗ ſuchen, ſollen ſich als Vertreter ihrer Kamera⸗ den, als Rerräſentanten ihrer Klaſſe fühlen!“ Hier lag der Angelpunkt der bisherigen Arbeiterbildungsbeſtrebungen! Alle Bildung wurde nicht unter dem Geſichts⸗ punkt der Höherentwicklung des Ein⸗ zelmenſchen zu einem wertvollen Glied des Volksorganismus angeſehen, ſondern wurde je nach ihrem größeren oder geringeren Wert für den wirtſchaftspolitiſchen Klaſſenkampf ein⸗ geſchätzt. Darum lehnte es der Marxismus auch a0,„die vorhandenen Kulturgüter wahllos aus⸗ zuſtreuen über die Maſſe“(W. Hofmann), denn die weitgehende Verwicklung der Kulturgüter an den Arbeiter hätte dieſen zur Hochſchätzung der Kultur ſeines Volkes und damit zur Hoch⸗ ſchätzung der Volksgemeinſchaft ſelbſt„ver⸗ führen“ können! Wenn wir nun von den entgegengeſetzten Ge⸗ ſichtspunkten ausgehen wie die Klaſſenkämpfer, ſo ſtoßen wir auf ein von Parteipropaganda und Agitation freies, vom Volksorganismus her peurteiltes Arbeiterbildungsideal: Die Volks⸗ kulturgemeinſchaft. Allerdings,„wahllos“ kann und ſoll Kultur nicht unter das Volk geſtreut werden. Dafür zu ſorgen, iſt Sache der richti⸗ den Anwendung unſerer Bildungsmittel. Wenn Stammestum in Deutſchland hat ſeine Son⸗ derheiten, die ſich ausprägen in Kunſt und Kultur. Der deutſche Arbeiter ſoll verbunden ſein mit ſeiner Heimat, mit dem Werk, in dem er arbeitet. Die Schönheit deutſcher Induſtrie⸗ ſchöpfungen, die Schönheit ſeines Arbeits⸗ platzes ſollen ihm bewußt werden. Die Frei⸗ zeit ſoll ihm immer wieder Freude und Kraft zum Dienſt geben. Jenem marxiſtiſchen Typ des Nomadenarbeiters ſtellt der National⸗ ſozialismus den eingeſeſſenen Facharbeiter ent⸗ gegen, der ſich auszeichnet durch ſeine Leiſtung. Die Deutſche Arbeitsfront überwindet die Gewerkſchaften. Aber der Nationalſozialis⸗ mus geſtaltet nicht nur Organiſationen um, ſondern er erzieht und ſchafft einen neuen Menſchen. Der neue Typ des deutſchen Arbeiters wird zu einer Quelle der Kraft für die ganze Nation. „Rraft durch kreude“/ kein Konkurrenzunternehmen Berlin, 7. Dez. Anläßlich der Verkün⸗ dung des großen Planes für die Freizeitgeſtal⸗ tung„Kraft durch Freude“ durch den Führer der Deutſchen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley, war in manchen Kreiſen, vor allem des Vergnügungsgewerbes, die Be⸗ fürchtung aufgetaucht, daß die Veranſtaltungen der Freizeitgeſtaltung als Sonderveranſtaltun⸗ gen eine erhebliche Konkurrenz für das freie Vergnügungsgewerbe und die darin Tätigen bedeuten könnten. Wie das VDz3⸗Büro mel⸗ det, werden in unterrichteten Kreiſen dieſe Be⸗ fürchtungen entſchieden zurückge⸗ wieſen und als völlig grundlos bezeich⸗ net. Wer etwa annehme, daß die neue Frei⸗ zeitgeſtaltung darauf hinauslaufe, den breiten Schichten des deutſchen Volkes, bzw. vor allem der Arbeiterſchaft Sonderveranſtaltungen auf den vielen Gebieten der Feierabendkultur zu geben, wir aber nach dem Bildungsinhalt fragen, ſo wollen wir wiſſen, aus welchen Elementen ſich die kulturelle Bildung des Arbeiters zuſam⸗ menſetzen ſoll. Wenn der Arbeiter ſich ein Wochenendhaus baut und dabei überlegt, wie groß die Räume werden müſſen, wie dick die Wände, wieviel Fenſter er der Beleuchtung wegen anlegen muß, ſo wird ein Haus entſtehen, das zwar ſeinen Zweck erfüllt, darüber hinaus aber wie ein Schuppen, ein häßlicher Anblick, in die Land⸗ ſchaft geklebt iſt, ohne zu dieſer Landſchaft zu paſſen. Es genügt der Zweckmäßigkeit. Wenn der Arbeiter ſich aber die Mühe gibt, ohne daß die Zweckmäßigkeit des Baues darunter lei⸗ det, die Fenſter gefällig anzuordnen und durch kleine Verſchiebungen der Bauteile das Aus⸗ ſehen des Hauſes zu beſſern und der Landſchaft anzupaſſen, ſo genügt er außer der Zweck⸗ mäßigkeit auch noch den kulturellen Geſichtspunk⸗ ten.(Es gibt ungelernte Arbeiter, welche auch inſtinktmäßig richtig und formvollendet bauen können.) Dieſes Vorgehen nach höheren Ge⸗ ſichtspunkten als nur nach denen der Zweck⸗ mäßigkeit, nennen wir Formen, und man kann es kurz ſagen: Kultur iſt Formung. Dieſes bewußte Formen aller uns umgeben⸗ den körperlichen und geiſtigen Dinge geſchieht nicht aus Gründen des Nutzens, der Rentabili⸗ tät, alſo nicht aus materialiſtiſchen Gründen, ſondern aus höheren, alſo idealen Gründen. Je⸗ der kulturſchaffende oder kulturerhaltende Na⸗ tionalſozialiſt iſt daher ein Idealiſt. Das hört ſich nun ſehr theoretiſch an, iſt aber einſach zu erklären. Wenn der Arbeiter in ein Theater geht, ſo betätigt er ſich im kulturerhaltenden Sinne. Kulturgüter umgeben uns auf Schritt und der miſwerſtehe die Grundgedanken des Werkes„Nach der Arbeit“. Der Grundgedanke dieſer Neuſchöpfung ſei ge⸗ rade der, daß nicht wieder die Arbeiterſchaft durch„Sonderveranſtaltungen“ aus dem Kreiſe der Volksgenoſſen abgeſondert werde, ſondern, daß vielmehr dieſe breiten Schich⸗ ten, die bisher durch den Marxismus ab⸗ ſeits gehalten wurden, nunmehr auch in der Freizeitgeſtaltung tatſächlich in die Volks⸗ gemeinſchaft einbezogen werden. Das laſſe ſich auf keine andere Weiſe ſo gut erreichen wie auf die, daß die bisher abſeits gehal⸗ tenen Millionen nunmehr die Möglichkeit erhalten, die regulären Veranſtaltungen künſtleriſch⸗kultureller Art uſw. zu beſuchen. In vorbildlicher Weiſe ſei dieſes Problem be⸗ reits dieſes Jahr anläßlich der Bayreuther beutſche Krbeit— Unſere Ehre Fritz Henrich. Tritt, einer alten Stadt, jede Toreinfahrt Dome, Gemälde, Plakate, Bücher, Zeitungen, Sitten und Gebräuche ſind Kulturgüter. Die Dialekte unſerer Mutterſprache, Lieder, ja, die Form einer Torte, unſere Kleider und zahlloſes andere gehört zum Kulturgut einer Nation. Es gibt nun viele Kulturgüter, die unſeren deut⸗ ſchen Volkscharakter beſonders ſtark widerſpie⸗ geln, eine Cantate von Bach zum Beiſpiel mehr als die„Voſſiſche Zeitung“. Zur kulturellen Bildung gehört alſo vor allem die Urteilsfähigteit. Ich muß beurteilen kön⸗ nen, daß die Cantate von Bach ein typiſch deut⸗ ſches und wertvolles Kulturgut iſt, daß im Ver⸗ gleich dazu die„Voſſiſche Zeitung“ zwar auch ein Kulturerzeugnis iſt, aber ein faſt gar nicht deutſches und viel weniger wertvolles Kultur⸗ erzeugnis. Das iſt nur ein Beiſpiel. Aber da die Beurteilung von Kulturgütern nicht immer ſo leicht iſt, wie hier, ſo ergibt ſich die Not⸗ wendigkeit, den Arbeiter möglichſt häuſig mit wertwvollen deutſchen Kulturgütern in Verbin⸗ dung zu bringen, wie es jetzt die Reichskultur⸗ kammer durch koſtenloſe Darbietung erſtklaſſiger Konzerte, Theater und Filme für den Arbeiter beabſichtigt, damit er durch dieſe Vergleichs⸗ möglichkeit leichter das Wertvolle vom Schund unterſcheiden lernt. Kultur iſt alſo geformter Raſſen⸗Charakter. Und nur diejenigen Kulturgüter werden wert ſein, das Intereſſe, die Liebe und das Ver⸗ ſtändnis des deutſchen Arbeiters zu finden, alſo den Inhalt der kulturellen Bildung des Ar⸗ beiters ausmachen— die für unſeren Raſſen⸗ charakter Zeugnis ablegen und die qualitätvoll ſind! Da der Arbeiter, der von der