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sten und er Ver- nige ört- aufe des werden um eine eind zu- 1 Gegen- annen in Ortschaft lchsstelle Panzer- 1e Infan- eben. Als öBen be Divisions- faßt und gsangriffe bschnitts ter Front ind seine lal zu ei- usammen. zataillons. 0 den rrollen Infanterie ten Nah- Panzern. lie unter verteidigt kes. Selbst der deut- sie die laft nicht ir elmann 1, 31. Den, 1- und penführen rkelmann, S Kaiser- e würdige e führen- Staat und Im Auf- e-Ober- ei Koppèe denen, der zum Ad- an worden altung bei S Reiches Kkheit hat erantwor- wonnenen Ende ge- für den rstorbenen eutschland statthalter S Führers r Sarg auf dem Ge. Waffen-Jÿ, ungen zur Friedhot n Sommer lizeiführer und war Metz und 1943 kam eh Krakau rgruppen- Zträgers n, 31. Dez. April 1893 Georg J. à, war am eil an der des La- gezeichnet Gumbin- in 16tägi- rbrochene nützen-Re- ntern und nen abge⸗ Oberst Iff- im Osten egsfreiwil⸗ sjäger zu Leutnant Ausschei- als land- id legte an Ue in Ber- wurde er t und 1937 rnommen. im Oberst. zer r, 31. Dez. kreuz des k e, Kom- n; Haupt- mmandeur Oberleut- npaniechef t; Ober- Kompanie- äger-Regi- der welt me er mit 1sofort an- 1nicht fül- a 1Iy5 He- nen Bericht ig der Ge⸗ ndon statt- jie seit dem Uuäungen im en versuch- klärten der ahestehende le etwa ein chen Flug- GmbE. ver- ..). Schrift- iser. Stellw. Julius Et. 5 Athen, Ende Dezember 1943. In Deutschland erhält man im Kleinver- kauf eine Schachtel Zündhölzer für fünf Reichspfennig. Die gleiche Schachtel kostet heute in Athen fünftausend Drachmen, das heißt, in dem Augenblick, da dieser Artikel geschrieben wird, werden fünftausend Drachmen dafür verlangt, und es liegt durchaus im Bereich der hierzulande herr- schenden Verhältnisse, daß bei der Ankunft des Artikels an seinem Bestimmungsort dieser Preis schon längst überholt ist. Vor einem Jahr zahlte mannur fünfzig Drachmen für seine Streichhölzer. Unter Zugrundelegung der immer noch gültigen Währungsparität zwischen Deutschland und Griechenland dürfte die Schachtel nach dem offlziellen Umrechnungskurs von:60 ganze drei Drachmen kosten. An diesem einfachen Beispiel ist die ganze Anomalie einer Wirtschaftslage zu erkennen, die ohne Steuerung von oben her in chaotischen Zu- ständen versanden muß. In Griechenland herrscht eine Inflation, die sich in jüngster Zeit wieder in einem wahnwitzigen Tempo mit täglich erschreckend ansteigender Kurve weiter entwickelt hat und längst zu einer Lawine angeschwollen ist, deren Lauf in Kriegszeiten aufzuhalten unmöglich er- scheint. Die Notenpresse kann mit den An- sprüchen des täglichen Zahlungsmittelbe- darfes kaum Schritt halten. Die derzeit höchste Banknote ist ein 25 000-Drachmen- Schein, von dem man eine ganze Bücher- tasche voll gebraucht, um etwa ein Hemd Zzu kaufen. Der Rausch der Zahlen hat den Handelsgeist unter der Akropolis nicht ein- zuengen vermocht. Der schwarze Markt, der seinen Namen eigentlich nicht mehr zu Recht trägt, da er im hellen Licht der Oef- fentlichkeit, also schon eherweiß, seine Geschäfte abwickelt, ist nach wie vor mit Waren reich versehen. Selbst der unschein- harste Gegenstand wird zur Ware, für die der Händler einen Käufer sucht und findet und die das Geld in Umlauf bringt. Wo der Handel weniger Werte zu bewegen hat, weil an ihnen Mangel herrscht, blüht der Ket- tenverkauf