2 5 Zim. 26464 nöbl. Dllſch 6887 ge, + ee babe Zonnement: 70 pfg. monatlich, Bringerlohn 50 Pfg., durch die Poſt inkl Poſtaufſchlag mR..42 pro Auartal Einzel⸗Hr. 5 Pfg. Inſerate: Kolonel⸗Seile 30 Pfg. Reklame⸗Seile„.20 H. Cäglich 2 Ausgaben(außer Sonntag) Beilagen: Nr. 178. Die Mittagsausgabe umfaßzt 12 Seiten. Telegramme. Blumenthals Nationalbund. * Straßburg, 16. April. Die Erſte Kammer des Land⸗ tages nahm in iher 8. Plenarſitzung das Geſetz über die Verfügung für Dienſtreiſen der Bezirksbeamten ſowie Notare und Gerichtsvollzieher in dritter Leſung ohne Debatte an. Vor Ein⸗ tritt in die Leſung des Etats erklärte der Abgeordnete Blumen⸗ thal, nur als Mitglied des Nationalbundes habe er die An⸗ griffe, die die Regierung gelegentlich der Etatsberatung in der Zweiten Kammer gegen dieſen erhoben habe, zurückgewieſen. Der Nationalbund ſei weder franzoſentreu, noch deutſch⸗ feindlich, er greife die Beamten nicht an, noch ſchädige er die Intereſſen des Landes. Er erſtrebe nur die volle Autonomie, Die Regierung habe aber den Nationalbund durch die Sozial⸗ demokratie bekämpfen laſſen.—Die Ausführungen Blumenthals über den Nationalismus erfuhren ſowohl von alldeutſcher wie von einheimiſcher Seite Ablehnung, ſodaß ſich Blumenthal in der Erſten Kammer ziemlich iſoliert fühlte. Schließlich wurde der Etat an die Budgetkommiſſion verwieſen, die um ſechs Mit⸗ glieder verſtärkt wurde. Nächſte Sitzung unbeſtimmt. »Der italieniſch⸗türkiſche grieg. * Nom, 16. April. Die Agenzia Stefani veröffentlicht einen eingehenden Bericht über die Vorgänge bei Macabez. Der Be⸗ richt hebt die Schwierigkeiten hervor, die bei Annäherung der Schifef an die Küſte ohne genaue hydrographiſche Karten zu über⸗ winden waren und die die erſte Ausſchiffung während der Nacht mit ſich brachte. Die Beſetzung des Forts Buchamen war die Auskundſchaftung des Kanals zwiſchen der Halbinſel und der Küſte vorangegangen,»ebenſo waren vom Kommandanten des Torpedobootes„Canopo“ und durch als Araber verkleidete Ma⸗ troſen in der Umgebung des Forts Erkundigungen vorgenommen worden. Die Einnahme des Forts durch eine Kompagnie Askaris mit Unterſtützung von Matroſen und Genieſoldaten war ein kühnes Werk. Die Askaris wandten ſich im Sturmlauf gegen das Fort und erkletterten die Bruſtwehr. Zu gleicher Zeit wurde die Landung der Truppen und des Kriegsmaterials auf de Halb⸗ inſel in Gegenwart des Generals Garioni fortgeſetzt. Es folgte am 18. April die erfolgreiche Operation der Askaris, die von der durch den Ghibliwind hervorgerufenen Dunkelheit begünſtigt, die Umgebung von Buchamez von den läſtigen Arabern reinigten. Die Askaris trieben unter Mitwirkung regulärer Truppen die Araber in der Richtung der tuneſiſchen Grenze in die Flucht. In den Verſchanzungen der Araber wurden viele Leichen und Ver⸗ letzte gefunden. Die endgültige Verbindung zwiſchen der Halb⸗ — und der Küſte iſt hergeſtellt. Der Kampf in Perſien. 