Bekannt⸗ ſchaft mit den wertvollen deutſchen Kulturgütern durch die bisherige ausſchließliche Beſchränkung machen! teigenoſſen, die ſonſt nie im Leben Gelegenheit gehabt hätten, ſo hochſtehende Kunſtgenüſſe ſich zu verſchaffen, Freikarten und andere Ermäßigungen erhielten und dadurch in die Lage kamen, obwohl ſie arme Volks⸗ genoſſen waren, doch an einer Spitzen⸗ veranſtaltung deutſchen Kunſt⸗ und Gei⸗ ſteslebens teilzunehmen. Das Ziel liegt nun darin, daß durch gewiſſe Verbilligungen, etwa durch gelegentlichen Gagenverzicht führen⸗ der Künſtler uſw., es ermöglicht wird, daß die regulären Veranſtaltungen der Freizeitgeſtal⸗ tung den wenig bemittelten Volksgenoſſen durch Verbilligung der Eintrittspreiſe uſw. zu⸗ gänglich gemacht werden. Dabei ſehe man von „Anordnungen“ von oben her völlig ab und erwarte, daß dieſe Einſchaltung der bisher ab⸗ ſeits geſtandenen Volksgenoſſen in die kulturellen Darbietungen deutſchen Könnens ſich ohne weiteres durch die Bemühungen von unten her vollziehen werde Daher laſſe ſich naturgemäß auch nicht ein feſter Termin angeben, mit dem nun ſchlagartig dieſe örtlich verſchiedenen Möglichkeiten ein⸗ ſetzen. Die Häuſer der Arbeit, von denen ja nur eins an jedem Platze ſein werde, blieben gelegentlichen Darbietungen reſerviert, die alz Konkurrenz nicht empfunden werden könnten. So werde ſich nicht nur keine Konkurrenz, ſondern eine erhebliche Befruchtung der mit der Freizeitgeſtaltung in Verbindung ſtehen⸗ den Wirtſchaftszweige ergeben. Junge Aräfte am weiblichen Arbeitsmarkt geſuchtkt Berlin, 7. Dez. Wie das VdZ⸗Büro mel⸗ det, ſtellt der Verband weiblicher An⸗ geſtellten in der Deutſchen Arbeitsfront in ſeinem Monatsbericht für November feſt, daß die Stellenlage der weiblichen Angeſtellten noch Mannheimer Mannheim großmarkt ließ! kehrs keine nem Der Verkehr wa Angebot zumeiſt Preisniveau, da kunden. Auch da blieb auf die Pr Mühlen mit gent Roggenmarkt iſt den. Hafer lag Andert. Der Ger erſte ruhig, wä Tendenz zeigte. ſind die Käufer zurückhaltend. Mannl mannheim, markt war mit Schweinen befahr feſtgeſetzt. Der Se 150 Läufer befah Wochen—8 Ma Mark und Läufe: lauf ruhig. Badiſck Mannheim, ſchmelze⸗EVG, 2 in den einzelnen Metzgermeiſter u Karlsruhe das b Verſteigerung. 92 669 Stück Hã Großviebhäute, 1 immer unter der Verſchiebung von Arbeitsgelegenheit von der Frauen⸗ auf die Auch nicht allzu Männerſeite leide. Weiter wendet ſich der Be⸗ richt gegen das Syſtem der ſogenannten vor⸗ ſorglichen Kündigungen, mit dem gerade in einer Zeit, in der den Arbeitern ein größerer Kündigungsſchutz eingeräumt werde, die An⸗ geſtellten gegenwärtig äußerſt beunruhigt wür⸗ den. Viele Firmen erneuerten dieſe„vorſorg⸗ Hammelfelle. Berliner v reundlich le Börſe hatt Kurſe waren im und im Verlauf, gebeſſert. Der f erſter Linie woh politiſchen Situat Induſtrie lagen Beſonders die ſic geſchäft für Eiſet lichen Kündigungen“ von Monat zu Monat, ſo daß die Angeſtellten in dauernder Unſicherheit ſchwebten. Dabei ſei das Riſiko, das der Be trieb durch die Kündigungszeit zu tragen habe vom Geſetzgeber gewollt. 5 Schliefßlich ſteult der Bericht ſeſt, es köme erfreulicherweiſe geſagt werden, daß die langſame Beſſerung auch auf dem Arbeitz markt für weibliche Angeſtellte angehalten 3 habe. Die jungen Kontoriſtinnen, beſonden Steno⸗ typiſtinnen, ſeien ſchon knapp. Auch die erfah⸗ reneren tüchtigen Stenotypiſtinnen mit mehrerengt Jahren Praxis hätten bereits beſſere Ausſith⸗ ten. Nur gelinge es noch immer nicht, die 7 Jahrgrenze zu überſchreiten. 74 der Bildung auf die„oberen Schichten“ des Bul kes abgeſchnitten war, den Kulturgütern deh hältnismäßig ungeſchult gegenübertritt, brauth er geſchulte kulturelle Führer, die entſcheiden welche Kulturgüter wegen ihres typiſch deutſchen Lebhaft und feſt Vereinigten Stah teil etwa 200 000 winnen konnten. währung einer h die Reichspoft gi % Proz. und Ne bahn VA wurde bonds und 9 gen lagen fr lagen Chade 138 Dividendenerhöhun die Auszahlung peſo erfolgen. 7 Reichsbank lagen werten eröffnete (86%),ꝗù Phönix 4. bis 85%(84/). ündert, nur Hanf waren Haxburger werte lagen un Eintracht plus 17 Gonſt machten die Prozenten aus, geſtrigen ſtarken e Tagesgeld lutenmarkt waren licher. London 83.30, in Berlin Weiterer Freundlicher. 2½% nach 23½ ge grund. Sachlich r Geſellſchaft durch gewieſen. Auch di licher. Schuckert 5 Harpener auf 87 den erſten Kurſen. Ausdrucks und wegen ihrer Qualität mit zun weſentlichen Bildungsinhalt des deutſchen A beiters gehören ſollen. 45 Es ergibt ſich aus der Schwieriglkeit d Sache, daß in Dingen der Kultur die Anweh dung des Führerprinzips ebenſo und vielleſh noch in ſtärkerem Maße notwendig iſt wie au irgendwelchen anderen Gebieten. Der kulturelle Führer muß von beſon derem Vertrauen getragen ſein, da er ſeine E ſcheidungen oftmals nicht verſtandsmäßig be gründen kann, ſondern aus dem Inſtinkt herau fällt. Es gibt ja nicht nur die offen zutage ſe mühle 1 Proz. Reichsſchuldbuchfo Käuſen eines ſta Propinz⸗ und L. Auch der Goldpfe Pounganleihe ſtie Hbprozentige Nürn Prozent, Verkehr⸗ Etenerautſcheine bpatdiskont unver' Der Schlutz we ſchwächer. Die in meiſt wieder verlo geſtern. Neubeſitz und⸗waren nachbe genden Fälle, in denen ein Buch ſo deutlich u undeutſch„alraunt“, daß unſer raſſiſches( fühl angewidert iſt, oder in denen auf eiſen Gemülde die„Mutter Germania“(mit dem ſicht einer empörten Waſchfrau) das„junge deutſche Geſchlecht“(ein Junge mit Waſſerkoyf/ vor ſeinen„böſen Verfolgern“(einer Lore noch ter Neger, Münchener Radi⸗Reſl“ mit Hüngz bruſt und rollenden Augen) mit dem Schweiſf beſchützt!! Hier kann ein Blinder den„natſ nalen Kitſch“ mit dem Stock fühlen! Aber es gibt auch außerordentlich viele Gren fälle, die eine Entſcheidung„Deutſch oder deutſch““,„Kunſt oder Kitſch“ ſehr ſcheg Daher brauchen wir verantwortungsbewuffe und talentierte kulturene Führer, die z entſcheiden vermögen, ob ein Kulturgut pil⸗ kiſche Haltung und künſtleriſche Leiſtung vereint! waren Reichsbank foren 2. Die Dit Rachbörslich hört ESchuckert 96¼,( Huderus 69½, C 10½, Ver. 55½, Klöckner 5 Ver. Stahlobligat 106%,q Schwartzko „Reichsſchuldbuch Emiſſion 1 und 1940er 92,37—93,6 1942/½48er 91½/—9 Wiederaufbauzu „1946er bis 48er Jrankf Stimmung: In Die Börſe lag teilweiſe etwas war die Haltung ſchäft teilweiſe l Beſferung in der Große Beachtung daamſche Bankve. lionen⸗Reichsmar gungen traten ve gang— Abend⸗Ausgabe „Hakenkreuzbanner“ Donnerstag, 7. Dezember⸗ 1938 Märkte Mannheimer Getreidegroßmarkt(Vorbericht) Mannheim„7. Dez. Die Tendenz am Getreide⸗ oßmarkt ließ während des heutigen Vormittagver⸗ und dadurg in hrs keine nennenswerten Veränderungen erkennen. a4*. Der Vertehr war im allgemeinen wieder ruhig, das ne gebot zumeiſt ausreichend bei ziemlich ſtabilem Preisniveau, da die Käufer weiter Zurückhaltung be⸗ kunden. Auch das nunmehr eingetretene Froſtwetter leb auf die Preisgeſtaltung ohne Wirkung, weil die hlen mit genügend Vorräten