und die Preistreiberei. Das Oel ist wohl das dankbarste Objekt für die Schieber. Die werktätige Bevölkerung Athens begrüßte mit dem Ausdruck ehrlicher Zu- stimmung die Hinrichtung von zwei Schwarzhändlern, die auf Anordnung des deutschen Militärbefehlshabers kürzlich an einer der großen Ausfallstraßen der Stadt öffentlich gehängt wurden, weil sie mit geschobenem Oel Riesengewinne ein- geheimst hatten. Jeder dieser Schieber trug auf der Brust ein Schild mit der Inschrift: Feind des Volkes. Die griechische Regierung führt einen schweren Kampf gegen die Hintermänner dieser kleinen und großen Schwarzhändler. Nicht weniger hart ist ihr Kampf gegen die Kommunisten, die fortwährend Unruhe zu stiften versuchen. Wie ein Stück aus dem Tollhaus erscheint der Fall der über zwei- tausendPseudoinvaliden, die mit polizei- licher Gewalt aus den Krankenhäusern ent- fernt werden mußten. Diese asozialen Ele- mente hatten sich als angebliche Kriegs- invaliden in den Krankenhäusern und Sa- natorien eingenistet, die in kurzer Zeit zu Räuberhöhlen und Schlupfwinkeln für ver- brecher und Anarchisten wurden. Die Arzte und das Pflegepersonal wurden mißhandelt. Es war so weit gekommen, daß kein wirk- lich Leidender mehr in ein Krankenhaus aufgenommen wurde, weil diese unter kom- munistischer Führung stehenden Banditen niemanden in ihrenBau hereinließen. Bei der Großrazzia wurden allein in einem Krankenhaus vierhundertPatienten ver- haftet, von denen nicht ein einziger in ärztlicher Pflege oder Behandlung war. Da- gegen fand man bei ihnen Waffen, Mu⸗ nition, Rauschgifte, Lebensmittel, ganze Stofk- und Schuhlager und natürlich große Mengen kommunistischer Formulare und Aufrufe. Der mit der Ausräucherung und Verhaftung dieserKriegsgewinnler, die nebenbei auch noch ein Taschengeld von 100 000 Drachmen bezogen, gegebene An- schauungsunterricht hat so manchem Grie- chen die Augen geöffnet über die Aussich- ten, die sich ihm darbieten werden, wenn Hammer und Sichel über der Akropolis herrschen. Der deutsche Soldat steht auch hier auf der Wacht. Die durch den Ba- doglio-Verrat für kurze Zeit in den Ver- teidigungsring der Dodekanes-Inseln ge- schlagenen Breschen sind durch die Wie- dereinnahme der Inseln Leros, Kos und Samos wieder geschlossen. Der Zug der dreitausend auf Leros gefangengenomme- nen Engländer durch Athen war der sicht- bare Beweis für die Schlagkraft des deut- schen Soldaten, der auch hier gegen eine zahlenmäßige Ubermacht gesiegt hat. Die Vorliebe der Griechen für alles Eng- Usche erklärt sich aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Landes von London. Die griechischen Schiffe fuͤhren im Solde eng- lischer Firmen, die ihnen das Risiko àus- reichend bezahlten und obéndrein Waren noch und noch in das Land hineinpump- ten. Heute müssen die Griechen erkennen, daß eine solche einseitige Bindung auch mre fühlbaren Nachteile hat. Alle moder- nen Wohnungen Athens sind beispielsweise auf Olheizung eingerichtet. Ol zum Heizen kommt nicht herein, und so friert man um die Wette, denn auch der Stromverbrauch mußte streng rationiert werden, wie das Wasser. Ja, das Wasser gehört zu den rar- sten Artikeln des täglichen Bedarfs. Der Wasserbedarf der Hauptstadt Athen wird hauptsächlich vom Stausee in Marathon gespeist. Die Niederschläge in der diesjäh- rigen Regenzeit waren so