5 * Tcheren, 16. April. Die Reiſe des Regenten nach Europa ſcheint nunmehr geſichert zu ſein. Die offizielle Zeitung „Aftab“ hat dieſe Reiſe mit der Notwendigkeit der Herſtellung beſter Beziehungen zu allen Großmächten begründet. Da die per⸗ ſiſchen Diplomaten verſagt hätten, müſſe der Regent ſelbſt perſön⸗ liche Verbindungen mit den europöiſchen Höfen herſtellen, um dadurch die Zukunft und Selbſtändigkeit Perſiens zu garantieren. Ob aber die längere Abweſenheit des Re⸗ genten von Perſien bei der gegenwärtigen kritiſchen Lage nicht er⸗ neute Komplikationen veranlaſſen wird, iſt abzuwarten, zumal da das Parlament ſtark unter dem Einfluß der Bachtiaren ſteht. China und die Mächte. * Peking, 16. April. Die Antwort der chineſiſcheff Regierung auf den Proteſt der Mächte gegen die engliſch⸗bel⸗ giſche Anleihe ſagt, die Regierung könne vom belgiſchen Syn⸗ diket keine weiteren Geldmittel mehr bekommen. Sie bittet die Internationale Finanzgruppe um Beiſtand und ſtellt feſt, daß wie Tangſchacyi erklärt, es auf beiden Seiten Mißverſtändniſſe gegeben * * Berlin, 17. April. Bei den wahlen in Neu⸗Kölln haben die Sozialdemokratie geſtern ſechs Mandate gewonnen, währent die alte bürgerliche Fraktion n die aneee 5 ie brei 8 verloren. der Stadt marben und Geleſenſte und verbreitetſte Feitung in Mannheim und Umgebung Schluß der Inſeraten⸗Annahme für das Mittagblatt morgens 9 Uhr, für das Abendblatt nachmittags 5 Uhr Amtliches Verkündigungsblatt für den Amtsbezirk Mannheim; Handels⸗ und Induſtrie⸗Seitung für Südweſtdeutſchland; Beilage für Literatur und Wiſſenf dhalt; Unterhaltungsblatt: Beilage für Cand- und Hauswirtſchaft; Mannheimer Schachzeitung; Sport⸗RKevue; Wandern und Reiſen und Winterſport; Mode⸗Beilage; Frauen⸗Blatt. zeiger TCelegramm · Adreſſe⸗ General-Anzeiger Mannbetur 4 Celephon⸗Nummern? Direktion und Buchhaltung 1449 Buchdruck⸗Albteilung.... 341 Redaktion 87¹ Exped. u. Verlagsbuchhdlg, 218 Eigenes Redaztionsburean in Berlin e ee 17. 1912. 1490 Tote. Newyork, 17. April. Die„Virginiam“ meldet, ſie ſei zuſpät gekommen, ſiehabekeine Geretteten an Bord, auch die„Pariſian“ hat keine Geretteten aufgenom⸗ men. Die Zahl der an Bord der„Carpathia“ befindlichen Ge⸗ retteten beträgt nach neueſter Meldung achthundert, demnach ſind etwa 1550 Perſonen umgekommen, Newyork, 16. April. Nach Montrealer Telegram⸗ Allanline noch geglaubt, die„Pariſtan“ könne Ueberlebende der „Titanic“ haben, da ſie nach Philadelphia beſtimmt ſei und nach Halifar fahre. Der Dampfer m. Halifax, 16. April.„Pariſtan“ den Schiffstrümmern die eine große Fläche bedecken, keine Perſonen auf den Schiffstrümmern befunden haben, dürften ſie erfroren ſein, ehe Hilſe gebracht werden konnte. Der„Pa⸗ riſian“ wird morgen hier eintreffen. PNewpyork, 16. April. Die Red Star Line erklärt offiziell, ſie habe ſichere Nachricht von der Olympie erhalten, baß die Zahl der von der„Titanic“ Geretteten 868 beträgt, mit benen die„Carpathia“ am Donnerstag nachmittag in New⸗ hork eintreffen wird. St. Johns(Neufundland), 16. April. Die Hoffnung, daß noch andere Paſſagiere, als die an Bord der„Carpathia“ befindlichen am Leben