ement: 70 pfg. monatlich, erlohn 30 Pfg., durch die Ankl. Poſtaufſchlag k..42 Kuartal. Einzel⸗Rr. 5 Pfg. gate: Kolonel⸗Seile 25 Pfg. amtliche und aus⸗ 5 ktige Inſerate 30 Pfg. me⸗Seile.20 Nck. Aüäglich 2 Ausgaben(außer Sonntag) Geleſenſte und verbreitetſte Jeitung in Mannheim und umgebung Telegrammm⸗Adreſſe: „General-Anzeiger Maunheim“ Telephon⸗RNummern: Direktion und Buchhaltung 1439 Buchdruck⸗Abteilung.... 341 Redaktion 577 Exped. u. Verlagsbuchhdlg. 278 0 Eigenes Nedaktionsbureau in Berlin Schluß der Inſeraten⸗Annahme für das Mittagblatt morgens 9 Uhr, für das Abendblatt nachmittags 3 Uhr Peilagen: Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Mannheim; Handels⸗ und Indu 0 Unterhaltungsblatt; Beilage für Cand⸗ und Hauswirtſchaft; Mannheimer Schachzeitung; ſtrie⸗Zeitung für Südweſtdeutſchland; Beilage für Citeratur und Wiſſenſchaſt; Sport⸗Revue; Wandern und Beiſen und Winterſport; Mode⸗Beilage; Frauen⸗Blatt. — Nr. 1. Dienstag, 2. Jangar 1912, (Wittagblatt.) ——— e heutige Mittagsausgabe umfaßt 12 Seiten. Telegramme. Die Maſſenerkrankungen im Berliner Aſyl für Obdachloſe. ſerlin, 1. Januar. Die Zahl der unter Vergiftungserſchei⸗ en Erkrankten betrug bis zum Vormittag des Neujahrstages denen 71geſtorben ſind. Jetzt neigen auch die Aerzte Iötiſchen Obdachs mehr und mehr der Anſicht zu, daß viel⸗ gbgeſehen von den erſten Fällen, die Vergiftung durch Me⸗ Atoholl entſtanden ſein könne. Das Polizeipräfidium lgende Warnung: Anſcheinend ſind die zahlreichen Vergif⸗ lle auf den Genuß von Methyl⸗Alkohol zurückzuführen. Ur Genuß ſämtlicher auffallend billiger Spirituoſen iſt be⸗ Berlin, 1. Jan. Die Unterſuchung der Vergiftungen im fir Obdachloſe hat ergeben, daß der aus einem Schanklokal Danziger Straße Aſyliſten gelieferte Schnaps große en Methylalkohol enthält, den die Kriminalpolizei indheitsſchädlich beſchlagnahmt hat. Als Lieferant wurde 0 mach in der Wallſtraße in Charlottenburg Als die Kriminalpolizei im Keller Ballons mit Me⸗ fand, gab Scharmach zu, Schnaps aus zwei Drittel kkohol und einem Drittel Sprit hergeſtellt und als Sprit zu haben. Weitere Abnehmer find ein Gaſtwirt aus der rgerſtraße und ein zweiter aus der Frankfurter Allee. Bei die im guten Glauben waren, reinen Sprit gekauft zu und ihn mit Waſſer verſetzten, wurden größere Mengen alkohol beſchlagnahmt, ebenſo auf dem Güterbahnhof d. Die drei Schanklokale und das Geſchäft Scharmachs polizeilich geſchloſſen. Scharmach wurde wegen Ver⸗ gegen das Nahrungsmittelgeſetz und Betruges feſtge⸗ en. Aerztliche Kreiſe ſtehen den Vergiftungen Methylalkohol[keptiſch gegenübher und neigen immer !Anſicht zu, daß der Bezillus botulinus von Räucherwaren lſyliſten auf ſonſtige Nahrungsmittel übertragen worden edeutſche mediziniſche Literakur verzeichnet keine Todesfälle NMethylalkoholvergiftung, während ſolche Fälle aus Ungarn Aßland bekannt ſind. 0 Der Krieg. 