verſehen ſind. Vom Roggenmarkt iſt ebenfalls keine Veränderung zu mel⸗ den, Hafer lag bei ausreichendem Angebot unver⸗ ert. Der Gerſtenmarkt liegt beſonders für Brau⸗ erſte ruhig, während Futtergerſte weiter freundliche denz zeigte. Futtermittel liegen weiter feſt, doch d die Käufer zu den heutigen Preiſen im Einkauf zurückhaltend. * Mannheimer Schlachtviehmarkt 0 annheim, 7. Dez. Der heutige Sch'achtvieh⸗ m uit war mit 22 gälbern, 17 Schaſen und 101 in die urelle Schweinen befahren; eine amtliche Notiz wurde nicht n ſtgeſetzt. Der Schweinemarkt war mit 352 Ferkel und 50 Läufer befahren. Es erzielten Ferkel bis zu ſechs hchen—8 Mark, Ferlel über ſechs Wochen 12—18 r völlig ab und Badiſch⸗pfälziſche Häuteauktion Mannheim, 7. Dez. Die Süddeutſche Fett⸗ chmelze⸗EVc, Mannheim, bringt im Auftrag der in den einzelnen Verwertungen zuſammengeſchloſſenen Metzgermeiſter und Anlieferer am 13. Dezember in 3 lsruhe das badiſch⸗pfälziſche Novembergefälle zur ine Konkurren Zum Ausgebot kommen insgeſamt ichtung der 9 Häute und Felle, davon 14 888 Stück rbindung ſtehen roßviehhäute, 16 646 Stück Kalbfelle und 1135 Stück Börſen Berliner Börſenſtimmungsbild vom 7. Dezember reundlich. le Börſe hatte wieder kleine Umſfätze. Die Kurſe waren im großen und aanzen kaum verändert und im Verlauf, ausgehend von Montanwerten, leicht gebeſſert. Der freundliche Grundton ſtützte ſich in erſter Linie wohl auf die Beurteilung der außen⸗ olitiſchen Situation durch die Börſe. Auch aus der Induſtrie lagen wieder günſtige Nachrichten vor. eſonders die ſich in letzter Zeit anbahnende, wenn auch nicht allzu fühlbare Belebung im Auslands⸗ geſchäft für Eiſen und Stahl vermochte anzuregen. Lebhaft und feſt lagen wieder die Obligationen der rxeinigten Stahlwerke, die auf das Düſſeldorfer Ur⸗ il etwa 200 000 RM. Umſatz erneut 1¼ Proz. ge⸗ winnen konnten. Am Anleihenmarkt wurde die Ge⸗ währung einer holländiſchen 20⸗Millionen⸗Anleihe an e Reichspoſt günſtig kommentiert. Altbeſttz waren Proz. und Reubeſitz 5 Pfennig gebeſſert. Reichs⸗ bahn VaA wurden höher bezahlt. Auch Dollar⸗ bhonds und Reichsſchuldbuchſorderun⸗ gen lagen freundlich. Von Auslandswerten lagen Chade 138 bis 141(135) feſt, da von einer ividendenerhöhung geſprochen wird, allerdings ſoll die Auszahlung in Papierpeſo, alſo nicht in Gold⸗ Farben waren ½ Proz. niedriger. eichsbank lagen etwas freundlicher. Von Montan⸗ werten eröffneten Vereinigte Stahl 36½/ bis ¼ 86%), Phönix 42¼% bis 43½(42/½). Harpener 85 bDis 85%(684¼). Verkehrswerte waren kaum ver⸗ ändert, nur Hanſa Dampf 14 nach 15¼. Angeboten waren Harburger Gummi 22 nach 23½. Braunkohlen⸗ werte lagen uneinheitlich, Niederlauſitzer plus 2, Eintracht plus 1½, dagegen Rheinbraun minus 1½¼. Gonſt machten die Veränderungen nur Bruchteile von Prozenten aus, nur Schubert u. Salzer nach der geſttigen ſtarken Steigerung minus 4. Tagesgeld entſpannte ſich auf 4½. Am Va⸗ lutenmarkt waren Dollar und Pfunde etwas freund⸗ licher. London Kabel.10; das Pfund in Paris 83.30, in Berlin 13.65 und der Dollar.67½. Weiterer Verlauf der Berliner Börſe Freundlicher. Im Verlauf ſtanden AéEc, die bis ½% nach 23½ geſtern gehandelt wurden, im Vorder⸗ grund. Sachlich wurde auf die Buchgewinne, die der eſellſchaft durch die Dollarentwertung entſtehen, hin⸗ gewieſen. Auch die übrigen Elektrowerte lagen freund⸗ licher. Schuckert plus /¼. Von Montanwerten ſtiegen chichten“ de Harpener auf 87 und Rheinſtahl um 1¾ Proz. gegen ultur⸗ ütern den erſten Kurſen. Farben waren unverändert. Feld⸗ 55 9¹ mühle 1 Proz. ſchwächer. Am Rentenmarkt waren übertritt, bre eichsſchuldbuchforderungen im Verlauf bei größeren die entſcheiden Käufen eines ſtaatlichen Inſtituts /½ Proz. höher. typiſch den he topinz⸗ und Länderanleihen waren gut gehalten. zualität mit ch der Goldpfandbriefmarkt war kaum verändert. öglichkeiten t, von denen werde, blie ſerviert, die a verden koͤnn beiblichen ſucht Vd Z⸗Büro m iblicher An⸗ Arbeitsfront vember feſt, Angeſtellten chiebung Frauen⸗ auf die ndet ſich der werde, die beunruhigt wür⸗ dieſe„vorſong⸗ iko, das der zu tragen rden, daß di dem Arbeitz · llte angehaltt Pounganleihe ſtiegen um/ und Hilferding um ½, ozentige Nürnberger Dollaranleihe ſtiegen um 3 Prozent, Verkehrsanleihen waren 1 Proz. ſchwächer. Steuergutſcheine Gruppe Jwaren unverändert. Pri⸗ tdiskont unverändert 3/. Der Schlutz war bei Abgaben der Kuliſſe etwas chwächer. Die im Verlauf erzielten Gewinne gingen eiſt wieder verloren. Farben verloren 1 Proz. gegen geſtern. Neubeſitz gingen auf 16.30 nach 16.60 zurück und⸗waren nachbörslich mit 16¼ angeboten. Dagegen arxen Reichsbankanteile 3 Proz. höher. Buderus ver⸗ lorxen 2. Die Dividendenzahlung ſei noch ungewiß. Rachbörslich hört man: Reichsbank 168, AEG 24¼½, Schuckert 96¼, Gesfürel 83½, Mannesmann 59½, Buderus 69¼, Charlottenburger Waſſer 79%, Lloyd %, Ver. Stahl 36/½, Phönix 43¼½, Gelſenkirchen , Klöckner 56½, Hoeſch 61½, Oberkoks 81½, . Stahlobligationen 60¼, Reichsbahnvorzugsaktien ½3, Schwartzkopff 61½, Bayer. Motoren 130½. rſtandsmäßig n Inſtinkt he offen zutage ch ſo deutlich er raſſiſche denen auf ei ſa“(mit dem Reichsſchuldbuchforderungen notierten wie folgt: au) das„ Emiſſion 1 und II 1934er 99,62—100,37; Emiſſion 1 Ae 70 Aoaher 92,37—93,62; Emiſſion Igeſtrichen; Emiſſion 1 mit Waſſe astaser 91½—93,52; Emiſſion 1 1947/½8 90,87. Wiederaufbauzuſchläge 1944er bis 45er 55/½—56. (einer Lore 1946er bis 48er 55,12—56. teſl“ mit Hi nit dem S nder den Irankfurter Mitlagsbörſe ihlen!. vom 7. Dezember itlich viele G Stimmung: Im Verlauf etwas freundlicher. Hörſe lag noch ruhig und hatte bei Eröffnung ſe etwas ſchwächere Kurſe. Erſt im Verlauf ar die Haltung allgemein freundlicher und das Ge⸗ ſchäft teilweiſe lebhafter. Die Meldungen über die Beſferung in der Eiſen⸗ und Stahlinduſtrie regten an. roße Beachtung fand die Tatſache, daß die Rotter⸗ Gamſche Bankpereeneging der Reichspoſt eine 20⸗Mil⸗ lionen⸗Reichsmarkanleihe gewährt hat. Sonderbewe⸗ gungen traten vereinzelt auf. So waren Stahlvereins⸗ Deutſch oder ch“ ſehr ſchehz örtungsbewu zührer, die Kulturgut riſche Leiſtn Preisbindungen und Produktionsentwicklung Berlin, 7. Dez. Das Inſtitut für Kon⸗ iunkturforſchung beſchäftigt ſich in ſeinem neueſten Wochenbericht eingehend mit dem Problem der gebundenen Preiſe und den Zuſammenhängen, die zwiſchen den Preisbindungen und der Produktionsentwicklung be⸗ ſtehen. Die vom Inſtitut für Konjunkturforſchung neu berechnete Indexziffer der gebundenen Preiſe (1928- 100) hat ſich von 76,9 im April auf 79,7 im Oktober erhöht. Viele der ſeit langer Zeit be⸗ ſtehenden Kartelle haben ihre Preiſe zwar nicht heraufgeſetzt; in einer ganzen Reihe von Fällen aber iſt es zu Preisſteigerungen gekommen, die z. T. ſchon Eingriffe der ſtaatlichen Stellen notwendig gemacht haben. In den letzten Monaten iſt die Kartellwelle außerordentlich ſtark im Steigen begriffen. Und vie⸗ len Verbänden iſt es gelungen, ihre Außenſeiter