1 C 4. Seite. Nr. 302 Neue Maunheimer Zeitung(Mittag⸗Ausgabe) Freitag, den 4. Juli 1930 Die Weinheimer Voranſchlagsberatung Unter Vorſitz des Oberbürgermeiſters Huegel fand dieſer Tage im Verwaltungsgebäude Rathaus Schloß eine Sitzung des Bürgerausſchuſſes ſtatt, der als wichtigſten Punkt der Tagesordnung den Voranſchlag unter Dach und Fach zu bringen hatte. Den Einnahmen von 1 438 300% ſtehen Ausgaben von 2228 220 ¼ gegenüber, ſodaß 769 000% durch Gemeindeſteuern vom Grund⸗ und Betriebs⸗ vermögen und vom Gewerbeertrag zu decken ſind. Um dieſen Aufwand zu decken, iſt die Erhebung von 320 Huünderttetlen der geſetzlichen Steuergrundbe⸗ träge erforderlich. Allerdings war eine Verbeſſerung der Einnahmen um 57 000 erforderlich, um das Gleichgewicht in den Einnahmen und Ausgaben her⸗ zuſtellen. Die Art, wie dieſe Deckung zu erfolgen hat, bildete den wichtigſten Gegenſtand der zum Teile recht temperamentvollen Etatsdebatten. Der Antrag des Stadtrates auf Erhebung einer allgemeinen ſtädtiſchen Wertzuwachsſteuer wurde mit 41 gegen 34 Stimmen angenommen. Ab⸗ gelehnt aber wurde die Erhöhung der Steuergrund⸗ beträge des gewerblichen Betriebsvermögens um 25 mit 39 gegen 38 Stimmen bei einer Stimmenthal⸗ tung. Eine Erhöhung des Gaspreiſes wurde mit 43 gegen 35 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Die Sit⸗ zung wurde darauf auf eine halbe Stunde unter⸗ brochen, um den Fraktionen Gelegenheit zu einer internen Ausſprache zu geben, die darauf hinzielte, Weinheim die Schande zu erſparen, den ſtädtiſchen Etat durch den Landeskommiſſär feſtſetzen zu laſſen. Das Ergebnis der interfraktionellen Beratung war der nachſtehende Kompromiß antrag der bürgerlichen Parteien.Der Bürgerausſchuß wolle dem Hauptvoranſchlage, ſowie den Nebenvoranſchlä⸗ gen für das Rechnungsjahr 1930 unter Berückſichti⸗ gung der Streichung von 5000/ bei der Stadtkaſſe, 1000 bei der Kunſt und Wiſſenſchaft, 6 000 bei der Elektrizitätswerkskaſſe und der Einſtellung von 12 000% an Kanalsbenützungsgebühren und 8 000%, für Erhöhung des Gaspreiſes um 1 Pfg. zuſtimmen und genehmigen, daß die Steuergrundͤbeträge für das gewerbliche Betriebsvermögen um 12 9 erhöht werden. Dieſer Antrag wurde mit 41 gegen 37 Stim⸗ men angenommen. Hiermit war die Deckung für den Fehlbetrag geſichert, und jetzt erſt konnte in die Spezialdebatte eingetreten werden. Schließlich wurde der Hauptvoranſchlag mit 46 gegen 29 Stim⸗ men angenommen. Gemäß einem Antrage des Ober⸗ bürgermeiſters Huegel wurde noch beſchloſſen einem Proteſte des Stadtverbandes an Landtag und Regierung beizutreten, worin gegen das die Kommunen ſchwer ſchädigende Steuervertei⸗ lungsgeſetz vom 16. April 1930 ganz entſchieden Verwahrung eingelegt wird. Nachrichten aus Baden Ausſchreitungen * Karlsruhe, 3. Juli. Geſtern abend 11 Uhr kam es an der Straßenbahnhalteſtelle