5 21 Berlin, 2. Jan. Aus Innsbruck wird gemeldet: Nach⸗ ewelſchtiroliſchen Geldſammlungen für die Hinterbliebenen lieniſchen Gefallenen in Tripolis äber 100 000 Kronen er⸗ haben, hat ſich jetzt in FTrient ein Damenkomitee gebildet, den Tripoliskämpfern bequeme Mutzen mit Kokarden blau-gelben Farben der Stadt Trient mit der Aufſchrift b“ ſenden will. Der Kopf des Fürſten Alexander Karageorgiewitſch. PWien 1. Dez. Heute vormiitag iſt in einem berſteckten des St. Marxer Friedhofes ein in Zeitungspapier ge⸗ fgefunden worden, der nach dem erſten Augen⸗ inlich der geraubte Kopf des Fürſten Alexander 1 Bei dem Schädel befanden ſich auch noch beider enden oberſten Wirbelknochen. Morgen wird durch Loumiſtion feſtgeſtellt werden, ob es ſich wirklich um den Kopf handelt. Es wird vermuket, daß der Schädel in Ingspapier erſt in der letzten Nacht von außen über die ofsmauer in das Gebüſch geworfen worden iſt, da der Fried⸗ ich nach dem Gruftraub genau abgeſucht worden war und ezu ausgeſchloſſen erſcheint, daß hierbei das Paket mit dem überſehen worden ſein könnte. Die Flucht des Haupmauns Lux. Paris, 1. Jan. Hauptmann Lux hat, wie ſeine Angehörigen n, den Weg über Oeſterreich, Italien und die Schweiz ge⸗ en und iſt über Pentarlier mit der Paris⸗Lhon⸗Mittelmeer⸗ gach Frankreich gelangt. Er verſtändigte ſeine Brüder, die 3 Offiziere ſind, von Mailand aus telegraphiſch von ſeiner ſtehenden Ankunft. Nach einer Meldung des„Petit Pariſien“ Hauptmann Lux„zufällig“ im Beſitze eines Paſſes, ſo daß e öſterreichiſche Grenze ohne Schwierigkeiten überſchreiten Totenk [ Berlin, 2. Januar.(Von unſerm Berliner Bureau.) Der franzöſiſche Hauptmann Lux, der aus der Feſtung Glatz ausgebrochen iſt, wo er als Spion interniert war, iſt in Paris eingetroffen. Er hat ſich nach ſeiner Flucht nach Oeſterreich begeben und war ohne Aufenthalt durch die öſterreichiſche Monarchie gefahren und hatte ſich dann über Mai⸗ land und die Schweiz nach Belfort begeben, wo er ſich beim eigenen Genieregiment als eingetroffen meldete. Er wurde mit Jubel auf⸗ genommen und mit Urlaub nach Paris verſehen. Dort hatten geſtern ſtundenlange Beratungen mit dem Kriegsminiſter und dem Chef des Generalſtabs ſtattgefunden. Nach franzöſiſchen Blätter⸗ meldungen ſoll Lux ſchon vor ſeiner Flucht mit dem franzöſiſchen Erkundigungsbureau, welchem er angehört, in Korreſpondenz ge⸗ ſtanden haben. Durch dieſes Bureau ſei auch die ganze Flucht inſzeniert worden. Dem Gefangenen wurde eine Feile zugeſchickt, mit welcher er die 3 Gitterſtäbe durchgefeilt hat. Eine Aſtündige Arbeit war hierzu nötig. Auf dem Hofe des Gefängniſſes wurden von befreundeter Hand Kleider niedergelegt, in deren Taſchen ſich Geld und ein Reiſepaß befand. In dem Augenblick, da der Zeit⸗ punkt der Flucht günſtig war, wurde die Aufmerkſamkeit der Wache abgelenkt. Sobald Lux draußen war, fand er bald ein befreundetes Automobil. Mit großem Behagen betonen die franzöſiſchen Blät⸗ ter, daß die verwegene Tat gerade in der Weihnachtsnacht vor ſich ging, wo das deutſche Gemütsleben ſich am meiſten entfaltet. Wäh⸗ rend der Kommandant der Feſtung die Mannſchaften väterlich um ſich verſammelt hatte und der Weihnachtsbaum brannte, entwich der franzöfiſche Hauptmann unerkannt. Lux wird nach franzöſi⸗ ſchem Kriegsrecht zunächſt vor ein Kriegsgericht geſtellt werden, um ſich wegen ſeiner ſogenannten Deſertation zu verantworten. Es iſt aber anzunehmen, daß er glatt freigeſprochen werden wird. Wilde Gerüchte. OLondon, 2. Jan.