zum Beitritt zu bewegen. Das Inſtitut rechnet damit, daß gegenwärtig über die Hälfte der induſtriellen Produktion zu gebundenen Verkaufspreiſen abgeſetzt wird. Die Erfahrung der letzten acht Jahre zeigt, daß die gebundenen Preiſe in Deutſchland nicht völlig ſtarr ſind. Im Aufſchwung bilden die langſam ſteigenden Preiſe nicht rechtzeitig eine Bremſe gegen zu teure Inveſttionen; in der Depreſſion hemmen die„hohen“ Preiſe umgekehrt die Durchführung neuer Projekte. Das Inſtitut weiſt darauf hin, daß dieſe Bindungen der Preiſe nicht aus völlig freiem Entſchluß der Un⸗ ternehmer herbeigeführt worden ſind, da ſich auch auf anderen Gebieten des wirtſchaftlichen Lebens die Bin⸗ dungen verſtärkt haben und gleichzeitig innerhalb der Induſtrie die fixen und die degreſſiven Koſten anteils⸗ mäßig außerordentlich geſtiegen ſind. Die Kartell⸗ politik der Unternehmer in der Nachkriegszeit ſtellt den Verſuch dar, ſich dieſer Neugliederung der Koſten durch Hochhalten der Preiſe in Kriſe und Depreſſion und durch verhältnismäßig geringe Preiserhöhungen im Aufſchwung anzupaſſen. Da nun gegenwärtig der Mengenabſatz kräftig zunimmt, der Druck der ſixen Koſten alſo zuſehends zurückgeht, beſteht in den mei⸗ ſten Fällen keine Veranlaſſung, die Preiſe für die kartellierten Waren heraufzuſetzen. In den letzten Jahren haben der Konſument wie auch die Abnehmer⸗ induſtrien für eine Produkteinheit der kartellierten Ware einen ſtändig ſteigenden Teil des eigenen Arbeitsproduktes aufwenden müſ⸗ ſen, ſo daß ſich geradezu eine Kartellſchere entwickelte. Da nun mit beginnendem Aufſchwung mengenmäßig der Bedarf der nichtkartellierten Induſtrien an kar⸗ tellierten Produkten ohnehin zunimmt, wäre es eine Benachteiligung der nichtkartellierten Branchen, wenn gegenwärtig die gebundenen Preiſe erhöht würden. Die Ausführungen des Inſtituts gipfeln in der Ueber⸗ legung, daß einer allgemeinen Erhöhung der gebun⸗ denen Preiſe gegenwärtig vor allem folgende Beden⸗ ken entgegenſtehen: 1. Sie entſpräche nicht dem Verhalten der gebun⸗ denen Preiſe im vorangegangenen Abſchwung, den ſie nur ſehr zögernd und verſpätet mitgemacht haben. 2. Sie würde die Belebung der Mengenproduktion hemmen, die in letzter Zeit gerade in den kartellierten Grundſtoffinduſtrien deutlich zu beobachten iſt. Damit aber wäre den kartellierten Betrieben die wichtigſte Reſerve zur Beſſerung ihrer Koſten(Steigerung der noch immer niedrigen Kapazitätsausnutzung und da⸗ — Minderung der fixen und degreſſiven Koſten) ver⸗ perrt. 3. In der Geſamtwirtſchaft würden ſich die Preis⸗ relationen erneut zugunſten der kartellierten In⸗ duſtrien verſchieben, nachdem ſich ſchon in den letzten Jahren die gebundenen Preiſe ſtändig relativ erhöht haben. Damit würden die nichtkartellierten Induſtrien aber immer weniger imſtande ſein, einen Anteil am geſamtinduſtriellen Produktionserlös zu erlangen, der ihrem Anteil an der geſamtinduſtriellen Arbeits⸗ leiſtung entſpricht. 4. Die ſchnelle und wirkſame Entlaſtung des Ar⸗ beitsmarktes in der Geſamtwirtſchaft würde gefährdet ſein. 5. Dieſe allgemeinen Ueberlegungen ſchließen ver⸗ einzelte Preisaufbeſſerungen nicht aus, wenn der vor⸗ angegangene Abſchwung die Ertragsverhältniſſe einer Induſtrie völlig zerſtört hat oder beſondere ſtruk⸗ turelle Faktoren dieſe Preiserhöhung bedingen. eeeeeenhtuntikinnen obligationen erneut 1¼ Prozent ſeſter, im Hinblick auf das Urteil des Landgerichts Düſſeldorf. Ruhiger waren die übrigen Dollarbonds auf das bekannte Um⸗ tauſchangebot hin. Am Aktienmarkt eröffneten JG Farben unverändert und konnten ſich im Verlaufe um eine Kleinigkeit be⸗ feſtigen. Scheiveanſtalt und Goldſchmidt blieben gut behauptet. Erdöl verloren ½, Rütgers ½ Prozent. Am Montanmarkt waren die erſten Notierungen durchſchnittlich etwas niedriger, doch im Verlauf konnten die Werte unter Führung von Harpener und Rheinſtahl ſich befeſtigen. Harpener gewannen 1¼, Rheinſtahl, die 1¼½ niedriger eröffneten, konnten die⸗ ſen Verluſt wieder voll ausgleichen. Dagegen waren Lahmever gut behauptet und /½ Prozent gebeſſert. Andererſeits verloren Buderus/ Prozent. Klöckner, Mansfeld und Stahlverein gaben je /, Mannesmann Dt. Reichsanl. v. 29 102, Altbeſiy 90%, Reubeſitz 16,60, Bad. Staat v. 27 93, Heidelberg Stadt 81, Lud⸗ wigshafſen Stadt 85, Mannh. Anl. Ausloſung 83, Mannh. Goldanleihe 86, Bad. Komm. u. Landesbank Pfandbrieſe 92, Pfälz. Hyv. Pfandbrieſe 93½, Rhein. Hyp. Pfandbrieſe 91, Herrenmühle 68, NSu 74, Far⸗ benbonds 108. Bremen⸗Beſigheim 83, Brown Boveri 12¼8, Cement Heidelberg 80, Daimler⸗Benz 32, Dt. Linoleum 42½, Durlacher Hof 50, Eichbaum⸗Werger 66, Enzinger 70, S6 Farben 122½, Großtraft Mannbeim Vorz. 110, Haid u. Reu 10, Knorr 179, Konſerven Braun 47, Ludwigsh. Aktienbrauerei 76, Ludwigsh. Walzmühle 69, Pfälz. Mühlenwerke 75, Pfälz. Preßzheſe 104, Rheinelektra 91, dio. Vorz. 92, Salzwert Heilbronn 166, Schwartz⸗Storchen 77, Seil⸗Wolff 16, Sinner 71, Südp. Zucker 174, Verein dio. Oele 85, Weſteregeln Iirtsciafts-HNundscſian Amkliche Berliner Produktenbörſe Märkiſcher Weizen 79/80 kg p. hl frei Berlin 192 Mark, 76/77 ꝑkg 191 Mark. Tendenz: ruhig. Märkiſcher Roggen 72/73 Kilo per hi frei Berlin 158.— Mark. Tendenz ruhig. Braugerſte, feinſte, neue frei Berlin geſtrichen, ab märk. Stat. geſtrichen, dg. gut 181—86 frei Berlin, 173—77 ab märr. Station, Sommergerſte mittl. Art u. Güte 173—179 frei Berlin, 164—170 ab märk. Station, Wintergerſte zweizlg. 172 bis 81 frei Berlin, 163—72 ab märk. Station, do. vier⸗ zig. 163—69 frei Berlin, 157—60 ab märk. Station, feine Sorten über Notiz. Tend.: ruhig. Märk. Hafer frei Berlin 153—157, ab Station 144—148. Tendenz ruhig. Weizenmehl(ohne Ausfand) in RM. f. 100 kg brutto mit Sack frei Berlin: Auszug 0,405 31,4—32,4 (Type—41%), Vorzug.425, Aſche 30.—31,.4 (Type—59 /½). Bäcker 0,79 Aſche 25,40—26 40(Type 41—70), feinſte Marken über Notiz. Tendenz ſtetig, mit Ausland—.50 RM. Aufgeld. Roggenmehl.82 Aſche 21,30—22,30(Type—70%)ꝗ(feinere Marken über Notiz). Tendenz ſtetig. Weiznkleie 12,1—12,5. Roggenkleine 10,4—10,7 feſt. Viktoriaerbſen 40—45, fein. Sort. üb. Notiz, kleine Speiſeerbſen 33—37, Leinkuchen Baſ. 37% ab Hbg. 12,7—12,8 ex., Erd⸗ nußk. Baſ. 50% ab Hambg., do. 10,6—10,.7 ex., Erd⸗ nußkuchenmehl Baſ. 50% ab Hobg., 11,00—11,10 ex., Trockenſchn. Par. Berlin.