4 der 8..8. = nn de d „neeereeeendneen Mannheim, 17. Apru. General⸗Auzeiger, Badiſche Neneſte Nachrichten.(Mittagblatt. 3. Seite. für die Etatsverſtärkung des Tekegrapßenbafafflons in Kark⸗ ruhez der Geſamtvoranſchlag beträgt 337 300., von denen einſchließlich der jetzigen Forderung 247 000 M. bewilligt ſind. Weiter einen Poſten von 40 000 M. als erſte Rate für den Ent⸗ wurf und Grunderwerb zum Neubau einer Kaſerne einer Ma⸗ ſchinengewehrkompagnie in Freiburg i. Br.; die Geſamt⸗ koſten ſind auf 204000 M. angegeben. Eine Summe von 100 000 Mark wird als erſte Rate angefordert zu Ergänzungsbauten für die Unterkunft eines Scheinwerferzuges in Kehl beim Pionierbataillon Nr. 14; die Geſamtkoſten betragen 126000 M. Je eine Maſchinengewehrkompagnie kommt nach Mannheim und nach Raſtatt, für die ebenfalls die erſten Raten in Höhe von 40 000 M. bezw. 20 000 M. verlangt werden, während für die Maſchinengewehrkompagnie in Offenburg die Kaſerne mit ½ Million verauſchlagt iſt, von der 120 000 M. angefordert werden. Die Koſtendeckung. Zur Koſtendeckungsvorlage ſchreibt die„Köln. Ztg.“: Im ganzen betrachtet, erſcheint die etatsrechtliche Behand⸗ klung der Koſtendeckung für die Wehrvorlagen als eine Ab⸗ weichung von den Wermuthſchen Etatsgrundſätzen, weil die zielbewußte Progreſſion der Schuldentilgung aufgegeben wird. Ob man auf die jetzt vorgeſchlagene Art gleichzeitig eine Stär⸗ kung unſerer Wehrmacht auf der einen und eine dauernde Sicherheit der Reichsfinanzen in ihren Grundlagen auf der anderen Seite erreichen kann, muß die Zukunft lehren, der auch die verbündeten Regierungen nicht allzu hoffnungsfreudig ent⸗ gegenſehen. Sie geben in ihrer Denkſchrift offen zu, daß ihre Deckungsvorſchläge nur unter der Vorausſetzung ausreichend ſind und zu dem Ziele führen, daß die gegenwärtige wirtſchaft⸗ liche Jage ſich nicht fühlbar verſchlechtert und keine beſonderen neuen Anforderungen an das Reich herantreten. Andernfalls machen ſie ſich bereits auf die Erſchließung neuer Gin⸗ nahmequellen gefaßt. er auf dem Standpunkt ſteht, daß man ohne neue Einnahmen nicht zugleich die Wehr ver⸗ ſtärken und die Schulden tilgen kann— und auf dieſem Stand⸗ punkt wird ein guter Teil des deutſchen Volkes ſtehen—, der hätte lieber geſehen, wenn an Stelle der ihrer Zentrumsherkunft hinreichend verdächtigen Etatiſierungskunſtſtücke von Anfang an die Arbeit rein, überſichtlich und ganz gemacht worden wäre. Deutsches Reich. — Der Schutz des Koalitionsrechtes. Gelegentlich einer ſozialdemokratiſchen Interpellation über das e der Po⸗ lizei in Plauen gegen Streikpoſten erklärte der Miniſter Graf Wothum in der ſächſiſchen Zweiten Kammer, die Regierung wünſche durchaus, daß die Polizei das Koalitionsrecht der Ar⸗ beiter genau ſo beachte wie das der Unternehmer. Die Regie⸗ rung lehne daher den Wunſch der Unternehmer, ſie einſeitig gegen Streikpoſtenſtehen zu ſchützen, ab. Die Polizei habe ſich edes Eingreifens in die Lohnkämpfe zu enthalten und ſich ledig⸗ lich auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu be⸗ ſchränken. Mehr ſei auch in Plauen nicht geſchehen. — Die Tre gegen Tirpitz. