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Das In⸗ eeffanteſte war jedenfalls wenigſtens für die rei füngeren Mädchen, hübſche Blondköpfe von wölf, zehn und neun Jahren Bruder Pauls in dey Sonntagstafel als Deſſert ſervierte Mit⸗ ellung von dem wunderſchönen Bilde, welches u der Gemälde⸗Ausſtellung den Preis erhalten, enNeufahrsengel hieß, und das war die Hauptſache das Antlitz ihrer Schweſter Hilda Zug um Zug lebeusgetreu wiedergeben ſollte! Ein Porträt könnte nicht ähnlicher ſein. Ich habe ja das Bild mit meinen eigenen Augen zeſehen! ſogte der Student, ein Zeitungsblatt uls der Taſche ziehend. chung desſelben, Hilda wenn dich das inter⸗ Am Schluß heißt es: Alle Welt wüßte gern Näheres über das ohne weifel ſehr lieb⸗ ſiiche Original des fKunde geht, der Maler habe es innerhalb un⸗ ferer Hauptſtadt gefunden. Wie ſonderbar! Hilda erzählte uns früher immer am Silveſterabend vom Neujahrsengel, wißt Ihr noch? ſagte die zwölfjährige Marie, während Alex binzufügte: Wie rot du geworden Hhiſt, Hilda! Man follte meinen, du habeſt dem Maler in der Tat Model geſtanden! Bevor ſich die alſo Herausgefordere zu verteidigen ver⸗ mochte, brachte der helle Klang des Poſthorns ſſie alle auf andere Gedanen. hält vor unſerem Tuſße rief Hans aufſprin⸗ Aber de res wei doch keine Gäſte. (Als ob das die Müchtiges anginge! Und als ob es nicht auch ſceu ungze Gäſte gäbe! Wahrhaftig! Deses Uatté Ite Poſtkutſche an die 5 Bymmnaſiu rauz dahedm Hier iſt eine Beſpre⸗ Neujahrsengel, die rundliche Geſtalt, das zierliche, ſilberlockige Haupt der alten Frau Stolzenberg heraus! Hilda ſtieß einen kleinen Schrei aus und flog dann ſie konnte nicht anders mit offenen Armen auf die Matrone zu. In dieſem Augen⸗ blick erſchien ihr das nur natürlich, und Frau Stolzenberg empfaud wohl ebenſo.Nun, mein Kind, ich ſehe, daß ich willkommen bin, und das freut mich! ſagte ſie herzlich.Es iſt keine Kleinigkeit für eine Siebzigjährige, ſich zur Winterszeit allein auf Reiſen zu begeben, drum wills anerkannt ſein. Als nun auch der Lehrer im Samtkäppchen zur Begrüßung herbeikam, als ſich der Eintretenden ſchon im Hausflur die Hände der übrigen Jamilienmitglieder zutrau⸗ lich entgegenſtreckten, da ging der alten Frau wahrhaft das Herz auf.Nun weiß ich, wo Hilda den Zauber, überall Gemütlichkeit und Behagen zu verbreiten, hergenommen, fagte ffe, zu dem Lehrer gewendet.Dieſes Lehrerhaus atmet denſelben Geiſt der Friſche und des Frie⸗ dens, welcher auch unſer Heim ſo lauge als Ihre Tochter ſelbſt! bewohnte. Der alte Herr ſchien über das ſeinem Kinde geſpendete Lob hoch erfreut und all die freundlichen, jungen Geſichter rings umher ſtrahlten das gleiche auf⸗ richtige Vergnügen wiedenr Nachdem Frau Stolzenberg mit Hilda im traulichen Sofa⸗Hafen des Wohnzimmers ge⸗ landet, ging ſie ohne Umſchweife auf den Zweck ihres Beſuches los.Ich bin gekommen, Sie zu uns einzuladen, Hilda, ſagte ſie.Wir kön⸗ nen uns keinen Silveſter, keinen Neujahrsbe⸗ ginn denken ohne Sie. Wir danken Ihnen ſo viel das ward uns erſt nach und nach ganz klar. Die Kinder ſind durch Ihren milden, ver⸗ edelnden Einfluß artig und folgſam geworden, mein Sohn lernte wieder ein Herz zu ihnen, zu dem Familienleben faſſen, mir ſelbſt halfen Ihr praktiſcher Sinn, Ihre ruhige, harmoniſche Le⸗ bensauffaſſung dazu, vieles anders, richtiger an⸗ zuſehen, anzufaſſen. Dem Maler Rodius, deſ⸗ ſenNeujahrsengel gegenwärtig die ganze ge⸗ bildete Welt beſchäftigt, haben Sie, wie er ſagt, zeine ganze Zukunft geſchenkt. Er erbat ſich die Erlaubnis, auch dieſes Jahr in unſerer Ja⸗ milie beſchließen zu dürfen, was Ihnen, ſeined Schutzpatronin, noch eine Verpflichtung mehr anferlegt, dabei zu ſein. Hilda ſchien tief be⸗ wegt. Ihre Wangen glühten, ihre Augen ſchim⸗ Lehrer⸗ Weihnachts⸗ da die Die Poſt! Sie Ichen die gute eten Sonntage ten e Tränen. 415 fh Alles arten können ün Iccht und ergreift mich mehr, ſagen n ſchalte ſch t. Vidige Dea, aßer icd zlaube denn 2. St., 5 Zim. 3. St. 7 Zimmer u. 