beim Bahnhof Durlach zu einer Schlägerei zwiſchen einem e de und einem Kommuniſten, in 5 Verlauf der erſtere zum Meſſer griff und emem Durlacher Bürger, der ſich gerade auf dem Heimweg von Karlsruhe nach Durlach befand eine Schnittwunde an der Hand beibrachte. Der Verletzte verfolgte den Täter und verſetzte ihm mit einem unterwegs aufgegriffenen Knüppel einen Schlag Über den Kopf, ſodaß er vorübergehend zuſammen⸗ Brach. Wieder zu ſich gekommen überfiel der Nationalſozialiſt einen Mann auf der Straße und ſchlug ihm mit einem Totſchläger ein Loch in den Kopf. Eine größere erregte Menſchenmenge be⸗ kagerte den Täter darauf in ſeinem Hauſe und drang durch das offene Hoftor in den Hof ein. Der Täter verſuchte mit einem großen Tranchiermeſſer gegen die Menge vorzugehen und wurde ſchließlich durch den Notruf zur Polizeiwache gebracht. Er ſelbſt wies leichte Verletzungen am Kopf und eine Stichwunde an der linken Hand auf. Wie der Feſt⸗ genommene angibt, ſah er ſich beim Ausſteigen aus der Elektriſchen von Kommuniſten bedroht. Die Auf⸗ klärung des Sachverhaltes iſt noch nicht beendet. * * Karlsruhe, 3. Juli. Eie verheiratete Frau verſuchte ſich in der Küche ihrer Wohnung die Schlagader zu öffnen. Die Unglückliche konnte noch gerettet und dem Arzt übergeben werden. Auf die gleiche Art verſuchte ſich ein Schloſſer in der Altſtadt in einer Wirtſchaft das Leben zu nehmen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. * Rotenfels(Amt Raſtatt), 3. Juli. Geſtern ſchloß ſich der hier wohnhafte Kunſtmaler K. in ſein Bade⸗ zimmer ein, öffnete ſich die Pulsadern und ſchnitt ſich mit dem Raſiermeſſer die Kehle durch. Er iſt Kriegsinvalide und ſchon längere Zeit infolge ſei⸗ ner Schußverletzung kränklich. Krankheit, Geldver⸗ luſte und wirtſchaftliche Sorgen dürften den ſonſt ſtets freundlichen lebensfrohen Menſchen in den Tod ge⸗ trieben haben. ., Eſchelbronn, 1. Juli. Der Landwirt und Stammholzfuhrmann Georg Stier ſen. wurde von ſeinem Pferd in den Unterleib getreten und ſo ſchwer verletzt, daß der Mann bald nach ſeiner Einlieferung in die Klinik nach Heidelberg ver⸗ ſchteden iſt. Da im Laufe dieſes Jahres bereits zwei Söhne von Stier geſtorben ſind, wirkt das Un⸗ glück umſo größer. Nachbargebiete Bad Dürkheim⸗Limburg⸗Jubiläum * Dürkheim, 3. Juli. Mit dem Speyerer Dom feiert auch die Limburg in dieſem Jahre ihr 900 jähriges Beſtehen. Alle Freunde und Verehrer dieſes ehrwürdigen, hochintereſſanten Bau⸗ werkes werden es ſich nicht nehmen laſſen, den ſtolzen Ruinen dieſer kaiſerlichen Abtei im Jubiläumsjahr einen Beſuch abzuſtatten. Am kommenden Sonntag, 6. Juli findet eine Vorfeier ſtatt, bei der die Limburg abends.45 beleuchtet wird. Dieſe liegt in den Händen der bekannten Unternehmerin der Hei⸗ delberger Schloßbeleuchtungen, der Firma Keſſelbach in Heidelberg. Bei der Beleuchtung wird