ſind, iſt aufgegeben worden Sämtliche Dampfer, die die Unglücksſtelle kreuzten, ſtellten die Suche ein. »Montreal, 16. April. Die Wetterſtation am St. Lawrence⸗Golf berichet, daß dichte Nebelmaſſen vor Neuſchott land lagern. Geſtern abend brach ein heftiges Gewitter aus, das oſtwärts weitergezogen iſt. Unter ſolchen Umſtänden dürfte wenig Hoffnung ſein, irgendwelche von den Ueberlebenden der „Titanic“ zu retten, die vielleicht noch auf Trümmern oder Booten umhertreiben. Halifax, 16. April, Das Kabelſchiff, Minia“ berichtet heute nachmittag drahtlos, daß ſie eine große Menge Schiffs⸗ trümmer, aber keine Boote der„Titanic“ geſichtet habe. Dieſe Nachricht zerſtört die Hoffnung, daß die„Minia“, welche bei Cape Race ankerte, als die„Titanic“ noch einige Ueberlebende aufgenommen hat. OLondon, 17. April.(Von unſ. Lond. Bur⸗ Die während der ſpäten Abendſtunden und in der Nacht eingetrof⸗ zerſtört, daß außer den 868 Geretteten von der„Titanic“, gäſte oder Mannſchaften des untergegangenen Rieſenſchiffes mit dem Leben davongekommen ſein können. Mithin beträgt die genaue Zahl der Todesopfer 1490 Menſchen. Wie bereits gemeldet, ſind die meiſten der Geretteten Frauen und Kinder, woraus mit Recht auf einemuſterhafte Dis⸗ ziplin der Mannſchaften geſchloſſen werden muß, welche die alte Seemannstradition, bei Schiffbrüchen zuerſt jene in Sicherheit zu bringen, welche ſich nicht ſelbſt helfen können, hochzuhalten wußten. Die Urſache der Aatuſtrophje. Hamburg, 16. April. Infolge mehrfacher an ihn ge⸗ richteter Anfragen um Mitteilung ſeiner Anſicht über die Ur⸗ ſache des Unterganges des Titanic äußerte ſich der General⸗ direktor Ballin eirtem Bertukter des Wolffbureaus Wege. über folgendermaßen: Im gegenwärtigen Augenblick iſt es natürlich noch unmög⸗ lich, eine beſtimmte Anſicht über die Urſache des Unterganges zu äußern. Man kann nur ſagen, daß die Schiffahrtsgeſell⸗ ſchaften auch aus dieſem Unglück lernen werden, daß ſie an dieſer e dauach miüſſen, die Die Kata trophe der,„Titanie“ men wird trotz der gegentelligen Berichte von Beamten der paſſierte auf ſeiner Fahrt viel Eis, konnte aber auf ben treiben-⸗ Ueberlebenden mehr auffinden. Selbſt wenn ſich noch die Schiffbrüchigen nichts anderes unt zuerſt nach Hilfe rief, rufe des„Titanie“ durch den fenen Meldungen aus Amerika haben die letzte Hoffnung welche die„Carpathia“ nach Newyork bringt, noch andere Fahr⸗ ——— ennn weitgehendſten modernen Sicherheitseinrichtungen noch zu ve beſſern, die nach unſerer Anſicht die großen Geſellſchaften i. dem bisher möglichſt erreichbaren Maß von Sicherheit ſchon geſchaffen hatten. Daß die Kataſtrophe mit der Größe, Geſchwindigkeit und der Art des Schiffes an ſich nichts zu hatte, liegt für jeden einſichtigen Menſchen auf der H Ebenſo iſt es meine feſte Ueberzeugung, daß auf dem alle modernen Sicherheitsvorrichtungen vorhanden Warum ſie nicht ausreichten, das Schiff vor dem Untergang bewahren, iſt eine Frage, die man augenblicklich noch ni antworten lann, ſondern erſt, wenn genauere