—10,00 extrah. Soya⸗ bohnenſchrot 460% ab Hog., 9,10 ex., do. 46% Stettin 9,30 et., Kartoffelflocken Parität waofr. Stolp als Ver⸗ ladeſtation 14,60 Mark. Berliner Getreidegroßmarkt Die Verhältniſſe am Berliner Getreide⸗ großmarkt haben ſich nicht geändert. Mit dem faſt allgemeinen Zugehen der Flüſſe iſt jetzt auch das Abladungsgeſchäft für Kahnroggen und ⸗Weizen zum Stillſtand gekommen. Dadurch wird auch der Umſchlag von Waggonware beeinflußt. Be⸗ ſonders ſchwer läßt ſich Weizen verwerten. Der Preis ſtand unter Druck. Roggen konnte ſich behaup⸗ ten. Austauſchſcheine lagen teils ruhiger. Dezember⸗ weizenſcheine waren mit 146.75 und Januarſcheine mit 147.25 zu haben. Roggenſcheine notierten 124.75 Brief und 125.25 Brief. Ca..25 Mk. darunter nannte man Geld. Das Mehlgeſchäft wird durch den Froſt, der eigentlich ſonſt normalerweiſe anregen müßte, nicht beeinflußt, da die Läger im allgemeinen reichlich gefüllt ſind. Futtergetreide hat kei⸗ nesfalls beſſeren Abſatz gefunden. Die Forderungen für Hafer bleiben feſt, das Angebot überſtürzt ſich nicht, Nachfrage iſt klein. Lediglich guter Hafer fin⸗ det noch Intereſſe. Gerſtenofferten finden wenig Be⸗ achtung. Braugerſte knapp ſtetig, Induſtriegerſten ſind einzeln noch zu letzten Kurſen geſucht. In Kleie verkaufen die Mühlen nur zögernd. Das herauskom⸗ mende Material wird prompt aufgenommen. In Soyaſchrot ſind die Forderungen der Fabriken er⸗ 0 zweite Hand verkauft aber teilweiſe billiger. Amtliche Berliner Termin Produkte vom 7 Dezember 1938 1/, Otavi 5—— 55 7*— 114, Waldhof 45½. 7 Merr war ohne Ge Siemens konnten ſich um/ Proz.. Bank 50, rzeugerpreis Handelspreis befeſtigen. Schuckert lagen gut behauptet. Dagegen—4 e e ü el 5/, AEG. 172 Licht uünd Kraft und 5*4*** Wolzen Aanuar„e 179, 32•2 gaben Gesfür 0, e, Licht 5—— p. Bant 110, Bad. Ach f. Rheinſchiffahrt 50, Bad. Februar 182²,00— Bekula je ½ Prozent ab. Von Verkehrswerten lagen ffecuronz 44 Mannh Verſicherung 20, Württemberg. Mies„104 Hapag ½, Nordd. Lloyd ½, Reichsbahnvorzugsartien Transport 38.„„— .—— 355 fun +— W 14800 150,00 ½ Prozent ab. Kaliaktien lagen ruhig und ohne Ver⸗—* änderung. Zellſtoff⸗ und Kunſtſeivewerte lagen unter Berliner Meiall⸗Notierungen 124 154,00 Kursdruck. Es verloren Zellſtoff Waldhof 1¼½, Aſchaf⸗ Berlin, 7. Dez. Preiſe für 100 Kilogr. in RM. Rest gestrichen ſenburg 1¼½, Aru ½ Prozent.(Freiverkehr): Elektrolytkupfer(wirebars) prompt, eif 5 Am Markt der Einzelwerte befeſtigten ſich Reichs⸗ Hamburg, Bremen oder Rotterdam 46.25; Raffinade⸗ M. 5 bank, die geſtern abend um 2 Proz. zurückgegangen kupfer, loco 42.50—43.50; Standardkupfer, loco 38.25 agdeburger waren, um 1,75 Proz. Daneben waren Cement Hei. bis 39; Standard⸗Blei per Dez. 15.50—16; Original⸗ Zuckernotierungen delberg und Daimler um je 0,5 Proz. gebeſſert. Gut Hüttenrohzink ab Nordd. Stationen 19.75—.20.25: behauptet lagen Holzmann, Metallgeſenſchaft und Driginal⸗Hütten⸗Aluminium 98.—99 Proz in Bloöcken— K auch Conti Gümmi. Junghans perwozen„Plez 160; desgl. in Walz⸗ oder Drahtbarren 164; Banka⸗, Briel T Geid Brier Geid- Der Rentenmarkt war heute wieder etwas lebhaf⸗ Straits⸗, Auſtralzinn in Verkäuferswahl(in„ per ter. Es befeſtigten ſich Altbeſitz um ½. Auch Neubeſitz, engl. To.) 313; Reinnickel, 98—99 Proz. 365; Anti⸗.10.80 Juli —— biellen fch Sondgrbigze—* mon-Reginus 39.—41; Sirder in Warren ca. 1000 Febrar. 4,20 30[ Lugus 770 450 Schuwoncher. mptfandzei e w gun genehen jein per Kilogt. 39.75—40.75 Rm. Kurſen lagen Goldpfandbriefe und Kommunalobliga⸗ 35—— tionen. Amtliche Preisfestsetzung... f%0 f 3,0 November—— Im weiteren Verlauf blieb die Grundſtimmung Berlin, den 7. Dezember 1983 Juni. 32 323 VDezembei 4,00 3,70 an faſt allen Märkten recht freundlich. Die Anfangs⸗ Geiensmarn per 100 Kg) verluſte konnten bei den meiſten Werten wieder voll Bremer B U- 4 ausgeglichen werden.— Tagesgeld bei 3 Proz. KUPFER EIEl Ziax Aumvuo 7 bgeschwüeht teti steil Mannheimer Effektenbörſe——————— Terminnotierungen Tend.: ſtill riet deld I Brier Geld Briet Geld vom 7 De ember 1933 4 Ge⁰ brie, „Die Börſe war auch heute Januar.39.25 33,75 J 16,00 15,30 J 29,90 19,59 Wanzane un, iros von Anet ausgeſprochenen keprasr::: 38 38f8 wieder ſehr ſtill, ſodaß von e 0 N 38.75 5 16/7 15.7/5 J 70/75 Dezembet 5——— Tendenz kaum die Rede ſein rann. Der Aktienmarkt mur..5335 1 10˙78 10˙84 1 April„— 40,00 30, 16,50 16,00 2⁴,00 20,50 1 war uneinheitlich, Farben gaben auf 122½, Waldhof Fai... 40.25 10,00 18,50 16.50 J 21.25 20.75 Mn. 11,01 11,02 auf 45½ nach, dagegen blieben Taimler gut behauptet Juni.. 40,50 40,25 16,75 16,25] z1, 21½%0 MIl.. 11,.20 11,24 mit 32 Prozent. Von RNebenwerten waxren Eichbaum⸗ Juli.... 41,99 40.50 16,75 16,25 21•75 21,5 Juurln. 11,33 11.87 Werger und Ludwigshafener Walzmühle niedriger. Zugust... 41,50 10,5%0 16, f22,00 2159 Oktober. 11,50 11,54 Bankaktien gaben durchſchnittlich /½ bis 1 Prozent Septemder. 41½8 41·25 1·2 182 23·35 21˙2 Tendenz: stetig nach, Verſicherungswerte geſchüftslos. Der Renten⸗“ Dovember“ 12,00 41,50 J 17,½75 16.75 J22,.25 2175 ha, M „MNovember.42,28 41,75 f17,25 16,.75 J23,9 22, chigenannte Gruppen sind gestrichen marit war ſtill, die Kurſe auf geſtrigem Riveau unge⸗] Hezember 3,5 33,36 J 16,75 15,50 J 28,00 is, ſahr behauptet. Berliner Devisenkurse vom 7. Dezember 1938 Frankfurter Mittagsbörſe vom 7. Dezember 1933———4. Buenos Alres] 9,888 9,842 ltalt 22, rag.12..12. rag.12..12. ras.1..12. fan 13 146 lugbsiawien 3383 03 apan N K 6* Dlich. Reichs⸗ Schwartſrorchen.0.0 ucert. Nürnba. oroo 37,00 Kato 13,413 1343] Lobennagen 6124“ 64430 anleihe 1927. 98,25 92,25 Eichb.⸗ ehe 66,00— Seilind. Wolff.—— lstanbul 1,973] 1,977 Lissabon 12,490 12,510 7% Heidög. Stadt 31,75 31,50 Alg. El. Geſ. 23,37 25,00 temens& Halske 140,50— London 13,730 13,7790] Osio 69,030 65.170 8% Judw 365—— Bad. Maſchinen.—— ucker ſüdvifch. 17,00— Lew Voir 2/657 2,705 Baris 15,400 16,440 8% Mann 110— 325,50 remen⸗Beſigheim 93,00 35, 00 dür. Lig. Gas 1,½9 15,0 fRio de Jan. 0,229] 09,281] rag 12,426 12.2 6% Mannheim 27— 85,50 overi 12,50 12,50 Ver, Dit. Hele. 34,00 34,00 Urugu⸗ 1,399] 1,401 istand 2,190 61.310 Grkr. Mhm. Kohle 1,00— ement Heidelba. 30,00 50,50 ellſtoft Achaſwg.— 33,00 Amsferdam 168,380 169,175 Rig⸗ 30,020 50,150 5% Müm.Si Kohle 12,0 12,0] Cbem. Albert— 2 F Galddof“ 4700 36,5 Atnen 2,356 3,400] Schweiz 51,170 51.385 Grkr. Mhm. abg. 34,00— aimler⸗Benz 32,90 32,00 uderus 71,50 71,37 Brüssel 58,320 53,440 Sofis.047(3,058 Di. Kom. Sam. 65,00 36, 90 t. Erdöl..„. 101,50 101,00 Eſchweiler Bg.—— Bukares- 2,466 2,452 Spanien 34,320 34.350 rkf. Hyy Liqu. 39,50 39,99 Dt. Gold⸗u. Silbſch. 178,50 179,00 Gelſenkirchen 56,00„00 Budapest—— fSiockhoim 70,550 70,575 —„— 5. 5 7 7*„„„—— els 6, 1 1 70 15—12 93,50 58,50 Enzinger⸗Union 10,00 10,50 Rall Aſchersleben 114,50— ngfors 076] Wien 46,050 48, 150 n 98,50 33,50 An er Maſch. 24,25 24,00 Kasbene 6. An Miheine G. Söeken vol. 12300 12226 56,.50 50,50 5 o, Anteilſche——„Farben..* uptſchri 1 en.. o. 223—— do. Kommunale 4 39,59 39.50 Gelener 50. 17,62— 0 oͤnir Bergbau—*— Verantwortlich für Reichs⸗ und Außenpolitik: Dr. Wil⸗ f Wnn e n „Ba*+—— e a 5 1 ebel: Bab. pöp.. W. Wr 1130 58,50 anwt Füͤfſen. 20 27529 Lalzlo Heiloronn 1330 185,00 ur Unpolitiſches, Bewegung und Lokales: Hermann e,, eLame 2nf m, contogeſ. olzmann pPo,„—„. Dresdner Ban„50 356,09 5 hans, G.(St— 27,.25 rankona 100.. 129,00 129,00 erliner i 2 50 i n bpnt 5 1805 42,00 42,00 annh Verſ. 20,00 20,00—— W— 2 4 7 5 n—— 22 7 3 1 1 Reichsvank 18575 168,25 5 225 35 45,25— Sieuergutſcheine: Rachdruch la nur mit Quellen⸗ 5— ahmever 5.