die Lim⸗ burg erglühen wie bei dem verhängnisvollen Brand des Jahres 1504. Das Schloß bildet ein Höhenfeuer⸗ werk. Im Kurpark Bad Dürkheim wird vor und nach der Beleuchtung Opernſänger Alfred Färbach⸗ Mannheim Arien und Lieder ſingen, bei den Liedern ſolche, die ſich auf die Freiwerdung der Pfalz be⸗ ziehen. Nach der Beleuchtung wird im Kurpark Schriftſteller Leopold Reitz⸗Reuſtadt einen Pro⸗ log über die Limburg und das Limburg⸗Jubiläum ſprechen. Die eigentliche Jubiläumsfeier findet am Sonntag, den 27. Juli auf der Limburg ſtatt.(Nä⸗ heres ſiehe Anzeige.) Von einer Löwin angegriffen * Stuttgart, 4. Juli. Der Löwendompteur Weg⸗ lar⸗Weſſöli wurde geſtern nach beendeter Vorſtellung bei einer Dreſſurprobe von einer eineinhalbjährigen wien, die zum erſten Male in der Manege war, angefallen und ſchwer verletzt. Die Löwin ſchlug ihm mit der Pranke in die rechte Schläße und durch⸗ biß ihm den Oberarm. Ein aſſiſtierender Domp⸗ teur hatte die Geiſtesgegenwart, in die umgitterte Manege zu ſpringen und den Ohnmächtigen von dem Raubtier zu befreien. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus übergeführt. * * Ludwigshafen, 4. Juli. Die Staatsregierung hat für die pfälziſchen kreisunmittelbaren Städte, wie im rechtsrheiniſchen Bayern, einen Stadtkom⸗ miſſar ernannt, dem die bezirkspolizeilichen Be⸗ fugniſſe hinſichtlich der Preſſe und die Sicherheits⸗ polizei bei geſtörter öffentlicher Ruhe zukommen. Die Beſatzung hatte die Schaffung der Stelle eines Stadt⸗ kommiſſars nicht zugelaſſen. Für Ludwigshafen wurde Oberregierungsrat Dr. Lederle als Vor⸗ ſtand des Bezirksamts die Stelle eines Stadt⸗ kommiſſars übertragen. a Der Sommer ohne Senſe Skizze von F. Schrönghamer⸗Heimdal Wie's einem im Blute liegt, ſo muß er es halten, und wenn die Bäche fließen. Ud weſſen Ahnen alle⸗ at Bauern waren, deſſen Blut und Leib und Sinn ind ebenſo beſchaffen, daß er das Samenſäen und enſenſchwingen nicht laſſen kann, es ſei denn, der knöcherne Senſemann läßt ihn ſelber ins Gras beißen, davon es kein Aufſtehen mehr gibt. So macht der Bauernmenſch oft ein Glück, aber er weiß nicht, wie es ausgeht. Hat's der Balſenpeter auch nicht gewußt, wie ihn der reiche Fabrikherr aus der Sommerfriſche ewig mit in die Stadt ge⸗ nommen und auf einen guten Poſten geſtellt hat, weil er Gefallen gefunden an dem biederen, treu⸗ herzigen Burſchen. Denn ſo, wie der Balſenpeter war, wächſt in der Stadt kein Burſch mehr, hat der Kommerzienrat in der Laube beim Abendbrot zu ſeiner Gemahlin geſagt, und die Elſa, der beiden Tochter, wurde dabei rot bis tief unter den ſemmel⸗ farbenen Bubikopf. 