gering, daſ nicht nur für jeden Haushalt eine bestimmte Höchstmenge für den Verbrauch festgesetat werden mußte, sondern außerdem täglich die Zufuhr um zehn Uhr vormittass abge- sperrt wurde Ein Trugbild des Friedens vermitteln noch die unzähligen Taxen, die zyꝗu Hunderten an den Straßenecken u auf den Plätzen parken. Woher beziehen sie das Benzin, ist die Frage, die man sich unwillkürlich bei ihrem Anblick vorlegt, denn auf legale Weise dürften sie kaum ihr Dasein fristen können. Solange die Ita- lener die Hauptbesatzunssmacht darstell- ten, war die schwarze Benzinquelle un- schwer zu erraten. Die deutschen Behör- dden haben auch hier energisch durchgegrif- niein fen und die Hälfte der Taxen sofort still- gelegt, während der Rest für je zehn Tage im Monat die Fahrerlaubnis erhalten hat, wobei Uberlandfahrten grundsätzlich ver- boten wurden. Aber die Griechen sind er- finderisch im Umgehen von Verboten. Sie finden immer wieder eine offene Masche, um ihrem sogenannten Freiheitsdrang zu frönen. Wohin der Weg Griechenlands in Zu- kunft führen wird, ist nicht leicht zu sa- gen. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist derart kraß ausgeprägt, daß die sozialen Gegensätze eines Tages sehr hart aufeinander prallen müssen, Die feindliche Propaganda schürt den unterirdischen Kampf mit allen Mitteln, aber die ord- nungsliebenden Elemente haben die Unter- stützung aller deutschen Stellen. Eine Hungersnot kann das Land, das sich aus Der Gegensatz zwischen arm und reich/ Der griechische Mensch im neuen Europa won unserem ständigen Berſlchterstatter ln Athem eigener Kraft zu ernähren außer Stande ist, nicht wieder erschüttern, denn Deutsch- land und Rumänien versorgen es mit dem Notwendigen, so daß ein jeder satt wird. Schließlich soll man den Eindruck, den Athen mit seinen Licht- und Schatten- seiten bietet, nicht mit Griechenland gleich- setzen. Die Bauern im Gebirge verkörpern opfernder mühevoller Arbeit unverdrossen seine Pflicht erfüllt und die Substanz er- hält, aus der die Kräfte der Erneuerung Wwachsen. Diese Schicht des griechischen Volkes ist immun und alle Einflüsterun- den der Propaganda. Sie wird auch die Kerntruppe stellen, wenn es morgen oder übermorgen darum geht, den Lebens- und Daseinsformen des griechischen Menschen im neuen Europa das Gesicht zu geben. F. W. Herzog. aeeeeee enee. Spaniens Haushaltsplan für 1944 Madrid, 31. Dez. Der spanische Finanzminister Benjumea führte in der Cortessitzung über den Haus- haltsplan für 1944 aus: Dem Heeresminister stehen die größten Mittel zur Verfügung, und zwar einschließ- lich des außerordentlichen Etats 2663 Mil- lionen Peseten gegenüber 1817 Millionen im vergangenen Jahre. Der Innenminister kann über 1341 Millionen gegenüber 1089 Millionen im vergangenen Jahre verfügen. Für öffentliche Arbeiten wurden 1477 Mil- lionen Peseten gegenüber 675, für die Ma- rine 746 gegenüber 296, für die Luftfahrt 657 gegenüber 410, für die Falange 173 gegenüber 154 Millionen eingesetzt. Die öffentliche Schuld beläuft sich auf 1580 gegenüber 1444 Millionen im Vorjahre. Für Erziehung sind 566 gegenüber 499 Mllio- nen vorgesehen. Erüchlerung und neue zpannung in lIsn Umschwung in der USA-Presse/ Die Lehre von Salerno/ Zweite Front vor Ende der Winteroffensive? Von unserem ständigen Südamerika-Vertretey) Buenos Aires, Ende