— u 5 Dasag Iev. Bont ien— Jußwiged Kelzn. 6% 4 Faite 1 15330 Hennuntenee Rordß,. 3*— 23— 6260 348 1.—553 33 Verlagsleiter: Kurt Schünwitz. 197,00 103,55 0—— 52,.25 57,50 Druck: Schmalz& Laſchinger, Abteilung Zeitungspruck. k. u. Bg. Zweibr. 90,00 30,900 Rhein⸗Main⸗Don.— 89,90 39,00 Sprechſtunden der Schriftleitung; töglich 17—18 uUhr raueref Pforzh. 44,50 44.50] Kütgerswerke.—— Ablöſ.⸗Anl. Altbeſ. 99.62 15(außer Samstag und Sonntag). Schöfferh. Binding 155,75 154,00 Schnellpr. Frankth.— 32 do. Neubef.... 16,60 16,82 Sprechſtunden der Verlagsleitung: 10.30—12 Uhr, 4 „Hakenkreuzbanner⸗ Strafrechtsreform Von Philipp Sauter, Staatsanwalt Das Recht ſpiegelt die herrſchenden Staats⸗ und Geſellſchaftsauffaſſungen einer Zeit mit Zuverlläſſigkeit wider. Da es ſtets durch Macht geſetztes Recht iſt, das in grundlegenden Rege⸗ lungen Ewigkeitsgeltung beanſprucht, unter⸗ liegt es nicht ſo leicht wie andere Aeußerungen des Kulturſchaffens individuellen Zeit⸗ oder gar Modeſtrömungen. Dies fordert ſchon die Rechtsſicherheit. Ja, es vermag, wie die Ge⸗ ſchichte zeigt, als ſtarre Form oft tiefgehenden Anſchauungswandlungen zu widerſtehen. Da ſtanden Monumentalgebäude mit Pomp und Schwulſt und ohne Seele. Der Niederbruch vom Jahre 1918 wäre nicht gekommen, wenn Deutſchland nicht nur ein Reich, ſondern eine Nation geweſen, und der deutſche Arbeiter vor allem von ſeiner anerkannten und be⸗ werteten Staatsbürgerſchaft durchdrungen ge⸗ weſen wäre. Die Formung der Deut⸗ ſchen zur ſtaatsbewußten Nation, als jüngſte der europäiſchen Staaten, blieb dem Nationalſozialismus vorbehalten, der auf dem Fronterlebnis und altpreußiſcher Tradition fußt. Die Totalität des Staates muß den Deutſchen, die, vom preußiſchen abgeſehen, noch nie einen Nationalſtaat hatten, mit leiden⸗ ſchaftlicher Einſeitigkeit eingehämmert werden und der Kampf gegen das Verbrechen am Staate muß von einem ſchonungsloſen Ver⸗ nichtungswillen getragen ſein. Denn in den Entſcheidungen der nächſten Jahrzehnte geht es endgültig um unſere Exiſtenz als autonome Macht. Die vor der nationalen Revolution herrſchenden Rechtsphiloſophien des ſkeptiſchen und kritiſchen Relativismus, die ihr Rechts⸗ ideal in einem dunſtigen Humanitätsideal un Gerechtigkeit gegenüber dem einzelnen fanden (Radbruch, Stammler, M. E. Mayer u rufen ihrer Weltfremdheit und Inſtinktloſi wegen nur Mitleid hervor. Das Primat Staates iſt nicht nur eine Forderung des tionalſozialismus, vielmehr zeigt die ſchichte, daß ein machtbewußter Staat ausſetzung des Wohlergehens ſeiner Bi und jeglichen Kulturſchaffens iſt, während Niedergang der Staatsmacht und des Staa bewußtſeins ein kulturloſes Fellachentum folgſ Vornehmſte Aufgabe des künftigen Staft iſt ſonach erhöhter Schutz des Staates in ſeinem äußeren Beſtand gegen Hochverrat, Landesver⸗ rat, gegen Angriffe auf ſeine Organe und Ein⸗ richtungen, Schutz der ſtaatserhaltenden und ſtaatsſtärkenden Kräfte, der Raſſe(Eheverb Steriliſierung), der Familie(Ehebruch), nur Macht Recht ſetzen kann, muß erſt die neue Anſchauung zur Macht kommen, wenn ſie re⸗ formieren will. So kann es geſchehen, daß ein Rechtsſyſtem überaltert iſt. Wie die Geſchichte beweiſt, ſtirbt es dann wie die Macht, die es geſchaffen und geſtützt hat. Nichts von Wert geſchieht jedoch von heute auf morgen. Wenn heute von der Schaffung eines nationalſozialiſtiſchen Rechts geſprochen Kinder(Sexualdelikte), der Nachkommenſcha (Abtreibung), der Volkskraft(Schund und Schmutz, Unzucht, Rauſchgifte uſw.), der ge⸗ ſunden Wirtſchaft(Wucher). Die Reform wird aus der Erkenntnis ſchöpfen, daß auch das Recht, vor allem aber das Strafrecht, in Ge rationen und Jahrhunderten zu denken ha Der Urteilsſpruch muß in erſter Linie prüſen, was der Staat verlangt, und darf erſt in zwei⸗ ter Linie perſönliches Schickfal und individuelle Wie kann man den Offenbarungseid abwendenꝰ ———— — , 4 wird, ſo iſt dies nicht ſo zu verſtehen, als wolle man nach Vernichtung alles Ueberkommenen etwas abſolut Neues geſtalten. Dies wäre im Gegenteil marxiſtiſch gedacht. Die Achtung vor dem organiſchen Werden, im Gegenſatz zur Anbetung der experimentellen Intelligenz war ſtets die Grunderkenntnis jener durch die ganze deutſche Geiſtesgeſchichte— wenn auch zeit⸗ weiſe verſchüttet und verkannt— ziehenden Lebensauffaſſung, die heute im deutſchen Na⸗ tionalſozialismus ihre politiſche Prägung er⸗ fahren hat, und von Männern wie Herder, Freiherr vom Stein, Adam Müller, von Kleiſt, Savigny, Langbehn, Bismarck, de Lagarde, Spann, van den Bruck vertreten wurde. Das aus der unglücklichen deutſchen Rechtsgeſchichte Ererbte iſt nicht durchaus ohne Wert. Der Kampf ganzer Juriſtengenerationen zur Beſee⸗ lung der uns fremden römiſchen Rechtsſätze durch Umformung hat viel Eigenes und Wert⸗ volles geſchaffen. Wenn vor allem unter Nut⸗ zung der überkommenen glänzenden Rechts⸗ technik ohne Dogma vorgegangen wird, mag der Traum vom deutſchen Recht in Erfüllung gehen. Die Volkskritik an der bisherigen Straf⸗ rechtspflege liegt in dem Sat: Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen. Unbewußt iſt damit, abgeſehen von der klaſ⸗ ſenkämpferiſchen Nuance, ein auf dem libera⸗ liſtiſchen Geiſte unſeres Strafgeſetzbuches vom 15. Mai 1871 beruhender Hauptmangel auf⸗ gezeigt. Die Zeit des„laissez faire, laissez aller“ hat den Egoismus des individualiſti⸗ ſchen Unternehmers in die Geſellſchaft ein⸗ brechen laſſen, und die Grenze zwiſchen Ge⸗ ſchäftstüchtigkeit und Geſchäftsgeriſſenheit, zi⸗ vilem und ſtrafrechtlichem Unrecht zugunſten weitgehender Strafloſigkeit verſchoben. Es entſtand die bekannte Geſtalt des Betrügers, den man nicht faſſen kann, der in der Nach⸗ kriegszeit zum gewerbsmäßigen Bankrotteur ſich entwickelte. Es muß vom Strafpraktiker zugegeben werden, daß die bisherige Straf⸗ rechtspflege den primitiven Rechtsbrecher, den Dieb vor allem, mit voller Wucht traf, wäh⸗ xend der Schwindel im Gewebe der modernen Handelstechnik, des Zahlungsverkehrs und Kre⸗ ditweſens nicht in erforderlichem Maße erfaßt werden konnte, da die einſchlägigen Beſtim⸗ mungen teils zu eng waren, teils keinen zu⸗ reichenden Strafrahmen boten. Hier hat be⸗ xeits die Reform des neuen Staates eingeſetzt. Die Strafrechtsnovelle vom 26. Mai 1933 läßt für Betrug in beſonders ſchweren Fällen, ſo bei volksſchädigendem oder ſtark argliſtigem Verhalten Zuchthaus bis zu 10 Jahren zu. Von allergrößter Wichtigkeit aber iſi die Neu⸗ faſſung des Untreueparagraphen. Hier iſt die Verletzung einer Treuepflicht gegenüber frem⸗ den Vermögensintereſſen allgemein für ſtraf⸗ bar erklärt und es kann auch hier bis auf 10 Jahre Zuchthaus erkannt werden. Der Hauptangriff der Reform wird ſich aber gegen das Verbrechen am Staate richten. Das 19. Jahrhundert, deſſen Kind unſer Strafgeſetzbuch iſt, hat uns einen techniſchen und wirtſchaftlichen Aufſchwung ohnegleichen, und die Einigung unſerer Stämme gebracht. Wie oft jedoch in der Geſchichte lähmte die