5 Der Peter war natürlich gleich Feuer und Flamme, wie er von dem ſchönen Antrag hörte, und ſchlug ſofort ein. Nun hatte das Bauerngeracker ein Ende, dachte er bei ſich, und ich werde vielleicht ein Herr in der Stadt wie der Kommerzienat ſelber und bekomme eine Frau, ſo ſüß und fein und ſchön wie die Elſa Denſelben Abend noch ſaß er in der Sommer⸗ laube beim Senſendengeln, dem allerletzten. Denn ntorgen in aller Herrgottsfrühe ging es mit dem Schnellzug fort in die ferne Stadt. Wie er ſo ſaß und dengelte, begab es ſich, daß ſich ein ſemmel⸗ farbener Bubikopf über ihn beugte. Peter fühlte den weichen, warmen Atem dicht bei ſeinem Haupte und hörte mit wirren Sinnen die lockende Stimme des ſchünſten Menſchenkindes. Dann ſaßen ſie Hand in Hand in der nachtdunklen Laube, und niemand wußte um ihr jungſüßes Geheimnis als die Fleder⸗ ma dio flatternd vorüber eilte. Was Wunder, wenn der Balſenpeter in eitel Glück und Wonne ſchwelgte? Wie fein war erſt das Leben in der ſchönen Stadt. Er bekam gleich neue Kleider, die ſeine ſchöne Geſtalt erſt recht heraus hoben, und brauchte nichts zu tun als Botengänge zu machen zu den großen Bankgeſchäften, die in der Hauptſtraße ſtanden. In ſeiner Freizeit durfte er das Autofahren lernen, und Elſa ließ es ſich nicht nehmen, ihm ſelber im Tennisſpiel und in fremden Sprachen Unterricht zu geben. Wie fein dieſe Stun⸗ den waren, weiß allein die Fledermaus, die ſie da⸗ mals daheim noch umflattert hatte. Denn guten Peterlein verging die Zeit ſo ſchnell, daß er gar nicht nach Hauſe dachte. Erſt nach Mona⸗ ten, da der Frühling wieder ins Land zog, überkam ihn eine ſeltſame Unruhe, die er ſich nicht erklären konnte. 5 Wenn abends die Fabrikſirenen ertönten, dachte er bei ſich: Bei uns daheim ſind es die Herdenglocken. Aber die kun viel feiner und frömmer. Wenn ihn zur Nacht das Gezeter der Straßenbahnen und das Getute der tauſend Kraftwagen aus dem Schlafe ſtörten, mußte er an die Sterne denken, die friedſam in die Stille ſeines Vaterhofes niederblickten, oder an den Röhrenbrunnen, der ſeine mondgoldenen Strahlen in das ſteinerne Becken goß. Und auf dieſem Becken er ſah es deutlich vor ſich ſtanden die Worte eingegraben: Peter Balſen, anno 1662. Wenn am Morgen mißmutige Arbeiterſcharen durch die Fabrikpforten ſchlenderten, mußte er an die Heimleute denken, die ſchon vor Stunden mit Jauchzen und Singen ins Mähen gezogen waren 751 jetzt unter der alten Ulme bei der Morgenſuppe ſaßen. 5 Wenn an den Sommerabenden die vornehmen Müßiggänger zum Tennisſpiel kamen und ſeine Elſa umſchwärmten, dann hätte er mit ſeinen Bauern⸗ fäuſten den Schwarm der faden Schwätzer am lieb⸗ ſten vom Raſen gefegt. Ach, warum durfte niemand wiſſen, daß er und Elſa eins waren? wenn die andern kamen? Wie konnte ſich Elſa über⸗ haupt noch mit den andern unterhalten, mit ihnen freundlich ſein, ſich von ihnen die Hände küſſen laſſen, dieſelben Hände, die ſchon ſo oft um ſeine Wangen ge⸗ Warum mußte er zurückſtehen, Amerikaner⸗Sporifeſt in Düſſeldorf Auch hier gute Leiſtungen Beim zweitenAmerikaner⸗Sportfeſt am