Dez. Das Ende des Jahres 1943 steht im Zei- chen eines in die Augen fallenden Um- schwungs der USA-Presse. verschwunden ist die Aussicht auf einen baldigen Frieden, verschwunden sind die großen Hoffnungen und verschwunden ist auch die Gewißheit des Durchbruchs der russischen Winter- offensive bis Rumänien; und eine krampf- hafte Verherrlichung der Konferenz von Teheran mußte sehr realistischen und viel weniger schönen Aussichten Platz machen. Was geblieben ist, das ist die große An- sage derzweiten Front, die jedoch in Begleitung ungewöhnlich hoher Blutopfer mit recht geteilten Gefühlen aufgenommen wird. Es herrscht der Eindruck vor, daß der Umschwung durch seine Einheitlich- keit, die sich in der gesamten USA-Presse bemerken läßt, amtlichen Charakter trägt und von höherer Stelle vorgeschrieben sei. Doch dem ist nicht so, und der Meinungs- umschwung muß als Ausfluß einer völlig veränderten strategischen Lage angesehen werden. Im Vordergrund der öffentlichen Dis- kussion stehen die Augenzeugen- berichte, die in bemerkenswerter Offen- heit vom Ablauf der jüngsten Ereignisse an der Italienfront Kenntnis geben und größtenteils den Hauptinhalt der Wochen- schauen bilden. An Hand dieses anschau- lichen Materials sickert immer mehr die Erkenntnis durch, daß die USA-Truppen bei der Landung im Golf von Salerno nur ganz knapp an einer großen Kata- strophe vorbeigekommen sind. Die Lehre aus diesem Salerno-Unternehmen ist nach Meinung maßgeblicher Kreise die, daß künftige Landungen wesentlich besser vor- Erzausbeute auf den Philippinen Tokio, 30. Dez. Die Erzgewinnung auf den Philippinen hat, wie Domei aus Manila berichtet, be- deutenden Aufschwung genommen einen erheblichen Beitrag für die Krieg- führung geliefert. Insbesondere die Kup- fer- und Manganminen, deren Ausbau so- fort nach der Vertreibung der Amerikaner durch die japanische Militärverwaltung in Angriff genommen wurden, sind vollkom- men wieder eingerichtet und erreichten die vorgeschriebenen Sollzahlen. Diese Berg- werke sind bereits wieder in die verwal- tung der Philippinen übergegangen. Uber Erwarten hoch stellt sich die Chromaus- beute heraus, auch Kohle, Schwefel und Zink werden, sagt der Bericht abschließend, innerhalb der Verschiffungsmöglichkeiten nach Japan geliefert. 4 etwa an der europäischen Westküste a noch bedeutend schwieriger durchzuführen seien, da man dort mit einem ungleich stärkeren Widerstand zu rechnen habe. Man ist sich jedenfalls klar darüber und sibt dem auch freimütig Ausdruck, daß es die Truppen der USA mit einem Gegner zu tun haben, dessen Armeen alle bisheri- gen Gegner, denen Amerika in seiner Ge⸗ schichte gegenübertrat, weitaus überlegen sei. Dieses Urteil wurde inzwischen durch den Ablauf des Italienfeldzuges vollauf be- stätigt. Als besonders mißlich empfindet man die Tatsache, daß Deutschland trotz allen Mißgeschichks über genügend Reser- ven verfügt, so daß selbst größere Ge⸗ ländegewinne hedeutungslos seien, würden sie nicht bis zur Po-Ebene hinreichen, wozu kaum noch berechtigte Aussichten bestehen. Auch die große Hoffnung auf die russi- sche Offensive hat man nach den einge- gangenen Berichten aus Moskau begraben. Man weiß, daß selbst an den kritischsten Frontabschnitten die Deutschen immer wieder zum Gegenangriff antreten und wichtige Geländeverluste in kürzester Zeit zu