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ ſchreiht: In en Sache. Der Abg. Haußmann hat in zwei verſchiedenen Artikeln, einmal in der Zeitſchrift„März“ vom 6. April und das andere Mal in der„Frankſurter Zeitung“ vom 18. April die Behauptung aufgeſtellt, daß das Reichsmarineamt „in einem hochoffiziöſen hiſtoriſchen Aufſatz“ der Nordd. Allg. Zeitung vom 1. Oktober 1911 ſeine eigenen Verdienſte und ins⸗ beſondere die des Großadmirals v. Tirpitz um die Propagie⸗ rung des Flottengedankens ins wahre Licht geſtellt und gerühmt habe. Demgegenüber halten wir uns für verpflichtet, feſtzu⸗ ſtellen, daß der in Frage ſtehende Artikel weder vom Reichs⸗ marineamt verfaßt, noch von dort angeregt worden iſt, noch vor ſeiner Drucklegung irgendeiner Stelle der Maxrinebehörde vor⸗ gelegen hat. 7 189 eeeeeeeeeeeeeerme, Badiſche Politik. Der Bericht über die Vollverſammlung der Sandwirtſchaftskammer im Jahre 1911 iſt im Druck erſchienen, und kann von der Laudwirtſchaftskammer in Karls⸗ xuhe, Stephanienſtraße Nr. 43, bezogen werden. Auf rund 500 Seiten gibt er ein anſchauliches Bild von der Tätigkeit der Land⸗ wirtſchaftskammer im verfloſſenen Jahre. Da ſein Bezugspreis mit 50 Pfg. ein äußerſt billiger iſt, ſo kann er den Landwirten zur Anſchaffung nur beſtens empfohlen werden. 5 MKarlsruhe, 16. April. Der Zweiten Kammer gingen heute folgende Petitionen zu: des Vereins badiſcher Landſtraßenwärter um eine über den Vorſchlag der Großh. Re⸗ gierung im Staatsvoranſchlag für 1912.13 hingusgehende Beſſer⸗ ſtellung der Landſtraßenwärter; des Gemeinderats Radolfzell gegen die Petition der Stadt Singen nebſt 24 Gemeinden um Er⸗ richtung eines Amtsgerichts in Singen; des Landesverbands ba⸗ diſcher Bau⸗ und Maurermeiſter um Abänderung des§ 29 der Landesbauordnung; des Eiſenbahnkomitees und des Gemeinderats Oeſtringen, betreffend den Bau einer Bahn von Mingolsheim nach Oeſtringen; des Vereins mittlerer badiſcher Verwaltungs⸗ beamten, betreffend die Anſtellung⸗ und Beförderungsverhältniff dieſer Beamten; der Geſellſchaft borm. G. Sinner in Karls Landtagsabgeordneten ſind bereits ſeit geſtern hier und haben in Grünwinkel, die Branntweinſteuer betreffend; des baodiſchen Lehrervereins, die Gehaltsverhältniſſe der Volksſchullehrer und Volksſchullehrerinnen betreffend. Lahr, 16. April. Bei der geſtern vorgenommenen Stadtrats⸗Ergänzungswa,hl erhielt der vom libe⸗ ralen Verein aufgeſtellte Metzgermeiſter und Wirt Friedrich Holweg alt 62, der von der ſozialdemokratiſchen Partei aufge⸗ ſtellte Schneidermeiſter Georg Baumert 17 Stimmen. Herr Hollweg iſt ſomit zum Stadtrat gewählt. Bei der nach⸗ folgenden Erſatzwahl für 5 ausgeſchiedene Stadtverordnete wur⸗ den gewählt: drei der nationalliberalen Partei und je einer der fortſchrittlichen Volkspartei und der ſozialdemokratiſchen Partei. Die Kandidatenliſte entſpricht einem Uebereinkommen zwiſchen dieſen drei Parteien. Zum Tode Heimburgers. JKarlsruhe, 16. April. In den erſten Vormittags⸗ ſtunden trug heute der Draht die Meldung durch das Badener Land, daß einer ſeiner treueſten Söhne die Augen zum ewigen Schlummer geſchloſſen: In der bei