Donnerstag abend bot ſich auf dem Platze des Düſſeldorfer SC. 99 das gleiche Bild wie tags zuvor in Köln. Eine Schar auser⸗ wählter Athleten aus der alten und der neuen Welt bot in prächtigen Kämpfen ſchöne Leiſtungen, aber der Beſuch war trotz des guten Wetters mit nur 4000 Perſonen recht mäßig. Die Kämpfe wurden mit dem 100 Meter⸗End⸗ lauf eröffnet, zu dem ſich Gillmeiſter, Schüller, Lammers, Körnig, ſowie das neue rheiniſche Talent Heidhoff qualt⸗ fiziert hatten. Die Amerikaner Bowen und Ham traten nicht an. Im Endlauf verurſachte Lammers zwei Fehl⸗ ſtarts, der Oldenburger konnte dann nur nochaußer Kon⸗ kurrenz mitlaufen. Körnig ging im Lauf ſofort in Führung und ſiegte ſehr leicht in 10,6 Sek. vor Schüller 10,9 Sek. und Lammers, der um eine Bruſtbreite hinter Schüller nur als Dritter einkam. Im 1000 Meter⸗Lauf ſpielte der Schwede Kellermann keine Rolle. Der Amerikaner Bullwinkle wurde von den beiden Deutſchen Lefebre und Neu ſtark bedrängt, er mußte ſich ſtrecken, um in:308 Min. knapp mit zwei Metern vor Lefebre⸗Düſſeldorf(früher Mannheim) (231,8 Min.) und Neu⸗Düſſelborf:31,8 Min. ſiegreich zu bleiben. Als Vierter kam Hobus⸗Hannover ein. Die 400 Meter gewann der Amerikaner Bowen wie⸗ der leicht in 49,6 Sek. vor Danz⸗Berlen. Einen 300 Meter⸗Lauf gewann Otto⸗ Duisburg in 37,4 Sek. vor Gillmeiſter⸗Hannover 378 Sek, und Morell⸗ Krefeld 40,2 Sek. Das 110 Meter⸗Hürdenlauſen brachte wieder einen har⸗ ten Kampf zwiſchen dem Amerikaner Anderſon und dem Schweden Petterſon, aus dem ernent Anderſon in 149 Sek. vor Petterſon(15,0) als Sieger hervorging. Harten Kampf und glänzende Zeiten gab es ſtber 3009 Meter, wo Schaumburg ⸗Münſter in:43,36 Min. knapp vor Helber⸗Stuttgart 844,2 Min. in Front blieb. Den dritten Platz belegte Kilp⸗Düſſeldorf in 858.8 Min. vor Diekmann⸗Hannover.. In der 4 mal 100 Meter⸗Staffel nahm der Sc. Char⸗ lottenburg Revanche für ſeine Niederlage am Vortag. Diesmal ſchlug der SC. die Amerkkaner in 428 Ser um einen Meter. 5 Im Weitſprung mußte der verletzte Amerkraner Ham aufgeben, Steger blieb Mölle⸗Düffeldorf mit 7,19 Meter vor Rauch⸗Köln mit 6,63 Meter. Den Stabhochſprung holte ſich wieder der Amerikaner Barnes mit:00 Meter vor den beiden Weſtdeutſchen Stechemeſſer und Borne, die je 3,60 Meter erreichten. Das Wimbledon-Turnier Frl. Krahwinkel/ Prenn in der Vorſchlußrunde Die allengliſchen Meiſterſchaften in Wimbledon brachten am Donnerstag inſofern eine Enttäuſchung, als Frl. Außem gezwungen war, auch im Gemiſchten Doppel auf die weitere Teilnahme zu verzichten. Der Fuß der Rheinländerin iſt ſo ſtark geſchwollen, daß Frl. Außem noch nicht auftreten konnte. Geſpielt wurde am Donnerstag nur in den Dop⸗ pel⸗Konkurrenzen, die Einzelwettbewerbe ruhten. Im Gemiſchten Doppel ſetzte das deutſche Paar Hilde Krahwinkel/ Prenn ſeine ſchöne Erfolgsſerie mit einem 