egalisieren wissen. Man erkennt also in den USA, daß das Jahr 1944 mit bedeutend geringeren schönen Aussichten gestartet wird, als das Jahr 1943 nach ge- glückter Landung in Algier und den ge- wonnenen Schlachten von El Alamein und Stalingrad. Welche Hoffnungen bleiben unter diesen Umständen? Die Kritiker in den Staaten erklären, daß die einzige Hoff- nung auf Erfolg und raschere Beendigung des Krieges eine Invasion in Westeuropa habe, geben jedoch gleichzeitig zu, daß die Zeit immer stärker voranschreitet und im bereitet sein müssen, und Unternehmungen Zum fünften Male in diesem Kriege stehen wir an der Jahreswende. Dieser Tag wägender Rückschau reizt zum Vergleich der heutigen Kriegslage mit jener am Be- ginn des großen Völkerringens. Bei Kriegs- beginn, Anfang September 1939, war das Ein Büchcblids zur Jahreswende damalige enge Reichsgebiet von allen Sei- Hinhlick auf die russische Front gegen sie arbeitet. Man rechnet, daß Mitte März an ten durch starke Heere der Feinde an sei- nen Grenzen bedroht; die Polen standen 150 km östlich Berlin, die Franzosen am Rhein. Heute verteidigen unsere Truppen Deutschland fern von seinen Grenzen. Europa mit seinen Reserven an Rohstoffen und Menschen steht der deutschen Führung zur Verfügung. asien den noch] Anfang Dezem- ber 1941 be- stehenden Ring von Stützpunk--- ten der Feind- mächte durch- 2 brochen u. sich Machtbe- reich geschaf- fen, in dem es als gleichbe- . rechtige Macht unter Gleichberechtigten die Wohlstands- sphäre der freien Völker Großostasiens ge- staltet. Eine Milliarde Menschen schart sich dort unter Japans Führung gegen die plutokratischen Unterdrücker. So können Deutschland wie Japan an der Jahreswende auf Grund der gegenüber dem Kriegsbeginn erreichten Verbesserun- gen mit fester Siegeszuversicht in die Zu- im Volk den wertvollsten Teil, der in auf- und die Hauptlast der Blutopfer fordert. Errichtung der zweiten Front sieht, der Paris, Ende 1943 In Erwartung der großen Er- probung hat Marcel Déat, der Leiter einer der französischen Erneuerungsbewe⸗ gungen und der führende Publizist all die- ser Kreise insgesamt, einen Artikel über- schrieben über das Thema, daß auch fran- Zzbsischer Boden zu den Schlachtfeldern des Jahres 1944 gehören werde. Im Zeichen ei- ner Erprobung für Frankreich hat aber auch das Jahr 1943 gestanden und die rück- schauende Bilanz kann nicht die Feststel- lung sein, daß Frankreich in seiner Ge⸗ samtheit sie bestanden habe. Sehr im Ge⸗ genteil hat sich die französische Dissidenz in all ihren offenen und ihren unterirdi- schen Erscheinungen und Strömungen, in ihrer Entwicklung in Algier und ihren Aus- strahlungen auf das Mutterland als Doku- mentation verhängnisvoller Verirrungen und Verblendungen und Verzicht französi- schen Geistes auf seine vielgerühmte Ei- genart, gesunder Menschenverstand zu sein, erwiesen. Es hat seit einem Menschenalter, seit den Tagen Kerenskis, keine drasti- schere Darstellung der Konsequenzen jedes Kompromißlertums mit dem Bolschewismus gegeben als das Schicksal der Algier-Dissi- denz im Jahre 1943. Im Januar 1943 war der General Giraud Nachfolger Darlans. Giraud wurde zunächst von de Gaulle an die Wand gespielt. Hinter dem Präsidenten des Algierkomitees de Gaulle, der sich Meskau verschrieben hat, ist heute der wahre Herr der Kommunist Marty, Spezialkommissar