Achern gelegene Heilanſtalt Illenau erlöſte um die ſiebente Morgenſtunde der Tod den früheren Führer der Fortſchrittlichen Volkspartei, Herrn Dr. Karl Heimburger von einem ſchweren Leiden. Der Verblichene, der unberheiratet war, wurde am 1. November 1859 in Ottenheim (A. Lahr) geboren. Er beſuchte die Gymnaſien in Lahr und Frei⸗ burg und ſtudierte dann an den Univerſitäten Freiburg, Leipzig und Heidelberg Philologie; 1887 promovierte er und machte dann im ſelben Jahre ſein Staatsexamen. Im gleichen Jahre wurde er Lehramtspraktikant am Gymnaſium in Bruchſal, 1891m an der Realſchule in Karlsruhe; 1892 wurde er Profeſſor an der Ober⸗ realſchule in Karlsruhe und war von 1905—1910 Direktor am hie⸗ ſigen Realgymnaſium. Von 1893 bis 1911 war er Stadtverord⸗ neter, von 1891 bis 1895 und von 1897—1911 vertrat er im Land⸗ tag den Wahlkreis Lahr⸗Land. Die Nationalliberale Partei wird des Verſtorbenen ſtets ehrend gedenken, denn er hat es verſtanden, die Beziehungen zwiſchen den beiden liberalen Parteien günſtig zu geſtalten. Ihm iſt das Zuſtandekommen des liberalen Blocks mit zu verdanken. Die nationalliberale Landtags⸗ fraktion richtete an den Fraktionschef der Fortſchrittlichen Volkspartei folgendes Schreiben:„Mit aufrichtiger Teilnahme haben wir die Kunde vom Heimgange Ihres treuen Partei⸗ freundes, unſeres hochverehrten Kollegen, Abgeordneten Dr. Heim⸗ burger vernommen, dem nach langem und ſchwerem Krankenlager der Tod endlich als Erlöſer nahte. In dem allzu früh Verbliche⸗ nen betrauern wir mit Ihnen und Ihrer Partei einen ehren⸗ werten, kerndeutſchen Maun, einen liebenswürdigen Menſchen, einen für die Gemeinſamkeit des Liberalismus tätigen Politiker, ſowie ſchließlich einen um unſer badiſches Heimatland hochverdien⸗ ten Parlamentarier. Wir werden Dr. Karl Heimburger immer⸗ dar ein ehrendes Andenken bewahren und ſein Gedächtnis als des eines treuerprobten ſtets zuverläſſigen Kampfgenoſſen in Treuen lebendig erhalten.“ Aus der Partei rr. Baden⸗Baden, 16. April. Der Jungliberale Verein Baden⸗Baden hielt geſtern abend im„Löwen⸗ bräu“ hierſelbſt ſeine diesjährige ordentliche Generalverſammlung ab, welche ſich eines zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatte. Nach Begrüßung der Anweſenden durch den Vorſitzenden, Herrn Stadt⸗ rechtsrat Elfner, erſtattete der Schriftführer, Herr Real⸗ lehrer Ziſchka, den Jahresbericht, welcher erkennen ließ, daß die Tätigkeit des Vereins, insbeſondere während der ſtädtiſchen Wahlen und der Reichstagswahlen eine außerordentlich rege war. Nach dem von Herrn Kaſſier A. Birkemeier erſtatteten Kaſſenbericht erfolgte die Neuwahl des Ausſchuſſes, welche die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder ergab. Im Laufe der Be⸗ ratung zon Wünſchen und Anträgen wies Herr Landtagsabgeord⸗ neter Kölblin darauf hin, daß der Verein nunmehr 10 Jahre ſeines Beſtehens hinter ſich habe und in dieſer Zeit dank der regen Wirkſamkeit ſeines Vorſtandes und ſeiner Mitglieder tüchtige politiſche Arbeit geleiſtet habe. In der Diskuſſion über den in Oberkirch ſtattfindenden Vertre⸗ tertag und über den nationalliberalen Parteitag