Flut materieller Errungenſchaften den Geiſt, der den wirtſchaftlichen Gewinn völkiſch und ſtaats⸗ politiſch hätte auswerten können. Nicht der Staat, ſondern die Wirtſchaft war das poli⸗ tiſche Schlagwort der Zeit, wobei jeder natür⸗ lich an ſeine Wirtſchaft dachte. Die Volkswirt⸗ ſchaft wurde als Summe privater Einzelwirt⸗ Für den Schuldner, der eine Ladung vor das Amtsgericht erhalten hat, um den Offen⸗ barungseid zu leiſten, gibt es die Möglichkeit, der Entwicklung dadurch zu entgehen, daß er ſich zur Abgabe der„Verſicherung“ entſchließt, das von ihm ausgefüllte Vermögensverzeichnis be⸗ rückſichtige genaueſtens den Beſtand ſeines Ver⸗ mögens. Wird hingegen vom Schuldner in der ſorgfältigen Ausfüllung des Fragebogens etwas verſäumt, dann wird dadurch dem Gläubiger, dem eine Abſchrift des Fragebogens zugeſtellt wird, die Gelegenheit gegeben, trotzdem die Lei⸗ ſtung des Offenbarungseides zu fordern. Der Gläubiger hat beſonders dann Ausſicht, daß ſeinem Antrage ſtattgegeben wird, wenn Wahr⸗ ſcheinlichkeit dafür beſteht, daß der Schuldner mit der Vergünſtigung, die Eidesleiſtung durch die ſorgfältig gehaltene Verſicherung abzuwen⸗ den, Mißbrauch getrieben hat. Für den Schuld⸗ ner gibt es in dieſem Falle, alſo wenn das Ge⸗ richt trotzdem die Eidesleiſtung verlangt, keine Möglichkeit der Anfechtung. Bleibt der Schuld⸗ ner, wiewohl er ordnungsgemäß geladen wor⸗ den iſt, dem Termin fern, dann kann er im folgenden Termin die lediglich für gutwillige Schuldner geltende Erleichterung für ſich bean⸗ ſpruchen. In dieſem Falle iſt er demnach immer zur Eidesleiſtung verpflichtet. Auch wenn der Schuldner, ohne im Beſitze ausreichender Gründe zu ſein, ſich der Eidesleiſtung entzieht, wird nach der gleichen Regel verfahren. Früher war dem Schuldner die Möglichkeit gegeben, dadurch einen Zeitgewinn herauszuſchlagen, daß er aus Gründen, die mehr oder weniger ſtich⸗ haltig waren, die Verpflichtung zur Eideslei⸗ ſtung in Abrede ſtellte. In einem ſolchen Falle war dann erſt ein Gerichtsbeſchluß in dem Sinne nötig, daß dennoch die Verpflichtung zur Leiſtung des Offenbarungseides beſtehe, ein Beſchluß, der wiederum dem Schuldner zu übermitteln war. Leiſtet der Schuldner der Aufforderung, vor Gericht zu erſcheinen, über⸗ haupt nicht Folge, dann wird auf Antrag des Gläubigers, dem die Verpflichtung auf Vor⸗ ſchießen der Haftkoſten obliegt, der Haftbefehl erlaſſen. Sobald der Schuldner den Offenba⸗ rungseid leiſtet, erfolgt ſeine Eintragung in das Schuldnerverzeichnis. Die Eintragung unterbleibt, wenn der Schuldner in der Lage iſt, die verlangte„Verſicherung“ zu geben. In dieſem Falle beſteht auch für den Gläubiger keine Möglichkeit mehr, die Eintragung zu ver⸗ langen. Zunächſt gilt die Einſchränkung, wo⸗ nach vom Schuldner ausſchließlich die„Ver⸗ ſicherung“ abgegeben zu werden braucht, bis zum 1. April des nächſten Jahres. Nach dem 1. April 1934 wird wieder der frühere Zuſtand Geltung erlangen. Kraftfahrer in Nöten Mancher Kraftfahrer hält ſich für die Ge⸗ wiſſenhaftigkeit ſelber. Der Begriff Gewiſſen⸗ haftigkeit aber iſt ſehr denkbar, wie an einigen wenigen Gerichtsentſcheidungen bewieſen wer⸗ den ſoll. Kommt ein Kraftfahrer in die Lage, aus einem Seitenweg in eine überſichtliche Straße einzubiegen, dann muß er, wie eine Entſcheidung(An— Autorecht 1933/62) aus⸗ drücklich beſagt,„in ſolch ganz außergewöhn⸗ lichen Fällen vor dem Einbiegen anhalten und ſich durch vorgeſchickte Wageninſaſſen oder Straßenbenutzer vergewiſſern, ob die Einfahrt frei und unbedenklich iſt.“ In der Praxis er⸗ gibt ſich nun unter Umſtänden das Bild, daß ſich vor den Straßenkreuzungen die Wagen an⸗ ſammeln und die Wageninſaſſen der Reihe nach Ausſchau halten, ob keine Schwierigkeiten im Wege ſind. Wenn nun aber, bevor der Inſaſſe mit der tröſtlichen Meldung zurück iſt, inzwi⸗ ſchen wirklich Verkehrshinderniſſe auf der Hauptſtraße aufgetaucht ſind? Oder wenn gar der Kraftfahrer allein iſt, alſo keinen Inſaſſen hat? Und wenn in einem ſolchen Falle auch nicht mal ein Straßenbenutzer in der Nähe iſt? Soll man, wenn man mit ſolchen Möglichkeiten rechnen muß, lieber erſt gar nicht von zu Hauſe wegfahren? Ein guter Kraftfahrer ſchließt, wenn er ſeinen Wagen in der Garage unter⸗ gebracht hat, die Garagentür gewiſſenhaft ab. Er glaubt damit, ſeiner Sorgfaltspflicht Ge⸗ nüge getan zu haben. Das Geſetz jedoch ver⸗ tritt einen anderen Standpunkt. Der Rechts⸗ auffaſſung nach iſt nur im Verſchließen der Tür keine ausreichende, ſichere Vorbeugung gegen die Diebſtahlsgefahr zu erblicken. Der Kraftfahrer, der das Auto unbewacht ſtehen ließ und ſich damit begnügte, nur den Anlaſſer⸗ ſchlüſſel fortzunehmen, hat ebenfalls nicht die Gewiſſenhaftigkeit im vollen Umfange erfüllt. Ebenſowenig hat er mit dem Verſchließen der Türen alles getan, um Diebſtahlsmöglichkeiten genügend abzuwenden(AR, 1933/20). Ein im Sinne des Geſetzes gewiſſenhafter Kraftfahrer muß ſich ſchon dazu bequemen, regelmäßig auch die Verteilerklaue fortzunehmen. Rechtsan⸗ wälte, Aerzte, Kaufleute und dergleichen, die ihren Wagen ſelbſt fahren und das Auto zu Berufsfahrten benutzen, gelten als Berufs⸗ fahrer. Es iſt ſehr wichtig, das zu wiſſen, denn die Berufsfahrer haben mit ſtrengeren Strafen zu rechnen als die Nichtberufsfahrer. Vielen wird es unverſtändlich ſein, daß ausgerechnet die Aerzte, die Rechtsanwälte uſw. Berufs⸗ fahrer ſein ſollen, denn nach allgemeinem Be⸗ griff ſieht man in den Chauffeuren die Be⸗ rufsfahrer. Dieſen Standpunkt hat dann auch vor einiger Zeit das Obergericht zu Hamm klar und deutlich zum Ausdruck gebracht,— aller⸗ dings im Gegenſatz zu anderen Gerichten. Da⸗ nach alſo wohnen die glücklichſten Rechtsan⸗ wälte und Aerzte im Bezirk Hamm. Alle an⸗ deren müſſen damit rechnen, daß man ſie bei Uebertretungen, weil ſie als Berufsfahrer gel⸗ ten, ſchärfer beim Wickel nimmt. So manch einer, der ſtolzer Autobeſitzer iſt, aber ſelber nicht die erforderlichen———.