Stalins, und ist Nogues ein Mann im Exil, sind Peyrouton und Boisson Angeklagte und Eingekerkerte. Der Weg aber in diesen Abgrund war gepflastert mit steten Konzessionen an Mos- kau und falschen Hoffnungen auf Washing- ton. Ein Mann nach dem anderen, ein Grundsatz nach dem anderen von Giraud geopfert, nur um das Resultat zu erhalten, nunmehr als Letzter der Seinen und als Einsamer und Ohnmächtiger zu verschwin- der Ostfront die Schneeschmelze eintritt und die Sowjetarmeen für mindestens drei Monate ausfallen läßt. Man ist auch ehrlich genug, zu gestehen, daß die anglo-amerikanischen Truppen allein nicht in der Lage sind, die deutsche Armee im Zuge einer Invasion zu schla- gen. Wird also die zweite Front schon im Januar oder im Februar des nun anbre- chenden Jahres kommen? Bei Beantwor- tung dieser Frage erhält man einen weite- ren Beweis für den inzwischen eingetrete- nen Stimmungsumschwung, da eine ge- wisse innere Ablehnung des Publikums, besonders aber auch der Fachleute aus Militärkreisen, diesem Invasions-Ex- periment gegenübersteht. Der vorge- sehene Chef der zweiten Front, General Marshall, hat inzwischen ja auf die Uber- nahme des Oberbefehls anscheinend ver- zichtet und ist von der Teheran-Konferenz über die Paziflk-Front nach Amerika zu- rückgekehrt. Ein solcher Oberbefehl war schon immer ein heißbegehrter Posten. Um s0 verwunderlicher ist es daher, daß Englän- der und Amerikaner sich die Verantwortung gegenseitig zuschoben. Von USA-Seite wurde der Britengeneral Alexander über den Klee gelobht und zumInvasionschef vorge- schlagen, und während die britische Presse den Amerikaner Eisenhower präsentierte, winkte man in Washington mit dem Hin- weis ab, daß die Berufung Eisenhowers eine kostspielige und zeitraubende Umgrup- pierung in den Kommandostellen im Mit- telmeer im Gefolge habe. Man ist sich wohl bewußt, daß eine Lan- dung in der Kanalzone bei schlechtem Wet- ter ohne Unterstützung der lahmgelegten Luftwaffe Wahnsinn sei, jedoch wird zu- gegeben, daß ohne diesen Wahnsinn die moralischen Folgen auf die russische Front von unabsehbarer Tragweite sein könnten. Für die Engländer ist es peinlich, daß Churchill durch seine Krankheit der Ver- antwortung enthoben ist und diese von Roosevelt allein übernommen werden muß. Damit wird aus einem rein mili- tärisch-strategischen Problem plötzlich ein innenpolitisches. Bisher waren derartige Fragen für die USA keinerlei Problem. Für sie galt der Grundsatz, für die Rüstung zu sorgen und die Bundesgenossen kämpfen zu lassen, während das Jahr 1944 nun von den USA Nach zweijähriger Kriegsdauer kann die Aufrüstung der USA als abgeschlos- sen betrachtet werden. Es heißt, das Han- delsschiff-Programm sei erreicht worden, während das Flugzeugbau-Programm nur in herabgesetztem Rahmen erfüllt wurde und nur die Kriegsmarine eine wesentliche Verstärkung angesichts der erheblichen Mehrbelastung an der Pazifik-Front er- fahren habe. Die durch den Darlan-Verrat wesentlich erleichterte Landung in Nordafrika und die Kapitulation der Badoglio-Truppen auf Pantelleria ließ die Meinung in den USA aufkommen, daß der ganze europäische Feldzug auf diplomatischem Weg durch Un- terminierung der Positionen der Achsen- staaten zu gewinnen sei. Seit Salerno ist dieser Traum jedoch ausgeträumt, zumal es nun auch einwandfrei feststeht, daß die Kampfmoral der deutschen Truppen unge- brochen und unerschüttert ist. Es muß also an Stelle des rollenden Dollars der Blutzoll der USA treten. 