(Von unſerm Londoner Bureau.] Zum Jahreswechſel waren hier allerlei wilde Gerüchte über eine angeb⸗ liche Mobilmachung von 20 000 Mann Reſervetruppen für Aldershot verbreitet. Es hat ſich aber herausgeſtellt, daß es ſich dabei nur um einen Irrtum handelt. Die Militärbehörde be⸗ ſchloß nämlich, daß die Einberufung der Reſerven künftig in ande⸗ rer Form geſchehen ſoll als bisher. Es wurde allen Reſerviſten, die dieſe mit der Aenderung verſehene Inſtruktion zugeſchickt er⸗ hielten, ausdrücklich geſagt, daß dieſe nur für den Fall einer Mo⸗ bilmachung gelten ſoll. Trotzdem ſind die neuen Inſtruktionen vielfach falſch verſtanden worden, ſodaß es zu den erwähnten Ge⸗ rüchten kam. Die Revolution in China. OLondon, 2. Jan.(Von unſerm Londoner Bureau.) Ueber Petersburg wurde hierher gemeldet, daß der Kaiſer von Ehing und die Kaiſerin⸗Witwe aus Peking füchteten und inkognito durch Mukden reiſten, um ſich nach Kaiſcho an der Grenze der Mongolei zu begeben, wohin be⸗ reits 2 Bataillone kaiſerlicher Garde zu ihrem Schutze voraus⸗ geſchickt wurden. Gleichzeitig meldet derſelbe Korreſpondent, daß die ruſſiſche Regierung entſchloſſen ſei, zuſam⸗ men mit den anderen Großmächten eine chineſiſche Repu⸗ blik anzuerkennen, ſobald eine republikaniſche Regie⸗ rung bewieſen habe, daß ſie imſtande iſt, Ordnung und Ruhe in China aufrecht zu erhalten. Aber vorläufig werde ſich die ruſſiſche Regierung jeder Einmiſchung in China enthalten und es den Chineſen überlaſſen, ihre Händel untereinander aus⸗ zufechten. „Peking, 1. Jan. Wie die Regierung hekannt giht, haben 4000 Revolutionäre geſtern abend ankau angegriffen. Der Kampf dauert an. Die Kaiſerlichen ſind erfreut, daß der Abſchluß der Verhandlungen, der, wie man annimmt, unzweifel⸗ haft den Sieg der Republikaner bedeutet hätte, ver⸗ mieden wird. 19 Arbeiter verſchüttet. *Niſch, 1. Jan. Bei Sorlzig iſt geſtern ein im Bau befind⸗ licher Tunnel an der neu projeltierten Eiſenbahnlinie Knjaſche⸗ vatr⸗Niſch eingeſtürzt. Neunzehn Arbeiter ſind verſchüttet worden. Die Rettungsarbeiten wuürden ſofort in Angriff genommen. Es konnte aber noch nicht feſtgeſtellt werden, ob ſich die Verſchütteten noch am Leben befinden. Der Miniſter für öffentliche Arbeiten wird ſich an die Unglücksſtätte begeben. Rooſevelt gegen Taft. *Newpork, 31, Dez. Der Verlauf des geſtrigen Banketts, das der Sörderung der Einführung von Schiedsgerichts ver⸗ trägen dienen ſollte, brachte die Uneinigkeit in dieſer Frage zwiſchen Taft und Rooſenelt deutlich zum Ausdruck. Rooſe⸗ velt, der nicht erſchienen war, ſchrieb bei ſeiner Abſage, er fürchte, daß die Feſtlichkeit dazu dienen ſolle, den Senat dahin zu bringen, den Verträgen wider ſein Gewiſſen ohne Aenderungen zu⸗ zuſtimmen. In ſeiner Anſprache bei dem Mahl ſtellte Taft es in Abrede, daß ſeine Haltung mit der Kündigung des Vertrages mit Rußland, der keine ſchiedsrichterliche Exledigung erforderte, un⸗ vereinbar ſei, und betonte ſein Feſthalten an der Moynroedoktrin. Fragen der nationalen Politik könnten weder gerichtlich noch ſchiedsgerichtlich entſchieden werden. Er ſehe aber nicht ein, wes⸗ halb Fragen, die die nationale Ehre berührten, nicht in ſolche Verträge einbezogen werden ſollten.