— Kenntniſſe beſitzt, glaubt, ſich darauf berufen zu dürfen, daß er einen Chauffeur habe. Das genügt aber gar nicht, denn da es dem Autobeſitzer an der einſchlägigen Wiſſenſchaft mangelt, kann er gar nicht die nötige Kontrolle ausüben. In dieſem Falle bedarf der Autobeſitzer gemäß einer gerichtlichen Entſcheidung(AR, 1933/52) einer entprechend vorgebildeten Aufſichtsper⸗ ſon. Es ergibt ſich unwillkürlich die Frage: Muß dieſe entſprechend vorgebildete Aufſichts⸗ perſon nun bei jeder Autofahrt mit dabei ſein? Die Gerichtsentſcheidung gibt darüber leider keine nähere Auskunft. Beſonders große Vor⸗ ſicht muß der Kraftfahrer bei„unbeſchrankten“ Bahnübergängen beobachten. Kann man ſich nicht auf andere Weiſe überzeugen, ob ein Zug in Sichtweite iſt oder nicht, dann hat der Kraft⸗ 955 die Pflicht, auszuſteigen und Nachfor⸗ chungen anzuſtellen. Eine noch größere Vor⸗ ſicht iſt an den ſogenannten„beſchrankten“ Bahnübergängen nötig, alſo bei Bahnüber⸗ gängen, die von beſonderen Schrankenwärtern überwacht werden. Das hört ſich zunächſt eigen⸗ artig an. Die Reichsgerichtsentſcheidung(AR, 1931/14) aber begründet dies damit, es müſſe immerhin mit der Möglichkeit 83 wer⸗ den, daß vor Schrankenwärter das Schließen der Schranke überſehen worden ſei. Der Kraft⸗ fahrer müſſe alſo ſelber die Kontrolle aus⸗ üben, ob ſich kein Zug nähere. Bei unüber⸗ ſichtlicher Strecke müſſe man ſich auf geeignete Weiſe die notwendige Gewißheit verſchaffen, ſo z. B. durch Befragen des Schrankenwärters. Glückſeligkeit berückſichtigen. Dieſer Grundſatz muß aber auch den Str vollzug beherrſchen. Jede Strafrechtsreform iſt wirkungslos, wenn nicht auch der Strafvollzug in ſeiner bisherigen Handhabung einer grund⸗ ſätzlichen Wandlung unterworfen wird. D Verwirklichung des Urteilsſpruchs iſt der näch liegende Zweck des Strafprozeſſes. Dem Verbrecher muß eindeutig klar ge macht werden, daß auf die Tat unwei lich ein Lebel folgt. Der Gnadenerweis darf nicht wie bisher zur Regel werden, ſondern muß ein nur in ganz beſonderen Verhältniſſen begründeter Aus⸗ nahmefall ſein. Nicht verkannt wird, daß bei Eigentums⸗ und Vermögensdelikten es d Richter in der rückliegenden Zeit ſchwer ſie angeſichts der 6 Millionen Arbeitsloſen dem Einwand der Not nicht im weiteſten Maße ſtattzugeben. Der Satz, die beſte Kriminal⸗ politik iſt eine geſunde Sozialpolitik, hat eim gewiſſe Berechtigung. Dieſes Moment ſchei heute jedoch aus, nachdem eine Regierung iſt, die die Exiſtenzſicherung des einzelnen in der umfaſſendſten Weiſe in Angriff genommen hat. Mit aller Entſchiedenheit muß betont werden, daß Abſchreckung und Vergeltung die einfachſten, aber auch einzig richtigen Straf⸗ zwecke ſind. Nur eine Zeit der allgemeinen Knochenerweichung, der geiſtreichelnden Kom⸗ plizierung einfacher Vorgänge, der liebevollen Beſchäftigung mit dem„intereſſanten“ Aſozig len konnte über dem Einzelfall, der menſchliches Intereſſe aufweiſt, das Staa intereſſe vernachläſſigen, und überſehen, von allen Problemen der Willensfreiheit geſehen, der Staat jedenfalls in weiteſtg dem Maße verlangen muß, daß jeder für Tat verantwortlich gemacht wird. Es iſt blutleerer und dem Volk gänzlich fremder 6 fall ſpäter Ziviliſationsmenſchen, wenn Strafe das eigentlichſte ihres Weſens geno men und ſie lediglich als eine Notwehrhaf lung der Geſellſchaft, die nur zur Verwahr in Beſſerungsabſicht berechtigt, umgefälſch werden ſoll. Dies iſt nur möglich auf Grunß einer intellektuellen Zerſetzung der übe menen einfachen Moralbegriffe. Jeder ein Menſch, der noch ein Gewiſſen hat, emp die Strafe als die berechtigte Reaktion höheren Macht, deren Vollſtrecker der Sta Von dieſem Standpunkt aus iſt auch die desſtrafe kein Problem. Es gibt Delikte, di nur mit der Vernichtung des lebensunwerten Täters geahndet werden können. Aber nich nur das„ob“, auch das„wie“ des Strafpoll zugs iſt reformbedürftig. Es geht nicht an, daß, wie es in Berliner und Hamburger Ge⸗ fängniſſen geſchehen iſt, der Gefängnisaufen halt z. B. durch Kabarettdarbietungen verf wird. Das Uebel des Strafvollzugs muß ſo groß ſein, daß dem Verbrecher die Luſt, wieder⸗ zukehren, gründlich genommen wird. Wenn zuſammenfaſſend klar iſt, daß nig das Recht Geſchichte macht, ſondern die G ſchichte das Recht, ſo haben doch das Recht u der es vollziehende Beamte die große Aufga den politiſchen Gewinn der letzten Monate, die deutſche Nation, zu ſichern und zu feſtigen, ih Grundlagen, das deutſche Volk, zu reini und zu erhalten, den Anſtand im Geſchä leben wiederherzuſtellen und die Sicherhe Stadt und Land zu erzwingen. Soweit geltende Recht hierzu nicht die ausreich Handhabe bietet, wird der neue Staat eser mieren. Die Arbeit hat begonnen. ——— ſchaften aufgefaßt. Als Zeichen der Zeit ent⸗ —— 8 ezember 1333 3 litätsideal und zelnen fanden Mayer uſw.), Inſtinktloſigkeit 1s Primat des erung des Ra⸗ eigt die Ge⸗ er Staat Vor⸗ ſeiner Bürger „während dem id des Staals⸗ achentum folgt zen Strafrechts aates in ſeinem rat, Landesver⸗ gane und Ein⸗ haltenden und ſſe(Eheverbot, Fhebruch), der ichkommenſchaſt (Schund und uſw.), der ge. e Reform wird daß auch das recht, in Gene zu denken hat. Linie prüfen, rf erſt in zwei⸗ nd individuelle uch den Straf. rechtsreform iſt er Strafvollzug g einer grund⸗ en wird. Die )s iſt der nächſ s. itig klar he. at unweiger ⸗ 4 vie bisher zur n nur in ganz ündeter Aus⸗ wird, daß bei likten es dem eit ſchwer fiel, beitsloſen dem veiteſten Maße heſte Kriminal⸗ olitik, hat eine Noment ſcheidet Regierung da s einzelnen in riff genommen t muß betont Vergeltung die ichtigen Straf⸗ er allgemeinen chelnden Kom⸗ der liebevollen anten“ Aſozig⸗ fall, der ſteis das Staats⸗ überſehen, daß ensfreiheit ab⸗ r der Staat t auch die bt Delikte, d n. Aber nicht des Strafpoll⸗ geht nicht an, damburger Ge⸗ fängnisaufent tungen verſü lzugs muß ſo ie Luſt, wieder⸗ wird. ndern die Ge⸗ das Recht und große Aufgabe, n Monate, die feſtigen, ihre „Hakenkreuzbanner“ Donnerstag, 7. Dezember 1933 iſt, daß 1 LLolks-Empfänger zu 76.- Hir. liefert neben Vielen anderen Gerten Nſieinelektꝛa 927. 2⁵ Abt. 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Er kann da⸗ her auch zu Weihnachten, zu Neujahr, zur Goldenen Hochzeit oder zu Jubi⸗ läen ſolche Zuwendungen geben, wenn er ſie— und das iſt das Ausſchlag⸗ gebende— zweifelsfrei außerhalb des Zuſammenhangs etwa mit einer Kauf⸗ handlung gewährt. Iſt ein ſolcher Zu⸗ ſammenhang⸗ gegeben, ſo greifen die Zugabegeſetze ein. Nach 5 1 Abſatz 1 der Notverordnung vom 9. März 1932 iſt es verboten, im geſchäftlichen Ver⸗ kehr neben einer Ware oder einer Lei⸗ ſtung eine Zugabe(Ware oder Lei⸗ ſtung) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren. Dieſes Verbot gilt nur dann nicht, wenn in den hier inter⸗ eſſierenden Fällen§ 1 Abſatz 2a ge⸗ ringwertige Kleinigkeiten(die amtl. Erläuterungen im„Reichsanzeiger“ v 12. März 1932, Nr. 61, erwähnen als Beiſpiel einzelne Zuckerwerkſtückchen oder Reklamegegenſtände von gerin⸗ gem Wert, bei denen auffällig und un⸗ verwiſchbar die Reklame der Firma angebracht iſt), gewährt werden. Die amtlichen Erläuterungen geben hier als Beiſpiel u. a. die Hergabe von Fähnchen mit Firmenaufdruck an. Alle über die Wertgrenze des§ 1 Abſatz 2a hinausgehenden Zuwendungen ſind, wenn ſie im Zuſammenhang etwa mit einer Kaufhandlung gewährt werden, verboten. ie, Tisclu Kleider, Blusen, Wollwaren Schlüp fer, Unterkleider, Strümpfe, Hands chuhe, Schals, Tas chentücher, Taschen.Seidenstoffe ete. lllüræu⸗ eilec u mee 1, 5 Bei lhrem guten Geschmöck Bel meinen billigen Preisen Bei meiner abwechslungsreichen AuSahI finden Sſe bestimmt das Weihnochtsgeschenł, dòs die meiste Freude mächt. Weickel C1, 5 Dos grobe Spezlelgeschöft mit den billigen preisen, bekannt für die geschmôcł-vollsten Geschenłke. 1026³ K f Muncdlos Kauft deufsche Mähmaschinen!““„oran! 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Schickſal des er ein für all Welt gebroche Solange ein Deutſchland Jo