1944 ist das Wahljahr. In ihm wird jeder politische Schachzug doppelt bewer- tet. Das alte Jahr endet mit der Aussicht auf einen Streik der Eisenbahner und der Ankündigung neuer Steuergesetze. An Stelle der Zuversicht tritt die Wankelmütigkeit und Zwietracht. Alles drängt zu einer- sung, die man in politischen Kreisen in der Dezerleure und Bekennen Wird Frankreich seine Bewährungsprobe bestehen? Von unseremständisen Frankreich-Mitarbeiter den, und alle Versprechungen und Verhei- Bungen aus dem Wweißen Haus, dessen Günstling Giraud unbestritten war, sind Gescheiterten. Er ist nicht in Ungnade ge- die Ungnade Moskaus wog stärker als die konnte den General Giraud nicht vor dem bolschewistischen Verdikt retten. Lehre für alle in Frankreich, die im Geiste Girauds auf Wallstreet als den großen Schützer ge- gen jede Bolschewisierung gesetzt hatten! der Dissidenz in Algier Pate gestanden ha- ben. Enthüllungen dieses Jahres haben zu diesem Thema die aufschlußreichsten Dar- den mit den USA-Diplomaten und Offlzie- ren spannen und es waren Gestalten vom Schlage eines Lemaigre-Dubreuil, des Ol- magnaten und Finanzmannes, der mit dem amerikanischen Kapital verschwistert war und im goldenen Händedruck mit Morgan Frankreichs Zukunft und zweifellos auch Frankreichs Sicherung gegen den Bolsche- wismus pries und prophezeite, seine eigene nicht zu vergessen. Er ist heute längst in der Versenkung verschwunden und der Bund mit Amerika hat die Sowjets nicht von Frankreich ferngehalten, sondern vor Frankreichs Haustüre im Mittelmeer ge⸗- kührt und die Kernlande des französischen Empire dem Bolschewismus ausgeliefert. Wenn in diesen Tagen- als Symbol dieser nordafrikanischen Entwicklung 1943 die Generale der französischen Dissidenz um Rivalität um das Oberkommando, weil in Martys Händen die Entscheidung liegt, so ist Moskaus Herrschaft in Algier keine Be- hauptung mehr, sondern eine Realität. Es genügt schon nicht mehr, bei der Volksfront von 1936 gestanden zu haben, wie der General Lettre de Fassigny, um Moskau genehm zu sein, und de Gaulle ist schon einige Male sanft erinnert Worden, daß die Kommunisten vordem sehr anders über ihn geschrieben und seine Vergangen- heit, die im Zeichen des Bundes mit der City-Plutokratie gestanden habe, nicht ver- gessen haben. Die Geschichte des Mohres imFiesko, der nach getaner Schuldigkeit gehen konnte, ist auch Marty nicht unbe- kannt, der ohnehin kein Freund der franzö- sischen Generale ist. Und die schon lange Liste der abgesetzten und auch angeklagten Generale in Algier kann man mit einem Eisberg vergleichen, dessen unsichtbarer Teil auch den Namen de Gaulle trägt. Er War wichtig als der Toröffner, der den Wyschinski und Bogodon die Tore und Marty den Weg nach Algier freigab, er dient heute noch als Türhüter, aber daß er im Programm 1944 nur noch als Platzhalter flguriert, ist den klaren Beobachtern frag- los. Zu deutlich schon haben Stalins offl- Zzielle und inofflzielle Repräsentanten die Sowjetrepublik Nordafrikas als Parole der Zukunft ausgegeben, als das ihr Weg noch im Dunkel läge. Der Giraudismus kann Ende 1943 sich das haben, was Generationen französischer Offi- ziere und Beamten in einem Jahrhundert