in Berlin, an welcher ſich die Herren Stadtrechtsrat Elfner, Landtagsabgeordneter Kölblin, Rechtsanwalt Dr. Zabler und Reallehrer Ziſchka beteiligten, ergab ſich volle Uebereinſtimmung der Anſichten über die durch die Beſchlüſſe des Zentralvorſtandes geſchaffenen Lage und über die von den Jungliberalen einzuhal⸗ tenden Richtlinien. Um 12 Uhr wurde die Verſammlung vom Vorſitzenden geſchloſſen. Padiſcher Landtag. Nach den Oſterferien. J Karlsruhe, 16. April. Die Vertreter unſeres Badener Landes nahmen heute die vor zwei Wochen unterbrochene Arbeit wieder auf. Die meiſten Fraktionsſitzungen vorbereitente Beſchlüſſe gefaßt. Die Zahl un⸗ ſerer Abgeordneten iſt ſeit den Wahlen im März im 27. Landtags⸗ wahlbezirk Lahr⸗Land, die mit dem Siege des liberalen Kandidaten endeten, wieder vollzählig. Bekanntlich war dieſer Wahlkreis einige Zeit verwaiſt. Sein Inhaber lag ſeit mehreren Monaten krank in der Anſtalt Illenau und zwar unheilbar krank. Im Winter 1910/1 mußte der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Heimburger infolge eines hartnäckigen Nierenleidens längere Zeit das Bett hüten. Später ſickerte dann die traurige Kunde durch, daß man den Kranken infolge beginnender Gehirnerweichung nach Illenau verbringen mußte. Heimburger konnte in dieſer Saiſon an den Verhandlungen des Landtags nicht mehr teilnehmen. 15 Da ſein Zuſtand leine Beſſerung erhoffen ließ, wurde in ſeinem Wahlkreiſe am 22. März l. Is. eine Erſatzwahl vorgenommen. Sein Nachfolger wurde Zuchtinſpektor a. D. Hink in Gun⸗ delfingen. Dieſer wurde zu Beginn der heutigen Sitzung vereidigt Im Anſchlß an die Vereidigung machte Präſident Rohrhurſt dei Hauſe Mitteilung von dem Ableben Heimburgers. Fürwahr ein ſeltſames Zuſammentreffen! Der Präſident widmete dem Verſtor⸗ benen einen ehrenden Nachruf. In ſeiner Eröffnungsrede gab Herr Rohrhurſt der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeiten der Zweiten Kammer einen gedeihlichen Fortgang nehmen und einen den Intereſſen unſeres Landes dienen⸗ den, nicht zuſpäten Abſchluß finden mögen. Zum zweiten⸗ male nahm die Kammer dieſe Mahnworte mit eiſigem Schweigen entgegen. Zur Beratung ſtand heute der Entwurf über die Abänderung des Wandergewerbeſteuer⸗ geſetzes. Der Budgetkommiſſion war der von der Regierung vorgelegte Entwurf nicht einſchneidend genug, daher erhöhte die Kommiſſion die Steuerſätze um 1 Prozent des Warenwertes. Die Sprecher der bürgerlichen Parteien befürworteten die Annahme des Entwurfes, nur die Sozialdemokratie ließ erklären, daß ſie darin kein Mittel zur Hebung des Mittelſtandes erblicken könne. Von unſerer Partei ſprach der Abg. Pfefferle, der in über⸗ zeugender Weiſe darlegte, wie ſehr das ortstanſäſſige Gewerbe, die bodenſtändigen Geſchäftsleute unter dem Wanderlagerweſen zu leiden hätten, wie die Warenbeſtände infolge des langen Lagerns nicht beſſer werden, wie die Zinſen verloren gehen. Kein Wunder, wenn die Stimmung der eingeſeſſenen Kaufleute gegen die Wan⸗ derlagerbeſitzer nicht die roſigſte iſt. Die Regierung ließ durch Finanzminiſter Dr. Rheinboldt verkünden, daß ſie mit der Er⸗ höhung der Steuerſätze