— Alle auswärtigen Vertreter hatten im letzten Augenblick abgeſagt, einige, wie es heißt, auf Anorduung ihrer Regierungen. Um Marokko. Paris, 30. Dez. Der Brief Cruppis an Caillaux und Monis lautet: In meinen mit unſerem Botſchafter in Berlin im Juni gepflogenen Unterhaltungen berührte ich nie eine Frage, die nicht im Miniſterrat geprüft worden wäre. Keine meiner Unterhaltungen mit Cambon bezog ſich in irgendeinem Augenblick auch nur andeutungsweiſe ader des Austauſches des Kongo oder anderswo in der Verantwortung auf uns genommen haben. Die In⸗ brieflich ausdrücklich beſtätigte und die in amtlichen Tele⸗ lich auf die Ausdehnung unſerer militäriſchen Opera⸗ tionen in Marokko. Die Anſchauungen und Abſichten, die ich ausdrückte und auf die unſer Botſchafter an⸗ ſpielte, bezogen ſich ausſchließlich, wir mir Cambon ſo⸗ eben beſtätigte, auf die laufenden wirtſchaftlichen und handelspolitiſchen Fragen, d. h. auf die Eiſenbahnen in Marokko und auf Zollſchwierigkeiten, deren Regelung drückte mein Bedauern aus, daß die Beſprechungen, zu denen die Fragen Anlaß geben, unterbrochen wuürden und empfahl unſerm Botſchafter zu verſuchen, die deut⸗ ſchen Abſichten zu erforſchen. nannten Ideen anbetrifft, die vielleicht auf eigene formuliert worden ſind, ſo werden ſie durch folgendent Satz gekennzeichnet, der den eigentlichen Schluß eines m 22. Mai, d. h. am Tage vor dem Sturz des Mini⸗ ſteriums Monis, geſchriebenen Briefes bildet und der am folgenden Tage in meine Hände gelangte. Dieſe Ideen ſind neu, ich werde ſie meiner Regierung unter⸗ breiten, da ich nach Paris gehe. * Paris, 1. Jan.(W..) Kreiſen verlautet, hat Caillaur dem Obmann der Senatskommiſſion, Wie in parlamentariſchen Bourgeois, auf die richtigen Darſtellungen über die Kommiſſionsver⸗ handlungen haben könnten, insbeſondere, inſoweit es ſich dabei um diplomatiſche für das Gelbbuch beſtimmte Schriftſtücke handele. Bourgeois ſoll bemerkt haben, daß ſich die Senats⸗ gegen deren Geheimhaltung ausgeſprochen habe.— Einer Cambon abſetzen. Verhandlungen ſind durch die geſtrige Unterredung des franzöſi⸗ ſchen Botſchafters Aeußern Garcia Prieto keinen Schritt weiter gekommen und ſcheinen an einem toten Punkt angelangt zu ſein, da zwiſchen der franzöſiſchen Antwort und der ſpareiſcher Auffaſſung in mehreren Punkten ein vollſtändiger Wegenſaß beſteht. 715 1 „Paris, 1. Jau. Aus Madrid wird gemeldet, Frank. reich habe ſich in einer an die ſpaniſche Negierung gerichteken Note über die das franzöſiſche Bolt verhöhnenden Kar beſchwerk, die in der letzten Zeit bon Madrider Blätern öffentlicht worden ſeien.— Der Miniſtec des klen mleder habe in einer bem framalfiſchen Botſchafter Art, wie die Kompenſationen, für die wir ſeither die ſtruktionen, die ich dem Botſchafter gegeben, die Cambon grammen wiedergegeben wurden, bezogen ſich ausſchließ⸗ — —— meine Verbalnote vom 22. Mai zum Ziele hatte. Ich Blättermeldung zufolge ſagte Clemenceau nach Verleſung des Schreibens Cruppis, falls Cruppi recht habe, nulſfe wan ö *Paris, 31. Dez.(W..) Aus Madrid wird ge⸗ meldet: Die franzöſiſch⸗ſpaniſchen Marokko⸗ Geoffray mit dem ſpaniſchen Miniſter des auf die Möglichkeit territorialer Kompenſgtionen 3 ——— Was die ſoge⸗ Verantwortung in der Kiſſinger Unterredung in einer Unterredung mit 1 Unzukömmlichkeiten hingewieſen, welche die in der Preſſe ber? öffentlichten Indiskretionen und teilweiſe un⸗ kommiſſion gleich zu Beginn der Verhandlungen einſtimmig
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(2.1.1912) 1. Mittagsblatt
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