aufgebaut hatten. Er ist zur Vorfrucht des Bolschewismus wenn auch wider Willens. Seine Anhanger im Mutterland haben sich nach Kräften bemüht, in dieser Hinsicht nicht weniger hohlköpfig zu sein. Sie haben die heimliche Statisterie dessen gebildet, was einer, der die Dinge' richtig sieht, als den Bolsche- wismus bezeichnete, der seinen Namen noch nicht zu sagen wagt. Er nennt sichPa- triotismus und arbeitet mit Genickschüs- sen, Ladenraub und Straßenmord. Er will die Vorstufe für Bolschew'smus sein. Er lockt von dem trügerisch gebrauchten und mißbrauchten Wort Patriotismus ver- kührte Franzosen an sich und läßt sie zu Handlangern von Verbrechern werden und er spekuliert auf die in Nordafrika er- brobte Dummheit all dieser französischen Kreise, selbst ihrem Henker das Fallbeil zu schärfen. 4 Es ist ein Schauspiel nackten Selbstmor- des, das diese Kreise bieten, deren Ge⸗ kährten in Nordafrika schon vor der bol- schewistischen Guillotinekommission hen, während sie selbst noch dem Meuchel- mord Beifall klatschen, der sich morgen gegen sie selbst wenden würde, wenn die Mörder die Mächtigen wurden. Es ist das Schauspiel auch eines versuchten lbst- uin ausliefern würden, wenn nicht andere Kräfte sich gegen sie erheben würden. Es sei hier nicht gesprochen von der deutscnen Blutwelle aus Moskau schirmt, sondern von den Männern der französischen Erneue- rung, die die europäische Notwendigkeit und die Notwendigkeit Europa erkannt ha- ben. Es war ein bemerkenswerter Abschluß dieses Jahres, als in der größten Versamm- Anhänger⸗ der französischen Volkspartei Doriots, der volksnationalen Sammlungs- bewegung Déats und der französischen Miliz gen den Bolschewismus ablegten, der den Einsatz im Kampfe gegen ihn an der offe- nen Front im Osten und an der unterirdi- schen in der Heimat in sich schließt. In den Reihen der französischen Legion gegen den Bolschewismus und in den fran- 2⁵usischen Einheiten der Waffen-/j, die in diesem Jahre aufgestellt wurden. kämpfen diese Franzosen, die keine Scheuklappen anglo-amerikanischer Abstammung blenden, Verbrechen und die verbrecher im eigenen neue-Jahr. Es ist ein anderes Frankreich, das sich hier zeigt, als das der Flandin, Giraud und Boisson, das vor der Geschichte in Nordafrika seinen Bankrott gemacht und ihn in Frankreich selbst angemeldet hat. Es ist das Frankreich bei dem es liegt, die Bewährungsprobe, von der einer seiner Leiter sprach, zu bestehen. An den kranzö- sischen Deserteuren aus und an Europa hat sich ihr Schicksal erfüllt, das Schicksal Frankreichs ruht in den Händen derer, die aber die Fachleute mit größter Zurückhal- kunft sehen. DPZ tung entgegensehen. sich zu Europa bekannt haben. Dr. Alfred Ra pꝓ nur noch wehmütige Erinnerungen für den Gnadensonne Roosevelts und Washington Es waren die Kreise, die bei der Geburt die Gunst der Bolschewisten buhlen in der Urteil sprechen, in einem Jahr verspielt zu in Frankreich geworden, spricht von FrankreichsBefrerung und ste- mordes Frankreichs, das diese Blinden Sta- Darnands vereint den großen Schwur ge- gegen den Feind Europas und gegen die Lande. Das ist ein Programmpunkt für das kallen bei den Gönnern von gestern. Aber stellungen und Dokumente gebracht, sie haben die Männer genannt, welche die- Wehrmacht, die auch Frankreich vor der lung, die Paris seit langem erlept hat, die