einverſtanden ſei. Schließlich wurde der Entwurf in der Form der Kommiſſionsvorlage einſtimmig an⸗ genommen. Die kommenden Tage zählen in unſerer parlamentariſchen Seſſion zu den intereſſanteſten und lebhafteſten. Zur Beratung 8 ſteht das Budget des Gr. Miz ſteriums des Innern. Heute kamen nur der Berichterſtatter Kopf(Zentr.) und der Sprecher der So⸗ zialdemokratie zu Wort. Der Abg. Kolb zollte der Regierung im allgemeinen Anerkennung; früher vorgebrachte Klagen über kleinliche Handhabung der Geſetze ſeien verſtummt, das Vereins⸗ und Verſammlungsgeſetz werde in liberalem Sinne gehandhabt. Im zweiten Teile ſeiner Ausführungen wandte ſich Kolb gegen die Regierung wegen der Haltung, die ſie während des Raſtatter „Streiks eingenommen hatte. Seine Rede gipfelte in dieſer Hinſicht in dem Gedanken: Die Bezirksämter ſollten bei Ausbruch eines Streiks die Schutzleute nicht zum Schuße Arbeitswilliger beordern, ſollen nicht Partei für die Unternehmer und Streikbrecher und gegen die Streikenden ergreifen. Morgen folgt zunächſt der Bericht des Vorſitzenden der Wahlprüfungskommiſſion über das Erg nis der Prüfung ber Wahl des Abg. Hink und dann wird in de Beratung des Budgets des Gr. Miniſteriums des Innern fort zZZJ 2 C. Mannhlfeimer Schwurgericht Als erſter Fall wurde geſtern eufgeruſen die Anklage gegen den 20 Jahre alten Laboranten Nik. Berlinghof aus Plankſtadt wegen 88 verſuchter Notzucht. Deu Vorſitz führt Landgerichtsrat Dr. Hanemaun, als Ver⸗ treter der Anklage trat auf Staatsanwalt Hoffarth, während die Verteidigung in den Händen von Rechtsanwalt Dr. Hoerner lag. Der Angeklagte hatte am 28. Januar d. J. beim Kaiſerball in Plankſtadt das Auge auf ein 18jähriges Mädchen aus Eppelheim ge⸗ worfen, deſſen loſe Reden ihn auf die Vermutung brachten, daß es leicht zu erobern ſein werbe. Als er daun nachts das Mädchen und eine Kameradin von ihr nach Eppelheim begleitete, wurde er, trotz der Gegenwart der anderen, zudringkich, begegnete aher unerwarteten Widerſtand, worüber er ſo erbittert wurde, daß er das Mädchen mil Totſtechen bedrohte. Die Geſchworenen erklärten den Augeklagten für nichtſchuldig, worauf ſeine Freiſprechung erfolgte. Der nächſte Fall hatte zum Gegenſtand die von Staatsauw. Hof. farth vertretene Anklage gegen den 32 Jahre alten Landbrieſträger Franz Herold aus Edingen wegen Unterſchlagung im Am ke. 5 Als Landbriefträger in Edingen hatte Herold im letzten Winter in 17 Fällen Beträge von Poſtanweiſungen veruntreut und zur Ver⸗ deckung der Fehlbeträge mehrere Poſteinlieferungsſcheine gefälſcht. — 2 erſtmals ßier gehörten 94. Pfalm für Orgel von Jultu⸗ (1834—1888,. Das kühn konzipierte, durchaus moberne ſymphoniſche Werk des ſeider ſo früh verſtorbenen Liſzt⸗Schülers birgt in monu⸗ mentalen Formen eine ganze Welt ſeeliſcher Empfindungen. Serr Jandmann bot dasſelbe in orcheſtraler Farbengebung. Die große Aufgabe gab ihm erneut Gelegenheit, die Vorzüge feiner Inter⸗ pretationskunſt wie die Vortrefflt des prächtigen Orgelwerkes der Chriſtuskirche ius rechte Licht zu ſetzen. Frau Hafgren⸗Waag, die mit Herrn Hofmuſtker Johs. Stegmann zur Mitwirkung