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Es iſt mir, als müſſe er wieder mehr Licht in unſer Haus bringen. Aeußerlich geht alles ſeinen ruhigen Gang Ein Hauslehrer und Fräulein Eibiſch bereiten die Kinder für den Schulbeſuch vor; letztere iſt ſehr pflichtgetreu und ihre häufigen Schwitzkuren abgerechnet eine angenehme Hausgenoſſin. Mir haben die letzten Monde manche Wanbdlung gebracht; zumal innerlich. Ich dachte viel nach, und da wurde mir klar, daß ich oft falſch gehandelt, mich oftverkalkuliert, auch hinſichtlich meines Sohnes. Das hat mich ihm näher gebracht Vir verſtehen einander jetzt beſſer als je. Wolfgang wird Melanie v. Eſchen nicht heiraten, das weiß ich nun; es liegt auch nicht mehr in meinen Wünſchen. Ich weiß jetzt auch, daß ich damals unrecht tat, meinem Sohne Melanies boshafte Rede und den wahren Grund Ihres Fortgehens zu verſchweigen. Ebenſowenig durfte ich Sie ſcheiden laſſen, ohne Ihnen Genugtuung ver⸗ ſchafft zu haben. Wolfgang, dem ich jüngſt alles erzählt habe, verhalf mir zur Erkenntnis. Es iſt uns, als hätten wir ein Unrecht an Ihnen gut zu machen. Das iſt keineswegs der Fall. Ich erfuhr in Ihrem Hauſe nichts als Güte, gnädige Frau. Das klang ein wenig ſtolz und ablehnend. Frau Stolzenberg bewunderte insgeheim die liebliche Würde in Hildas Haltung und Ausdrucksweiſe. Ueber Gefühlsfachen läßt ſich nicht ſtreiten, lie⸗ bes Kind, ſagte ſie lächelnd.Ich bin ja auch nicht gekommen, um meine Schuld auszugleichen, ſondern im Gegenteil, um Ihnen Gelegenheit zu geben, abermals feurige Kohlen auf meinem Haupte zu ſammeln. Das muß Ihr ſtolzes Herz doch bezwingen! * * 5* Nun iſt der Silveſter da aber Hilda noch nicht, obſchon ſie ihr Kommen feſt zugeſagt. Die einzigen weiteren Gäſte dieſes Abends, der Dok⸗ tör und der Maler, haben mit der Familie das Souper eingenommen;: nun ſitzt man, während draußen ein heftiger Schneeſturm wütet, wie im vorigen Jahre bei der Neufahrsbowle und de ſo fröhlich. vielleicht noch aufrichtiger als damals ſein. törte nicht Hildas Aus⸗ 15 Hochp., ſch. 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Hermann und Roſte trippeln von einem Fenſter zum anderen und der Landesdirektor ſcheint von ihrer Un⸗ ruhe angeſteckt. Nun ſchlägt es elf, jetzt ein Viertel auf zwölf Uhr. Da vernimmt man un⸗ ten etwas wie Wagenrollen, im Korridor werden Schritte laut und nun erſcheint jemand auf der Türſchwelle; jemand der vom Schneewaſſer durchnäßt und von Milliarden Reifſternchen überrieſelt iſt.Hilda! jubeln die Kinder. Hilda! rufen alle wie aus einem Munde. Eine formellere Anrede findet in dieſem Augenblick niemand und für das Mädchen, deſſen lieb⸗ liches Antlitz halb lachend und halb weinend aus ſeiner feuchten Schleierumhüllung hervorſchaut, würde auch keine andere paſſen. Hilda ſcheint die Treppen im Fluge emporgeeilt zu ſein. Ich war eingeſchneit ſagt ſie ſchnellatmendauf freiem Felde ſtecken geblieben! Daher die Ver⸗ ſpätung. Und wie ſie nun die Hüllen abwirft in ihrem ſchlichten, ſilbergrauen Gewande mehr denn je dem Neujahrsengel auf Rodius Gemälde gleichend da iſt auch ſchon wieder der alte, be⸗ lebende Zauber im Hauſe eingezogen und auf allen Gefichtern leuchtet ſein Widerſchein. Nun bleibſt Du bier, nicht wahr? fragte Roſte, ſich ſchmie⸗ nach alter Gewohnheit an ihre gend, und Hermann fügt leiſe hinzu: Ich bin gewiß, der Neujahrsengel will es ſo. Wahrhaftig! Von Ihrer frommen Kinder⸗ geſchichte iſt in uns allen etwas geblieben, ſagte der alte Doktor,und ein Rückblick auf die Wandlungen des letzten Jahres könnte veranlaſſen, an die Exiſtenz Ihres Engels mit der Notiztafel zu glauben. Möge er denn heute dieſen Wunſch in meiner Seele leſen: Gott be⸗ ſchere meinem Freunde Stolzenberg im neuen Jahre Freude und Frieden, vor allem aber eine getreue Schatzmeiſterin für die Kleinodien ſeines Hauſes und Herzens! Ja! Möge Ihr Märchen dieſem Hauſe 3 weiterem Segen gereichen! ſagt auch der Maler. Und möge es noch vielengroßen Kindern wie uns Herzen und Sinne erſchließen und auf innere Einkehr lenken! Hilda zieht die Kin⸗ der feſter an ſich und beantwortet Stolzenbergs ſtill fragenden Blick durch ein ſanftes Lächeln. Wer ſagt, daß es ein Märchen iſts erwidert ſie. Und nun beginnen die Glocken zu läuten. Ein neues Jahr ein neues Glück hat ſeinen Einzug genommen Märchen iſte ů