Berichte über d Kataſtrophe vorliegen und von berufener Seite geprüft ſin dann wird man das Ergebnis aufs genaueſte ſtudieren, ſoweit es in Menſchenkraft ſteht, die Schlußfolgerungen für eit weitere Beſſerung der Sicherheitsvorrichtungen daraus zu zieht OLondon, 17. April. ſprünglich gehegt halte, daß im duagenbite des 1 55 „Titanic“ eines jener Schiffe in unmittelbarer Nähe hätte, die durch Funkenſpruch von dem Zuſammenſtoß mit dem Eisberg Kenntnis hielten, hat ſich leider als trügeriſ en. Man muß vielmehr annehmen, daß während der Ti ſank, Waſſer und Eis, Die Geretteten mehrere Stunden lang in den Booten he ehe die„Carpathia“ ſie aufnahm. Sie müſſen furchtk durchgemacht haben, denn es herrſcht 50 Die letzte Meldung des Kapitäus der 6 pathia“ lautete: 28 „Ich fahre nach Newyork, wenn ich keinen anderen Be erhalte, mit ungefähr 800 Geretteten. Nach Beſprechung Miſter Iſenay(dem Präſidenten der White Star Line) halte es für das zweckmäßigſte mit Rückſicht auf das viele Eis, Newyork zu fahren. Eine große Anzahl von Eisbergen ſich in unſerer Nähe, außerdem ein 20 Seemeilen Eisfel mit rieſigen Eisbergdecken“/ Später veröffentlichte die White Star Line ei gramm, in welchem die Zahl der Geretteten au 868 angegeben wurde. Die Meldung wurde Kapitän des Rieſendampfers„Olympic“ übermittelt. Ueber Johns wurde während der Nacht noch telegraphiert, baf Boote, die von der untergegangenen„Titanic herabgelaſſen den waren, aufgefunden wurden, deren Inſaſſen eben pathia“ an Bord nahm und daß keine anderen Perſ gerettet werden konnten. Diejenigen Dampfer, die au unkenapparat zur Un eilten, haben auch bereits gemeldet, daß ſie die Wei der angetreten haben. Das Eintreffen der Carpathia“ in Navport wird für nerstag, ſpäteſtens bis Freitag früh erwartet. Dazu Newyork gemeldet, daß die Zollbehörde Befehl gegeben bei der Zollreviſion keinerlei Schwierigkeiten gemacht ſollen. Ferner wird berichtet, daß ſich die Unglücke 1000 0 555 5 und 600 Se 90 weſtlich von Halifax e Regierung von mitteilen laſſen, daß die Stelle, wo das Rieſenſchiff ſan deſtens 2 Seemeilen tief iſt. Präſident Ta t ordnete an, 5 der kleine Kpenzer Sa ſofort der„Carpathia“ entgegendampf fe. Er iſt mit dem beſt Telefunkenapparat ausgerüſtet, welche ca. 1000 meilen wirkt, und 8 5 Aufgabe wird ſein, der Waſhington ſchnellſtens eine vollſtänbige Liſte G eretteten zu übermitteln. Endlich heißt es noch, in Newyork den Eindruck habe, daß die„Titan wenig Rettungsbvote beſaß, und es wird g det, daß die Regierung der Union hierüber Aufk 35 von der White Star Line verlangen werde, was nicht wahrſcheinlich iſt, da es ſich doch um eine b ſellſchaft handelt, welcher die amerikaniſche Regierung et ſchriften machen kann. Berlin, 16. April.(Von unſ. ſ. Berl. London wird telegrophiert: Nach einer Meldun faſt führte die„Titanic“— Nettungs bo deren jedes 60˙ Perſonen faßte. Offenbar e mit eee ee
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(17.4.1912) 178. Mittagsblatt
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