gewonnen war, ſaug drei Lieder von Hugv Wolf mit Orgel⸗ ſowie den 28. Pfalm von Lifzt mit Harfen⸗ und Orgelbegleitung. Ihre glänzenden Stimmiktel und ihr Vortrags⸗ talent entfalteten ſich am freieſten im Liſzt'ſchen Pſalm. Weniger lagen r die Wolf'ſchen Lieder, deren Wirkung durch ein allzu ſtarkes Vibrato beeinträchtigt wurde. Erfahrungsgemäß gewährt auch dem muſikaliſchſten Sänger der beſonders geartete Orgelklang geringere Skützpunkte, als otwa das Orcheſter oder Klavier, und zwiſchen drama⸗ tiſchem und kirchlichem Geſang iſt doch ein erßheblicher Unterſchied. Herr Landmann führte die Orgelbegleitungen anſchmiegend aus, und als ſicherer Beherrſcher ſeines Juſtruments erwies ſich Herr Stegmaun. ck. eeeeeeeeeeer Kunſt, Wiſfenſchaft und Feben. Maſſenets neue Oper. Aus Paris wird uns berichtet: Am 21. 83. Mts. wird iint der Pariſer Großen Oper Maſſenets neues Werk ſeine Mrauf⸗ führung erleben, die Oper„Roma“, die kürzlich vollendet wurde und in Frankreich noch nicht gegeben worden iſt. Die Hand⸗ kung des Werkes ſtützt ſich auf eine Dichtung des verſtorbenen Alexander Paroli. Rom iſt von Hannibal beſiegt, die von Emilius dem karthagiſchen Eroberer entgegengeführten gionen ſind geſchlagen; nur Lenthulus entging dem Tode, um blutbedeckt die Trauerkunde von der Niederlage in die Stadt zu bringen. Doch der Pontifer Maximus befragt das Drakel und verkündet dann dem Volke, daß die Niederlage ein Zeichen vom Zorn der Götter ſei. Er entdeckt dann auch die Urſache des göttlichen Zornes: die Veſtalin Fauſta liebt heimlich den Lenthulus. Und dieſe verbrecheriſche Biehe wird noch g von dem Gallier Veſtapor, der heimlich Rom den Reubke iſt beſiegt, das ewige Rom gerettet. forſchung der Polarländer praktiſch mitzuarbeiten. Untergang geſchworen hat und den göttlichen Zorn noch ſtei⸗ gern will, indem er die Liebenden zur gemeinſamen Flucht überredet. Er öffnet ihnen die Pforte zu einem unterirdiſchen Gang, durch den ſie aus Rom entfliehen: zu ſpät greift der Pontifer Maximus ein. Doch von Gewiſſensbiſſen gemartert kehrt Fauſta zurück und liefert ſich dem römiſchen Senat aus: ſie will nicht ihr Vaterland verderben. Der letzte Akt ſpielt auf dem Totenfeld: Fauſta ſoll lebendig begraben werden. Um ihr dies Schickſal zu erſparen, erſticht die blinde Großmutter während einer Umarmung das Enkelkind. Während der Leich⸗ nam der Beſtalin in die Gruft geſenkt wird, erſcheinen, vom Volk umjubelt, die von Scipio geführten Legionäre: Hannibal Der Mißerfolg der japaniſchen Südpolarexpebition. Das Expeditionsſchiff der japaniſchen Südpolarexpedition, die Kainam Maru, iſt, wie bereits kurz gemeldet wurde, auf der Rückreiſe aus der Antarktis in Wellington auf Neu⸗Seeland eingetroffen, und man war ſich im Ungewiſſen, welche Erfolge die von Leutnant Schiraſe geleitete Expedition errungen hatte. In Tokio iſt jetzt ein Telegramm eingetroffen, das von Schiraſe tammt und lakoniſch meldet:„Wellington eingetroffen, alles mwohl, Expedition jedoch geſcheitert.