671,:4⸗Sieg über die Engländer Pittman/ Peters fort. Die Deutſchen ſtehen nun in der Vorſchluß⸗ runde, wo ſie auf das Paar Mudford/ Crole Rees treffen, die durch die Streichung von Außem/ Tilden kampflos in ten Ryan/ Crawford durch ein:2, 376,:3 gegen E. Croß/ Alliſſon das Semifinale. Im Damen Doppel ſchalteten Croß /S. Palfrey das Paar Bennet/ Nuthall:6, 10:8, 613 aus. Sigart/ Hen⸗ rotin rückten durch einen 612,:2⸗Erfolg über Mathien/ Barbier eine Runde weiter, wurden dann aber in der Vor⸗ ſchlußrunde von dem Favoritenpaar Wills/ Ryan:2,:0 geſchlagen. Im Herren Doppel wurden bereits die Vor⸗ ſchlußrunden erledigt. Cochet/ Brugnon bezwangen Tilden/ Timmer:2, 476, 678, 613 und Gregory/ Collins ſchalteten BoxotraBouſſus.7,:3,:2 aus. DieTour de Frante Die zweite Etappe Wieder gutes Abſchneiden der Deutſchen Die franzöſiſche Radrundfahrt wurde am Donnersta mit der zweiten Etappe von Caen nach Dinan(165 Km. fortgeſetzt. Den Sieger ſtellten diesmal die Italiener in Guerra, der in:00,17 Std. mit über einer Minute Vorſprung vor dem Felde intraf. Die weiteree Plazierung lautete: 2. Binda⸗Italien, 3. Pelliſſier⸗Frankreich, 4. Lalvup⸗ Belgien, 5. Ledueg⸗Frankreich, 6. Nebe⸗Deulſchlan d. 23 weitere Fahrer wurden zuſammen auf den 7. Platz ge⸗ ſetzt, darunter auch die Deutſchen Man bhey, Wolke und Tietz. Von den übrigen Deutſchen beſetzten Sie⸗ koſt:Warte nur, Liebſter! Jetzt muß es noch ein Geheimnis ſein.. Das alles verſtand der gute Peter nicht. Es fehlte ihm trotz allen Wohlergehens etwas, was weſentlich zu ſeinem Leben gehörte, und ſeine Unruhe wurde immer größer. War es Heimweh, oder was be⸗ drängte ſein Blut und bedrohte ſeinen Sinn ſo feindlich? i Da begab es ſich, daß er an einem Sommerabend mit Elſa weit vor die Stadt hinausfuhr, wo nichts mehr war als Land und Stille. Und auf dem Roggen⸗ felde ſah er ein Mägdlein ſich mühen. Da ſchwang ſich Peter aus dem Wagen, warf Rock und Weſte von ſich, ſtülpte ſich die Hemdärmel hoch, nahm dem Dirn⸗ lein die Senſe aus der Hand und ſprach:Geh Du jetzt heim, Du ſchmales Ding. Ich will Dir den Roggen mähen. Die ganze Nacht hindurch. Morgen kannſt Du binden und Garben ſetzen. Jetzt weiß ich, was mir gefehlt hat dieſen ganzen Sommer: her die Senſe. Und das weiß ich auch: Es ſoll in meinem Leben keinen Sommer ohne Senſe mehr geben. Alſo hatte der Balſenpeter wieder heimgefunden zu ſich und ſeinem Blut, und es half kein Betteln und Flehen mehr von der ſchönen Elſa, bis ſie ihren Bubikopf in den Nacken warf und ein eiskaltesNa alſo! zum letzten Abſchied ſprach. Den Balſen Peter rührte es nicht mehr. Er fühlte den lang entvehrten Schweiß in Bächlein aus ſeinen Poren rieſeln, und je weiter er mähte, deſto wohler ward ihm. 8 Als aber am Morgen nach der durchmähten Nacht das ſchmale Dirnlein zum Garbenbinden kam und ihm Peterlein in die verwunderten