“ Zugleich ſoll Leutnant Schiraſe an die japaniſche Regierung telegraphiert und um 40 000 M. gebeten haben, um die Unkoſten zu decken. In wiſſenſchaftlichen Kreiſen ſtand man dieſer haſtig ausgerüſteten Expedition von Anfang an ſkeptiſch gegenüber und beachtete ſie nur als ein intereſſantes Symptom dafür, daß nun auch Japan eſonnen ſcheint, an der Arbeit der Kulturvölker bei der Er⸗ Der„Aiglon“ als Flugmaſchine. Aus Paris wird uns berichtet: Nun hat auch Sarah Bernhardt zur Verſtärkung der franzöſiſchen Luftflotte oder wenigſtens das ihrer Theatergäſte beigetragen: Vorgeſtern konnte ſie dem National⸗ fonds für die frauzöſiſche Fliegerarmee die Summe von 16 000 über⸗ reichen. Sarah Beruharöt hat das Geld in ihrem Theater perſönlich hütung des Fettwerdens nützlicher, als das viele Treppenlau Rückgrates, als auf dem Boden zu knien und ihn aufzuwaſchen Fegen mit dem Befen bringt eine ganz außerordentliche Kr tigung der Schultern mit ſich, das Heben und Tragen Hand aus und ſagte:„Ich will Frankreich eine Flugmaſchine ſchenken.“ Nun verlangt die berühmte Tragödin, daß das mit dem von ihr ge⸗ ſammelten Gelde zu kaufende Flugzeug den Namen„'Aiglon“ er⸗ halten ſoll, zum Andenken an ihre große Rolle in dem Roſtandſchen Stücke, Sarah Bernhardt hat der Spende perſönlich noch eini Tauſend Franes beigefügt, auf daß der Aiglon mit allen bisher fü Flugzeuge erprobtenSchutzvorrichtungen verſehen wirh. Die National⸗ ſammlung in ganz Fraukreich hat bisher 2 120 000 ergeben. Weite Spenden fließen zu, große Feſtlichkeiten, deren Ertrag dem Fonds z gute kommen ſoll, ſind geplant und eine Reihe von Fliegern wolle jetzt in der Normandie und der Bretagne Schauflüge abhalten, um den patriotiſchen Opfermut der Bürger anzufeuern. 151 Hausarbeit als Schönheitsmittel. Profeſſor Dr. Dudley Sargent, einer der hervorragendſten Phyſiker der Harvard⸗Univerſität, hat ſich durch einen Vortrag, den er kürzlich in Boſton hielt, bei den Amerikanerinnen ſehr unbeliebt gemacht. Profeſſor Sargent warf in ſeinem Bortrage alle Anſchauungen über den Wert des Sports für die Verſchö⸗ nerung des weiblichen Körpers über den Haufen und er ſagte rund heraus, daß alles, was man über moderne Körperkultur und Körperpflege ſage und ſchreibe, ein arger Schwindel ſei, er⸗ funden, um der Sucht nach Luxus, Zeitvergeudung, Geldaus⸗ gaben und Flirtgelegenheit ein mediziniſches Mäutelchen umzu⸗ hängen. Es gibt ſeiner Anuſicht nach nur einen Sport, der ge⸗ eignet iſt, den Körper der Frau ebenmäßig zu entwickeln, und der beſteht in— harter Hausarbeit. Profeſſor Sargent ſagt „Wenn Frauen ihre Hausarbeit allein tun, ſo wird täglich j 8 Muskel ihres Körpers in zweckmäßige Bewegung gebracht. Nichts iſt für die Entwicklung der Beinmuskeln und zur Ver⸗ Es gibt nichts Beſſeres zur Stärkung des Bruſtkaſtens und beſonders wenn dabei beide Hände gleichmäßig arbeiten Das gefüllter geſammelt; von dem Tage an, da die nativnale Kollekte für das militäriſche Fliegerweſen in Frankreich eröffnet wurde, erſchien ſie im Waſſereimer bedeutet die beſte leichtathletiſche Uebung. Eine Frau, die ihr Brot zu Hauſe macht und den Teig tägli
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(17.4.1912) 178. Mittagsblatt
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