Augen ſah, da lächelte er ſtill vor ſich: Dieſe Hände wird keiner küſſen als der, den ſie zuerſt gekoſt. Eher fließen die Bäche aufwärts. O Deutſche Bühnenwerke in Paris. Das Theater Mont Parnaſſe in Paris eröffnet ſeine neue Spielzeit unter der Direktion Baty mit derDrei⸗ groſchenoper von Brecht⸗Weill. Weiter ge⸗ langenHokuspokus von Curt Götz und Grand Hotel von Paul Frank zur Pariſer Erſtaufführung. die Vorſchlußrunde kamen. In der anderen Hälfte erreich⸗ gel den 81., Buſe den 35., Schön den 41. und Thie ra bach den 45. Platz. 8 b 5 Im Geſamtklaſſement, für das die drei erſten Fahrer jeder Nation gewertet werden, führen nach dem zweiten Tage Belgien, Italiene und Frankreich mit ge⸗ ringen Zeitdifferenzen knapp vor Deutſchland, während Spanien bereits weit zurückgefallen iſt. Mit dem Ab⸗ ſchneiden der deutſchen Fahrer, von denen man ja bei bieſer großen Prüfung nicht allzuviel erwarten darf, kann man auch am zweiten Tag zufrieden ſein. Die Henley ⸗Megatta Meiſter Boetzelen gewinnt auch ſeinen Zwiſchenlauf Der deutſche Skullermeiſter Gerhard Boetzelen vom Berliner RC. konnte am Donnerstag bei den Vorkämpfen zur Royal Henley⸗Regatta auf der Themſe einen weiteren ſchönen Erfolg erringen. Im Kampf um die Diamond Sculls im Großen Einer blieb der Berliner auch im Zwi⸗ ſchenlauf Steger, er ſchlug den Engländer Weſt in 10:02 Minuten ganz überlegen. Boetzelen trifft nun in der Vor⸗ entſcheidung am Freitag auf den kanadiſchen Favoriten Wright, der im Zwiſchenlauf den Engländer Beresſord ebenfalls überlegen in 10:00 Min. ausſchaltete. Für den zweiten Zwiſchenlauf qualifizierten ſich der Engländer Collet, der ſeinen Landsmann Guye in:59 Min. ſchlug und der Canadier Gueſt, der über den Oxforder Edwards in:95 Min. ſiegte. Fieſeler verunglückt Teilnahme an den Meiſterſchaften fraglich Der Deutſche Kunſtflugmeiſter Fieſeler hatte in Wien großes Pech. Bei einer Zwiſchenlandung auf den Rfichftug von Budapeſt brach an FieſelersTigerſchwolß⸗ ein Rad und dadurch wurden auch Fahrgeſtell, P dene und eine Tragfläche in Mitleidenſchaft gezogen. Der Sin f lers bei der Deutſchen Kunſtflugmeiſte 5 Sens. Samstag in Wiesbaden⸗Mainz und am. ln iſt damit in Frage geſtellt, zumal ſich bei der rauſchaf⸗ fung der Erſatzteile aus Kaſſel Zellſchwierigkeiten. Die Monteure arbeiten an der Wiederherſtellung der Mo⸗ ſchine Tag und Nacht und Fieſeler, der übrigens bei dem Unfall unverletzt blieb, hofft immer noch, den er ſchon ſeit zwei Jahren hät; noch 0 5 können. 5 Leichtathletikklubkampf BfR. Mannheim V. f. R. Heilbronn Am kommenden Sonntag,. findet auf dem VſR.⸗Platz bei den Brauereien der Klubkampf in der Leichtathletik zwiſchen Vf R. Heülbronn und VfR. Mannheim ſbatt. Der Kampf, der in den Difzipltnen Lauf, Wurf und Sprung ausgetragen wird, ſieht wels die zwei beſten Vertreter der beiden Vereine am Starz, ſodaß intereſſante Kämpfe zu erwarten ſind. Hauptſächlich die Kurzſtrecken und die Staffeln werden hart um⸗ ſtritten ſein. Waſſerſtandsbeobachtungen im Monat Juli Rhein Pegel] 28, 80..] 2. 4 Medar-Pegel] 80. 1. 7 Le. Baſel 148157 L. 41 5 S gaferinſe 2,12.10.042,02 13] Mannheim.83 998.55.20 Fehl.18 8,24.153,12.22 Jagſtfeld.72 9,9.88088 Maxau 5,10 5,67 5,064.57.04 Blochingen 0,260,26 9,22.28 Mannheim.16.05.01 396 8,90 Heilbronn 121 6.15118 Kaub.77260.582,56.49 Köln.45 2,48 2,40 2,332.25 Waſſerwärme des Rheins 22 C DD xxx Chefredakteur: Kurt Fiſcher Verantwortlich für Politik: H. A. Meißner Feuilleton: Dr. Steſan Kayſer- Kommunalpolitik und Lokales: i. V. Franz Kircher Sport und Vermiſchtes: Willy Müller- Handelsteil: Kurt Ehmer Gericht und alles übrige: Franz Kircher Anzeigen und geſchäftliche Mit⸗ teilungen: Jakob Faude, ſämtlich in annheim Herausgeber, Drucker und Verleger: Druckerei Dr. Haas, Neue Mannheimer Zeitung G. m. b.., Mannheim, R 1,6 Für unverlangte Beiträge keine Gewühr Rülckſendung erfolgt nur bel Ritctporto eee AAA Dꝛialat lei cles Hage Natürliche Mineralwasser Ln 2 eee Haupt-Niederlagen: 8 peter Rheus Embff. Wilhelm Müller jun. Telephon 26796 und 26797 Telepuon 21686 und 21612 85 Alu Aua Das Münchener Gärtnerplatz⸗Theater kommt nach Mannheim Das Bochumer Operettentheater, das in dieſem Sommer ein Operettengaſtſpiel im Roſen⸗ garten geben ſollte, iſt von ſeinem Vertrag mit der Stadt Mannheim zurückgetreten. Der Stadtverwaltung iſt es gelungen, an ſeiner Stelle das bekannte Münchner Theater am Gärt⸗ merplatz für die Sommer Operetten im Roſengarten zu verpflichten. Das Gaſtſpiel des Gärtner⸗Theaters wird am 19. Juli beginnen. Krolloper und kein Ende Drahtbericht unſeres Berliner Büros Berlin, 4. Juli. Der Aufſichtsrat der Städtiſchen Oper iſt am Donnerstag im Berliner Rathaus zuſammen⸗ getreten, um ſich mit dem weiteren Schickſal der Krolloper zu befaſſen. Der Aufſichtsrat hat einen endgültigen Beſchluß noch nicht gefaßt, ſondern einen Sonderausſchuß eingeſetzt, der die Frage ent⸗ ſcheiden ſoll. Wie man hört, ſoll jetzt auch die Lindenoper einen Teil der billigen Volks⸗ bühnenvorſtellungen übernehmen. Zudem iſt man ſich über die Höhe des Zuſchuſſes, den der preußiſche Staat für die Städtiſche Oper leiſten ſoll, noch nicht einig geworden. Die Stadt Berlin will 750 000% haben, während das Kultusminiſterium im Höchſt⸗ falle 500 000 4 bewilligen zu können glaubt. Kölner Kunſt in Chemnitz. Nach der Aus⸗ ſtellung100 Jahre Deutſche Zeichenkunſt(1750. 1850) veranſtaltete die Chemnitzer Kunſt⸗ hütte Mitte Juni bis Juli eine Ausſtellung der Werke Kölner Künſtler.. Wirkung der Arzt-Rechnung Arzt:Haben Sie meinen Rat befolgt? Wenig eſſen und dann ſoviel wie möglich zu Hauſe bleiben. Patient:Ja, nachdem ich Ihre Rechnung be⸗. zahlt hatte, blieb mir nichts anders übrig. *